Schulinterne Zusammenarbeit

September 8, 2016 | Author: Hinrich Goldschmidt | Category: N/A
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1 Bildungsdirektion Kanton Zürich Qualitätsbereich Schulinterne Zusammenarbeit Erprobungsfassung Juni 20062 Qu...

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Bildungsdirektion Kanton Zürich

Qualitätsbereich

Schulinterne Zusammenarbeit

Erprobungsfassung Juni 2006

Qualitätsbereich

Schulinterne Zusammenarbeit Schulinterne Zusammenarbeit umfasst alles, was Schulleitung, Lehrpersonen und schulische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Schulwart, Sekretariat u.a.) zu zweit, gruppenweise oder gemeinsam unternehmen, um jene Ziele einer Schule zu erreichen, deren Umsetzung kooperativen Charakter haben. Die praktizierte Zusammenarbeit ist eine Voraussetzung für eine hohe Qualität der schulischen Bildungsprozesse, für eine wirkungsvolle Kommunikation nach aussen und für das Wohlbefinden aller am Lern- und Arbeitsplatz Schule.

Ziel ist eine Schule, deren Mitglieder so miteinander kooperieren und kommunizieren, dass – die Einzelnen in ihrer Aufgabenerfüllung unterstützt, – das Schulteam in seiner Handlungsfähigkeit und Leistungsfähigkeit gestärkt sowie – die Qualität und das Profil der ganzen Schule stetig weiterentwickelt werden.

Qualitätsbereich

Top Ten Schulinterne Zusammenarbeit

Praxisgestaltung 1

Gemeinsam Schulziele definieren. Grundlage der schulinternen Kommunikation und Kooperation sind gemeinsam getragene Vorstellungen der Schulqualität und Regeln der Zusammenarbeit.

2

Schule kooperativ gestalten. Für die an der Schule tätigen Personen ist Schule ein gemeinsames Unternehmen: Wo sie nur im Team die Bildungs- und Lehrplanziele erreichen können, arbeiten sie verbindlich zusammen.

3

Wirkungsvoll kommunizieren. Die Schulbeteiligten sind angemessen informiert und kommunizieren über die Arbeit jedes Einzelnen bzw. über ihre gemeinsame Zusammenarbeit offen und wertschätzend.

4

Zusammenarbeit stetig erneuern. Die Schulbeteiligten verstehen die schulinterne Zusammenarbeit als dynamischen Prozess, der regelmässig überprüft, erneuert und angepasst werden muss.

Institutionelle und kulturelle Einbindung 5

Verbindlichkeiten geklärt. Es bestehen zweckmässige schulinterne Kommunikationsgefässe und Kooperationsformen: Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten sind klar geregelt.

6

Verfahren festgelegt. Die zur Erhaltung und Weiterentwicklung einer Kooperationskultur notwendigen Rahmenbedingungen sind festgelegt. Entscheidungs-, Diskussions- und Problemlösungswege sind vereinbart und verbindlich.

7

Beteiligungsregeln geklärt. Die Gestaltung und Entwicklung der Schule erfolgt partizipativ, die Verfahren, Instrumente und Regeln dafür sind vorhanden.

Wirkung und Wirksamkeit 8

Vertrauens- und Feedbackkultur. Vertrauensvolles Feedback ist Voraussetzung und Ergebnis schulinterner Zusammenarbeit: Diese wird regelmässig reflektiert, neue Erkenntnisse werden umgesetzt.

9

Kooperatives Arbeitsleben. Die Schulbeteiligten versuchen, auch auf der Ebene der ganzen Schule gemeinsame Anliegen wahrzunehmen und zu unterstützen.

10

Entlastete Beteiligte. Die Schulbeteiligten fühlen sich von der schulinternen Zusammenarbeit getragen und entlastet. Sie sind entsprechend motiviert.

Qualitätsbereich Schulinterne Zusammenarbeit

Praxisgestaltung

1

Grundlage der schulinternen Kommunikation und Kooperation sind gemeinsam

getragene Vorstellungen der Schulqualität und Regeln der Zusammenarbeit sowie eigens dafür reservierte Zeitgefässe.

2

Für die an der Schule tätigen Personen ist Schule

ein gemeinsames Unternehmen. Wo sie nur im Team die Bildungs- und Lehrplanziele erreichen können, arbeiten sie verbindlich zusammen. Wo die Schule ihre Ziele über die Arbeit von Einzelpersonen besser erreicht, orientieren sich diese an den gemeinsamen Leitideen.

3

Die Schulbeteiligten sind angemessen informiert und kommunizieren über

die Arbeit jedes Einzelnen bzw. über ihre gemeinsame Zusammenarbeit offen und wertschätzend.

Wichtige Entscheide und Problemlösungen werden gemeinsam erarbeitet

und von den jeweils Zuständigen verantwortet. Es ist klar, was gemeinsam und was je einzeln gestaltet und entschieden wird.

4

Die Schulbeteiligten verstehen die schulinterne

Zusammenarbeit als dynamischen Prozess, der regelmässig überprüft, erneuert und angepasst werden muss.

Erkennbar an

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Praxisgestaltung Erkennbar an:

Eingesetzte Mittel, Instrumente und Verfahren An der Schule herrscht ein reger Austausch, die Informationen fliessen. Zeitgefässe sowie geeignete Verfahren und Instrumente der schulinternen Kooperation und Kommunikation werden eingesetzt und genutzt: – Schulkonferenzen, Konvente, Teamsitzungen – Thematische Arbeitsgruppen: Qualitätsgruppen, Hospitationsgruppen, Projektteams u.a. – Stufen- bzw. unterrichtsbezogene Arbeitsgruppen: Lerntandems, Vorbereitungs- und Auswertungsgruppen – Gruppen, die ästhetisch-musische Anlässe vorbereiten: Ausstellungen, Konzerte, Theater – Gruppen, die soziale Anlässe vorbereiten: Drittweltprojekte, ökologische Projekte, Elternabende – Grossgruppen, die der demokratischen Entscheidungsfindung dienen > Die schulinterne Zusammenarbeit orientiert sich an verbindlichen Regeln. > Die Arbeitsgruppen verfügen über Mandate bzw. Aufgabenbeschriebe. > Die gemeinsamen Aufgaben sind gerecht auf die Beteiligten aufgeteilt (Aufgaben- und Ressourcenmanagement). > Die Verfahren und Instrumente sind verständlich und situationsgerecht einsetzbar. > >



Reflexionsniveau (Ziel-Mittel-Reflexion) Die schulinterne Zusammenarbeit wird regelmässig reflektiert: – Schuljahresplanung (als Evaluationsgegenstand bzw. in Standortbestimmungen) – Sitzungspraxis (z.B. am Schluss von Sitzungen im Sinne praktizierter Feedbackkultur) > Die Bedeutung und Auswirkung der aktuellen Zusammensetzung des Schulteams auf die Zusammenarbeit untereinander und in Bezug auf die Gleichstellung von Frau und Mann ist Teil der Reflexion. > Die Standortbestimmungen sind schriftlich festgehalten (Protokolle) und führen bei Bedarf zu einer veränderten Praxis (Reglemente u.a.). >



Handlungskompetenz (Motivation, Wissen und Fähigkeit) Schulleitung, Lehr- und übriges Schulpersonal anerkennen die Wichtigkeit der schulinternen Zusammenarbeit und planen diese sorgfältig. > Die Ressourcen (Stärken) der einzelnen Personen und Gruppen sind bekannt, werden bewusst und effizient eingesetzt. > Das organisatorische Know-how für eine effektive und effiziente Praxis einer gelingenden Zusammenarbeit ist entwickelt und abrufbar: – Weiterbildungen in diesem Bereich – Beschreibungen der wichtigsten Prozesse > Schulbeteiligte sind über die geregelte Zusammenarbeit hinaus bei Bedarf auch zu einer spontanen schulinternen Zusammenarbeit bereit. >



Qualitätsbereich Schulinterne Zusammenarbeit

Institutionelle und kulturelle Einbindung

Die Schulbeteiligten arbeiten aktiv an einer gemeinsamen Kultur der internen Zusammenarbeit.

Es bestehen zweckmässige schulinterne Kommunikationsgefässe und

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Kooperationsformen. Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen sind klar geregelt. Wesentlich für die Kooperationskultur sind der gegenseitige Respekt und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, die in der Arbeit, in Feiern, im Spiel und im Gespräch gesucht und gestärkt werden. Teilnahme am Anderen zeigt sich auch im Interesse am Leben jenseits des Berufs, im Verständnis für die persönlichen Vorlieben und Engagements sowie im Verständnis für das geschichtliche Gewordensein der Schule.

6

Die zur Erhaltung und

Weiterentwicklung einer Kooperationskultur notwendigen Rahmenbedingungen sind festgelegt. Entscheidungs-, Diskussions- und Problemlösungswege sind vereinbart und verbindlich.

7

Die Gestaltung und Entwicklung der Schule erfolgt partizipativ, die

Verfahren, Instrumente und Regeln dafür sind vorhanden.

Erkennbar an

>

Institutionelle und kulturelle Einbindung Erkennbar an:

Institutionelle Regelung und Verbindlichkeit Die Bereitschaft bzw. der Wille zu einer verbindlichen schulinternen Zusammenarbeit ist im Leitbild verankert. > Die Inhalte und die Zuständigkeiten für die verschiedenen Formen der Zusammenarbeit sind verbindlich definiert. > Damit die schulinterne Zusammenarbeit flexibel und lebendig auf Veränderungen reagieren kann, ist innerhalb der Regelungen Ermessens- und Gestaltungsraum vorgesehen. > Kommunikations- und Informationsprozesse sind klar definiert. > Für den Konfliktfall besteht ein Konfliktmanagement, in das die verschiedenen Beteiligten der Schule (Schulleitung, Lehrpersonen, weitere Mitarbeitende, Schülerinnen und Schüler, Eltern, Schulbehörde) entsprechend ihrer Stellung einbezogen sind. >

Transparenz und Legitimierung Die Regelungen und Vereinbarungen zur schulinternen Kooperation und Kommunikation sind den Schulbeteiligten bekannt und von ihnen getragen. > In die kontinuierliche Verbesserung der Zusammenarbeit sind alle Betroffenen einbezogen. >

Institutionelle Unterstützung Die Schule stellt die notwendigen Strukturen und Zeitgefässe zur Verfügung für: – Dokumentation der geltenden Regelungen und Prozesse – Sperrzeiten und Infrastruktur für Sitzungen – externe (Fach-)Beratung von Lehrergruppen – Räume und Arbeitsmaterialien für Team- und Gruppenarbeiten > Kooperationsdienliches Verhalten wird durch die Schulleitung anerkannt und belohnt, kooperationshinderliches Verhalten untersucht, bearbeitet und gegebenenfalls konsequent sanktioniert. >



Kulturelle Einbindung In der Schule wird an einer Feedback- und Vertrauenskultur gearbeitet. Die Schulbeteiligten unterstützen sich gegenseitig in Fragen des Unterrichts und der Erziehung. > Es gibt ein gemeinsam getragenes Schulprogramm. > Die Schulbeteiligten versuchen, über die professionelle Kooperationskultur auch eine partizipative Schule (unter Einbezug von Schülerinnen und Schülern und Eltern) zu gestalten. > Eine partizipative Schule setzt voraus, dass ästhetische, soziale und moralische Regeln durch Schulleitung und Kollegium gesetzt werden. > Die an der Schule gelebten Werte und Haltungen stimmen mit der Form der schulinternen Zusammenarbeit und Kommunikation überein und umgekehrt. > >

Qualitätsbereich Schulinterne Zusammenarbeit

Wirkung und Wirksamkeit

Durch ihre schulinterne Zusammenarbeit gelingt es den professionellen Schulbeteiligten, ein Schulklima zu schaffen, das erlaubt, mit Fehlern umzugehen, die Beteiligten zu stärken sowie Ansprüche gemeinsam zu erfüllen und zu erweitern.

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Vertrauensvolles

Feedback ist Voraussetzung und Ergebnis schulinterner Zusammenarbeit: Diese wird regelmässig reflektiert, neue Erkenntnisse werden umgesetzt. Der Aufbau partnerschaftlicher Kommunikationsstrukturen und eine auf Vertrauen gegründete Gesprächspraxis hat daher erste Priorität.

Die gelebte Kooperationskultur vermag auch den Unterricht

und die tägliche Zusammenarbeit in der Klassengemeinschaft positiv zu prägen: In ihrer Arbeit nehmen die Schulbeteiligten die kooperative Grundstimmung positiv wahr. Lehrpersonen bzw. Schülerinnen und Schüler halten sich gerne in der Schule auf, sie haben (meist) Freude am Lehren bzw. Lernen. Die Lehrpersonen sind überzeugt, dass durch die schulinterne Zusammenarbeit die Qualität des eigenen Unterrichts verbessert werden kann.

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Die Schulbeteiligten versuchen, auch auf der Ebene der ganzen Schule gemeinsame Anliegen wahrzunehmen und zu unterstützen, nicht bloss ihre einzelne Leistung, sondern auch das kooperative Arbeitsleben zu stärken.

10

Die Schulbeteiligten fühlen sich von der

schulinternen Zusammenarbeit getragen und entlastet. Sie sind entsprechend motiviert. Lehrpersonen haben besondere Stärken und Talente und unterschiedliche Ressourcen. Diese sollen ausgeschöpft werden. Geben und Nehmen halten sich im Gleichgewicht.

Erkennbar an

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Wirkung und Wirksamkeit Erkennbar an:

Ergebniswahrnehmung und -reflexion Die Wirkung der schulinternen Zusammenarbeit wird im Kollegium offen und regelmässig thematisiert und überprüft. > Die Ergebnisse werden im Team differenziert und konsequent weiterbearbeitet und weiterentwickelt. > Daraus folgende Anpassungen oder Massnahmen sind für die Beteiligten nachvollziehbar, für Dritte nachweisbar dokumentiert. >

Zielerreichung / Effizienz Die Lehrpersonen bestätigen mehrheitlich die Verbesserung der eigenen Unterrichtsqualität (Befragungen). > Die schulinterne Zusammenarbeit wird als wesentliche Unterstützung in der Entwicklung der eigenen Professionalität und der Schulqualität anerkannt (Befragungen) und entsprechend getragen. > Die Arbeitszufriedenheit ist hoch. > Auswirkungen auf die schulexternen Beziehungen sind spürbar bzw. werden von den Beteiligten benannt: Die schulinterne Zusammenarbeit wird als modell- und stilbildend wahrgenommen. > Unterrichten wird als wichtiger Bestandteil der Teamaufgabe verstanden. > Das Schulteam zeigt sich gegen innen als kritische und lernwillige, gegen aussen als überzeugte und eingespielte «Einheit», die das Gespräch und die Auseinandersetzung mit Dritten nicht scheut, sondern sucht. > Störungen und/oder Probleme in der schulinternen Zusammenarbeit und Kommunikation werden als Chance genutzt. > Gemeinsame Absprachen zu pädagogischen und didaktischen Themen sowie zu organisatorischen Fragen und personellen Anliegen finden statt. > Die schulinterne Zusammenarbeit ist zweckdienlich, nicht Selbstzweck: – Arbeit an gemeinsamen Projekten >



Zufriedenheit der Leistungsempfängerinnen und -empfänger Schulleitung, Lehrpersonen und schulische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mit ihrer Zusammenarbeit zufrieden. > Sie schätzen es, dass ihre persönlichen Stärken anerkannt und ihre Ressourcen auch von andern genutzt werden. > Dies wirkt sich auf die Schülerinnen und Schüler und das schulische Umfeld motivierend aus. >

Bildungsdirektion Kanton Zürich www.bildungsdirektion.zh.ch

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