Suizide von Männern in Österreich

October 30, 2017 | Author: Britta Schwarz | Category: N/A
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Suizide von Männern in Österreich STATISTISCH-EPIDEMIOLOGISCHE UNTERSUCHUNG

Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz Franz-Josefs-Kai 51 1010 Wien Fotos: BMSG

BUNDESMINISTERIUM FÜR SOZIALE SICHERHEIT GENERATIONEN UND KONSUMENTENSCHUTZ

Impressum Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Bundesministeriun für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz Sektion V, Abteilung 6 A-1010 Wien, Franz-Josefs-Kai 51

Für den Inhalt verantwortlich: Univ. Prof. Dr. Gernot Sonneck Kriseninterventionszentrum Spitalgasse 11 1090 Wien

Layout: Druckerei des BMSG

Druck: Druckerei des BMSG A-1010 Wien, Stubenring 1

Verlagsort, Herstellungsort: Wien

Erscheinungsjahr: Juni 2003-06-13

Zu beziehen bei: BMSG-Bestellservice: 0800-20-20-74

Alle Rechte vorbehalten. Jede Verwertung (auch auszugsweise) ist ohne schriftliche Zustimmung des Medieninhabers unzulässig. Dies gilt insbesondere für jede Art der Vervielfältigung, der Übersetzung, der Mikroverfilmung. der Wiedergabe in Fernsehen und Hörfunk sowie der Verarbeitung und Einspeicherung in elektronische Medien wie z.B. Internet und CD-Rom.

Statistisch-epidemiologische Untersuchung zur Suizidproblematik von Männern in Österreich

Gernot Sonneck Claudius Stein Martin Voracek

Wien im November 2002

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Sehr geehrte Damen und Herren! Suizidforschung beschreibt jene Risikofaktoren, die in Krisensituationen bei vielen Menschen zu einem Gefühl der Ausweglosigkeit führen können. Die Tatsache, dass in Österreich und anderen Staaten der westlichen Welt das Verhältnis der Suizidrate der Männer zu jener der Frauen ca. 3:1 ausmacht, unterstreicht die Notwendigkeit geschlechterspezifischer Praxis im Umgang mit Risikogruppen. Univ. Prof. Dr. Gernot Sonneck vom Kriseninterventionszentrum hat diese statistisch epidemiologische Untersuchung für die männerpolitische Grundsatzabteilung des Bundesministeriums für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz basierend auf den im Zeitraum 1970 – 2001 in Österreich registrierten Suiziden erstellt. Das Überwiegen bei den Jungen (15-19jährigen) und den Alten (7584jährigen) lässt die Frage nach besonderen Belastungsfaktoren für diese Altersgruppe aufkommen. Um spezifisch männliche Risikofaktoren und Problemfelder erkennen und darauf aufbauend Strategien erarbeiten zu können, die Verzweiflungstaten vermeiden helfen und Problemlösungskompetenzen stärken, ist vorliegende Studie ein wichtiger Beitrag.

Ihr

Vizekanzler Herbert Haupt Bundesminister für soziale Sicherheit Generationen und Konsumentenschutz

Ihre

Ursula Haubner Staatssekretärin für Familie, Generationen und Konsumentenschutz

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Inhalt 1. Einleitung und Übersicht....................................................................4

2. Internationale Unterschiede der Suizidraten älterer Männer......11

3. Österreichische Suizidstatistik.........................................................13 3.1 Regionale Unterschiede....................................................................17 3.2 Familienstand und Suizid.................................................................19 3.3 Alter und Suizid...............................................................................20 3.4 Suizidmethoden................................................................................21 3.5 Jährliche Suizidprävalenz nach Männern und Frauen.....................43 3.6 Gender und Suizid............................................................................50 3.7 Jahreszeitliche Variation..................................................................64 3.7.1 Jahreszeitliche Variation nach Geschlecht, Dekaden und Bundesländern...................................................................................70 3.8 Suizid und Religion.........................................................................80

4. Literatur...........................................................................................85

5. Anhang .............................................................................................88

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SONN/Statistisch...

Statistisch-epidemiologische Untersuchung zur Suizidproblematik von Männern in Österreich Gernot Sonneck, Claudius Stein, Martin Voracek

1) Einleitung und Übersicht: Das Phänomen der unterschiedlichen Suizidraten bei Männern und Frauen ist seit langem, auch länderübergreifend, bekannt. Auch lassen sich Unterschiede nicht nur in der Häufigkeit, sondern auch bei den näheren Umständen statistisch nachweisen. So sterben Männer beispielsweise häufiger durch eigene Hand, Frauen unternehmen mehr Suizidversuche. Es scheint also geschlechtstypische Muster suizidalen Verhaltens zu geben. Welche Konsequenzen ergeben

sich für Forschung und

helfende Praxis, wenn wir diese Phänomene wirklich ernst nehmen? Offenbar gibt es nicht den suizidalen Menschen schlechthin, sondern er ist suizidal als Frau oder als Mann. Gibt es vielleicht sogar einen biologisch determinierten, also genotypischen Suizid? Oder ist er mehr ein Ereignis, das viel eher dem gesellschaftlich bedingten Rollenverhalten zuzuordnen ist, also im weitesten Sinne phänotypische Züge trägt? Oder ist der Suizid ein Recht, ein „Privileg des Humanen“ (Amery 1976) schlechthin – wobei Männer dieses Recht anscheinend häufiger in Anspruch nehmen als Frauen? Ist er ein Ergebnis persönlicher Deutungen und Bewertungen – wobei Frauen sehr viel häufiger zum Ergebnis „Suizidversuch“ gelangen? Die Erklärungen suizidalen Handelns beeinflussen unsere Hilfsangebote fundamental. Natürlich gibt es grundlegende biologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen, sogar sehr spezifische, und warum sollen sie sich nicht auch im Verhalten niederschlagen? Es gibt eine Reihe von Körpermerkmalen, die geschlechtsspezifisch sind, und es gibt

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zwischen den Geschlechtern eine unterschiedliche Zielgerichtetheit des biologischen Funktionierens, um das Überleben der Menschheit zu sichern, die sich natürlich auch im Verhalten niederschlägt. Der biologische Unterschied zwischen Mann und Frau wird in jeder Gesellschaft aufgegriffen und je nach herrschender Kultur normativ umgesetzt. „Der Unterschied wird“, schreibt Schelsky 1955, „über seine biologische Festgelegtheit hinaus sozial fixiert und mit allen Mitteln der sozialen Sanktionierung und Tabuisierung absolut, um damit aus dem Bereich der verfügbaren Verhaltensänderungen ausgeblendet zu werden.“ (Schelsky, H.: Soziologie der Sexualität. Über die Beziehungen von Geschlecht, Moral und Gesellschaft. Reinbeck S. 26.) Am deutlichsten werde dies an den Geschlechtsrollen, die Männern und Frauen zugewiesen werden. Von Geburt an wird jedem Kind von Mutter und Vater vermittelt, was für einen Jungen und was für ein Mädchen gut und richtig ist. Über die Identifikation mit den primären Bezugspersonen werden Geschlechtsrollen in individueller Ausprägung als Rahmen für Verhalten, Denken und Fühlen fest verankert und aus der Alltagswahrnehmung verbannt. Gleichzeitig bilden sich Geschlechtsunterschiede in der Sprache und in der Rechtsordnung jeder Gesellschaft ab und stabilisieren die sozial eingerichteten Unterschiede. Biologische und soziale Unterschiede zwischen Frauen und Männern wirken sich selbstverständlich auch auf die weibliche und männliche Psychologie aus, die sehr unterschiedlich

organisiert

geschlechtsspezifisch.

Wie

sind. eine

Damit Pyramide

wird sind

Suizidalität biologische,

zwingend soziale

und

psychologische Muster von Männlichem und Weiblichen aufeinandergeschichtet und gleichzeitig vielfach vernetzt. Zunächst unsichtbare Regelkreisläufe verbinden die Schichten und helfen

sie zu stabilisieren: Soziologische Muster wirken auf

psychologische Mechanismen, und diese wirken zum Beispiel durch Krisen und Suizidalität wiederum auf die gesellschaftlich organisierten, geschlechtsspezifischen Hilfsangebote und Suizidtheorien zurück. So wird offensichtlich, dass bei der Forschung und Praxis der Suizidprävention die oft implizierte „Eingeschlechtlichkeit“ den Weg zum weiteren Verständnis der Suizidalität und ihrer Erforschung verstellt. Wenn wir nun hinreichend zur Kenntnis nehmen, dass Männer und Frauen grundlegend verschieden sind, dann kann es gar keine geschlechtsneutrale Betrachtung „von oben“ geben, sondern es muss „irdisch“ zugehen, wenn unsere Forschung und Praxis weiterkommen sollen.

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Geschlechtsunterschiede finden sich im reziproken Verhältnis zwischen Suizid und Parasuizid, also in der differierenden Häufigkeit letaler Ausgänge suizidaler Handlungen. Diese Tatsache ist bereits in den siebziger Jahren in epidemiologischen Untersuchungen für verschiedene Länder nachgewiesen worden (Kreitman 1980). Für die vollendeten Suizide wird sie anhand der amtlichen Todesursachenstatistiken in jedem Jahr repliziert. Aktuelle Daten zu Parasuiziden liegen aus dem deutschen Erfassungsgebiet der WHO/EURO Multicentre Study on Parasuicide für den Zeitraum von 1989-1996 vor (Schmidtke et al. 1994). Danach liegt der Anteil der Männer an den erfassten Selbsttötungsversuchen bei 39 Prozent. Die auf der Basis der WHO-Stichprobe geschätzten Suizidversuchsziffern für Österreich im Jahr 1996 liegen bei 122/100 000 Männer sowie 147/100 000 Frauen. Es ergibt sich ein Verhältnis Suizid zu Suizidversuch von 1 : 5 bei Männern und 1 : 15 bei Frauen. Weibliche Jugendliche und junge Frauen sind besonders gefährdet, Suizidversuche zu begehen (Schmidtke et al. 1998). Doch

auch

innerhalb

der

Gruppe

der

Suizidversuche

finden

sich

geschlechtsspezifische Besonderheiten. So erweist sich die parasuizidale Handlung des Mannes als ernsthafter, hinsichtlich objektiver Kriterien ebenso wie unter Berücksichtigung subjektiver Einschätzungen. Zur Frage der Ernsthaftigkeit in Kausalität zur angewandten suizidalen Methode sind längere Zeit uneinheitliche Befunde erhoben worden. In den letzten Jahren hat sich jedoch die Auffassung durchgesetzt, dass aus der Beurteilung der Methode allein nicht auf die intentionale Ernsthaftigkeit des Suizidversuches geschlossen werden darf (neuere Ergebnisse bei Nielsen et al. 1995). Vor diesem Hintergrund wurden darüber hinaus die objektive Gefährlichkeit, die Wahrscheinlichkeit des Auffindens und die gesundheitlichen Folgen der suizidalen Handlung verglichen. In allen Aspekten waren Männer höher gefährdet. Bei der (para)suizidalen Methode überwogen bei den Frauen Tablettenintoxikationen als sogenanntes weiches Mittel, während Männer härtere, die körperliche Integrität verletzende Methoden bevorzugten. In der von Schmidtke et al. (1994) untersuchten WHO-Stichprobe finden sich gleichsinnige Resultate: Frauen

vergiften

sich

häufiger

als

Männer

(70

vs.

50

Prozent

aller

Suizidversuchsmethoden). Männer schneiden öfter (24 vs. 17 Prozent). In vielen Untersuchungen lässt sich im Arrangement der suizidalen Handlung bei Frauen deutlicher eine strategische Funktion im Beziehungskontext abbilden. Dies

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wird unter anderem in der Kommunikationseinschätzung deutlich: Frauen erwarten eher Rettung, während Männer den Tod kompromissloser suchen. Auch überwiegen in der Differentialtypologie nach Felber (1993) Männer überall dort, wo ein höherer todesstrategischer Einsatz und weniger bis kaum die soziale Funktion des Appells erfolgt. Henseler (1974) versucht dieses Phänomen so zu deuten, dass dem Mann ein appellatives Verhalten in unserer Gesellschaft weniger gestattet erscheint als der Frau, die sich eher hilfsbedürftig und schwach zeigen darf – eine Überlegung, die auch heute noch Bestand haben dürfte. Hier lässt sich auch die motivationale Geschlechtsspezifik einordnen, nach der Frauen eher in Beziehungskonflikten parasuizidal reagieren, während Männer auf der Leistungsebene und hinsichtlich gesellschaftlicher Anerkennung sensibler sind. Psychisch erkrankte Menschen unterliegen einem erhöhten Risiko, suizidale Handlungen zu begehen. Bei den Suizidversuchen dominieren Anpassungs- und Persönlichkeitsstörungen (Mehlum et al. 1994; Schmidtke et al 1994; Soloff et al. 1994). Suchtkranke sind sowohl hinsichtlich vollendeter Suizide als auch bei Selbsttötungsversuchen häufig betroffen (Schmidtke et al. 1998). In den letzten Jahren wurde ein deutlich erhöhtes Risiko von Suizidversuchen bei Vorliegen von Komorbidität psychischer Störungen erkannt (Bronisch u. Wittchen 1994). Bei Frauen werden größere Anteile neurotischer und Persönlichkeitsstörungen berichtet, während Suizidversuche bei Alkoholikern eher auf Männer zutreffen. Es besteht eine signifikant höhere Gefahr für Männer, ein tödliches Rezidiv zu erleiden, während Frauen häufiger chronische Suizidalität bescheinigt werden muss. Damit lässt sich der Kreis schließen zu den ursprünglichen Befunden über das reziproke Verhältnis der Geschlechter zwischen vollendetem Suizid und Suizidversuch. Daß sich aber bereits die Anlage zum parasuizidalen Akt als Funktion der parasuizidalen Intention von Mann zu Frau unterscheidet, ist die wesentliche Schlussfolgerung einer katamnestischen Untersuchung von Israel et al. 2001.

Im Durchschnitt der meisten Staaten der westlichen Welt stehen die Suizidraten der Männer zu jenen der Frauen in einem Verhältnis von 3:1 (Kelleher et al. 2001). Allerdings gibt es auch da wesentliche Unterschiede, wenn dieses Verhältnis z.B. in Litauen und Polen 5:1, in Lettland und Finnland ebenso wie in den Vereinigten Staaten 4:1 und in den Niederlanden nur 2:1 beträgt (IASP Executive-Commitee

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1999). Es gibt jedoch wenige Länder, wo die Suizidrate der Frauen die der Männer übertrifft; ein signifikantes Beispiel ist die Volksrepublik China (Canetto 1997). Ethnische und Regionalstudien innerhalb verschiedener Länder zeigen jedoch auch noch andere Ausnahmen. So ist z.B. in Papua Neuguinea unter dem Maring-Volk der Suizid nur mit den Frauen assoziiert während er bei den Gainj auf verheiratete Frauen beschränkt ist. (Healey 1979). In der Deganga Region in Indien werden mehr als zwei Drittel aller Suizide von Frauen verübt (Banerjee et al. 1990). Bei den Aguarana der peruanischen Amazonas-Region ist der Suizid besonders bei Frauen und jungen Männern häufig (Brown 1986). In England und Wales ist die Suizidrate indischer Emigranten bei den Frauen höher als bei Männern (Raleigh 1990). Bezogen auf verschiedene Altersgruppen finden sich weitere interessante Unterschiede wenn z.B. in verschiedenen asiatischen und südamerikanischen Ländern die weibliche Suizidrate der 15- bis 24jährigen die der Männer derselben Jahrgänge übersteigt (Barraclough 1988). Trotz dieser Ausnahmen, die sich speziell auf Länder beziehen, in denen Frauen eine sehr untergeordnete Position in der sozialen Struktur haben und wenig Lebenschancen, wo also Frauen in spezifischen sozialen und ökonomischen Bedingungen gleich oder noch höher von Suizid betroffen sind, bleibt das Faktum, dass es insbesondere in westlichen Ländern protektive Faktoren gibt, die für Frauen offenbar relevanter sind als für Männer. Diese Faktoren inkludieren Familienstand und Familie bzw. Verantwortung für Kinder, Faktoren die Gruppen von Suizidneigung und Suizidversuch differenzieren (Linehan et al. 1983).

In den Vereinigten Staaten ist das Verhältnis der männlichen zu den weiblichen Suiziden 4:1 (Bharrucha und Satlin 1997). In den Vereinigten Staaten, in England und in Australien steigen die Raten für Männer mit zunehmendem Alter während die weiblichen Suizidraten nach der Menopause absinken (Shah und De 1998). In Sri Lanka sind die Geschlechtsunterschiede deutlicher: Männer über 75 und darüber haben das höchste Risiko während die höchsten Raten für Frauen zwischen dem 15. und 24. Jahr bestehen (Conwell 1993). Ähnliche Suizidraten für ältere Männer und Frauen wurden auch in Hong Kong gefunden (Yip et al. 1998).

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In den meisten wesentlichen Ländern sind die Suizidraten unter den Geschiedenen am höchsten, gefolgt von den Verwitweten, dann den Alleinstehenden, während die Verheirateten die niedrigsten Raten verzeichnen (Smith et al 1988). Letzteres ist möglicher Weise auf den Effekt der sozialen Unterstützung, der mit der Heirat verbunden ist zurückzuführen, während Scheidung und Trauer negative Effekte haben. In der Vereinigten Staaten haben geschiedene Männer und Frauen höhere Suizidrisiken als Verheiratete (Smith et al. 1988), das weit höhere Suizidrisiko der Verwitweten ist eng mit dem Geschlecht verbunden, hier sind Männer in weit höherem Maße betroffen als Frauen (Li 1995). In Hong Kong jedoch haben Verwitwete

beiden

Geschlechts

niedrigere

Suizidraten

als

Verheiratete,

Alleinstehende das höchste Risiko (Yip et al. 1998).

Suizidraten älterer Emigranten nach Australien und nach England scheinen weitgehend von ihrem Ursprungsland determiniert zu sein (Raleigh und Balarajan 1992, Burvill 1995). In den Vereinigten Staaten sind die Suizidraten älterer Weißer um vieles höher als nicht Weißer (Moscicki 1995). Enge religiöse Bindung und guter Familienzusammenhalt der älteren Muslim Malayn in Singapur (Ko und Kua 1995) und der älteren jüdischen Bevölkerung in Israel (Sharlin und Lowenstein 1997) können die niedrigen Suizidraten in diesen ethnischen Gruppen erklären.

Ältere Menschen, die ihr Leben selbst beenden leben oft alleine, aber ob das allein Leben ein Risikofaktor hinsichtlich Suizidalität ist, ist unsicher (Shah und De 1998). Suizid ist

relativ selten in Pflegeheimen (Osgood et al. 1991) obwohl die

Befürchtung in ein Pflegeheim zu kommen ein Suizidmotiv sein kann (Loebel et al. 1991). Nach Conwell et al (1990) konnte nur bei 3 % der Befragten Alleinsein als Stressor gefunden werden, Heikkinen und Lönnqvist (1995) fanden die Anzahl sozialer Kontakte vor dem Suizid ähnlich bei Alten und Jungen. Andererseits fand Müller (1978), dass ältere männliche Suizide in Arizona weniger Menschen, mit denen sie vertraut waren hatten, als eine Kontrollgruppe, die natürlichen Todes verstarb.

Einsamkeit ist allerdings eine andere Kategorie als soziale Isolation und zweifellos ist bezüglich einer möglichen Verbindung von Einsamkeit und Suizid (Einengung

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der zwischenmenschlichen Beziehungen nach Ringel (1956) noch einiges an Forschung nötig. Das Suizidrisiko bei den Verwitweten ist besonders während des ersten Jahres nach dem Todesfall größer (Bunch 1972). Dies gilt insbesondere für Männer. Andererseits fanden Heikkinen und Lönnqvist (1995), dass gegenwärtig Trauer möglicher Weise bei Älteren im Vergleich zu Jüngeren nicht mehr ein wichtiger Vorläufer von Suizidalität ist. Pensionierung und Ruhestand kann zu einem Verlust des Selbstwertgefühls führen, wie weit dies dann mit Suizidalität zusammenhängt ist derzeit jedoch noch nicht geklärt (Miller 1978, De Leo und Ormskerk 1991).

In einer Studie aus Indien wurde Armut nach Depression und körperlicher Erkrankung als wichtigster Faktor im Vorfeld eines Suizids gefunden (Rao 1991). Conwell (1995) betont späten Missbrauch (körperliche Gewalt und sexueller Missbrauch) als mögliches Motiv suizidalen Verhaltens, obwohl hier noch wenig Daten existieren. Natürlich gilt auch für ältere Personen, dass jedes traumatische Ereignis

sowie

zwischenmenschliche

Konflikte,

Trennung

oder

finanzielle

Schwierigkeiten als Suizidmotiv auch bei den älteren vorkommt (Heikkinen und Lönnqvist 1995). Ebenso aus Finnland kommt eine Studie (Hakko et al 1998), die eine saisonale Spitze von Suiziden älterer Menschen im Herbst nachweisen konnte. Salib (1997) zeigte eine Beziehung von älteren Suiziden und Sonnentagen sowie niedrigen Werten der Luftfeuchtigkeit. Barraclough (1976) beschreibt, dass ältere Menschen ein erhöhtes Risiko haben, Suizid am Tag ihres Geburtstags zu begehen.

Der starke Todeswunsch suizidaler älterer Menschen, insbesondere älterer Männer manifestiert sich auch in der höheren Verwendung harter Methoden. Unter den Suiziden älterer Menschen in den Vereinigten Staaten ist das Erschießen mit über 70 % angegeben (Kaplan et al. 1996 und 1997). Diese Methode ist auch in Australien und Finnland sehr üblich. In England sind aufgrund strengerer Waffengesetze die Medikamentenvergiftung (besonders bei den Frauen), das Erhängen (häufiger bei Männern), Ersticken und Sprung von der Höhe die gebräuchlichsten Methoden (Cattell 1988, Cattell und Jolley 1995). In England und Wales haben die Gruppen der älteren Menschen die höchsten Suizidraten durch Ertrinken (Kelly und Bunting 1998). Nach einer japanischen Studie (Watanabe et al 1995) war das Erhängen die

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gebräuchlichste Methode. In Sri Lanka die Vergiftung mit Unkrautvertilgungsmitteln (Organophosphaten) (Ganesvaran at al. 1984) und in Hong Kong wo 85 % der Population in Hochhäusern und hohen Häusern lebt ist die gebräuchlichste Methode der Sturz (Yip et al 1998).

Cattell und Jolley (1995) fanden heraus, dass 43 % der älteren Suizide einen Abschiedsbrief hinterließen, was verglichen zu den jüngeren fast doppelt so hoch ist. Obwohl insgesamt Doppelsuizide auch bei alten Menschen nur selten vorkommen, sind 49 % davon in den Altersgruppen über 65, wobei es sich dann zumeist um verheiratete Personen aus höherer sozialer Schicht handelt (Brown und Barraclough 1997).

Bezüglich Krankheit (insbesondere auch psychische Krankheit) und Persönlichkeit gibt es international einige interessante Studien und Ergebnisse, die jedoch an dieser Stelle nicht diskutiert werden, da die vorliegende Untersuchung sich mit diesen Risikofaktoren nicht beschäftigt.

2. Internationale Unterschiede der Suizidraten älterer Menschen: Wenn auch national sehr divergierende Gepflogenheiten in der Erfassung von Todesursachen solche Vergleiche schwierig machen, können diese Gepflogenheiten alleine große Unterschiede nicht ausreichend erklären. Die folgende Tabelle (Tabelle 1) führt Daten aus dem WHO Statistics Manual 1996 (WHO 1998) an, die sich größten Teils auf die Jahre 1994 bzw. 1995 beziehen. Leider gibt es kaum Daten von Entwicklungsländern, die vorliegende Statistik zeigt jedoch, dass die Suizidraten 6574-jähriger Menschen in Ungarn, Litauen, Lettland und anderen ost- und zentraleuropäischen Ländern hoch ist, Länder, die generell sehr hohe Suizidraten haben (30 und darüber), während sie in den südlichen Ländern Europas, in denen auch die Suizidraten niedrig sind, relativ klein sind. Für die Gruppe der Männer ab 75 Jahre reihen sich zu den o.a. Ländern auch Österreich und Belgien ein, Länder die in den Untersuchungsjahren 1994/95 hohe Raten (zwischen 20 und darüber) aufwiesen.

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Tabelle 1:

Suizidraten älterer Menschen (1994 bzw. 1995) älterer Menschen im internationalen Vergleich nach Männern, Genderrate und Frauen (WHO, 1998)

65-74 Jahre 75+ Jahre _________________ __________________ Männer Frauen Männer Frauen ____________________________________________________________ Argentinien 29,3 6:1 5,3 55,4 7:1 8.3 Australien 23,1 5:1 4,6 31,7 5:1 6,3 Belgien 41,5 2:1 20,3 83,3 4:1 21,0 Cuba 61,7 2:1 27,3 124,4 4:1 30,9 Dänemark 38,8 2:1 22,1 63,7 2:1 27,0 Deutschland 35,4 2:1 14,4 83,3 3:1 23,9 England 11,3 3:1 4,3 15,7 3:1 5,7 Estland 88,0 4:1 25,4 110,5 4:1 25,1 Finnland 50,4 4:1 12,7 54,9 5:1 9,7 Frankreich 50,0 3:1 16,3 97,8 4:1 22,1 Griechenland 7,9 4:1 2,1 17,4 11:1 1,6 Hong Kong 40,5 2:1 23,8 64,4 2:1 38,9 Irland 20,0 7:1 3,1 12,3 4:1 2,9 Israel 20,2 2:1 8,4 37,2 2:1 22,2 Italien 22,1 3:1 8,1 44,6 5:1 8,8 Kanada 19,8 4:1 5,6 26,6 7:1 3,7 Kasachstan 75,5 4:1 19,6 88,0 3:1 32,1 Korea 33,8 3:1 13,4 47,5 2:1 18,9 Kroatien 69,9 4:1 19.8 104,8 4:1 26,4 Kyrgyztan 44,3 3:1 17,1 45,7 4:1 11,6 Lettland 103,9 5:1 19,2 106,1 3:1 38,5 Litauen 106,3 4:1 26,6 135,1 4:1 33,0 Mauritius 24,8 2:1 12,1 27,8 3:1 7,8 Moldawien 51,0 3:1 18,2 61,7 2:1 28,0 Niederlande 18,2 2:1 10,6 25,7 3:1 9,9 Norwegen 18,6 1:1 13,6 21,5 4:1 5,5 Österreich 54,6 3:1 19,0 121,4 4:1 29,0 Polen 32.2 4:1 8,0 32,4 5 :1 6,4 Portugal 30,1 5:1 6,5 51,6 4 :1 13,1 Rumänien 23,8 3:1 8,5 31,6 5 :1 6,7 Russland 89,8 4:1 23,0 93,9 3:1 34,8 Schweden 29,3 3:1 11,0 42,9 3:1 17,2 Singapur 36,4 1:1 28,7 107,1 2:1 53,8 Slowakei 45,9 5:1 9,1 54,5 9:1 6,3 Slowenien 75,0 4:1 19,8 104,7 4:1 27,3 Spanien 24,0 3:1 8,3 44,4 4:1 10,0 Thailand 7,2 3:1 2,2 9,5 5:1 2,0 Tschechien 34,0 2:1 15,5 87,5 3:1 30,6 Ungarn 88,0 3:1 29,9 168,9 3:1 60,0 USA 27,7 5:1 5,4 50,7 9:1 5,6 Venezuela 24,8 9:1 2,9 28,6 14:1 2,0

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Venezuela und Argentinien haben in beiden Altersgruppen, Irland in der jüngeren, Kanada und die Slowakei in der älteren die höchsten Genderrate, also das deutlichste Überwiegen der Suizidrate der Männer.

3. Österreichische Suizidstatistik: Überblick: Pro Jahr sterben im Durchschnitt der letzten Jahre etwa 1500 Personen durch Suizid. Das bedeutet, dass von 100.000 Österreichern pro Jahr weniger als 20 durch Suizid versterben. Zur Orientierung und weil man fälschlicherweise immer hört, dass Österreich eine besonders hohe Suizidrate (Anzahl der Suizide auf 100.000 Einwohner) habe, sei gesagt, dass besonders hohe Suizidraten solche über 30 sind (z.B. Sri Lanka, Estland, Lettland, Litauen, Ungarn, Finnland), hohe Raten zwischen 20 und 30 (Belgien, Dänemark, Frankreich und die Schweiz), mittlere Raten zwischen 10 und 20 (z.B. Schweden, Deutschland, Österreich, Japan, Kanada und die USA), niedrige Raten unter 10 (z.B. Niederlande, Großbritannien, Spanien, Italien, Griechenland).

Betrachtet man jedoch die einzelnen Altersgruppen und vergleicht sie mit anderen Ländern, so fällt auf, dass insbesondere bei den Männern (vgl. Tab. 1) aber auch bei den Frauen mit zunehmendem Alter Österreich doch ganz deutlich nach vor rückt (vgl. Tab. 2).

Die Suizidrate der Männer ist in unseren Breiten etwa doppelt so hoch wie jene der Frauen, das Risiko an Suizid zu versterben steigt mit zunehmendem Alter (während Männer z.B. bis zum fünfzehnten Lebensjahr eine Suizidrate von 2 und Frauen von 1 haben, haben Männer im Alter von 85 Jahren und darüber eine Suizidrate von rund 120, Frauen von etwa 33). Da aber entsprechend der Alterspyramide die mittleren Alter am meisten vertreten sind, ist die größte Anzahl aller Suizide absolut gesehen zwischen dem 25. und 75. Lebensjahr.

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Die häufigste Suizidmethode in Österreich (s.Tab.4) ist bei Männern und Frauen das Erhängen. Fast 40 % aller Suizide der Frauen werden durch Erhängen verübt, etwa 25 % durch Vergiften und 14 % durch Sturz aus der Höhe. Bei Männern werden fast 50 % aller Suizide durch Erhängen, 20 % durch Erschießen und fast 10 % durch Vergiften vollzogen.

Deskriptive Statistik Betrachtet man die Entwicklung der Suizide in Österreich in den absoluten Zahlen (Abb. 1und 3) und vertraut man den frühen statistischen Angaben, so zeigt sich ein Anstieg der Suizide ab 1865, wobei die Zeiten vor den beiden Weltkriegen, aber auch das Jahr 1945 besonders deutlich hervorstechen. Die Suizidanzahl der Frauen ist, auch wenn sie in der Zeit des 2. Weltkrieges nahe an jene der in dieser Zeit stark abnehmenden Suizidanzahl der Männer herankommt, in Österreich nie größer als die der Männer (Abb. 3), während in Wien von 1942 - 1945 die Suizide der Männer von der Anzahl der weiblichen Suizide deutlich übertroffen werden (Abb. 4).

Abb 3: Suizide Österreich Gesamt 5000

4000

3000

2000

1000

2001

1999

1997

1995

1993

1991

1989

1987

1985

1983

1981

1979

1977

1975

1973

1971

1969

1967

1965

1963

1961

1959

1957

1955

1953

1951

1949

1947

1945

0

16

Nach dem 2. Weltkrieg ist seit 1946 ein langsamer kontinuierlicher Anstieg der Suizide bis 1986 zu verzeichnen (s. Abb. 3), ab da jedoch ein deutlicher Rückgang, der bis zum letzten untersuchten Jahr (1998) anhält. Diese Verschiebungen sind jedoch regional recht unterschiedlich. So gehen z.B. in Kärnten, einem Bundesland mit traditionell hoher Suizidrate (etwa gleich hoch wie Salzburg), die Raten bereits einige Jahre früher zurück, ähnlich wie in der Steiermark. Wien wiederum verzeichnet erst Anfang der 50er Jahre einen Anstieg und einen deutlichen Rückgang Anfang der 70er Jahre, dann einen langsamen Anstieg bis 1986 und einen deutlichen und kontinuierlichen Rückgang ab dieser Zeit. Salzburg zeigt diesen Rückgang zwei Jahre später, das Burgenland, Niederösterreich und Vorarlberg liegen im Gesamtbundestrend, Oberösterreich ebenso wie Tirol auch, beide Bundesländer steigen jedoch seit 1991 wiederum an.

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Abb. 4:

Suizide Österreich, Männer

3000 2500 2000 1500 1000 500

2001

1999

1997

1995

1993

1991

1989

1987

1985

1983

1981

1979

1977

1975

1973

1971

1969

1967

1965

1963

1961

1959

1957

1955

1953

1951

1949

1947

1945

0

Der deutliche Rückgang der Suizide in Österreich ab 1986 wird bis 1993 auch von den Männern mitgetragen, dann erfolgt jedoch bis 1996 bei diesen generell wieder ein leichter Anstieg und erst dann ein erneuter Rückgang (Abb. 4). Die Suizide der Frauen gehen jedoch weiter zurück, weshalb die Gesamtsuizide sich über einige Jahre auf gleichem Niveau halten. Der Rückgang der letzten beiden Jahre wurde bereits erwähnt (Abb. 5). Dementsprechend war auch bei einer anderen Untersuchung, (Etzersdorfer et al. 1996), die sich primär mit dem Suizidrisiko von Geburtskohorten beschäftigte, eine Zunahme des Suizidrisikos für später geborene Männer, nicht jedoch für Frauen feststellbar. So war auch der Anstieg der Gesamtrate bis 1980 wesentlich stärker auf eine Zunahme der Suizide der Männer zurückzuführen. Abb. 5:

Suizide Österreich, Frauen

3000 2500 2000 1500 1000 500 2001

1999

1997

1995

1993

1991

1989

1987

1985

1983

1981

1979

1977

1975

1973

1971

1969

1967

1965

1963

1961

1959

1957

1955

1953

1951

1949

1947

1945

0

18

Die deutlich niedrigeren Raten der Frauen veränderten sich in dem Zeitraum nur gering, sie bewegten sich zwischen 12,7 - 15,8 auf 100.000 in einem weitaus konstanteren Bereich als die Raten der Männer mit 30,9 - 42,1.

3.1 Regionale Unterschiede: Im Schnitt der letzten 10 Jahre liegt die Steiermark mit einer Suizidrate von 27 an der Spitze, gefolgt von Salzburg und Kärnten mit jeweils 25 und Wien und Oberösterreich mit jeweils 23 auf 100.000. Diese Suizidrate entspricht auch der durchschnittlichen gesamtösterreichischen Suizidrate der letzten 10 Jahre von 23. Niederösterreich folgt mit 22, Tirol mit 20, zuletzt kommen Vorarlberg und das Burgenland mit jeweils 19. (s. Abb. 6 - 8)

In Hinblick auf diese regional doch sehr unterschiedlichen Zahlen aber auch Kurvenbewegungen wurden die Suizidraten für die Jahre 1988-1994 auch auf Bezirksebene berechnet. Dabei finden sich eine Reihe von Bezirken, in denen die Suizidrate statistisch signifikant erhöht ist: Eine Erhöhung zwischen 20 und 30 % findet sich in Wolfsberg, Amstetten, Grieskirchen, St. Johann im Pongau, Tamsweg, Feldbach, Klagenfurt-Stadt, Graz-Umgebung, Leibnitz, Weiz und in Schwaz, eine Erhöhung zwischen 30 und 40 % in den Bezirkshauptmannschaften Scheibbs, Zell am See, Bruck a.d.Mur, Judenburg und Mürzzuschlag, zwischen 40 und 50 % Völkermarkt und Murau, sowie über 50 % Feldkirchen und Liezen. Mit Ausnahme von Völkermarkt, Wolfsberg, Feldkirchen und Weiz, bei denen die Übersterblichkeit rein zu Lasten der Männer geht und mit Ausnahme von Schwaz, bei denen diese alleinig auf die Übersterblichkeit bei den Suiziden der Frauen zurückzuführen ist, sind in allen anderen angeführten Bezirken beide Geschlechter an der Übersterblichkeit beteiligt. Deutliche Übersterblichkeit der Männer schlägt überall auf die Gesamtübersterblichkeit durch, deutliche Übersterblichkeit der Frauen, ohne sich auch in der Gesamtsterblichkeit signifikant niederzuschlagen, findet sich in St. Veit a.d. Glan, Villach (Land), Krems (Land), Lilienfeld, Steyr (Land), Salzburg (Stadt) und Knittelfeld. Ein Vergleich städtische Gemeinden gegen ländliche Gemeinden zeigt, dass erstere mit 97,7 (aus dem Schnitt der Jahre 1988 - 1994) knapp unter, die ländlichen Gemeinden mit 104,7 knapp über dem österreichischen Standard liegen.

19

Die niedrigsten Suizidraten finden sich in Mattersburg (über 40 % unter dem österreichweiten Durchschnitt), 30 - 40 % in Krems a. d. Donau (Stadt) und Lienz, 20 - 30 % in Eisenstadt-Umgebung, Neusiedl a.S., Oberwart, Baden, Korneuburg, Tulln und Imst, 10 - 20 % in Wien, Mistelbach, Mödling, Linz-Stadt und Land, Rohrbach, UrfahrUmgebung, Fürstenfeld, Hartberg, Salzburg-Umgebung, Innsbruck (Stadt), Kufstein, Landeck, Reutte, Bludenz und Bregenz. (s. Abb. 9 - 11)

Im Vergleich zu der Altersverteilung bis 1970 haben sich ab dann die Suizidraten der Frauen im Schnitt nur wenig verändert. Bei den Männern hat die Rate im Schnitt in den letzten Jahrzehnten bei den jungen und bei den alten zugenommen. In der Altersgruppe der 20 - 24-jährigen nahm sie von 25,9 auf 39,1 zu, auch in den folgenden Altersgruppen bis 40 Jahre kam es zu einem Anstieg. Die Raten der Männer ab 70 Jahre haben sehr deutlich zugenommen. In der Altersgruppe der 70 74-jährigen von 59,1 auf 79,1 auf 100.000, in der Altersgruppe der 75 - 79-jährigen von 73,1 auf 94,2. Leicht abgenommen hat die Rate der Männer in den Altersgruppen 55 - 59 und 60 - 64. Der Verlauf der Gesamtkurve hat sich bei den Männern von einem annähernd linearen Verlauf in den 60er Jahren, wie er auch für Frauen bis dato zu finden ist, zu einem zweigipfeligen Verlauf mit sehr starkem aber linearem Anstieg ab der Altersgruppe der 60 - 64jährigen in den 80er Jahren verändert. (s. Abb. 12 - 21)

20

3.2 Familienstand und Suizid Tabelle 3: Suizide bezogen auf den Familienstand pro 100.000 Familienstand ledig ledig ab Jahre verheiratet verwitwet geschieden

20

Suizidraten nach Geschlecht zusammen weiblich Männlich 10,6 3,6 17,0 20,1 7,3 31,1 12,3 31,2 61,0

5,7 19,2 26,4

18,7 98,5 120,0

Bezieht man die Suizide auf den Familienstand und berechnet man die Anzahl auf die jeweilige Bevölkerungsgruppe, so zeigt sich (Tab. 3), dass die Ledigen die geringste, die Geschiedenen die höchste Suizidrate haben. Zieht man jedoch von der ersteren Gruppe jene ab, die aufgrund ihres Alters nicht verheiratet sind (0-14jährige) oder nur wie bei den 15-19-jährigen in weniger als ein Prozent, so wird deutlich, dass die Verheirateten die geringste Suizidrate haben, die Rate der Ledigen ist fast doppelt so hoch, die der Verwitweten drei Mal und die der Geschiedenen fünf Mal so hoch. Dieser Effekt wirkt sich bei den Männern noch deutlicher aus als bei den Frauen, deren Suizidrate auch bei den Ledigen noch unter der Rate aller Frauen (8,7) liegt, während nur bei den verheirateten Männern die Rate niedriger ist als die Gesamtrate (26,3).

21

3.3 Alter und Suizid Die Entwicklung der Suizidraten der jungen Menschen zeigt erfreulicherweise nach einem Anstieg bis zu 1981 (bei den 10 - 14-jährigen bereits 1971) durchgehend einen deutlichen Rückgang, wenn auch bei den ganz jungen 10 - 14-jährigen von 1991 1998 wieder ein Anstieg zu verzeichnen ist. Da es sich aber bei dieser Altersgruppe um eine glücklicherweise sehr niedrige Suizidrate handelt, zwischen 0,4 und 2,3, ist hier auch über längere Zeiträume immer mit relativ starken Schwankungen zu rechnen. (Abb. 22-24)

Der Suizid des alten Menschen in Österreich ist, wie aus den Daten hervorgeht, zu einem großen Problem geworden (Abb. 25 - 29). Die Rate der über 85-jährigen Männer liegt fast 140 % über der Rate der Altersgruppe der 60-64-jährigen. Ähnliche Anstiege werden auch in Deutschland, Italien und in den USA beschrieben, während die Raten in Großbritannien z.B. konstant sind. In den Niederlanden allerdings (Hendin 1995) sei die Suizidrate der über 50-jährigen von 1992 - 1994 um über 30% gefallen. Dies ist die Altersgruppe, die bevorzugt aktive Sterbehilfe in Anspruch nimmt. Die Raten für alte Männer in Österreich sind unvergleichlich höher als die für alte Frauen, ein Befund, der auch in den meisten anderen Ländern gilt. Für die Planung der Suizidprävention ist es eine vorrangige Aufgabe Konzepte zu erarbeiten, wie alte Menschen und insbesondere alte Männer von suizidpräventiven Aktivitäten angesprochen und erreicht werden können.

22

3.4 Suizidmethoden s. Tab. 4: (Selbstmorde nach der Art des Geschehens (nach Geschlecht gegliedert) und Abb. 30 - 36 Die Verteilung der Suizidmethoden hat sich in Österreich in den letzten Jahrzehnten verändert. Bei Männern machte beispielsweise das Erhängen 1960 noch 60,5 % aller Suizide aus und nimmt seit Ende der 60er Jahre langsam ab, erreicht 1990 und 1995 lediglich 45,6 %. Bei den Frauen ist bei dieser Methode kein einheitlicher Trend auszumachen, die Schwankungen sind deutlich größer. Vergiftungen (mit festen und flüssigen Stoffen) haben bei den Frauen langsam zugenommen, als mit der Entgiftung von Koch- und Leuchtgas die Häufigkeit dieses Suizidmittels abnahm, ohne dass die Vergiftungen den Leuchtgassuizid ganz ersetzt hätten. Ein Gipfel der Vergiftungen bei den Frauen findet sich 1977 mit 31,7 % und nimmt seither kontinuierlich ab. Während bei den Männern die oben beschriebene häufigste Suizidmethode das Erhängen abnahm, hat der Sturz aus der Höhe zugenommen.

Auch hier gibt es offensichtlich starke regionale Unterschiede: Während z.B. das Erhängen bei oberösterreichischen Männern 55,5 % aller Suizide ausmacht, steht dem in Wien ein Prozentsatz von 32,1 % gegenüber, während das Vergiften bei Männern in Wien mit 20,4 % weitaus häufiger als in Oberösterreich mit 4,9 % an den Suiziden beteiligt ist. Bei den Frauen ist die Verteilung in Oberösterreich ähnlich der der Suizide bei Männern (43,5 % Erhängen und 13,1 % Vergiften), in Wien überwiegt Vergiften mit 41,3 % gefolgt von Sprung aus der Höhe mit 25,4 % und Erhängen mit 22,7 %. (Etzersdorfer, 1992) Auch daraus läßt sich die Notwendigkeit der Untersuchung kleinerer Bevölkerungseinheiten ableiten.

23

109

Tab 1: Mittlere Suizidrate von 23 Ländern nach Altersgruppen von 1990 - 1994 (MÄNNER) Alter Stelle 15 - 24 Jahre 1. Finnland 41,4 2. Neuseeland 39,0 3. Schweiz 25,8 4. Australien 25,7 5. Kanada 25,2 6. Norwegen 24,9 7. Österreich 24,3 8. USA 21,9 9. Ungarn 20,1 10. Schottland 19.0 11. Irland 18,3 12. Nordirland 17,6 13. Belgien 15,7 14. Frankreich 15,3

25-34 Jahre Finnland 60,7 Ungarn 54,4

35 - 44 Jahre Ungarn 82,0 Finnland 67,8

Altersgruppen 45-54 Jahre 55-64 Jahre Ungarn 95,1 Ungarn 84,6 Finnland 64,1 Finnland 57,3

Schweiz 32,7 Frankreich 40,1 Dänemark 47,5 Neuseeland Dänemark 38,1 Österreich 32,0 41,5 Frankreich 32,0 Österreich Frankreich 40,1 37,2 Belgien 30,5 Belgien 35,6 Schweiz 39,8 Schweiz 33,0 Belgien 36,2 Österreich 30,3 Australien 29,0 Schweden 29,3 Schweden 31,9 Kanada 29,0 Kanada 27,3 Deutschland 31,1 Irland 27,1 Norwegen 26,9 Norwegen 28,8 Dänemark 26,4 Schottland 26,2 Kanada 25,6 Norwegen 26,1 Deutschland Schottland 24,2 26,0 Schottland 26,1 Australien 25,2 Australien 24,2 USA 24,6 Neuseeland Neuseeland 23,9 24,2 Schweden 23,9 USA 23,5 USA 23,1

15. Deutschland 14,0 16. Schweden 13,4 Nordirland 22,4 Irland 22,9 17. Dänemark 13,0 Deutschland Niederlande

Irland 19,6 Niederlande

65-74 Jahre Ungarn 92,5 Österreich 61,1

75 Jahre + Ungarn 183,0 Österreich 118,0

Österreich 46,7 Dänemark 42,6

Belgien 50,4 Schweiz 47,4

Frankreich 103,0 Belgien 98,6

Schweiz 41,9

Frankreich 47,1

Schweiz 89,8

Belgien 38,9 Frankreich 38,1

Dänemark 46,4 Finnland 45,9

Deutschland 86,1 Dänemark 74,9

Deutschland 32,2 Deutschland 35,9 Finnland 71,9 Schweden 30,7 Schweden 33,7 Portugal 59,1 Norwegen 28,8 Irland 25,9 USA 25,0

USA 30,9 Norwegen 30,7 Portugal 30,1

USA 55,4 Schweden 51,9 Spanien 47,8

Kanada 24,2 Neuseeland 23,2

Australien 24,4 Spanien 23,2

Italien 44,3 Niederlande 35,4

Australien 22,9

Italien 22,9

Australien 32,8

Portugal 21,5 Kanada 22,1 Niederlande 18,6 Neuseeland 21,2

Norwegen 31,8 Neuseeland 29,8

18. 19. 20. 21.

21,3 England 11,1 England* 16,3 Niederlande 9,3 Niederlande 15,9 Spanien 7,0 Portugal 13,2 Italien 6,1 Spanien 10,6 *

22. Portugal 5,8 Italien 10,3 23. Griechenland Griechenland 4,0 5,6 Quelle: Crisis 1999, Vol 20/2 p.54

*

17,7 16,7 * England 17,4 England* 16,2 Schottland 18,1 Nordirland 15,5 Nordirland 15,1 Nordirland 17,4

Niederlande 19,7 Kanada 28,9 Irland 18,3 England* 17,1

Portugal 11,8 Italien 10.6

Portugal 14,6 Italien 12,6

Spanien 17,4 Italien 17,1

Schottland 14,3 Nordirland 12,8

Spanien 9,4 Griechenland 5,9

Spanien 11,9 Griechenland 6,7

England* 12,8 England* 11,9 Griechenland 7,8 Griechenland 10,1

Schottland 16,0 Griechenland 15,8 Irland 13,8 Nordirland 13,3

England inkl. Wales 25

Tab 2: Mittlere Suizidrate von 23 Ländern nach Altersgruppen von 1990 - 1994 (FRAUEN) Alter Stelle 1. 2. 3. 4. 5.

Altersgruppen 15 - 24 Jahre 25-34 Jahre 35 - 44 Jahre 45-54 Jahre 55-64 Jahre Finnland 7,5 Finnland 12,0 Ungarn 20,3 Ungarn 26,5 Dänemark 28,5 Finnland 17,4 Dänemark 25,5 Ungarn 28,0 Österreich 6,2 Belgien 11,8 Ungarn 6,2 Ungarn 11,6 Dänemark 15,7 Finnland 20,4 Belgien 17,9 Neuseeland 6,2 Schweden 10,1 Belgien 14,5 Belgien 18,2 Frankreich 17,6 Schweden 5,9 Schweiz 9,0 Schweiz 13,5 Finnland 17,5 Österreich 17,1 6. Schweiz 5,8 Frankreich 9,0 Frankreich 13,0 Schweiz 16,7 Österreich 17,4 7. Norwegen 5,5 Schottland 8,3 Österreich Frankreich 16,5 Schweiz 17,0 12,1 8. Australien 5,1 Österreich 8,0 Schweden 11,8 Schweden 15,0 Schweden 15,4 9. Belgien 5,1 Dänemark 7,7 Norwegen 9,8 Deutschland Deutschland 12,9 12,1 10. Kanada 4,9 Neuseeland 7,3 Niederlande 9,6 Norwegen 11,5 Norwegen 12,0 11. Frankreich 4,5 Niederlande 7,2 Kanada 8,1 Niederlande 9,5 Niederlande 10,9 12. USA 3,8 Norwegen 7,1 Deutschland 7,7 Nordirland 9,4 Neuseeland 7,7 13. Niederlande 3,7 Irland 6,7 Neuseeland 6,9 Neuseeland 8,9 Irland 7,7 14. Schottland 3,7 Australien 6,6 Schottland 6,8 Kanada 8,1 Australien 6,9 15. Deutschland 3,5 Kanada 6,4 Nordirland 6,8 USA 7,3 USA 6,8 16. Dänemark 3,3 Deutschland 5,7 Australien 6,6 Schottland 7,2 Italien 6,8 17. Irland 2,5 USA 5,3 USA 6,6 Australien 7,0 Schottland 6,7 18. Nordirland 2,4 Nordirland 3,9 Irland 4,8 Irland 6,8 Kanada 6,4 * 19. Portugal 2,2 Portugal 3,5 England 3,9 Portugal 5,0 Portugal 6,2 20. England* 2,1 England* 3,5 Italien 3,9 Italien 4,9 Spanien 6,0 * 21. Italien 1,8 Italien 2,9 Portugal 3,8 England 4,7 Nordirland 4,8

*

65-74 Jahre Ungarn 37,6 Dänemark 31,5 Belgien 23,5 Schweiz 19,8 Österreich 18,5

75 Jahre + Ungarn 67,3 Dänemark 30,2 Österreich 28,5 Deutschland 26,4 Frankreich 25,3

Frankreich 17,9 Belgien 24,2 Deutschland 16,7 Schweiz 23,0 Schweden 13,5 Finnland 13,3

Schweden 14,2 Portugal 12,2

Norwegen 12,4 Niederlande 10,4 Spanien 8,8 Portugal 8,1 Italien 8,0 Neuseeland 6,6 Australien 6,6 Irland 6,4 Schottland 6,4 USA 6,2 Kanada 6,1 England* 5,2

Niederlande 12,1 Spanien 11,9 Finnland 9,6 Italien 9,3 Norwegen 9,2 Australien 8,0 Schottland 6,0 USA 6,0 England* 5,9 Kanada 4,7 Neuseeland 4,3 Griechenland 3,4

England inkl. Wales 26

22. Spanien 1,7 Spanien 2,6 23. Griechenland Griechenland 0,7 1,4 Quelle: Crisis 1999, Vol 20/2 p.54

Spanien 3,0 Griechenland 1,3

Spanien 3,9 Griechenland 2,3

England* 4,7 Nordirland 3,9 Irland 3,0 Griechenland 2,4 Griechenland 2,8 Nordirland 2,5

27

Tab. 4: Selbstmorde nach Art des Geschehens (nach Geschlecht gegliedert ) Selbstmord durch E 950 Vergiftung mit festen oder flüssigen Stoffen E 951 Vergiftung mit im Haushalt verwendeten Gasen E 952 Vergiftung mit sonstigen Gasen (Abgase) E 953 Erhängen, Erdrosseln E 954 Ertrinken E 955 Feuerwaffen und Explosivstoffe E 956 schneidende und stechende Gegenstände E 957 Sturz aus der Höhe E 958 nicht näher bez. Art E959 – „ Insgesamt

Selbstmord durch E 950 Vergiftung mit festen oder flüssigen Stoffen E 951 Vergiftung mit im Haushalt verwendeten Gasen E 952 Vergiftung mit sonstigen Gasen (Abgase) E 953 Erhängen, Erdrosseln E 954 Ertrinken E 955 Feuerwaffen und Explosivstoffe E 956 schneidende und stechende Gegenstände E 957 Sturz aus der Höhe E 958 nicht näher bez. Art E959 – „ Insgesamt

1978 m w

1979 m w

1980 m w

1981 m w

1982 m w

1983 m w

1984 m w

1985 m w

1986 m w

1987 m w

137

162

105

153

133

162

129

154

119

152

119

138

108

160

115

158

133

159

115

149

3

1

3

2

-

1

2

-

2

-

-

-

-

1

2

-

1

-

1

-

57

17

75

11

86

12

91

15

119

11

105

10

107

16

139

25

140

23

124

14

712

209

708

224

719

235

752

219

762

224

704

243

711

187

686

226

698

230

675

232

24

58

33

68

34

51

36

66

46

64

50

65

48

80

36

69

34

68

45

70

222

17

246

11

226

10

272

13

279

15

269

15

255

22

272

8

295

10

286

13

16

8

24

12

21

10

24

9

26

5

25

11

33

12

18

12

23

13

29

9

63

73

69

67

62

80

74

81

65

66

87

90

85

73

104

89

94

85

82

86

60

23

38

34

61

29

57

38

81

34

71

39

95

35

95

37

93

40

88

51

1294

568

1301

582

1342

590

1437

595

1499

571

1430

611

1442

586

1467

624

1511

628

1445

624

w

1992 m

w

1993 m

1988 m

w

1989 m

w

1990 m

w

1991 m

w

1994 m

w

1995 m

w

1996 m

w

112

134

98

132

74

121

84

100

69

69

69

104

62

96

73

66

85

85

-

1

-

2

-

-

1

-

1

-

1

-

1

-

2

-

-

-

85

19

87

19

83

7

54

13

61

8

58

8

44

8

64

7

39

4

648

172

623

212

586

192

622

158

614

178

605

155

610

175

608

164

652

152

31

50

44

67

27

66

27

39

32

48

23

53

38

57

32

57

28

52

271

18

264

19

306

15

313

15

293

20

274

14

304

22

320

11

319

19

19

8

28

12

25

9

36

10

25

12

37

12

33

11

28

11

26

10

76

88

99

76

95

87

84

90

103

91

89

64

90

79

102

91

84

77

80

39

70

46

88

44

78

45

84

51

88

50

103

43

104

48

103

44

1322

529

1313

585

1284

541

1299

470

1282

477

1244

460

1285

491

1333

455

1136

443

28

Abb. 1 Entwicklung der Suizide in Österreich (jährliche absolute Zahlen, Gesamt, 1819-1998) 5000

4000

3000

2000

1000

0 1820

1825

1830

1835

1840

1845

1850

1855

1860

1865

1870

1875

1880

1885

1890

1895

1900

1905

1910

1915

1920

1925

1930

1935

1940

1945

1950

1955

1960

1965

1970

1975

1980

1985

1990

1995

29

Abb. 2: Entwicklung der Suizide in Österreich (jährliche absolute Zahlen, nach Geschlecht, 1913-1998, lückenhaft) 3000

2000

1000

Männer 0 1910

Frauen 1915

1920

1925

1930

1935

1940

1945

1950

1955

1960

1965

1970

1975

1980

1985

1990

1995

30

Abb. 2a: Jährliche Zahl der Suizide in Wien (1853-1998)

Suizide in Wien (1853-1998) 2000

1750

1500

1250

1000

750

500 Gesamt 250 Männer 0

Frauen 1860

1870

1880

1890

1900

1910

1920

1930

1940

1950

1960

1970

1980

1990

Grafik: Martin Voracek

31

Abb. 6: Suizidraten (gerundet) Gesamt 1998 nach Bundesländern 30

24

23

20

21

20

19

19 17

17 16 12

10

0 Stmk

Sbg

K





Ö-Gesamt

W

T

B

V

Abb. 7: Suizidraten (gerundet) der Frauen 1998 nach Bundesländern 15 14

12 11 10 9

9

9

9 8 6

5

3

0 Sbg

K

Stmk

T

Ö-Gesamt

W





V

B

Abb. 8: Suizidraten (gerundet) der Männer 1998 nach Bundesländern 40 37 32

30

31

31

30

30

29 26 25

20 19

10

0 Stmk



Sbg



K

Ö-Gesamt

B

W

T

V

32

Abb. 12: Suizidraten 1998 nach Altersgruppen und Geschlecht – Österreich 200

150

100

50

Frauen Männer

0

Gesamt -4

5-9

10-14

15-19

20-24

25-29

30-34

35-39

40-44

45-49

50-54

55-59

60-64

65-69

70-74

75-79

80-84

85-89

90+

Altersgruppe

Abb. 13: Suizidraten 1998 nach Altersgruppen und Geschlecht – Burgenland 250

200

150

100

Frauen

50

Männer Gesamt

0 -4

5-9

10-14

15-19

20-24

25-29

30-34

35-39

40-44

45-49

50-54

55-59

60-64

65-69

70-74

75-79

80-84

85-89

90+

Altersgruppe

33

Abb. 14: Suizidraten 1998 nach Altersgruppen und Geschlecht – Kärnten 200

150

100

50

Frauen Männer

0

Gesamt -4

5-9

10-14

15-19

20-24

25-29

30-34

35-39

40-44

45-49

50-54

55-59

60-64

65-69

70-74

75-79

80-84

85-89

90+

Altersgruppe

Abb. 15: Suizidraten 1998 nach Altersgruppen und Geschlecht – Niederösterreich 200

150

100

50

Frauen Männer

0

Gesamt -4

5-9

10-14

15-19

20-24

25-29

30-34

35-39

40-44

45-49

50-54

55-59

60-64

65-69

70-74

75-79

80-84

85-89

90+

Altersgruppe

34

Abb. 16: Suizidraten 1998 nach Altersgruppen und Geschlecht – Oberösterreich 450 400 350 300 250 200 150 100

Frauen

50

Männer Gesamt

0 -4

5-9

10-14

15-19

20-24

25-29

30-34

35-39

40-44

45-49

50-54

55-59

60-64

65-69

70-74

75-79

80-84

85-89

90+

Altersgruppe

Abb. 17: Suizidraten 1998 nach Altersgruppen und Geschlecht – Salzburg 300

250

200

150

100 Frauen 50 Männer 0

Gesamt -4

5-9

10-14

15-19

20-24

25-29

30-34

35-39

40-44

45-49

50-54

55-59

60-64

65-69

70-74

75-79

80-84

85-89

90+

Altersgruppe

35

Abb. 18: Suizidraten 1998 nach Altersgruppen und Geschlecht – Steiermark 350

300

250

200

150

100 Frauen 50

Männer Gesamt

0 -4

5-9

10-14

15-19

20-24

25-29

30-34

35-39

40-44

45-49

50-54

55-59

60-64

65-69

70-74

75-79

80-84

85-89

90+

Altersgruppe

Abb. 19: Suizidraten 1998 nach Altersgruppen und Geschlecht – Tirol 200

150

100

50

Frauen Männer

0

Gesamt -4

5-9

10-14

15-19

20-24

25-29

30-34

35-39

40-44

45-49

50-54

55-59

60-64

65-69

70-74

75-79

80-84

85-89

90+

Altersgruppe

36

Abb. 20: Suizidraten 1998 nach Altersgruppen und Geschlecht – Vorarlberg 100

50

Frauen Männer 0

Gesamt -4

5-9

10-14

15-19

20-24

25-29

30-34

35-39

40-44

45-49

50-54

55-59

60-64

65-69

70-74

75-79

80-84

85-89

90+

Altersgruppe

Abb. 21: Suizidraten 1998 nach Altersgruppen und Geschlecht – Wien 150

100

50 Frauen Männer 0

Gesamt -4

5-9

10-14

15-19

20-24

25-29

30-34

35-39

40-44

45-49

50-54

55-59

60-64

65-69

70-74

75-79

80-84

85-89

90+

Altersgruppe

37

Abb. 22: Entwicklung der Suizidraten der 10-14jährigen (Österreich) 4

3

2

1 Männer Frauen Gesamt

0 1961

1971

1981

1991

1998

Abb. 23: Entwicklung der Suizidraten der 15-19jährigen (Österreich) 30

20

10

Männer Frauen 0 1961

Gesamt 1971

1981

1991

1998

38

Abb. 26: Entwicklung der Suizidraten der 74-79jährigen (Österreich) 120

100

80

60

40

Männer 20 Frauen 0 1961

Gesamt 1971

1981

1991

1998

Abb. 27: Entwicklung der Suizidraten der 80-84jährigen (Österreich) 180 160 140 120 100 80 60 40

Männer

20

Frauen Gesamt

0 1961

1971

1981

1991

1998

39

Abb. 28: Entwicklung der Suizidraten der 85-89jährigen (Österreich) à ACHTUNG: in den ÖSTAT-Daten (Excel-Files) gibt es Wechsel der Altersgruppenkategorisierung; die folgende Grafik enthält daher für 1961 und 1971 die Suizidraten der über 85jährigen, für 1981, 1991 sowie 1998 die Suizidraten der 8589jährigen

140

120

100

80

60

40 Männer 20

Frauen

0 1961

Gesamt 1971

1981

1991

1998

Abb. 29: Entwicklung der Suizidraten der über 90jährigen (Österreich) à ACHTUNG: die Suizidraten der über 90jährigen liegen erst mit 1981 vor

300

200

100

Männer Frauen 0 1961

Gesamt 1971

1981

1991

1998

40

Abb. 30: Suizidmethoden 1998 (Wien, Gesamt, n= 273) Legende jeweils: a ... Vergiftung mit festen und flüssigen Stoffen b ... Vergiftung mit im Haushalt verwendeten Gasen c ... Vergiftung mit sonstigen Gasen d ... Erhängen, Erdrosseln und Ersticken e ... Ertrinken f ... Feuerwaffen und Explosivstoffe

g h i j k

Schneidende und stechende Gegenstände Sturz aus der Höhe Überfahrenlassen Elektrischer Strom Sonstige und nicht näher bezeichnete Art und Weise

a k ,7% i 4,8% h

11,7% b ,4% c 1,5%

23,1%

g 4,0% f 21,2%

d 30,8%

e 1,8%

41

Abb. 31: Suizidmethoden 1998 (Wien, Männer, n = 199)

a 8,0%

k

b

1,0%

,5%

i

c

6,0%

1,5%

h 16,1% g

d

4,5%

35,7%

f e

25,6%

1,0%

Abb. 33: Suizidmethoden 1998 (Wien, Frauen, n = 74) i 1,4%

a 21,6%

h 41,9%

c 1,4%

d 17,6%

g 2,7%

e 4,1% f 9,5%

42

Abb. 34: Anteile der Suizidmethoden im Zeitraum 1978-96 (Österreich, Gesamt n = 36.210)

E 958/959 6,4% E 957 8,7% E 956 1,9%

E 950 12,1% E 951 ,1% E 952 4,9%

E 955 15,4%

E 954 5,0%

E 953 45,5%

Legende jeweils: E 950 ... Vergiftung mit festen und flüssigen Stoffen E 951 ... Vergiftung mit im Haushalt verwendeten Gasen E 952 ... Vergiftung mit sonstigen Gasen (Abgase) E 953 ... Erhängen, Erdrosseln, Ersticken E 954 ... Ertrinken E 955 ... Feuerwaffen und Explosivstoffe E 956 ... Schneidende und stechende Gegenstände E 957 ... Sturz aus der Höhe E 958/959 ... nicht näher bezeichnete Art

43

Abb. 35: Anteile der Suizidmethoden im Zeitraum 1978-96 (Österreich, Männer, n = 25.796)

E 958/959 6,0% E 957 6,2% E 956 1,9%

E 950 7,5% E 951 ,1% E 952 6,0%

E 955 20,5%

E 954 2,6%

E 953 49,2%

Abb. 36: Anteile der Suizidmethoden im Zeitraum 1978-96 (Österreich, Frauen, n = 10.414)

E 958/959 7,4% E 957 14,7% E 956 1,9% E 955

E 950 23,6% E 951 ,1% E 952 2,2%

2,8% E 954 11,0% E 953 36,4%

44

3.5. Jährliche Suizidprävalenz in Österreich 1970-2001 nach Männern und Frauen 1600 1400 1200 1000

800

600

Count

400

Geschlecht

200

Männer Frauen

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

2000

Sterbejahr

Jährliche Suizidprävalenz Ö 1970-2001, nach Geschlecht. Die jährlichen Anzahl der Suizide über die letzten 32 Jahre hat bis 1986 eine deutliche Steigerung, ab da eine noch deutlicheren Abfall insofern erfahren als in den letzten 3 Jahren die Prävalenz so niedrig ist wie vor dem Jahre 1913. (Im Jahr 1970 insgesamt 1789, Männer 1232 und Frauen 557 Genderrate 1:2,2, Spitzenwert 1986 insgesamt 2139, Männer 1511, Frauen 628 Genderrate 1:2,4, im Jahre 2001 insgesamt 1489 Männer 1081, Frauen 408 Relation 2,6). Da in dem Untersuchungszeitraum die Bevölkerung um fast 1.0000000 angestiegen ist, wird dieser Rückgang noch deutlicher, wenn wir die Suizidraten betrachten, also das Verhältnis der Anzahl der Suizide auf 100.000 der jeweiligen Bevölkerungsgruppe.

Die Suizidraten stiegen seit 1947 bis 1986 von 20 auf 28,3 an, um dann bis 2001 um 36 % auf 18,2 zurückzugehen.

Das Geschlechtsdifferential vergrößert sich in dem untersuchten Zeitraum mit ansteigenden Suizidraten und verkleinert sich mit deren Rückgang. Substantielle Veränderungen innerhalb der untersuchten 3 Dezennien 1970 bis 1979, 8 0-98 und 90-99 sind über das oben Gesagte hinausgehend nicht vorhanden.

45

Abb. Suizidraten in Österreich auf 100.000 Einwohner (1913-2001) (für Jahre ohne Balken sind keine Daten verfügbar) 2001

18,2 19,4 19 19 19,4

1999 1997

21,8 22 21,8 21,3 22,2 22,6 23,6 24,9 24,4

1995 1993 1991 1989 1987

27,3 28,3 27,7

1985 26

1983

27 27,6 27,1 25,7 24,9 24,6 24,1 22,5 24,1 23,8 21,9 23,4 22,7 24,2 22,3 22 22,4 23,1 22,8 22,8 21,7 22 22 23 25 23 24 23 23 23 23 23 23 24 24 22

1981 1979 1977 1975 1973 1971 1969 1967 1965 1963 1961 1959 1957 1955 1953 1951 1949 1947

20 20

1945 1943 1941 1939

35,7 44,2

1937

37,9 39,9

1935

37,1 39,2

1933

42,3 44,2

1931

40,8 38,3

1929

36,4 36

1927

32,6 23,2

1925

32,3 31

1923

28,8

1921

21 22,4 23,9

1919 1917 1915

46

1913

28 0

5

10

15

20

25

30

35

40

45

50

Suizide in Österreich 1913-2001 Jahr 1913 1914 1915 1916 1917 1918 1919 1920 1921 1922 1923 1924 1925 1926 1927 1928 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949 1950 1951 1952 1953 1954 1955 1956

Zusammen 1.898 1.778 1.521 1.450 1.264 1.121 1.535 1.443 1.363 1.882 2.034 2.129 2.193 2.162 2.393 2.428 2.557 2.738 2.975 2.856 2.651 2.506 2.696 2.557 2.983 2.376 2.044 1.970 1.795 1.595 1.652 4.678 1.429 1.414 1.579 1.693 1.645 1.572 1.579 1.628 1.611 1.629 1.594

Männlich 1.439 1.342 1.076 963 846 756 1.052 970 930

Weiblich 459 436 445 487 418 365 483 473 433

Genderrelation 3 3 2 2 2 2 2 2 2

1.529 1.541 1.667 1.660 1.709 1.843

664 621 726 768 848 895

2 2 2 2 2 2

1.985 1.554 1.312 1.104 1.003 890 892 2.644 912 925 1.023 1.095 1.100 1.044 988 1.058 1.073 1.069 1.054

998 822 732 866 792 705 760 2.034 517 498 556 598 545 528 591 570 538 560 540

2 2 2 1 1 1 1 1 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 47

1957 1958 1959 1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

1.675 1.639 1.749 1.629 1.547 1.598 1.553 1.645 1.651 1.684 1.640 1.612 1.645 1.789 1.694 1.745 1.651 1.784 1.813 1.704 1.827 1.862 1.882 1.932 2.032 2.070 2.041 2.028 2.091 2.139 2.069 1.851 1.898 1.825 1.769 1.759 1.704 1.776 1.788 1.779 1.592 1.559 1.555 1.588 1.489

1.114 1.082 1.176 1.072 1.033 1.095 1.039 1.119 1.084 1.121 1.117 1.113 1.081 1.232 1.111 1.170 1.111 1.205 1.259 1.172 1.234 1.294 1.301 1.342 1.437 1.449 1.430 1.442 1.467 1.511 1.445 1.322 1.313 1.284 1.299 1.282 1.244 1.285 1.333 1.336 1.175 1.177 1.126 1.156 1.081

561 557 573 557 514 503 514 526 567 563 523 499 564 557 583 575 540 579 554 532 593 568 582 590 595 571 611 586 624 628 624 529 585 541 470 477 460 491 455 443 417 382 429 432 408

2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 3 2 2 2 2 2 2 2 2 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3

48

Anhand dieser Tabelle, die die Suizidzahlen (soweit vorhanden) seit 1913 und die gerundete Relation der Anzahl männlicher zu den weiblichen Suiziden zeigt, wird deutlich, dass sich mit dem 1. Weltkrieg die Relation der Suizide von Männern und Frauen von 3 auf 2 verringert, ein Wert der bis 1940 gehalten wird, dann jedoch bis Ende des 2. Weltkriegs 1945 nahezu 1 zu 1 ist (zwischen 1,29 und 1,17) und erst dann wiederum auf 2 ansteigt, um im letzten Dezennium des vorigen Jahrhunderts (ab 1991) wieder (wie 1913 und 1914) auf 3 anzusteigen. Der Rückgang der Suizide seit 1986 ist somit in höherem Maße auf einen Rückgang der weiblichen Suizide zurückzuführen (bis zum Jahre 2001um 35 %) während die männlichen Suizide nur um 28 % zurückgingen.

Geschlechtsbezogener Quotient der Suizidraten (Ö, 1990er) 6

5

4

Value M_TO_F90

3

2

1

0 0-4

5-9

10-14

15-19

20-24

25-29

30-34

35-39

40-44

45-49

50-54

55-59

60-64

65-69

70-74

75-79

80-84

85-89

90+

Altersgruppen

Betrachtet man jedoch die Relation der männlichen und weiblichen Suizidraten nach dem Alter aufgeschlüsselt, so zeigt sich über die drei letzten Jahrzehnte das deutliche Überwiegen der männlichen Raten bei den ganz jungen (15-29 jährigen) und den (ganz) Alten (75-84 jährigen, noch deutlicher jedoch 85 Jahre und darüber), wenn von diesen Altersgruppen der Quotient jenen der mittleren Altersgruppen um bis zu das doppelte übersteigt. Dieses Phänomen ist im letzten Dezennium besonders deutlich ausgeprägt, hat sich also über die letzten 30 Jahre deutlich verstärkt.

49

Geschlechtsbezogener Quotient der Suizidraten (Ö, 1980er) 6,0

5,0

4,0

Value M_TO_F80

3,0

2,0

1,0

0,0 0-4

5-9

10-14

15-19

20-24

25-29

30-34

35-39

40-44

45-49

50-54

55-59

60-64

65-69

70-74

75-79

80-84

85-89

90+

Altersgruppen

Geschlechtsbezogener Quotient der Suizidraten (Ö, 1970er)

6

5

4

Value M_TO_F70

3

2

1

0 0-4

5-9

10-14

15-19

20-24

25-29

30-34

35-39

40-44

45-49

50-54

55-59

60-64

65-69

70-74

75-79

80-84

85-89

Altersgruppen

Mittlere Suizidraten (1970-2001)

175

150

125

100

75

50

Value

25

R70_M

0

R70_F

0-4

5-9

10-14

15-19

20-24

25-29

30-34

35-39

40-44

45-49

50-54

55-59

60-64

65-69

70-74

75-79

80-84

85-89

Altersgruppen

Mittlere Suizidrate 1970-79, nach Geschlecht und Altersgruppen. Bezugsgröße = Bevölkerungsfortschreibung von 1975. 50

Die mittlere Suizidrate der ersten 10 Jahre des Untersuchungszeitraums zeigt deutlich ein mit dem Alter zunehmendes Auseinanderklaffen der männlichen und weiblichen Suizidraten, wobei ein Vorgipfel bereits bei den 55-50-jährigen Männern sichtbar ist, der wiederum das bereits im Jahresgang beschriebene Phänomen des überproportionalen Anstiegs der männlichen Suizide bei genereller Erhöhung erkennen lässt. 175

150

125

100

75

50

Value

25

R80_M R80_F

0 0-4

5-9

10-14

15-19

20-24

25-29

30-34

35-39

40-44

45-49

50-54

55-59

60-64

65-69

70-74

75-79

80-84

85-89

90+

Altersgruppen

Mittlere Suizidrate 1980-89, nach Geschlecht und Altersgruppen. Bezugsgröße = Bevölkerungsfortschreibung von 1985. Bei den Männern zeigt das 2. Dezennium einen Trog der 60-64-jährigen, anschließend etwas höhere Werte als im vorhergehenden Dezennium jedoch bei den 85-89-jährigen keinen so rapiden Anstieg und eine fast gleich hohe Rate der 90-jähringen und darüber. Diese letztere Altersgruppe wird erst ab 1981 statistisch ausgewiesen. Bei den Frauen findet sich bei einer konstanten Rate ab 70-74 für die Altersgruppe 90 und darüber sogar ein kleiner Rückgang.

175

150

125

100

75

50

Value

25

R90_M R90_F

0 0-4

5-9

10-14

15-19

20-24

25-29

30-34

35-39

40-44

45-49

50-54

55-59

60-64

65-69

70-74

75-79

80-84

85-89

90+

Altersgruppen

Mittlere Suizidrate 1990-99, nach Geschlecht und Altersgruppen. Bezugsgröße = Bevölkerungsfortschreibung von 1995.

51

Das 3. Dezennium zeigt generell niedrigere Raten, wobei diese bei den Männern ab 20-24 bis zu den 70-74-jährigen relativ konstant sind und erst ab der Gruppe der 75-79-jährigen steil ansteigt um erst bei den um 10 Jahre und darüber älteren ziemlich gleich zu bleiben. Bei den Frauen findet sich generell nur ein sehr langsamer und (fast) kontinuierlicher Anstieg.

Während die jährliche Suizidprävalenz in Gesamtösterreich den bereits beschriebenen relativ glatten Verlauf zeigt, gibt es bei den Bundesländern einige Unterschiede. Bevölkerungsmäßig kleine Bundesländer haben für einzelne Jahre deutlichere Schwankungen in der Geschlechterrelation.

3.6 Gender und Suizid

Tabelle 5: Genderrelation 1970 1980 1990 2000 2001

1:2,2 1:2,3 1:2,4 1:2,7 1:2,5

Genderraten 2,21 2,27 2,37 2,68 2,65

Die Genderrelation nimmt über die letzten 30 Jahre langsam zu, was bei der Relation der jeweiligen Suizidraten noch deutlicher hervorkommt. In Wien, dem Bundesland mit dem stärksten Rückgang der Suizidraten seit 1986 (um 46 % von 30,6 auf 16,6, in Absolutzahlen von 461 (Männer 273, Frauen 188 Genderrelation 1,5) im Jahr 1986 auf 268 (110 Frauen und 158 Männer im Jahr 2001, Genderrelation 1,4) ist der Unterschied der weiblichen Suizide zu den männlichen wesentlich geringer ist als in den anderen Bundesländern und in Gesamtösterreich und sich insbesondere in den letzten 3 Jahren (wieder) noch weiter annähert.

Jährliche Suizidprävalenz 1970-2001, nach Geschlecht. Einzelne Bundesländer.

52

BUNDLAND:

1 Burgenland

70

60

50

40

30

Count

20

Geschlecht

10

Männer

0

Frauen

1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

2000

Sterbejahr

BUNDLAND:

2 Kärnten

160 140 120 100 80 60

Geschlecht

Count

40

Männer

20

Frauen

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

2000

Sterbejahr

BUNDLAND:

3 Niederösterreich

400

300

200

Geschlecht

Count

100

Männer 0

Frauen

1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

2000

Sterbejahr

BUNDLAND:

4 Oberösterreich

300

200

100

Count

Geschlecht Männer 0

Frauen

1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

2000

Sterbejahr

53

BUNDLAND:

5 Salzburg

120

100

80

60

40

Geschlecht Count

20

Männer

0

Frauen

1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

2000

Sterbejahr

BUNDLAND:

6 Steiermark

400

300

200

Geschlecht

100

Count

Männer Frauen

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

2000

Sterbejahr

BUNDLAND:

7 Tirol

140

120

100

80

60

Count

40

Geschlecht

20

Männer

0

Frauen

1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

2000

Sterbejahr

BUNDLAND:

8 Vorarlberg

70

60

50

40

30

Count

20

Geschlecht

10

Männer

0

Frauen

1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

2000

Sterbejahr

54

BUNDLAND:

9 Wien

300

200

100

Count

Geschlecht Männer Frauen

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

2000

Sterbejahr

Kumulative Suizidprävalenz Ö 1970-2001, nach Geschlecht und Altersgruppen. 4000

3000

2000

Geschlecht

Count

1000

Männer Frauen

0 5-9 J.

15-19 J. 10-14 J.

25-29 J. 20-24 J.

35-39 J. 30-34 J.

45-49 J. 40-44 J.

55-59 J. 50-54 J.

65-69 J. 60-64 J.

75-79 J. 70-74 J.

85-89 J. 80-84 J.

90+ J.

Altersgruppen

Betrachtet man die kumulative Suizidprävalenz über die letzten 32 Jahre, so zeigt sich, dass die größte Differenz zwischen weiblichen und männlichen Suiziden in der Altersgruppe der 20-24-jähringen besteht und ab da kontinuierlich abnimmt. Diese Abnahme geht in Wien sogar so weit, dass ab der Altersgruppe der 70-74-jährigen die Anzahl der weiblichen Suizide jene der Männer leicht aber kontinuierlich bis zur Gruppe der 90-jährigen und darüber übersteigt (!), eine Phänomen, das bei Aufschlüsselung auf drei Dekaden über den gesamten Zeitraum, in der dritten Dekade jedoch auf die beiden letzten Altersgruppen alleine beschränkt ist und in Salzburg und Tirol zwischen 1980 und 1989 in der letzten Altersgruppe (90 und darüber) erstmals auftritt. Kumulative Suizidprävalenz der einzelnen Bundesländer (1970-2001) nach Geschlecht und Altersgruppen

55

BUNDLAND:

1 Burgenland

200

100

Count

Geschlecht Männer 0

Frauen

5-9 J.

10-14 J.

15-19 J. 20-24 J.

25-29 J. 30-34 J. 35-39 J.

40-44 J. 45-49 J.

50-54 J. 55-59 J.

60-64 J. 65-69 J. 70-74 J.

75-79 J. 80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

2 Kärnten

400

300

200

Geschlecht

Count

100

Männer Frauen

0 5-9 J.

10-14 J.

15-19 J. 20-24 J.

25-29 J. 30-34 J. 35-39 J.

40-44 J. 45-49 J.

50-54 J. 55-59 J.

60-64 J. 65-69 J. 70-74 J.

75-79 J. 80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

3 Niederösterreich

800

600

400

Geschlecht

Count

200

Männer 0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

4 Oberösterreich

700

600

500

400

300

Count

200

Geschlecht

100

Männer

0

Frauen

5-9 J.

10-14 J.

15-19 J. 20-24 J.

25-29 J. 30-34 J. 35-39 J.

40-44 J. 45-49 J.

50-54 J. 55-59 J.

60-64 J. 65-69 J. 70-74 J.

75-79 J. 80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

56

BUNDLAND:

5 Salzburg

300

200

100

Count

Geschlecht Männer Frauen

0 10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

6 Steiermark

700

600

500

400

300

Count

200

Geschlecht

100

Männer

0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

7 Tirol

300

200

100

Count

Geschlecht Männer 0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

8 Vorarlberg

200

100

Count

Geschlecht Männer 0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

57

BUNDLAND:

9 Wien

800

600

400

Geschlecht

Count

200

Männer Frauen

0 5-9 J.

10-14 J.

15-19 J. 20-24 J.

25-29 J. 30-34 J. 35-39 J.

40-44 J. 45-49 J.

50-54 J. 55-59 J.

60-64 J. 65-69 J. 70-74 J.

75-79 J. 80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

Kumulative Suizidprävalenz Ö seit 1970, nach Geschlecht und Altersgruppen, dekadenweise (1970-79, 1980-89 und 1990-99). DECADE:

1 1970-79

1400

1200

1000

800

600

Count

400

Geschlecht

200

Männer

0

Frauen

5-9 J.

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

Altersgruppen

DECADE:

2 1980-89

1600 1400 1200 1000 800 600

Geschlecht

Count

400

Männer

200 0

Frauen

5-9 J.

15-19 J. 10-14 J.

25-29 J. 20-24 J.

35-39 J. 30-34 J.

45-49 J. 40-44 J.

55-59 J. 50-54 J.

65-69 J. 60-64 J.

75-79 J. 70-74 J.

85-89 J. 80-84 J.

90+ J.

Altersgruppen

DECADE:

3 1990-99

1200

1000

800

600

400

Count

Geschlecht 200

Männer

0

Frauen

5-9 J.

15-19 J. 10-14 J.

25-29 J. 20-24 J.

35-39 J. 30-34 J.

45-49 J. 40-44 J.

55-59 J. 50-54 J.

65-69 J. 60-64 J.

75-79 J. 70-74 J.

85-89 J. 80-84 J.

90+ J.

Altersgruppen

58

Kumulative Suizidprävalenz in den 1970er Jahren (1970-79), nach Geschlecht und Altersgruppen. Einzelne Bundesländer.

BUNDLAND:

1 Burgenland

60

50

40

30

20

Geschlecht Count

10

Männer

0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

2 Kärnten

120

100

80

60

40

Geschlecht Count

20

Männer Frauen

0 5-9 J.

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

3 Niederösterreich

300

200

100

Count

Geschlecht Männer 0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

4 Oberösterreich

300

200

100

Count

Geschlecht Männer 0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

Altersgruppen

59

BUNDLAND:

5 Salzburg

80

60

40

Geschlecht

Count

20

Männer 0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

6 Steiermark

300

200

100

Geschlecht Count

Männer Frauen

0 10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

7 Tirol

70

60

50

40

30

Count

20

Geschlecht

10

Männer

0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

8 Vorarlberg

40

30

20

Geschlecht

Count

10

Männer Frauen

0 10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

Altersgruppen

60

BUNDLAND:

9 Wien

300

200

100

Geschlecht Count

Männer Frauen

0 5-9 J.

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

Altersgruppen

Kumulative Suizidprävalenz in den 1980er Jahren (1980-89), nach Geschlecht und Altersgruppen. Einzelne Bundesländer. BUNDLAND:

1 Burgenland

70

60

50

40

30

Count

20

Geschlecht

10

Männer

0

Frauen

5-9 J.

10-14 J.

15-19 J. 20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J. 40-44 J.

45-49 J. 50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J. 70-74 J.

75-79 J.

80-84 J. 85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

2 Kärnten

140

120

100

80

60

Count

40

Geschlecht

20

Männer

0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

3 Niederösterreich

300

200

100

Count

Geschlecht Männer 0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

61

BUNDLAND:

4 Oberösterreich

300

200

100

Count

Geschlecht Männer Frauen

0 5-9 J.

10-14 J.

15-19 J. 20-24 J.

25-29 J. 30-34 J. 35-39 J.

40-44 J. 45-49 J.

50-54 J. 55-59 J.

60-64 J. 65-69 J. 70-74 J.

75-79 J. 80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

5 Salzburg

100

80

60

40

Geschlecht Count

20 Männer 0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

6 Steiermark

300

200

100

Count

Geschlecht Männer Frauen

0 10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

7 Tirol

120

100

80

60

40

Geschlecht Count

20

Männer Frauen

0 10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

62

BUNDLAND:

8 Vorarlberg

100

80

60

40

Geschlecht 20

Count

Männer 0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

9 Wien

300

200

100

Geschlecht Count

Männer 0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

Kumulative Suizidprävalenz in den 1990er Jahren (1990-99), nach Geschlecht und Altersgruppen. Einzelne Bundesländer. BUNDLAND:

1 Burgenland

50

40

30

20

Geschlecht Count

10 Männer 0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

2 Kärnten

100

80

60

40

Geschlecht Count

20 Männer 0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

63

BUNDLAND:

3 Niederösterreich

300

200

100

Count

Geschlecht Männer Frauen

0 10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

4 Oberösterreich

300

200

100

Count

Geschlecht Männer 0

Frauen

5-9 J.

10-14 J.

15-19 J. 20-24 J.

25-29 J. 30-34 J. 35-39 J.

40-44 J. 45-49 J.

50-54 J. 55-59 J.

60-64 J. 65-69 J. 70-74 J.

75-79 J. 80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

5 Salzburg

100

80

60

40

Geschlecht Count

20 Männer Frauen

0 10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

6 Steiermark

300

200

100

Count

Geschlecht Männer 0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

64

BUNDLAND:

7 Tirol

100

80

60

40

Geschlecht 20

Count

Männer 0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

8 Vorarlberg

60

50

40

30

20

Geschlecht Count

10

Männer

0

Frauen

10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

BUNDLAND:

9 Wien

300

200

100

Count

Geschlecht Männer Frauen

0 10-14 J.

15-19 J.

20-24 J.

25-29 J.

30-34 J.

35-39 J.

40-44 J.

45-49 J.

50-54 J.

55-59 J.

60-64 J.

65-69 J.

70-74 J.

75-79 J.

80-84 J.

85-89 J.

90+ J.

Altersgruppen

65

3.7. Jahreszeitliche Variation

Jahreszeitliche Variation nach Geschlecht (Ö, 1970-2001): 10

8

6

4

Geschlecht

Percent

2

Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

Die Darstellung der jahreszeitlichen Variation erhellt für beide Geschlechter den höchsten Gipfel im Mai, den niedrigsten im Februar, wobei aber auch Dezember und Jänner noch sehr niedrig sind. In Monaten mit generell hohem Prozentanteil der Suizide ist meist (März, April, Mai, September, Oktober) der Prozentanteil der männlichen Suizide etwas geringer als jener der Frauen, während in den Monaten mit generell niedrigerem Suizidaufkommen der Prozentanteil der Männer höher ist (Jänner und Februar), mit Ausnahme von November und Dezember. Aufgeschlüsselt nach den letzten 3 Dezennien trifft das für die 70er und 80er Jahre für März bis Mai und Oktober zu, für die 90er Jahre nur mehr für Mai und Oktober, allerdings auch (wie bereits 10 Jahre früher) für Juli.

66

Jahreszeitliche Variation nach Geschlecht (Ö, 1970er): DECADE:

1 1970-79

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

Jahreszeitliche Variation nach Geschlecht (Ö, 1980er): DECADE:

2 1980-89

10

8

6

4

Geschlecht Percent

2 Männer Frauen

0 Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

Jahreszeitliche Variation nach Geschlecht (Ö, 1990er):

DECADE:

3 1990-99

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

67

Jahreszeitliche Variation für Bundesländer (1970-2001), nach Geschlecht:

BUNDLAND:

1 Burgenland

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

Die Darstellung der jahreszeitlichen Variation der letzten 32 Jahre insgesamt nach den einzelnen Bundesländern zeigt durchgehend eine prozentuelles Überwiegen weiblicher Suizide im Mai (Ausnahme Vorarlberg) und im Spätherbst.

BUNDLAND:

2 Kärnten

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

68

BUNDLAND:

3 Niederösterreich

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

4 Oberösterreich

10

8

6

4

Geschlecht Percent

2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

69

BUNDLAND:

5 Salzburg

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

6 Steiermark

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

8 Vorarlberg

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

70

BUNDLAND:

9 Wien

10

8

6

4

Geschlecht Percent

2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

7 Tirol

10

8

6

4

Geschlecht Percent

2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

71

3.7.1. Jahreszeitliche Variation für Bundesländer, nach Geschlecht, differenziert nach Dekaden (1 = 1970er, 2 = 1980er, 3 = 1990er): Bundesländer-Codes : 1=B 2=K 3 = NÖ 4 = OÖ 5 = Sbg 6 = Stmk 7=T 8=V 9=W

BUNDLAND:

1

DECADE:

1

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

Nimmt man kürzere Zeitabstände (Dezennien) so findet sich neuerlich das bekannte Phänomen, dass die bevölkerungsmäßig kleineren Bundesländer und mit dem dementsprechend kleineren absoluten Suizidaufkommen auch größere Fluktuationen zeigen, als bevölkerungsmäßig größere.

72

BUNDLAND:

1

DECADE:

2

14

12

10

8

6

Percent

4

Geschlecht

2

Männer

0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

1

DECADE:

3

14

12

10

8

6

Percent

4

Geschlecht

2

Männer

0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

73

BUNDLAND:

2

DECADE:

1

14

12

10

8

6

Percent

4

Geschlecht

2

Männer

0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

2

DECADE:

2

14

12

10

8

6

Percent

4

Geschlecht

2

Männer

0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

2

DECADE:

3

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer Frauen

0 Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

74

BUNDLAND:

3

DECADE:

1

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

3

DECADE:

2

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

3

DECADE:

3

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer Frauen

0 Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

75

BUNDLAND:

4

DECADE:

1

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

4

DECADE:

2

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

4

DECADE:

3

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

76

BUNDLAND:

5

DECADE:

1

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

5

DECADE:

2

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

5

DECADE:

3

14

12

10

8

6

Percent

4

Geschlecht

2

Männer

0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

77

BUNDLAND:

6

DECADE:

1

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

6

DECADE:

2

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

6

DECADE:

3

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

78

BUNDLAND:

7

DECADE:

1

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

7

DECADE:

2

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

7

DECADE:

3

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

79

BUNDLAND:

8

DECADE:

1

14

12

10

8

6

Percent

4

Geschlecht

2

Männer

0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

8

DECADE:

2

14

12

10

8

6

Percent

4

Geschlecht

2

Männer

0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

8

DECADE:

3

14

12

10

8

6

Percent

4

Geschlecht

2

Männer

0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

80

BUNDLAND:

9

DECADE:

1

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

9

DECADE:

2

10

8

6

4

Geschlecht Percent

2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

BUNDLAND:

9

DECADE:

3

12

10

8

6

4

Percent

Geschlecht 2 Männer 0

Frauen Jan

Feb

Mar

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Sterbemonat

81

3.8. Suizid und Religion In wie weit Religionszugehörigkeit suizidpräventiven Effekt hat wird immer wieder kontrovers diskutiert. Da sich in Österreich lediglich 12 % der Bevölkerung als konfessionslos (1 % keine Angabe) bezeichnen und die Männer mit 84 % nur wenig unter den Frauen (89%) liegen, und sich interessanter Weise 91 % als religiös bezeichnen, sind allfällige Einflüsse auf die jeweilige Suizidrate nur schwer empirisch nachweisbar.

In der Steiermark, dem Bundesland mit den traditionellen höchsten Suizidraten bekennen sich (wie auch in Kärnten, Oberösterreich und Salzburg) 89 % zu einer Konfession, während das im Burgenland, in Tirol und Vorarlberg, Länder mit niedrigen Suizidraten, 92 % sind, ebenso viel wie in Niederösterreich, das deutlich über dem Bundesdurchschnitt bezüglich der Suizidraten liegt. Wien mit einem Prozentsatz von nur 74% sich zu einer Konfession bekennenden liegt in der Suizidrate bekanntlich bei dem Burgenland, bei Tirol und Vorarlberg und damit deutlich unter dem Bundesschnitt. Unter denjenigen, die sich zu einer Konfession bekennen sind 91 % (Männer 90 %, Frauen 91 %) römisch-katholisch, 6 % evangelisch, je 1 % gehören der orthodoxen oder einer anderen christlichen Kirche und 1 % dem Islam an, wobei Wien mit 79 % katholisch den geringsten und mit 12 % protestantisch und 4 % orthodox den höchsten Anteil hat. Hinsichtlich des Alters bekennen sich die Jüngeren (bis 39 Jahre) und die Alten (70 Jahre und älter) mit 90 % deutlich häufiger zu einer Konfession als die mittleren Altersgruppen zwischen 40 und 69 Jahren (83-84 %). Bezüglich des Familienstandes sind die Ledigen, Verheirateten oder in einer Lebensgemeinschaft Lebenden und die Verwitweten zwischen 86 und 88 % Angehörige einer Glaubensgemeinschaft, die Geschiedenen und Getrennten zu 76 %.

(Das Religionsbekenntnis wird erst seit dem Jahr 1977 erfasst. 1984 wurde die Kodierung dieser Variable geändert).

Suizide von Personen mit römisch-katholischem Glaubensbekenntnis erscheinen, diesen Daten zufolge, leicht unterrepräsentiert (=niedrigere Suizidrate), dies ist ebenso bei Angehörigen der islamischen Religion (dort aber deutlicher). Konfessionslose erscheinen markant überrepräsentiert (=höhere Suizidrate).

82

Die einzige bedeutsame Veränderung im Periodenvergleich (1977-83 versus 1984-2001) ist, dass der Anteil der Konfessionslosen unter den Suizidopfern ansteigt, jedoch in einem Ausmaß, das ihrem Anwachsen in der zugrundeliegenden Population entspricht. Geschlechtsunterschiede: bei Konfessionslosen sind Männer, relativ zu Frauen, in noch höherem Ausmaß überrepräsentiert; umgekehrt erscheinen bei evangelischem Religionsbekenntnis Frauen, relativ zu Männer, leicht überrepräsentiert. Suizide nach Religionsbekenntnis, 1977-83 Religion (Kodierung 1977-83)

röm.-kath. evang. altkath. israelitisch sonst. gesetzl. anerkannte Rel. konfessionslos islamisch Total

Percent 82,6 6,0 ,3 ,2

Valid Percent 82,6 6,0 ,3 ,2

Cumulative Percent 82,6 88,6 88,9 89,1

85

,6

,6

89,7

1381 23 13647

10,1 ,2 100,0

10,1 ,2 100,0

99,8 100,0

Religion (Kodierung 1977-83) 100

80

60

40

Percent

Valid

Frequency 11276 815 45 22

20

0 röm.-kath.

altkath. evang.

sonst. gesetzl. aner israelitisch

islamisch

konfessionslos

Religion (Kodierung 1977-83)

83

Suizide nach Religionsbekenntnis und Geschlecht, 1977-83: Religion (Kodierung 1977-83)

Valid

röm.-kath. evang. altkath. israelitisch sonst. gesetzl. anerkannte Rel. konfessionslos islamisch Total röm.-kath. evang. altkath. israelitisch sonst. gesetzl. anerkannte Rel. konfessionslos islamisch Total

Frequency 7856 541 27 16

Percent 82,4 5,7 ,3 ,2

Valid Percent 82,4 5,7 ,3 ,2

Cumulative Percent 82,4 88,0 88,3 88,5

56

,6

,6

89,1

1023 18 9537 3420 274 18 6

10,7 ,2 100,0 83,2 6,7 ,4 ,1

10,7 ,2 100,0 83,2 6,7 ,4 ,1

99,8 100,0

29

,7

,7

91,2

358 5 4110

8,7 ,1 100,0

8,7 ,1 100,0

99,9 100,0

83,2 89,9 90,3 90,5

Religion (Kodierung 1977-83) SEX:

1 Männer

100

80

60

40

Percent

Frauen

Valid

20

0 röm.-kath.

altkath. evang.

sonst. gesetzl. aner israelitisch

islamisch

konfessionslos

Religion (Kodierung 1977-83)

Religion (Kodierung 1977-83) SEX:

2 Frauen

100

80

60

40

Percent

Geschlecht Männer

20

0 röm.-kath.

altkath. evang.

sonst. gesetzl. aner israelitisch

islamisch

konfessionslos

Religion (Kodierung 1977-83)

84

Suizide nach Religionsbekenntnis, 1984-2001: Religion (Kodierung ab 1984)

röm.-kath. evang. altkath. israelitisch islamisch sonst. gesetzl. anerkannte Rel. k. Eintrag., unbekannt, ohne Bekenntnis Total

Percent 76,6 5,2 ,2 ,1 ,5

Valid Percent 76,6 5,2 ,2 ,1 ,5

Cumulative Percent 76,6 81,8 82,1 82,1 82,7

217

,7

,7

83,3

5374

16,7

16,7

100,0

32259

100,0

100,0

Religion (Kodierung ab 1984) 100

80

60

40

Percent

Valid

Frequency 24721 1678 75 23 171

20

0 röm.-kath.

altkath. evang.

islamisch israelitisch

k. Eintrag., unbekan

sonst. gesetzl. aner

Religion (Kodierung ab 1984)

85

Suizide nach Religionsbekenntnis und Geschlecht, 1984-2001:

Religion (Kodierung ab 1984)

Valid

röm.-kath. evang. altkath. israelitisch islamisch sonst. gesetzl. anerkannte Rel. k. Eintrag., unbekannt, ohne Bekenntnis Total röm.-kath. evang. altkath. israelitisch islamisch sonst. gesetzl. anerkannte Rel. k. Eintrag., unbekannt, ohne Bekenntnis Total

Frequency 17740 1128 46 13 130

Percent 76,2 4,8 ,2 ,1 ,6

Valid Percent 76,2 4,8 ,2 ,1 ,6

Cumulative Percent 76,2 81,1 81,3 81,3 81,9

136

,6

,6

82,5

4085

17,5

17,5

100,0

23278 6981 550 29 10 41

100,0 77,7 6,1 ,3 ,1 ,5

100,0 77,7 6,1 ,3 ,1 ,5

77,7 83,9 84,2 84,3 84,7

81

,9

,9

85,6

1289

14,4

14,4

100,0

8981

100,0

100,0

Religion (Kodierung ab 1984) SEX:

1 Männer

100

80

60

40

Percent

Frauen

Valid

20

0 röm.-kath.

altkath. evang.

islamisch israelitisch

k. Eintrag., unbekan

sonst. gesetzl. aner

Religion (Kodierung ab 1984)

Religion (Kodierung ab 1984) SEX:

2 Frauen

100

80

60

40

Percent

Geschlecht Männer

20

0 röm.-kath.

altkath. evang.

islamisch israelitisch

k. Eintrag., unbekan

sonst. gesetzl. aner

Religion (Kodierung ab 1984)

86

4. Literatur: Améry Jean (1976) Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod. E. Klett, Stuttgart Banerjee, G., Nandi, D., Nandi, S., Sarkar, S., Boral, G.C., Gosh, A. (1990) The vulnerability of Indian women to suicide: a field study. Ind J Psychiatry 32: 305-308 Bharucha, A.J., Satin, A. (1997) Late-life suicide: a review. Harvard Review of Psychiatry, 5: 55-65 Barraclough, B.M. (1976) Birthday blues: the association of birthday with self-inflicted death in the elderly. Acta Psychiatrica Scandinavia, 54: 146-149 Barraclough, B. (1988) International variation in the suicide rates of 15-24 year-olds. Soc Psychiatry Psychiatr Epidemiol 23: 75-84 Bronisch, T., Wittchen, U. (1994) Suicidal ideation and suicide attempts: Comorbidity with depression, anxiety disorders and substance abuse disorder. Eur. Arch. Psychiat. Clin. Neurosci. 244: 93-98. Brown, M.F. (1986) Power, gender and the social meaning of Aguarana suicide. Man 21: 311328 Brown, M., Barraclough, B. (1997) Epidemiology of suicide pacts in England and Wales, 1988-1992. British Medical Journal, 315: 286-287 Burvill, P.W. (1995) Suicide in the multiethnic elderly population of Australia. 1979-1990. International Psychogeriatrics, 7: 319-333 Canetto, S.S. (1997) Gender and suicidal behaviour: theories and evidence. In: Maris RW, Silverman MM, Canetto SS (eds.) Review of suicidology. Guilford, New York, pp 138-167 Cattell, H.R. (1988) Elderly suicide in London: an analysis of coroners´inquests. International Journal of Geriatric Psychiatry, 3: 251-261 Cattell, H., Jolley, D.J. (1995) One hundred cases of suicide in elderly people. British Journal of Psychiatry, 166: 451-457 Conwell, Y. (1993) Suicide in the elderly: cross-cultural issues in late life suicide. Crisis, 14: 152-153 Conwell, Y. (1995) Elder abuse-a risk factor for suicide? Crisis, 16: 104-105. Conwell, Y., Rotenberg, M. and Caine, E.D. (1990) Completed suicide at age 50 and over. Journal of the American Geriatrics Society, 38: 640-644. De Leo, D. (1997) Suicide in late life at the end of the 1990s : a less neglected topic? Crisis, 18: 51-52.

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5. Anhang:

In Österreich insgesamt (Männer sowie Frauen) findet sich ein seit 1970 bis 1986 leichter, jedoch kontinuierlicher Anstieg, der ab dem Jahr 1987 deutlich und bis 1999 unter das Ausgangsniveau von 1970 abfällt. Von diesem Abfall profitieren besonders die Frauen, bei den Männern ist der Rückgang weit weniger deutlich. Dies hat zur Folge, dass die Geschlechtsrelation von 1,8 teilweise bis auf 3 angestiegen ist. Auffallend ist in diesem fast durchgängigen Rückgang ein kurzer transienter Anstieg von 1994 bis 1996, der insbesondere in den letzten beiden Jahren in erster Linie von den Männern getragen wird (siehe Anhang Abb. 28-30). 90

Hinsichtlich der Bundesländer liegen die Steiermark, Salzburg, Kärnten, Niederösterreich und Oberösterreich über bzw. am Gesamtdurchschnitt der österreichischen Suizide, während Wien, Tirol, das Burgenland und Vorarlberg darunter bzw. deutlich darunter liegen. Aufgrund der kleinen Zahlen der beiden letzteren Bundesländer ist die Anzahl der Suizide über die Jahre deutlich mehr fluktuierend als in jenen Bundesländern mit höherem Suizidaufkommen (Anhang Abb. 1 bis 3 und 22 bis 24).

In der Steiermark, dem Bundesland mit der traditionell höchsten Suizidrate, beginnt der Rückgang bereits 1983, hat jedoch zu Beginn der 90er Jahre bei den Männern einen erneuten Anstieg, der dann 1994 bis 1996 nochmals aufscheint (siehe Abb. 16 bis 18).

In Salzburg ist 1990 ein erster deutlicher Rückgang, der jedoch durch eine bereits im nächsten Jahr wieder beginnende Zunahme dem Bundestrend zuwider läuft, um nach 1992 neuerlich leicht abzunehmen. 1995 verzeichnet einen neuerlichen Anstieg und ab da ein langsamer Rückgang, der jedoch den Ausgangswert von 1970 auch wiederum entgegen den Bundestrend nicht erreicht bzw. unterbieten kann.

Das Bundesland Tirol macht zwar den Rückgang seit 1987 bis 1993 deutlich mit, um jedoch dann wiederum anzusteigen, 1997 wieder abzufallen und ab da neuerlich anzusteigen, sodass die Suizide in Tirol 1999 deutlich über jenen von 1970 liegen. Für das Gesamtaufkommen sind in erster Linie die Suizide der Männer verantwortlich, bei den Suiziden der Frauen ist dieser Verlauf nicht so deutlich ausgeprägt (siehe Abb. 4 bis Abb.6).

Niederösterreich, Oberösterreich und Wien machen den oben beschriebenen Bundestrend mit (Abb. 7 bis 12 und 25 bis 27). Kärnten (Abb. 4-6) beginnt ähnlich wie die Steiermark etwas früher mit dem Rückgang, den Gesamtverlauf, insbesondere der letzten Jahre formen jedoch vor allem die Männer, während die Suizide der Frauen seit 1996 einen deutlichen Gegentrend aufweisen (siehe Abb. 4 bis 6).

In Wien kehrte jedoch, nachdem 1998 ein 30 %iger Rückgang bei den Frauen zu verzeichnen war, 1999 die Anzahl der weiblichen Suizide wieder fast auf den Wert vor 1998 zurück, was trotz des niedrigen Wertes bei den Männern zu einer Steigerung der Suizide insgesamt um 8 % führte. 91

Es finden sich also zahlreiche Gemeinsamkeiten, jedoch auch einige Unterschiedlichkeiten im Suizidaufkommen in den einzelnen Bundesländern. Aus diesen Daten lässt sich bereits jetzt ableiten, dass z.B. ökonomische Veränderungen unmittelbar das Suizidaufkommen der Männer beeinflussen, das der Frauen etwas abgeschwächt und zeitverzögert.

Literaturhinweis: Helmut Schelsky: Soziologie der Sexualitaet, Ueber die Beziehung zwischen Geschlecht, Moral und Gesellschaft. Hamburg: Rowohlt-Taschenbuchverlag 1955.

92

SONN/Statistisch-epidemiologische Untersuchung (Anhang)

Abb. 1: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) im Burgenland (Männer, 1970-99)

Burgenland (Männer) 60 58 53

50

51 49

48

49 47

47

53

50

50

49

47 45

40

46

45 43

42

42

39

38

39 37

36

37

36

39

37

33

30 28

20

10

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

1

Abb. 2: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) im Burgenland (Frauen, 1970-99)

Burgenland (Frauen) 20 19

16 15 14

14

13

14

13

12

12 11

10

11

11 10

9

12

11 10

10 9

9 8

8 7

7

7 6

6

5 4

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

2

Abb. 3: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) im Burgenland (gesamt, 1970-99)

Burgenland (gesamt) 100

80 72

71 68

60

61 56

58

58

49

56

56

58

58

51

49

48

61

59

53 50

64

64

63

49 44

40

44

42

44

43

43

34

20

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

3

Abb. 4: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Kärnten (Männer, 1970-99)

Kärnten (Männer) 160

140 140 133

133

128

120 112

110

100

105 97

115

123 113

114

113

105

103

104

103

102

98

96

80

111

125

99

97

103 96

98

82

82

78

60

40

20 0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

4

Abb. 5: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Kärnten (Frauen, 1970-99)

Kärnten (Frauen) 60

50 46

51

50

49

48 46 44

40

42 38 36

38

39

43

43

38

42

41 37

36

34

30

32

31

30

29

27

28

26

32

33

27

20

10

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

5

Abb. 6: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Kärnten (gesamt, 1970-99)

Kärnten (gesamt) 220 200 180

184 178

160

165 159

140

163

157

157

151

147

157

127

160

156 144

141

139

120

181

167

138

132

134 128

124

132

130

128

118

130 116

100

111

80 60 40 20 0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

6

Abb. 7: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Niederösterreich (Männer, 1970-99)

Niederösterreich (Männer) 350

300 284

250 249

244 235

243 233

231

236

242

250

255

291

255

246

239

283

282

252

260 248

247

233

228

243

244

238

228

224

218

200

203

150

100

50

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

7

Abb. 8: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Niederösterreich (Frauen, 1970-99)

Niederösterreich (Frauen) 160

140

120 119 110

116

110

110 106

100 100

99

101

101

101 96

95

95

98

104

97

95

95

90

80

83

89

83

80

84

82

78 67

60

58

60

40

20 0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

8

Abb. 9: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Niederösterreich (gesamt, 1970-99)

Niederösterreich (gesamt) 450 400 350

371 359

354

350

343 332

330

340

337

346

389

380

379

362

352

347

343

325

300

395

340

338

329

323

322

313

311

304

306

285

250

261

200 150 100 50 0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

9

Abb. 10: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Oberösterreich (Männer, 1970-99)

Oberösterreich (Männer) 300

250

255 245

247

246

237

237 228 219

215

200

205

203

196

240

247

246 234

224 215

236

232

230 219

212

207

203

202

188 178

172

168

150

100

50

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

10

Abb. 11: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Oberösterreich (Frauen, 1970-99)

Oberösterreich (Frauen) 120

100 96

94

92

94

96

97

97

97 94 90

89

88

80

83

85

83

83

85

87

86 82 77 72

71

67

60

69 64

63

65 61

64

40

20

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

11

Abb. 12: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Oberösterreich (gesamt, 1970-99)

Oberösterreich (gesamt) 400

350

300

315

309 290

284 274

250

264

334

325

320

344

342 331

329

307

306

300

296

337

274

316

315

302

301

309

311

301 268

266 255

232

200

150

100

50 0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

12

Abb. 13: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Salzburg (Männer, 1970-99)

Salzburg (Männer) 120

100

101 95

95

96

97

95 92

86

80

87

94 88

87

82

82

82

83

85

83

78

77

75 67

60

67

70

70

72 68 64

63

52

40

20

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

13

Abb. 14: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Salzburg (Frauen, 1970-99)

Salzburg (Frauen) 60

49

40 38

38

38

38

35

33

33

38

37

36

35 33

41

40

39

33

33

35

34

31

34

31

29 26 23

20

24

23

24 21

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

14

Abb. 15: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Salzburg (gesamt, 1970-99)

Salzburg (gesamt) 160

140 136

135 130

129

120

105

104 93

94

103

109

106

132 123 118

116

115

111

100

123

123

120

135

130

118

119

116 109

106

97

93

87

80

60

40

20 0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

15

Abb. 16: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in der Steiermark (Männer, 1970-99)

Steiermark (Männer) 350

300 292 275

280

266

250

261

265 253

252 225

200

241

240

235

242

240

239 226

222 211

213

213

211

1974

1976

243

238 223

250 237

217

214

216 206

150

100

50

0 1970

1972

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

16

Abb. 17: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in der Steiermark (Frauen, 1970-99)

Steiermark (Frauen) 160

140

120 120 108

100

103 95

80

81

88

92 88

107 101

93 85

110

88

101

100

95

93

93

88 83

81

78

79

77

73

60

74

67

68

1996

1998

55

40

20 0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

17

Abb. 18: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in der Steiermark (gesamt, 1970-99)

Steiermark (gesamt) 450 400 400 385

350 343

340

328

300

381 368

361

306

300

306

298

301

329

365

360

334 322

319

324 308

299

319

310

316

316

317 291

284

280

250 200 150 100 50 0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

18

Abb. 19: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Tirol (Männer, 1970-99)

Tirol (Männer) 140

120 118

116

100

103 99 92

90

88

80

78

76

96 88

91

65

99 92

90 86

86 79

79

77

80

71

70

60

102

65 56

56

40

58

41

20

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

19

Abb. 20: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Tirol (Frauen, 1970-99)

Tirol (Frauen) 60

50

44

40

43

42

42

40 35 33

30

40

30

35 33

25

32

31

33

29 27

24

39

35

32 30

25

40

26

20

26

25

25

21

20

10

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

20

Abb. 21: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Tirol (gesamt, 1970-99)

Tirol (gesamt) 200 180 160 159

158

140

142 134

120

124

131

130

124

126

135

130 121

114

100 80

90

85

60

86

112 104

102

98

97

89

125

112

107 100

134

126

88

66

40 20 0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

21

Abb. 22: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Vorarlberg (Männer, 1970-99)

Vorarlberg (Männer) 80

70

60 57

59

50

57 52

54

52 50

49 46 44

40 35

30

43 40

39

38

37

45

45 39

36

35

34

32

31 29

28

34

28

20

21 17

10 0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

22

Abb. 23: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Vorarlberg (Frauen, 1970-99)

Vorarlberg (Frauen) 40

30 27 24

20

21 20 18 17

17

17

16

15

17

16

15

15 14

13 12

10

12

12

10

14

11

11

11

11

11

1996

1998

10 9 7

6

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

23

Abb. 24: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Vorarlberg (gesamt, 1970-99)

Vorarlberg (gesamt) 100

80

81 77

76 71

69

60

63

62

60

68 63 60

61

60 56

53 50

49

40

45 41

47

54 51

49

48 43

41 38

38 34 27

20

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

24

Abb. 25: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Wien (Männer, 1970-99)

Wien (Männer) 350

300 287 275

273

265

250 250

244

255

249

244

273

270

242

239

233 218

200

220

218 208

242

250 235

231

212

232

228 212

201

199 187

193

150

100

50

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

25

Abb. 26: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Wien (Frauen, 1970-99)

Wien (Frauen) 250

200 193 172

188

183

180

181 174

173 166

150

160

157

161

156

163

161 154

148

144

149 136

136 117

119

118

119 112

100

105

102

91 74

50

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

26

Abb. 27: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Wien (gesamt, 1970-99)

Wien (gesamt) 500 461

400

416

427

423

411

400

393

384 365

451 438

405

403

461 427

426 399

388

360

378

371

362 349

300

319

318

351

331 295

292 273

200

100

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

27

Abb. 28: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Österreich (Männer, 1970-99)

Österreich (Männer) 1600 1511

1499 1467

1400

1437

1430

1445

1442

1342 1294

1200

1322

1301

1232

1333

1313 1284

1259

1299

1336

1285

1282 1244

1234 1205 1170 1111

1175

1172

1177 1126

1111

1000 800

600

400

200 0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

28

Abb. 29: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Österreich (Frauen, 1970-99)

Österreich (Frauen) 700

600 583

579

575

557

568

554

540

500

593

582

590

624

611

595 571

628

624

586

585

532

529

541

470

477

491 460

455

443

400

429

417 382

300

200

100

0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

29

Abb. 30: Entwicklung der Suizid-Inzidenz (absolute Zahlen) in Österreich (gesamt, 1970-99)

Österreich (gesamt) 2500 2250 2139

2000

2032

2070

2091 2041

2069

2028

1932

1750

1789

1784

1745

1827

1813

1862

1898

1883

1851

1825 1769

1776

1759

1788

1779

1704

1704

1694 1651

1500

1592

1559

1555

1250 1000 750 500 250 0 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

30

Suizide von Männern in Österreich STATISTISCH-EPIDEMIOLOGISCHE UNTERSUCHUNG

Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz Franz-Josefs-Kai 51 1010 Wien Fotos: BMSG

BUNDESMINISTERIUM FÜR SOZIALE SICHERHEIT GENERATIONEN UND KONSUMENTENSCHUTZ

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