Lowe GGK gewinnt NÖM Wiener Agentur setzt sich im Pitch um Werbe-Etat von FruFru, fasten etc. durch. Aktuell Seite 2

May 15, 2016 | Author: Rudolf Schmitt | Category: N/A
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Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf, P.b.b., GZ 02Z031577 W Bureau de Poste A-2380 Perchtoldsdorf (Autriche), Taxe percue ∙ Sendung zur ermäßigten Gebühr ∙ Envoi à taxe réduite

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24. September 2010

o 38 N 2,50 Euro Die österreichische Wochenzeitung für Marketing, Werbung & Medien

Interviews in diesem Heft ‚Marketing ist Porno‘ Christian Blümelhuber, MarketingProfessor und Autor, erklärt, warum Marketing einen Höhepunkt nach dem anderen liefern muss. Seite 12

‚Berater statt Keiler‘ Elisabeth Giesser, Verlagsgruppe News, über neue Akzente beim Nachrichtenmagazin News. Seite 22

Lowe GGK gewinnt NÖM Wiener Agentur setzt sich im Pitch um Werbe-Etat von FruFru, fasten etc. durch. Aktuell Seite 2

Österreichs Fernsehmarkt Wie stellt sich der heimische Fernseh-Werbemarkt strukturell dar? Märkte & Medien Seite 57

Burgenland feiert Adebar In unserer Versand-Auflage: Die Preisträger beim Landeswerbepreis im Burgenland Länder-Report Seite 65

HORIZONT ORF-Enterprise hat einen kühnen Plan: Zuerst wird ein NettoRabattsystem eingeführt, ab 2012 soll die Agenturprovision fallen

Prenner rüttelt an einer heiligen Kuh

‚Fernsehen bleibt Leitmedium‘ Markus Breitenecker, SevenOne Media Austria, über den Deckungsbeitrag von Café Puls, neue Eigenproduktionen und das ORF-Gesetz. Seite 25

Entspannt in Berlin Florian Novak, Geschäftsführer von LoungeFM, über seine RadioAmbitionen am deutschen Markt. Seite 26

Das beste beider Welten Susanne Obermayer, die Geschäftsführerin von Krone-Multimedia, über krone.at, krone.tv, das iPad und ihr Leben als Eigenvermarkterin. Seite 27

HORIZONT Soccer Cup

Auf dem Weg zum Newsroom Thomas Kralinger, Geschäftsführer des Kurier, und Chefredakteur Helmut Brandstätter im HORIZONTDoppelinterview. Seite 28

Effie im Endspurt Walter Holiczki, IAA-Verantwortlicher über die bevorstehende EffieVerleihung und einen neuen Jurymodus ab dem Jahr 2011. Seite 31

‚Social Media kostet Geld‘ Jörg Spreitzer, CEO von JWT in Wien und in Prag, erklärt, wie Social Media das Verhalten der Konsumenten verändert. Seite 27

‚Gut, aber selten spitze‘ Stefan Sagmeister, erfolgreicher Design-Export aus Vorarlberg in die USA, über österreichisches Design. Seite 42

Ein Leben nach der ‚Senti‘ Roland Loibl hat seine Anteile an der Neue Sentimental Film verkauft und wagt einen Neuanfang. Seite 44

Franz Prenner, Geschäftsführer der ORF-Enterprise, setzt zum großen Sprung an: 2011 wird auf ein transparentes Nettopreissystem umgestellt, mit 2012 soll die „heilige Kuh“ Agenturprovision abgeschafft werden. © E. Kessler

Es ist eine Reihe von Faktoren, Entwicklungen und letztlich ein Auslöser – die Bestimmung § 31c (1), Punkt 2, im ab 1. Oktober geltenden ORF-Gesetz, das eine Maßnahme seitens der Vermarktungstochter des öffentlich-rechtlichen Mediengiganten zur Entfaltung bringt –, die ungeahnte Auswirkungen auf das Gesamtgefüge der Zusammenarbeit zwischen Auftraggebern und ihren dienstleistenden (Media-)Agenturen und den Medien nach sich ziehen könnte und wohl wird. Für die ORF-Enterprise wird der von Prenner mit langem Anlauf vorbereitete Plan in einer ersten Stufe bereits mit Veröffentlichung der Preise am 4. Oktober und mit Eröffnung der Buchungen für 2011 am 17. November ­Realität: Denn ab 2011, das steht fest, erfolgt der erste Schritt zum Nettopreissystem. Rabatte werden nur mehr in Form von Spots und Nachlässen bei Zuschlä-

gen vergeben. 2012 schließlich kommt der „Big Bang“: Prenner entfernt die „heilige Kuh“ im Gefüge der Medienagenturen, die 15 Prozent Agenturprovision – bei gleichzeitiger Bereinigung seines Preissystems um diese 15 Prozent. Ganz schön raffiniert Revolution als Evolution, die das Zeug zu revolutionärer Sprengkraft hat. Im Klartext heißt das: Ab Vorliegen der Preisliste 2011 gibt die ORF-Enterprise Rabatte nur mehr auf netto tatsächlich erzielte Umsätze „obendrauf“ – in Form von Spots – sogenannte „Naturalrabatte“ vulgo Bonusschaltungen und „Zuschläge“ (Sonderplatzierungen). Prenner argumentiert im Gespräch mit HORIZONT: Damit würden für Kunden die gleichen Bedingungen gelten – für gleiche Schaltvolumen (die immer kundenbezogen gelten) dieselben „Rabatte“

vulgo Draufgaben. Diese Transparenz ist allerdings nicht die einzige Maßnahme, um aus der Spirale von Zusatzrabatten und der sich öffnenden BruttoNetto-Schere herauszukommen. Es ist ab 1. Oktober Gesetz: Der radikale Einschnitt soll natürlich auch dem ab 1. Oktober geltenden ORFGesetz Rechnung tragen – da wird für den ORF und dessen Werbevermarktung in § 31c (1), Punkt 2, festgeschrieben: „Insbesondere darf der Österreichische Rundfunk diese Mittel (gemeint sind Gebühren, Anm. HORIZONT) nicht dazu verwenden […] kommerzielle Kommunikation zu Preisen zu vergeben, die gemessen an kaufmännischen Grundsätzen zu niedrig sind und lediglich dazu dienen, den Marktanteil am Werbemarkt zulasten der Mitbewerber anzuheben.“ Seite 6

Sky kickt sich zum Champion Das Team des Pay-TV-Senders Sky („Better TV“) konnte sich bei der XVII. Auflage des HORIZONT Soccer Cup, der am 18. September auf den Trainingsplätzen des Wiener Ernst Happel Stadions ausgetragen wurde, (ohne Matchverlust) durchsetzen. Alle TeamFotos und Eindrücke abseits des Rasens ab Seite 49.

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Aktuell

Marketing · Werbung · Medien

Kampagne für die NÖM-Brand FruFru soll noch im Herbst on air gehen – Strategische Positionierung und Above-the-line-Kommunikation

DIALOG macht MARKETING

Lowe GGK gewinnt Werbe-Etat der NÖM

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11.03.2009 10:26:46 Uhr

In eigener Sache

BESTSELLER – Zeit für Verantwortung Ist es an der Zeit für Verantwortung? Oder hat die Zeit der Verantwortung begonnen? Wir wollten wissen, ob sich nach der Krise wirklich etwas ändert. Nimmt der Turbokapitalismus wieder Fahrt auf oder kommen Unternehmen ihrer sozialen Verantwortung nach? Antworten darauf liefern zwei „Kommerzmedien“-Vertreter: NewsVerlag-Chef Oliver Voigt und HeuteHerausgeberin Eva Dichand – bei einem Spaziergang durch Schönbrunns Irrgarten. Nomen est omen? Nein, die Chancen stehen nicht schlecht. Auch der deutsche Medienwissenschaftler Norbert Bolz beobachtet im Sozialen ein neues Faszinosum. Und die Branche? Da wird noch ein wenig Zeit verstreichen, bis sich etwas ändert. Schließlich fallen Veränderungen schwer – wie der „Schmerz des Übergangs“ zeigt. Und dennoch gibt es sie: bei der Wertigkeit von Gratis- und Kaufzeitungen, in der Professionalisierung von Ethnomarketing, im Konflikt unter Kreativen. Gefallen an Veränderung dürfte Design-Guru Stefan Sagmeister finden, so wie er im Interview über die Schönheit des Gestaltens schwärmt. ‚Medien Spezial‘ – Die Kronprinzen Ebenfalls zu den Österreichischen Medientagen erscheint das Medien Spezial 2010, eine Gemeinschaftsproduktion von BESTSELLER und trend. Die Coverstory („Die Kronprinzen“) porträtiert die nachwachsende Verlegergeneration

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Der HerbstBESTSELRGB WEB-RGB LER 58585A ist dem 88/88/90 Wertewandel auf der Spur.

in Österreich – von Niki Fellner (Österreich) bis Gino Cuturi (OÖN). Und: Warum sind die österreichischen Printverlage im internationalen Vergleich so krisenresistent? Welchen Beitrag leisten Zeitungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Augen von Medienwissenschaftlerin Miriam Meckel? Kommt es zur ORF-Generalswahl 2011 zu einem Showdown Wrabetz – Grasl? Was steckt hinter dem Erfolg des deutschen Magazins Landlust? Wieso leistet sich der Milliardenkonzern Red Bull einen Qualitäts-Fernsehsender? Antworten finden Sie im Medien Spezial 2010 von trend und BESTSELLER. Zu bestellen sind beide Hefte unter [email protected]

Das Medien Spezial 2010 widmet sich den VerlagsKronprinzen.

Freuen sich über den neuen Kunden NÖM: Lowe-GGK-Führungsteam Michael Kapfer-Giuliani, Dieter Pivrnec und Rudi Kobza. © Lowe GGK

Über einen gewichtigen Etat freut sich die Agentur Lowe GGK seit Kurzem. Die NÖM AG aus Baden (Niederösterreichische Molkerei) entschied sich nach einer Wettbewerbspräsentation für das Team um Geschäftsführer Rudi Kobza, das ab sofort sämtliche NÖM-Marken (nöm mix, FruFru, fasten, aber auch die gesamte sogenannte weiße Palette wie Milch und normale Joghurts) bewerben wird. Rudi Kobza, Michael Kapfer-Giuliani und Dieter Pivrnec unisono: „Wir freuen uns, diese starke österreichische Marke zu begleiten und weiterzuentwickeln.“ Eine Auszeichnung sei es, eine starke österreichische Marke, von denen es nur wenige gebe, im Portfolio zu haben, erklären die drei. Für Rudi Kobza ist dieser Etat – spezi-

ell nach dem erfreulichen Gewinn der Rewe-Lebensmittelkette Merkur – „ein weiterer Beweis, dass der eingeschlagene Weg von Dieter Pivrnec super funktioniert“. Pivrnec fungiert seit dem Frühjahr – wie berichtet – als Executive Creative Director der Agentur in der Wiener Mariahilfer Straße. Der Kampagnen-Start ist für den Herbst geplant. Details will man seitens der Agentur noch keine verraten, nur so viel: „Wir werden die Marken behutsam weiterentwickeln“, so Kobza. Warum sich die NÖM AG für Lowe GGK entschieden hat, beantwortet Claudia Schober, seit November 2009 Marketingleiterin bei der NÖM. „Am strategischsten und am weitblickendsten“ hätte Lowe GGK präsentiert und sich dabei gegen die

Agenturen DDB Wien, Ogilvy und Blue­tango durchgesetzt. Schober, die vor ihrem NÖM-Engagement etwa für Kellogg und Procter & Gamble im Marketing tätig war, erklärt gegenüber HORIZONT: „Lowe GGK wird vor allem strategisch und above the line für uns arbeiten. Die erste Kampagne wird für FruFru gestaltet, danach kommt dann die Marke fasten an die Reihe.“ FruFru sei ein sehr spezielles Produkt (Sauermilch mit Frucht), wobei der „individuelle Genuss im Vordergrund stehen wird – und nicht wie in der Vergangenheit die Darsteller“, wie Schober augenzwinkernd erklärt. Für die nöm-mix-Range gäbe es im Moment keinen aktuellen Handlungsbedarf. In der Vergangenheit wurden die NÖM-Brands von M & K beziehungsweise von MPM betreut. Mit bei-

NÖM-Marketerin Claudia Schober: „Die Lowe GGK präsentierte am strategischsten“  © nöm

den Agenturen will Schober – beschränkt auf below the line und Promotions – auch in Zukunft weiter zusammenarbeiten. „Es war sehr interessant, zu beobachten, wie bei der Präsentation jeder FruFru anders auslöffelt und genießt“, gibt Schober abschließend einen Hint auf die künftige Kampagne. Mischen oder zuerst die Fruchtschicht? Jeder, wie er will! cc

Mitglieder der neuen Medienbehörde nominiert – muss noch durch den Hauptausschuss des Nationalrates

Ogris leitet neue Medienbehörde Der Ministerrat hat am 14. September die Besetzung der neuen weisungsfreien Medienbehörde abgesegnet. Vorsitzender soll der derzeitige Geschäftsführer der Medienbehörde KommAustria, Michael Ogris, werden, sein Stellvertreter Florian Philapitsch, derzeit Vizechef der KommAustria. Die neue fünfköpfige Behörde soll im Oktober ihre Arbeit aufnehmen, vermeldete die Austria Presse Agentur. Neben der Besetzung der Leitungsfunktionen sind im Vorschlag der Regierung auch drei weitere Mitglieder der Behörde enthalten. Diese sollen Martina Hohensinn, Michael Truppe und Susanne Lackner werden. Hohensinn und Truppe sind derzeit in der Medienabteilung des Verfassungsdienstes im Bundeskanzleramt beschäftigt, Lackner ist Consulterin für Medien- und Telekommunikationsrecht. Die Liste dieser Personen wird dem Hauptausschuss des Parlaments vorgelegt. Dieser muss die Kandidaten für die neue Medienbehörde noch absegnen. Medienstaatssekretär Josef Ostermayer ist erfreut, dass es gelungen sei,

KommAustria-Geschäftsführer Michael Ogris soll die neue weisungsfreie Medienbehörde leiten. © KommAustria

„einen ausgewogenen Vorschlag mit Personen auf einem sehr hohen, professionellen Niveau zu finden“, erklärte sein Sprecher. Diese „Shortlist“ wird dem Hauptausschuss des Parlaments vorgelegt. Dieser muss die Kandidaten für die neue Medienbehörde noch absegnen. Mit Anfang Oktober soll das neue Team starten. cc

24. September 2010

Aktuell

Marketing · Werbung · Medien

Chapter 4 und Burson-Marsteller schließen eine Kooperation ab – Wien wird Zentrale für die Betreuung internationaler Etats in Südosteuropa

Rückkehr alter Partner

Severin Heinisch, Chapter 4, kümmert sich mit seiner neuen Agentur um einen alten Bekannten, nämlich das Südosteuropa-Geschäft von Burson-Marsteller. © Chapter 4

Erleichterung am Loquaiplatz in WienGumpendorf. Die Partnerschaft zwischen der PR-Agentur Chapter 4, gegründet Anfang 2010, und dem internationalen PR-Network-Giganten Burson-Marsteller (gehört zur börsenotierten Kommunikations-Holding WPP) war Gegenstand langer Verhandlungen und wurde jetzt fixiert. In elf Ländern Südosteuropas (Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Serbien, Kroatien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Mazedonien, Kosovo und Albanien) arbeitet Burson-Marsteller mit Chapter 4 exklusiv zusammen. Zum Hintergrund: In seiner Zeit als Geschäftsführer bei Hochegger Com war Severin Heinisch für die CEE-Holding der HocheggerGruppe zuständig. Hochegger war damals der Burson-Marsteller-Partner für Österreich und Südosteuropa. Dann kam die Buwog-Affäre und alles änderte sich. Heinisch verließ die Agentur, Hochegger wurde umfirmiert und Bur-

Kurz und bündig Mediazone macht fit Die Social-Media-Experten von der Salzburger Spezialagentur Mediazone Advertising haben im Frühsommer den Pitch um den Online-Etat von Intersport für Österreich, Ungarn, Tschechien und die Slowakei gewonnen. Während des Sommers hat das Agenturteam nun die „Intersport Coachingzone“ für ebendiese Länder umgesetzt. Dazu wurde eine Applikation zum Durchführen einer viralen Kampagne entwickelt und eine OnlinePromotion umgesetzt.

son-Marsteller war auf der Suche nach einem neuen Partner für die Region. Den fand der PR-Riese im Sommer 2010: Ecker & Partner, die sich mittlerweile mit zehn Prozent an Severin Heinischs Neugründung Chapter 4 beteiligt hatte. Und nun holt Heinisch das Südosteuropa-Geschäft von Burson-Marsteller, mit dem er zu Hochegger-Zeiten bestens vertraut war, zu seiner Agentur. ­Jeremy Galbraith, CEO von BursonMarsteller EMEA: „Angesichts der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung der Märkte in Südosteuropa ist es für uns

entscheidend, unseren bestehenden und zukünftigen Kunden mit Chapter 4 ein professionelles und verlässliches Netzwerk in der Region anzubieten.“ „Die Partnerschaft mit Burson-Marsteller ist für uns Auszeichnung und He­ rausforderung zugleich, zumal wir gleich in mehr als zehn Märkten als regionaler Hub tätig sind. Burson-Marsteller bestätigt damit auch die Rolle Wiens als bevorzugtem Standort von CEE-/SEE-Zentralen“, sagt Severin Heinisch, Geschäftsführer und Gründer von Chapter 4. sl

Post sucht sich einen Paket-Profi Nach Mende-Abgang startet Post Personalsuche Nach dem Abgang von Paket- & Logistik-Vorstand Carl-Gerold Mende hat die Österreichische Post AG nun die Suche nach einem Nachfolger begonnen. Das börsenotierte Unternehmen wird dabei vom internationalen Headhunter Spencer Stuart unterstützt. Mende hat Mitte August bekannt gegeben, dass er die in seinem Vertrag festgelegte Verlängerungsoption bis 2013 aus persönlichen Gründen nicht mehr einlösen will. Damit endet sein Vertrag im Juni 2011. Post-Aufsichtsratspräsident Peter Michaelis zum Ab-

gang von Mende: „Wir respektieren die persönliche Entscheidung von Herrn Mende. Herr Mende wird seine Aufgabe wie bisher mit vollem Einsatz erfüllen und die Wachstumsstrategie Pakte & Logistik weiter erfolgreich vorantreiben.“ Mende ist im März 2008 in den Vorstand der Österreichischen Post AG berufen worden – seine Funktionsperiode begann im Juni desselben Jahres. Für den Vorstandsposten, der laut Stellenbesetzungsgesetz öffentlich ausgeschrieben werden muss, sucht die Österreichische Post AG nun eine Dame oder einen Herren, die oder der über internationale Management-Erfahrung in der Logistikbranche und über Fachwissen in den Bereichen Stückgutlogistik, Paketdienst, Postwesen und internationale Distributionsnetzwerke verfügt. rs

Er wird immer kleiner. [ Der Abstand zum ORF.]

wiener-online.at relauncht Der Web-Auftritt des Styria-MultiMedia-Magazins Wiener, www.wie ner-online.at wurde einem inhaltlichen und optischen Relaunch unterzogen. Unter der redaktionellen Leitung von Nicole Kolisch soll der User mit interessanten, kontroversiellen Geschichten eine Weiterführung des Magazins im Web finden. Das Design stammt von Boris Berghammer (BOBdesign).

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Neue CCA-Mitglieder Der Creativ Club Austria (CCA) gibt erfreut Nachricht über den Neuzugang von weiteren Mitgliedern – und zwar Claus Gigler (CD) und Jan Christ (Senior AD), beide von der Agentur Euro RSCG, sowie Dietmar Kreil (AD) von DDB Wien. Damit zählt der CCA (www.creativclub.at) derzeit 196 ordentliche Mitglieder.

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www.sevenonemedia.at

Im Zeitraum 2005–2010 hat sich der Abstand von P7S1 Austria gegenüber ORF von 31,6 auf 12,9 Prozentpunkte verringert. Basis: Österreich, alle Ebenen; 1. 1. 2005–31. 7. 2010; Mo–So; 03:00–03:00 Uhr; P7S1 Austria: ProSieben Austria, SAT.1 Österreich, kabel eins austria, PULS 4 [ab 28. 1. 2008]; Quelle: AGTT/GfK: Fernsehforschung/Evogenius Reporting

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Kommentar

Das Mobiltelefon im Marketing-Brennpunkt

Meinungen & Standpunkte

HORIZONT No 38

Editorial* Hans-Jörgen Manstein

Kommentar Walter Braun Eine Grafik zur Entwicklung der klassischen Werbung in Großbritannien zeigt über die vergangenen 15 Jahre folgendes Bild: Fernsehen hat geringfügig eingebüßt, Radio minimal dazugewonnen, Außenwerbung und Kino blieben auf niedrigem Niveau konstant. Print brach brutal ein: von rund 55 Prozent Werbemarktanteil im Jahre 1995 auf nunmehr unter 30 Prozent. Diesen Kuchen hat zur Gänze das Internet abgeräumt und dabei – zumindest in England – fast schon das Werbefernsehen eingeholt. Diesen Sommer gab Unilever bekannt, das Budget für digitale Werbung zu verdoppeln. Die Entscheidung war gefallen, nachdem Keith Weed, Marketing- und Kommunikationschef des Konzerns, 30 leitende Angestellte nach Amerika verschifft hatte, um intensiv mit Google, Apple, Facebook und Yahoo! zu konferieren. Offenbar waren die Marketingverantwortlichen so beeindruckt von den neuen technischen Möglichkeiten, dass Unilever der erste Markenartikler im Konsumbereich war, der sich auf Apples neuer iAd-Werbeplattform einbuchte. „Digital“ bezieht sich hier aber nicht nur auf das Web, sondern auch auf den neuen Werbeträger Mobiltelefon. Der Grund, warum mobile Werbung die Fantasien der Markenartikler so sehr entzündet, sind nicht bloß Myriaden von potenziellen Apps, nicht bloß die Aussicht, Werbung gezielt lokal einzusetzen – man hofft, auf ebensolche Weise auch die Verbraucher in China, Indien und Afrika (wo es mehr Handys als Internetanschlüsse gibt) zu erreichen. Kein Wunder, dass Procter & Gamble, Reckitt Benckiser und die Cola-Konzerne ihre digitalen Kommunikationsbudgets ausgeweitet haben. Keith Weed meint dazu ein wenig spöttisch (und selbstkritisch?), dass die meisten Unternehmen die digitale Sphäre wie „High School Sex“ behandelt hätten – jeder redet darüber, aber viel weniger tun’s und nur ganz wenige tun es gut. Um zu ergänzen: „Wir machen das alles nicht, weil es lustig oder cool wäre – ich will fischen, wo die Fische sind. Ich muss den Konsumenten voraus sein und als Empfangskomitee bereitstehen, wenn sie ankommen.“ Die „Fische“ sind die junge Generation, die lieber nackt außer Haus geht als ohne Handy. Das weiß auch der Handel, der sich darauf einstellen muss, dass manch ein Junger ohne sein Smartphone ein wenig orientierungslos wäre – da will man doch gerne den Weg weisen ;-). Über Barcodes lassen sich bequem aktuelle Produktinformationen und Promotions (zum Beispiel digitale Kupons) vor Ort in Echtzeit abrufen – das ist als Kommunikation schlicht unschlagbar. Der nächste Schritt wird wohl dahin gehen, dass Handel und Markenartikler ihre Marketingmaßnahmen sowohl Instore als auch außerhalb koordinieren. All dieses pragmatische Effizienzdenken sollte allerdings nicht von der Tatsache ablenken, dass gelangweilten Verbrauchern unglaubliche Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung stehen, Branding also in seinen Anstrengungen nicht nachlassen kann. Was traditionelleren Werbeträgern weiterhin ein Einkommen bescheren wird. Bloß jedes Jahr ein bisschen weniger … [email protected]

Dahingesagt

Das ist wie bei einem Porno – von einem Höhepunkt zum nächsten. Christian Blümelhuber, Professor an der Solvay Business School der Université Libre de Bruxelles über die Funktionsweise von Marketing (siehe Seiten 12 und 13). Liebe Leser! Diese HORIZONT-Ausgabe ging am 23. September 2010 in den Versand. Sollten Sie das Heft nicht zeitgerecht im Briefkasten vorfinden, wenden Sie sich bitte an das zuständige Postamt.

Die Zeit des Small Talks ist vorbei

W

ir eröffnen heute die 17. Österreichischen Medientage – und die Zeiten sind interessant. Und „mögest Du in interessanten Zeiten leben“ ist auch ein alter chinesischer Fluch. Die 17. Medientage finden also möglicherweise in verfluchten Zeiten statt. Nun – vieles spricht dafür. Sehen wir uns um, so stoßen wir auf Gleichgültigkeit, auf die Parallelwelten von Ichlingen in jeder Form und Couleur, auf Politikverdrossenheit und eine Führungs-Elite, die hauptsächlich damit beschäftigt ist, Skandale in jeder Art auszusitzen. Die taxative Aufzählung bitte ich Sie, mir zu ersparen. Ein Blick in die Medien sagt alles. Und eines der populärsten Ereignisse auf YouTube ist der Song eines Comedian-Duos namens „Chris und Lollo“ mit dem Titel „Wann geht der Karl-Heinz endlich in den Häf’n?“

© J. Brunnbauer

Ich bin mir bewusst, dass ich mich jetzt auf dünnes Eis begebe. Aber im Sinne von „Wehret den Anfängen“ muss schon gesagt werden, dass wir mitten in einer schleichenden „Weimarisierung“ der Republik leben. Auch damals wollten über 33 Prozent der Bevölkerung einen starken Mann. Auch damals crashten die Banken. An die Folgen solcher Entwicklungen erinnern sich – Gott sei Dank – nur noch jene, die nicht die Gnade der späten Geburt hatten. Das ist auch deshalb so problematisch, weil die, die das ändern könnten, dem Treiben aus ihrer Parallelwelt in den Erbhöfen der scheinbaren Macht wohlwollend zuschauen. Für ihre Entscheidungen Umfragen verwenden. Sie handeln nicht wie Politiker, sondern Manager, die verunsichert sind. Und ständig die Meinung anderer einholen. So sind sie Getriebene der „politics by polls“ geworden.

Aber wie sollte es denn auch anders sein? Gestatten Sie, dass ich bei meinem Erklärungsversuch Anleihe bei einem alten Lied von Gerhard Bronner und Helmut Qualtinger nehme: „Wir schau’n uns unsere Regierung an, denn die geht mit dem Beispiel voran.“ Wenn die Bundesverfassung, die heuer übrigens ihren 90.Geburtstag feiert, von den Machthabern dann in Anspruch genommen wird, wenn es gilt, ein 17-jähriges Mädchen aus dem Land zu spedieren – gleichzeitig aber ohne Genierer gebrochen wird, wenn sich die gleiche Regierung wegen zweier Regionalwahlen vor dem eigenen Volk fürchtet und daher diesem die Budget-Wahrheit erst nachher mitteilen möchte.

Und wir? Wir hier bei den Medientagen, meine Damen und Herren? Wir sind um keinen Deut besser. Was haben wir denn getan? Haben wir die Medientage genutzt, um die Medien, die vielzitierte vierte Gewalt, in ihrer verantwortungsvollen Aufgabe zu unterstützen? Haben wir die Veranstaltung zu mehr gemacht als einem freundlichen Get-together mit ein paar ansprechenden Diskussionen und dem Vorteil der steuerlichen Absetzbarkeit? Ich möchte Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren, unsere Leistung an einem Beispiel demonstrieren. An zwei Zahlen, die als Spiegel für unserer ganze Branche gelten können: Als wir vor vielen Jahren mit dieser Veranstaltung begannen, hatte die Wirtschaftsredaktion des Nachrichtenmagazins profil acht Mitarbeiter. Heute sind es zwei.

Was sollen sich dann die Menschen auf der Straße denken? Das Signal ist doch eindeutig. Das Gesetz gilt nur dann, wenn es Dir nützt. Oder, wenn die Richter nicht geirrt haben, wie es ein Oberstes Verfassungsorgan der Republik, der Kärntner Landeshauptmann, auszudrücken beliebte. Konsequenzlos, wenn Sie mir die Anmerkung gestatten. Und, lieber Bürger, wenn Du glaubhaft machen kannst, dass Du geistig nicht in der Lage bist, das Recht zu erkennen, dann bist Du überhaupt außer Obligo.

Haben wir, die wir stolz sind auf unsere Verbände, unsere Vereinigungen, unsere Preise, unsere Präsidenten, uns wirklich um die uns Anvertrauten, die Medien, gekümmert? Nein, haben wir nicht. Wir haben Partys gemacht und sind danach zum business as usual übergegangen. Auch wir – so ehrlich müssen wir schon selber sein – haben uns in eine Parallelwelt verabschiedet. Die, die uns kritisierten, das waren für uns die, die keine Ahnung hatten.

Damit wurde die Grundlage für die Atmosphäre des „anything goes“ geschaffen. Die Auswirkungen erleben wir täglich. Über höchste – ehemalige – politische und wirtschaftliche Amtsträger hat sich der Generalverdacht des Halunkentums gelegt. Das Volk beginnt, das Vertrauen in die staatlichen und zivilen Institutionen rasant zu verlieren. Meine Damen und Herren: Nach einer repräsentativen Umfrage wünschen sich 21 Prozent der Österreicher „einen starken Führer“, der unbeeinflusst vom Parlament handeln kann. 21 Prozent, meine Damen und Herren. Das ist beinah ein Viertel. Wobei knapp 40 Prozent gar nicht wählen wollen. Und das in dem Jahr, in dem wir 55 Jahre 2. Republik feiern. Gratuliere. Wir haben es weit gebracht.

Meine Damen und Herren, so geht’s einfach nicht weiter, die Zeiten des Small Talks sind vorbei. Müssen vorbei sein, wenn wir nicht wollen, dass unsere Medien unwiderruflich Schaden nehmen. Und damit unser Land. Denken wir an die 21 Prozent, sehr geehrte Damen und Herren. Die, die auf ihre Art und mit ihren Mitteln für oft wenig Lohn sich bereit erklärt haben, Verantwortung für Österreich zu übernehmen, die Macher der Medien nämlich, die täglich die Kunst des noch Möglichen zu unserem Besten einsetzen, benötigen unsere Unterstützung. Und sie benötigen sie sofort. Meine Bitte an die Politik: Machen Sie eine Medienpolitik, die Qualität und Vielfalt zulässt. Und machen Sie NICHT Politik mit den Medien.

Dass das nicht immer so war, wissen wir. Aber wie konnte es so weit kommen? Ich denke, eine mögliche Erklärung könnte darin liegen, dass wir einfach keine Ziele mehr vor Augen haben. Es fehlt die „Challenge“, wie es so schön heißt. Bis 1955 ging es um unsere Freiheit. Danach um den Wiederaufbau und dann um die Durchlüftung der Republik als Folgeerscheinung des Jahres 1968. Damals hat Willy Brandt verlangt, „mehr Demokratie“ zu wagen. Später ging es um den EU-Beitritt. Den haben wir dann 1995 auch geschafft. Und was kam dann? Ich will es Ihnen sagen, sehr geehrte Damen und Herren: dann kam die Generation derer, deren Credo war: „Wer am meisten hat, wenn er stirbt, hat gewonnen.“ Kurz: Wir haben nahtlos von der Konsens-Demokratie über die Konflikt-Demokratie (2000 – 2006) zur Party-Demokratie übergeleitet. Politische Entscheidungen werden heute beim Networking unter Einbeziehung von sogenannten Networking-Gurus beim Nobel-Italiener getroffen. Zwischen Prosecco und der Erörterung der Frage, welcher Herrenhemdenschneider denn nun wirklich zu empfehlen sei, wird dann von Partei-Jungstars so nebenbei über politisch zu besetzende Ämter abgestimmt. Und die eigentlichen Vertreter des Souveräns, die Parlamente? Die sind zu Abstimmungsmaschinen degradiert, in denen die Regierungsparteien über den „Leverage“ – also den Hebel namens Clubobmann, der die Abgeordneten auf Linie bringt – die Gewaltentrennung de facto ausschalten. Erst neulich sagte ein höchstrangiger Parteifunktionär auf meine Frage, wie denn das mit dem freien Mandat gehandhabt würde: „Freies Mandat? Der Witz war jetzt gut!“ Nur der Ordnung halber: Die dritte Gewalt, die Rechtssprechung, ist zurzeit hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt.

Aus diesem Grund wünsche ich Ihnen keine interessanten Medientage, sehr geehrte Damen und Herren. Ich habe sie vielmehr aufzufordern, die rosarote Brille abzunehmen. Ich fordere Sie auf, endlich einmal Tacheles zu reden, bei unseren Podiumsdiskussionen. Ich fordere Sie auf, zu sagen, was Sie denken, was notwendig ist, um die Medien aus der offensichtlichen Misere zu führen. Ich fordere Sie auf, endlich zu sagen, was gesagt werden muss. Unabhängig davon, ob ihr Gegenüber ein künftiger Arbeitgeber sein könnte. Oder es sonstige Abhängigkeiten gibt. Das hier ist kein Editor’s Dinner der schönen Menschen mit „Seitenblicke“gerechten Wortspenden. Darf es nie mehr sein. Das müssen wir begreifen, meine Damen und Herren. Bevor es zu spät ist. Unser wertvolles und lebenswertes Land braucht wieder Visionen, auch bei den Medien. * Eröffnungsrede zu den 17. Österreichischen Medientagen am 21. September 2010.

Sie haben eine Meinung? Diskutieren Sie mit – auf www.horizont.at unter „Meinungen“.

24. September 2010

Aktuell

Marketing · Werbung · Medien

Download-Game ‚Mazda Burning Gears‘ auf kurier.at mit Boxen-Girl ‚Burnadette‘ als Eye-Catcher und Expertin geht in die zweite Runde

Kurier im Rennfieber gefeatured. Alle Details gibt’s auf der Kurier-Microsite http://kurier.at/bg10. Samt Burnadette.

Ab 21. September als „Expertin“ im Einsatz: Burnadette für „Mazda Burning Gears Special Edition“, das Download-Game von kurier.at.  © kurier.at

„Wer zum Teufel ist ‚Burnadette‘?“, fragte HORIZONT vorige Woche auf Seite 10 im Zusammenhang mit einer kryptischen Personalmeldung von kurier.at. Das Rätsel ist gelöst – war auch nicht schwer –, und Medientage-Besucher von 21. bis 23. September können sich mit Burnadette am Kurier-Stand in der Wiener Stadthalle bereits vertraut machen: Denn ab 21. September 2010 heißt es auf Einladung von kurier.at wieder: Einsteigen, Gas geben und abräumen! Für die „Mazda Burning Gears“-Fans beginnt zum nunmehr zweiten Mal eine abwechslungsreiche Rennsaison quer durch die Wiener Innenstadt (siehe zum ersten Run HORIZONT 20/2010). Neben den aus der ersten Serie im Frühjahr bestens angenommenen Rennwochenenden von Online-Gamern gegenei­ nander und wieder einmal attraktiven Preisen sollen zusätzliche Strecken, Features und natürlich das kurvige BoxenGirl Burnadette für spannende Spiel­ erlebnisse sorgen. Echtes Zuckerl bei allem virtuellen Gaming-Spaß: Unter allen Spielern wird am Ende der Rennsaison als Hauptpreis der ganz reale Mazda2 1.5i GTA im Wert von 17.590 Euro verlost! Burnadette als Expertin und Pappe Und was macht „Burnadette“ dabei? Sie tritt als „Expertin“ in der Kommunikation und (Be-)Werbung rund um das Spiel auf und steht den Lesern vulgo Usern mit Tipps und Tricks zur Seite, beispielsweise bei Newsletter-Aussendungen. Zusätzlich soll Burnadette auf diversen Messen wie beispielsweise den Medientagen oder der Game-City im Wiener Rathaus als Pappkameradin (teil-)real werden – und auch bei den Hotspots in Wien, die im Spiel vorkommen – wie Steffel oder Rathaus –, in Szene gesetzt werden. Ab 21. September steht die „Mazda Burning Gears 2010 Special Edition“ zum Download bereit, Mazda ist Hauptpartner. Entwicklungsfirma der virtuellen 3D-Grafik ist wie schon in der ersten Version die Greentube AG (die auch für die ORF-Ski-Challenge verantwortlich zeichnet). Neu in der „Special Edition“ sind zwei neue Rennstrecken, der Spiele-Modus „Capture the Twist“ (vergleichbar mit einer Schnitzeljagd à la „Capture the Flag“), ein Freundschaftsmodus („Fahr mit fünf Deiner Freunde) sowie eine Auswahl der Automodelle Mazda2 und Mazda3. An den fünf „Rennwocheneden“ werden wieder Preise ausgespielt (besser: es wird um Preise gefahren), das erste Rennwochende von Freitag, dem ersten Oktober, bis Sonntag, dem 3. Oktober, steht unter dem Motto „Schlacht der Geschlechter: Frauen gegen Männer“ und wird in Kooperation mit Kronehit Radio

Werbung im Game und fürs Game Rückblick: Von der ersten Version des Games wurden im Frühjahr in den zehn Wochen „Rennsaison“ 27.000 Downloads getätigt, über 140.000 Rennen mit bis zu sechs Usern gleichzeitig wurden gefahren. Da in den Parcours Werbeflächen integriert sind, gibt es auch dazu einen Wert: An die 22.000 Stunden wurde von allen Usern ins Spiel inte­

grierte Werbung aktiv gesehen. Das Zähl-Instrumentarium dazu ist seit der „ORF-Ski-Challenge“ etabliert: Die Sichtbarkeit des Werbemittels wird in Zwei-Sekunden-Intervallen gemessen – aus den 22.000 Stunden User-Nutzung der ersten Version ergeben sich rechnerisch fast 40 Millionen derartige ZweiSekunden-Intervalle respektive „AdViews“ (siehe HORIZONT 6/2010). Beworben werden die „Mazda Burning Gears“ natürlich via Kurier und kurier.at – und in einer dichten Hörfunkkampagne auf Kronehit. hs

Lernen Sie Don Draper kennen! Erste Mad-Men-Staffel gratis zum HORIZONT- und BESTSELLER-Abo für 120 Euro Es ist die Kultserie schlechthin – und sie wirkt weit über die Grenzen der Werbebranche hinaus. „Mad Men“, erst kürzlich zum bereits dritten Mal mit dem Grammy für die beste Fernsehserie ausgezeichnet, spielt im New York der frühen Sechzigerjahre, zur Zeit der „Creative Revolution“ in der Werbung. Die erste Staffel der Serie gibt es jetzt auch auf Deutsch auf DVD, natürlich in Ergänzung zur Originalversion. HORIZONT bringt die Serie, die bislang nur als Geheimtipp in der heimischen Wer-

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beszene gehandelt wurde, nach Österreich. Wer ein Jahresabo von HORIZONT und BESTSELLER für nur 120 Euro im Jahr bestellt, erhält gleich wenige Tage später die komplette erste Staffel von Mad Men (Drei DVDs mit je vier Folgen) ohne zusätzliche Kosten. Einfach bestellen unter: www.horizont. at/weitblick, [email protected] oder per Telefon: 01/866 48 930. red

Staffel 1 der USKultserie über Werber in den Sechzigerjahren gibt es jetzt mit einem Abo von HORIZONT und BESTSELLER.

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14.09.2010 16:26:07 Uhr

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Aktuell

Marketing-Knowhow in Linz „Fast Forward Marketing“ heißt es beim Marketing ­Forum Linz am 15. Oktober Im Linzer Designcenter präsentiert das „Österreichische Marketing Forum 2010“ neue Wege der Kommunikation. Dazu reisen am 15. Oktober Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und ­Medien an, um ihre Sicht der Auswirkungen von sozialen Netzwerken, ­I nstant-Messaging-Diensten oder Smartphones auf das Informationsund Konsumverhalten der Menschen darzulegen. Die Referenten werden den Besuchern nicht nur theoretisch zeigen, wie Marketingstrategien im Jahr 2010 im besten Fall auszusehen haben, sondern haben auch praktische ­Beispiele parat. Einer dieser Experten ist Nick ­Sohnemann vom Micro-Trendforscher TrendONE, der im Rahmen des Linzer Marketing-Kongresses die Entwicklung vom Internet zum Outernet beschreiben­ wird. Ebenfalls ans Rednerpult treten wird die Konsumpsychologin Simonetta­ Carbonaro, die den ­Wünschen von Konsumenten auf den Grund gehen wird. Webexperte Daniel Mattes wird dem Publikum am Beispiel der Telefonie-Plattform Jajah.com Einblicke in seine Erfahrungen mit SocialMedia-Aktivitäten und viralen Kampag­ nen geben. Ebenfalls mit von der Partie ist Anita Eggler, vormals Managerin bei Mamma Media und seit kurzem selbstständige Beraterin, die den Zuhörern „den gewinnbringenden Umgang mit dem Faktor Zeit als neue Währung für Werbeerfolg“ schmackhaft machen wird. Als Verfechter des gut durchdachten­ Markteting-Mixes wird Business-Experte Hermann Scherrer zum Marketing Forum Linz kommen, Branchenkollege Andreas Schmid­ lechner von McDonald‘s Österreich möchte vermitteln, dass scheinbar ­Altes auch gesellschaftliche Wandel überleben kann. Alle Informationen zum dies­jährigen „Österreichischen Marketing Forum Linz“ und zum Thema „Fast Forward Marketing. Neue Wege in einer neuen Zeit.“ (Kostenpunkt: 420 Euro plus USt., für MCL-Mitglieder um 340 Euro plus USt.) finden Sie unter www.marketingclub-linz.at. so

Marketing · Werbung · Medien

Neues Rabattsystem der ORF-Enterprise bringt laut Franz Prenner ein verbessertes Preis-Leistungs-Verhältnis für drei Viertel aller Kunden

Prenner: Doppelschritt bei TV-Werbepreisen es nicht so geht? Festgehalten werden kann jedoch, dass die neue Marktoffensive der ORF-Enterprise mit einer Reihe von „Public-Value“-artigen Argumentationen unterstützt ist: Prenner will das Pricing der ORF-TV-Werbung konkurrenzfähig ­halten und versucht ein neues Marktpreisniveau für die beiden nach wie vor marktführenden Programme, ORF 1 und ORF 2 herzustellen (wie das Gesetz es ihm befiehlt). Den selbst nach dem „Doppelschritt“ im Vergleich zu den ­Privaten mutmaßlich noch ­immer ­höheren Preis argumentiert Prenner mit „nachhaltiger Qualität“ – allein die ­Werbezeitbeschränkung auf 42 Minuten täglich macht Werbung auch in einem dem Druck der Mitbewerber ausge­ setzten ORF zu einem kostbaren Gut.

Franz Prenner hat viel vor. Die ORF-Enterprise will in zwei Etappen den ­TV-Werbemarkt revolutionieren. © E. Kessler

Fortsetzung von Seite 1 Mit dem Nettopreissystem samt volumensbezogener „Rabattstaffel“ ist die Preispolitik des ORF zumindest in Grundzügen ein Stück transparenter (und begräbt damit das beliebte RabattVerhandlungsspiel endgültig). Parallel zu dieser Maßnahme beendet die Enterprise ab 2011 auch die zuletzt quartalsweise vorbehaltenen Preisanpassungen – „unterjährige Preisanpassungen sind nicht mehr an Quartale gebunden.“ Agenturprovision, ade! Die eigentliche Revolution liegt ab 2012 in der Abschaffung der 15-prozentigen Agenturprovision. Ursprünglich Ende der 80er-Jahre des 19. Jahrhunderts eingeführt (in den USA, wo sonst?), um Agenturen, die den Medien, vulgo Zeitungen, mit fertigen Vorlagen AnzeigenSatz erleichterten, ihre Dienste zu entgelten, ist sie seit den ausgehenden 90erJahren zu einer Leerzeile „verkommen“. Die 15 Prozent werden von den Mediaagenturen an den Kunden „durchge-

reicht“ – Honorarvereinbarungen im Millionen-Volumengeschäft Mediabuchung zwischen Agentur und Kunde (sowie Agentur und Medien) laufen „bereinigt“ um den Provisionssatz. 2012 ist für Prenner deshalb das Zieldatum als zweite Etappe, da ­einerseits die großen zwölf Mediaagenturen Zeit brauchen, ihre Rechnungssysteme zu adaptieren, und kleineren regionalen Agenturen, die tatsächlich noch Anteile aus der Provision als ­Honorar einbehalten, Zeit zur Neuverhandlung mit ihren Auftraggebern ­eingeräumt werden soll. Prenner hat nach eigenem Bekunden mit seinem Team rund um Ralph Meier und Christian Forster diese Maßnahmen mit einem Großteil seiner Kunden und Mediaagentur-Partnern durchgesprochen – und stößt auf eine breite Akzeptanz. Kritisch könnte eine Durchrechnung Ist und Soll werden: Zwar ­argumentiert Prenner, dass „bis zu drei Viertel“ seiner TV-Kunden im neuen System eine PreisLeistungs-Verbesserung erwarten können – aber was macht das Viertel, dem

„Unglaublich breite Palette“ Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe, die am Dienstag, dem 21. September, zum Start der Medientage aufliegt (und postalisch mit den Preisträgern des „Adebars“ der burgenländischen ­Werbewirtschaft am Freitag, dem 24. September, beim Leser sein wird) stand die ORF-Programmpräsentation am Dienstag, den 21. September, am ­Küniglberg noch bevor: Franz Prenner ist ein Mann, der begeisterungsfähig ist, aber im ­HORIZONT-Gespräch gerät er ins Schwärmen: „Es ist einfach unglaublich, welche Themen- und Programmbreite und Vielfalt der ORF präsentiert.“ Highlights kann Prenner nicht verraten, aber er avisiert, auch im Kontext mit der ­Offensive des ORF in den Neuen ­Medien (Stichwort tvthek.orf.at), eine Haltung des Öffentlich-Rechtlichen, die er als Botschaft verstanden wissen will: Wenn sich in der digitalen Welt das Rezipienten­ verhalten verändert, dann müssen die tradierten Medien dem Konsumenten in die neuen Kanäle ­folgen. Diese Bereitschaft und das unter dem Aspekt des neu gezurrten „Public Value“-Dekrets demonstriere die ­Präsentation am Dienstag. hs

Sonderthemenvorschau weltweit: www.publicitas.com/de/austria www.publicitas.com/austria Die internationale Medienrepräsentanz

HORIZONT No 38

Nachschlagewerk listet Redaktionen Journalisten-, Medien& PR-Index 2010 ist erschienen „Die Wirtschaftskrise hat sowohl auf die Zahl der Journalisten wie auch auf die Gesamtzahl der Medien in Österreich keinen wesentlichen Einfluss gehabt“, erklärt Peter Hoffer, Herausgeber des Journalisten-, Medien- & PR-Index, ­dessen jüngste Ausgabe dieser Tage ­erscheint. Dies sei ein wesentliches ­Ergebnisse der aktuellen Herbstausgabe. Das Handbuch biete Hoffer ­zufolge durch neues Layout den doppelten gedruckten Content. Der OnlinePortalzugang wird mit einer neuen ­Mobile-App zu Journalisten- und Mediendaten aufgewertet. Zusätzlich bietet der Indexverlag einen monatlichen Newsletter mit Änderungen betreffend Journalisten und Medien an. Index-Verlag-Herausgeber Peter ­Hoffer gibt die Zahl der im Handbuch und Online erfassten Journalisten mit 12.610 an, die in 2.868 Print- und elektronischen Medien tätig sind. „Was in manchen Printmedien an redaktionellen Mitarbeitern eingespart wurde, ist in diversen neuen Onlinemedien auf­ gestockt worden. Printredaktionen versorgen in zunehmendem Maße auch die Internetseiten. In Sachen Online ist es zu einem wahren Boom gekommen“, stellt Hoffer fest. Sein Handbuch listet mehr als 118 österreichische Online­ medien mit eigenen Redaktionen auf. Der Journalisten-, Medien- & PR-Index 2010/2 umfasst 380 Seiten und ist inklusive sechs Monate Onlineportalzugang um 180 Euro erhältlich. Bestellungen unter: Index Verlag, Frimmelgasse 41, 1190 Wien, Tel/Fax 3701577 oder im Web unter www.indexverlag.at. cc

Die Herbstausgabe des Journalisten-, Medien- & PRIndex 2010 ist erschienen.

Unternehmen

Marken · Märkte · Marketing

24. September 2010

Bruckner leitet PR-Lehrgang Die Wifi-Ausbildung zum ­geprüften PR-Assistenten unter neuer Leitung Am 4. Oktober startet der nächste Lehrgang für die Ausbildung zum geprüften PR-Assistenten des Wifi Wien am WKO campus wien. Die Leitung dafür übernimmt Christoph Bruckner, Gesellschafter der PR-Agentur Milestones in Communications. Der 55-jährige ­Wiener war von 2005 bis 2007 Präsident des österreichischen PR-Verbandes ­Public Relations Verband Austria (PRVA). Bruckner übernimmt damit die Nachfolge von Franz Bogner, der diesen Kurs ins Leben gerufen hat. Der ein­semestrige Kurs ist vom PRVA geprüft und wird auch berufsbegleitend an­geboten (ab 19. Oktober). Der Kurs ­vermittelt theoretisches und praktisches PR-Wissen. Absolventen können ­danach eine Ausbildung zum PR-Berater­absolvieren. Die Kosten belaufen sich auf knapp 2.000 Euro. Nähere Informationen unter www.wifi wien.at. tw

Christoph Bruckner war von 2005 bis 2007 Präsident des PRVA.  © Wilke

Das Vorstandsteam der Österreichischen Marketing-Gesellschaft wurde einstimmig wiedergewählt

Drobil bleibt ÖMG-Präsident

Der ÖMG-Vorstand, einstimmig bestätigt: Schriftführer Hans Bauernfeind (Leonardo Marketing), Klement Cabana (pointoforigin), Gabriele Stanek (Ifairman International Fair Management), Kassier Christian Spath ­(mediasupport), Präsident Peter Drobil, Gerhard Riedler (IP Österreich), ­Generalsekretärin Daniela Berlini.  © C. Breneis

Die ÖMG Österreichische MarketingGesellschaft ist – neben einigen anderen – vor allem mit ihm verbunden: Peter Drobil, Head of Brand Management Austria/Identity & Communications in der Bank Austria/Member of UniCredit Group (ja, so steht’s auf der Visitenkarte). Drobil ist Gründungspräsident und unermüdlicher Aktivist in der ÖMG – assoziiert mit der Deutschen Marketing-Gesellschaft –, und so nimmt es nicht weiter wunder, dass Drobil und

sein Vorstandsteam anlässlich der nunmehr vierten Generalversammlung der ÖMG einstimmig wiedergewählt wurden. Glückwunsch also und toi, toi, toi für viele weitere Aktivitäten an Präsident ­Peter Drobil, Vizepräsidentin Gabriele Stanek (Ifairman International Fair ­Management), Vizepräsident Gerhard Riedler (IP Österreich), Kassier Christian Spath (mediasupport), Schrift­ führer Hans Bauernfeind (Leonardo Marketing) und Klement Cabana (point­

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Web-Gewinne werden wahr Ecoplexx setzt für die Spar-Marke weinwelt.at ein digitales Gewinnspiel um

oforigin). Josef Hruby (yes.wecan Beratungs- und Beteiligungs GmbH und ­Herausgeber Skip und Skip c.l.a.s.s.) und Felix Josef (Triconsult) fungieren als Rechnungsprüfer. Generalsekretärin Eleonora Janotta verlässt die ÖMG nach sieben Jahren – ihre Agenden übernimmt Daniela Berlini. Generalversammlungen sind auch Bilanzzeiten, und die Bilanz für die ÖMG zieht Präsident Peter Drobil so: aktuelle Mitgliederzahl: 166 Unternehmen, davon 38 Firmenmitgliedschaften mit bis zu fünf Personen. Einige ­Aktivitäten der letzten beiden Jahre: Veröffentlichung des fünften und sechsten Buches der ÖMG-Buchreihe „Design im Marketing, Mittel zum Zweck“ und „Effectuation – Unternehmergeist denkt anders“, Fortsetzung der Veranstaltungsreihe Business Lounge zu Themen wie Neuromarketing­, Jugendmarketing, Dialogmarketing und Callcenter-Marketing. Vizepräsidentin Stanek ­berichtet von der Gründung der ersten MarketingWissensplattform Österreichs – dem Point of Marketing anlässlich des Österreichischen Marketingtages mit den ­Kooperationspartnern Design Austria und DMVÖ (Dialog Marketing Verband Österreich). Vorstandsmitglied Klement Cabana ­arbeitet an der Etablierung des ÖMG-Mentoring-Programms „next ge­ ne­ration“­für Jung-Marketer. hs

Die Weinwelt von Spar ist schon seit Längerem auf Facebook vertreten, nun setzt weinwelt.at über diesen Kanal auch Gewinnspiele für die Online-Community um. Dabei werden spielfreudige User von Facebook auf die WeinweltPage gelotst, wo sie dazu aufgefordert werden, eine virtuelle Verkostung zu organisieren und elf ihrer FacebookFreunde dazu einzuladen. Bestätigen alle geladenen Freunde ihr Kommen zu dem Schlemmertreffen, hat der Einladende die Chance, eine Offline-Verkostung zu gewinnen. Damit diese Gewinnspiel-Aktion reibungslos funktioniert, wurde das Web-Dienstleistungs- und -Beratungsunternehmen Ecoplexx dazu beauftragt, eine eigene Applikation zu entwickeln. Nähere Informationen zu dem Gewinnspiel von Spar finden Sie unter www.weinwelt.at. so

Spar nützt die Möglichkeiten des Social Webs und bringt die User dazu, sich intensiv mit dem WeinweltSortiment zu beschäftigen.  © weinwelt.at

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Unternehmen

Marken · Märkte · Marketing

HORIZONT No 38

PR-Verband forciert standardisierte Evaluierung von PR-Maßnahmen und entwickelt Kennziffern für die Branche

Keine Zeugnisverteilung, nur Controlling „Fakt ist, die Kommunikationsbudgets werden nicht steigen“: Bei der Präsentation der Studienergebnisse des „European Communication Monitor 2010“ in Wien vergangene Woche (siehe dazu Seite 14 in diesem Heft) gab Kommunikationswissenschafter Ansgar Zerfaß den anwesenden PR-Fachleuten den Rat mit auf den Weg, von sich aus Leistungsnachweise zu erbringen, um das

Standing der Kommunikationsarbeit als auch die dafür abgestellten Ressourcen zu sichern – sei es gegenüber dem Auftraggeber oder im Unternehmen selbst. Um diese Problematik weiß auch der Public Relations Verband Austria (PRVA), der sich aus genannten Motiven seit einiger Zeit in einem eigenen Arbeitskreis dem Thema „Kommunikations-Controlling“ widmet und nun

nach eigenen Angaben erste Fortschritte im Sinne einer Standardisierung verzeichnen kann. PRVA-Präsident und Leiter der Unternehmenskommunikation der Telekom Austria Martin Bredl sieht darin einen wichtigen Schritt für die Professionalisierung der Branche und verweist auf Headquarters internationaler Konzerne in Deutschland, wo es auch das Berufsbild des CCC – „Cor-

porate Communication Controller“ – gebe. Der PRVA sei jedenfalls bestrebt, in Bezug auf das Thema Messbarkeit und Evaluierung ein gemeinsames Branchenbekenntnis für den deutschsprachigen Raum zu forcieren. Bilanz statt Bauchgefühl „Es geht darum, die PR-Leistungen transparent zu machen und zu zeigen,

Die neue Auflagen-Dimension

531.000

Druckauflage von Montag bis Freitag tagesschnitt seit 25. Juni 2010

411.000

1. Hj. 2010 Verlagsangabe Ø Mo–Fr

371.000

2. Hj. 2009 Verlagsangabe Ø Mo–Fr

334.000 1. Hj. 2009 Verlagsangabe Ø Mo–Fr

ÖSTERREICH hat seit 2009 bereits 197.000 Druckauflage zugelegt. nach 18 Monaten wurde die ÖSterreiCH-Druckauflage (Montag–Freitag) von 334.000 Zeitungen pro tag auf nunmehr 531.000 Zeitungen im tagesschnitt ausgebaut. Keine andere Zeitung im Land hat eine so eindrucksvolle Steigerung der Druckauflage.

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Susanne Senft leitet den PRVA-Arbeitskreis zum Thema „Kommunikations-Controlling“ und meldet erste Fortschritte. © Senft & Partner

welchen Beitrag sie für den gesamten Unternehmenserfolg leisten“, begründet Susanne Senft, Geschäftsführerin der Agentur Senft & Partner und Leiterin des PRVA-Arbeitskreises, den Vorstoß. Alles, was sich nicht in Zahlen ausdrücken lässt, scheine nicht in den Bilanzen und damit auch nicht auf den Bildschirmen der CEOs auf – das mache den Kommunikationsbeauftragten das Leben nicht leichter. Damit der Brückenschlag der PR-Agenden in die Controlling-Systeme und das Unternehmens-Reporting gelingen kann, sucht der PRVA nach Evaluierungsmodellen und hat dabei auch bei den deutschen Kollegen der DPRG (Deutsche Public Relations Gesellschaft) angedockt, die gemeinsam mit dem Internationalen Controller Verein (ICV) ein vierstufiges Grundmodell für KommunikationsControlling erarbeitet hat. Letzteres wird dieser Tage beim Kommunikationskongress 2010 in Berlin (23. und 24. September) präsentiert. Aufbauend auf diesem „Wirkungsstufenmodell der Kommunikation“ hat der PRVA spezifische Kennziffern, sogenannte „Key Performance Indicators“ entwickelt, die es ermöglichen sollen, Kommunikationsprozesse innerhalb der gesamten unternehmerischen Wertschöpfungskette – vom Ressourcen-Input für PR-Maßnahmen bis zum geldwerten Outflow des Unternehmens – numerisch darzustellen. Zwar nicht in absoluten Zahlen, aber in Prozentwerten – unabhängig davon, ob es sich um reputationssteigernde Maßnahmen mit absatzfördernder Wirkung oder aber um die Qualität der Beziehungen zu Journalisten handelt, führt Senft weiter aus. Bis dato wurden vom PRVA Kennziffern für Medienarbeit, Corporate Publishing, Online-Kommunikation, Events, interne Kommunikation sowie Investor Relations definiert – den Bereich Social-MediaKommunikation will der Arbeitskreis noch in Angriff nehmen. Ein Vorteil des Modells ist laut Senft sein modularer Aufbau, „sodass es in großen wie kleinen Unternehmen angewendet und in unterschiedliche Planungs- und Reporting-Systeme implementiert werden kann“. Senft will die PRVA-Initiative nicht als „Zeugnisverteilung“ verstanden wissen – vielmehr sollten sich die Kommunikationsprofis in ihrem eigenen Interesse trauen, konkrete Ziele zu definieren und sich messen zu lassen. Ferner gehe es nicht allein darum, Legitimations- und Argumentationshilfen für die PR zu entwickeln, sondern den Kommunikationsverantwortlichen insbesondere ein Instrument zur besseren Planbarkeit und Steuerung ihrer Aktivitäten in die Hand zu geben. Im gleichen Atemzug lädt Senft ihre Branchenkollegen dazu ein, mit Best-Practice-Beispielen in Sachen „Controlling“ vorstellig zu werden. Eine Broschüre zum Thema kann man beim PRVA (www.prva.at) bestellen. gud

24. September 2010

Unternehmen

Marken · Märkte · Marketing

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Lego startete mit einer neuen Kampagne und richtet sich diesmal untypischerweise an Männer

‚Lieber zu Hause baggern‘ einer­Autowerbung ähnlich – der Unterschied liegt darin, dass man das Spielzeug von Lego selber zusammenbauen kann. 1.123 Teile, Doppel-Infrarot-Fernsteuerung und vier Motoren – ein richtiges „Must-Have“ für den Mann, das ab September im Handel erhältlich ist. Für die Öffentlichkeitsarbeit sorgte die Agentur fischerAppelt, relations, die seit 2004 für Lego tätig ist, und entwickelte Pressematerialien, wie einen Basisprodukttext, der den Raupenbagger in den Mittelpunkt stellt, und ein Thementext, der erklärt, warum Männer gerne spielen. Im

Der neue Lego Technic motorisierte Raupenbagger ist, so das Unternehmen, ein „Must-have“ für Männer.

Seit Anfang September spricht Lego mit seiner neuen Kampagne für die LegoTechnic-Produkte eine neue Zielgruppe, die Männer, an. Eine etwas ungewöhnliche Gruppe, könnte man meinen, wo doch Lego eigentlich weltweit als Kinderspielzeughersteller bekannt ist. Sollen jetzt etwa Männer zu Hause spielen, oder sind da Väter gemeint? Verstehen darf man das Ganze so: „Untersuchungen und Fokusgruppen-Tests haben ergeben, dass zehn Prozent aller TechnicProdukte seit je von erwachsenen Männern für sich selbst gekauft werden“, erklärt Christian Korbes, Vize Präsident Marketing Lego Central Europe. Mit neuen Produkten wie dem neuen Lego Technic Raupenbagger will man diese zehn Prozent direkt ansprechen und somit das „Kind im Manne“ wecken. Auch Männer sollen ihre Lust am „Bauen und Konstruieren“ ausleben können. Flut an Kommunikation Die Serviceplan-Gruppe (Serviceplan Campaign, Mediaplus, Plan.Net Campaign und Plan.Net Media) entwickelte für Lego eine Kampagne, die ab September großflächig über Print-, TV- und Online-Medien gestreut wird. Auf acht unterschiedlichen Anzeigenmotiven wird die neue Zielgruppe Mann mit Texten wie „Ihrer Frau ist es doch auch lieber, Sie baggern zu Hause“ angesprochen und durch Anzeigen in Gesellschafts-, Männer- und Baufachmedien darauf hingewiesen. Weiters werden auch TVSpots im Kampagnenzeitraum auf Männersendern wie Dmax ausgestrahlt. „Ganz anders als in unseren sonstigen TV-Spots (Zielgruppe Kinder), liegt der Fokus auf dem neuen Produkt mit 1.123 Teilen“, meint Korbes. Der TV-Spot ist

Herbst ist eine Guerilla-Aktion geplant, bei der die Thematik „Baggern“ im Mittelpunkt steht. Männer werden in ihrer natürlichen „Bagger-Umgebung“ ange-

Christian Korbes, Vice President Marketing Lego Central ­Europe.  © Lego

sprochen und mit Wortspielen, wie sie auf den Anzeigen zu finden sind, an ihre „Bagger-Skills“ erinnert. Auf der neuen Website www.legoformen.de, die seit September online ist, kann man mit einer entsprechenden 3D-Brille die Bagger in computeranimierten Videos in 3D betrachten. Auch auf der Website findet man den „Lego Technic Decision Maker 3000“. Hier werden vom Raupenbagger Fragen, welche von den Usern gestellt werden können, beantwortet. Auf Facebook können die Antworten dann direkt veröffentlicht werden. Das Unterneh-

Gewista. Erfinder neuer Welten. Transport Media. Bewegt die Stadt.

men legt somit auch viel Wert auf neue Innovationen im Produktmix, und so geht man bei Lego mit dem aktuellen Beschluss des europäischen Gerichtshofs bezüglich des Legosteins locker um: Laut Korbes bleibt die Marke Lego durch die Investitionen in Entwicklung und Forschung der vergangenen Jahrzehnte auch ohne Patent einzigartig. Der Hintergrund: Nach langem Rechtsstreit hat der EuGh beschlossen, dass die Steine nicht unter Markenschutz stehen und von jedermann nachgebaut und verkauft werden dürfen. tw

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Unternehmen

Marken · Märkte · Marketing

HORIZONT No 38

HORIZONT beleuchtet an den Beispielen Henkel und Ikea zwei – ähnliche – Varianten von Konfliktkultur in Unternehmen, Wirtschafts-Coach Christine Bauer-Jelinek nimmt Stellung

Auf der Suche nach der richtigen Betriebstemperatur

Michaela Foißner-Riegler, HR-Managerin Ikea Austria: „Sachliche Auseinandersetzungen sind erwünscht, zwischenmenschliche Konflikte dagegen müssen bereinigt werden.“© Ikea

Peter Truzla, Personalchef Österreich Henkel CEE: „Das Klima bei Henkel ist zweifelsfrei konsensorientiert – es geht um das Schaffen von Win-win-Situationen.“ © Henkel CEE

Christine Bauer-Jelinek, WirtschaftsCoach und Psychotherapeutin: „Weder die komplette Konfliktvermeidung noch ‚Friede, Freude, Eierkuchen‘ sind sinnvoll.“ © O. Topf

Konflikte sind im beruflichen Alltag unvermeidbar. HORIZONT besprach das Thema mit den Personalverantwortlichen des Markenartiklers Henkel, Peter Truzla, und des schwedischen Möbelhauses Ikea, Michaela Foißner-Riegler, sowie Wirtschafts-Coach Christine Bauer-Jelinek. „Konflikt als Auseinandersetzung auf fachlicher und sachlicher Ebene wird bei Henkel durchaus als Chance verstanden und muss in entsprechender Form aufgearbeitet und genutzt werden. Streit hingegen ist emotional, meist kontraproduktiv und ge­neriert keinerlei Mehrwert“, definiert

Truzla, Personalchef Henkel Österreich & CEE, verantwortlich für 950 Mitarbeiter. In dieser Hinsicht pflichtet FoißnerRiegler bei: „Ein zwischenmenschlicher Konflikt ist ein Nerven- und Zeiträuber, muss aber bereinigt werden, denn letztendlich geht es um die Konzentration auf das Business. Aber es gibt immer eine Lösung, und wo Menschen ar­beiten, entsteht Reibung“, erklärt die HR-Managerin von Ikea.

entierten Unternehmen Ikea gefragt. „Unsere Teams sind sehr divers und multikulturell, und jeder sollte seinen Part zur Ideenfindung beitragen. Ikea glaubt an demokratische Entscheidungsprozesse – diese dauern länger, enden aber mit einem deutlichen Commitment aller Beteiligten“, schildert Foißner-Riegler. Die Unternehmenskultur wird von ihr als sehr stark beschrieben: Toleranz, Vertrauen, Teamfähigkeit und Unkompliziertheit sind relevante Werte für Ikea. Sehr ähnlich beschreibt Truzla die Unternehmenskultur von Henkel, wo ein

Win-win-Situation oder Machtthema Sachliche Konflikte und Diskussionsfähigkeit allerdings sind im Team-ori-

„zweifelsfrei konsensorientiertes Klima herrscht“, Raum gelassen wird für individuelle Meinungen und gleichzeitig der Teamerfolg über dem Erfolg des Einzelnen stehen sollte. „Ziel ist das Schaffen einer ‚Win-win-Situation‘“, sagt Truzla. Hier schaltet sich Coach Bauer-Jelinek ein: „In Konflikten geht es immer um das Durchsetzen von Interessen und damit um Macht. Oft setzt sich die Persönlichkeit durch und nicht der sachliche Aspekt.“ Dies kann, obwohl das Beste gewollt wird, zu Frust führen. Anzustreben wäre, Klarheit in Situationen zu schaffen. Außerdem findet Bauer-Jelinek, dass in der westlichen Welt – unabhängig von der Unternehmenskultur – Konflikte durchaus auf der Tagesordnung stehen: „Mitarbeiter sollten sich daher an der realen Konfliktszenerie orientieren“, empfiehlt die Psychotherapeutin. Führungskräfte sind Vorbilder Sowohl für Foißner-Riegler als auch für Truzla spielt die Vorbildwirkung der Führungskräfte eine bedeutsame Rolle: „Diese werden von Mitarbeitern immer am eigenen Verhalten gemessen“, sagt Truzla, und Foißner-Riegler ergänzt: „Es ist Aufgabe des Vorgesetzten zu erkennen, was sich in seiner Abteilung abspielt, Dinge anzusprechen und situationsbezogen zu agieren.“ Es geht um das richtige Maß, die richtige Betriebstemperatur, pflichtet BauerJelinek bei: „Führung sollte zielorientiert und ‚ressourcenschonend‘ agieren. Das heißt: Geld und Kraft sparen und die Motivation der Mitarbeiter erhöhen.“

Foißner-Riegler, die in Oberösterreich und Wien arbeitet, erwähnt diesbezüglich die jährlich extern durchgeführte Mitarbeiterbefragung des gelb-blauen Möbelhauses und meint stolz: „Wir haben jedes Jahr bessere Werte. Die Befragung findet auch auf globaler Ebene statt – und hier sind wir unter 30 Ländern auf Platz vier. Hier spiegelt sich meiner Meinung nach wider, dass Ikea Österreich sehr transparent und offen agiert und die Mitarbeiter involviert und informiert.“ Das klingt doch wunderbar. Doch Bauer-Jelinek warnt: „Im Moment haben Unternehmen allgemein wieder einen zu hohen Konfliktpegel, der durch die Krise noch zugenommen hat und Prozesse eher blockiert. Entscheidungen werden aus Zeitmangel und finanziellem Druck wieder verstärkt top-down getroffen. Das Pendel sollte zugunsten von Produktivität und Kreativität wieder in die andere Richtung schwingen.“ Peter Truzla meint dennoch, dass hierarchisches Denken immer weniger Platz einnehme, insbesondere bei jungen Mitarbeitern, und dass dies durch Team- und Matrix-Organisationen gefördert werde. Und Foißner-Riegler ist zuversichtlich: „Wir haben gute Jahre hinter uns und sind es gewohnt, mit Veränderungen umzugehen. Ikea ist seit 60 Jahren am Markt. Das ganze Leben ist Bewegung.“ Auch im aktuellen BESTSELLER 9–10 steht das Thema Konflikt im Mittelpunkt der Geschichte „Von Streithähnen, Friedenstauben und starken Teams“ – Kreativchefs und Wirtschafts-Coaches diskutieren ihren Umgang mit Auseinandersetzungen und erklären, wie Konflikte kreativitätsfördernd wirken können. bis

Almdudler rief einen Karriere-Gipfel ins Leben und setzt sich als engagierter Arbeitgeber in Szene

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In der Almdudler-Hütte in Wien Grinzing trafen Michael Prüller (Die Presse), Staatssekretärin Christine Marek, Almdudler-Geschäftsführer Gerhard Schilling, DiTech-Inhaberin Aleksandra Izdebska und Markus Guber (Career Guide) zusammen, um über mögliche Verbesserung in Bildung und Ausbildung zu beraten. Die Diskussion kommt gerade recht, stehen Zugangsbeschränkungen und Knock-out-Prüfungen dem freien Bildungszugang doch stets im Wege. Dazu kommt das schlechte Image von Lehrberufen, die häufig als zweite Wahl zu weiterführenden Schulen angesehen werden. Daraus ergibt sich ein Mangel an qualifizierten Lehrlingen. Das sei auch bei Almdudler spürbar: „Es war irrsinnig schwer, einen passenden Lehrling zu finden, weil oft die BasisQualifikationen fehlten“, klagt Schilling. Laut Prüller läge es an der Politik, dafür zu sorgen, dass sich die Gesellschaft nicht weiter in bildungsinteressierte und bildungsferne Schichten spalte. Gruber wiederum sieht professionelle Beratung bei der Berufswahl als essenziell an: „Nur fünf Prozent der

Michael Prüller, stellvertretender Chefredakteur der Presse, Staats­ sekretärin Christine Marek, Almdudler-Geschäftsführer Gerhard Schilling, DiTech-Inhaberin Aleksandra Izdebska und Markus Guber, He­ rausgeber des Career Guide. © Career

Ausbildungs- und Berufsentscheidungen – und das sind rund 120.000 Entscheidungen im Jahr – werden professionell unterstützt.“ Den Produktivitätsverlust für die Wirtschaft nach Fehlentscheidungen schätzt er auf sieben Milliarden Euro pro Jahr. Beratung für alle Ausbildungs- und Jobsuchenden belaufe sich aber auf „nur“ 500 Millionen Euro.  so

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Marken · Märkte · Marketing

HORIZONT No 38

Christian Blümelhuber klärt uns auf, warum der pawlowsche Hund ausgedient hat, was Marken mit Donuts gemeinsam haben und warum das Marketing einen Höhepunkt nach dem anderen liefern muss

,Marketing ist Porno‘ HORIZONT: Klassisches Marketing steckt in der Krise. Einer der Gründe ist das Zersplittern der Massenmärkte. Jeder findet im Web, was ihm gefällt, und die passenden Gruppen dazu. Wie können Unternehmen Masse und Nischen gleichzeitig bedienen?

die uns bewegen wollen, A oder B zu kaufen. Und dann gibt es die Kunden, die „Bastler“. Im aktuellen Szenario sind sie es, die das Image einer Marke basteln, als Amateure, nicht als Profis. Ihre persönlichen Erfahrungen wiegen mehr als eine Werbekampagne.

Blümelhuber: Der Spagat ist schwierig. Nischenmarken sind prägnant, arbeiten mit Visionen, Mut und Abgrenzung. Dafür sind die großen Player zu Manager-lastig, haben eingefahrene Kulturen und viele Abstimmungsrunden. Oft merken sie spät, wie viel sie schon an Nischen verloren haben. Die Kunden haben Fonds von großen Instituten und von kleinen Ethikbanken. Die Großen können die Kleinen nur aufkaufen, Töchter gründen oder die Masse wieder populär machen. Die Menschen wollen beides: ihre zersplitterten Einzelnischen ausleben und gleichzeitig einer größeren Gemeinschaft angehören. Denken Sie an den Apple-Hype oder an große Spielfilme – die Massen werden sich weiterhin versammeln.

HORIZONT: Wie funktioniert dann Marketing?

HORIZONT: Was ist in diesem Szenario die Aufgabe des Marketings?

Christian Blümelhuber ist Inhaber des Baillet-Latour-Lehrstuhls für Euromarketing und Professor an der Solvay Business School der Université Libre de Bruxelles.  © Zsolt Raapr

Blümelhuber: Das klassische Marketing hat immer kleineren Anteil daran, ob die Ziele erreicht werden. Das ist ein Quantensprung in der Unternehmenskultur. Es gibt drei Rollen: Im Unternehmen sitzen die „Strategen“, sie geben die Produkte vor und streifen Erlöse und Erfolge ein. Dann gibt es die „Verführer“. Das sind in erster Linie Werbe- und Design-Agenturen,

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Blümelhuber: Nicht über Kampagnen, sondern über das, was der Kunde mit einer Marke erlebt. Es hat wenig Sinn, sich selbst Attribute zuzuordnen, etwa: wir sind so innovativ, so kundenorientiert. Wenn der Kunde eine Stunde in der Warteschleife hängt, glaubt er das nie. Er hat Erlebnisse mit der Marke. Sein Gehirn sucht dann das Muster dahinter und stellt fest, dass sich das Unternehmen kundenorientiert verhalten hat. Dann wird das Attribut für ihn zum erlebten Faktum. Und ein Stil – die Kernidee jeder Marke – sichtbar. Wichtig ist auch, dass immer wieder Neues, Elektrisierendes passiert. Das Marketing muss das Produkt mit Emotionen versorgen, eine Wolke von Geschichten anbieten, die sich die Kunden dann erzählen können. Sie müssen wissen, dass die nächste Idee kommen wird, und sie wird sie wieder gefangen nehmen. Das ist wie bei einem Porno – von einem Höhepunkt zum nächsten. Wenn der Kunde die Hoffnung auf den nächsten Höhepunkt verliert, wird das Produkt beliebig und bestenfalls noch aus Tradition gekauft. Eine Weile jedenfalls.

Wenn der Kunde die Hoffnung auf den nächsten Höhepunkt verliert, wird das Produkt beliebig. HORIZONT: Haben Sie ein Beispiel für eine elektrisierende Marke? Blümelhuber: Eine meiner Lieblingsmarken ist die Southwest Airlines, die Mutter aller Billigfluglinien mit charismatischem Chef, die anfangs von allen belächelt wurde. Ich hatte schon viel von ihrer Originalität gehört, als ich das erste Mal mit ihr geflogen bin. Wir hatten beim Start Verspätung, aber statt die Passagiere einfach sitzen zu lassen, kam eine junge Dame und stellte sich als „Cindy“ vor. Haben Sie je erlebt, dass sich Bodenpersonal vorstellt? Sie erklärte uns, als Billiglinie könne sie nicht jedem Passagier eine Entschädigung anbieten. Aber sie hätte einen Freiflug für eine Person. Den solle der- oder diejenige mit dem hässlichsten Führerscheinfoto bekommen. Die nächste Stunde ­waren 130 Fluggäste beschäftigt, Führerscheinfotos zu vergleichen. Alle redeten miteinander, waren stolz auf ihre hässlichen Fotos. Als Cindy uns ­endlich an Bord bat, damit wir los­ fliegen konnten, hatten alle Spaß ­g ehabt. Und jetzt vergleichen Sie ­dieses Erlebnis mit einer Werbe­kam­

pagne, die sagt „Wir sind so originell  …“ oder „Wir sind die Lustigsten …“ HORIZONT: Haben Werbeagenturen dann überhaupt noch Berechtigung? Blümelhuber: Ja, aber die Idee hinter dem Produkt wird wichtiger als die Umsetzung. Werbeagenturen beginnen schon, sich umzustellen. Es geht nicht mehr um die Frage: klassische Werbung, Event oder Online? Es geht darum, ein tragfähiges Ideenbündel für eine Marke aufzubauen und mit Drall & Drive weiterzuentwickeln. Es wäre spannender, wenn die großen Marken nicht von Produktmanagern geführt würden, sondern von Agenturen. Viele Agenturen verstehen die Marke besser, sie beschäftigen sich ja auch mehr damit. Produktmanager

Agenturen können große Marken besser führen als Produktmanager. wechseln häufiger, ein neuer bringt eine neue Agentur mit. Es tut einer Marke nicht gut, wenn sie alle paar Jahre umgeschrieben wird. HORIZONT: Das Werbegeld verschwindet aus den alten Medien, ohne seinen Platz in den neuen Medien gefunden zu haben. Damit löst sich das alte Geschäftsmodell der Agenturprovision auf. Wie schaut ein zeitgemäßes Modell aus? Blümelhuber: Agenturen müssen ihren Kunden klarmachen, dass ihre Leistung die Ideen sind – ohne Ideen funktionieren Marken nicht. Und Ideen haben ihren Wert. Man ist nicht Dienstleister, sondern Eigentümer der Idee. Das bleibt man auch. Bezahlt wird für das unterschiedliche Spielen mit diesen Ideen. Der Faden lässt sich weiterspinnen – ihr habt das Produkt, wir haben die Idee. Idee + Produkt = Erfolg, und den teilen wir 50/50. Das funktioniert natürlich nur bei Newcomern, nicht bei etablierten Marken. HORIZONT: Durch das Internet geht mehr und mehr die Kontrolle über die Marke verloren … Blümelhuber: Das Image wird immer weniger vom Unternehmen getrieben, sondern von Kunden, Bloggern, Aktivisten und – Journalisten. Sie betreiben das eigentliche Marketing, das zählt, das glaubwürdig und relevant ist. Wenn ich ein Super-Produkt habe, kann ich die Kommunikation dem Kunden überlassen, nur die Idee muss weiter von der Agentur vorangetrieben werden. Hat mein Produkt aber Schwächen, werden die Menschen darüber reden. Dann ist es besser, in Produktinnovationen zu investieren statt in bloße Imagekampagnen. Auch die Wahrnehmung eines Produktes ist heute breiter geworden. Früher hat es nur seine Funktion erfüllen müssen – mit einem Telefon kann ich telefonieren – heute will man auch über

Unternehmen

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Produktionsbedingungen wie Kinderarbeit, Umweltbelastung und über Nachhaltigkeit erfahren. Ich denke, der pawlowsche Hund hat ausgedient. Die Zeit des Reinhämmerns von Botschaften ist vorbei, die Kunden wollen denken und Spannung erleben.

HORIZONT: Und unsere HomepageKultur?

HORIZONT: Lässt sich dieses Engagement der „Internetbewohner“ nützen, indem man sie fragt, welche Produkte sie sich eigentlich wünschen? Blümelhuber: Davon darf man sich nicht zu viel versprechen. Wenn überhaupt, geht das nur bei Marken, die dem Kunden wichtig sind. Die Kunden sind auch nicht so innovativ, wie wir denken. Ich lasse manchmal meine Studenten einen Science-Fiction-Roman über das Jahr 2050 lesen und dann eine Marke in dieses Jahr weiterspinnen, etwa: Wie schaut Red Bull im Jahr 2050 aus? Da kommen dann mehr als nur die naiven Vorschläge, wie etwa zum Mischen Whisky statt Wodka zu verwenden, die bei bloßen Befragungen rauskommen würden … Was noch funktioniert: Workshops mit Kunden, Journalisten, Mitarbeitern, Designern und Philosophen, die über die Zukunft nachdenken. Luxusmarken machen das mit Künstlern: die denken freier.

Blümelhuber: Brauchen wir Homepages überhaupt noch? Wandern wir nicht komplett zu Facebook, Twitter und Xing ab? Notwendiges wie Benutzerhandbücher und Hilfefunktionen finde ich auch im Netz. Die Kreativität liegt in Facebook, Mobile und Apps. Das Unternehmen muss nachdenken, wie es etwa Apps so attraktiv gestaltet, dass sie downgeloadet und

Spielen wird wichtiger als Information – das ist ein großer Trend.

auf Seite 1 gespeichert werden, nicht auf Seite 14. Ich muss etwas leisten, das weit über Information und Darstellung hinausgeht. Spielen wird wichtiger als Information, das ist ein großer Trend. Apps sind spielerisch und man kommt damit tief in die Marke. HORIZONT: In Amerika wird vieles schon gelebt, was uns in Europa noch fremd ist. Was können wir uns abschauen? Blümelhuber: Ich war vor ein paar Wochen in Amerika – es ist noch immer wie ein Labor, um zu wissen, was in ein paar Jahren zu uns kommt. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Kaufentscheidungen: die Stimulusbasierten, wo auf einen Reiz die sofortige Reaktion erfolgt. Das passiert

im Laden, aber auch im Online-Shop. Die zweite Gruppe sind die Memorybasierten Kaufentscheidungen, wo sich der Kunde an mich erinnert, wenn bei ihm der entsprechende Bedarf entsteht. Diese Werbewelt wird sich sehr verändern, weil unser Gedächtnis immer mehr von marketingfremden Quellen aufgebaut wird. In den USA ist mir aufgefallen, dass – quasi als Gegenbewegung zum vorherrschenden Memory-basierten Marken-Marketing – das Stimulus-basierte Shopper-Marketing immer stärker und wichtiger wird. Das kann durch schlichte Schaufenstergestaltung geschehen, Duftmarketing oder die Führung des Kunden durch das Lokal. Da sind wir in Deutschland und Österreich weit hintennach. Agenturen finden das Thema vulgär, sie wollen lieber langfristige

Kampagnen oder Communitys für Memory-basierte Entscheidungen aufbauen. Dann hat eine Bank eine wunderbar ästhetische Werbelinie, sophisticated und emotional, aber ihre Schaufenster sind traurig und zeigen einen deutlichen Niveauunterschied. POS ist ein sehr alter Marketingzweig, aber er ist noch lange nicht ausgeschöpft. Interview: Mara Leicht

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HORIZONT: Welche Perspektive haben interne Marketingabteilungen?

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Blümelhuber: Sie sind oft vom Tagesgeschäft aufgefressen. Aus Mangel an Zeit, Ressourcen und Durchsetzungskraft können sie die Marke nur verwalten, nicht vorantreiben. Das sollten sie aber. Umso wichtiger sind Kreative, die von außen Inspirationen liefern. Von dort werden sie auch eher akzeptiert, sie müssen sich nicht mit Meetings und Hierarchien herumschlagen. Aus den 80er-Jahren stammt die alte These, dass jeder Mitarbeiter des Unternehmens die Marke nach außen trägt. Wenn das Marketing überleben will, muss es noch viel stärker nach innen arbeiten. Die Idee der Marke in die Sprache der Sekretärin, des Technikers, des ausgelagerten Call-Centers übersetzen. Also keine Mitarbeiterzeitschrift für alle, sondern die Marke in die tägliche Arbeit einbringen, für die Buchhalterin anders als für die Rezeptionistin. Sie für alle erlebbar, angreifbar machen. Ohne diese Substanz wäre die Marke nur ein Kommunikations-Gimmick, wie ein Donut, der nicht schmeckt, sondern nur fett macht. Eine andere wichtige Aufgabe von Marketingabteilungen ist, neue Erlösmöglichkeiten zu suchen. Google macht das mit seinen Beta-Produkten wie etwa Google Earth vor.

Alexander Wurz: Botschafter der Marke Peugeot 2010

Marketingabteilungen sind oft vom Tagesgeschäft aufgefressen. HORIZONT: Wie sieht es mit PR aus? Blümelhuber: PR wird es immer geben – denken Sie nur an gesetzlich vorgeschriebene Finanzberichte. Aber sie hat es schwerer, wenn im Internet alles über das Unternehmen und seine Produkte zu finden ist, auch das Negative. Die Kundenmasse wird ein immer größerer Machtfaktor. Die PR wird die ungeschönte Wahrheit aussprechen müssen. Weichgespülte Lügen werden sofort durchschaut. Die PR muss die Minen entdecken und sich ihnen schnell, unkompliziert und ehrlich stellen …

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EU-Kommission erwägt ‚Plain Packaging‘ für Tabakprodukte – und was kommt als Nächstes?

Zigarettenpackung im Einheitslook Geht es nach den Plänen der EUKommission, könnten Zigaretten­ packungen schon bald so aussehen.  © Ideas for Europe

Die EU-Kommission erwägt ernst­haft, einheitlich aussehende, schwarzweiße Zigarettenpackungen zu verordnen und Logos, Schriftzüge und Farben von den Schachteln endgültig zu verbannen. Erlaubt wären dann nur noch Warnhinweise sowie der Markenname in standardisierter Schrift und Größe. Die Aufregung in der internationalen Tabakindustrie ist groß. Aber auch in anderen Branchen sieht man diesen Vorstoß mit wachsendem Unbehagen, verheißt er doch einmal mehr: Die Welle der „Ideen“ der EU für Werbeverbote ist nicht vorbei. Wissenschaftliche Beweise fehlen Plain Packaging wäre eine Beschränkung der Tabakindustrie, erneut ohne ausreichenden wissenschaftlichen Hintergrund. Es fehlt nach wie vor eine überzeugende wissenschaftliche Beweisführung dafür, dass diese Form der Verpackung tatsächlich den Ta­ bakkonsum reduzieren würde. Gleiches gilt für die Behauptung, dass die Gestaltung der Verpackung insbesondere Kinder und Jugendliche zum Rauchen animiert oder gar Impulskäufe von Konsumenten insgesamt

bewirkt. Die schon bisher bestehenden Werbeverbote und Vertriebs­ einschränkungen – allesamt mit der Reduktion der Zahl jugendlicher Raucher begründet und motiviert – haben ebenfalls keine Auswirkungen gezeigt. Ziel: Wettbewerbsunfähigkeit „Wozu muss man ein Produkt verstecken, das ohnehin kein Branding mehr hat? Und auch mit dem Zusatzstoffverbot demaskieren sich dessen Befürworter. Sie geben damit zu, dass es sich nicht mehr um gesundheitspolitische Maßnahmen handelt, sondern darum, das Produkt Tabak wettbewerbsunfähig zu machen“, betont Karin Holdhaus, Leiterin Kommunikation und Mitglied der Geschäftsführung von British American Tobacco Austria (BAT). Hinzu komme, dass all diese Maßnahmen „den Schmuggel beziehungsweise die organisierte Kriminalität fördern und damit wiederum sogar gesundheitspolitisch bedenklich sind“. „BAT sagt ‚Ja‘ zu sinnvollen Regelungen und einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Produkt Tabak, aber ein klares ‚Nein‘ zu den Wettbewerb einschränkenden und diskriminierenden Regelungen. Plain Packaging ist aus unserer Sicht eine massive Beeinträchtigung der Markenrechte und auch des geistigen Eigentums“, unterstreicht Holdhaus. Jedenfalls würde die Einführung von Einheitspackungen der Tabakindustrie die wirtschaftliche Grundlage für den Wettbewerb entziehen. Rechtlich geht es darüber hinaus um die

European Communication Monitor: Ansgar Zerfaß über die Trends in der PR-Branche

Ernsthaft, aber nüchtern betrachtet

Verletzung von Markenrechten beziehungsweise um die schlagartige Vernichtung von Marken. Damit wäre es Markeninhabern nicht mehr möglich, ihre wertvollen Marken zu nützen und zu schützen. Es käme also zu einem Zwei-Klassen-System für Marken: für Tabakerzeugnisse und für sonstige Waren. Dies entspräche, so namhafte Rechtsexperten, de facto einer Enteignung, zumindest aber einer massiven Verletzung von Eigentumsrechten. Doch gebrandete Packungen sind wichtig, um den freien Wettbewerb für alle Marktteilnehmer auch in Zukunft gewährleisten zu können. Wehret den Anfängen! Der massive Widerstand der betroffenen Industrie wird auch in anderen Branchen aufmerksam registriert. Denn es geht auch in dieser Frage um das Problem: Wehret den Anfängen! In der EU-Werbeverbots-Pipeline sind nämlich einige andere Regularien „angedacht“. So gibt es etwa Bestrebungen, Autoherstellern und Autohändlern zu verbieten, in den Mo­ dellinformationen die erreichbare Höchstgeschwindigkeit anzugeben. Auch die Motorleistung insgesamt sowie die Beschleunigungswerte sollen auf den „Index“ kommen. Damit soll angeblich ein Beitrag zur Verkehrssicherheit erzielt werden. Ähnlich restriktive Vorstöße gibt es aus angeblich gesundheitspolitischen Überlegungen in Richtung an Kinder gerichtete Werbung sowie für alles, was nach Ansicht der VerbotsGurus in der EU „süchtig und/oder dick“ macht.  üh

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HORIZONT No 38

Zu Gast in der Grayling Speakers’ Lounge im Wiener Palais Coburg: Kommunikationswissenschafter Ansgar Zerfaß von der Universität Leipzig. Grayling/F. Helmrich

Ansgar Zerfaß hat keine endgültigen Wahrheiten zu bieten, dafür aber eindeutige Tendenzen: Der renommierte Kommunikationswissenschafter (Universität Leipzig) präsentierte dieser Tage auf Einladung von Grayling in Wien die Ergebnisse des „European Communication Monitor“ in seiner Ausgabe für 2010 – und daraus erstmals auch Resultate für Österreich. Zum Profil der Studie: Befragt werden Kommunikationsfachleute in Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Agenturen aus ganz Europa – ihrer 2.000 an der Zahl –, wie sie die Zukunft der PR-Branche einschätzen. Das Sample für Österreich umfasste laut Zerfaß 70 Teilnehmer. Eine Frage der Philosophie „Jedes Jahr werden neue Ideen durch die Branche getrieben. Die Studie zeigt Entwicklungsrichtungen“, schickt Zerfaß voraus. So wurde etwa der Stellenwert der Kommunikationsarbeit in der Selbsteinschätzung der Verantwortlichen abgefragt sowie die dafür anberaumten Budgets. Das Over­all-Ergebnis: In der Beurteilung der befragten Kommunikationsprofis hat ihre Arbeit vor allem „in dieser Krise“ an Gewicht zugelegt. Zerfaß: „Die ­europäischen Kommunikationsfachleute sind sich einig, dass die Wirtschaftskrise die strategische Bedeutung der PR in der Unternehmenskommunikation weiter gesteigert hat.“ Dennoch konnten lediglich 17 Prozent die finanziellen und personellen Ressourcen ihrer Abteilungen vergrößern, während 37,2 Prozent Einschnitte verkraften mussten. In Österreich dürften die krisenbedingten Abstriche allerdings geringer ausgefallen sein als im Rest Europas – oder werden hierzulande zumindest weniger signifikant eingestuft (vor allem im Vergleich zum südeuropäischen Raum): 45,6 Prozent der Befragten geben an, dass sie keine Budget- oder Personalreduktionen in Kauf nehmen mussten. Und: „Je stärker die kommunikative Unterstützung von höheren Geschäftsbereichen ausfällt, umso höher ist auch die Akzeptanz der Kommunikationsabteilung“, weiß Zerfaß. Das wiederum hänge natürlich stark von den Kommunikationsphilosophien in den Unternehmen ab. Zerfaß zufolge

werde in der Praxis insbesondere auf Imagebildung und Branding abgezielt – allein auf Reputation zu fokussieren, greift für sein Dafürhalten auf Dauer aber zu kurz. Nicht zuletzt, da eine breitere strategische Kommunika­ tionsausrichtung mit mehr Einfluss und einer höheren Zufriedenheit der Akteure in ihrem Job korreliere. Apropos: Laut der Erhebung sind die Befragten europaweit mehrheitlich in ­ihrem Beruf zufrieden – das gilt ungeachtet des Unternehmenstypus ins­ besondere für Frauen, aber auch Personen in höheren Kommunikationspositionen. Und das, obwohl trotz der „Feminisierung“ des Berufsfeldes eine klare Differenz zwischen den Geschlechtern bestehen bleibe – nicht nur, was die subjektive Einschätzung der Karrieremöglichkeiten angehe, sondern auch das faktische Gehalt betreffend, so der Studienleiter, denn Frauen verdienen nach wie vor deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Eine Frage der Definition Zur Frage nach den Trends – worin Unternehmen investieren und wo­ rüber sie nachdenken – meint Zerfaß: „Das Social Web und die digitale Evolution sind nun endgültig ganz oben auf der Agenda angelangt.“ Obwohl das Gerede über Social Media und die Beschäftigung mit partizipativen Medien in Europa auch reale Entwicklungsschübe nach sich gezogen habe, mahnt Zerfaß zur zwar ernsthaften, aber umso nüchternen Betrachtung – „Social Media ist nicht gleich Social Media“ –, und das Zukunftsthema werde hierzulande wie auch europaweit ambivalent eingeschätzt. Einerseits lägen die strukturellen Voraussetzungen für die Kommunikation über diese Kanäle in Österreich unter dem europäischen Mittel – so mangelt es laut Zerfaß etwa an Social-MediaGuidelines, Mitarbeiterschulungen und definierten Kennziffern für die Messung solcher Aktivitäten. Andererseits sähen die österreichischen Befragten hierzulande eher die Risiken als die Chancen beim offenen Dialog im Web. Generell rechnen die österreichischen Kommunikatoren offenbar damit, dass Online-Kommunikation im Gegensatz zur klassischen Medienarbeit wichtiger wird. Im gesamteuropäischen Trend ist und bleibe Corporate Communication – vor Marketing-/Brand-Kommunikation – die wichtigste Disziplin. Daran wird sich nur laut Ansicht der heimischen Befragten etwas ändern: In Österreich wird erwartet, dass Interne Kommunikation und Change Management in Zukunft einen höheren Stellenwert einnehmen werden. Investor Relations und Finanzkommunikation dagegen verlieren nach dieser Einschätzung eindeutig an Bedeutung. Der European Communication Monitor wird jährlich von der European Public Relations Education and Research Association (EUPRERA) und der European Association of Communication Directors (EACD) durchgeführt. Heuer wurde die Studie von einer Professorengruppe an Universitäten in elf Ländern unter Zerfaß’ Leitung verantwortet. Die PR-Agentur Grayling ist Sponsor der Erhebung. Alle Analysen und Tabellen sind unter www.commu nicationmonitor.eu abrufbar. gud

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US-Popstar Katy Perry sucht gemeinsam mit T-Mobile nach Protagonisten für ihren Videodreh

Ein Feuerwerk an Social Media In diesen Sommerferien konnten sich Österreichs Teenager nicht über Langeweile beklagen. Denn seit 10. August sucht der amerikanische Popstar Katy Perry zusammen mit T-Mobile nach Darstellern, die in dem Musikvideo zu ihrem neuen Song „Firework“ auftreten. Die internationale Kampagne wird in insgesamt acht Ländern durchgeführt: neben Österreich auch in Deutschland, in der Slowakei, der Tschechischen Republik, in Ungarn, Polen, Mazedonien und Montenegro. Alle Gewinner aus diesen Ländern sind beim Dreh dabei. In Österreich läuft die Aktion über die Social-Community-Plattform Facebook, wo die User ihre Videos uploaden können und für Beiträge gevotet werden kann. Um die Online-Umsetzung und -Betreuung kümmert sich die Agentur Ambuzzador. Barbara Holzbauer von T-Mobile Austria erklärt, warum Katy Perry das ideale Testimonial für den Mobilfunker ist: „Katy Perry steht für Lifestyle, für Musik, Kreativität und Innovation. Außerdem ist sie selbst im Social-MediaBereich sehr aktiv – zum Beispiel auf ­Facebook, über das ja auch unsere Kampagne läuft – und steht somit auch für die Verbindung zum Internet.“ Das Konzept scheint aufgegangen zu sein: über 550 Videos wurden bereits eingereicht, knapp 150.000 Votings abgegeben. Aus Österreich können sich insgesamt 50 Katy-Perry-Fans für die Teilnahme qualifizieren. Auf www.katysprojekt.at ruft die Sängerin ihre österreichischen Anhänger zum Mitmachen auf. Jede Woche wird ein Wochensieger ermittelt, insgesamt 30 Plätze sind zu vergeben, die restlichen 20 Teilnehmer werden von einer Jury bestimmt, die zu diesem Zweck 20 „Wildcards“ verteilen darf. In der Jury sitzen der bekannte Choreograf, Catwalk-Trainer und Tänzer Alamande Belfor, Moderator Volker Piesczek und Maria Zesch, Geschäftsführerin Marketing T-Mobile Austria. Interessierte konnten bis 20. September ihre Videos uploaden, um 19 Uhr an diesem Tag endete das letzte WochenVoting. In den Bewerbungsvideos fackeln die österreichischen Teilnehmer ein wahres Feuerwerk an Kreativität ab: da wird gesungen, getanzt und Trampolin gesprungen, was das Zeug hält. Das bisher stimmenstärkste Video ist eine Ballett-Choreografie, von Teilnehmerin Vanessa Augustin extra für Katy Perrys Song „Teenage Dream“, der als musikalische Untermalung vorgegeben ist, entworfen. Ob sich die Träume der teilnehmenden Österreicher erfüllen, wird am 24. September feststehen, wenn die Jury ihre Wildcards vergeben hat. Die Wochensieger haben sich bereits einen ­fixen Platz in Perrys Video gesichert. Auf klassische Werbung zur Unterstützung der Online-Aktion wollte man jedoch nicht verzichten – zwei TV-Spots wurden produziert und regional mutiert. Der erste Spot, in dem Katy Perry zum Mitmachen aufruft, wurde nur „minimal angepasst“, wie Barbara Holzbauer erzählt. So begrüßt Katy Perry in der Österreich-Version die Zuschauer zum Beispiel mit „Servus Österreich“ und verabschiedet sich mit einem österreichischen „Bussi, bis bald“. Im zweiten Spot sieht sich die Sängerin bereits eingegangene Bewerbungen auf ihrem Smartphone an und amüsiert sich kö-

niglich: „You Austrians are wonderbar!“ Die Videos, die im Spot gezeigt werden, stammen ausschließlich von öster­ reichischen Teilnehmern, versichert Holzbauer. Verantwortlich für die klassische Werbung ist Publicis Austria, die internationale Kampagne wird von ­Publicis London betreut. In Österreich wurden zusätzlich zu den TV-Spots auch Plakate affichiert, außerdem tourt

bis zum Ende der Kampagne der Doc­ LX-Bus im Auftrag von ­T-Mobile durch Österreich, wo Teilnehmer vor einer eigens aufgebauten Kulisse ihre Bewerbungsvideos drehen können. Und vielleicht erkennt man ja den einen oder die andere im Musik­video, das noch Ende September abgedreht werden soll. Na dann, wie Katy Perry sagen würde: „Bussi, bis bald!“  lm

Katy Perry steht für Lifestyle und die Verbindung zum Internet.

© T-Mobile

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HORIZONT No 38

Der österreichische Schokoladen-Hersteller Zotter will im Jahr 2011 nach Deutschland expandieren

Today Riegersburg, tomorrow the world

Franchise-Geberin Ulrike Zotter und Franchise-Manager Werner Luef mit den Beraterinnen Michaela Jung und Waltraud Martius (beide Syncon) vor dem ersten Franchise-Shop in Salzburg. © Syncon (2)

Das Leben von Josef Zotter ist eine österreichische Erfolgsgeschichte: 1999 eröffnete der gelernte Konditor die Zotter Schokoladenmanufaktur in Berg/ Riegersburg am elterlichen Hof, in der Saison August 2009 bis August 2010 zählte man laut Eigenangabe 170.000 Besucher. Neben dem Zotter SchokoLaden beim Werk gibt es seit November 2009 ein Geschäftslokal in Essen/ Deutschland, dieses Jahr folgten zwei weitere Standorte in Innsbruck und Salzburg. Abgesehen von den Shops wird die süße Versuchung aus der Steiermark über Händler und Shop in Shop vertrieben. Seit diesem Jahr sucht man nun Franchise-Nehmer. Werner Luef, Prokurist und bei Zotter für Franchise und Shop in Shop zuständig, erläutert, aus welchem Holz ein Bewerber geschnitzt sein muss: „Wir suchen Fran-

chise-Partner, die selbst im Laden stehen. Wir wollen keine gemanagten großen Läden – unsere Geschäftslokale sollen nicht mehr als 40 m2 haben –, sondern Partner, die unsere Philosophie mittragen.“ Und wie sieht diese Philosophie aus? Luef nennt die Schlagworte „Bio“, „Fairtrade“ und „nachhaltig“ – die drei Eckpfeiler, an die sich Zotter selbst halten würde. Immerhin schreibt sich der Unternehmer das Konzept „Bean-to-Bar“ auf die Fahnen, das heißt, der gesamte Produktionsprozess – vom Rösten der Kakaobohne bis zum fertigen Schokoriegel – erfolgt im Hause Zotter. Anfragen hätte man viele, allerdings gibt es einige Auflagen, die es überdies zu erfüllen gilt. In Österreich will Zotter nur Läden in Städten eröffnen, die über 30.000 Einwohner haben, in Deutsch-

land sollen es gar Städte mit über 100.000 Einwohnern sein. Aus diesem Grund will man sich beim ersten Expansionsschritt auf München, Berlin und Hamburg konzentrieren. Der Zotter-Laden in Salzburg wird bereits von einem „Franchise-Partner auf Probe“ geführt. Dieser sei laut Luef eine gute Referenz für kommende Partner. Auch die Umsatzzahlen der eigenen Läden sollen zukünftigen Franchise-Partnern Sicherheit geben. Außerdem werde man bis Ende des Jahres ein Handbuch erstellen, das alle etwaigen Fragen beantworten soll. Die Show-Highlights der bereits bestehenden Zotter Schoko-Läden soll es auch in den Franchise-Geschäften geben: allen voran Running Chocolate, den Schoko-Brunnen, den rotierenden Balleros-Kessel (Balleros sind in Schokolade gerollte Kugeln, gefüllt mit Früchten oder Nüssen) und die Labooko-Knacker, eine patentierte Ver-

An süßen Ideen mangelt es dem steirischen Unternehmer Josef Zotter nicht.  © C. Jungwirt

kostungsstation. Bei der Überführung in das Franchise-System wird Zotter vom Consulting-Unternehmen Syncon unterstützt, das bereits ein entsprechendes Konzept ausgearbeitet hat. Geschäftsführerin Waltraud Martius erklärt: „Sämtliches erfolgserprobtes Wissen wurde erarbeitet, niedergeschrieben und für die zukünftigen Franchise-Partner aufbereitet. Parallel dazu wurde gemeinsam mit Europas

Bean-to-Bar – alle Produktionsschritte finden im eigenen Haus statt.

bestem Franchise-Anwalt Alexander Petsche ein partnerschaftlicher Franchise-Vertrag errichtet.“ Bevorzugt seien Interessenten, „die bereits Erfahrung im Naturkostbereich aufweisen

können“. Nach der Entscheidungsfindung soll der Zotter-Schoko-Laden-Betreiber in spe einen Monat lang im Betrieb mitarbeiten, um den Zotter-Spirit richtig kennenzulernen.  lm

Innovationspreis ‚APA-IT-Challenge‘ geht an das TUWien-Projekt ‚A-SIA‘ und das Start-up Spectralmind

Innovative ContentLösungen prämiert Eine Software zur Simulation sozialer Gruppenprozesse und eine Applikation zur innovativen Verwaltung von Musikdateien wurden 9. September in Wien als Sieger der diesjährigen „APA-ITChallenge“ ausgezeichnet. Der Innovationspreis für multimediales Contentmanagement wurde zum zweiten Mal in den beiden Kategorien „Academia“ für wissenschaftliche Arbeiten und „Startup“ für Jungunternehmen vergeben. „IT lebt von Innovationen – einmal im Jahr möchten wir die besten Entwicklungen von jungen IT-Profis vor den Vorhang holen“, so APA-IT-Geschäftsführer Gerald Klima, der Initiator des Preises. In der Kategorie „Academia“ dürfen sich Florian Eckkramer und Reinhard Grimm über den ersten Platz freuen. Ihr Projekt „A-SIA“ (Automated Social Impulse Analysis) ermöglicht die Erfassung und Visualisierung von sozialen Vorgängen in Gruppen. In der Kategorie „Start-up“ waren Johann Waldherr, Thomas Lidy und Wolfgang Jochum vom

Unternehmen Spectralmind – intelligent audio technology siegreich. Ihr Programm „sonarflow“ ordnet Musik intelligent nach Klanginhalten und bietet so eine intuitive Navigation auch in großen Musikarchiven. Die APA-IT-Challenge ist pro Kategorie mit je 5.000 Euro Preisgeld dotiert. Die Einreichungen wurden von einer Fachjury in anonymisierter Form anhand der Kriterien Innovationsgrad, technologische Umsetzung und wirtschaftliche Umsetzbarkeit bewertet. Mitglieder der Jury waren: Markus Costabiei (Tech2B), Richard Grasl (Kaufmännischer Direktor ORF), Robert John (Microsoft Österreich), Hannes A. Schwetz (Austria Wirtschaftsservice), René Tritscher (Fachverbandsgeschäftsführer Unternehmensberatung und Informationstechnologie & Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen, WKO), Michael Wiesmüller (BMVIT) und Gerald Klima (APA-IT). cc

Die Preisträger Ewald Preiszer (Spectralmind), Johann Waldherr, Florian Eckkramer und Reinhard Grimm (alle TU) mit APA-IT-Geschäftsführer Gerald Klima und Moderatorin Andrea Radakovits. © APA/Preiss

24. September 2010

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Das Finale der Jacobs Sofa Tour 2010 fand am 10. und 11. September im Wiener MuseumsQuartier statt

Österreich hat Zeit zum Reden merte, Letztere um den Event-Bereich. Die Aktion wurde von einer Print-Kampagne unterstützt, die von der Agentur JWT betreut wurde. Weitere begleitende Maßnahmen waren das Zeit-zum-Reden-Magazin, das bei den Sofa-Tour-Stationen auflag, sowie die Zeit-zum-Reden-Kolumne, die von Anfang Mai bis Ende Juli insgesamt sechsmal parallel in der Ganzen

Woche und in Woman erschien. Ob es nächstes Jahr wieder eine Jacobs Sofa Tour geben wird, steht allerdings noch nicht fest. Monika Pichlbauer, Grayling Austria: „Kraft Foods freut sich sehr, dass das Ergebnis des letzten Jahres beinahe verdoppelt werden konnte. Allerdings kann man daraus noch nicht schließen, wie es 2011 weitergehen wird.“ lm

Insgesamt rund 288.000 Besucher und etwa 11.300 ausgeschenkte Tassen Kaffee sind die stolze Bilanz der Jacobs Sofa Tour 2010. © Kraft Foods Österreich (2)

Claudia Stöckl bat prominente Gäste zum Talk – hier die Schauspieler Christoph Fälbl und Angelika Niedetzky beim Auftakt der Jacobs Sofa Tour in Wien.

Bereits zum zweiten Mal fand heuer von 28. Mai bis 11. September die Jacobs Sofa Tour statt. Dieses Jahr stand die Frage nach den kommunikationsspezifischen Unterschieden zwischen Männern und Frauen im Mittelpunkt. Grundlage dafür war die vorausgegangene Studie zu Geschlechterunterschieden in Zeiten vernetzter Kommunikation, die von der Karmasin Motivforschung im Auftrag von Jacobs Monarch durchgeführt wurde. Fazit der Untersuchung: die Österreicher nutzen die Möglichkeiten des Internets und der mobilen Kommunikation, das persönliche Gespräch bleibt aber im privaten Bereich die beliebteste Form des Austausches – und zwar bei Männern wie Frauen. Gelegenheit dazu bekamen die Österreicher in den vergangenen Monaten mehr als genug. Die Jacobs Sofa Tour 2010 machte in insgesamt fünf Städten Station: von Wien aus ging’s zuerst nach Graz, dann nach Linz, Bludenz und Innsbruck. Das Finale fand am 10. und 11. September wieder in Wien statt. Außer in Bludenz, wo man im Rahmen des Milka Schokofests haltmachte, war Claudia Stöckl bei jedem Tour-Stopp als Host vor Ort. Die bekannte Moderatorin der Ö3-Interview-Sendung „Frühstück bei mir“ lud in der Rolle der „Botschafterin des guten Gesprächs“ in jeder Stadt berühmte Gäste und spontane Besucher zu einer Tasse Kaffee auf die Monarchroten Sofas. Unter anderen begrüßte sie in Wien die Schauspieler Christoph Fälbl und Angelika Niedetzky, in Linz den ehemaligen „Dancing-Stars“-Profitänzer Alexander Kreissl oder Toni Innauer mit seiner Frau Marlene in Innsbruck. Durch die Bank war man sich einig: Gute Gespräche stehen hoch im Kurs. Reger Andrang Das belegen auch die Besucherzahlen: An die 11.300 Tassen Kaffee wurden an Passanten ausgeschenkt, rund 288.000 Kontakte zählte man 2010. Letztes Jahr waren es zirka 6.000 Tassen und etwa 175.000 Besucher. Erfreut über diese gute Resonanz zeigt sich Ernst Kavlik, Geschäftsführer Vertrieb Kaffee bei Kraft Foods Österreich: „Dass sich so viele Österreicher und Österreicherinnen unser Motto ‚Zeit zum Reden‘ zu Herzen genommen haben, bestätigt uns und ist Ansporn für weitere Aktionen rund um gute Gespräche.“ Die Jacobs Sofa Tour 2010 wurde von der Agentur Grayling Austria in Kooperation mit Neutor umgesetzt, wobei sich Erstere um die PR küm-

Sonntag ist ÖSTERREICH-Tag

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Kräftige Erhöhung der Sonnstags-Druckauflage. Sonntag ist Lesetag – und zugleich der auflagenstärkste ÖSTERREICH-Tag. große Kampagnen brauchen eine große Plattform. Mit 641.000 Druckauflage ist ÖSTERREICH für alle Branchen – vom Handel über Markenartikel bis hin zu Dienstleistungen – der ideale Medienpartner.

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Medien

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HORIZONT No 38

dieser Medieninitiative wurden schon drei Medien-Calls (Förderwettbewerbe) durchgeführt und die besten Projekte mit rund drei Millionen Euro unterstützt. Erstmalig fand auch am 7. September 2010 tagsüber die Content Award Conference statt. Eine weitere Plattform für innovative Medienthemen wurde damit

geschaffen. Themenfelder wie Games, Apps und Animation waren Inhalt der Vorträge und Diskussionen, aber auch auf aktuelle internationale Trends und Entwicklungen wurde fokussiert. Ziel war es, Produzenten, Vertrieben und Vertretern der Wirtschaft Inputs für neue Arbeitsweisen und Verwertungsmöglichkeiten mitzugeben.  tw

Im Rahmen des Content Award 2010 kürte das ZIT auch heuer wieder digitale Innovation und Kreativität

Ein Impuls für Kreative

Karoline Simonitsch (Juryvorsitzende und Laudatorin), Preisträger Jörg Piringer (Best Mobile App) und Vizebürgermeisterin Renate Brauner. © ZIT

Bereits zum zweiten Mal fand am 7. September die Content Award Night im Wiener Media Quarter Marx statt. Gekürt wurden dort kreative und ­außergewöhnliche innovative Pro-

jekte aus dem Bereich des digitalen ­Contents. Veranstalter ist das ZIT ­Zentrum für Innovation und Technologie – die Technologieagentur der Stadt Wien. Der Preis wurde in den vier

Kategorien Games, Mobile Apps, animierte Shorts und Character vergeben. Zusätzlich konnten die Teilnehmer den FemPower-Sonderpreis und den Pub­ likumspreis in der Open Category ­gewinnen. Finanz und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Renate Brauner verlieh die Preise (jeder Gewinner erhielt 5.000 Euro) und zeigt sich erfreut „über einen weiteren Impuls, den die Stadt Wien mit dieser Förderaktion der Wiener Medienwirtschaft und Kreativszene gibt“. ZIT-Geschäftsführer Claus Hofer meint dazu: „Mit dem Content Award wird nicht nur gezeigt, wie viele Spezia­listen Wien auf dem Gebiet des digitalen Contents aufweisen kann, sondern wie wichtig es auch ist, den Kurs der Unterstützung der Medienwirtschaft fortzuführen.“ Im Rahmen

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Die Sieger in sechs Kategorien Character: Zerebrale Dichotomie von Florian Juri Mobile App: abcdefghijklmnopqrstuvwxyz??? für iPhone von Jörg Piringer Games: Pitiri 1977 von Jürgen Brunner Shorts: Stuck in a Groove von Clemens Koglers FemPower: Adaffix von Claudia Poepperl Open Category: Sie nannten ihn Spencer von Sarah Nörenberg Weitere Infos über die Preisträger unter www.contentaward.at.

Immer ein Gewinn

Größe hat, wer

Reichweite und Releva Der Medienwirtschaft Verlag engagiert zwei neue Mitarbeiter

Neuer CvD beim Special-Interest-Magazin für Wirtschaft und Armutsbekämpfung

Neuzugänge beim Medienwirtschaft Verlag

Klöckl startet beim corporAID Magazin

Herman Weidinger und Margit Berner unterstützen seit kurzem die Medienwirtschaft Verlags GmbH. © Medienwirtschaft Verlags GmbH, Fotostudio Wilke

Verkaufsleitung sowie Marketing- und PR-Agenden des Medienwirtschaft Verlags wurden neu besetzt. Hermann Weidinger startet als Verkaufsleiter das gesamte Online-Vermarktungsgeschäft des Verlags und Margit Berner übernimmt die Marketing- & PR-Agenden

des Wiener Fachverlags und Online-Vermarkters. Weidinger ist seit mehr als 12 Jahren in der Medienbranche tätig. ­Bisher arbeitete der Betriebswirt für die Verlagsgruppe Sportmagazin, bei ZG Zeitschriften und zuletzt für die Media Anzeigen GmbH (Österreich), wo er als

­ erkaufsleiter Werbetreibende und V Agenturen bei der Printplanung betreute. Berner ist in ihrer neuen Funktion für die Entwicklung und Durchführung aller Kommunikations- und MarketingAgenden verantwortlich, die den weiteren Ausbau des Verlags- und Vermarktungsgeschäftes maßgeblich unterstützen sollen. Die 37-jährige Wienerin ist seit 17 Jahren in der Kommunikationsund seit zehn Jahren in der Online-Branche tätig. Vor ihrem Wechsel zum Medienwirtschaft Verlag war sie in mehreren leitenden Positionen beim Hamburger Online-Vermarkter AOL Deutschland tätig. Davor leitete Berner sechs Jahre lang das Marketing bei der Hamburger Performance Marketing Agentur eprofes­ sional (ein Unternehmen der zanoxGruppe). Zuvor war Moritz Omasits für den Verkauf zuständig, der das Unternehmen verlassen hat. Die von Berner angenommene Marketing-Position war vorher in dieser Weise nicht besetzt.  tw

Harald Klöckl ist neuer Chef vom Dienst beim corporAID Magazin der Entwicklungshilfeorganisation ICEP.  © icep

Das corporAID Magazin erweitert seine Redaktion. Harald Klöckl übernimmt mit September die Funktion des Chefs vom Dienst zur Unterstützung von Chefredakteur Christoph Eder. Der 41-jährige Grazer leitete zuletzt bei der Tageszeitung Österreich in Wien die

Kärnten-Redaktion. Von 2003 bis 2008 war Klöckl für die Verlagsgruppe News – vorwiegend im Sonderprojekte-Ressort – für die Bereiche Wirtschaft und Sport tätig. Das corporAID Magazin behandelt Globalisierung, Wirtschaft und Entwicklung und versteht sich als Themenführer für globale CSR (Corporate Social Responsibility) und Nachhaltigkeit, erscheint fünf Mal im Jahr in einer Auflage von 45.000 Exemplaren und wird als Supplement der Tageszeitung WirtschaftsBlatt vertrieben. Zielgruppe sind österreichische Führungskräfte und Experten, Entscheider aus Wissenschaft, Politik und der öffentlichen Verwaltung. Medieninhaber des corporAID Magazins ist die ICEP Wirtschaft und Entwicklung GmbH, Herausgeber ist ICEP-Geschäftsführer Bernhard Weber. Das nächste corporAID Magazin erscheint am 29. Oktober 2010. Weitere Infos unter www.corporaid.at.cc

24. September 2010

Medien

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ORF-Online-Direktor Thomas Prantner zieht für ORF Teletext positive Halbjahresbilanz: Laut Teletest ist die Reichweite auf 2,14 Millionen Leser pro Woche gestiegen

ORF Teletext nach Relaunch obenauf

ORF Teletext hält im ersten Halbjahr bei 69 Prozent Marktanteil: ORF-Online-Direktor Thomas Prantner.  © ORF

„Ich freue mich, dass der im März 2009 durchgeführte Relaunch und der Ausbau des umfassenden Informationsund Service-Angebots so positive Auswirkungen zeigen und der ORF Teletext nach leichten Verlusten in den Vorjahren wieder im Aufwind ist“, bilanziert

ORF-Online-Direktor Thomas Prantner über das erste Halbjahr 2010 für das „hinter“ den TV-Programmangeboten auf ORF 1 und 2 liegende Informationsangebot des Öffentlich-Rechtlichen. Im ersten Halbjahr 2010 erreichte der ORF Teletext pro Woche durchschnittlich 2,14 Millionen Leser und konnte, so Prantner, „damit nach den leichten Reichweitenverlusten der vergangenen Jahre die Trendwende schaffen“. Laut Teletest erzielte der ORF Teletext im ersten Halbjahr 2010 einen Marktanteil von 69 Prozent (1. Halbjahr 2009: 70,2 Prozent). Prantner: „Der ORF Teletext bleibt somit trotz der sich in den vergangenen Jahren verstärkenden Konkurrenz – unter anderem durch die Zunahme von Angeboten mit Österreich-spezifischem Content – weiterhin auf hohem Niveau stabil.“ Die Wochenreichweite stieg im

Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 um 15 Prozent von 1,85 Millionen auf 2,14 Millionen Leser und ist mit 30,1 Prozent der TV-Bevölkerung (ab 12 Jahren) höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (1. Halbjahr 2009: 26,2 Prozent) und auch höher als im ersten Halbjahr 2008 (29,6 Prozent). Prantner: „Mit einem Marktanteil von 69 Prozent konnte der ORF Teletext weiterhin seine überlegene Marktführerschaft als das am intensivsten genutzte Teletext-Angebot in Österreich erhalten. Ein Erfolg, zu dem“, fügt Prantner kollegial hinzu, „alle Mitarbeiter des ORF Teletexts einen wichtigen Beitrag geleistet haben.“ Der Relaunch aus dem Frühjahr 2009 wirke sich positiv aus: Ausschlaggebend seien, merkt Prantner an, „neben den umfassenden und minutenaktuellen Services zu den sportlichen Großevents

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Angebots verzeichnete im ersten Halbjahr 2010 im Monatsschnitt 200.000 Unique Clients – einzeln identifizierbare Endgeräte wie PCs. Das ist ein Plus von 41.000 pro Monat im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres. Sport-, Politik-, Chronik- und TVProgramminformations-Seiten sind laut Prantner die meistgenutzten Bereiche des ORF Teletexts: Im ersten Halbjahr 2010 kamen die Sport-Seiten auf 819.000 Leser pro Woche und konnten damit – vor allem aufgrund der Olympischen Winterspiele und der Fußball-WM – am stärksten zulegen (+62.000 User pro Woche). Es folgen der Bereich Politik mit durchschnittlich 727.000, die Chronik-Seiten mit 716.000 und die TV-Seiten mit 700.000 Lesern pro Woche.  hs

des heurigen Jahres auch der im März 2009 erfolgreich durchgeführte Relaunch des Mediums: Die sanfte Modernisierung des Designs, eine optimierte Usability sowie neue Inhalte machen den ORF Teletext moderner, übersichtlicher und noch attraktiver für das Publikum.“ Die Tagesreichweite des ORF Teletexts hat sich ebenfalls positiv entwickelt: Im Schnitt nutzen 969.000 Leserinnen und Leser das Medium pro Tag, gegenüber dem 1. Halbjahr 2009 nahm die Tagesreichweite damit um 11 Prozent auf 13,6 Prozent zu und hat wieder das Niveau vom 1. Halbjahr 2008 (13,4 Prozent) erreicht. Auch im Internet stark genutzt Der Online-Auftritt des unter http://­ teletext.ORF.at vollständig abrufbaren

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Ehemaliger Chefvermarkter von News heuert bei Gratis-Tageszeitung an

Fischer bei Heute

Gernot Fischer will aus Heute die attraktivste Anzeigenplattform Österreichs machen. © News

Gernot Fischer heuert als Geschäftsführer Sales bei der Gratis-Tageszeitung Heute an. Der 44-Jährige blickt auf eine 20-jährige Medienkarriere

zurück. Zuletzt war er Vermarktungsgeschäftsführer der Verlagsgruppe News, die er allerdings im Sommer dieses Jahres verließ. Während seiner 15-jährigen Tätigkeit für die Verlagsgruppe News gründete Fischer die Niederösterreich-Mutation des Nachrichtenmagazins und das Gesundheitsmagazin News Leben mit. Auch der Kreativwettbewerb „Magazin Award“ war Fischers Idee. Der ehemalige CEO der Verlagsgruppe, Rudi Klausnitzer, berief Fischer ob dieser Verdienste auch in die Geschäftsleitung. Vor seinem News-Engagement arbeitete Fischer beim D + R Verlag und verantwortete dort die Magazine Skylines und A la Carte. Fischer: „Ich freue mich sehr darauf, gemeinsam mit dem gesamten Team von Heute – allen voran Herausgeberin Eva Dichand, Geschäftsführer Wolfgang Jansky und Anzeigenleiter Goran Drinic – aus dem größten Medienerfolg in Österreich auch die attraktivste Werbeplattform Österreichs zu machen.“ rs

Crossmedial kommunizieren Im Oktober findet das alljährliche ‚OÖ. Medien­ Forum‘ wieder in Linz statt Die Journalistenakademie lädt in Zusammenarbeit mit der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich zum „OÖ. MedienForum“. Veranstaltet wird das Forum am 14. Oktober 2010 in der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich. Phi­lipp Ikrath, Mitglied der Geschäftsleitung ­t-factory Agentur für Jugendmarketing, Markt- und Meinungsforschung, wird über „Die Jungen von heute – wie sie ticken, denken und kommunizieren“ sprechen. Tina Stiegeler, Head of Development, VG (Schibsted Gruppe), Oslo, referiert über den Einsatz von cross­ medialen Strategien und wie Zeitungsverlage Social Media und Co optimal nützen können. Geschäftsführender Gesellschafter von Demner Merlicek & Bergmann, Mariusz Jan Demner, erklärt, wie eine Agentur crossmediale Kampagnen entwickelt. Anmeldung bis zum 5. Oktober unter [email protected] oder unter 0699/15337979. Die Kosten betragen 40 Euro.  tw

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IPI präsentierte ihr neues Buch ‚Words of Freedom: A Tribute to 60 IPI World Press Freedom Heroes‘

Opfer für die Freiheit Bereits seit 60 Jahren kämpft das Internationale Presse Institut (IPI) weltweit für die Freiheit von Presse und Journalisten und ist somit die älteste Organisation mit diesem Ziel. Zu diesem Jubiläum wurde mit Unterstützung der Bank Austria UniCredit Group das neue Buch „Words of Freedom: A Tribute to 60 IPI World Press Freedom Heroes“ vorgestellt. Das Buch erzählt von den Geschichten von 60 Journalisten – Männer und Frauen aus aller Welt und Kultur, die mit ihrem ernormen Mut und Einsatz wahrlich Helden im Kampf für die Pressefreiheit in den vergangenen Jahrzehnten waren. Viele von ihnen mussten in der Folge dafür mit ihrem Leben bezahlen oder wurden mit Folter und Gefangenschaft bestraft. In den ersten acht Monaten des Jahres 2010 haben 52 Journalisten ihr Leben aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit verloren. Seitdem IPI 1997 mit „Death Watch“ begann, wurden insgesamt 959 getötete Journalisten gezählt.

„Words of Freedom“ thematisiert 60 Jahre Freiheitskampf.

Anlässlich des World Congress 2010 in Wien und Bratislava, der von 11. bis 14. September stattgefunden hat, wurden alle 60 Journalisten für ihre Heldentaten geehrt. Unter dem Titel „Thinking the Unthinkable: Are We Losing the News?“ veranstaltete das IPI den Kongress und lud internationale Gäste aus allen Bereichen zur Diskussion ein. Ein Fokus lag dabei auf dem derzeitigen schnellen Wandel des Journalismus.  tw

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Medien

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‚Writing for CEE 2010‘: Preisträger von APA und Bank Austria nominiert – Verleihung im November

Nachdenken über Europa Zum siebten Mal lobte die Austria Presse Agentur (APA) in Zusammenarbeit mit der Bank Austria – UniCredit Group den Journalistenpreis „Writing for CEE“ aus. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung soll die journalistische Auseinandersetzung mit Fragen zu Europa und zur europäischen Integration fördern. Prämiert werden laut den Initiatoren Beiträge, die „in differenzierter und vielfältiger Weise“ europäische Themen aufgreifen und „zur Überwindung von Grenzen und Vorurteilen beitragen“. Das völkerverbindende Element spiegelt sich nicht nur in den rund 50 heuer eingereichten Beiträgen wider, sondern auch im Teilnehmerfeld, das sich von der Ukraine über Litauen, Großbritannien, Deutschland, Österreich und Frankreich bis nach Serbien quer durch Europa erstreckt. Aus Serbien wurden mit sechs Arbeiten die meisten verzeichnet, gefolgt von Österreich mit fünf Beiträgen. Der Gewinner wurde am 9. Sep-

tember in Wien ermittelt und soll am 22. November im Rahmen einer festlichen Preisverleihung der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Im Vorjahr wurde der Vize-Chefredakteur der Wiener Stadtzeitung Falter, Florian Klenk, ausgezeichnet. Zu den bisherigen Preisträgern des „Writing for CEE“-Awards zählen ferner der tschechische Journalist Lubos Palata (2004), die bulgarische

Beim Wiener Stadtsender dreht sich dieser Tage alles um die nahenden Wien-Wahlen

Schriftstellerin Diana Ivanova (2005), der bosnische Journalist Sefik Dautbegovic (2006), der österreichische Schriftsteller Martin Leidenfrost (2007) sowie die deutsch-griechische Radiojournalistin Anna Koktsidou (2008). Die besten Beiträge der vergangenen Jahre und alle weiteren Informationen zum Preis sind unter www.apa.at/cee-award abrufbar. gud

Der Wiener Stadtsender W24, der im Kabelnetz der UPC ausgestrahlt wird, ist für die Wahlen am 10. Oktober 2010 gut gerüstet: Insgesamt 1.500 Beitragsminuten zu den Wahlen in der Bundeshauptstadt stehen am Sendeplan, davon zehn Stunden live allein am Wahltag, Hintergrundreportagen, Interviews mit den Spitzenkandidaten sowie Reports von den Nebenschauplätzen der Wahlauseinandersetzung. Die Formate erstrecken sich von „No Comment“ mit Analysen eines unabhängigen Politikwissenschaftlers über „Ein Tag mit …“, wo den Spitzenkandidaten über die

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UND SIE ERREICHEN ÖSTERREICH.

Kurz und bündig Veranstaltungsreigen bei Echo Am 28. September findet zum fünften Mal in 60 Kaffeehäusern mit 74 Lesungen die Wiener Kriminacht statt. Die Autoren reichen von Stefan Slupetzky über Ilona Mayer-Zach bis zu Inga Pfeiffer. Am 30. September findet die Pink Ribbon Gala in Kooperation mit Madonna in der Orangerie mit Stars wie Olivia Newton-John, Zucchero oder Yolanda be Cool. Der Vienna Night Run startet am 5. Oktober um 20.30 Uhr. „Flug zum Green“ – eine Veranstaltung, die Golfinteressierte um 199 Euro für eine Nacht all-inclusive nach Tirol bringt, kann noch bis 16. Oktober gebucht werden. Und schließlich lädt das Echo Medienhaus um 99 Euro zum SkiGletscher-Opening von 4. auf 5. Oktober am Mölltaler Gletscher.

Zögernitz bei Antenne Wien © Leisuregroup.at

Günther Zögernitz ist neuer Sales Director der Antenne Wien, die seit letztem Jahr auch in St. Pölten zu hören ist. Der gebürtige Niederösterreicher wird den Verkauf im Sendegebiet Wien, Niederösterreich und Burgenland vorantreiben und dabei einen Schwerpunkt auf die Entwicklung innovativer Sonderwerbeformen legen. Zudem wird er das Wiener Verkaufsteam ausbauen und ein eigenes Sales-Team für St. Pölten rekrutieren. Zögernitz berichtet direkt an Antenne-Geschäftsführerin Sylvia Buchhammer und folgt Walter Ringsmuth nach, der zur Mediaprint gewechselt ist.

*Quelle: Teletest

Leuchtende Jobangebote Am Wiener Praterstern öffnet am 1. November das Sofitel seine Pforten. Derzeit wird noch Personal für das neue Hotel gesucht – und zwar mittels Projektion auf die eigene Fassade. 12.000 Watt erleuchten das Gebäude, die Job­ inserate werden in fünf verschiedenen Sprachen projiziert. Die ungewöhnliche Recruiting-Atkion hat der LichtSpezialist Movelight umgesetzt.

Wahlzeit auf W24

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Schulter geblickt wird, bis hin zu „Was sagen uns die Wahlplakate?“ Auch geschmunzelt soll im Rahmen der Wahlberichterstattung werden, denn W24 hat sich vorgenommen, im TV und auf wienweb.at die humorvollen Aspekte des Wahlkampfs nicht auszusparen. „Wir versuchen, eine neue Form des elektronischen Infotainments um­ zusetzen“, erklärt Christian Cap, Geschäftsführer der Kabel-TV, die mit W24 nicht nur den eigenen Sender betreibt, sondern auch Programm- und ContentManagement für Dritte anbietet: „Wir sind auch Content-Provider, beispielsweise für die wien.at-Plattform oder das IPTV der Wien Holding, die an knapp 100 Unternehmen in Wien beteiligt ist“, so Prokurist Thomas Mischek. Rund um die Wien-Wahlen will W24 zeigen, was er kann.  so

Medien

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24. September 2010

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Eine neue Form der Print-Reichweitenstudie in Norwegen legte im Rahmen des FMP die Basis für eine Diskussion über Österreichs Mediaforschung

Ruf nach ‚geilem‘ Media-Server Im Architekturzentrum des MQ traf sich das Forum Mediaplanung, um einmal mehr (internationale) Impulse für die österreichische Printforschung zu liefern. Knut-Arne Futsaeter vom TNS Gallup in Norwegen präsentierte eine PrintReichweitenstudie für Tageszeitungen, die seit Kurzem in die norwegische Media-Analyse einfließt. Das Besondere an der Studie: Print wurde auf eine neue

Messbasis gehoben, indem der PageTraffic nach Themenbereichen (Politik, Kultur  …) abgefragt wurde, und nunmehr Nutzungswerte auf Werbemittel­ ebene zur Verfügung stehen. Noch außergewöhnlicher: Die kostspielige Studie wurde von den Tageszeitungen selbst in Auftrag gegeben und finanziert – obwohl das Ergebnis eine deutliche Abgewichtung der Reichweiten mit sich

brachte. Doch Realitätsnähe war das relevantere Stichwort. Genau dort setzten auch die von der FMP-Vorstandsvor­ sitzenden Lilian Meyer-Janzek moderierten Kommentare von Peter Bachler, Geschäftsführer H.T.S. Info-Systeme, Manfred Gansterer, Marketingleiter Media-Saturn, Xavier Reynaud, CEO der Initiative Media und seit Kurzem VizePräsident der IGMA (Interessengemein-

Peter Bachler (Geschäftsführung H.T.S. Informationssysteme), Christian Forster (Leiter Revenue Management und Research ORF-Enterprise), Manfred Gansterer (Marketingleiter Media-Saturn), Xavier Reynaud (CEO Initiative Media) und Knut-Arne Futsaeter (TNS Gallup Norwegen) diskutierten im Rahmen des FMP über die Zukunft der österreichischen Printforschung. © C. Breneis

schaft der Mediaagenturen) und Christian Forster, Leiter Research ORF-Enterprise, an.

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Print muss in Vorleistung gehen Forster forderte eine Weiterentwicklung der Forschung: „Jeder muss über seinen Schatten springen – und Print sollte in Vorleistung gehen.“ Verkürzte Reporting-Intervalle, eine Abbildung der Nutzung im Tagesverlauf nach dem Vorbild von TV oder Radio wären konkrete Wunschvorstellungen, um eine Vergleichbarkeit auf technischer Ebene zu ermöglichen. Peter Bachler, Leiter der Arbeitsgruppe „Media-Server“, sieht die Notwendigkeit, den Menschen „draußen“ besser zu verstehen und nicht als Hörer oder Leser einzuteilen, denn jeder tut alles und das oft gleichzeitig: „Es braucht den Media-Server, um das Richtige liefern zu können und einen Schritt in Richtung neue Medienforschung zu tun.“ Allerdings wirft er ein, dass Print nicht weichere Daten hat, sondern schlicht schwieriger zu erheben ist: „Wäre Print am Tablet-PC verfügbar und nicht in gedruckter Form, dann wäre die Messbarkeit besser als jene von TV.“ Doch auch Bachler sieht in der norwegischen Page-Traffic-Studie oder dem deutschen Ad Impact Monitor (AIM), der vom Verband Deutscher Zeitungsverleger heuer als Forschungsinitiative zur Werbewirkung gegründet wurde, Ermutigungen. Burda-Vorstand Philipp Welte begründete die Notwendigkeit des AIM folgendermaßen: „In dem immer härteren intermediären Wettbewerb müssen wir uns darauf konzentrieren, Relevanz und Wirkung unserer Zeitschriften nachhaltig nachzuweisen.“ Xavier Reynaud, Geschäftsführer Initiative Media, präsentierte das agentureigene Tool Matrix: „Wir gehen einen pragmatischen Weg zur Gesamtreichweite.“ Die Planungs-Software der Agentur wurde um ein Panel mit Informationen zum Mediennutzungsverhalten von 2.000 Befragten an über 60 Medienkanälen und Touchpoints erweitert. Auf diese Weise errechnet die Initiative nun Media-Mix- und Gesamt-Reichweiten. Für Manfred Gansterer, Marketingleiter Media-Saturn, der als Unternehmensvertreter Nutznießer eines guten Marktforschungs-Tools wäre, ist die Sache klar: „Für uns geht es um den Konsumenten und jede bestmögliche Annäherung an die Wirklichkeit, die inzwischen eine Multi-Channel-Welt mit vielen Touchpoints ist. Daher: Der Media-Server ist geil – just do it.“ Dafür sollten die Interessen des Großen und Ganzen im Vordergrund stehen, plädierte der Marketing-Profi. Die an diesem Abend oft gehörte Stimme aus dem Publikum von Media-Experte Gerhard Turcsanyi brach­te zum Ende Ernüchterung: „In Österreich ist es so: Wer zahlt, schafft an – und die Anschaffer haben gerade eine Ladehemmung, Geld auszugeben.“  bis

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Wertschätzung und Eigenverantwortung werden bei Elisabeth Gießer großgeschrieben – ganz neue Töne im News-Tower, die nachhaltig wirken sollen

Ein Schiff auf Qualitätskurs gänge zu den Themen perfekt verbindet und als erfahren, kompetent und integer gilt. HORIZONT: Früher galt die Redaktion von News als etwas rüde und hemdsärmelig. Für Außenstehende schien die Atmosphäre sehr aufgeladen. Hat sich das geändert? Gießer: Das hat sich grundlegend geändert. Peter Pelinka und Corinna Milborn stehen für ein wertschätzendes, ordentliches Miteinander, für Respekt, aber auch für Glaubwürdigkeit und ordentlichen Journalismus. Es soll niemand angepatzt werden, Geschichten müssen ordentlich recherchiert und nicht reißerisch sein. HORIZONT: Ihre Aufgabe ist es, dieses geänderte Produkt mit geänderten Werten zu verkaufen und auch das teilweise verlorene Vertrauen wiederzugewinnen. Wie gehen Sie da vor? Geschäftsbereichsleiterin News/News Leben Elisabeth Gießer sucht kompetente Berater statt penetranter Keiler.  © Verlagsgruppe News/Ricardo Herrgott

HORIZONT: Über die Neupositionierung von News wurde schon viel geschrieben – wofür steht das Magazin heute wirklich? Elisabeth Gießer: Als Magazin stehen wir heute für das österreichische Nachrichtenmagazin, was wir auch schon seit jeher im Subtitel führen. Früher war das der Fokus, der aber – bedingt durch die ehemalige Chefredaktion – leider in den letzten Jahren ein wenig verloren gegangen ist. Da sind wir, überspitzt formuliert, zu „trashig“ geworden. Mittlerweile geht die Entwicklung wieder in die richtige Richtung. Wir wollen jedoch nicht das bessere profil oder Format werden. Mit Peter Pelinka möchten wir den Spagat zwischen einem informativen Nachrichtenmagazin und einem Breitenmagazin mit Unterhaltungsthemen schaffen. Neben solider Berichterstattung zu wichtigen Österreich-Themen, Politik und Wirtschaft sollen dem Leser anspruchsvolle Unterhaltungsthemen wie Kultur, Sport oder Lifestyle und Society geboten werden. HORIZONT: Der letzte Aufmacher war aber eine richtige, positive Familiengeschichte?

Gießer: Richtig – da bin ich auch ganz ehrlich: wir müssen ein breites Mainstream-Magazin bleiben und auch auf die Reichweite achten. Wichtig ist es aber, positive Geschichten zu bringen – es muss nicht überall Blut rausspritzen! Wir müssen in die Tiefe gehen, gut recherchieren und die Wahrheit sagen. Dieses Image hatten wir in der Vergangenheit – auch in der Wirtschaft – nicht. Wir sind auf dem Weg, das nachhaltig zu ändern. Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Von Format kommend habe ich gelernt, dass so ein Medium ein Großschiff ist, das es zu navigieren gilt. Zu rasche Manöver können dieses Schiff aber leicht zum Kentern bringen. Horizont: Dafür braucht man die richtigen Leute. Ist diese Mannschaft jetzt komplett und weiß sie, wofür News zukünftig steht? Gießer: Mit Peter Pelinka haben wir eine Persönlichkeit, zu der man nicht viel sagen muss. Seine Nominierung zum Chefredakteur war auch ein klares Zeichen nach außen. Gemeinsam mit Corinna Milborn bildet er ein ­Führungsteam, das Erfahrung und Jugend, männliche und weibliche Zu-

Gießer: Wir hatten bereits letztes Jahr eine kleine Image-Kampagne. Als sichtbares Zeichen ist als Erstes die knallrote „Nr. 1“ verschwunden. Wir sind Österreichs größtes wöchentliches Magazin mit 800.000 Lesern – das müssen wir nicht auch noch dauernd trommeln. Wir müssen den Qualitätsaspekt betonen und uns als verlässlicher Partner der Wirtschaft positionieren – und dafür auch ein gewisses Maß an Bescheidenheit zeigen. Im Frühjahr haben wir die Kampagne auf Plakaten und im Fernsehen mit verschiedenen Testimonials weiterentwickelt. Da haben wir inhaltlich und optisch einen völlig neuen Weg beschritten: mit einer jungen, toughen Frau, die glaubhaft vermitteln kann, dass sie sowohl unterhalten als auch kompetent informiert werden möchte. Im Herbst planen wir eine Reihe kleiner Events, um auf direktem Weg unsere neue Philosophie zu transportieren. HORIZONT: Früher lag Ihre Stärke in den Packages, an denen Mediaagenturen praktisch nicht vorbeikamen. Von dem ist man ein wenig abgekommen. Steht News jetzt alleine oder gibt es noch die verlagsübergreifende Vermarktung? Gießer: Es wird immer noch AlloverBudgetierungen geben, aber letztend-

lich entscheidet der Kunde, wo er seine Gelder positionieren möchte. Natürlich ist es von Vorteil, große Budgets an das Haus zu binden, der Kunde soll aber immer die Möglichkeit haben, selbst zu bestimmen, in welchen Medien er präsent sein möchte. Das ist meine Aufgabe. HORIZONT: Sie kommen von trend/ Format, reinen Wirtschaftsmagazinen, die in der Wirtschaft sehr hochwertig wahrgenommen werden. Wie begegnet man Ihnen seit Ihrem Wechsel zu News? Gelingt Ihnen der Imagetransfer von Ihrer Person auf News? Gießer: Zuerst haben natürlich einige Leute gemeint, ich würde nicht zu News passen. Ich bin jedoch nicht zu News gegangen, um den Boulevard zu verstärken, sondern um etwas zu ändern. Ich stehe für Qualität, und man kann ein Mainstream-Produkt nicht nur qualitätsvoll machen, sondern es auch qualitätsvoll vermarkten. Das ist ein harter Weg, den wir bis jetzt aber sehr gut gemeistert haben. Mittlerweile sieht man die Erfolge.

Jeder bekommt sein Landgut, das er maximal bewirtschaften muss. Der Vorteil ist, dass einzelne Mitarbeiter nicht nur Key-Kunden, sondern auch Kleinstkunden betreuen. So sind Ausfälle leichter abzufedern. Meine Mitarbeiter müssen daher in „ihrer“ Branche absolut firm sein. Eigenverantwortung heißt für mich nicht nur Zeit abzusitzen und Listen abzuhaken, sondern tatsächlich Verantwortung zu tragen, vo­ rausschauend zu planen, Initiative zu ergreifen und neue Ideen zu entwickeln. Wir bieten durch unsere Events, Netzwerke und unser crossmediales Denken Möglichkeiten, die jeder Einzelne ausschöpfen muss. Am Ende des Tages heißt Eigenverantwortung sicherlich mehr Arbeit, aber ein besseres Gefühl für den einzelnen Mitarbeiter, der auf seine Leistung stolz sein kann und ein toller Partner für „seine“ Branche ist. Kein Keiler, wie man früher abschätzig gesagt hat, sondern ein echter Berater. HORIZONT: Sind bei News auch Specials – etwa für Luxus oder Style – geplant?

Gießer: Zurzeit sind wir etwas unterrepräsentiert. Ich habe sieben Mitarbeiter. Um am Markt wirklich schlagkräftig zu sein, bräuchte ich zehn. Für News Leben, das wir ebenfalls seit einem Jahr repositionieren und das mir genauso wie News am Herzen liegt, suche ich einen Anzeigenleiter. Für News brauche ich zwei Mitarbeiter, die überzeugt mit uns diesen neuen Weg mitgehen wollen.

Gießer: Wir haben sogenannte Line Extensions – etwa News Exklusiv, das ursprünglich sechs Mal im Jahr geplant war. Angesichts der Wirtschaftskrise haben wir das aber redimensioniert. Wir haben jetzt einen Luxus-Teil – das sind die Dinge, die sich jeder gerne anschaut, auch wenn er sie sich wahrscheinlich nie leisten kann. Beim Style legen wir großen Wert darauf, nicht zu frauenorientiert zu sein: auch Männer wollen schick und modisch sein, wellnessen gehen und sich mal was gönnen.

HORIZONT: Wie beschreiben Sie sich als Führungskraft?

HORIZONT: Wo wollen Sie mit News in einem Jahr stehen?

Gießer: Wer mich kennt, weiß: ich bin laut! Ich bezeichne mich als Fahnenträgerin, die den Weg vorgibt. Ich setze klare Ziele und muss sicher sein, dass mir alle folgen. Dennoch ist mir Eigenverantwortung sehr wichtig. Ich halte nichts von zu engen Kontrollen oder allzu starren Vorgaben oder Wordings. Wir vereinbaren ganz klare Ziele zu Etats und Neukundengewinnung, und ich habe die Kunden nach Branchen völlig neu strukturiert. Ich sage immer:

Gießer: Wir haben ein Jahr der massiven Änderung hinter uns, das natürlich nicht immer friktionsfrei war. In einem Jahr möchte ich sagen können: ja, das Produkt ist draußen beim Leser und beim Inserenten angenommen worden. Und ich wünsche mir, dass mein Team und die Redaktion sagen: Der Weg war steinig, aber es hat sich gelohnt.

HORIZONT: Eine Aufgabe, die für einen allein kaum zu bewältigen ist. Wie sieht Ihr Team aus?

Interview: Dagmar Lang

Wolfgang Bretschko und Klaus Schweighofer treten Horst Pirkers Nachfolge an

Zwei Alphatiere für die Styria Der Leitwolf geht seiner eigenen Wege, sein Revier wird aufgeteilt: Nach dem Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden der Styria Media Group AG (siehe auch die HORIZONT-Printausgabe 37/2010 vom 16. September) übernehmen nun die beiden Vorstandsmitglieder Wolfgang Bretschko und Klaus Schweig­ hofer die bislang von Horst Pirker geführten Ressorts im Konzern, den sie gleichberechtigt weiterführen sollen. Neben den bisherigen Zuständigkeiten – nämlich alle Dienstleistungsunternehmen der Styria-Gruppe, die Marktplatz-Portale willhaben.at, car­ 4you.at, njuskalo.hr und bolha.com – übernimmt Bretschko die Bereiche

Kleine Zeitung, Steirer Monat, Kärntner Monat sowie die Wochenzeitungsgruppe Regionalmedien Austria (RMA) im Joint Venture mit der Moser Holding. Darüber hinaus zeichnet er für die Stabsstellen Finanzen, Personalentwicklung und Strategische IT verantwortlich. Der 1968 geborene Kärntner wurde 2004 zum Vorstand der Styria Media Group AG bestellt. Der studierte Jurist und Vater von drei Kindern ist zudem Präsident des European Board der International Newspaper Marketing Association (INMA), Vorstandsmitglied im Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und im Vorstand der Media-Analyse aktiv.

Klaus Schweighofer wiederum übernimmt zusätzlich zu den internatio­ nalen Medienagenden des Konzerns Die Presse, das WirtschaftsBlatt, die Magazingruppe (Styria Multi Media), Die Furche, die Buchverlage und den Börse Express sowie die Stabsstellen Business Development, Konzernkommunikation und Kompetenzzentrum Recht. Der 1966 geborene Steirer wurde 2005 zum Vorstand der Styria Media International AG, 2008 weiters zum Vorstand der Styria Media Group AG bestellt. Seit April 2010 fungiert der studierte Rechtswissenschaftler und Vater von zwei Kindern auch als neuer Vorsitzender des Verbandes Österrei-

Teilen Pirkers Erbe auf: Wolfgang Bretschko und Klaus Schweighofer sollen Österreichs zweitgrößten Medienkonzern verlegerischer Herkunft gleichberechtigt weiterführen. © Styria (2)

chischer Privatsender (VÖP). Der scheidende Styria-Boss Horst Pirker will sich nun bis Jahresende eine Aus-

zeit gönnen und danach bekannt geben, was er beruflich weiter vorhat, wie er zu HORIZONT sagt. gud

*RMA gesamt: BZ Wiener Bezirkszeitung, Bezirksblätter (B, NÖ, S, T), Woche (K, ST), Bezirksrundschau OÖ (Kooperationspartner), Regionalzeitungen Vorarlberg (Kooperationspartner). Quelle: Regioprint 2010: 8.000 Interviews [14+], Jänner 2010 bis Juni 2010 (Datenbestand der MA 1. Halbjahr 2010). Im Auftrag des VRM Verband der Regionalmedien [Bevölkerung Österreich 14+: 7.100.000]. Nettoreichweite (LpA - Leser pro Ausgabe) in % und in Projektion. Max. Schwankungsbreite [n=8.000] 1,1 %. Auszug (Vergleich bezieht sich auf die angeführten Medien).

Kaiser! * Über 3,7 Mio. Leser.

www.regionalmedien.at

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HORIZONT No 38

Erste Bank, Echo Medienhaus und Licht für die Welt laden am 5. Oktober bereits zum vierten Mal zum Vienna Night Run

Vienna Night Run am Start „Es gibt den Sportbereich mit dem Erste – symbolisch – abends um 20.30 Uhr Bank Vienna Night Run, den wir ge- stattfindet. Die humanitäre Organisameinsam mit der Erste Bank umsetzen. tion „Licht für die Welt“, die Menschen Die Idee habe ich aus London mitge- Augenoperationen ermöglicht, erhält bracht. Hier kommt das Thema Verwirk- nun pro Läufer fünf Euro, die im Startlichung ins Spiel, denn die Idee hat mich geld enthalten sind. Im ersten Jahr wurlange nicht losgelassen. Doch für gute den 3.000 T-Shirts finanziert, 3.700 MenIdeen braucht es einen Partner“, erin- schen nahmen an dem Lauf teil. Im nert sich Christian Pöttler, Geschäfts- zweiten Jahr wurde bei 7.500 Menschen führer des Echo Medienhauses, an die ein Stopp gesetzt und im Vorjahr liefen Anfänge einer neuen Idee. Eine Mitar- fast 14.000 Teilnehmer, darunter auch beiterin hatte schließlich den Einfall, Nordic Walker und behinderte Men„Licht für die Welt“ einzubinden, erzählt schen, durch die Wiener Innenstadt – 1x1 Politik 216x275 17.09.10 11:29 Seite 1 er, weshalb der Lauf auch heuer wieder fast 70.000 Euro konnten im Vorjahr an

Band 1 WAHLEN IN ÖSTERREICH Was wir alles mitbestimmen können/sollen/ müssen

„Licht für die Welt“ übergeben werden. Mit diesem Geld werden in Afrika 2.281 Operationen an Menschen durchgeführt, die am Grauen Star erkrankt sind. „Mehr als 15.000 Läufer am Start wären fein, aktuell sind 12.000 angemeldet. Diesmal starten wir beim Rathaus. Es wird eine richtige Laufparty – Ö3 begleitet das Event ab 18 Uhr musikalisch“, informiert Christian Menitz, Geschäftsführer des Sportmedia-Verlages, einer 100-Prozent-Tochter des Echo Medienhauses. Neu ist heuer auch, dass sich die Veranstalter um das neue

Gütesiegel „Öko-Event“ der Stadt Wien bemühten. Zu den Umweltmaßnahmen, die von Namenssponsor Erste Bank und Sponsor Hervis sowie dem Echo Medienhaus gesetzt wurden, zählen ein Verzicht auf Getränkedosen, Mülltrennung, das Einbinden regionaler Produkte und lokaler Caterer. Außerdem führt die Laufschar diesmal ein Elektroauto rund um den Ring, das „Zero-Emission“-Fahrzeug wird von Renault Österreich zur Verfügung gestellt. „Es ist schön, wenn Leidenschaft, Spaß, Charity und Geschäftstüchtigkeit

r e d 1 x 1 k i t i l o P Band 4 DER GLÄSERNE WÄHLER/ KONSUMENT Markt- und Meinungsforschung weiß alles über uns - oder?

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Band 2 MEDIEN UND POLITIK

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Politiker brauchen Medien. Wie sieht die Medienlandschaft in Österreich aus?

Band 5 WIE GESETZE ENTSTEHEN

Im Vorjahr nahmen rund 14.000 Menschen am Charity-Lauf Vienna Night Run zugunsten von „Licht für die Welt“ teil. Termin heuer: 5. Oktober, 20.30 Uhr am Rathausplatz.  © Vienna Night Run/Jobst

miteinander verbunden werden können“, freut sich Pöttler auf das Event am 5. Oktober. „Es geht um das Dabeisein und darum, sich selbst und anderen etwas Gutes zu tun“, findet Menitz. bis

ATV lädt zum Wohnen ein ‚Bei mir zuhause‘ wird von Raiffeisen Wohn Bausparen gesponsert Mit September startete der Privatsender ATV mit einem neuen 20-teiligen Wohnjournal namens „Bei mir zuhause“. Jede Folge dauert vier Minuten und wird jeweils Mittwoch nach dem quotenreichen Eigenformat „Bauer sucht Frau“ um 21.50 Uhr ausgestrahlt. Wie sich ATV und Raiffeisen gefunden haben? – „Es gab und gibt natürlich immer wieder Kontakte bezüglich etwaiger Kooperationen, bei diesem Projekt hat es schlussendlich gepasst“, erklärt Klaus Bitschi, Leiter Sonderwerbeformen und Interactive bei ATV. Der Schwerpunkt des Wohnjournals liegt auf Architekturlösungen und Design. In jeder der 20 Folgen erzählen Haus- und Wohnungseigentümer ihre persönliche Homestory, wodurch vor allem praktische Tipps vermittelt werden. Durch das von der Raiffeisen Bausparkasse gesponserte Journal führt Moderatorin und Sprecherin Niki

Wer macht Gesetze und wie funktioniert das?

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Band 3 ÖSTERREICH UND DIE EU

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Wir können die EU mitgestalten. Was wir dafür alles wissen müssen.

Band 6 DIE DIREKTE DEMOKRATIE Wie wir uns in die Politik einmischen können.

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Neu auf ATV: „Bei mir zuhause“, das Wohntrend-Journal von Raiffeisen Wohn Bausparen, präsentiert Niki Fuchs jeden Mittwoch ab 21.50 Uhr.  © Martin Moravec

Fuchs, die schon öfter für ATV im Einsatz war. Ob nach den 20 Folgen Schluss sein wird, entscheiden die Zuschauer: „Einer Verlängerung steht grundsätzlich nichts im Wege, wobei hier der entscheidende Faktor sein wird, wie das Format beim Zielpublikum angenommen wird“, so Bitschi, laut dem die Premiere gelungen scheint: „Der Auftakt mit 156.000 in der Zielgruppe 12 plus und 41.000 in der Sonntagswiederholung war auf jeden Fall sehr vielversprechend.“ Alle Sendungen finden Sie auch unter www.beimirzuhause.at. so

24. September 2010

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Markus Breitenecker, SevenOne Media Austria, ProSiebenSat.1 Austria und PULS 4, VÖP-Vizepräsident, über ‚seine‘ Sender-Gruppe, Eigenproduktionen, Refinanzierung, das ORF-Gesetz und Medienpolitik

,Fernsehen bleibt Leitmedium‘ Programmaktivitäten einen positiven Deckungsbeitrag geliefert haben. Bei ­gewissen Projekten ist das sogar in einer Größenordnung, in der die Renditen deutlich über herkömmlichen TV-Ren­ diten liegen, zum Beispiel bei „Café Puls“. Unser Glück ist, dass RTL offensichtlich anders rechnet und wir es als ProSieben­ Sat.1 Austria geschafft haben, die RTLGruppe sowohl bei Zuschauer­ marktanteilen als auch beim Umsatz immer weiter hinter uns zu lassen. HORIZONT: Die Senderperfomance steigt auch 2010 stark an – wie wird das Pricing aussehen?

Markus Breitenecker: „Das Wichtigste ist die Unterscheidbarkeit zwischen öffentlich-rechtlich und Privaten. Ich glaube, dass das Hauptunterscheidungsmerkmal die Werbefreiheit des Öffentlich-Rechtlichen sein müsste. ­Darauf wird man als langfristige Vision hinarbeiten müssen.“  © K. Michalski

HORIZONT: Die SevenOne Media Austria hat ihre Programmpräsentationen vorgestellt (siehe HORIZONT 36+372010, Anm.hs). Ihr persönliches Fazit? Markus Breitenecker: Es war schön, dass viele Gäste aus dem Bereich der Kre­ ativwirtschaft anwesend waren – Schau­ spieler, Produzenten, Autoren. Was gut zur Hauptankündigung gepasst hat, dass wir als erster österreichischer Privat­ sender in die Produktion von österreichi­ schen Filmen und Serien einsteigen. HORIZONT: Ist dieses erste Fiction-Projekt eines privaten TV-Veranstalters schon finanziert? Breitenecker: Die Finanzierung muss für jedes Projekt neu verhandelt und ­besprochen werden. Für das erste ­haben wir die Finanzierung. HORIZONT: Wieviel Eigenanteil aus PULS 4 und den Fensterprogrammen steckt in der Programm-Präsentation? Breitenecker: Soviel Eigenproduktions­ anteil wie dieses Jahr hatten wir noch

nie. Ich glaube, sagen zu können, dass wir erstmals nicht eine deutsche Sender­ gruppe mit Österreich-Überblendungen präsentiert haben, sondern ein österrei­ chisches Medienunternehmen mit ­österreichischen Inhalten, das von Deutschland unterstützt wird. Im dritten Teil der Präsentation haben wir jene ­Programmschwerpunkte und Themen gezeigt, die wir in Österreich produzie­ ren und die wir über alle vier Sender der Gruppe ziehen, sodass wir die Gruppen­ stärke der vier Sender nutzen können. HORIZONT: Die IP-Österreich sagt: Das rechnet sich – noch – nicht, dass RTL ­Österreich-Programm macht (siehe ­HORIZONT 21-2010, Anm.hs). Rechnet RTL anders als ProSiebenSat.1? Breitenecker: Die Antwort darauf ist einfach: Man darf nicht mit deutschen Rechnungsmethoden rechnen, sondern mit österreichischen. Was wir in Öster­ reich machen, ist, dass wir unsere ­Kostenstruktur auf die Kleinheit des ­österreichischen Marktes anpassen. Wir weiten unsere Programmaktivitäten jährlich deshalb aus, weil alle bisherigen

HORIZONT: Wir stehen immer wieder in der Kritik, zu günstig zu sein. Diese Kritik kommt vor allem von der Konkur­ renz und ist nicht ganz unberechtigt, weil wir mit den Preisanpassungen bei unseren starken Marktanteilgewinnen nicht immer mitkommen. Manchmal haben wir eine Verzögerung, was das Nachziehen der Preise zu den Reichwei­ tengewinnen – vor allem bei PULS 4 und ProSieben Austria – betrifft. Wir sind aber ständig um Anpassung bemüht und gestalten unser Pricing entsprechend. HORIZONT: Wohin geht die Reise der SevenOne Media-Austria-Gruppe?

Wir definieren uns als Bewegtbildhaus – das ist unsere Positionie­ rungsklammer. Breitenecker: Wir definieren uns als Bewegtbildhaus und glauben, dass ­Bewegtbild unsere Positionierungs­ klammer ist. Wir bieten kein Radio oder Print an. Im Internet liegt der Fokus auf Bewegtbild, da wir der Ansicht sind, dass es in Zukunft nicht mehr so rele­ vant ist, über welche technische Art Fernsehen verbreitet wird, sondern es primär darum geht, Bewegtbilder zu den Menschen zu bringen. Ob das der Fernseher im Wohnzimmer ist, das ­Internet im Büro oder über Mobile ­Devices – Hauptsache, es ist Bewegtbild. Wir wollen die Anbieter von zuschauer­ attraktiven Bewegtbildern sein und diese auch dementsprechend vermark­

ten. Deshalb ist auch unser SevenOne Interactive Network stark auf Bewegt­ bild ausgerichtet.

kreativeres Programm machen und sich daher die Marktanteile im Fernsehen zu uns Privaten verschieben.

HORIZONT: Welche Auswirkungen hat das neue Mediendienstegesetz ab 1. Oktober für private TV-Anbieter – Stichwort: „Regional-TV-Werbung im ORF“?

HORIZONT: Wird der VÖP Rechtsinstanzen anrufen – beispielsweise zum Thema ORF-Regional-TV-Werbung?

Breitenecker: Für die Privaten wird sich im Werbebereich nichts Wesentliches verändern. Ich glaube aber, dass die ­Aufweichung des regionalen TV-Werbe­ verbotes zugunsten des ORF ein Nach­ teil für regionale private Rundfunkan­ bieter ist, egal ob es Lokalfernsehsender oder Radios sind. Diese regionalen und privaten Fernseh- und Radioanbieter vertreten wir im VÖP Verband der Pri­ vatsender, und deshalb waren wir mas­ siv enttäuscht, dass diese Regionalwer­ beklausel für den ORF in letzter Sekunde in einer fast postdemokratischen Art und Weise in das Gesetz hineinpaktiert wurde. Auf nationale Fernsehanbieter hat das allerdings keine Auswirkung. HORIZONT: Den Sprecher der TV-Sender im VÖP gefragt: Am 17. Juni wurde das ORF-Gesetz von ORF und VÖZ, ich zitiere Sie: „post­demokratisch paktiert“. Der VÖP hatte sein Türschild an der ­Adresse des VÖZ in der Wiener Wipplingerstraße, knapp drei Wochen später eine neue Adresse am Wiener Parkring … Breitenecker: (zögert lange): Diese Frage zeugt von hohem Insiderwissen. Ich bitte um Verständnis, wenn ich sie mit „Kein Kommentar!“ beantworte. HORIZONT: Wie wird und soll es weitergehen? Breitenecker: Unsere Vision und unser Ziel bleiben aufrecht: Wir wollen einen nicht nur theoretisch gleichberechtig­ ten, sondern auch faktisch gleichstarken öffentlich-rechtlichen Sektor sowie ei­ nen privaten Sektor haben. Bis zu dieser Gesetzwerdung haben wir als VÖP auf der medienpolitischen Ebene gearbei­ tet. Jetzt ist das Gesetz beschlossen, und man muss die Realverfassung und die Realpolitik akzeptieren – daher ist der­ zeit unsere Position: Wir wollen eine Dualität – also eine echte gleiche Stärke – herstellen, indem wir besseres und

Breitenecker: Dass diese Bestimmung eklatant verfassungswidrig ist, weil sie private Rundfunkveranstalter von die­ sem Vorteil ausschließt, liegt auf der Hand und wird selbstverständlich mit einer sehr guten Aussicht auf Erfolg vom VÖP rechtlich beeinsprucht werden. Über andere Aspekte denken wir noch nach. Die Mindestveränderung bei der Regionalwerbung wäre, dass in diese Regelung zumindest auch die privaten Rundfunkanbieter einbezogen werden. HORIZONT: Und maximal? Breitenecker: Dass diese Vereinbarung zwischen zwei Marktplayern, nämlich den Printmedien und dem ÖffentlichRechtlichen, als insgesamt verfassungs­ widrig aufgehoben wird. HORIZONT: Zur Zukunft – auf die nächsten ein, zwei Jahre gesehen? Breitenecker: Erstens ist es Ziel, die ­Zuschauer mit gutem Programm an ­unsere Sender zu binden. Zweitens soll es eine Notwendigkeit sein, dass diese zwar sehr geringen, aber doch gesetzli­ chen Bestimmungen für den ORF auch eingehalten werden und wir nicht erst recht wieder gerichtliche Instanzen ­bemühen müssen. Drittens würde ich neue Überlegungen zum Gesetz anstel­ len. Das wird erst mittelfristig passieren. Das Wichtigste ist die Unterscheidbar­ keit zwischen öffentlich-rechtlich und Privaten. Ich glaube, dass das Haupt­ unterscheidungsmerkmal die Werbe­ freiheit des Öffentlich-Rechtlichen sein müsste. Darauf wird man als langfristige Vision hinarbeiten müssen. Langfassung siehe www.horizont.at – Markus Breitenecker zur Politikbericht­ erstattung und Programmoffensive auf PULS 4, zu den Wiener Wahlen, Sport – und zum Wirken von VÖZ und VÖP. Interview: Herwig Stindl

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lounge.fm-Geschäftsführer Florian Novak spricht im HORIZONT-Interview ­ über seine Bewerbung für eine UKW-Frequenz in der deutschen Hauptstadt

Entspannt gen Berlin Österreich bei dem Sender zu erfüllen – Stichworte: Info, Verkehr, Wortanteil?

lounge.fm-Geschäftsführer Florian Novak: „Nähe zu Berlin intensiv ­zelebrieren.“ © Loungfm

Horizont: Sie bewerben sich für eine UKW-Lizenz in Berlin. Wie stehen die Chancen, wann rechnen sie mit einer Entscheidung, wie viele Bewerbungen gibt es? Florian Novak: Die Chancen sind ­intakt. Wir konzentrieren uns dabei nicht auf die rund 20 Mitbewerber, sondern auf unsere eigenen Stärken: Unser Knowhow für ein einzigartiges Programm­ angebot, das es in dieser Form in Berlin noch nicht gibt. Im Unterschied zu ­unseren früheren Versuchen, auch in Berlin Fuß zu fassen, können wir mittlerweile auf unsere Reichweitenerfolge in Österreich verweisen; damit zeigen wir auch, dass wir mit unserem Programm auch in kompetitiven Märkten erfolgreich sein können. Ich rechne mit einer Entscheidung im Laufe des Oktobers. Horizont: Welche Vorgaben sind im Vergleich zu den Vorgaben der RTR in

Novak: Die gesetzlichen Vorgaben in Berlin sind durchaus mit Österreich vergleichbar. Die Lizenzvergabe kommt auch in Berlin einem Beauty-Contest gleich, in dem sich wohl alle von ihrer besten Seite zeigen. Betriebswirtschaftlichen Realismus kann man aber auch in Berlin bei den Entscheidungsträgern voraussetzen. Bei uns wird neben dem relaxten Musikangebot eine starke ­Akzentuierung auf Stadt-, Lifestyleund Kultur-News geboten – in einer für Privatradios ungewöhnlich unauf­ geregten Weise redaktionell auf­be­ reitet. Auch das ist ein Mehrwert in ­hektischen Zeiten wie diesen. Horizont: Inwieweit würde sich lounge.fm Berlin von lounge.fm hier­ zulande unterscheiden? Novak: lounge.fm steht ja auch für ­einen Sound, der Berlin als Chill-outHauptstadt ausmacht, wenn man ­genau hinhört. Unter dem Blickwinkel der Markenführung ist es reizvoll, hier eine große Nähe zur Marke Berlin ­intensiv zu zelebrieren. Das wird man im Programm hören und spüren. Auf die Berliner Szene und lokale Musikprotagonisten werden wir dabei ­genauso Rücksicht nehmen, wie wir das ja in Österreich machen. Auch wenn wir hier ein eigenes 24-Stunden-­ Programm für Berlin realisieren ­werden, gehe ich davon aus, dass auch lounge.fm Österreich von der Inspiration, die wir uns holen werden, profitieren wird. Horizont: Welche Rolle spielt NRJ – neben dem Geld – bei der Bewerbung mit seiner 25-Prozent-Beteiligung?

Novak: Das mit dem Geld ist ja schon mal nicht das Schlechteste. Im Ernst: NRJ ist am Berliner Radiomarkt mit dem eigenen Programm seit nun bald 20 Jahren ein verlässlicher und erfolgreicher Partner, der mit seinem umfassenden Know-how und seiner Marktkenntnis für uns bereitsteht, sofern wir das wünschen. Was uns wichtig war: Der von uns entwickelte Programm­ansatz findet bei NRJ große Aner­k ennung, daher werden wir unver­ändert unsere eigenen inhaltlichen Vorstellungen realisieren können. Horizont: Wodurch unterscheidet sich der Berliner vom Wiener Radiomarkt? Novak: Der Berliner Radiomarkt zählt zu den vielfältigsten Radiomärkten ­Europas, der Wiener nicht. Abgesehen von der stattlichen Zahl von 26 ­S endern zeigt Deutschlands Hauptstadt, was Radio auch inhaltlich alles bieten kann. Die Entkoppelung der Anbieter von ­Radio und TV, aber auch von Print­medien ist unter dem Aspekt der ­Meinungsvielfalt vorbildhaft, New­comer wie wir finden hier eine reale Chance vor. Gleichzeitig zeigen sich hier die Veränderungen im Radio­ bereich zuerst, sowohl was veränderte Nutzungsgewohnheiten als auch die wirtschaftliche Entwicklung betrifft. Dabei ist der Werbetopf für die Radios in den letzten Jahren nicht größer ­geworden; entsprechend intensiv sind in Berlin Kostendruck und Wettbewerbssituation. Aber das ist uns ­Privatradiomachern in Österreich ja aus anderen Gründen durchaus vertraut. Interview: Clemens Coudenhove

HORIZONT No 38

Serie: „Mediaagenturen im Wandel“

Mediaagenturen als Einkaufsmaschinen Teil zwei der Serie von Tina Hofbauer, Panmedia Ende der 80er-Jahre. Nun waren sie also gegründet, die ersten Mediaagenturen. Sie bezogen eigene Büros, ­e rhielten eigene GmbHs und ­G eschäftsführer, waren fest in ein Agenturnetzwerk eingebettet und ­bekamen als Morgengabe erkleckliche­ Etats aus den Kreativagenturen. Das Volumen, das es zu handeln galt, kam zu 99 Prozent aus den Kreativagen­ turen; die Tatsache, dass ein Kunde auch einen eigenen Mediavertrag ­abschließen könnte, war noch nicht Usus geworden. Durch die Konzentration gingen die Volumina, die relativ wenige Mitarbeiter durchschleusten, ins Enorme und lagen damals bei den beiden großen Mediaagenturen bereits im Milliarden-Schilling-Bereich. Das Suchen und Finden von New Business war nicht existent, das Business kam ja aus den Mutter-Unternehmen, die innerhalb der Mediaagentur zunächst sehr autark agierten (fast so weitgehend, dass die Betreuerin – ja, es waren nur Damen – der einen Agentur nicht mit jener der anderen Agentur sprachen, weil man das Mitbewerb-Sein so sehr gewohnt war). Bahnbrechend war dann der Tag, als ein findiger Mann beschloss, Mediaagenturen mit Software zu versehen, und damit einen enormen Schritt in Richtung Logistik und auch in Richtung Effizienz tat. Plötzlich waren die Kreativ­ agenturen nicht mehr die geistigen Mütter, sie waren „Mandanten“ im Mediasystem. Etwaige Abstürze und kollektives Computer-Schimpfen einte untereinander und stellte etwas Distanz her zum „Kunden“ Kreativagentur. Und machte klar, dass man an einem Strang zog. Das Image der Mediaagenturen war überschaubar, sie residierten zwar jetzt nicht mehr im Keller, sondern in Cottage-oder

Tina Hofbauer, Panmedia, beschreibt in ihrer vierzehntägigen Kolumne Veränderungen im Mediageschäft. © P. Spiola

Designer-Downtown-Büros, sie waren aber zu Lieferanten für die Kundenberater geworden, hatten den Stellenwert der „Ausrechner“. Zitat: „Kannst Du mir einen Plan rechnen – und zwar schnell?“ … Der Ton war großteils etwas zu imperativ. Ganz langsam aber begann sich die Mediastrategie zu etablieren. Es wurde, in Word-Dokumenten gehalten, ein ­Mediaziel definiert, es wurde argumentiert: warum die eine oder andere Mediagattung? Es wurden Rangreihen in Säulchencharts umgewandelt, es wurde der Mediaplan mit Worten verhübscht. Noch sehr simpel, aber immerhin. Langsam begann man, Credentials zu machen, ganze Präsentationen, in denen es nur um die Mediaagentur ging, und irgendwann war dann der erste ­Media-Pitch: Masterfoods. Nur Media. Damit nahm die Sache ihren Lauf. Lesen Sie hier in zwei Wochen weiter – über den Wandel der Mediaagenturen …  (Teil 1: HORIZONT 36, Seite 11)

Beim aktuellen Expertenforum Onlineforschung drehte sich alles um Trends in der Wahlforschung

Wahlforscher suchen Probanden im Netz Das Expertenforum Onlineforschung, das in regelmäßigen Abständen zu ­verschiedenen Themen mit digitalem Bezug stattfindet, widmete sich anlässlich der nahenden Wahlen in der Steiermark und Wien kürzlich den Trends in der Wahlforschung. Auch dieser Bereich bleibt von Entwicklungen im Netz nicht ausgeschlossen, im Gegenteil: Die Forschung in diesem Bereich muss sich das wandelnde Medienkonsumverhalten sehr genau anschauen, um Wahlergebnisse seriös prognostizieren zu können. Als Referenten waren Professor Peter A. Ulram (GfK) und Günther Fädler (BDF-net Agentur für neue Medien) ­dabei, moderiert wurde die Veranstaltung von Christina Matzka (meinungsraum.at). Für Ulram ist die „Problemzielgruppe“ der Wahlforschung die Schicht bildungsferner Jugendlicher – unabhängig von der Befragungs­ methode fehlt diese Gruppe in nahezu jeder Stichprobe, was den tatsächlichen Ausgang von Wahlen schwer vorher­ sehbar macht. Ebenso eine schwierig abfragbare Gruppe ist die Generation 60-plus, die über die heutigen gängigen

Online-Befragungen kaum erreicht wird, da die Internetdurchdringung in dieser Gruppe trotz ständiger Zunahme einfach zu gering ist. Erstaunlich: Die Onlineforschung könnte der Wahl­ forschung vor allem bei Werbemitteltests gute Dienste erweisen; genutzt wird das von den Parteien allerdings nicht. Laut Ulram stößt die Online-­ Befragung nicht selten an ihre Grenzen, er glaubt an einen Methoden-Mix. Fädler verfolgt bei der Wahlforschung den Ansatz Prediction Markets, bei dem Parteien wie Wertpapiere ­gehandelt werden. Die „Aktienkurse“ werden so zum erwartenden Wahl­ ergebnis. Derartige Prognosemärkte werden auch kommerziell in Firmen eingesetzt, wo es zum Beispiel darum geht, abzuschätzen, ob Großprojekte zeitgerecht fertiggestellt werden oder wie sich die Marktanteile bis zu einem bestimmten Zeitpunkt verändern werden. Ein großer Vorteil: Während bei der klassischen Wahlumfrage mindestens 500 Personen miteinbezogen ­werden müssen, reichen hier laut ­Fädler schon zehn bis hundert.  so

24. September 2010

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Susanne Obermayer, Krone-Multimedia-Geschäftsführerin, über krone.at, krone.tv, das iPad – und die Krone Multimedia als Eigenvermarkter im Netz

Das Beste beider Welten heute gefordert, auf den Kunden zu hören und uns auf ihn einzustellen.

Susanne Obermayer: Bei der Krone Multimedia muss ein Mitarbeiter wesentlich mehr machen als nur Texte. Er braucht wirklich das gesamte Know-how, um unsere multimedialen Pakete, die ja genau vor einem Jahr – wir feiern also dieser Tage Geburtstag! – die neue Ära von krone.at gelauncht haben, zusammenstellen zu können. Wir haben vor einem Jahr einen großen Wechsel vollzogen und sehr investiert, besonders in den Nachrichtenbereich. Das ist die eine Richtung. Die zweite Richtung ist, dass wir auf RealTime-Informationen setzen. Ak­tualität und Schnelligkeit sind alles.

HORIZONT: Was halten Sie vom iPad?

HORIZONT: Zum Geburtstag von krone.at ziehen Sie welche Bilanz? Obermayer: Ausgezeichnet. Wobei natürlich zu sagen ist, dass die Märkte und Möglichkeiten, die wir Vertreter der digitalen Welt seit bald einem Jahrzehnt auf diversen Podien und Veranstaltungen diskutieren, jetzt erst zu greifen beginnen. Die Volldigitalisierung macht das alles möglich – und wir als Medienhaus sind gefordert. Aber Sie haben nach der Bilanz für krone.at gefragt: Wir haben in der ÖWAplus, der Reichweitenstudie in der österreichischen Web-Analyse, mit 896.000 Lesern eine Reichweitensteigerung von 14 Prozent zum Vergleichszeitraum gehabt …

Obermayer: Wir haben für das iPad mit einer Innovation das Beste aus den beiden Welten krone.at und krone.tv zusammengeführt. Zum Beispiel die Applikation Flip-Board: Da können Sie alle Nachrichten von der kulinarischen krone.at-Version als reine Textnachrichten in einem eigenen Layout schnell durchblättern. Das ist eine An-

wendung, die über Twitter unseren Feed auf das iPad ausliest. Anderes Beispiel: Über das Tool „Net-tv“, eingebaut in normale TV-Geräte aus dem Handel, können Sie krone.at auf Ihren Fernsehschirm holen und mit der Fernbedienung steuern. Heißt also: Wo ein Endgerät, da sollte krone.at aufrufbar sein. Langfassung auf www.horizont.at. Susanne Obermayer über MitarbeiterSkills, ÖWA und den Werbemarkt. Interview: Herwig Stindl

Susanne Obermayer, Krone Multimedia: „Die Volldigitalisierung macht das alles möglich – und wir als Medienhaus sind gefordert.“  © K. Michalski

Bloggerin oder Großmutter?

gantnerundenzi

HORIZONT: Wie funktioniert die Krone Multimedia?

HORIZONT: Das ist krone.at, krone.tv ist sozusagen die kleine Schwester. Obermayer: krone.tv haben wir im Oktober 2007 gelauncht. Wir sind das einzige Medienhaus, das sein Bewegtbildangebot getrennt in der ÖWA ausweist – und mit der Entwicklung von krone.tv sind wir sehr zufrieden. HORIZONT: Krone Multimedia hat sich von Anfang an selbst vermarktet? Obermayer: Ich glaube, dass die Vermarktung dort erfolgen sollte, wo das Produkt-Know-how ist. Ich glaube, der Werbekunde kann sich heutzutage zu Recht erwarten, dass er seine bestimmte Vorstellung einer werblichen Umsetzung auch direkt mit den Machern durchführen kann. Wir sind

Krone Multimedia Die Krone Multimedia GmbH & Co KG zeichnet für das Multimedia-Engagement des Krone Verlages verantwortlich. Mit krone.at und krone.tv betreibt sie zwei der Top-Medienmarken im Internet, die mit m.krone.at und m.krone. tv erfolgreich für den mobilen Sektor adaptiert und weiterentwickelt wurden. Geschäftsführerin der ersten Stunde ist Susanne Obermayer, die von der APA zur Krone Multimedia wechselte. Mit Start von krone.at verfolgte Krone Multimedia eine eigenständige Strategie in der digitalen Welt. 2007 wurde krone.tv als Bewegtbildportal gelauncht (mit steigendem Anteil von Eigenproduktionen); im Herbst 2009 wurden krone.at und krone.tv technisch und inhaltlich neu aufgesetzt. Seit Juni 2010 gibt es ein Angebot für das iPad von Apple, „das Beste aus beiden Krone-Digital-Welten – Motto: Touch – feel – go!“ wie Susanne Obermayer formuliert.

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HORIZONT No 38

Das Kurier-Doppel im HORIZONT-Gespräch – eine Standortbestimmung mit Chefredakteur Helmut Brandstätter und Geschäftsführer Thomas Kralinger: „Der neue Kurier-Newsroom kommt ab November!“

,Den Kurier möchte ich haben!‘

Thomas Kralinger, Geschäftsfürer Kurier und Mediaprint, und Kurier-Chefredakteur Helmut Brandstätter: „Wir müssen den begehrten Gegenwert für den verlangten Preis bieten.“ 

HORIONT: Wie sind der neue Chef­ redakteur Helmut Brandstätter und ­Kurier-Geschäftsführer Thomas Kra­ linger­an ihre Aufgabe herangegangen?

Berater manchen CEOs geraten habe, selber gemacht habe.

Brandstätter: Wir sind ein paar Kennzahlen durchgegangen. Unabhängig voneinander haben wir in dieser Zeit Interviews gegeben, und es hat sich ohne Absprache anhand der Interviews herausgestellt, dass die Annäherung bezüglich dem, was wir hier machen wollen, sehr ähnlich ist, nämlich Qualitätsjournalismus fortsetzen …

Marke stärken. Die Marke Kurier, im Printprodukt, online und bei diesen neuartigen Geräten, wo wir ohne mein Zutun – das sage ich laut dazu, mit Rufzeichen – durch Vorarbeiten von ­Kralinger und Kotanko sicherlich den besten Auftritt am iPad in Österreich haben, keine Frage. Und das stärkt ­wiederum die Marke, und das diskutieren wir wiederum gemeinsam – sicherlich auch mit Christoph Kotanko, den ich an dieser Stelle auch erwähnen möchte, weil er mir den Übergang auch sehr leicht gemacht hat.

HORIZONT: Motto, besser, Schlachtruf: Journalismus pur …

HORIZONT: Es ändert sich eine Menge. Welchen Trick haben Sie angewendet?

HORIZONT: Was für eine Wahrheit wird das werden? Journalismus pur heißt doch Investition und Kosten …

Brandstätter: Gut, Journalismus pur machen, würde man sagen. Dann: mehr Zeitungen verkaufen. Und die

Brandstätter: Keine Tricks, da gibt es nur Wahrheit und Authentizität. Der Trick war der, dass ich das, was ich als

Brandstätter: Nicht unbedingt. Das setzt das Bemühen voraus, jeden Tag die bestmögliche Zeitung zu machen.

HORIZONT: Was rät man als Berater CEOs? Brandstätter: Na, eben authentisch zu sein und die Leut‘ nicht anzulügen. Die merken das ja, die sind ja nicht blöd. Kralinger: Ich glaube, das verbindet uns auch. Es hat jeder das Recht, die Wahrheit zu erfahren.

Rollender Impact Pink Ribbon, Lotto und Wiener Linien holen Transport Media Award im September 2010 „Get testet – Save your life“ und „Früherkennung rettet Leben“: Die „Pink Ribbon“-Kampagne (Awareness für Brustkrebs) überzeugte die Jury des Transport Media Awards für September. Die Kommunikationsprofis votierten außerdem für die künstlerisch gestaltete Kampagne „24h U-Bahn am Wochenende“ der Wiener Linien. Passend zur Message wurde als ­Werbemittelträger die U-Bahn im Total Look gestaltet, die den Slogan „Die Nacht gehört Dir“ transportiert. Übrigens das erste Total Branding der U6 überhaupt. Dritte ausgezeichnete Kampagne: Lotto, das auf dem ULF die neuen Gewinnmög- Mediaagentur: Erich Götzinger WerbegmbH lichkeiten im Lotto 6 aus 45 bewirbt – im klassischen Lotto-­ Kontakt: Erich Götzinger Design mit überdimensionalen Kugeln. „Die Sieger-Kampagnen zeigen, dass es auf die Kombination aus starker Message und kreativem Ansatz ankommt“, so Fred Kendlbacher, Transport-Media-Produktmanager der Gewista und Vizepräsident der Plattform Out of Home Austria, die den Award gemeinsam mit 3M und buswerbung.at ins Leben gerufen hat. Infos: www. transportmediaaward.at

Mediaagentur: media.at WerbegmbH Kontakt: Barbara Frühwirth Kreativagentur: Lowe GGK Kontakt: Christof Benzer Bezahlte Anzeige

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Kontakt: Rainer Vogl Kreativagentur: Sicom WerbegmbH

Das setzt auch voraus, und das Thema kennen Sie ja, und es ist Insidern ­bekannt, dass der Kurier seinen ersten Redaktionsschluss gegen 15.30 Uhr hat und man dann seinen Griffel eben nicht fallen lässt. Das ist keine Kostenfrage, sondern eine Einstellungsfrage, und die Einstellung haben wir alle miteinander. Bis hin zu Nachkritik und Aufmacher-Veränderungen.

Kralinger: Es wird Bildschirme geben, auf denen das Tagesgeschehen außerhalb des Hauses abgebildet wird, wo ­unsere Online-Sites, Teletext und andere Online-Seiten zu sehen sind – um näher dran zu sein an dem, was den ­Tagesablauf aus Mediensicht ausmacht.

HORIZONT: Erste sichtbare Akzente aus Ihrer Sicht?

Brandstätter: Nein. Wir machen ­gemeinsam Zeitung. Ich werde mich in der Kernzeit dort aufhalten. Ich halte viel von offener Diskussion, was wir auch relativ aufwändig machen; unsere Sitzungen dauern auch relativ lange. Es entsteht sehr viel gemeinsam.

Brandstätter: Was mein Bemühen ist: aktuell sein. Wir machen eine Tageszeitung, und kein Magazin. Eine Tageszeitung, die aktuell ist und dazu Hintergrund bietet. Ich glaube aber auch, dass neben der klassischen Abfolge der ­Ressorts beziehungsweise Seitenfolge – Innenpolitik, EU-Außenpolitik, Wirtschaft, Chronik, Sport – diese Themen und Bereiche immer stärker vernetzt sind, und dort, wo sie vernetzt sind, tun wir sie auch zusammen. Das Dritte ist, dass wir einige sehr gute Serien aus den unterschiedlichsten Bereichen gestartet haben: die Opernserie, das Thema Ausländer … Kralinger: Dazu ergänzend: Der Kurier wendet sich nicht nur aktuellen ­Themen zu, sondern auch Problemstellungen, bei denen wir gesellschaftlich etwas bewegen wollen; so beispielsweise unsere Aktion zum Schulbeginn, „Vorrang für Kinder“. Brandstätter: Da sind wir beim Thema Kurier-Familie. Ich habe mein erstes Editorial so überschrieben: „Liebe ­Kurier-Familie.“ Ich habe es immer so empfunden, weil ich den Kurier auch als Familienzeitung sehe. HORIZONT: Im Interview mit HORI­ ZONT 23-2010 haben Sie sich selbst mit „Haben wir das Bild?“ als ungeduldiger TV-Macher beschrieben. Wie empfinden Sie das Timing in einer Zeitung? Brandstätter: Nun, gerade der Kurier ist auch sehr schnell: Wir machen um 10.00 Uhr eine Redaktionskonferenz, und um 15.30 Uhr wird die aktuelle Ausgabe zugemacht. Das ist schnell, soll auch schnell sein, und es wird auch die Kooperation mit Online immer stärker. Machen wir schon, werden wir noch stärker machen – der Newsroom wird im November fertig sein, dort ­gehört das hin. Zum Thema Bild: Es ist mir wichtig, bei der täglichen Bildauswahl auch daran zu arbeiten, mit den Bildern Geschichten zu erzählen. Das habe ich sicherlich vom Medium Fernsehen mitgenommen, aber das gehört genauso in den Print hinein. HORIZONT: Stichwort Newsroom … Kralinger: Ja, das wird jetzt umgesetzt, innerhalb der baulichen Grenzen. Brandstätter: Hier im vierten Stock wird es in einem Raum einen großen Tisch Print, einen großen Tisch Online, iPads und Apps geben – und einen ­großen Tisch für Redakteure, die an ­einer großen Geschichte arbeiten. Das heißt Ressorts zusammenführen. Das Prinzip ist also: zwei News-Desks, Print und Online. Aber die müssen miteinander reden. Wann kommt wo wie was? Was machen wir zusätzlich – eine ­Bildergalerie?

HORIZONT: Das löst die Online-­ Redaktion auf? Was macht Kotanko?

Kralinger: Man sieht ja auch sehr schön an der iPad-Version des Kurier, wie sich die Zusammenarbeit von Print und Online in den letzten Monaten verbessert hat und jetzt noch einmal durch Helmut Brandstätter motiviert wird. Es wird in den nächsten Jahren zwischen den Systemen – wie beispielsweise Print oder Online – wohl immer unterschiedlich arbeitende Menschen ­g eben. Aber die Kommunikation ­zwischen ihnen wird sich deutlich ­verbessern müssen, weil sie letzt­ endlich an und mit einer Marke arbeiten­. Wir haben unterschiedliche Verbreitungswege, und die Produkte müssen sich differenzieren. Aber ­genau diese Differenzierung ist nur dann zu schaffen, wenn man die Marke sehr einheitlich unter einem Dach sieht. Nur dann kann man sich entscheiden, was man in den jeweiligen Verbreitungswegen macht. Die Produkte müssen sich differenzieren, sonst wird es die unterschiedlichen Geschäfts­ modelle nicht geben. Kralinger: … und sich sagen: „Das hab’ ich vom Kurier!“ Aber damit jetzt nicht ein falscher Eindruck entsteht: Ich denke nicht, dass das iPad die Zeitung ersetzt, und ich bete jedenfalls nicht, wie Matthias Döpfner (Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, Anm. d. Redaktion) ­angeregt hat, täglich zu Steve Jobs. Das iPad ist aber das erste digitale Lesegerät, das überhaupt eine Darstellungsform einer Zeitung ermöglicht. Deswegen schätze ich das. Es wird sicher noch ­weitere Entwicklungen geben. HORIZONT: Zweite Anmerkung: Mehr Zeitungen verkaufen! Brandstätter: Ich will die Grundlagen liefern! Ich will eine Zeitung machen, zu der mehr Leute sagen: „Die möchte ich haben!“ Es muss das Produkt stimmen, und das ist meine Arbeit daran. Kralinger: Ich glaube auch, dass der erste Zugang zum Markt zu 100 Prozent über das Produkt führt. Wir müssen den begehrten Gegenwert für den ­verlangten Preis bieten. Der rasch und zielgerecht konsumierbare Produktnutzen wird in Zukunft noch weiter im ­Vordergrund stehen. Langfassung auf www.horizont.at – Helmut Brandstätter und Thomas ­Kralinger über ihr Kennenlernen, die Wahl durch die Redakteure, die Perso­ nalentscheidung Martina Salomon, iPad-Vermarktung und zum Thema „Bildverwechslung Lucia R.“. Interview: Herwig Stindl

24. September 2010

Agenturen

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Nach vier Jahren am Markt überschreitet die Full-Service-Agentur No Ordinary Agency (NOA) gedankliche wie geografische Grenzen

Interkulturelle Freigeister bei NOA Einen Auftrag nach dem anderen an Land zu ziehen war nie die Sache der Werbeagentur NOA, die als Member of Strobl)Kriegner Group in der Wiener Innenstadt ihr Headquarter hat und sich in die drei großen Units Above, Below und Produktion gliedert. Überhaupt ist die Agentur, die vom ebenso jungen wie erfahrenen Geschäftsführer Ivica Djurdjevic geleitet wird, ungewohnt entspannt und klar in ihrer Ausrichtung. Das rund 20-köpfige Team macht für seine Kunden vieles, aber nicht alles möglich – und der Erfolg gibt diesem Konzept recht: 2010 konnte die 2006 gegründete Agentur hierzulande gar ein 50-prozentiges Wachstum vorweisen. „Wir wachsen nicht nur bei den Neukunden, sondern auch bei den bestehenden“, betont der erst 27-jährige CEO Djurdjevic den Aspekt langfristiger Kundenbeziehungen. Da die Agentur inhabergeführt ist, bestünde nicht der Druck wie in anderen internationalen Agenturen, ins Unendliche zu wachsen. Auch das kommt der Motivation, für Auftraggeber ein vollwertiger Partner auf Augenhöhe zu sein, zugute. Kunden wie Samsung, Coca-Cola (unter anderem internationale Promotions für Burn), s.Oliver, der Tiernahrungshersteller Royal Canin und seit Kurzem Zepter International (internationale Jobkampagne) schätzen diese Einstellung, nicht zufällig legen sie wie eine ganze Reihe anderer Unternehmen ihre Agenden mit ruhigem Gewissen in die Hände der jungen Agentur. Kulturvielfalt als großes Plus Da die Mitarbeiter der Agentur aus verschiedensten Kulturkreisen kommen und damit ein großes Sprachpotenzial mitbringen, fällt NOA auch der Blick über den Tellerrand nicht schwer – Märkte, in denen die Strobl)Kriegner Group bereits vertreten ist, bieten sich zudem für Projekte an. Neben dem Wiener Hauptsitz ist NOA mit einem Büro in Bratislava präsent, mit einem soeben eröffneten Sitz in der serbischen Hauptstadt Belgrad konzentriert sich NOA nun noch mehr auf den südosteuropäischen Raum. Der gebürtige Serbe Darko Miloradovic – zuletzt bei Ecker & Partner in der Öffentlichkeitsarbeit tätig und Public-Affairs-Leiter der Stabselle für Migration und interkulturelle Kommunikation – wird als COO das Engagement in Belgrad ausbauen. Trotz seiner guten Vernetzung in der serbischen Politik und Wirtschaft eine anspruchsvolle Aufgabe, schließlich ist NOA diesbezüglich ein Vorreiter und kann nicht auf die Erfahrungswerte möglicher Vorgänger zurückgreifen: „Es gibt rund 300 österreichische Unternehmen in Serbien, aber am ganzen Balkan keine einzige Full-ServiceWerbeagentur aus dem deutschsprachigen Raum“, erklärt der 28-Jährige. Zielgruppengenaue Ansprache NOA kennt sowohl die österreichische als auch die serbische Kultur und beide Märkte, was für zufriedenstellende Ergebnisse unbedingt notwendig ist. „Cola müsste man in Serbien beispielsweise ganz anders bewerben als in Österreich“, nennt er ein Beispiel. Denn hierzulande spielen im Getränkesegment Diskonter eine Rolle, in Serbien

wiederum seit langem etablierte Eigenprodukte. Ihr Wissen um die Ansprache von Konsumenten verschiedener Herkunft will NOA nun auch österreichischen Kommunikationsverantwortlichen, Mediensprechern, Politkern oder auch Journalisten im Rahmen von Einzel­ coachings näher bringen. „Wenn die ­Verantwortlichen besser über die An-

sprache von Österreichern mit Migrationshintergrund oder Personen aus fremden Kulturkreisen Bescheid wissen, wird auch unsere Arbeit erleichtert“, erklärt Miloradovic. Erst wenn Ethno-Marketing ernst genommen wird, ist eine echte Professionalisierung in diesem Bereich möglich. Djurdjevic und sein Team wollen ein maßgeblicher Teil dieser Bewegung sein. so

COO Darko Miloradovic und Ivica Djurdjevic, geschäftsführender Gesellschafter und Mehrheitseigentümer der NOA, wissen für ihre Kunden Konsumenten im In- und Ausland anzusprechen.  © NOA

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Agenturen

Etats · Kampagnen · Konzeptionen

HORIZONT No 38

Für den Österreich-Start des britischen Wettanbieters William Hill kreierte Fessler. Schmidbauer eine Kampagne mit dem Komiker und Schauspieler John Cleese

‚The better Quoten, the funnier Wetten‘ schafft. Schmidbauer: „Er pocht auf die Geschichte der Marke, die Einfachheit des Wettens auf williamhill.com, die guten Quoten und die Vielfalt des Wett-Angebots.“ Zudem helfe er mit, sich den Namen einfach zu merken. Neben klassischen Spots gibt es auch PatronanzSpots, die bei TV-Sportübertragungen beziehungsweise Sportsendungen zum Einsatz kommen werden. Die Österreich-Seite auf williamhill. com bietet ein Vielzahl von Wettmöglichkeiten. Allein hundert pro Fußballspiel.

John Cleese bei den Dreharbeiten in den ehemaligen Riha-Studios in Tullnerbach mit einem als Affe verkleideten Darsteller: „So einfach, dass es auch ein Affe kann“, sagt der Schauspieler im Spot von Fessler.Schmidbauer. © F.S.

Unter dem Motto „Wetten wie die Briten“ trommelt der britische Wettanbieter William Hill derzeit für den Österreich-Start seines Online-Portals www. williamhill.com. Als Testimonial holte sich die betreuende Agentur Fessler. Schmidbauer den britischsten aller Komiker, nämlich John Cleese, bekannt aus Filmen wie „Ein Fisch namens Wanda“ und als Mitglied der legendären „Monty Python“-Truppe. Agenturgeschäftsführer Thomas Schmidbauer gegenüber HORIZONT: „Die Kampagne selbst baut darauf auf, dass William Hill der größte Sportwettenanbieter Englands ist. Bei dieser Marke schwingt sehr viel Geschichte und damit Expertise und Vertrauenswürdigkeit mit. Deshalb war uns der ‚Faktor England‘ ein ganz besonderes Anliegen, und wir haben nach einem Weg gesucht, diese klare Differenzierung einfach und merkfähig auf den Punkt zu bringen“. Als Aufmerksamkeits-Booster fungiert nun John Cleese, der in sechs Spots nicht synchronisiert den Presenter spielt. Cleese demons­triert etwa, wie einfach das Wetten ist. So einfach, dass es sogar ein Affe

Kampagne der Woche

Viraler Bärenspaß Tipp-Ex zeigt mit ,A hunter shoots a bear‘ wie Kampagnen im Netz im besten Fall funktionieren Nicht etwa nackte Damen oder waghalsige Actioneinlagen haben dem Video „A hunter shoots a bear“ von Tipp-Ex im Netz bereits innerhalb von rund zwei Wochen über sieben Mil­ lionen Views beschert, sondern eine ebenso simple wie geniale Idee: Ein Zelt, ein Bär, ein Camper und die In-

teraktion mit dem Publikum reichten, um dem von der französischen Agentur Buzzman kreierten Spot zu ungeahnten Höhenflügen zu verhelfen. Die Geschichte: Ein Mann wird beim Campen von einem Bären überrascht. Der Camper hat eine Waffe, allerdings kann der User entscheiden ob diese zum Einsatz kommen soll oder nicht. Lässt dieser den Bären leben, öffnet sich ein zweiter Film, in dem der Camper aus dem YouTubeVideo heraus zur daneben platzierten Tipp-Ex-Werbeanzeige greift und damit das Wort „shoots“ löscht. Das leere Feld kann vom User selbst befüllt werden – er entscheidet mit der

Wahl des Verbs, wie die Situation weitergeht. Wird der Camper mit dem Bären kämpfen, tanzen, ihn essen, küssen oder gar heiraten? Für praktisch jede Eingabe hat Buzzman eine lustige Lösung parat. Ist die Eingabe beispielsweise nicht jugendfrei, gibt es eine zensierte Version. Korrekturflüssigkeit hat normalerweise nicht gerade ein sexy Image, die Kampagne schafft mit einer scheinbaren Leichtigkeit in Sachen Außenwirkung das, was mit klassischen Werbemaßnahmen wohl nicht möglich gewesen wäre. Bär und Jäger bleiben am Leben, und auch für die Firma Tipp Ex ist die Kampagne eine Wohltat.  so

Von UK über Italien, Spanien und nun auch Österreich – die in Paris gedrehte virale Kampagne „A hunter shoots a bear“ hat innerhalb von nur zwei Wochen über sieben Millionen Klicks in über 200 Ländern erreicht. Social-MediaUser und Blogger haben den Bären weltweit zum Thema gemacht.

Nachgebautes Studio Gedreht wurden Spots in den ehemaligen Riha-Filmstudios in Tullnerbach. „Das war nötig, da wir einen ziemlich großen Green Screen brauchten, um die ganzen Studio-Sequenzen zu drehen. Das Studio selbst wurde 3D gebaut, die beiden Ebenen im Nachhinein zusammen-gepastet“, erzählt Schmidbauer. Ursprünglich hätte die Synchronstimme von John Cleese eingesetzt werden sollen, „allerdings haben wir schon im Vorfeld in Telefonkonferenzen bemerkt, dass Johns Deutsch exzellent ist und das als Stilmittel noch mehr Impact hat, als ihn einfach zu synchronisieren“, so Schmidbauer. Eine Mischung aus Deutsch und Englisch sei dann beim Dreh entstanden und das wurde auch gleich als Stilmittel bei Print und Online-Werbemitteln genutzt. So sind Headlines wie „Wetten wie die Briten mit the better Quoten and the funnier Wetten“ entstanden. Ziel: Nummer drei Vor Journalisten erklärte Henry Birch, CEO von William Hill Online, dass das vorläufige Ziel sei, drittgrößter Anbieter in Österreich zu werden (nach bwin und Party Gaming). „Österreich ist für uns ein sehr interessanter Markt, da sowohl die Internetnutzung als auch

In den Spots und Printsujets bewirbt Schauspieler und Testimonial John Cleese den Wettanbieter auf Deutsch und Englisch.

Sportwetten bereits weit verbreitet sind“, so Birch. Den Schwerpunkt setzt William Hill auf Fußballwetten, pro Spiel seien 100 verschiedene Wetten möglich. Die 1934 gegründete WilliamHill-Gruppe genießt im Vereinigten Königreich eine Bekanntheit von 95 Prozent und besitzt mit über 2.300 Shops auch eines der größten Filialnetze.  cc Auftraggeber/Kunde: William Hill Online Internationaler Marketingleiter: Wilhelm Huber Agentur: Fessler. Schmidbauer Produktion: Jerk Films Regie: George Moringer Fotografie: Josef Fischnaller by Caroline Seidler Musik & Tonmischung: Cosmix Studios

Cayenne Wien präsentiert für Skoda-Kampagne bereits im Herbst die neue ‚Frühjahrs‘-Autokollektion

Skoda ruft Frühling im Herbst aus Auftritt in Print, im TV und im Radio für die Produktpalette von Skoda aus dem Volkswagen-Konzern: Von der Skoda Fabia New Generation über den familienfreundlichen Skoda Octavia, den geländegängigen Yeti bis zum jüngsten Neuzugang, dem exklusiven Skoda Superb Combi – Skoda will eine breite Palette abdecken und für jedermann das passende Auto bieten. Das wird dann so augenscheinlich gemacht: Im neuen TV-Spot von Skoda, konzipiert und umgesetzt von Cayenne, wird die ProduktViefalt dramatisiert. Bunt zusammengewürfelt treffen Menschen aufeinander, die eines gemeinsam haben: „Die fahren ja alle Skoda!“ ruft ein Bub im TVSpot begeistert (siehe TV- und höre Radiospot unter www.horizont.at). Dazu Cayenne-CD Willy Welker: „Mit Skoda verbindet Cayenne bereits eine erfolgreiche Zusammenarbeit über viele Jahre. Wir konnten erneut eine eigenständige, zur Gänze national entwickelte Kampagne umsetzen.“ Die SkodaKampagne, die neben dem TV-Spot Magazin- und Tageszeitungsanzeigen, Beileger und fünf verschiedene Radiospots umfasst, ist den gesamten Herbst zu sehen und hören.  hs

Frühling im Herbst, rufen Skoda und die Werbeagentur Cayenne.

Kunde: Intercar Austria GmbH Agentur: CAYENNE Werbeagentur Beratung: Alexandra Toth Creative Director: Willy Welker Grafik: Arben Myftari Text: Katharina Boyer TV: Neue Sentimental Film, Regie: Christopher Schier

24. September 2010

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Effie-Organisator Walter Holiczki spricht im HORIZONT-Interview über die eingereichten Arbeiten und die Effie-Jurierung

Neuer Jurymodus für Effie ab dem Jahr 2011 Horizont: Die Einreichzahl sank von 91 Arbeiten (Effie 2008) auf 73 (Effie 2009). Eine direkte Auswirkung des Krisenjahres 2009? Walter Holiczki: Bedingt durch die Wirtschaftskrise mit einem Höhepunkt im Jahr 2009 ist die Anzahl der Effie- und Ceemax-Einreichungen gesunken. Das liegt vor allem daran, dass viele werbetreibende Unternehmen keine oder zu geringe Markterfolge generieren konnten, die dann, beim Effie objektiv nachgewiesen, auch zu geringe Chancen auf einen Effie oder Ceemax gehabt hätten.

tierter Jurymodus in Kraft treten, der uns so wie allen anderen 40 Effie-Staaten vom Lizenzgeber Effie International USA vorgegeben wird. Ein Grund für die Gleichschaltung des Jury-Modus und der Bewertung in allen Ländern ist zum Beispiel die Vergleichbarkeit der Ergebnisse.

vom Ablauf her, etwas am 19. Oktober verändert? Worauf dürfen sich die Gäste freuen?

Horizont: Wird an der Effie-Gala,

Interview: Clemens Coudenhove

Holiczki:Auf eine spannende, überraschende Preisverleihung, von Tom Walek sehr zügig moderiert und geführt.

Effie-Organisator Walter Holiczki (Partner für Kommunikation): „Ein Grund für die Gleichschaltung des Jury-Modus und der Bewertung in allen Ländern ist die Vergleichbarkeit der Ergebnisse.“ © K. Michalski

Horizont: Wie beurteilen Sie die Qualität der Einreichungen? In der Vergangenheit wurde ja immer wieder kritisiert, dass etwas lieblos oder unprofessionell eingereicht wurde … Holiczki: Die Einreicher, die sich mit der Materie ihrer Markenführung ständig intensiv auseinandersetzen, bringen auch die beste inhaltliche Qualität. Agenturen, die sich z.B. erst anlässlich des Effie-Termins damit beschäftigen, liefern leider meist nur zweite Qualität. Vor allem erbringen sie oft ungenügende objektive Daten beziehungsweise keine Nachweise oder keine Vergleichswerte. Alles in allem aber ist eine Tendenz zu guter Qualität festzustellen.

Wiener Lebensqualität Damit Wien nachhaltig die lebenswerteste Stadt der Welt bleibt

Horizont: In welchen Kategorien gab es heuer den härtesten Wettbewerb, die effizientesten Arbeiten? Was hat sie heuer erstaunt beziehungsweise überrascht? Holiczki: Konsumgüter und Dienstleistungen waren auch heuer wieder die stärksten Kategorien, die schwächsten Pharma und B2B – hier müssen wir in Zukunft noch mehr Informationsarbeit leisten. Überrascht hat mich diesmal, wie unterschiedlich die Bewertungstendenz der beiden Effie-Jury- Gruppen war und auch das harte Kopf-an-KopfErgebnis mancher Einreichungen. Aber grundsätzlich hat das System mit zwei getrennten Jury- Gruppen und zwei Bewertungsrunden – also mit der ersten Runde, bei der es einmal um den Aufstieg ins Finale geht und dann eine Finalrunde, bei der jede Einreichung ­diskutiert wird und schließlich mit geheimem E-Voting benotet wird – wieder sehr gut funktioniert. Ab dem kommenden Jahr wird allerdings ein neuer, adap-

24. Effies, 3 CEEMax-Awards Zum 26. Mal verleiht das Austrian Chapter der International Advertising Association (IAA) den Preis für effiziente Marktkommunikation. 24 Effies, vier Anerkennungen sowie drei CEEMAXAwards und eine Anerkennung werden am 19. Oktober 2010 vergeben. Die Entscheidung fiel bei den Jurysitzungen am 2., 3. und 7. September. Zum Effie 2009 wurden 73 Kampagnen in den zehn Kategorien Dienstleistungen, Finanzdienstleistungen, Gebrauchsgüter, Handel, Industrie- und Investitionsgüter, Konsumgüter Food/Beverages, Konsumgüter Non-Food, Pharma, Soziales sowie Business-to-Business eingereicht. Infos: www.iaaat.org

Unsere MitarbeiterInnen sorgen jeden Tag dafür, dass das Licht angeht und die U-Bahn pünktlich kommt. Wir sind stolz darauf, die lebenswerteste Stadt der Welt mitzugestalten. Wien erreicht seit Jahren Spitzenwerte im internationalen Vergleich, was die Mercer-Studie mit dem 1. Platz erneut eindrucksvoll bestätigt. Die Wiener Stadtwerke haben sich nachhaltiges Handeln zur Aufgabe gemacht, um diese Lebensqualität zu sichern. Die Infrastruktur auszubauen, das Angebot kontinuierlich zu optimieren, mit den Umweltressourcen verantwortungsvoll umzugehen und den MitarbeiterInnen das beste Fachwissen zukommen zu lassen sind nur einige der Nachhaltigkeitsleitsätze der Wiener Stadtwerke. Es lebe die Stadt. Mehr Infos auf www.nachhaltigkeit.wienerstadtwerke.at

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HORIZONT No 38

Am 27. September öffnet die Stadttherme in Oberlaa ihre Pforten – ein ganzes Orchester an Kommunikatoren gibt den (Auf-)Takt vor – HORIZONT hat die Details zur Kampagne

Die Programmierer der inneren Uhr

Aufgabe der Agentur war es, Thermen-Klischees – vom weißen Handtuch bis zum plätschernden Wasser – auszusparen. Die Philosophie der neuen Therme Wien transportiert nun „Helden des Alltags“.

Märchenprinzen, Tagträumerinnen, Wasserratten und Hitzköpfe treten dieser Tage vermehrt im Wiener Straßenbild auf – allesamt auf der Suche nach Ruhe und Erholung. Die sollen sie in der neuen Therme Wien finden, welche am 27. September ihre Pforten

am Gelände der alten Therme Oberlaa öffnen wird. Auf einem Areal von 75.000 Quadratmetern haben Wien Holding und die Betreibergesellschaft Vamed in einem Private-Public-Partnership-Modell eine komplett neue Kuranlage aufgezogen – HORIZONT berichtete über die Kommunikationsstrategie des touristischen Großprojekts (siehe auch Ausgabe 15/2010, Seite 6, „Ein Quell der Herausforderungen“). Ein elementarer Bestandteil davon – die klassische Werbekampagne rund um die Neueröffnung – ist mit 13. September unter dem Claim „Finde Deine Natur“ gestartet, verantwortet von MST – Michael Straberger Marketing Consulting, die mehr als zwölf Monate an dem Projekt gearbeitet hat und auch für die gesamte CI und das Dialogprogramm verantwortlich zeichnet. Die grafische Umsetzung wurde im Schulterschluss mit dem Studio Hollinger bewältigt, Hans Cepko wiederum durfte seine Sprachkompetenz einbringen. Neubeginn im Werbe-Rhythmus So simpel der Kommunikationsauftrag nach dem Prinzip „aus Alt“ (Therme Oberlaa) „mach Neu“ (Therme Wien) klingen mag, so umfassend war das Briefing aufgebaut:

„Thermen-Kommunikation, ohne die üblichen Klischees zu bemühen, das Thema Wasser, ohne es dezidiert zu zeigen, Menschen zu präsentieren, die eine Gratwanderung zwischen Badebekleidungsmodels und Wiener Alltagstypen beschreiben“ – so weit ein Auszug. Ausgehend von der Positionierung der neuen Therme Wien, die – kurz gefasst – auf den Rückzug vom Alltagsstress und die Rückbesinnung auf die eigene innere Uhr abzielt, „haben wir überlegt, wie wir das bisherige Publikum in eine neue Welt mitnehmen und zusätzlich neue Kunden finden können – für eine der größten Thermen Europas, die noch dazu mitten in der Stadt gelegen ist“, schildert Agenturchef Straberger. Um die individuellen Rhythmuswelten und entsprechenden Rückzugsmöglichkeiten für den Kurgast zu betonen, werden die Zielgruppen der neuen Therme wie eingangs beschrieben als phänotypische Charaktere in plakativer Großaufnahme aufgemacht – komplettiert durch den Claim „Finde Deine Natur“. Die erste Kampagnenwelle dient dem Marken-Setting: Zunächst muss die neue Marke aufgebaut und vor allem im Wiener Markt und im umliegenden Niederösterreich verankert

werden – via Plakat, City-Light, Rolling Board, Megabord und Infoscreen an neuralgischen Stellen, wo Tempo und Hektik dominieren. Die Werbelinie zieht sich aber auch österreichweit durch abgewandelte Printsujets sowie durch Hörfunkspots – in ihrer ruhigen Stilistik als kleine Unterbrecher im Werbeblock angelegt, wobei die einzelnen Persönlichkeiten zu Wort kommen. Der Online-Auftritt www.oberlaa. at (Agentur: WHOistheBRAINbehind) wird dieser Tage vollständig freigeschaltet. Die Verwandlung des „Kurzentrums Oberlaa“ in „Oberlaa – Therme Wien“ auf Hinweisschildern und elektronischen Anzeigen im öffentlichen Verkehrsnetz war ebenfalls Teil der Vorbereitungen.

schrittweise digitale Datenbanken mit detaillierten Zielgruppenprofilen aufgebaut sowie entsprechende Kundenbetreuungsprogramme (unter anderem Newsletter-Systeme) für einen präzisen Dialog entwickelt. In Sachen Öffentlichkeitsarbeit wird das Kommunikationsteam der Therme Wien rund um Marketingleiterin Ursula Piatnik von der PR-Agentur Skills unterstützt. „Mit der erfolgreichen Planung und Umsetzung der EröffnungsPressekonferenz, an der 55 Medien teilgenommen haben, wurde ein wichtiger erster Schritt gesetzt“, erklärt Skills-Geschäftsführer Jürgen Gangoly. „Jetzt gilt es, das Interesse an der Therme Wien – regional und überregional – langfristig aufrechtzuerhalten.“ gud

Dem Kurgast auf der Spur Zum Dialogprogramm: In der Nachbarschaft des Thermenressorts in Oberlaa leben an die 10.000 Menschen, die zum potenziellen Stammkundenkreis gezählt werden können. Weiters wurde neben dem Stammpublikum der alten Therme ein intensiver Dialog mit den Besuchern des bereits im Frühjahr am Gelände eröffneten Gesundheitszen trums Therme Wien Med geführt. Seit Beginn der Metamorphose werden

Auftraggeber: Therme Wien/Ursula G. Piatnik Agentur: MST – Michael Straberger Marketing Consulting AD: Studio Hollinger Grafik/Litho: Studio Hollinger Text/Konzept: Hans Cepko ED/Kundenberatung: Peter Rauch Kontakt/Kundenberatung: Julia Nalepka Tonstudio: noyz Fotograf: Dieter Steinbach, Agentur für FotografieProduktion (Renate Kluss) Musik/ Komposition: Clemens Nowak/Capricorn Studio Webagentur: WHOistheBRAINbehind

Neues von ‚Zurück zum Ursprung‘ Agentur Gull + Company kreierte drei neue TV-Spots für Lebensmittelmarke Wie man Gemüse richtig biologisch anbaut, weiß Bio-Pionier Werner Lampert ganz genau. In den drei neuen Fernsehspots für die Bio-Marke „Zurück zum Ursprung“ ist er am Acker vor Ort und macht sich dann wie das Gemüse mit dem Traktor auf den Weg zum Bauernhof. „Vitamine, Mineralstoffe und ein vielfältiges Bodenleben. Diese Schätze sorgen in einem lebendigen Humus für Gemüse voll ursprünglicher Nährkraft“, erläutert Lampert – und erinnert dabei ein bisschen an Einstein – ein Einstein für den Bio-Anbau quasi. ‚Ursprung‘ im Zentrum Hinter der Idee steckt das KreativTeam von Gull + Company (siehe HORIZONT 27–29/2010), welches auch

für die gesamte Werbelinie der Marke sowie für Packaging und POS zuständig ist. „Ursprung“ spielt bei Gull + Company eine zentrale Rolle: In der Positionierungsbeschreibung der Agentur auf der Homepage gullcompany.com ist gar von „Ursprungswerbern“ die Rede: „Wir lieben Menschen. Und Werbung. Wir sind davon überzeugt: Wer den Menschen etwas Interessantes erzählen will, muss vor allem einmal zuhören können. Wir stehen für nachhaltige Kommunikation, also: ohne heiße Luft.“ Der Lampert-Spot steht auch für dieses Credo. Seit Herbst 2009 ist die Kampagne „Bio-Pionier“ on air, wobei die Marke „Zurück zum Ursprung“ vom Diskonter Hofer schon im Herbst 2006 eingeführt wurde. Die aktuellen Spots sind seit 10. September zu sehen. tw/hs Auftraggeber: Hofer KG | Zurück zum Ursprung Agentur/Creation: Gull + Company Filmproduktion: Sabotage Filmproduktion Tonstudio: MG-Sound Studios

Der „Einstein“ des Bio-Anbaus: Werner Lampert, der die Bio-Marke „Zurück zum Ursprung“ entwickelt hat, erläutert im neuen TV-Spot, was so wertvoll an biologischen Lebensmitteln ist.

24. September 2010

Agenturen

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DDB Berlin entwickelte die neue Kampagne für Ikea

Florians Geheimnisse Ein ungestümes junges Paar läuft Hand in Hand die Treppen hoch, schon in der Tür beginnen sie, sich leidenschaftlich zu küssen. Zu Johann Sebastian Bachs „Cello Suite No. 1“ wirft er seine Geliebte zuerst auf die Couch, dann zieht sie ihn zum Küchentisch. Er knöpft sich erwartungsvoll die Hose auf, sie hängt schon bei den Knien, da … „Hi Schatzi!“ ertönt es aus dem Vorzimmer. Erschrocken schauen sich die Liebenden in die Augen – und der Zuschauer denkt: „Verdammt, jetzt kommt ihr Mann nach Hause.“ Doch nun folgt die große Überraschung: Nicht sie geht fremd, sondern er. Schnell versteckt er die Dame in einem Element seiner Einbauküche. Letzte Einstellung: Er füßelt beim Essen mit seinem Partner unter dem Küchentisch, während sie unter der Spüle ausharrt. Die Auflösung: „Weil Florian auch mal größere Sachen verstauen muss, hat Ikea die passende Lösung.“ Florian, Susi und Hubert sind die Protagonisten der neuen Ikea-Fernsehwerbung. Gedreht wurde der Spot, der seit 4. September on air ist, in Hamburg. Von 19. bis 22. Juli fanden dort die Dreharbeiten zu insgesamt drei Fernsehspots im Auftrag von Ikea Österreich statt. Nach dem Küchenspot „Florian“ wird im Oktober der Spot „Rudolph“ zu sehen sein, später der Spot „Jonathan“, wie Sabine Beck, Brand Specialist Ikea Austria, informiert. Worum es in den beiden anderen Spots geht, will man natürlich noch nicht verraten, nur so viel: Jonathan wünscht sich keinen Hamster und Rudolph tanzt heimlich Ballett. Beck: „Wir haben in den vergangenen Jahren in unserer Fernsehwerbung sehr stark auf Emotionalität rund um die täglichen Bedürfnisse der Menschen gesetzt. Heuer haben wir einen neuen Weg eingeschlagen: überraschend, anders, auch sehr humorvoll.“ Mit einem „Twinkle in the eye“ würden die Spots auf die unterschiedlichen Anforderungen an „wohnliche Bedürfnisse“ eingehen.

New Media Specialist bei Ikea Austria, in Zusammenarbeit mit Tribal DDB Hamburg entwickelt. Von der Facebook-Community wird die Aktion jedenfalls gut aufgenommen: über 500 Personen „gefällt das“, die User posten eifrig Gedichte, ihre besten Anmachsprüche und Lieblingsrezepte – wofür es natürlich etwas zu gewinnen gibt. Ein Special-Tipp zum Schluss: Auf YouTube gibt’s das Video „Welchen Tick hast du?“, ein Making-of zu den drei neuen Ikea-Spots, wo Darsteller, Regisseur Jonathan Herman sowie die

Teams von Ikea Austria und DDB Berlin ihre größeren und kleineren Ticks verraten. Oder wussten Sie, dass Amir Kassaei jede Zigarette nur zu einem Drittel raucht? Eben.  lm Auftraggeber: Ikea Agentur: DDB Berlin CCO: Amir Kassaei Text: Birgit van Valentyn (CD), Anke Röhl Senior ­Account Manager: Patrick Baschinski Account Director: Gesa Brinkmann Regie: Jonathan Herman Filmproduktion: Markenfilm/Hamburg Producer: Marco Straß

Was Hubert nicht weiß: Unter der Spüle versteckt Florian seine Geliebte.

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Österreichs größtes Monatsmagazin * mit den Topthemen Auto, Reisen, Finanzen, Umwelt und Verkehr

‚Viel Spaß‘ beim Dreh Trotz des zeitlich recht engen Drehplans sei alles wie am Schnürchen gelaufen, wie Sabine Beck, die selbst beim Dreh dabei war, erzählt. Regie führte bei allen drei Spots Jonathan Herman, die betreuende Agentur ist DDB Berlin. Beck verrät zwei nette Details am Rande: Hauptdarsteller Florian (Dylan Edwards) und seine Angebetete Susi (Natasha O’Keefe) sind auch im wirklichen Leben ein Paar, und Michael Howe, der im nächsten Spot als „Rudolph“ zu sehen sein wird, ist der Enkel von May Warden, bekannt als „Miss Sophie“ aus dem Sketch „Dinner for One“, der als fester Bestandteil des SilvesterFernsehprogramms in die Annalen der Fernsehgeschichte einging. Der Spot „Florian“ läuft noch bis 26. September im österreichischen Fernsehen sowie in den Werbefenstern der deutschen Privatsender. Zusätzlich „werden alle Kampagnen durch Anzeigen und Spots in Publikumsmedien begleitet“, gibt Beck Auskunft. Für Florian hat man sich außerdem etwas Besonderes einfallen lassen: der Herzensbrecher hat für die Dauer der Kampagne ein eigenes Facebook-Profil – dort wird die Werbefigur erst richtig greifbar: Florian ist bekennender Schweden-Fan, sein Lieblingsessen sind Köttbullar und Flirt-Strategien des Casanovas gibt’s obendrauf. Die Social-Media-Seite der Kampagne wurde von Brita Graser,

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Agenturen

Etats · Kampagnen · Konzeptionen

HORIZONT No 38

80 Prozent unserer Entscheidungen sind emotional – selbst wenn es um Finanzanlage geht – doch wie berücksichtigen die Banken diese Erkenntnis in ihren Werbekonzepten?

Auch beim Geld ist mehr Emotion als Ratio im Spiel www.erstebank.at www.sparkasse.at

„ Unser Credo: In jeder Beziehung zählen die Menschen.“

aufschie Ben gilt nich t. Ihr Raiffeise

Petra Kern, Erste Bank und Sparkasse

nber wie Sie heute ater weiß, vorsorgen könnfür morgen en.

Wenn’s um meine Vorsorge geht, ist nur eine Bank meine Bank. Hat nicht jeder daheim eine nackte Glühbirne hängen, wo längst eine Lampe hin sollte? Manche Dinge schiebt man eben viel zu lange auf. Beim Thema Vorsorge ist es nicht anders. Dabei gilt gerade hier: Schon kleine Beiträge haben große Wirkung. Wenn man heute damit anfängt – und nicht morgen. www.raiffeisen.at

In Österreich betreuen wir mehr als 3 Millionen Kunden, die meisten davon schon seit vielen Jahren. Unsere Kundenbetreuer beleuchten jede Geldfrage aus unterschiedlichen Blickwinkeln – offen, transparent und mit Verantwortung. Nur so können wir für jeden einzelnen Kunden die richtige finanzielle Balance finden. Ein hartes Stück Arbeit, aber das ist unser Job. EBSPK_Image_Petra_210x297abf_MAG.indd 1

30.06.10 10:01

Die Wirtschaftskrise hat – natürlich – auch in der Werbestrategie der Banken ihre Spuren hinterlassen. Worte wie „Risikofreude“ werden tunlichst vermieden. Laut einer Umfrage ist dem Kunden nach wie vor eine „kompetente Beratung“ am wichtigsten – gleich dahinter folgt „Sicherheit“.

Nur ein Hundertstel aller verfügbaren Informationen erreicht das Großhirn und wird dort „rational“ weiterverarbeitet. Die anderen werden vorher weggefiltert, sagt die Hirnforschung. Auf die beruft sich Mercedes Schoppik, Vice President Asset Management bei J.P. Morgan, in ihrem Vortrag „Psychologie der Anleger“ am 24. August vor 200 handverlesenen Private-Banking-Kunden der Bank Austria. Denn auch bei vermeintlich kognitiven Finanztransaktionen spielt nicht das vernünftige Großhirn, sondern das emotionale Zwischenhirn die entscheidende Rolle. Schlussfolgerung: Anleger handeln nicht rational, Märkte sind

nicht effizient und Aktien nicht sachlich bewertet. Was geht nun während eines Wirtschaftszyklus im Zwischenhirn eines privaten Anlegers tatsächlich vor? Erst gibt ihm die boomende Bull-Phase ein schlichtweg gutes Gefühl. Davon will er mehr, wird mutiger und investiert riskanter. Bestärkt wird er von Gleichgesinnten und dem Herdentrieb. Bald schlägt seine Freude an bisher lukrierten Gewinnen in Gier um. Irgendwann beginnt er, sich zu überschätzen. Seine selektive Wahrnehmung lässt ihn die Vorzeichen der Wende ignorieren. Lange verhindern mentale Blockaden, dass er dem Umschwung ins Auge schaut, dann stürzen Verunsicherung

und Angst schlagartig auf ihn nieder. Das Resultat sind panikartige Verkäufe, mit denen er den Crash in der BearPhase erst richtig anheizt. Soweit die Theorie. HORZIONT wollte wissen, wie die heimischen Großbanken diese Erkenntnisse in ihre Werbekonzepte einfließen lassen. ,Konservativ liegt voll im Trend‘ Bleiben wir gleich bei der Bank Austria: Mit der Kampagne „Konservativ liegt voll im Trend“ macht sie traditionelle Werte für moderne Leute von heute attraktiv. Der Retro-Charme der sicherheitsbedachten 50er-Jahre trifft auf die bis dato sorgenfreie Jeunesse dorée von 2010: „Die Menschen wol-

len ihr Geld jetzt sichern und bewahren,“ interpretiert Christel Crames, Head of Identity & Communications der Private Banking Division, „das Vermehren ist in den Hintergrund getreten.“ Seit knapp einem Jahr führt die Bank Austria neben den Großkunden-, KMU- und Retail-Units auch eine Division für wohlhabende Privatkunden jenseits von 500.000 Euro Anlagepotenzial. Ihnen bietet sie „ganzheitliche strukturierte Vermögensberatung mit aktuellen Einschätzungen, konkreten Empfehlungen und der Möglichkeit zur Portfolio-Umstrukturierung entsprechend den Marktgegebenheiten. Alles ist auf die persönlichen Anlageziele abgestimmt.“ Je nach verbliebener Risikobereitschaft gibt es konservative, traditionelle, ausgeglichene, dynamische und progressive Optionen. Immer wieder werden auch Aktionsprodukte wie Unternehmensanleihen – „konservativ, aber nicht ganz risikolos“ – promotet. Das Sujet für diese PrivatePortfolio-Premium-Produkte heißt „Meine Betreuerin hat mein Ziel“.

Menge Sympathie- und Identifikationspotenzial. Stolz ist Thier auf die Regionalstruktur seines Hauses und deren werbliche Möglichkeiten: „Wir sind eine Retailbank mit 50 regionalen Sparkassen. Tirol und Vorarlberg etwa können andere Sujets fahren als Wien. Es gab sogar ein eigenes Fotoshooting mit den Tiroler Bergen im Hintergrund.“ Für ihn ist das ein deutlicher Vorteil gegenüber Banken, „deren Werbeagentur nicht in Österreich sitzt und die ihre Kampagnen über viele Länder ziehen“. Auf die Parallelen zum aktuellen Bawag-Konzept angesprochen, das ebenfalls auf integere Berater setzt (dort mit blütenweißen Hemden und aufgekrempelten Ärmeln), antwortet Thier, Unternehmenssprecher der Erste Bank, nicht ohne Genugtuung: „Die Bawag hat früher mit Konditionen geworben, auf die alle anderen Banken mit Neid geschaut haben. Nun stellt auch sie den Berater in den Vordergrund. Es kommt darauf an, wer die bessere Umsetzung hat …“

Petra Kern und Martin Wohlich „Niemand setzt im ersten Jahr nach der Krise auf Risikofreude oder Hedgefonds.“ Laut Peter Nikolai Thier, Unternehmenssprecher der Erste Bank, sucht der Kunde heute einfache Produkte, die er auch versteht: „Am liebsten legt er sein Geld auf ein Sparbuch oder einen Bausparer. Er will vor allem wissen, dass es in seinem Institut sicher ist!“ Thier zitiert einen Umfragevergleich aus den Jahren 2006 und 2009: „Kompetente Beratung“ ist den Kunden unverändert am wichtigsten, doch „Sicherheit“ hat nun die zuvor wichtigeren Werte „Freundliches Personal“ und „Konditionen“ überholt. „Über Zinsen redet heute keiner mehr. Vergleichen wir es mit einem Wiener Schnitzel: Einem guten Wirten, einem netten Lokal mit wirklich guten Schnitzeln, bleibt man über die Jahre treu, auch wenn das Schnitzel irgendwann zwölf statt elf Euro kostet.“

Nichts auf die lange Bank schieben Die Raiffeisen-Bankengruppe hat sich ganz dem Thema Vorsorge verschrieben. Diesen Gedanken trägt etwa die Dachkampagne mit Hermann Maier. Die zahlreichen Firmentöchter hängen sich mit Allongen an oder produzieren eigene Sujets. Nagelneu und noch unter Verschluss ist das „Nichts auf die lange Bank schieben“-Sujet, von dem HORZIONT hier einen ersten Vorabdruck präsentiert.

Peter verabschiedete sich Mit Ausbruch der Finanzkrise hat die Erste Bank das langjährige „Peter Presenter“-Konzept (mit dem strahlend blauäugigen irischen Schauspieler Peter Warnock) eingestellt und ist vorerst auf reduzierte Sachinformation umgeschwenkt: „Wir haben uns komplett zurückgenommen und sind eine reine Typo-Kampagne gefahren. Es ging um Information statt Werbung, um Fakten statt Versprechungen. Das Sujet für die erweiterten Öffnungszeiten etwa bestand nur aus ganz wenigen Worten.“ Mit den ersten Anzeichen einer Erholung wurde das aktuelle „Petra Kern und Martin Wohlich“-Konzept eingeführt: „Wir hätten Peter Presenter auch eine Dame zur Seite stellen können. Aber das neue Berater-Pärchen bietet viel mehr Möglichkeiten für Beziehungsebene, Gender- und HarmonieAspekte.“ Diese sind bis ins letzte Detail ausgetüftelt: Auf Facebook (unter Erstebank.Sparkasse) finden sich liebevoll ausgestaltete Lebensgeschichten der beiden (fiktiven) Berater mit jeder

Verschiedene Generationenkonzepte Diana Zack, Vice President Head of Marketing Corporate Customers RZB/ RBG, unterscheidet mehrere Generationskonzepte. Zwar schließen die 30bis 40-Jährigen für ihre Kinder sofort zumindest einen Bausparvertrag ab, die eigene Vorsorge betreiben sie aber eher alibihalber: „Das ist wie das Wechseln einer kaputten Glühbirne. Man will die Lampe gleich morgen austauschen, doch das schiebt man dann wochenlang vor sich her.“ Im Vergleich dazu sind die unter 25-Jährigen leichter für Vorsorge zu mobilisieren. Sie werden von ihren Eltern sensibilisiert und sind dank niedriger Monatsprämien einfacher zum Abschluss zu bewegen. Ebenfalls „schwer zu erwischen“ ist die Generation 50+, die sich in der Sicherheit wiegt, noch ins staatliche Pensionssystem hineinzurutschen: „Es wird schon gehen, es hat ja noch immer funktioniert.“ Dieser Es-ist-nie-zu-spät-für-VorsorgeGedanke war auch Hintergrund der jüngst gelaufenen Blumentopf-Kampagne: „Auch eine alte Topfpflanze gießt man noch.“ Auch bei der Raiffeisen-Capital-Management-Tochter weiß man um die Macht des Zwischenhirns bei Anlageentscheidungen: Im aktuellen Fonds-Sparen-Sujet geht es um „Investieren mit gutem Gefühl“. Fazit: Sicherheit und Vorsorge sind derzeit die dominanten Themen heimischer Bankenwerbung. Das wird sich ändern, wenn die Krise erst verdaut ist. Dann wird der Fokus wieder auf mehr Rendite gelegt – und auf mehr Risiko. ml

24. September 2010

Agenturen

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Agenturgruppe Martrix macht jetzt auch Promotions und gründet eigene Event- und Entertainment-Unit

Martrix nun noch ‚ganzheitlicher‘ Die Agenturgruppe Martrix rund um Geschäftsführer László Jakabffy verfolgt einen ganzheitlichen Kommunikationsansatz und berät ihre Kunden in allen Fragen der Kommunikation. Nun erweitert man das eigene Leistungsportfolio und gründet eine neue Unit, die sich angefangen von Eventund Entertainment-Marketing über Guerilla-Marketing bis hin zu Promo-

tions um alles kümmert. Stefan Svoboda leitet die neue Unit namens Martrix Events & Promotions. Svoboda: „Aufgrund meines über Jahre aufgebauten Netzwerks verfüge ich über beste Kontakte und somit über die geeignete Basis für meinen neuen Tätigkeitsbereich bei Martrix.“ Babs Krause, bereits seit Jahren Event Director bei Martrix, steht Svoboda ope-

rativ und in der Geschäftsführung zur Seite. Dabei werden die beiden EventProfis von einem dreiköpfigen Team an Projektmanagerinnen und Assistenten in der Umsetzung unterstützt. Im Event-Bereich betreut Martrix Großkunden wie Rewe International, OMV, Lufthansa Österreich, CocaCola, Carpe Diem und Hitachi Data Systems schon seit Jahren. rs

HIMMER, BUCHHEIM & PARTNER

Werbestudio Marian erhält Umweltzeichen Rewe-Werbestudio erhielt Auszeichnung des BMLFUW Am 7. September wurde dem Werbestudio Marian von Umweltminister Nikolaus Berlakovich in der Sparte „Druck und Papier“ das Österreichische Umweltzeichen verliehen. Thomas Friz, Geschäftsführer des Unternehmens mit Sitz in Wiener Neudorf, zeigt sich stolz über die Auszeichnung: „Wir freuen uns sehr über das Umweltzeichen, denn der verantwortungsvolle Umgang mit unseren Ressourcen hat für uns schon seit Jahren einen hohen Stellenwert.“ Das Österreichische Umweltzeichen wurde 1990 auf Initiative der damaligen Umweltministerin Marlies Flemming geschaffen und liefert der Öffentlichkeit Informationen über die Umweltbe­ lastung von Verbrauchsgütern durch deren Herstellung, Gebrauch und Entsorgung. Produkte mit dem Umweltzeichen müssen eine Reihe von Umweltkriterien erfüllen und deren Einhaltung durch ein unabhängiges Gutachten nachweisen. Das Werbestudio Marian, mit dessen Hilfe seit mehr als 25 Jahren Werbeaktivitäten der Rewe International AG hausintern gebündelt werden, wurde für die ­Produkte „Broschüren“, „merkantile Drucksorten“ und „Werbedrucksor-

Kurt Endl und Thomas Friz (beide Werbestudio Marian) mit Umwelt­ minister Nikolaus Berlakovich bei der Verleihung des Umweltzeichens.  © K. Michalski/BMLFUW

ten“ ausgezeichnet. Das Unternehmen produziert für Rewe einen Großteil des Werbematerials. Entworfen wurde das Logo, mit dem sich fortan die Produkte des Werbestudios Marian schmücken dürfen, von Friedensreich Hundertwasser, es symbolisiert die Elemente der Ökologie: Erde, Wasser, Natur und Luft. lm

Stefan Svoboda, Geschäftsführer Martrix Events & Promotions, Babs Krause, Event Director, László Jakabffy, Geschäftsführer Martrix Communications Group.  © Martrix Communications Group/Häusler

Nr. 1: Geben Sie sich nur mit dem Besten zufrieden. Wer an sein Produkt höchste Ansprüche stellt, darf auch beim Werben keine Abstriche machen: Eine Zielgruppe mit hohem Bildungsgrad, hoher Kaufkraft und niedrigem Durchschnittsalter ist da gerade mal gut genug. Gönnen Sie sich das Rosa vom Ei – das Qualitätswerben im STANDARD.

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Agenturen

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HORIZONT No 38

Jörg Spreitzer, CEO von JWT Wien und Prag: Warum Social Media das Verhalten der Menschen verändert, und warum sich Unternehmen davor nicht fürchten müssen

‚Social Media kostet Geld‘ neuen Hypes – zumindest anfänglich – aber eher zu vernachlässigen. Wie ist das bei Social Media? Sind die Werbungtreibenden, die dieses Thema ja offensichtlich für wichtig halten, auch bereit, wirklich Geld zu investieren?

Jörg Spreitzer, CEO von JWT Wien und Prag: „Ich denke, bei Social Media bewahrheitet sich Paul Watzlawicks Axiom ,Man kann nicht nicht kommunizieren‘ wieder einmal.“ © JWT

HORIZONT: Social Media ist Teil von fast jedem Briefing. Wie eignet man sich eigentlich als Agentur das Know-how für dieses Thema an? Wie ist das bei JWT Wien geschehen? Jörg Spreitzer: Ja, natürlich. Heute ist Social Media ein Keyword, das bei den meisten Briefings fällt. Aber das war’s dann auch schon. Viele Kunden haben nur wenig Anknüpfungspunkte an das Thema, wissen aber, dass es in aller Munde ist. Als Agentur ist dabei wichtig, den richtigen Umgang mit Social Networks zu vermitteln. Um unsere Kunden effizient beraten zu können, ist bei der JWT oberstes Gebot, sich mit neuen Entwicklungen auseinanderzusetzen, bevor es die anderen tun. Hier bei uns animieren wir alle unsere Mitarbeiter, sich mit Social Media zu beschäftigen. Zum Beispiel hat unser JWT Innovation Center den Trend rechtzeitig erkannt und eine fundierte Analyse unter Beiziehung etlicher Experten weltweit erstellt. Weiters machen wir interne Work-

shop-Tage, um das Wissen zu vertiefen. Die Outputs sind allen unseren Mitarbeitern zugänglich. Da die Entwicklungen im Social Web natürlich auch besonders spannend sind, fällt es leicht, sich mit neuen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Egal, um welche Kommunikations- oder Werbeform es sich handelt, unsere Aufgabe ist es, über die Grenzen einzelner Kanäle hinauszugehen, übergreifende Ansätze zu finden und neue Ideen umzusetzen. Und das tun wir, indem wir uns einerseits aktiv damit ­beschäftigen und anderseits auch weiterbilden. Das Wichtigste in diesem Zusammenhang ist nichts Neues … wir als Agentur können Marken führen und damit verhindern, dass willkürliche Ideen und irgendwelche Umsetzungen mit Marken unserer Kunden passieren. HORIZONT: Gerade über neue Themen – und Social Media ist so eines – wird sehr viel geschrieben, und zahllose Vorträge, Kongresse usw. finden zu diesen Themen statt. Budgetmäßig sind die

Spreitzer: Das kann man jetzt nicht pauschalisieren. Es gibt Kunden, die sich auf dem Gebiet bestens auskennen, und dann gibt es, wie bereits erwähnt, solche, die einfach dem Trend folgen wollen. Und genau das macht dann auch den Unterschied beim Budget aus. Kunden, die bereits wissen, weshalb Sie auf Facebook, Twitter und Co präsent sein wollen und sollten, denen ist auch der finanzielle Aufwand eines Gesamtkonzepts klar. Denn die Spendings, die wir als Agentur bekommen, sind nur die Spitze des Eisbergs. Die Zeiten, wo lautstark verkündet wurde, Social Media kostet so gut wie gar nichts, sind vorbei. Denn es kostet immer Zeit und Geld, zumindest in personeller Hinsicht. Aber auch, wenn das Know-how in puncto Social Media sehr unterschiedliche Niveaus aufweist, sprechen wachsende Budgets jedenfalls für eine positive Entwicklung, da nur Geld ausgegeben wird, wenn man sich davon etwas verspricht. Auch hier gilt: Irgendwie dabei sein ist ein fataler Fehler. Vertrauen die Kunden der Agentur, die Profis in Markenführung sind, werden weniger Fehler gemacht. HORIZONT: Social Media ist ja imstande, das gesamte Kommunikationsmodell zu verändern: Der Konsument kommuniziert auf Augenhöhe mit dem Unternehmen. Ist das tatsächlich so? Oder folgt Social Media den etablierten Kommunikationspfaden? Spreitzer: Social Media wie Facebook, Diaspora, Xing, YouTube und Twitter haben als Medien der Zukunft und Gegenwart das tägliche Verhalten der Menschen grundlegend verändert. Das wiederum können Unternehmen und

Marketingstrategen für sich nutzen. Socialnomics, die Art und Weise, wie so­ ziale Netzwerke Gesellschaft und Wirtschaft verändert und geprägt haben, ist daher definitiv ein neues Kommunikationsmodell. Die alten Pfade haben soziale Medien daher längst verlassen. Man muss sich nur vor Augen halten, dass das Radio 36 Jahre brauchte, um 50 Millionen Menschen zu erreichen, das Fernsehen 13 Jahre und das Internet nur mehr vier Jahre. Facebook hingegen erreichte 100 Millionen Menschen in weniger als 9 Monaten. Das allein spricht Bände. Heute bestimmen Kunden, ob und welche Werbung sie konsumieren wollen. Werbung über Medien wie Fernsehen, Radio und Zeitungen geben nicht mehr alleine den Hauptausschlag für Kaufentscheidungen. Es zählen auch Tweets, Posts und StatusUpdates. Entscheidend dabei ist, dass die Produkte und Dienste im Gespräch sind und über Social Media und Dialoge empfohlen werden. Und das geschieht nur, wenn auf Augenhöhe kommuniziert wird und eine Community um das Produkt entsteht. HORIZONT: Welche Social-MediaKampagnen empfinden Sie als gelungen und als Vorbilder für andere dienend? Spreitzer: Auf Burberrys Site Art of the Trench (http://artofthetrench.com), die im November 2009 gelauncht wurde, fordert die Marke Kunden auf, an einer „lebendigen Dokumentation des Trenchcoats und der Leute, die ihn tragen“ teilzunehmen, indem sie Fotos von sich selbst in ihren Trenchcoats uploaden können. Die Seite enthält aber ebenso Fotos berühmter Fotografen wie The Satorialist (http://thesartorialist.blogspot.com). Alle Fotos können ge-„liked“ werden. Um einen Kommentar zu hinterlassen, muss man sich allerdings einloggen. Während Burberry schon auf Facebook und Twitter eine große Fangemeinde hat, ist dieses Projekt exklusiver, und bringt alle

stolzen Trenchcoat-Träger ein Stückchen näher zusammen. Gut gefallen hat mir auch die Facebook Kampagne der Austrian Airlines „My Austrian Jet“ sowie Starbucks’ Pionierarbeit mit Foursquare. Der Coffee-Shop gehört zu den ersten Unternehmen, die Location-based Service für Social-MediaMarketing nutzten. HORIZONT: Übernimmt Ihre Agentur auch die Betreuung von Facebook- oder Twitter-Auftritten? Oder ist es besser, dass die Unternehmen hier selber kommunizieren – und man zeigt Ihnen als Agentur, wie man es macht? Spreitzer: Sowohl als auch. Wir bieten unseren Kunden sowohl Unterstützung bei den ersten eigenen Social-MediaSchritten bis hin zu PR-und ContentBetreuung an. Das ist von Kunde zu Kunde verschieden. Zum Beispiel haben wir mit Himmelhoch PR einen guten Partner für die redaktionelle Betreuung von Twitter- und Facebook-Accounts gefunden. So kümmern wir uns um einen professionellen und ganzheitlichen Auftritt in der Social-Media-Landschaft. Für Kunden, bei denen eigene Mitarbeiter die Präsenz nach außen übernehmen, unterstützen wir mit der Erarbeitung von Social Guidelines und der Schulung von Mitarbeitern. Je nachdem, welche Wünsche, finanziellen und personellen Ressourcen der Kunde hat, wir erarbeiten maßgeschneiderte Lösungen. HORIZONT: Unterhält JWT Wien eigentlich eine eigene Facebook-Site/Twitter-Account? Spreitzer: Das sind internationale Guide­lines unseres Netzwerks, an die wir uns zu halten haben. JWT hat im Social-Media-Bereich einige inte­ressante Projekte. Unser gesamter neuer Online Auftritt – www.jwt.com – ist dafür ein gutes Beispiel. (Weitere Beispiele siehe im Kasten, Anmerkung der Redaktion).

24. September 2010

Etats · Kampagnen · Konzeptionen

Aber lassen Sie mich kurz über meine persönlichen Erfahrungen sprechen: Ich habe am Anfang wirklich versucht, alles auszuprobieren. Vom lustigen bis zum nutzlosen Spiel. Von den Mechaniken der schnellen Vernetzung bis hin zum Kicken (abwählen) von echten (Real-World-) Freunden, tagelanges Online-Sein im Chat bis hin zum Negieren von Nachrichten  … also einfach möglichst viel zu testen. Im Übrigen tue ich das jetzt auch noch. Die Reaktionen kamen postwendend über Freunde und Mitarbeiter zu mir zurück, bis hin zur Frage, ob ich überhaupt zum Arbeiten komme, da ich so viel im Facebook agiere. Sogar jemand wie ich steht unter Beobachtung, dachte ich mir damals … das ist ernst!

HORIZONT: Social-Media-Plattformen gibt es ja äußerst viele. Was sind die relevantesten für Werbungtreibende?

HORIZONT: Der JWT-Film (http:// www.youtube.com/watch?v=wr5CYR3 UTwA) bietet ja recht einleuchtend eine Einführung in die Welt von Social Media. Ist das Wissen der Auftraggeber hier in Österreich – was Social Media betrifft – wirklich so gering? Weiß man als Auftraggeber lediglich „O.k., da sprechen viele Leute darüber, da kann man schon eine Menge Leute damit erreichen“? Spreitzer: Bei unserem Film geht es um eine Checkliste (siehe Kasten, Anmerkung der Redaktion). Das Wissen der Auftraggeber, soweit ich das einschätzen kann, ist in Österreich verglichen mit anderen Ländern sehr hoch. Wie immer sind wir in Österreich auf einem hohen Marketingniveau. HORIZONT: Gibt’s schon Beispiele von Social-Media-Kampagnen, die JWT Vienna entwickelt hat? Spreitzer: Einige unserer Kunden sind bereits aktiv, und wir beraten sie innerhalb unseres Auftrages.

Spreitzer: Welchen Kanal ich nutze, hängt natürlich immer vom jeweiligen Ziel und der Botschaft ab. Grundsätzlich würde ich aber sagen, dass für Österreichs Werbetreibende Facebook an erster Stelle steht. Das Social Network hat weltweit 500 Millionen User, in Österreich sind es etwa 2,116.000. Damit hat sich die Anzahl der österreichischen Face­book-Nutzer in weniger als einem Jahr mehr als verdoppelt und liegt nur knapp hinter der Reichweite der Kronen Zeitung und weit vor Standard, Presse, Kurier und vielen anderen. Zudem bringt das Network mehr Zugriffe auf Webseiten von Zeitungen als Google News. Weiters wichtig sind natürlich auch Twitter und YouTube sowie zunehmend auch Location-based Services wie Foursquare und Gowalla. Sehr interessant ist auch die Entwicklung auf Mobile Devices. Hier werden mit Apps verschiedene Plattformen inklusive Mail, SMS und eigenen Kontakten verknüpft. Das werden dann Hyperplattformen, die andere Plattformen zusammenlegen. HORIZONT: Auf Social-Web-Plattformen wird auch über Brands kommuniziert, die selbst im Social Web nicht aktiv sind. Es gilt: Auch wenn man nicht dabei ist, ist man dabei. Sehen Sie das genauso? Muss sich also jedes Unternehmen mit Social Media auseinandersetzen? Spreitzer: Ich denke, hier bewahrheitet sich Paul Watzlawicks Axiom „Man kann nicht nicht kommunizieren“ wieder einmal. Kommunikation findet statt, mit oder uns. Abstinenz und das Prinzip des Totstellens funktionieren

Agenturen hier einfach nicht. Dafür gibt es mittlerweile schon genug Negativbeispiele. Auseinandersetzung mit der Thematik ist ein Muss für Unternehmen. Nicht jeder muss einen eigenen FacebookAccount haben, sich aber gut überlegen, ob das mehr Vor- oder Nachteile hat. In Österreich nutzen 76 Prozent der Bevölkerung das Internet, davon nutzen 85 Prozent der User Web-2.0Plattformen, 61Prozent Social Networks. HORIZONT: Viele Unternehmen sehen Social Media als Gefahrenquelle. Sie haben eigentlich Angst davor – und des-

halb setzen sie sich damit auseinander. Welche Chancen bietet Social Media eigentlich den Unternehmen aus werblicher Sicht? Spreitzer: Natürlich stellen Social-Media-Kampagnen auch Gefahren dar, dafür bieten sie aber auch neue Möglichkeiten. Über kein Medium sonst lassen sich Informationen und Botschaften so schnell und authentisch verbreiten wie über Social Networks. Die Grundregel lautet einfach, MarkenKnow-how und die Basics des SocialMedia-Marketings zu kennen und Dos and Don’ts zu be­folgen. Wenn man sein

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Handwerk beherrscht, dann ist auch das Risiko geringer, dass etwas passiert. Ich denke, dass sich im Wettbewerb um Kunden vor allem Agenturen fürchten sollten, die es nicht gelernt haben, profunde Markenführungsqualitäten zu besitzen. By the way: Das hatten wir schon zu Internet-Boom-Zeiten, die schlechtesten Werbekampagnen dieser Ära kamen von ­Internetagenturen, die dachten, sie können das jetzt auch. Und natürlich die, die sich nicht mit diesen neuen Kommunikationsmöglichkeiten echt auseinandersetzten. Interview: Rainer Seebacher

11 Regeln für ein sorgenfreies Kommunizieren im Social Web Social-Media-Marketing bedeutet mehr, als eine Facebook-Fanpage zu erstellen, einen Twitter-Account einzurichten und auf diesen Kanälen zu broadcasten, betont Jörg Spreitzer. Vielmehr gelte es, die Kerngedanken des Vertrauens, der Qualität, Transparenz und Nachhaltigkeit von Social Media zu verstehen und umzusetzen. JWT hat eine kurze Social-Media-Checkliste erstellt: 1. Social-Media-Präsenz: Die Gesamtheit der eigenen Social-Media-Präsenz erheben (Stop, look and listen). Wer redet was über meinen Brand/ Unternehmen? 2. Social Vibrancy: Erzeugt das Unternehmen ausreichend Resonanz? Interessieren sich Kunden genug für den Brand, um darüber zu sprechen? Wenn nicht, bist du entweder falsch oder musst dich selbst fordern und herausfinden, was für spannende Gespräche es im Social Web gibt. 3. Erfolgreich vernetzen: Mit Leuten

vernetzen, die bereits ein erfolgreiches Netzwerk aufgebaut haben. Sich in bestehende Themen und Konversa­t io­n en einbringen und neue schaffen. 4. Qualität über Quantität: Unzählige Fans und Follower nutzen nichts, wenn es die falschen sind. Die Erfolgsziele muss man daher im Vorfeld definieren. 5. Sprache und Sprecher: Von Anfang an festlegen, wer die Stimme hinter der Social-Media-Präsenz ist und dass er die Sprache des jeweiligen Mediums spricht (CEO, Corporate Communications, Kundendienst). 6. Der Gegenwert: Was hat der Konsument davon, mit dem Unternehmen/ Brand in Verbindung zu treten, einen Dialog zu führen? Es muss einen Gegenwert geben. 7. Mit dem Schlimmsten rechnen: Gehe von einem Worst-Case-Szenario aus und halte einen KrisenmanagementPlan in petto. 8. Fürsprecher bemächtigen: Um effek-

tiv zu sein und eine kritische Masse zu erreichen, stelle dich sämtlicher Kommunikation. Identifiziere und suche deine Fans und Fürsprecher und bemächtige sie, den Brand zu unterstützen. 9. Keine ständige Verteidigung: Leute reden lassen, man muss nicht jede negative Äußerung kommentieren. 10. Probleme ansprechen: Finde heraus, wo die Wurzel des Problems liegt. 11. Langfristig und nachhaltig denken: Plane keine On-off-Kampagnen, sondern eine langfristige Social-Media-Präsenz. Social-Media-Beispiele der JWT-Welt: http://www.facebook.com/group. php?gid=2261180046&ref=ts http://www.facebook.com/jwtinside http://twitter.com/BobJeffreyJWT http://twitter.com/JWT_Worldwide http://anxietyindex.com http://www.facebook.com/CannestothePeopleJWT http://twitter.com/JWTCannes2010

markant (franz.): stark ausgeprägt, auffällig, interessant.

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Agenturen

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Mitte Oktober eröffnet in Graz BETA Young Creative Lab, ein neues Impulszentrum für Kreativität

Relaunch für Edelweiss

‚Welcome to the jungle‘

Reichel und Partner positioniert Weißbiermarke neu Ausbildung für Grafikdesign, Kommunikation, Kunst oder auch Architektur und einem adäquaten Job in der Praxis. Zwei internationale Benchmarks nannte Heimo Lercher, Fachgruppenobmann der steirischen Werber und einer der BETA-Initiatoren, bei der Vorstellung des Zentrums: Die berühmte Fabrica von Benetton in Treviso und die Texterschmiede in Hamburg. Allerdings seien, so Lercher, die Rahmenbedingungen für die Kreativen in Graz im direkten Vergleich ausgesprochen komfortabel.

Brillendesign-Spezialist Michael Pachleitner, Fachgruppen-Obmann Heimo Lercher, BETA-Geschäftsführer Harry Kouba, Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann, SFG-Geschäftsführer Burghard Kaltenbeck. © SFG/J. Konstantinov

Direkt an der Autobahnauffahrt in Graz-Liebenau steht seit vergangenem Jahr das markante schwarze Gebäude des Brillendesign-Spezialisten Michael Pachleitner. Seine Firma, die unter anderem Produkte von Robert La Roche gestaltet, bekommt demnächst einen neuen Untermieter. BETA, ein österreichweit einzigartiges Impulszentrum für Kreativität, wird ab Mitte Oktober rund 700 Quadratmeter in Pachleitners Headquarter nutzen. Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann beschwor bei der Vorstellung von BETA den „Spirit

von 2003“, als Graz mit dem Titel der Kulturhauptstadt überregional von sich reden machte. Im Zusammenhang mit der Forcierung der „Creative Industries“ in der Steiermark und der derzeit laufenden Bewerbung der Stadt Graz als „City of Design“ bei der UNESCO ist wohl auch die Schaffung des neuen Impulszentrums als deutliches wirtschaftspolitisches Signal zu sehen. Von Buchmann und der steirischen Wirtschaftsförderung SFG initiiert, bietet BETA bis zu 20 jungen Kreativen aus dem In- und Ausland Platz.

Sie erhalten nach einem bestandenen Hearing die Chance, ein Jahr lang mit einem Stipendium von monatlich rund 1.000 Euro an eigenen Projekten zu arbeiten und Aufträge – etwa aus der Werbewirtschaft – zu übernehmen. Um keine Konkurrenz zu ansässigen Agenturen darzustellen, wird sich BETA allerdings an keinen Pitches in der Steiermark beteiligen. Vielmehr wird daran gedacht, zu einem Auftragnehmer für die Kreativindustrie zu werden. BETA ist als Missing Link konzipiert – zwischen einer facheinschlägigen

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Junge Talente sollen im Land bleiben Ausgehend von der Beobachtung, dass sich junge Talente nach der Schule, Fachhochschule oder Uni hierzulande kaum weiterentwickeln können und ihr Glück im Ausland suchen, will BETA konkrete Abhilfe schaffen. Ab dem vierten Jahr soll das praxisorientierte Impulszentrum dann ohne öffentliche Förderungen auskommen, sicherlich eine ambitionierte Vorgabe für den neuen Geschäftsführer Harry Kouba. Der langjährige Lehrer an der FH Joanneum und an der HTL Ortweinschule ist auch als Werber in Graz kein Unbekannter. Mit den Worten „Welcome to the jungle!“ begrüßte er die Journalisten beim Pressetermin, denn noch sind die Räume von BETA eine Baustelle. Das soll sich allerdings in Kürze ändern, im Oktober beginnt das erste Halbjahr mit zehn jungen Kreativen. Die „Amtssprache“ soll laut Kouba Englisch sein. Und weil Netzwerken Gebot der Stunde ist, zählt man nicht nur die bestehenden Ausbildungsstätten in Graz, sondern auch die Creative Industries Styria (CIS) zu den Partnern von BETA. Möglichkeiten zur Bewerbung und weitere Informationen finden sich im Web unter www.beta-lab.at. wk

Mit dem von Werbeagentur Reichel und Partner neu konzipierten Werbespot für die Weißbiermarke Edelweiss soll der Premium-Charakter des Biers betont werden. Bergführer Reinhard Pühringer aus Tirol repräsentiert dabei die „Naturverbundenheit und das Qualitätsbewusstsein der Bierbrauerei“. Eine urige Hütte, die hochalpine Region und ein Bergpanorama sind Wiedererkennungsfaktoren im Spot der österreichischen Marke. Um noch mehr Tradition und Heimat zu vermitteln, wird der Spot von den Ausseer Hardbradlern musikalisch untermalt. Gedreht wurde am Dachstein-Massiv in der Ramsau. Seit 13. September läuft der Spot bereits im TV. Die Kampagne ist österreichweit am Plakat, in Print, am POS sowie im GastronomieBereich zu erleben. Die Werbeagentur arbeitet mit Edelweiss seit 2009 an der Neupositionierung und ist schon seit 1996 für strategische und kreative Umsetzungen der Biermarke tätig.  tw Auftraggeber: Brau Union Österreich, Edelweiss Agentur: Reichl und Partner Beratung: Michael Piber, Elisabeth Igler Konzept: Renate Lugmayr CD: Renate Lugmayr Filmproduktion: Filmhaus Wien Regie: Stefan Würnitzer Producer: Wolfgang Ramml und Christian Florin

„Alpenfrischer Weißbier-Genuss“ im TV-Spot von Edelweiß.

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15.09.2010 9:52:38 Uhr

Trendsetter bewerben das neue Orange-Geschenk an Stammkunden.

„Ich bin der Sebastian, der als Erstes ein Skateboard hatte“, so die Stimme aus dem Off. Um das erste Skateboard wurde Sebastian natürlich beneidet. Ebenso wie Claudia, die als Besitzerin eines Walkmans auch Trends setzte. Und nicht zu vergessen Andie. Er hörte schon Techno, als die anderen von dessen Existenz noch nicht einmal wussten. Orange findet, dass „jeder vorne dabei sein sollte“, wie im Spot betont wird. Für alle, die seit einem Jahr Kunde bei Orange sind und ihren Vertrag verlängern, gibt es ab nun ein Smartphone geschenkt, damit auch alle Orange-Kunden mit der Zeit gehen können.

Dirnberger de Felice Grüber kreierte die neue Kampagne, die seit 12.September im TV und im Radio on air ist und auch auf Info-Screens zu sehen sein wird. Nach dem von Orange angebotenen Kino-Donnerstag und dem im Sommer 2010 beworbenen Orange-RoamingGeschenk zeigt der drittgrößte Anbieter in der Kampagne erneut, dass die Marketer von Orange besonderen Wert auf die Stammkunden legen. tw Auftraggeber: Orange Austria Telecommunications GmbH Head of Marketing Communications: Werner Dauschek Kampagnenmanager: Margit Teuschl Agentur: Dirnberger de Felice Grüber

24. September 2010

Werkstoff

Papier · Verpackung · Druck

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Austropapier: Produktion steigt, Ertrag sinkt und die Branche warnt vor zusätzlichen Belastungen

Papierindustrie: Gemischte Gefühle Papierindustrie, die Stimmungslage in der Branche zusammen. Die Ergebnisse im Detail: Konnte die Produktion von Papier im 1. Halbjahr 2010 um 10,6 Prozent auf 2,2 Millionen Tonnen gesteigert werden, betrug der Zuwachs bei Wickel- und Spezialpappe 14,8 Prozent und beim Faltschachtelkarton sogar 15,6 Prozent. Treiber der positiven Entwicklung ist gerade auch in diesem wichtigen Produktsegment der Export, der in seiner Dynamik um über 20 Prozent anzog. Der Inlandsabsatz stieg bei Papier und Faltschachtel-

karton um zehn Prozent, brach bei Pappe „aufgrund größerer Auftragsverluste“ jedoch um fast 20 Prozent ein. Erfreulich entwickelte sich Zellstoff, die erzeugte Menge stieg hier um über zehn Prozent gegenüber dem Vergleichshalbjahr 2009. Auch der Einsatz von Altpapier war mit fast neun Prozent im Plus, was auf erhöhtes Inlands­ aufkommen und verminderte Exporte zurückzuführen ist. Im europäischen Vergleich wuchs die heimische Papierproduktion im 1. Halbjahr 2010 leicht überdurchschnittlich.

Sorgenkind Druckbranche Oliver Dworak: „Trotz der stabilen Aufwärtsentwicklung liegen wichtige Indikatoren, insbesondere bei den grafischen Papieren, deutlich unter dem Vorkrisenjahr 2008. Der anhaltend schwierige Geschäftsverlauf in der Druck-Branche und die aufgrund der zunehmenden Exporte von europä­ ischem Altpapier nach China gestiegenen Rohstoffpreise sind dafür nur zwei von mehreren Erklärungen. Die meisten Unternehmen sind in ihren Perspektiven für das zweite Halbjahr grund-

Austropapier-Geschäftsführer Oliver Dworak: „Der Inlandsverbrauch von Papier ist trotz E-Book und iPad gegenüber den ersten sechs Monaten 2009 um über 16 Prozent gestiegen.“  © Hetzmanseder

Die österreichische Papierindustrie meldet erfreuliche Halbjahreszahlen: „Gegenüber dem 1. Halbjahr 2009 zeigen die ersten sechs Monate des Jahres 2010 nach vorläufigen Zahlen ein Mengenwachstum bei der Produktion von Papier, Karton und Pappe von über elf Prozent – vor allem, weil die Nachfrage aus den Hauptmärkten in Westeuropa angezogen hat. Auch der Branchenumsatz stieg in dieser Größenordnung, wobei aber die Erlöse für die verkaufte Tonne im Durchschnitt mit minus 1,7 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres leider rückläufig waren und etwa bei Zeitungs- und Magazinpapieren deutlich zu niedrig liegen. Die größten Sorgen bereiten den Unternehmen derzeit neben den Erlösen die hohen Rohstoffpreise bei Zellstoff, Altpapier und Holz, die sich negativ auf die Ertragslage auswirken. Auch der dramatische Einbruch der Investitionen scheint sich nicht abzuschwächen. Der nach der Krise begonnene Wiederaufschwung darf jetzt keinesfalls durch neue Belastungen – wie etwa zusätzliche Energie- oder CO2-Steuern – gefährdet werden“, fasst Oliver Dworak, Geschäftsführer der Austropapier, der Vereinigung der österreichischen

Papiermulti Mondi unterstützt f:mp Hundert-Prozent-RecyclingPapier für 5. Symposium Unternehmensberichte Der Papiermulti Mondi unterstützt das 5. f:mp Symposium Unternehmensberichte (22. und 23. September in Frankfurt), das Ideen, Konzepte, Prozesse und Lösungen rund um die Unternehmensberichterstattung in den Mittelpunkt rückt – und zwar mit dem Hundert-Prozent-Recycling-Papier Nautilus, das als CO2-neutrale Variante ideal für Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichte geeignet ist. Die gesamten Seminarunterlagen werden auf Nautilus SuperWhite gedruckt. „Das Symposium Unternehmensberichte thematisiert eines der bedeutendsten Instrumente der Unternehmenskommunikation. Umso wichtiger ist neben Glaubwürdigkeit und Relevanz der Inhalte deshalb auch die effiziente und qualitativ hochwertige Umsetzung“, erläutert Rüdiger Maaß, Geschäftsführer des f:mp und Moderator der Veranstaltung. cc

sätzlich zuversichtlich, das Mengen- und Umsatzniveau des Jahres 2008 wird jedoch deutlich unterschritten werden.“ Besonders erfreulich sei Dworak zufolge, dass der Inlandsverbrauch von Papier trotz E-Book und iPad gegenüber den ersten sechs Monaten 2009 um über 16 Prozent gestiegen sei. Die Unternehmen würden sich außerdem zunehmend erfolgreich mit grünen Technologien und Produkten positionieren und „gehören zu den Trendsettern der nachhaltigen Bio-Ökonomie“, so Dworak abschließend. cc

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Design

Produkte · Industrie · Grafik

HORIZONT No 38

Tulga Beyerle, Miterfinderin der Vienna Design Week, erzählt, worauf die Neigungsgruppe Design besonders stolz ist, wie wichtig Internationalität für Wien ist und was man auf der Vienna Design Week 2010 gesehen haben muss

Design-Wege mit Passion strengend, denn inzwischen beginnt sich die Idee international durchzusetzen, und die Vernetzungsarbeit ließe sich bestimmt weiter vertiefen.

Beyerle: Aus unserer Arbeit entstehen Beziehungen, Kooperationen und Produkte. Das ist Beratungsleistung, die man sonst teuer kaufen müsste.

HORIZONT: Wie hoch ist Ihr Budget?

Horizont: Worauf sind Sie besonders stolz?

Beyerle: Wir verfügen über ein Gesamtbudget von etwas mehr als 400.000 Euro, wobei etwa 55 Prozent aus dem öffentlichkeitsnahen Bereich kommen. Die Initiatoren der Vienna Design Week, Tulga Beyerle, Lilli Hollein und Thomas Geisler, organisieren heuer 84 Programmpunkte an 51 Locations für Designer und Design-Interessierte. © Zaij und Zündel

Horizont: Die Vienna Design Week findet heuer zum vierten Mal statt. Wie hat eigentlich alles begonnen? Beyerle: 2006 wurden wir von der Universität für Angewandte Kunst eingeladen, ein Mini-Rahmenprogramm zu gestalten. Lilli Hollein, Thomas Geisler und ich formierten uns damals als Neigungsgruppe und brachten erstmals produzierende Unternehmen Wiens mit Designern zusammen. Das war die Geburtsstunde der Passionswege, die bis heute der Kern der VDW sind. Nachdem dieses Projekt sehr erfolgreich war, trauten wir uns, ein Festival zu initiieren. Horizont: Wer hat welche Aufgabe? Beyerle: Wir sind alle Kuratoren und entscheiden über die inhaltliche Ausrichtung des Festivals, Programmpartner, Designer, die Partner-Unterneh-

men. Darüber hinaus ist Lilli Hollein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Thomas Geisler ist grafisch sehr achtsam. Er nimmt es genau mit unserem Erscheinungsbild und war heuer verantwortlich für die Neugestaltung unserer ­Website. Ich bin Managing Director, kümmere mich um Verhandlungen und Verträge mit Sponsoren und Partnern. Horizont: Wie viele Menschen arbeiten inzwischen an der VDW mit? Beyerle: Sie werden sich wundern, wir haben eine fixe Mitarbeiterin und erst ab Mai, wenn es richtig losgeht, kommen eine Grafikerin, ein Redakteur, unsere PR-Agentur Juicy Pool oder Verantwortliche für Sonderprojekte hinzu. Leben können wir nicht von der Vienna Design Week. Wir haben alle an der Angewandten studiert und verfolgen auch unsere eigenen Projekte. Das ist an-

Horizont: Wie wählen Sie die Designer für das Festival aus? Beyerle: Junge Designer bekommen es schnell spitz und kommen von selbst auf uns zu. Sie müssen aber zunächst ein Projekt einreichen, sich präsentieren und all das selbst finanzieren. Das Festival bedeutet gerade für Jungdesigner einen Step-Stone in ihrer Karriere. Inzwischen können wir auch internationale Superstars wie zum Beispiel die Niederländer Makkink & Bey, ehemalige Designer des weltbekannten Möbelhauses Droog oder das schwedische Trio Claesson Koivisto Rune gewinnen. Das renommierte schwedische Architektur- und Designbüro gestaltete in Zusammenarbeit mit J. & L. Lobmeyr und der Wiener Silber Manufaktur eine Glaskaraffe. Die Ausstellung zum Thema Tischkultur wird im Liechtenstein Museum inszeniert. Horizont: Sie vernetzen auf diese Weise österreichische Unternehmen mit internationalen Designern?

Beyerle: Mich freut besonders das Interesse aus dem Ausland. Das bedeutet für mich, dass wir es geschafft haben. Es ist fein, dass Marco Dessi, der vor zwei Jahren bei den Passionswegen mit Augarten zusammenarbeitete, nun einen Auftrag für ein Service bekommen hat. Und dottings designten die „Aromapots“ für den Emailhersteller Riess. Es ist prinzipiell schön, wenn sich etwas weiterentwickelt. Die experimentelle Seite muss Raum bekommen, damit etwas Neues entstehen kann. Das versuchen wir mit den Passionswegen zu erreichen.

Horizont: Was sollte man auf der Vienna Design Week unbedingt sehen? Beyerle: Da gibt es vieles. Ich würde eine Omnidesign-Bustour mit trafo.K und Schülern der Grafischen machen, die in Teams Interessierte herumführen. Das wird heuer zum ersten Mal angeboten und ist bestimmt sehr unterhaltsam. Oder Sie werfen einen Blick nach Hernals, das nach dem Struwerviertel im Vorjahr heuer im Mittelpunkt steht. Eleganz und Opulenz findet sich im Liechtenstein Museum. Spannende Gäste bei den VDW-Talks sind Stefan Sagmeister oder Droog-Design-Gründer Gijs Bakker. Die internationale Vernetzung tut der Stadt verdammt gut. Designer müssen lernen, dass sie sich mit internationalen Gestaltern vergleichen müssen. Interview: Birgit Schaller

Informationen zur Vienna Design Week Die Vienna Design Week findet von 1. bis 10. Oktober in Wien statt. Informationen zum Festival-Programm: www.viennadesignweek.at Bücher: Design, beispielhaft – Nachhaltigkeitsbericht, Neigungsgruppe Design, 2009 New Vienna Now/Contemporary Vienna, Verlag: Schlebrügge. Editor, 2010 Sponsoren der Vienna Design Week: Principal Partner: departure, Wirtschaftskammer Wien, www.creatives-

pace.at, Wien Tourismus, Public Partner: BMUKK, Stadt Wien General Partner: Rado, Campari, Nespresso, Erste Bank, Bombay Sapphire, Corona, impulse (aws) Supporting Partner: Vöslauer, James Dyson Foundation, Demmers Teehaus, Lexmark, … Premium Media Partner: Die Presse Media Partner: Superfly, Wien Live, brand eins, Flair, The Gap Weitere: Campari, ÖBB, KLM, vitra …

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24. September 2010

Design

Produkte · Industrie · Grafik

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Elf Designer gestalteten elf Produktneuheiten für Wiener Betriebe – die so entstandene Wien Products Collection 2010 wird im Rahmen der Vienna Design Week im Liechtenstein Museum gezeigt

Unternehmen treffen auf Kreativszene „Deep Space“, „Orbit“, „Mercury Flash“ – das sind die klingenden Namen der Kre­ ationen der neuen Wien Products Col­ lection. Die Kollektion 2010 wurde am 15. September erstmals präsentiert und wird ab 30. September im Rahmen der Vienna Design Week im Liechtenstein Museum zu sehen sein. Die Produkte entstanden in Zusammenarbeit von Wiener Betrieben mit Designern und Designerinnen, die das Sortiment der Unternehmen um ein Stück zeitgenössi­

alltagstaugliches, vielfach einsetzbares Service zu entwickeln, das Charme und Eleganz des Traditionsunternehmens widerspiegelt“, sagt der Designer. Für die acht Service-Teile standen die acht Pla­ neten Pate. Das Designduo Polka – Ma­ rie Rahm und Monica Singer – gestaltete Möbel- und Vorhangstoffe für Backhau­ sen. Die „Area“ getaufte Kollektion setzt sich mit dem Thema Dreidimensio­ nalität auf zweidimensionalen Textilien auseinander. Für die beiden war es eine

benserfahrung und meines Wissens. Der Name, die Gestalt, die Funktion be­ ruhen auf einem komplexen Konstrukt von Erkenntnissen und Sehnsüchten. Insofern passt das Produkt zur persönli­ chen Designphilosophie – wie die Flüs­ sigkeit in die Form des Glases“, kom­ mentiert der Designer seinen Entwurf.

Weitere Produkte sind „Mercury Flash“, eine Tischleuchte von Thomas Kirch­ grabner für Nin Prantner, Ringe und Armreifen von Sebastian Menschhorn für A. E. Köchert, die Brille „Finsternis“ von Martin Mic für Schau Schau Brillen, der Armreif „Honeycomb“ von Lisa Grabner für Juwelier Schullin, „Vienna

Graffiti Bag“ von Tino Valentinitsch für Vienna Bag, das Mokkakännchen „Cezve“ von Rainer Scharf für die Wie­ ner Silber Manufactur, der Stuhl „Leslie“ vom Duo Soda Designers für Wittmann Möbelwerkstätten und die Brosche „solid as a rock“ von Isabel Dammer­ mann für Skrein.  bis

Kleiner Anstoß – große Wirkung! Marco Dessí gestaltete „Orbit“ – ein achtteiliges Service, angelehnt an die acht Planeten, für Augarten. © K. Fritsch (2)

Isabel Dammermann gestaltete die Brosche „solid as a rock“ – mit ebendieser Anmutung – für Skrein. © Olszowski

Der Kristallbecher „Deep Space“ wurde bei der Erstpräsentation zum Publikumsliebling gewählt.

scher Gestaltung erweiterten. „Die rege Teilnahme beweist, dass wir mit der Wien Products Collection im Trend der Zeit liegen: Der Blick des Konsumenten richtet sich auf Qualität, handwerklich perfekt gestaltete Produkte in Kombina­ tion mit hohem Designanspruch“, ist Brigitte Jank, Präsidentin der Wirt­ schaftskammer Wien, überzeugt. Marco Dessí gestaltete für die Wiener Porzellanmanufaktur Augarten das Speiseservice „Orbit“. „Ziel war es, ein

Herausforderung, sich nach Möbelent­ würfen nun mit den Bezügen dieser aus­ einanderzusetzen. Als beliebt beim Pu­ blikum stellte sich „Deep Space“ heraus. Entstanden ist ein mundgeblasener Be­ cher aus bleifreiem Kristallglas, der mit Spezialfarben aus der Architekturglas­ welt beschichtet ist: Der österreichische Architekt und Designer Gregor Eichin­ ger entwarf das Produkt in Kooperation mit J. & L. Lobmeyr. „Jeder meiner Ent­ würfe basiert auf der Summe meiner Le­

Fahnenbeutel ‚Fabeu‘ siegreich designaustria vergab den Re:Design Award an den Fahnenbeutel ‚Fabeu‘ Aus alt mach neu lautete kurz gesagt der Slogan für den erstmals vergebenen Re:Design[net]Work Award. Der Ideen­ wettbewerb sprach das Ökologiebe­ wusstsein europäischer Designer an. 106 Entwürfe aus neun Ländern wurden ein­ gereicht, aus diesen gingen drei Sieger in den Kategorien Accessoires, Schmuck & Mode, Mobilität & öffentlicher Raum und Haushalt & Wohnen hervor. Der Fahnenbeutel, kurz „Fabeu“, der Deut­ schen Maren Krämer konnte die Jury überzeugen. Er erzielte neben 1.000 Euro Preisgeld – gesponsert von Ara, Sauber­ macher und Enviworks – die Möglich­ keit, den praktischen Beutel auch produ­ zieren zu lassen: 500 „Fabeus“ werden nun von dem Wiener Betrieb „Garbarage – upcycling design“ hergestellt; aus Fah­ nen, die nach Festivals und anderen Events als Werbeträger ausgedient ha­ ben. Der Fahrradständer pRide von Mar­ tin Breuer-Bono reihte sich ebenfalls un­ ter die Sieger ein. Das Objekt hat eine tra­

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„Fabeu“ – ein Beutel aus ausrangierten Fahnen von Maren Krämer – überzeugte die Jury des Re:Design[net] Work Awards.  © marenkraemerdesign.de

gende Struktur aus Edelstahlrohren und darauf gesetzten Ringen aus dem Recyc­ ling-Kunststoff „Cycoplast“, das Übrig­ bleibsel von Verpackungsmüll, das nur noch zur Verbrennung geeignet ist. Das dritte Siegerprojekt kommt von Michael Hensel und nennt sich „aufschwung“ – eine Schaukel mit einer Sitzfläche aus der Rückenlehne eines Drehstuhls und ausrangierten Feuerwehrschläuchen als Hänger. Der Wettbewerb wurde von de­ signaustria mit Arge Reparatur- und Ser­ vicezentrum, dem Kerp Kompetenzzen­ trum Elektronik & Umwelt, dem Institut für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur und RepaNet umgesetzt und war eine Idee im Rahmen der grenz­ überschreitenden Zusammenarbeit „Slowakei – Österreich 2007–2013“.  bis

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Design

Produkte · Industrie · Grafik

Der in New York lebende Designer Stefan Sagmeister spricht auf der Vienna Design Week und gestaltet die CI des Vorarlberger Landesmuseums

Sagmeister in Wien

Stefan Sagmeister – hier auf der Terrasse seines Studios in New York, wo der international tätige Designer aus Österreich lebt – im Gespräch mit HORIZONT: „Es geht um die Schönheit, selbst etwas zu erschaffen. Die Freude, an einer guten Idee zu arbeiten, ist eines der wertvollsten Dinge unseres Berufs.“ © Schaller

Stefan Sagmeister, österreichischer Designer von Weltrang mit Lebensmittelpunkt in New York, wird im Rahmen der Vienna Design Week Talks zum Thema „Why Design?“ sprechen – am 1. Oktober im k/hauskino, Akademiestraße 13, um 19 Uhr. Im HORIZONT-Interview, das im Juli in Sagmeisters Studio in New York stattgefunden hat, erzählte Sagmeister: „Ich halte sehr gerne Vorträge. Ich mag es auch sehr, vor Nicht-Designern zu reden. Dabei ergeben sich spannende Einflüsse, Eindrücke und Diskussionen.“ Im Anschluss an die Talks präsentiert departure mit dem Verlag Schlebrügge.Editor in der Kunsthalle am Karlsplatz um 20.30 Uhr das von Sagmeister gestaltete Buch „New Vi-

enna Now“ über das kreative und künstlerische Wien der Gegenwart. Zu den Themen des Buches zählen Architektur, Design, Film oder Mode, begleitet von Texten von Tulga Beyerle (Vienna Design Week), Christoph Thun-Hohenstein (departure), dem Designer Erwin K. Bauer und anderen. „Dieses Buch erlaubt es, Inhalte in konzentrierter und fokussierter Form zu vermitteln. Getrieben von der Reichhaltigkeit der Aktivitäten in Wien haben wir anfangs eine magazinähnliche Layout-Strategie verfolgt, diese dann aber zugunsten eines klareren, literarischeren Modells nochmals vollkommen umgestellt. Ich denke, auch viele andere Städte könnten so ein Buch gut gebrauchen“, so Sagmeister.

Neue CI für das Landesmuseum Erst kürzlich sagte der international mehrfach ausgezeichnete Bregenzer einen Auftrag in seiner Heimatstadt zu: Er wird für die CI des Vorarlberger Landesmuseums verantwortlich zeichnen. „Das ist ein sehr schöner Auftrag. Für ein anderes Landesmuseum hätte ich diesen nicht angenommen. Ich habe sehr starke Wurzeln in Bregenz und bin mehrmals im Jahr da. Bregenz ist die perfekte Kleinstadt und ein angenehmer Gegensatz zu New York“, so der Designer. Mit der Präsentation des neuen Designs sei bereits Anfang 2011 zu rechnen, teilte Museumsdirektor Tobias Natter mit. Die Herausforderung bei diesem Projekt liege darin, „Ziele, Visionen und unsere Identität in dieser neuen Bildund Textmarke zu vereinen“, so Natter. Das Landesmuseum wurde im Oktober 2009 geschlossen und soll laut Vorarlberger Nachrichten im Frühjahr 2013 nach Investitionen von 37 Millionen Euro in einem Neubau am gleichen Standort wieder eröffnet werden. Der 49-jährige Stefan Sagmeister gründete 1993 sein New Yorker Studio Sagmeister Inc. und erlangte durch seine Designs von CD-Covers für die Rolling Stones, die Talking Heads oder Aerosmith Bekanntheit. Er war sechs Mal für den Grammy nominiert und gewann ihn zwei Mal: 2004 für ein Cover der Talking Heads und 2009 für die Top-Box für „Everything that happens will happen today“ von Brian Eno & David Byrne. 2009 erhielt Sagmeister darüber hinaus den Lucky Strike Design Award, der mit 50.000 Euro dotiert ist. 2008 publizierte Sagmeister das gewachsene Werk „Things I have learned in my Life so far“. Es enthält Designarbeiten und -projekte, die persönliche Tagebucheintragungen von Stefan Sagmeister zum Inhalt haben. Sagmeister lehrt an der School of Visual Art in New York und hält weltweit Vorträge. Lesen Sie ein Interview mit Stefan Sagmeister im BESTSELLER 9–10, der am 21. Oktober erscheint. bis

‚Gute Qualität, aber selten spitze‘ Stefan Sagmeister mit ­kritischem Blick auf die ­heimische Designszene Horizont: Wie sehen Sie das Thema Design in Österreich? Stefan Sagmeister: Es wird gute Qualität gemacht, aber selten Spitzenleistung erbracht. Interessant dagegen ist das Grafikdesign in der Schweiz. In Lausanne ist eine unglaubliche Szene rund um eine Schule im Produktdesign entstanden. In Zürich gibt es eine ganz junge Szene im Grafikdesign, die internationales Spitzendesign in kleinen, jungen Studios hervorbringt. Wenn ich hier in New York in ein Designstudio gehe, dann stehen da drei neue Schweizer Bücher herum. Zu den besten Designstädten der Welt gehören aber in jedem Fall London, Tokio, Amsterdam und auch New York. In Deutschland ist wiederum die Ausbildung viel besser als in Österreich, doch die Kunden sind viel konservativer. Aber es gibt auch in Deutschland Spitzenleistungen. Ein Beispiel ist Art + Com, die machen digitales Design auf einer weltweiten Ebene. So ein Unternehmen gibt es in Österreich nicht. Horizont: Woran liegt das? Sagmeister: Die einzig starke Stadt war Wien, und ich glaube, Wien hängt immer noch das historische Erbe nach. Irgendwie habe ich manchmal das Gefühl, dass die Leute denken: Wir sind gut, weil Mozart hier gestorben ist. Horizont: Die Jungen denken so? Sagmeister: Nein, aber als ich in Wien studiert habe, war die ganze Stadt Klimt- und Schiele-verrückt. Es gab Ausstellungen über die Zeit um 1900. Jedes Kaffee, jede kleine Schokolade war mit einem Klimt-Bild versehen. Jedes Haus wurde im Jugendstil renoviert. Man lebte in der Vergangenheit. Für Architekten war es ganz schwer. Auch die Katastrophe, die im MuseumsQuartier passiert ist … Das hat im Originalentwurf einmal ganz gut ausgesehen, dieser wurde von der Kronen Zeitung niedergemetzelt. Jetzt ist es ein

HORIZONT No 38

Kompromiss. Das Programm finde ich grundsätzlich wahnsinnig gut, ich gehe gerne hin, aber architektonisch ist es nicht sehr toll. Aber um über dieses Thema eloquent zu reden, bin ich schon zu lange von Österreich weg. Horizont: Waren das Gründe dafür, dass es Sie in die weite Welt gezogen hat? Sagmeister: New York hat mich geöffnet. Wien ist ein unglaublicher Klüngelverein. Das fing bei den Jugendgruppen an: Ein New Wavler konnte in kein Punk-Lokal gehen, ein Punker konnte nie in ein G’spritzten-Lokal gehen. In New York war das völlig anders. Ich hatte damals auf der einen Seite lange Haare und konnte ohne Weiteres ein Oberschichtlokal besuchen, ohne dass man mich blöd angemacht hat. In Wien setzte sich das im Erwachsenenalter fort – wenn man Fotograf war, lernte man zum Beispiel keine Architekten kennen. Da gibt es in Amerika eine Grundfreundlichkeit, die bei uns oft als Oberflächlichkeit missverstanden wird, die aber im täglichen Leben unglaublich angenehm ist. Man lernt sehr leicht Leute kennen, und diese Durchmischung von Menschen ermöglicht interessantere Eindrücke. Horizont: Sie unterrichten an der School of Visual Art in New York. Was geben Sie Ihren Studenten mit auf den Weg? Sagmeister: Mein Ansatz ist das Persönliche, das Individuelle, das Berührende. Das gelingt selten, ist aber als Richtung, glaube ich, ausgezeichnet. Der Hauptkurs, den ich unterrichte, heißt „How to touch somebody’s heart with Design“. Ich verlange von den Studenten drei Dinge: zuerst müssen sie jemanden, der ihnen nahe steht, mit einer Designarbeit berühren, anschließend sollen sie eine Gruppe von Menschen berühren, die sie nicht kennen, beispielsweise ein Unternehmen. Die letzte Arbeit sollte die gesamte Menschheit berühren und wird als Konzept abgegeben. Das Gelingen müssen mir die Studenten beweisen. Zum Beispiel filmen sie die Person, wenn diese die gestaltete Arbeit zum ersten Mal sieht. Das funktioniert unglaublich. Interview: Birgit Schaller

Matthias Horx präsentiert sein ‚Future Evolution House‘ – ein Entwurf für das Wohnen im dritten Jahrtausend

Schaufenster ins Übermorgen

Das Zukunftshaus setzt sich aus vier Modulen zusammen: „Arbeit“, „Hub“, „Gäste“ und „Love“. © Zukunftshaus

Die Pläne sahen eigentlich eher aus wie die eines Ufos als die einer Vorstadtvilla im 17. Wiener Gemeindebezirk. Doch die Realisation sollte uns eines Besseren belehren. Nach drei Jahren Bau- und Konzeptionszeit hat Zukunftsforscher Matthias Horx – ausgerechnet in Wien – ein Exempel statuiert und einen Entwurf vorgelegt, wie Wohnen im dritten Jahrtausend aussehen könnte: das Future Evolu-

tion House, bewohnt von Horx samt Frau und seinen zwei Söhnen. Wer jetzt an ein vor Elektronik strotzendes Edelstahlgebilde denkt, mit sprechenden Kühlschränken und vollautomatischen Türöffnern, der liegt falsch. Denn es ist ein recht wohnlicher Gestaltungsplan für eine vierköpfige Familie, deren Mitglieder einen mobilen, Netzwerk-affinen Lebensstil pflegen. Im ­Mittelpunkt des Ganzen stand ein „sozio-technischer“ Ansatz der Zukunftsarchitektur. Dabei spielt das Thema Energie und Nachhaltigkeit eine ebenso große Rolle wie smarte Technologie und Mobilität. Aktiv- statt Passivhaus Energiemäßig ist das Zukunftshaus quasi eine Weiterentwicklung des Passivhauses, in dem noch alles auf Verzicht ausgerichtet ist, hin zum Aktivhaus, das mehr Energie erzeugt als es verbraucht. So wurde beispielsweise die

gesamte Fassade mit einer PhotovoltaikFolie ummantelt – sie produziert Solarstrom und Warmwasser. Und es reicht auch noch für eine Elektro-Tankstelle – schließlich ist Elektro-Mobilität laut Horx das große Stichwort für die Zukunft des Individualverkehrs, zumindest in den Städten mit Fahrten unter 20 Kilometern. Smartes ‚iHouse‘ Asketisch hingegen geht Horx mit Technologie und Funktionen um – auch er kennt das Problem der hundert Fernbedienungen und nervtötenden Menüsysteme. Haptisch-sinnliche Bedienelemente der neuen Art mit Reduktion des Unnützen auf ein Minimum machen hier das Leben leichter. „Die Zukunft gehört den Touch-Technologien, bei denen man durch Berührung, sensible Oberflächen und klare Symbole Hausfunktionen instinktiv und selbsterklärend steuert“, erklärt der Zukunftsfor-

scher, „wir arbeiten am ‚iHouse‘ – mit Bedienoberflächen, die so smart gestaltet sind wie das iPhone.“ Oder das Beispiel „Smart Material“: Eine elektronisch dimmbare Glaswand gibt je nach Bedarf die Durchsicht vom Flur in den HauptWohnbereich frei – oder eben nicht. Multimobiles Design Und weil nicht nur Geräte inzwischen eine Multifunktionalität entwickeln, sondern auch Räume auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Menschen reagieren können sollen, setzt Horx im Design auf ebendieses „Multimobile Design“. „Die Industriegesellschaft hat eine scharfe Trennlinie zwischen Wohnen und Arbeit gezogen“, ist da auf der Website zukunftshaus.at zu lesen, „doch im Zeitalter der kreativen Wissensarbeit wird diese Grenze durchlässig: Wir leben UND arbeiten zu Hause (und zunehmend auch unterwegs). Das erfordert eine neue räumliche Aufteilung,

eine intelligentere Innenarchitektur.“ So ist das Evolution-Haus in vier Einzeltrakte aufgeteilt: Ein Arbeits- und Büromodul inklusive Film-Vorführraum, ein „Hub“ als zentrales Lebens-Modul, in dem gelesen, gekocht und mit Familienmitgliedern und Freunden gespeist wird – also der soziale Treffpunkt, dann gibt es noch den etwas geräuschgedämmten „Gäste“-Trakt, den einstweilen noch die Kids bewohnen, bis sie irgendwann ausziehen, und schließlich das „Love“-Modul für das Ehepaar, deutlich abgetrennt vom Rest des Hauses mit großem Badesalon. Und so, wie sich alles ständig verändert, ist auch das Zukunftshaus kein abgeschlossenes Bauprojekt, sondern ein lebendiger Prozess, eine permanente Entwicklungsstätte im Sinne der sozio-technischen Evolution, der Technolution – um wieder einmal eine der Horx’schen Wortschöpfungen zu gebrauchen.  dodo

24. September 2010

Bilder & Töne

Foto · Film · Audio · Video

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Der amerikanische Künstler Jonathan Borofsky verpasst dem Europark in Salzburg ein 35 Meter hohes Wahrzeichen

Hochhaushohe Kunst Als größte Plastik Österreichs wird derzeit ein Kunstwerk des Amerikaners Jonathan Borofsky angekündigt, das soeben in der Mozartstadt entsteht. Das Großprojekt soll laut Auskünften des SES Spar European Shopping Centers ein neuer „Blickfang für Salzburg“ werden; die Ausmaße versprechen so einiges: 35 Meter hoch soll die Figur mit dem Namen „The Tree“ werden, die beim Europark Salzburg aufgestellt wird. Trotz internationaler Expertise ist diese Art der Arbeit für den Künstler ein Novum, hat er bis-

lang doch noch nie Firmenlogos in seine Skulpturen integriert. Sein erstes Werk in Österreich wurde damit auch seine erste gebrandete Arbeit, denn der stilisierte Baum aus vier gewundenen Stahlrohren und einer dichten Krone trägt die Logos von Europark und Ikea. Bevor es aber so weit kommt, muss die Riesenfigur aber erst gebaut werden. Dies geschieht bereits seit Anfang August auf dem derzeitigen Parkplatz an der Auffahrt der Westautobahn A1 „Klessheim“ Richtung Wien. Die Stahlrohre für den Stamm werden

gar in einer Spezialwerkstatt in England gebogen. Wie das überdimensionale Kunstwerk an seinen Platz im ­Europark kommt? – In der ersten Oktoberhälfte wird die Skulptur in drei Etappen aufgestellt, zusammengebaut wird sie an Ort und Stelle. Bei der Figur geht es laut Marcus Wild, CEO der SES Spar European Shopping Centers und Geschäftsführer des Europark Salzburg, aber nicht um eine Plastik in Übergröße, sondern um Kunst als Blickfang: „Von hier geht der urbane, moderne Impuls für Salzburg

aus. Es ist wichtig, dass es neben der historischen Altstadt noch ein anderes, modernes Zentrum in Salzburg gibt: Das Areal rund um den Europark“, und fügt selbstbewusst hinzu: „‚The Tree‘ hat das Potenzial, zum zeitgenössisch modernen Wahrzeichen von Salzburg zu werden.“ Der Europark sei das Flagschiff der SES – ein Unternehmen der Spar-Österreich-Gruppe – mit ihren derzeit 24 Einkaufszentren in Zentral-, Süd- und Osteuropa, das gelte auch für den Einsatz von Kunst im ShoppingCenter.  so

Ab Oktober wird die Plastik „The Tree“ dem Europark Salzburg ein Gesicht verleihen.  © SES-Center EUROPARK Salzburg/ Jonathan Borofsky

Kurz und bündig Die Kunst ruft Die Kulturvernetzung Niederösterreich lädt im Rahmen der „NÖ Tage der offenen Ateliers“ am 16. Und 17. Oktober erstmals zu geführten Ateliertouren. An diesen Tagen öffnen über 880 Mitwir­kende ihre Ateliers, Galerien und Kunsthandwerkstätten. Die Teilnahme ist kostenlos, eine rechtzeitige Anmeldung unter www.kulturvernetzung.at ist aber notwendig.

Das iPad von Apple wird viele

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Neuzugang für West4media © WEST4Media

Philipp Böchheimer verstärkt das Team der Filmproduktionsfirma West4media ab sofort als Assistent der Geschäftsführung. In dieser Position wird sich der 28-jährige Salzburger um die Bereiche New Business und Corporate TV kümmern. Bevor Böchheimer bei West4media anheuerte, war er bei Demner, Merlicek & Bergmann sowie bei MMH Media Management Hamburg tätig.

dazu veranlassen, noch stärker auf Print zu setzen: Statt sich wie bisher auf ein bestimmtes Format beschränken zu

MÜSSEN dem iPad erstmals interaktive

Musik wie im Film Die Vienna Symphonic Library, ein Spezialist in der Produktion virtueller Orchestermusik aus Wien, unterstützte kürzlich einen dreitägigen FilmmusikSchwerpunkt in Wien, im Rahmen dessen verschiedene Aspekte von Filmmusik beleuchtet wurden. Am Programm standen eine Composers Lounge, ein Symposium, Workshops sowie eine Gala im Wiener Konzerthaus.

Schräge Töne beim ORF Um geeignete Gesangstalente für die Show „Helden von morgen“ zu finden, hat der ORF österreichweit Castings durchgeführt. Vor die Juroren traten über 2.000 potenzielle Stars, in die nächste Runde schaffte es knapp jeder Zehnte. Das Best-of aus den Castings zeigt der ORF am 24. 9. sowie am 1. und 15.10. Am 22.10 startet unter der Moderation von Puls 4-Gesicht Doris Golpa­ shin die erste von zwölf Live-Shows.

Paraflows in Wien Im Zuge des fünften „Paraflows .10 – Festival für digitale Kunst und Kulturen“ in Wien läuft noch bis zum 10. ­Oktober die Ausstellung „Mind and Matter“, im Rahmen derer die Publikationen der Symposien aus den Jahren 2007 und 2008, „Grenzflächen des Meeres“ und „Ambiente. Das Leben und seine Räume“ präsentiert werden. Mehr Infos gibt es unter www.­ paraflows.at.

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Bilder & Töne

Foto · Film · Audio · Video

Nach 16 Jahren verlässt Gründungsvater Roland Loibl seine ‚Senti‘ und gründet mit neuen Partnern die Friendly Fire Shoots GmbH

Filmproduktion 2010 dert Prozent an der Börse vertreten ist. Die Unternehmensstruktur der Neue Sentimental ließ keine großen Richtungswechsel zu, eingefahrene Strukturen machten ­Apparate nötig, die mit den Anforderungen­an heutige Filme­macher nicht mehr vereinbar waren. Schon seit Monaten ist die Nachfrage nach immer kostengünstigeren Produktionen für Loibl ein Thema: „Der bisherige Prozess war sehr aufwändig und teuer“, erklärt er und fügt hinzu: „Durch die Vielfalt der Medien und neuen Technologien sind alte Arbeitsweisen nicht mehr tragbar.“ Im Sommer 2010 zog der ­Macher von über 600 Werbespots die Konsequenz, verließ sein „Baby“ und startete mit der Friendly Fire Shoots GmbH eine Produktionsfirma der neuen Generation.

Mit Thomas Schmidt und Klaus Fekesa von Friendly Fire gründet Loibl Friendly Fire Shoots.  © Friendly Fire Shoots (2)

Vom Produzenten zum Macher Konkrete Vorstellungen, wie die neue Produktionsfirma auszusehen hatte, hatte Loibl schon lange davor im Kopf: Wendig sollte sie sein, mit klarem Fokus  © Frindly Fire Shoots auf die technischen Macher anstatt auf Ende August dieses Jahres war es so den Produzenten, die bislang im Zentweit: Roland Loibl, seit 16 Jahren in den rum jeder Produktion standen. „Art Köpfen der Branche ­untrennbar mit sei- ­Direktoren, Kreative, Konzeptionisten, ner Filmproduktions­firma Neue Senti- Regisseure und Programmierer arbeiten mental Film Austria ­assoziiert, verkaufte alle auf einer Ebene“, so Loibl zum Teamseine Anteile und verließ das Unterneh- work bei der Entstehung moderner Filmmen. Der Grund dafür? „Die analoge projekte. „Es wird einfach nicht mehr hiFilmproduktion ist nicht mehr auf der erarchisch produziert.“ Die für das Höhe der Zeit“, ­erklärt Loibl pragma- Projekt passenden Partner fand Loibl in tisch. Das One-Way-Konzept aus den Thomas Schmidt und Klaus ­Fekesa von 70er-Jahren sei nicht in die Gegenwart der Friendly Fire Communications. Mit ihnen gründet er die technolozu transferieren, gelernte und für frühere­ Gegebenheiten ­passende Mechaniken gie- und ideenorientierte Digital Brand Production, die die drama­turgischen­ hätten ausgedient. Schon vor einem Jahr ließ der Film- und technischen Anfor­derungen der profi im HORIZONT-Interview leichte Zukunft effizienter erfüllen­kann. Unter Unstimmigkeiten mit ­seinen Deutschen dem Namen Friendly Fire Shoots Partnern anklingen; auch das sei ein GmbH vereinen sich Loibls filmische Grund für den Rückzug aus der Firma Kenntnisse mit dem technischen Know-how derUhr Bildanimation von gewesen, die seit dem Jahr 2000 zu Horizont_163x151:Layout 1 hun31.08.2010 16:41 Seite 1 Roland Loibl zieht sich nach 16 Jahren aus der Neue Sentimental zurück, um mit einer neuen Firma zu starten.

Friendly Fire. „Mit dieser Struktur können wir beispielsweise selber vernetzbare Applikationen herstellen“, erklärt Loibl sein Firmen-Portfolio. Die Animation ist in Zukunft essenziell, denn „jede Idee muss bewegt und vorprogrammiert“ sein. Das verschafft der Friendly Fire Shoots auch einen großen Vorteil, wenn es um die Gewinnung von Neukunden geht. „Wir müssen keine Blasen verkaufen, sondern können schon in der Pitch-Phase etwas herzeigen.“ So wäre die neue Firma im ­Vergleich zu klassischen Produktionsunternehmen nicht nur günstiger, ­sondern auch qualitativ besser. Komplette Transparenz Im kompetitiven Umfeld der Filme­ macher hat Loibls neue Firma also einen klaren Vorteil – sie muss dafür aber auch ­etwas liefern, das bislang nicht zwingend war: „Wir müssen komplett transparent sein“, so Loibl. Dafür können sich er und sein Team auf die anstehenden Projekte detailliert einlassen und die Ideen sowie deren Umsetzung zu einem Paketpreis anbieten. Dass die neue Firma kein Erfolg werden könnte, zieht Filmprofi Loibl nicht in Betracht: „Wir wollen jetzt die Hauptverantwortung – und nicht die Nebenrolle.“ so

Von Wien bis Bratislava Robert Pettermann veröffentlicht ein Werk zu den wandlungsfähigen Donauauen Die Leser von „Donau Auen“ werden von Robert Pettermann auf eine ganz besondere Reise geschickt: Ausgehend von der „Ästhetik der Aulandschaft und ihrer Bewohner“ zeigt der Molekularbiologe in zahlreichen Bildern, wie ­beeindruckend Landschaft und Tierwelt nahe der Aulandschaft sind, die er bei Tag und Nacht sowie durch alle vier Jahreszeiten hindurch beobachtet hat. Dazu kommen Unter- und Überwasser­ aufnahmen sowie Luftaufnahmen samt erklärenden Texten zu den jeweiligen

HORIZONT No 38

Robert Pettermann: „Donau Auen“, LWmedia Verlag, Krems/ Wien 2010, 27,90 Euro, ISBN 978-39502275-4-3

Phänomenen. Auf seiner Expedition nutzte Pettermann auch die Wetterstimmungen für seine Fotografien, um mittels Farben verschiedene Stimmungen zu schaffen. Texte wie Bilder transportieren den ständigen Wandel der Gegend und die unterschiedlichen ­Lebensräume, die sich deren Bewohnern dadurch darbieten. Pettermann hat auf diese Weise die Landschaft zwischen Wien und Bratislava beobachtet – mit „Donau Auen“ bringt er eben diese samt seinen Eindrücken in die Wohnzimmer der Leser.  tw

Die Corbis-Tochter GreenlightRights hat für Ubisoft die Rechte an Musical-Hits an Land gezogen

Verspielte BroadwayKlänge als Novum Auf dem ersten Blick scheinen Musicalsounds und Videospiele nicht gerade auf einer Wellenlänge zu liegen – Ubisoft ­beweist mit neuen Projekt das Gegenteil. Der Hersteller, Publisher und Distributor für interaktive Unterhaltungsprodukte hat nämlich im Sommer ein Spiel ­namens „Dance on Broadway“ herausgebracht. Bevor es soweit war, mussten aber erst die weltweiten Rechte an den Klassikern geklärt werden – und an diesem­ Punkt kommt das Corbis-Tochterunternehmen GreenlightRights wortwörtlich ins Spiel. Das Consulting-­ Unternehmen für die Lizenzierung von Medien begab sich für Ubisoft in harte Verhandlungen mit Künstlern und Rechte-Repräsentanzen; schließlich galt es, Namen, Poster und Logos großer

­ it-Musicals zu lizensieren. Die H Gespräche­ sind positiv verlaufen, die ­Videospielschmiede darf das MusicalSpiel unter die Leute bringen. Darunter sind Broadway-Marken wie „Fame – The Musical“, „Hair“ und Richard O‘Briens „Rocky Horror Show“. „Der Broadway und seine Musicals wurden ungeachtet der riesigen Anziehungskraft, die diese Shows auf das Publikum aller Alter und Hintergründe haben, in diesem Umfang noch nie für ein Videospiel ­genutzt“, sagte Didier Lord, der weltweite Musikdirektor bei Ubisoft. „Dance on Broadway“ ist für die ­Nintendo Wii erhältlich, seit dem ­Europa-Verkaufsstart im Juli ist das Spiel ganz vorne in den Charts der bestverkauften Games gelandet.  so

Emotionale Bilderwelten Das Atelier Jungwirth stellt die Fotoserie ‚The Birthday Party‘ von Vee Speers aus

„Fast Forward Marketing. Neue Wege in einer neuen Welt.“ Österreichisches Marketing Forum Linz, Freitag, 15. Oktober 2010, Design Center Wie müssen sich Unternehmen und Marken auf neue Informations- und Kommunikationskanäle einstellen? Welche Marketing-Instrumente funktionieren heute noch und welche nicht mehr? Hoch karätige Referenten beleuchten das Thema aus verschiedensten Perspektiven. Freuen Sie sich auf diese Veranstaltung des Marketing Club Linz! Nick Sohnemann, TrendONE, gibt Einblick in das Phänomen Outernet – die Verbindung zwischen der realen und der virtuellen Welt.

Anitra Eggler, Dozentin und Journalistin, legt dar, warum Zeit die neue Währung für Werbeerfolg ist und wie man seinen Marketingmix optimal orchestriert.

Prof. Simonetta Carbonaro, Konsumpsychologin, demonstriert, wie man durch echte Emotionen auch in Krisenzeiten erfolgreich sein kann.

Hermann Scherer, BusinessExperte, „Erfolgsmacher“ und Buchautor, erklärt die Spielregeln für die Pole-Position in den Märkten von morgen.

Daniel Mattes, Gründer und CEO des Online Payment Providers Jumio, beleuchtet das Digital Marketing aus seiner eigenen langjährigen Praxis.

Andreas Schmidlechner, McDonald’s Österreich, zeigt, welchen Einfluss die Medienlandschaft auf den langfristigen Erfolg des Unternehmens hat.

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Nach den beiden Ausstellungen von Paolo Roversi und Véronique Vial zeigt das Grazer Atelier Jungwirth seit Oktober insgesamt 27 Fotografien der Australierin Vee Speers. Mit der Ausstellung in der steirischen Hauptstadt feiert Speers‘ „The Birthday Party“ ÖsterreichPremiere. Inhaltlich geht es dabei um die Dokumentation des zaghaften Eintritts von Kindern in die Erwachsenenwelt, die sich unter anderem durch das Nachahmen erwachsener Verhaltensweisen ausdrückt. Speers fotografiert aber nicht einfach verkleidete Kinder, sondern macht den Nachwuchs zum Teil ihrer puristischen und theatralischen Aufnahmen, die zum Nachdenken­ anregen sollen. Um diesen Effekt noch

„The Birthday Party“ von Vee Speers regt Erwachsene zum Nachdenken an.

Den Spaß am Verkleiden kehrt die Künstlerin durch düstere Accessoires um. ©atelierjungwirth.com/Vee Speers (2)

zu verstärken, werden die Bilder vor ­e inem neutralen Hintergrund in Schwarz-Weiß aufgenommen und nachträglich koloriert. „Im Gegensatz zum ‚glücklichsten Tag des Lebens‘ zeige ich eine Seite der Kindheit, die nicht sorglos ist, sondern Emotionen projiziert, die Teil unserer unvollkommenen Welt geworden sind“, so die Künstlerin. Zuletzt war „The Birthday Party“ in England, Irland, Australien, Japan, Brasilien, Italien und Deutschland sowie in Stockholm zu sehen. Hierzulande ist die Fotoserie von 11. Oktober bis zum 15. Jänner kommenden Jahres im Atelier Jungwirth zu bewundern.  tw

Bilder & Töne

Foto · Film · Audio · Video

24. September 2010

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Neues Studio und mehr Aufträge im Ausland: Für Andreas Franke, Chef des Fotostudios Staudinger-Franke, haben sich die Prioritäten verschoben

Hier Dienstleister, dort Kreativer

Für die bekannte US-Eis-Marke Ben & Jerry’s aus Vermont gestaltete das Fotostudio Staudinger-Franke dieses Sujet mit aufwendiger Illustration.

aufs Geld geschaut werde, seien Frankes aufwendige Arbeiten im Ausland gefragt. Etwa für die bekannte Eiscreme-Marke Ben & Jerry’s aus Vermont. Franke erzählt von einem aufwendig gestalteten Diorama. Alles, was im Ben & Jerry’s-Becher (siehe Bild oben) zu sehen ist, wurde von einem Illustrator gestaltet. Bei Ben & Jerry’s werde viel Wert auf Handarbeit gelegt – je künstlerischer, desto lieber werden die Arbeiten vom Kunden angenommen. Und Fotografie sei mittlerweile nur ein Teil des Ganzen. „Computer Generated Imagery, kurz CGI, wird immer mehr gefragt und ist heute eigentlich Pflicht“, so Franke, der heuer für die Lebensmittelkette Migros

Zu den freien Arbeiten von Werbefotograf Andreas Franke zählen auch diese Unterwasser-Aufnahmen mit nachträglich platzierten Models.

einen Monat lang in der Schweiz gearbeitet hat und zusätzlich in Dubai tätig war. „In Österreich wird man als Dienstleister wahrgenommen, in Asien häufig als Künstler, von dem erwartet wird, dass er auch Regie führt“, findet Andreas Franke. Natürlich spielen auch freie Arbeiten für einen Werbefotografen eine wichtige Rolle. Beim Tauchen in Ägypten lichtete Andreas Franke ein Schiffswrack ab und platzierte in der Postproduktion Bilder von Models ins Bild. Franke: „Im Ausland wird die Entscheidung nach dem Fotografen mehr nach der Mappe und nach Referenzen getroffen als in Österreich!“ Informationen unter: www.staudinger-franke.com. cc

Foto und Bildbearbeitung: Viennapaint

Andreas Franke, Geschäftsführer des Fotostudios Staudinger-Franke, ist zufrieden. Schließlich verlegte er sein Studio von der Mollardgasse im 6. in den 23. Wiener Gemeindebezirk, wo Franke mit Familie auch wohnt – und zwar in der Josef-Endlweber-Gasse nahe der U6-Station Siebenhirten. Nun habe er „alles an einem Ort“, und das spart Zeit und Nerven. Neben dem geräumigen Studio gibt es Platz für fünf Retuscheure. Auf (Arbeits-)Reisen ist Franke dennoch häufig. „Ich bin viel mehr im Ausland aktiv als in Österreich“, erzählt Franke, der sich in 21 Jahren den Ruf eines Perfektionisten erarbeitet hat. Während in Österreich aufgrund der Wirtschaftskrise viel mehr

Zu den US-amerikanischen Kunden von Andreas Franke gehört auch GE.

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International

Marketing · Werbung · Medien

Daniela Krautsack, Cows in Jackets, sprach für HORIZONT im Rahmen ihrer Shanghai-Reise mit Oliver Lorenz, CEO Montfort Shanghai Advertising

Vom Ländle ins Reich der Mitte

HORIZONT: Wie funktioniert New Business in China?

Daniela Krautsack für HORIZONT: Wer ist Montfort Werbung? Und was bringt Sie nach Shanghai? Oliver Lorenz: Montfort Werbung wurde 1981 in Klaus in Vorarlberg ­gegründet. Wir sind eine der wenigen privat geführten Agenturen in Europa, die international tätig sind. Ich bin seit elf Jahren bei Montfort Werbung, habe als Projektleiter für Messen und Events für Nord- und Südamerika angefangen und bin dann ins New-Business-­ Development gewechselt. Vor etwa sechs Jahren bot mir mein Chef an, die Montfort-Niederlassung in Shanghai aufzubauen. Wir arbeiteten davor mit asiatischen­ Partneragenturen zusammen, wollten dann aber etwas Eigenständiges aufziehen. HORIZONT: Wird man am Markt als neues ­Unternehmen rasch akzeptiert? Lorenz: Man muss sich hier anpassen. Dann hat man in China ein relativ ­einfaches Leben. Ich habe mir von ­Anfang an vorgenommen: „Bleib ruhig, irgendwie wird es schon funktionieren.“ Wenn man Dinge falsch macht, lernt man einfach dazu. Während es in Europa gang und gäbe ist, Fehler einzu-

Montfort Werbung Gegründet 1981 in Klaus in Vorarlberg, hat Montfort Werbung inzwischen ein Büro in Chicago, eines in Liechtenstein und eines in Shanghai. Der Fokus liegt am B2B-Marketing. Kunden sind unter anderem Gildemeister, Reinhausen, IGM und Kordsa Global. Montfort bietet Full-Service-Marketing, von Print, Online und ­Direct Mailings bis hin zum Geschäftsbericht. Auch Kreation, Eventmarketing, Media­planung zählen als Dienstleistungen. Monfort ist ein unabhängiges Agenturnetzwerk.

gestehen, ist die Angst, „das Gesicht zu verlieren“, hier ein Phänomen, an das ich mich erst gewöhnen musste. Zu mir kann ­jeder meiner Mitarbeiter mit ­seinen Problemen kommen, was in China sonst durchaus nicht Regelfall ist. Ich habe neun Mitarbeiter, daher ist es möglich, zu jedem ein persönliches Verhältnis aufzubauen. Wir akzeptieren­ lokale Traditionen. In China haben Nummern und Farben eine besondere Bedeutung. Die Zahl Acht bringt zum Beispiel Glück, weshalb die Olympischen Spielen am 8.8. um 08.08 Uhr ­eröffnet wurden. Die Zahl Vier wird hingegen als negativ angesehen. Bei uns in der Hausanlage gibt es keine Vier. Die Handynummern mit vielen Vierern sind günstiger zu bekommen. Oder: Die ­Nationalflagge darf nicht auf Drucksorten verwendet werden. Rote Headlines sind ein „No-go“, weil man diese von Regierungsmitteilungen kennt. Die junge Generation schenkt diesen traditionellen Codes aber weniger Beachtung. Sie wollen international sein in ihrem Denken und Handeln. HORIZONT: Was begeistert Sie an ­Ihrer Arbeit in diesem Kulturkreis? Lorenz: Man lernt in der asiatischen Kultur täglich immens viel dazu. Zum Beispiel bekommst du ein gutes Gefühl für Distanzen, unterschiedliche ­Mentalitäten und für Arbeitsweisen. Du bewegst dich mit dem Wachstum der Region, mit dieser rasanten ­Geschwindigkeit, die hier vonstatten geht. Kundenservice wird groß­ geschrieben. Ein Beispiel: Wir mussten für unser Headquarter in Europa über Nacht Drucksamples herstellen. Es gibt hier sehr viele Druckereien – die ­Konkurrenz ist groß, jeder will das ­Geschäft machen. Die Druckerei stellt also extra Leute ein, druckt über Nacht oder am Wochenende und ist so flexibler­ als bei uns in Europa. Man kann über Nacht fertige Drucksamples

Gastkommentar zur Expo in Shanghai

‚Wenn jemand eine Reise tut, …‘

bekommen, wenn man gute Beziehungen zu den Lieferanten aufbaut. Ein weiteres unserer Erfolgsrezepte: ­Gesetze werden von der Regierung oft geändert, aber wir werden regelmäßig darüber informiert und halten uns ­rigoros an die neuen Bestimmungen.

Oliver Lorenz, CEO Montfort Shanghai Advertising Co., Ltd.: „Eines unserer Erfolgs­rezepte: Wir halten uns rigoros an neue Gesetzesbestimmungen.“© Krautsack

HORIZONT No 38

Lorenz: Der klassische „Cold call“, ich rufe an und bemühe mich um einen Termin, funktioniert nicht. Man ­versucht eher, auf so viele NetworkEvents wie möglich zu gehen. Am ­Morgen ­danach sortiert man die ­Visitenkarten und fokussiert auf die wichtigsten zehn Kontakte. Unsere Kunden sind ­ausschließlich Europäer, da es sehr schwierig ist, an chinesische Firmen heranzukommen. In Shanghai werden Network-Events meist von ­Geschäftsführern lokaler europäischer Unternehmen besucht. Die Geschäftsführer der chinesischen Firmen ­kommen ­selten zu diesen Veranstaltungen, sie schicken Repräsentanten. Daher ist es relativ schwierig, die Entscheider zu erreichen. Hier läuft das Geschäft im Normalfall über ­Beziehungen. HORIZONT: Wie hat die Expo Shanghai verändert? Lorenz: Die Straßen wurden gesäubert, es gibt mehr Grünstreifen, zusätzliche Parks wurden angelegt, die Straßenschilder zweisprachig beschriftet. Als vor zwei Jahren die Expo-Promotion mit dem Slogan „Better City, Better Life“ ­begonnen hat, war ich skeptisch. Die Regierung hat ihr Programm aber durchgezogen, und es hat sich extrem viel getan. Vor kurzem hatten wir fünf ­U-Bahn-Linien, jetzt sind es 13. Es gibt auch vieles, was im Laufe der letzten Jahre verboten wurde, zum Beispiel auf die Straße zu spucken. Man hat ­während der Olympics in Peking ein generelles Hupverbot eingeführt. Weil viele Ausländer in der Stadt sind, wird versucht, das Image Chinas zu heben. Auch die Bankenregelung ist während der Expo gelockert worden. Seit sechs Monaten sind internationale Banktransfers deutlich einfacher durchführbar. Auch Montfort hat von der Expo profitiert: Wir produzierten Drucksorten für die Stadt Freiburg und ihre Partner.

In welche Gehirnrinde ich diese ­eindrucksvolle Reise ablege, überlegte ich auf meinem Rückflug nach Wien. Da unterbrach der Finnair-Captain mein Gedankenskript: „Zu Ihrer Rechten können Sie einen Lufthansa Airbus 380 beim Abheben beobachten.“ Da war es wieder, dieses stille Glücksgefühl vollkommener Begeisterung. Und ­hunderte Augenpaare sahen dem ­Riesenvogel zu, wie dieser nahezu in Zeitlupe gen Himmel abhob. Schon zieht mich die Erinnerung zurück auf die Straßen Shanghais, wo hinter jeder Straßenecke ein neues „Wow!“ meinen Trip prägte. Grund für meine Reise war der Besuch der Expo, von der ich mir, in ­Gedanken bei der Weltausstellung in Paris 1889, für die der Eiffelturm als ­temporäres Turmfachwerk gebaut wurde, interkreative Eindrücke aus dem Designbereich, der Architektur, Kunst und Technologie erhoffte. Am Ende des Aufenthalts, und noch immer auf der verzweifelten Suche nach der sehnsüchtig erwarteten Expo-Sensation, zog ich eine harte Bilanz, und die lautete schlicht: „Außen hui, innen pfui.“ Ich frage mich noch immer, welche ­wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Auswirkungen die teilweise spektakulär entworfenen Pavillons mit länderspezifischen Kultur-Highlights wie Musikkonzerten samt ArnoldSchwarzenegger-Besuch im ÖsterreichPavillon, dem Panorama-Sessellift, den sich die Schweiz ausdachte, und der F­lamenco-Darbietung der spanischen Delegation auf die teilnehmenden ­Staaten und das Gastgeberland China haben. Rechtfertigt dieser Event die ­Absiedelung der 18.000 Familien, die ­zuvor am Expo-Gelände gelebt hatten? Mein leises Expo-„Wow!“ verdanke ich der inspirierenden Darbietung ­Mexikos und Chiles, die sich zum Motto der Weltausstellung, „Better City, Better Life“, wirklich Eindrucksvolles überlegten. Unerwartet prasselten also eher jene „Wow!“-Momente auf mich ein, die ich auf den Straßen der Millionen­ metropole entdeckte. Bei der nächtlichen Fahrt durch Pudong, wo Shanghais brandneue architektonische ­Meisterwerke, inszeniert durch feuerwerkähnliches Lichtorchester, thronen, da vergisst du, zu atmen. Die Hauptverkehrsadern und stark frequentierten Einkaufsmeilen werden, wie bei uns nur zur Weihnachtszeit, in farbenfrohes und

Lighting Books von Airan Kang bei der Shanghai Contemporary 2010.

Gebäudeverhüllung, Louis-VuittonRetrospektive Paris 1867, Shanghai 2010. © Daniela Krautsack (3)

als abendliche Wegweiser fungierendes LED-Design in Regentropfen- und ­Gänseblümchenoptik getaucht. Skurril das nächste „Wow!“, weil das Licht jede Nacht um exakt 23.30 Uhr ausgeht. ­Allein der Besuch der Shanghai ­Contemporary Art Fair, der Kunstzonen M50 und Red Town und das Interview, das ich mit dem bedeutendsten Galeristen­ chinesischer Gegenwartskunst, ShangART-Gründer Lorenz Helbling, führen durfte, war die Reise in diese faszinierende Stadt wert. Oh, fast hätte ich das Ambient-Media„Wow!“ meiner Reise vergessen: Eine Louis-Vuitton-­Kofferinstallation, die ein ganzes ­G ebäude einkleidete. Als Baustellen­verhüllung getarnt, verbarg sich im ­Inneren eine Retrospektive der Marke zur Weltausstellungen 1867, als sich das Unternehmen erstmals global der Weltöffentlichkeit präsentierte. Wenn ich also während der Medientage in der Ambient-Media-Diskussionsrunde sitze, gilt es, das kostbare „Wow!“ zu ­verteidigen. Wer wagt es schon, ­an­zuzweifeln, dass eine Werbebotschaft begeistern kann? Daniela Krautsack, Cows in Jackets www.cowsinjackets.com

HORIZONT: Können Sie Shanghai als Arbeitsmittelpunkt empfehlen? Lorenz: Absolut! Ich empfehle es ­j edem, der eine Herausforderung sucht. Wenn man die Gelegenheit hat, nach Shanghai zu kommen, sollte man sie ergreifen. Chinesisch zu sprechen, ist ein Vorteil, aber kein Muss. Ich werde hier zwar nicht in Pension ­gehen, fühle mich aber wohl in dieser Stadt. Interview: Daniela Krautsack

LED-Lichtinstallation, die Nanjing Road in Shanghai entlang.

HORIZONT Impressum: Manstein Zeitschriftenverlagsges.m.b.H., Brunner Feldstraße 45, 2380 Perchtoldsdorf Internet: www.manstein.at Tel.: +43/1/866 48-0 Fax: +43/1/866 48-100 Gründer: Hans-Jörgen Manstein Geschäftsführerin: Mag. ­D agmar Lang, MBA Aufsichtsrat: Hans-Jörgen Manstein (Vorsitz), Klaus Kottmeier, Peter Ruß und Peter Kley Herausgeberin: Mag. Dagmar Lang, MBA (dl) Chef­r edakteur: Sebastian Loudon (sl, DW 601) Chefredakteur-Stellvertreter: Clemens Couden­ hove (cc, DW 612) Chef vom Dienst: ­R ainer Seebacher (rs, DW 613) Redaktion: Mag. Julia Eder (jed), Dkfm. Milan Frühbauer (üh), Andreas Hochmair (ah), Mara Leicht (ml), Lisa Mang (lm), Mag. Sarah Obernosterer (so, DW 229), Dipl.-BW Doris Raßhofer (dodo, DW 602), Mag. Birgit Schaller (bis, DW 628), ­Herwig Stindl (hs), Teresa Wiltsch (tw), ­Gudrun Wolfschluckner (gud, DW 609) Redaktionsassistenz: Brigitte Löffler (lö, DW 607) Ständige freie ­Mitar­beiter: Dr. ­Walter Braun (br) Anzeigenleitung: Martina Hofmann (DW 621) ­Anzeigenberatung: Sabine Vogt-Kraußler (DW 623), Martin Kaindel (DW 625) Anzeigen-­Sekretariat: Ariane Schlosser (DW 626), Carolin Daiker (DW 622) Vertrieb: Gertrude Mayer (DW 511) Lektorat: Lisa Mang, Rocco Prumer Grafisches Konzept: section.d/Albert Exergian Layout: Lisa Eigner Elektronische ­P ro­d uktion: ­D TP-Abteilung ­M anstein Verlag Anschrift: ­Verlagssitz, ­G eschäftsführung, Verwaltung ­R edaktion: Brunner Feldstraße  45, 2380 Perchtoldsdorf, Tel.: +43/1/866 48-0, Fax:  +43/1/866  48-600, E-Mail: ­h [email protected] Druck: ­U eberreuter Print GmbH, Industriestraße 1, 2100 Korneuburg ­E rscheinungsweise: wöchentlich, mindestens 46 Mal im Jahr Einzelpreis: € 2,50 Abo: € 85,– (exkl. MwSt.) ­Auslandsabo: € 135,– (exkl. MwSt.) Studentenermäßigung: 50 % Auflage: 14.400 Stück, DVR-Nr. GZ 02Z031577 W, Mediadaten auch unter www.horizont.at Abo-Hotline: +43/1/866 48-930, E-Mail: [email protected] Web: www.manstein.at

24. September 2010

International

Marketing · Werbung · Medien

Facebook macht vielen Online-Auftritten großer Brands gehörige Konkurrenz

Webseiten im Sinkflug Batavia Während Techniker in Facebook den zukünftigen Foursquare-Killer sehen, wurde die Social-Media-Plattform für Marketer zu etwas ganz anderem, nämlich zum idealen Relationship-Provider. Viele Fanseiten von großen Markenartiklern sind mittlerweile zu deren größter Web-Präsenz mutiert, jenseits der klassischen Online-Marken-Auftritte – sei es, weil die eigene Website verkümmert ist, oder weil mehr Konsumenten in Richtung Social Media pilgern. CocaCola zum Beispiel zählt 10,7 Millionen Facebook-Fans – und zählt damit zu den

Kurz und bündig Bertelsmann in Feierlaune Die letzten Jahre fielen Event-technisch aufgrund des Sparzwangs eher verhalten aus, zum 175-jährigen Jubiläum aber griff der Konzern in die Vollen: 600 Gäste inklusive Bundeskanzlerin und EU-Kommissionspräsident. Gleichzeitig wurde die Gründung einer Journalistenakademie mit 2011 bekannt gegeben. Zum Beirat gehören Giovanni di Lorenzo (Zeit) und Georg Mascolo (Der Spiegel).

Spots in HD Der RTL-Vermarkter IP Deutschland empfiehlt seinen Kunden, ab Oktober die Spots in HD anzuliefern, da das neue HD-Sendezentrum der Mediengruppe in Köln-Deutz nun die hochauflösende Ausstrahlung ermögliche. „Attraktivität und Qualität der beworbenen Produkte werden damit noch deutlicher“, wirbt IP. Selbstverständlich werden gängige Formate auch weiterhin angenommen.

Greenpeace-Attacke Die Umweltschutzorganisation hat es auf Mark Zuckerberg abgesehen – und seine Expansionspläne für sein neues kohlebetriebenes Datencenter. In einem YouTube-Video sowie auf der Greenpeace-Website wird unter dem Titel „The So Coal Network“ auf die „schmutzige Energiequelle“ aufmerksam gemacht, mit der Facebook seine derzeit über 60.000 Server mit Strom versorgt.

elf Brands, deren Fan-Pages inzwischen größer sind als die größten Geo-Location-Provider. Ihre Webseite hingegen zählt nur noch 242.000 Unique Visitors 40 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Auch die Besucher der Multibrand-Site von Kraft Foods’ Oreo – auf Facebook die Nummer drei mit 8,7 Millionen Fans – rutschte in einem Jahr von 1,2 Millionen auf 321.000. Warum das so ist, analysiert Advertising Age so: Viele Tags in TV- und Printwerbung leiten die Kunden heute nicht mehr auf die Website, sondern auf die Fanpage weiter. Doch es geht auch

anders, wie die Web-Präsenz von Starbucks zeigt. Mit seinen 12,7 Millionen Fans ist der Coffeeshop der derzeitige Champ bei den branded Facebook-Seiten – und dennoch hat Starbucks.com einen stetigen Web-Traffic in den letzten Jahren zu verzeichnen gehabt. Allerdings – so das Tracking-Unternehmen DBM/ Scans – habe die Seite auch substanziellen E-Commerce-Traffic. Dem TrafficDropoff ist laut DBM auch Walgreens entkommen: trotz ihrer 500.000 Facebook-Fans zählte die Seite im Juli 6,7 Millionen Zugriffe.  dodo

Erfolgsrezept ‚Hub and Spoke‘ Quisma wird internationales Agentur-Netzwerk München Die deutsche Agentur Quisma geht auf Expansionskurs. Neben den vorhandenen Standorten in München, Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt am Main sowie seit eineinhalb Jahren in Wien und Zürich stehen nun Polen und Tschechien sowie die Niederlande, Frankreich, Spanien und Italien auf dem Plan. Mit diesem Schritt soll Quisma innerhalb der GroupM zu einem eigenständigen Network aufgebaut werden. Der generelle Ansatz für dieses Netzwerk liegt dabei auf der „Hub and Spoke“-Idee. Dabei werden verschie-

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dene Services des Quisma-Portfolios nicht alle lokal angeboten, sondern jeweils zentral abgestimmt. Die direkt vor Ort angebotenen Dienste sind mit Display, Search und Affiliate-Marketing alle klar Performance-basiert, wobei die Konzentration auf Performance-Display-Advertising mit Schwerpunkt ReTargeting liegt. „Mit diesem Schritt trägt Quisma der immer größeren Bedeutung des Performance-Bereiches im Mediageschäft Rechnung. Als Gruppe sind wir damit für das digitale Marketing-Geschäft der Zukunft bestens gerüstet“, erklärt Agentur-CEO Ronald Paul, und Rupert Day, Global CEO der GroupM ergänzt: „Durch die Möglichkeit, unseren Kunden paneuropäische Komplett-Lösungen anzubieten, verschaffen wir uns einen echten Wettbewerbsvorteil.“ dodo

Zeigen Sie der Krise die Zähne. Lächeln Sie.

Sascha Lobos ‚Strohfeuer‘ Der Irokesen-Nerd der digitalen Boheme, Sascha Lobo, ist nun unter die Print-Autoren gegangen. Sein DebütRoman: „Strohfeuer“. Der Inhalt: eine Geschichte von Freundschaft und emotionalen Konstrukten vor dem Hintergrund der New Economy – und welche Menschen in solchen BubbleZeiten Erfolg haben und warum. Das Medium: Papier. Und in Kürze eine EPaper-Version.

Millward Brown wird Firefly Das Marktforschungsunternehmen Millward Brown hat den Bereich der qualitativen Marktforschung unter der neuen Marke Firefly subsumiert. Damit agieren unter der neuen Brand weltweit 40 Büros mit über 300 Marktforschern, darunter Millward Brown Qualitative Germany, Greenfield Consulting Group (Nordamerika), Sadek Wynberg Millward Brown (UK) sowie MFR (Frankreich).

Stimmungen sind ansteckend. Achten Sie darauf, welche Sie verbreiten. Eine Initiative von HORIZONT und der österreichischen Werbewirtschaft für den Weg aus der Krisenstimmung

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International

Marketing · Werbung · Medien

HORIZONT No 38

In Deutschland lässt der ‚Landlust‘-Boom ein eigenes Segment entstehen

Grün, grün, grün ist alles, was ich will München, Berlin, New York Unsere Nachbarn haben die Natur wieder­ entdeckt: Städter, erfolgreich, gestresst, ­digital. Sie sehnen sich nach der ­Einfachheit, der Ruhe des Landlebens. Und weil Medien ein Spiegel unserer Gesellschaft sind, lassen entsprechende Antworten auf dieses Bedürfnis nicht lange auf sich warten. Den Anfang machte eine Lifestyle-Publikation aus dem Agrarverlag: Landlust. Das Heft wurde 2005 gelauncht – und hat seitdem kontinuierliche Auflagensteigerungen von 50 Prozent und mehr, Krise hin,

Krise her. Laut den letzten IVW-Zahlen erreicht der Titel eine Auflage von 700.000 Stück. Einem solchen Erfolg hat sich die Konkurrenz schnell in den Windschatten gehängt. Mittlerweile gibt es über zehn Publikationen, die sich mit dem schönen Leben auf dem Land ­beschäftigen. Und alle Verleger sind ­zufrieden. Topflappen als Ausgleich Wie das? Überall herrscht brutaler Ver­ drängungsmarkt, und auf der Insel des seligen Landlebens tut sich plötzlich

g­ enug Nahrung für alle auf? Diese Ent­ wicklung unterscheide sich nicht von anderen Segmenten, meint Gong-­ Manager Claus-Dieter Grabner. „Hier ist einfach eine neue Gattung entstanden, in der einer angefangen hat und andere nachgezogen sind.“ Dass sich die Hefte ähneln, liege in der Natur der Sache, „wir müssen hier wegkommen von der Plagi­ atsdiskussion.“ Ja, sie hören sich alle recht gleich an: Landlust, Landleben, Liebes Land, Landidee, Mein schönes Land, … Und sie berichten alle über das Gleiche: den Traum vom beschaulichen

Landleben – mit Dahlien, Pilzen, Kürbis, Handwerk und Tradition. Dabei besteht die Leserschaft keineswegs aus ver­ klärten­ Selbstversorgern. In den Landlust-Media-Daten steht: Die Leser sind gut situiert, mit gehobenem ­Lebensstil und überdurchschnittlichem finanziel­ lem Spielraum: Die Frau Professor, die zum Ausgleich Topflappen häkelt. Oder, wie es Landlust-Chef­redakteurin Ute Frieling-Huchzermeyer beschreibt: „Vor allem Menschen über 30 Jahre, die voll im ­Berufsstress stehen und den ganzen Tag am Computer sitzen, sehnen sich

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Das Lifestyle-Magazin Landlust ­eröffnete ein neues Segment für ­Menschen, die Ausgleich zu ihrem stressigen Computeralltag suchen.

nach etwas Realem, das man mit den Händen anfassen kann.“ Convenience und Ökologie Grün hat Saison. Die Medien sind voll davon. Sei es Psychologie Heute, die von der Natur als neuer Religion schreibt, oder das Kreativmagazin Beef – es ­b eschreibt die Fortsetzung des Landtrends in den urbanen Szenen: Spießige Schrebergärten finden neue Hipness bei Kreativen. Wer hätte das ­gedacht? Urban Gardening nennt das Zukunftsforscher Matthias Horx. Die ­extremere Form davon nennt sich ­Guerilla-Gardening und findet immer mehr Anhänger: Menschen, die glauben­, es muss wieder mehr Grün in die Städte, stecken einfach irgendwo Blumenzwie­ beln in die Erde. Harry Gatterer vom Zukunftsinstitut weiß, warum alle so auf das Landleben abfahren: „Der Zuzug in die Städte hat zwar immer noch nicht aufgehört, aller­ dings möchte man gleichzeitig einen schnellen Zugriff aufs Land. Das Land muss möglichst einfach in das urbane Leben integrierbar sein. Convenience und Ökologie werden sich paaren.“ Wer sich‘s leisten kann, hat sowieso einen zweiten Wochenendwohnsitz am Land. So zieht es viele Kreative und ­Medienschaffende ins „Wendland“, ­eine der dünnstbesiedelten Gegenden Deutschlands zwischen Berlin und Hamburg. Und weil sie diese Gegend so schätzen, haben sich einige unter Initia­ tive des Promi-Wirts Christian Behning zusammengetan, um ein eigenes Maga­ zin ins Leben zu rufen: Landluft – das Wendland Magazin. Das Impressum liest sich wie das Who‘s who des deut­ schen Journalismus. Wie er sich diese Kapazunder leisten konnte? „Wir haben nach ­Bedürftig­keit bezahlt“, schmunzelt der Verleger. Der Duft einer Rose Wer aufmerksam durchs Leben geht, braucht dazu kein Land, wie US-WerbeIkone Alex Bogusky, alias Crispin Porter + Bogusky in seinem Blog schreibt. Er hat im Juli der Werbeszene den Rücken gekehrt. 46 Jahre habe er niemals inne­ gehalten, um den Duft einer Blume zu riechen. Immer war irgendetwas wichti­ ger. „Am Anfang dachte ich, man müsse mich für verrückt halten, als ich an der Blume am Straßenrand schnupperte. Ich ging zum nächsten Busch und roch daran – plötzlich fühlte ich mich, als sei ich auf Gold gestoßen. Ich war wirklich hier und im Augenblick und achtsam.“ Wer braucht da das Landleben? dodo

Die Turnier-Teams Alle Mannschaften – von ,Aber-sonst-sind-wir-super‘ bis zum Wunderteam. Seite 50 bis 54

Wer liegt auf welchem Rang? Die Endplatzierungen aller 45 Teilnehmer des HORIZONT Soccer Cup. Seite 54

Tag und Nacht Die Bilder des Spieltages und der ,dritten Halbzeit‘ im Soccer-Cup-Zelt. Seite 55 und 56

© E. Kessler

Soccer Cup 2010

HORIZONT

Fußballturnier der Kommunikationsbranche

Die Mannschaft des Pay-TV-Senders gewinnt unter dem Teamnamen ,Better TV‘ die XVII. Auflage des ­HORIZONT Soccer Cup: 3:1-Finalsieg gegen Fabian Design/E-Control – Laola1.at holt Platz drei

Sky im Fußball-Himmel

„Akrobat – schööön!“ Doch alle technischen Gustostückerln halfen Fabian Design/E-Control im Finale des HORIZONT Soccer Cup nichts gegen ein ­organisiertes Sky-Team. © E. Kessler

Gut, besser, Sky: Die Fußballfachleute heimsten unter dem Teamnamen „Better TV“ bei der XVII. Auflage des HORIZONT Soccer Cup am Samstag, 18. September, auf den Trainingsplätzen des Ernst Happel-Stadions die Siegertrophäe ein. Das Team des Pay-TVSenders ließ im Finale des ­Fußball-Kleinfeldturniers für die ­gesamte Kommunikationsbranche der Spielgemeinschaft Fabian Design/­EControl mit 3:1 (Halbzeit: 2:0) keine Chance. Das Endspiel (dauerte zwei Mal kräfteraubende acht Minuten) begann wie so oft mit einem vorsichtigen Abtasten. Immerhin war es für beide Mannschaften auch bereits das achte Match des Tages. Mitte der ­ersten Halbzeit begann dann Sky, das Tor des Gegners zu belagern. Doch der ­Abwehrriegel hielt zunächst, dank des teils großartig paradierenden Tormanns von Fabian Design/E-Control,

stand. Doch dann fielen trotzdem die Tore zum 1:0 und 2:0, und alles schien bereits gelaufen. Wie aus dem Nichts erfolgte dann zu Beginn der zweiten Halbzeit der ­A nschlusstreffer für ­Fabian Design/E-Con­trol. Bereits kurz danach stellte Sky aber wieder den ­alten Zwei-Tore-Vorsprung her und brachte den Sieg anschließend ­sicher über die Distanz. „Better TV“ verließ damit das Fußballfest mit 45 Teams mit einer ­blütenreinen Weste – alle acht Partien des Turniers konnten gewonnen werden­. Die Himmelsstürmer von Sky schafften mit einem 3:0 über Lobster (Achtelfinale), einem 6:1 über Post United (Viertelfinale) und einem 2:0 im Semifinale über das starke Laola1. at­ den Einzug ins Endspiel. Der Turniersieger stellte letztendlich auch den Torschützenkönig: Arthur Seibel netzte gezählte 17 Mal ein. Das Überraschungsteam Fabian

Design/E-Control (2009: neunter Platz) ­eliminierte in der K.o.-Phase des ­HORIZONT Soccer Cup zuerst die Spielgemeinschaft Unique IP mit 3:1, dann FH Wien mit 3:2 und in der Vorschlussrunde Draftfcb mit 4:1. Platz drei ging an die Equipe von Laola1.at, die im Elferschießen um Platz drei Gegner Draftfcb mit 3:1 ­bezwang. Draftfcb (im Vorjahr 22.) war ein weiteres Überraschungsteam des Turniers und schaltete auf dem Weg ins Halbfinale Canon United (2:0) und Independiente News.at (3:2 nach ­Penaltyschießen) aus. Und der Titelverteidiger, Tipp3? Der beendete den HORIZONT ­Soccer Cup 2010 nur auf dem 27. Rang. Und weil gerade von Überraschungen die Schreibe ist: Das Team von Atletico HORIZONT, also quasi der Gastgeber, beendete das Turnier auf Rang neun – dem besten Ergebnis, seit sich die ­Akteure erinnern können. wh

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Soccer Cup

1.

Alle Teams des HORIZONT Soccer Cup 2010

2.

HORIZONT No 38

3.

Better TV: Kai Mitterlechner (Kapitän), Martin Tauber, Wolfgang Hofer, Alexander Winheim, Walter Fink, Martin Konrad, Roland Streinz, Arthur Seibel, Philipp Paternina, Phillip ­Lautischer, Philipp Kalny, Reinhard Schulz (Legionär)

Fabian Design/E-Control: Kurt Fabian (Kapitän), Robert Racic, Köszegi Anton (Legionär), Michael Asboth, Andreas Paternoster, Walter Golob, Thomas Gludovatz, Lorenz Lehner, ­Bettina Ometzberger, Reinhard Zahradnik, Christian Knauder, Markus Strohschneider

Laola1.at: Philipp Appelt (Kapitän), Eva ­Weber, Nora Durstberger, Nikolaus Beier, Marko Csitkovics, Dominik Durben, Benedikt Eder, Rainer Geier, Dejan Gizesan, Maximilian Jägle, Alexander Karper, Adam Kogler, Markus Mayr, Gerhard Moldaschl, Sebastian Rauch, David Schartner, Martin Schiner, Manfred Sponseiler, Andreas Stocker, Nikolaus Strecha, Andrew Swann, Nico Wieseneder, Alexander Zlatnik, Peter Stöger

Atletico HORIZONT: Martin Kaindel (Kapitän), Lukas Steiner, Georg ­Vorstandlechner, Lukas ­Wögenstein, Michael Kerry, Paul Pischinger, Michael Schachinger, Johannes Handler, ­Thomas Schön, Stefan Handlfinger, Robert Fichtl, Ali Gilani

Austria.com/plus & Radio Arabella (medienhaus.com): Stephan Kreissler (Kapitän), Andre Eckert, Martin Ucik, Hannes Steger, Michael Sattler, Alexander Schuster, Ralph Wald­ hauser, Lukas Kosch, Christian Deltl, Roman Gerner, Christian Rupp, Philipp Maschl

bwin MarCom: Filip Nyström (Kapitän), Nicholas­Owen, Markus Friebis, Dominik ­Gocumyan, Christian Sova, Branislav Mucina, Benedikt Zombori, Stefan Radon, Gwenael Kervella, Gerwalt Leitner, Miguel Mateo

Canon United: Andreas Baumann (Kapitän), Gerald Eder, Martin Kurija, Markus Paschek, Patrick Kormesser, Martin Handlos, Luong Hong-Hai, Werner Fridrich, Christian Ruzsa, Andreas Beck

Demner, Merlicek & Bergmann: Markus Dam­ melhart (Kapitän), Gerhard Berger (Legionär), Stefan Borchert, Felix Broscheit, Christian Ertl, Mario Goldsteiner, Jan Gorfer, Florian ­Jakits, Stefan Kopinits, Jürgen Madl, Tobias Mattner, ­Johannes Maurer-Stroh, Lukas Merl, Josef ­Obermoser, Stefan Öhner, Rene Pichler, Claudia Strauß, Alistair Thomspon, Albert Waaijenberg, Christopher Walser, Andreas Wochenalt

Die (Filme)Spielmacher: Daniel Hörting (Kapitän), Max Wilhelm, Christoph Wawra, Harald Gruber, Thomas Pelzelmayer, Stefan Pfundner, Alexander Reindl, Josef Spurny, Marco Pichler, Phillip Kiefhaber

Draftfcb: Florian Zelmanovics-Perl (Kapitän), Bernd Fliesser, Sebastian Maier, Daniel Senitsch­nig, Michael Mesaric, Philipp Krause, Alexander Magyar, Christoph Trenner, Marcus Wecht, Alexander Halbauer, Claudio Aust

EHF: Peter Hofer (Kapitän), Helmut, Vlado Rancik, Yannick Maresch, Mario Kovacic, ­Michael Wiederer, Ulrich Gutweniger, Claudia Brantl, Hannes Müller, Adrienne Öri, Markus Glaser, Balazs Nemcsik, Christian Hein, ­Marcos Bestilleiro, Christoph Gamper, Ines ­Capek, Alexander Seiwald

FC Heiligenstadt (ORF.at): Gerald Heidegger (Kapitän), Oliver Mück (Tormann), Dalibor Manjic, Christian Wagner, David Barudzija, Bernd Neugebauer, Christian Öser, Harald Hofstetter, Valentin Simettinger, Patrick Wally, Stefan Lauterer, Philipp Naderer, Gustav Gschossmann, Thomas Unger, Stefan ­Hofbauer, Andreas Hammer, Robert Czepel, Wolfgang Rieder, Mario Wally

FHWien: Christoph Klaritsch (Kapitän), ­Christopher Omloo, Christoph Auer, Daniel Horak, Sascha Trefelik, Richard Pasterniak, Christian Tang, Ismael Pum, Simeon Schmoigl, Helmut Frana, Thomas Zotlöterer, Daniel ­Keltscha, Thomas Roden, Patrick Batka

IAA Young Professionals: Andreas Musill (Kapitän)­, Christian Wenzl, Geo Völkl, Florian Frauendorfer, Sascha Besuch, Alexander ­Musill, Stefan Kubina, Stefan Leirer, Patrick ­Zubek, Robin Lockauer, Rita-Maria Spielvogel, Nina Roiss, Markus Seiwald, Petra GoetzFrisch, Ruth Heinisch, Natalie Lang, Tanja ­Walter, Elena Traindl, Marion Walter, Birgit ­Hofer, Markus Maierhofer, Martin Benik

Independiente News.at: Florian Janousek ­(Kapitän), Jakob Mayer, Christian List, Michael Bertalan, Marcus Haider, Thomas Hammerschmied, Gernot Ebner, Martin Rieder, Peter Zwickl, Philip Dulle, Jörg Tschürtz, Stefan Meisterle, Kim Son Hoang, Jakob Sonnleithner, Gerold Idinger

Eisern Meidling (Jung von Matt): Stefan Mayer (Kapitän), Jörg Günther, Jonathan Schröder, Patrick Hilz, Patrik Sünwoldt, Christian ­Suntinger, Fedja Burmeister, Thomas Schwarz, Bernd Wilfinger (Ex-JvM Legionär), Christian Hummer-Koppendorfer, Nicolas Semerciyan, Thomas Niederdorfer, Florian Drechsler

Gewista: Andreas Krammer (Kapitän), Philipp Hengl, Darko Nikolic, Thomas Stockinger, Rene Riegler, Nazim Savtur, Kurt Sonnleitner, Roman Boisits, Adi Kahr, David Sonnleitner, Andreas Mayer, Andre Staar

Kick it like Epamedia & SCS Friends: Christian Raithmayer (Kapitän), Anton Cech, Thomas Waller, Sascha Divsalar, Claus Tiefenbacher, Gerald Schlesinger, Robert Schwab, Franz ­Berger, Markus Sturm, Alois Dötzl, Heinz Kienzl, Erol Cetin, Martin Ross

Herold Gunners: Zeljko Cosic (Kapitän), Mark Wondra, Franz Görz, Niki Ulrich, Daniela ­Rudolf, Daniela Neuhuber, Alexander Wascher, Georg Koch, Michael Schwinghammer, ­Stephan Mitterer, Michael Lagan, Christoph Mischer, Michael Radda, Walter Pollek (Gastspieler)

Aber-sonst-sind-wir-super (Kronen Zeitung): Heinz Herrmann (Kapitän), Florian Hofbauer, Wolfgang König, Wolfgang Wachernig, Andreas Hiesleitner, Norbert Tuchny, Karl Grammer, Peter Lichtenberger, Oliver Papacek, Gerhard Lahofer, Alexander Römer, Ralf Schalkham­ mer,­Stephan Raming

Soccer Cup

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24. September 2010

Alle Teams des HORIZONT Soccer Cup 2010

Lobster: Herbert Rohrmair-Lewis (Kapitän), Christian Pfeifer, Josef Kandlhofer, Stephan Weickenmaier, Niko Karner, Michael Fendryc, Helmut Martin, Peter Krenn, Nikolaus Reitz, Christoph Seibel, Christoph Baumhackl, ­Markus Rothbauer, Gerold Müller, Christian Pilz, Dinis Afonso, Jeremy Peter

Merkur/ Lowe GGK: Bernd Weninger (Kapitän), Uli Sohlmann, Marko Petrovic, Philipp Heim, Martin Filzmair, Stefan Schwartz, ­Andreas Purin, Christoph Zach, Roland Fleck, Thomas Cantussi, Rudi Kobza, Marco ­Kalchbrenner, Michael Heine

Lunaqua Lunatics (Red Bulletin): Michi ­Reichelt (Kapitän), Tobias Bauer, Achim ­Bieniek, Jan Cremer, Hans Fleissner, Nenad Isailovic, ­Andreas Kornhofer, Markus Kucera, Arek ­Piatek, Holger Potye, Christoph Rietner, Andreas Rottenschlager, Thomas Safranek, Dominik Uhl

Ogilvy Red Devils: René Wegscheider (Kapitän), Johannes Prüller, Gernot Brandstätter, Michael Gschwandtner, Christian Ahammer, Andreas Möslinger, Matthias Sulzberger, Georg Zalubil, Verena Valda, Christian Blauensteiner, Christoph Reicher, Peter Braun, Stefan ­Stockinger

ORF Enterprise: Sabine Kamaryt (Kapitän), Andreas Ebner, Mattias Geyer, Michi Haberzettl,­Christian Kamaryt, Ralph Kornek, Philipp Limbach, Hans-Jürgen Mild, Rudi ­Niederreiter, Florian Nirschl, Andi Resch, ­Moritz Rohtmayer, Daniel Teissl, Andi ­Weissenberger, Rudi Weissenberger

Österreich: Sami Abu Taleb (Kapitän), Peter Bartolovits, Wilhelm Helle, Thomas Mischu, Wun Wei Trauner, Patrick Semrau, Tormis ­Recep, Werner Klug, Christian Schilling, Georg Grawatsch, Dominik Lehmann, Niki Fellner, Paul Khittl, Thomas Zeidler, Markus Formann, Nino Schenz, Benjamin Pfeifer, Peter ­Gutmayer, Bahadir Arslan

Pico: Michael Burgstaller (Kapitän), Michael Maurer, Alexander Maurer, Florian Zeiler, Klaus Distelmaier, Martin Huber, Tobias Konec, Marco Rom, Riccardo Raunegger

Pjure: Wolfgang Kindermann (Kapitän), ­Helmut Kosa, Thomas May, David Gepperth, Richard Ördög, Helmut Pfeiffer, Wolfgang ­Benesch, Lena Blaschek, Michael Ehrenberger, Harald Ehrenberger, Bernhard Kupferschmid, Alexander Gänsdorfer

Post United: Heinz Schiller (Kapitän), Michael Wieseneder, Paul Huber, Martin Selenko, Franz Baldt, Josef Hofweirer, Torsten Marx, ­Peter Bergsmann, Thomas Obojkovits, ­Christian Ebert, Johannes Kocagöz, Simon ­Kizil, Sezgin Ödek

Puls 4 Quotenschlampen: Andreas Wurzer ­(Kapitän), Nicola Neuer, Katharina Urbanek, Simone Sperrer, Sebastian Wedl, Philipp ­Tirmann, Miguel Klein, Christoph Nejez, ­Marian Kocsan, Gregor Sellner, Jimmy ­Urbanczyk, Roman Sandmaier, Marco Glöckl, Andi Seidl, Chris Stephan, Julian ­Kurzwernhart, Philipp Beuchert

Pxballett: Markus Hoefinger (Kapitän), Julian Herdlicka, Markus Schneebeck, Jürgen Hohensinn,­Harry Redmann, Michael ­Swoboda, Christoph Schram, Tomi Saric, ­Raphael Kieslinger, Ramin Yazdanpanah

Reklamesportclub Steiermark (Hartinger ­Consulting): Robert Merc (Kapitän), Jürgen Silli, Wolfgang Nussmüller, Thomas Hinteregger,­Oliver Pelzl, Tali Tormoche, Horst Schalk, Konrad Prettner, Christoph Pelzl, ­Stefan Radlgruber, Karl Fuchs, Wolfgang ­Kühnelt, Frank Wonisch, Martin Steiner

Run DMC: Rene Detter (Kapitän), Christian ­Foraita, Christian Wolf, Ewald Pichler, Karl Schwaier, Florian Gruber, Volker Eckl, ­Bernhard Orsolits, Charly Decker, Florian ­Konas, Attila Katona, Tom Gürtelbaue, Joe ­Duebel, Benedikt Heiss, Mario Paunzen, ­Norbert Kathriner, Laurin Duebell, David Krikler

seso style fighters: Martin Rammel (Kapitän), Herbert Schmidt , Markus Hofstädter, Georg Gradwohl, Andreas Zachbauer, Klaus ­Lüdemann, Christian Seinfeld, Lucas Wimmer, Wolfgang Födisch, Raffaele Vas, Gernot Böhm, Felix Heinrich, Gerald Bogensperger, Jürgen Hofer

Springer & Jacoby Weltauswahl: Hans-Peter Feichtner (Kapitän), Ralf Kober, Klaus Ketterle, Jakob Würzl, Simon Schwaighofer, Radomir Konjikovac, József Tokaji, Péter Bazsonyi, Csaba Szücs, Gábor Rókusfalvy, Pál Rókusfalvy,­Sándor Bácsi, Gábor Forgács

Styrian Strikers: Markus Wagner (Kapitän), Paul Ranefeld, Oliver Olbrich, Pawel Sledz, Ronald Tomandl, Matthias Schneider, Erik Horvath, Arang Rezayati, Peter Schiffer, ­Markus Fallenböck, Markus Neubauer, Tanja Lassnig, Tahsin Oezen, Robert Holzhacker (Gastspieler), Ortwin Neumayer

tipp3: Nikolaus Mersits (Kapitän), Helmut Stix, Josef Lucic, Frank Hoffmann, Emmerich ­Haneder, Andreas Schlitz, Gerhard Kasper, Klaus Mörtenhuber, Markus Stefan, Georg ­Weber, Norbert Stubits, Thomas Goldmann

Unicomdirect: Gerhard Lechner (Kapitän), ­Gerald Zechner, Robert Sam, Hannes ­Stattmann, Stefan Grundnig, Werner Edlinger, Robert Holzfeind, Fritz Widmann, Josef Reihs, Michael Binder

Unique IP: Gerhard Riedler (Kapitän), Thomas Appl, Christian Vogl, Jürgen Colombini, ­Florian Skala, Oliver Blecha, Thomas Riedler, Mark Steindl, Mario Springnagel, Robert ­Kolles, Erich Spitzer, Bernhard Wieser, ­Manfred Hellar © E. Kessler (alle)

MediaCom United: Stefan Blickling (Kapitän), Jens Lederle, Simon Streif, Sebastian Gaber, Bernhard Hofbaur, Per Harwanegg, Martin Raffeiner, Izabella Dylewska, Alexander Grafl, Lukas Hetzendorfer, Florian Meisel, Gregor Lohner, Herbert Stickelberger, Christoph Seidl, Bernhard Redl, Stephanie Gschwandtner, ­Herbert Stickelberger, Dominik Lapka, Radoje Mijic, Robert Geir

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Soccer Cup

Uniscreen Dreamteam (cycamp/Uniwerbung): Markus Müller (Kapitän), Philipp Heinkel, Matthias Fanschek, Stefan Ponsch, Max Heske, Max Schmidt, Leo Schwärz, Sebastian Kienberger, David Pötschner, Karol Nuhn, Tomas Zsifkovits, Philippe Lappiere, Stefan Withalm, Wolfgang Kowatsch, Helmuth Künzelsau.

45.

Alle Teams des HORIZONT Soccer Cup 2010/Endergebnis/Dritte Halbzeit

Wahrheit – die Wahrheit liegt auf dem Rasen: Stefan Pagitz (Kapitän), Daniel Kleinmann, Christian Koren, Erwin Slavik, Andreas Patton, Alexander Bogner, Ozo Marcovic, Reini Horvath, Max Pruckner, Mani Hausler.

Werbe Akademie: Dave Balzer (Kapitän), ­Raoul Haslauer, Marin Zumbulev, Roman Miklis, Thomas Candussi, Boris Zrost, Markus Hollo, Andreas Münster, Harald Pfingstl, Ralf Steindl, Stefan Mathes, Michael Silberschneider, Desire Rimacek, Timna Schöller, Sophie Tschannett, Robert Zirkler, Sasa Milenkovic.

HORIZONT No 38

Wunderteam: Lukas Kraetschmer (Kapitän), Lion Bohm, Mark Burrett, Bruno Fenzl, Christopher Grill, Gerd Haselsteiner, Jan Heinrich, Thomas Jelinek, Wolfgang Jungmayer, Sebastian Thiele, Nick Wormus, Patrick Zaunfuchs.

HORIZONT Soccer Cup 2010: Das Endergebnis Die Platzierungen aller 45 am Branchen-Fußballturnier teilnehmenden Teams

RMA – Regionalmedien Austria: Erik Hacker (Kapitän), Andreas Jentsch, Istvan Steffel, Arnold Freissling, Herbert Anger, Wolfgang Baumgartner, Kurt Huber, Thomas Netopilik, Alexander Schöpf, Armin Kogler, Thomas Woratschek, Sebastian Baryli, Tom Klinger

1 Better TV (Sky) 2 Fabian Design/E-Control 3 Laola1.at 4 Draftfcb 5 Independiente News.at 6 FHWien 7 Die Film(Spiel)macher 8 Post United 9 Atletico Horizont 10 Uniscreen Dreamteam 11 Mediacom United 12 Canon United 13 Unique IP 14 Pico 15 Lobster

16 Puls 4 Quotenschlampen 17 Lunaqua Lunatics 18 bwin MarCom 19 Reklamesportclub Steiermark (Hartinger) 20 Werbe Akademie 21 Pjure 22 Springer & Jacoby Weltauswahl 23 Wunderteam 24 Herold Gunners 25 Eisern Meidling 26 ORF-Enterprise 27 Tipp3 28 Austria.com/plus & Radio Arabella 29 Merkur/Lowe GGK 30 Wahrheit – die Wahrheit liegt auf dem Rasen

31 Österreich 32 Unicomdirect 33 FC Heiligenstadt (ORF.at) 34 Kick it like Epamedia & SCS friends 35 Gewista 36 Demner, Merlicek & Bergmann 37 Styrian Strikers 38 Run DMC 39 EHF 40 IAA Young Professionals 41 Ogilvy Red Devils 42 Aber sonst sind wir super (Kronen Zeitung) 43 Seso Style Fighters 44 PXBallett 45 Regionalmedien Austria

Die Übergabe der Siegertrophäen sowie die Party am Abend: Die Kommunikationsbranche wusste das Fußballfest zu zelebrieren – Auf den kommenden zweieinhalb Seiten finden Sie die besten Bilder der Siegerehrung, die rassigsten Spielszenen sowie Aktivitäten von Sponsoren

HORIZONT Soccer Cup: ‚We are the Champions‘

So sehen die Sieger aus: Die Sky-Jungs alias „Better TV“ triumphierten beim diesjährigen HORIZONT Soccer Cup. Die legendäre „Haut“, der Wanderpokal des Soccer Cup, steht nun für ein Jahr bei Sky.

Laola1.at sicherte sich im Penaltyschießen gegen Draftfcb den dritten Platz. Die Freude darüber war aber dennoch groß.

© E. Kessler (alle)

Das Team von Fabian Design/E-Control fand nur in „Better TV“ seinen Meister – auch beim Feiern zeigte der Finalteilnehmer eine gute Kondition.

Der Siegerpreis für die Müh’ und Plag’: Ein Pokal von Stiegl, die Fachgruppen- und Wandertrophäe, 25 CDs von Superfly und 25 Ötscher-Tagesskipässe.

Arthur Seibel vom Turniersieger Sky holte mit 17 Treffern auch die Schützenkrone.

24. September 2010

XVII. HORIZONT Soccer Cup 2010/Spielszenen/Sponsoren

Soccer Cup

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Bilder eines Spieltages: 45 mit Begeisterung kickende Teams machten den HORIZONT Soccer Cup mehr als zu einem Fußballturnier – nämlich zu einem Familienfest für die gesamte Kommunikationsbranche

Sieger, Freude, Muskelkater

The winner takes it all: Verlierer gab’s beim HORIZONT Soccer Cup aber keine. Schlussendlich hatte ‚Better TV‘ alias Sky die Nase vorne – und das ziemlich souverän: Alle Partien gewonnen!

Volle Power: Für die Finalisten Fabian Design/ E-Control und ‚Better TV‘ (weiß) war es bereits das achte Match des Turniertages.

The Supporters machten mit einem Gefährt aus Prä-Elektro-Zeiten auf ihre Dienstleistungen aufmerksam.

Wild umstritten: Die Fußball-Fachleute von Sky ließen auch im Endspiel nichts ­anbrennen und gewannen ungefährdet.

Die Freude des Tormanns beim Elfmeter: Laola1.at setzte sich im Penaltyschießen um Platz drei gegen Draftfcb mit 3:1 durch.

Der HORIZONT Soccer Cup ist auch ein Familienfest: Herbert Rohrmair-Lewis mit Töchterl Emma.

Die Cheerleaders von Independiente News.at feuerten ihre Mannschaft gehörig an und ­trieben ihre Jungs bis ins Viertelfinale.

Der Wettergott hatte auch diesmal mit den ­Turnierorganisatoren ein Einsehen und schickte bestes Fußballwetter.

Volle Hütte: Hunger und Durst mussten die 45 teilnehmenden Mannschaften des HORIZONT Soccer Cup 2010 …

… nicht leiden – samt deren Fans und Familien. Viele nutzten die Veranstaltung für ein Pläuschchen unter Kollegen abseits des Alltags.

www.horizontsoccercup.at vom Sportportal­ betreiber Laola1.at war auch heuer Gefäß der Vorfreude und Turnier-Nachberichterstattung.

Bandenzauber: Ein Hoch den zahlreichen Sponsoren, die auch den diesjährigen HORIZONT Soccer Cup überhaupt erst möglich gemacht haben und die am Spielfeldrand unübersehbar waren.

© E. Kessler (alle)

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Soccer Cup

XVII. HORIZONT Soccer Cup 2010/Der Abend/Sponsoren

HORIZONT No 38

Auch die XVII. Auflage des HORIZONT Soccer Cup hatte ein kräftiges Nachspiel – Die Kommunikationsbranche feierte im Soccer-Cup-Zelt die großen Siege, kleinen Hoppalas und einen Tag ohne gröbere Verletzungen

Nachspielzeit und Verlängerung

Martina Hofmann, Anzeigenchefin HORIZONT und BESTSELLER, und Moderator Andy Marek lauschten der Talentprobe von Marek junior.

Dagmar Lang, Geschäftsführerin Manstein Verlag, Martina Hofmann und Turnierorganisator ‚Pico‘ Burgstaller bei der Siegerehrung.

Auch Andreas Holzinger, Geschäftsführer ­Ötscher Lifte, war samt dem Ötscher-Bären bei der Trophäenübergabe auf der Bühne dabei.

Dagmar Lang, Manstein Verlag, und Moderator Andy ‚DANKE‘ Marek fuhren einen gelben Post-Roller Probe.

Das Buffet leistete den ganzen Turniertag (über-)lebensnotwendige Unterstützung mit Speis’ und Trank – vielen Dank dafür.

Es muss ein Stiegl sein: Der Salzburger Gerstensaft war vielen sowohl Labsal als auch Seelentröster nach Niederlagen.

Das Gastro-Team von Casa del Vino sorgte beim diesjährigen HORIZONT Soccer Cup für das leibliche Wohl.

Verlängerung im Soccer-Cup-Zelt: So mancher Spielzug wurde am ‚Wuzler‘ von Laola1.at nachgestellt.

Hoffer gegen Hoffenheim 2:2: Dank der SkyÜbertragung lief die deutsche Fußball-Bundesliga live im Wiener Prater.

Die bunte Slot-Autorennbahn weckte das Kind in so manchem Manne und entwickelte sich zu einem der Renner des Tages.

Durst wird erst durch Bier so richtig schön: Das Lieblingsgetränk der Kicker war fraglos das kühle Blonde.

Farbtupfer im Soccer-Cup-Zelt: Die Cheer­ leader von Independiente News.at heizten auch am Abend die Stimmung an.

Die Ultras von den Ogilvy Red Devils brachen eine Lanze für die Pyrotechnik. Innenministerin Maria Fekter schaut gewiss darüber hinweg.

Die dritte Halbzeit am Buffet: Dank der guten Bewirtung war für alle bis zum bitteren Ende genug vorhanden.

Echte Kumpel: Beim HORIZONT Soccer Cup wurden auch alte Freundschaften aufgefrischt und neue geknüpft.

‚Priscilla‘ beim Happelstadion: Das war der schrille Ausklang eines rundum gelungenen Fußballtages. © E. Kessler (alle)

Marktverhältnisse Die Top-Werber, die TopSendeformate, die Marktanteile – alles bewegt sich. Seite 58

HORIZONT

Seherbewegung Die Bouquetanbieter UPC und aon.tv stocken die Auswahl weiter auf. Seite 59

Zeitungen & Supplements Der größte Promoter fürs Fernsehen ist – das TVProgramm im Print. Seite 60 + 61

Die Sender im Netz Fernsehen ist Bewegtbild im Netz – Sendermarken und ihre Auftritte. Seite 62 + 63

Das Gesetz Mit 1. Oktober gelten be­ sonders für den ORF neue legistische Bedingungen. Seite 64

MÄRKTE & MEDIEN TV-Markt

Auch das neue Mediengesetz wird an der „dualen Schieflage“ in Österreich nur ­bedingt etwas ändern – wo Politik und Lobbies versagen, entscheidet das Publikum

Gegen Dagobert Duck gewinnen ist schwer e­ xplosionsartig entwickelte. Zweifellos eine der vielen Erfahrungen, die Bacher nach wie vor zu einer einzig­ artigen, erratischen Figur im österreichischen TV-Business machen. Denn das ist, betrachtet man unsere Welt, also die Seite der Gebührenzahler, eine Suppe, in der immer dieselben ­Anschaffer, vulgo „Medienpolitiker“, mit immer demselben Personal ­denselben Brei neu aufkochen. Zu ­Lasten und auf Kosten des ORF. Zu ­Lasten und auf Kosten der Gebührenzahler, die mittlerweile rund 60 ­Prozent der Küniglberg-Show mit angeschlossenen neun Bundesländer-Filialen ­finanzieren (müssen, wollen sie keinen Rechtsbruch begehen) – und ­immer öfter einen anderen Knopf als die Plätze eins und zwei ihrer Fern­ bedienung drücken.

Sendermarken mit österreichischem Programm und österreichischer Werbung für Österreich, proportional ­angenommen zu ihren Marktanteilen: Die Privaten wachsen, aber wachsen sie schnell genug? © Susanne Güttler/Fotolia

Häutungen sind etwas Schmerzhaftes, und so sehr die privaten TV-Veranstalter positive Wachstumsbilanzen ­verzeichnen können: Irgendwie ist der Wurm drin im österreichischen Fernsehmarkt. Die seit Jahr und Tag von Werbetreibenden besprochene und von der privaten Konkurrenz bis zum Verwaltungs- und Verfassungs­ gerichtshof auch rechtlich verfolgte Schräglage lautet: Österreich gibt dem ORF alles – und den privaten Mitbewerbern wenig bis gar nichts.

Medienpolitik ist Besitzstand­ wahrung, Einflussnahme und Präsenzsicherung, bis in die Personalpolitik ­einer der – zugegeben – attraktivsten Spielwiesen des Landes. Gerd Bacher, der erst dieser Tage in einem vielbeachteten Standard-Interview seinem Groll über alles und jeden Luft machte, prägte einst den Begriff der „größten Orgel des Landes“ zum ORF. „Groß“ mag über zehn Jahre nach ­Bachers letzter Funktionsperiode nur mehr relativ erscheinen (zum Glanz

seiner Zeit), aber der Mann brachte auch in seiner letzten Periode vor dem mittlerweile zum Heilsbringer hoch­ stilisierten Gerhard Zeiler einen neuen Begriff ins Spiel: Er gab die Parole aus, den ORF zum „Marktführer“ machen zu wollen. Da hatte Bacher einige Wahlkämpfe als Berater in Deutschland während seines „Time-outs“ ­hinter sich und konnte erleben, wie sich in den Achtziger- und ausgehenden Neunzigerjahren der deutsche TVMarkt jenseits von ARD und ZDF

Nächste Runde – neues Spiel Wer den „österreichischen“ TV-Markt betrachtet, muss leider konzedieren: Ja, den 4.000 (und mehr) „Head-Equivalents“ der Stiftung ORF stehen rund 1.000 bis 1.500 Mitarbeiter der nationalen, regionalen und lokalen TV-­ Anbieter gegenüber. Und ja, da ist ­neben Hochprofessionellem, absolut Wettbewerbsfähigem wie „Bauer sucht Frau“ oder dem Konzept von Puls 4 – und dem Experiment ServusTV – auch viel Handgestricktes dabei. Aber es ist da, und es wächst – an Zuschauern, an Marktanteilen und der wichtigsten Währung, den Werbeeinnahmen. Zeit hätte die Politik ja reichlich, eine neue Konzeption für den nächsten Anlauf nach dem 1. Oktober 2010 zu entwerfen. hs

Glosse

Alles immer bunter Am kommenden 29. September lädt die AGTT Arbeitsgemeinschaft Teletest zum nunmehr dritten Mal zum „Fernseh­ forum“ in die Ovalhalle im Wiener Museums­quartier. Die ersten beiden Veranstaltungen der jungen AGTT waren geprägt von technischen und methodischen Überlegungen und Diskussionen – und eine selbst bei Experten gewisse Rat­losigkeit, wie der sich exzessiv verändernden Fernsehnutzung marktforscherisch jenseits des Haushaltspanels Teletest am besten gefolgt werden kann. Im dritten Jahr haben die AGTT-Mitglieder Kulinarisches am Programm: Der Philosoph Konrad Paul Liessmann wird das Thema „Leitmedium Fernsehen“ diskutieren. Auf Schöngeistiges wie Kritisches darf man sich gefasst machen, hoffnungsvoll. Ob auch so etwas wie Erkenntnis rauskommt – HORIZONT wird berichten. Leitmedium Fernsehen. Keinem Landespolitiker, keinem Regierungsmitglied und keiner Oppositionspartei (samt den Bewohnern der Society-Formate) braucht das erklärt zu werden und doch: Fernsehen ist ein derart ­starker Treiber unseres Systems und unseres Verstehens der Welt, dass seine ubiquitäre Eigenschaft – das bewegte Bild – seinen eigenen Erfolg bedroht. Bewegtbild heisst das Motto nicht nur der neuen Medienkanäle, die durch Glasfaser & Co. ungeahnte Datenmengen durchs Netz und per Mobilfunk verschicken – keine (Print-)Medienmarke im Netz kommt ohne Bewegtbild aus. Und doch, so als Überlegung: Wenn Bewegtbild überall ist, portioniert, ­abrufbar nach Gusto und wandelbar, was heißt das für die linear aufgestellten Programm-Marken? Einfach nur auch die neuen Kanäle mit Adaptionen ­bespielen? Denselben „Flow“ ins Netz „streamen“? Es ist ein gigantischer Übergang, der digital getrieben stattfindet – und der ein Szenario mit noch ­unsichtbaren, sich aber jetzt formierenden Playern bilden wird. Egal, was der Gesetzgeber tut. hs

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Märkte & Medien

TV-Markt

HORIZONT No 38

Der österreichische TV-Markt hat sich 2009 gewendet – erstmals erzielten die Privaten höhere Brutto-Werbeeinnahmen als der ORF. Das wird Folgen haben …

Die Kinder der digitalen Revolution Top-Werber im TV 2009

Top-Werber im TV 2009

Top 5 Marken/Firmen TV-Werbung gesamt 2009 Danone Produkte 12,000 Lutz Möbelhaus 10,000 McDonald‘s 9,000 Billa 8,500 Orange GSM-Netz 8,000 Top 5 Marken ORF-TV Danone Produkte 8,500 Lutz Möbelhaus 6,700 McDonald#s 5,700 Billa 5,100 Danone Actimel 4,900 Top 5 Marken Privat TV L‘Oreal Kosmetik 4,900 t-mobile 4,300 Orange GSM-Netz 4,200 Telekom Austria 4,000 3 Mobile 3,900

Top 5 Konzerne TV-Werbung gesamt 2009 Procter & Gamble Austria 41,100 Rewe Austria 22,500 Ferrero Österreich 21,700 Danone 20,400 Henkel Austria 19,400 Top 5 Konzerne ORF-TV Procter & Gamble Austria 28,800 Danone 14,100 Rewe Austria 3,200 Henkel Austria 11,800 XXXLutz 11,000 Top 5 Konzerne Privat TV Reckitt Benckiser Austria 14,900 Procter & Gamble Austria 12,300 Ferrero Österreich 12,000 L‘Oreal Österreich 10,600 Telekom Austria 9,800

Zahlen in 1.000 Brutto-Spendings, gerundet, laut Preisliste Quelle: Focus Jahrbuch der Werbung 2009

Zahlen in 1.000 Brutto-Spendings, gerundet, laut Preisliste Quelle: Focus Jahrbuch der Werbung 2009

Blenden wir sehr weit zurück, in das Jahr 1995 – die ersten sogenannten „Werbefenster“ von RTL und SAT.1 standen noch vor dem Start, nicht nur der ORF, sondern auch heute noch gewichtigere Mediaagenturvertreter dotierten: Der österreichische Markt ist zu klein, um mit Fernsehen Geld zu verdienen. Der ORF strahlte laut Focus Media Research 812.000 Sekunden Werbespots aus (damals mit unter 30 Minuten pro Tag und Sendermarke limitierter Werbezeit) – das Bruttovolumen für TVWerbung belief sich auf 271 Millionen Euro. Zeitsprung in die Fast-Gegenwart des vergangenen Jahres 2009: Der ORF strahlt, bei zweimal 42 Minuten gestatteter Werbezeit auf ORF1 und 2, 1,639 Millionen Sekunden Werbespots aus, fast das Doppelte von vor fast 15 Jahren. Die Bruttoeinnahmen des ORF aus TVWerbung belaufen sich auf 295 Millionen Euro.

Allerdings gibt es 2009 keine Null ­ eben der ORF-Säule, sondern einen n Giganten: die Privaten. 37,693 Millionen Sekunden Werbespots strahlen ATV und PULS 4, die von der IP-Österreich vermarkteten Sender der RTLGruppe und Austria 9, die von Seven­ One Media vermarkteten Sender der ProSieben-SAT.1-Gruppe und mittlerweile auch ServusTV an national aus. 2009 überholen „die Privaten“ in der Erhebung der Brutto-Werbespendings erstmals den ORF – und bilanzieren mit 332 Millionen Euro ein Rekordjahr. Viele „Jäger“ können den stärksten ­„Bären“ mürbe machen. Die schwächelnden Marktanteile des ORF sind nicht nur der Müdigkeit manches Programm-Machers am Küniglberg geschuldet, sondern einfach eine Folge der explodierenden Auswahl an ­Programm-Angeboten auf den österreichischen Bildschirmen. Konnten kurz

nach der Jahrtausendwende erst knapp 40,3 Prozent der österreichischen Haushalte mindestens ein weiters Programm empfangen, das Werbefenster „offen“ hatte (oder, wie ab 2003/2004, als der erste terrestrische „Österreicher“ mit der Bezeichnung ATV seine Geburt erlebte), so sind es 2010 91,4 Prozent der Haushalte, die Alternativen zum ORF vorfinden. „Preise in angemessene Höhe bringen“ Und nutzen, denn die Fernbedienung ist unbestechlich, und die Digitalisierung eröffnet via Satellit und Kabel Auswahl jenseits der 100 Programme. IPÖsterreich-Geschäftsführer Gerhard Riedler gab im Interview mit HORIZONT (Ausgabe 21-2010) zu Protokoll: „Der österreichische TV-Markt ist generell sehr umkämpft – und der Privat-TVMarkt ist einfach zu billig. Die Privaten hatten über die Digitalisierung enorme Reichweitengewinne und konnten ihre Tarife entsprechend nach oben orientieren. Das ist aber nicht schnell genug gegangen; jetzt kämpfen wir Privaten darum, die Preise in eine angemessene Höhe zu bringen. Dazu kommt, dass der ORF seine Preise dramatisch gesenkt hat und auch hohe Naturalrabatte gibt – was für die Preisbildung der Privaten auch nicht hilfreich ist.“ Das lässt sich belegen: Laut einer Aufstellung der ORF-Enterprise lag der TKP (Tausend-Kontakt-Preis) über alle Werbeflächen-Angebote und Zeitzonen vor vier Jahren mit knapp unter 54 Euro jenseits der zwölf bis 15 Euro der Privaten. Anno 2010 errechnet die Enterprise ­einen Gesamt-TKP für die ORF-Werbeangebote von knapp unter 44 Euro – während die Privaten gerade die 20-Euro-Marke überschritten haben. Der eine hat also ein knappes Angebot, das er hochpreisig hält, die Privaten l­egen einander im Preiskampf Grenzen der Ertragsmöglichkeiten an. Seven­ One-Media-Sales-Chefin Ilona Happel skizzierte die divergente Ausgangslage im HORIZONT-Interview (35-2010) so:

Zuschauer – Hits 2009 Top 5 Sendungen im ORF ORF 1 Slalom Herren Schladming (27.01.09) ORF 2 Bundesland Heute Ring (20.01.09) ORF 2 Zeit im Bild 1 (1.03.09) ORF 2 Opernball 2009 Eröffnung (19.02.09) ORF 1 Villacher Fasching (24.02.09) Top 5 Sendungen Private (Österreich-Programm) ATV Bauer sucht Frau (4.11.09) PULS 4 EL Celtic vs. Rapid (1.10.09) SAT.1 EL Rapid vs. Hamburg (17.09.09) SAT.1 EL Hamburg vs. Rapid (2.12.09) ATV Doku Jörg Haider (16.02.09)

2009

Jänner-August 2010

ORF 1 ORF 2 Alle anderen Pro7 RTL Sat.1 VOX Kabel eins ATV RTL 2 Puls 4 SuperRTL ZDF ARD 3sat MTV Nick/Viva Austria Arte Bayer. FS (ARD) Austria 9 Café Puls ServusTV gotv TW1

19,9 13,0 11,1 8,2 7,7 6,4 6,0 4,2 5,0 3,4 2,2 2,7 2,6 2,3 1,4 0,6 0,7 0,6 0,8 0,5 0,3 0,1 0,2 0,2

19,3 12,4 11,8 8,7 7,4 6,2 5,9 4,2 4,8 3,3 2,7 2,7 2,4 2,3 1,4 0,8 0,9 0,7 0,7 0,4 0,3 0,3 0,1 0,1

August 2010

16,4 13,2 12,6 9,1 7,6 6,3 5,6 5,2 4,5 3,4 2,6 2,4 2,4 2,2 1,5 1,0 0,9 0,9 0,7 0,5 0,4 0,4 0,1 0,1

Reihung nach Marktanteilen August 2010 – kursiv: keine Österreich-Werbung bzw. Werbefenster. Reihung nach Marktanteilen August 2010 – kursiv: keine Österreich-Werbung bzw. Werbefenster. „Alle anderen“: Rund 300 Sender. Quelle: AGTT/GfK Teletest (www.agtt.at).

436.000 389.000 352.000 341.000 298.000

Quelle: Teletest 2009 (www.agtt.at), Erwachsene ab 12 Jahre Grundgesamtheit 7,106.000 Österreicher ab 12 Jahre, in ein Fernsehhaushalten leben.

„Grundsätzlich tut sich die SevenOne Media Austria am Markt etwa leichter, weil wir der effizienteste Anbieter am Markt sind, was Fernsehen anbelangt. Wir verfolgen über die Jahre hinweg eine Grundsatzstrategie bei der Frage: Wie stellt man sein Brutto-Preisgefüge am Markt dar? Es ist, glaube ich, auch eine Ansichtssache, wie man da am Markt agiert – gebe ich mehr Konditionen bei Verhandlungen oder definiere ich einen fairen Preis, der auch für alle gleich ist? Wir als SevenOne Media Austria vertreten Letzteres. Im Übrigen haben auch wir unsere Tarife entsprechend den stark steigenden Leistungswerten unserer Sender immer wieder angepasst, zuletzt ab September.“ ATV-Chef Ludwig Bauer als „Stand-alone“ in der Vermarktung von Werbezeiten für ATV (und der Schöpfung von Programmen) weiß das zu beschreiben. „Wir konnten das Defizit in den vergangenen Jahren deutlich verringern, sind aber immer noch nicht ‚break-even‘, was auch an den Rahmenbedingungen des Wettbewerbs in Österreich liegt“, gab Bauer am 2. Februar in HORIZONT-Online zu Protokoll. IP-­ Vermarkter Gerhard Riedler teilt diese Ansicht: „Mir geht es darum, dass wir in Österreich ein Preisgefüge für das Leitmedium TV haben, sodass insbeson-

Marktanteile 2009 vs. I-VIII 2010 – VIII ‘10 Marktanteile 2009 vs. I-VIII 2010 – VIII ‘10 Erwachsene 14-49 Erwachsene 12+

1,535.000 1,480.000 1,394.000 1,339.000 1,329.000



2009

Jänner-August 2010

ORF 2 Alle anderen ORF 1 SAT.1 RTL Pro7 VOX ZDF ARD Kabel eins ATV Puls 4 RTL 2 3sat Bayer. FS (ARD) SuperRTL Arte Nick/VIVA Austria Café Puls Austria 9 MTV ServusTV TW1 gotv

24,0 12,0 15,2 7,1 5,9 4,6 4,5 4,0 3,4 2,8 3,6 2,0 2,4 1,9 1,9 1,7 0,9 0,4 0,5 0,6 0,3 0,1 0,2 0,1

23,2 12,3 15,3 6,8 6,0 4,7 4,5 4,1 3,6 2,9 3,4 2,5 2,3 1,8 1,8 1,7 0,9 0,5 0,5 0,4 0,4 0,3 0,2 0,1

August 2010

24,4 12,9 11,6 7,3 6,2 5,0 4,4 4,1 3,6 3,5 3,2 2,5 2,4 2,0 1,7 1,6 1,0 0,6 0,5 0,5 0,5 0,4 0,2 0,1

Reihung nach Marktanteilen August 2010 – kursiv: keine Österreich-Werbung bzw. Werbefenster. „Alle anderen“: Rund 300 Sender. Quelle: AGTT/GfK Teletest (www.agtt.at).

dere Privat-TV auch davon leben kann. Sender wie ATV oder Puls 4 können bei den derzeitigen Preisen, rein wirtschaftlich betrachtet, eigentlich nicht leben. Und das muss sich ändern – daher muss diese ORF-Dominanz entschärft werden.“ Und auch Markus Breitenecker, Puls 4, SevenOne Media Austria und ProSiebenSAT.1 Austria, gibt (siehe Seite 25 dieser Ausgabe) zu Protokoll: „Wir stehen immer wieder in der Kritik, zu günstig zu sein. Diese Kritik kommt vor allem von der Konkurrenz und ist nicht ganz unberechtigt, weil wir mit den Preisanpassungen bei unseren starken Marktanteilgewinnen nicht immer mitkommen. Manchmal haben wir eine Verzögerung, was das Nachziehen der Preise zu den Reichweitengewinnen – vor allem bei Puls 4 und ProSieben Austria – betrifft. Wir sind aber ständig um Anpassung bemüht und gestalten unser Pricing entsprechend.“ Focus protokollierte auch im Krisenjahr 2009 und erst recht 2010 BruttoWachstum bei den Privaten, Stagnation und – durch Pricing bestimmt – Verluste beim ORF. Diese Spirale versucht ORFEnterprise Geschäftsführer Franz ­Prenner zu durchbrechen: Mit dem Aufsetzen eines neuen Preissystems, das die Mehrheit seiner Kunden gleich gut bedient bis entlastet und für rund ein Viertel die Bedingungen von TV-Werbung verteuert. Die Big-Player im TVMarkt, die Wiener Mediaagenturen, beäugen die Entwicklung argwöhnisch: Da noch nichts wirklich fix sei, könne man keine validen Einschätzungen treffen, hört HORIZONT. Aber der Markt habe sich gedreht: Es bestehe mehr Nachfrage nach TV-Werbung, als die Anbieter allesamt befriedigen können – daher seien die Preise der Anbieter im vierten Quartal wieder am Steigen. Das Erfolgsrezept skizziert ­Breitenecker im HORIZONT-Gespräch so: „Erstens ist es Ziel, die Zuschauer durch gutes Programm an unsere Sender zu binden. Zweitens soll es eine Notwendigkeit sein, dass diese zwar sehr geringen, aber doch gesetzlichen ­Bestimmungen für den ORF auch eingehalten werden und wir nicht erst recht wieder gerichtliche Instanzen bemühen müssen. Drittens würde ich neue Überlegungen zum Gesetz anstellen. Das wird erst mittelfristig passieren. Das Wichtigste ist die Unterscheidbarkeit zwischen Öffentlich-Rechtlichen und Privaten. Ich glaube, dass das Hauptunterscheidungsmerkmal die Werbefreiheit des Öffentlich-Rechtlichen sein müsste. Darauf wird man als langfristige Vision hinarbeiten müssen.“ Dem wird der ORF nicht nur eine Preissystematik, sondern vor allem Leistung für den ­Zuschauer entgegensetzen müssen. hs

Märkte & Medien

TV-Markt

24. September 2010

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Kabel-TV- und IPTV-Anbieter bauen sowohl Programm als auch On-Demand-Services weiter aus

Kunden wollen Auswahl und HD-Bilder Wenn man den größten heimischen Kabel-TV-Anbieter, die UPC, und den einzigen IPTV-Anbieter, die A1 Telekom Austria, fragt, ob sich die Wirtschaftskrise negativ auf ihr Geschäft ausgewirkt hat, dann bekommt man ein klares „Nein“. CMO der UPC Austria Gerald Schwanzer meint: „Fernsehen, Internet und Telefon entwickelten sich während der Krise antizyklisch, denn die Menschen gehen weniger aus und genießen das Entertainment zu Hause.“ Bei der A1 Telekom Austria wiederum berichtet man von einer Steigerung der Umsatzzahlen von zuletzt 55 Prozent – wenn man das zweite Quartal 2010 mit dem des Jahres 2009 vergleicht. A1-TelekomAustria-Generaldirektor Hannes Ametsreiter: „Diese signifikante Steigerung spricht dafür, dass die Finanzkrise keinen Einfluss auf den Kundenzuwachs bei aonTV hat.“ 123.900 IPTV-Kunden hat die Telekom Austria derzeit. UPC wiederum hat 500.000 TV-Kunden, von denen mehr als 250.000 Digital-TV beziehen. Bei UPC verfolgt man zwei Stoßrichtungen beim Ausbau des Angebotes: Video-on-Demand und High Definition. Schwanzer: „Anstatt sich einfach berieseln zu lassen, kann man heute mit Digital-TV schon jetzt sein eigener Programmdirektor sein.“

60 Filme und Dokus in HD-Qualität zu finden. Den Kunden von aonTV stehen auch zehn Sender in HD-Qualität zur Verfügung – insgesamt sind es 130. Das Programm wird laufend ausgebaut. Seit 8. September steht der serbische Kultsender B92 über 124.000 Haushalten in Österreich ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung. Insgesamt erreicht die Telekom Austria mit aonTV bereits acht von zehn Haushalten in Österreich. Wien etwa kann man schon fast komplett versorgen. UPC wiederum ist in „so gut wie allen urbanen Gebieten Österreichs ver-

fügbar“, wie Schwanzer betont – konkret in Wien, Baden, Wiener Neustadt, Graz und Umgebung, Klagenfurt, Innsbruck und großen Teilen des Bundeslandes Tirol. Beide Anbieter ­arbeiten jedenfalls daran, ihr Versorgungsgebiet weiter auszubauen. Neben UPC gibt es auch noch andere Kabel-TV-Anbieter in Österreich, die so wie UPC und Telekom Austria Fernsehen auch in einem Bundle mit Internet-Zugang und Telefonie anbieten: LiWest ist etwa in Oberösterreich aktiv, die Salzburg AG in Salzburg und die Kabelsignal in Niederösterreich. rs

Knapp 125.000 Kunden nutzen bereits das IPTV-Angebot der Telekom Austria.  © A1 Telekom Austria

Bessere Umfelder gibt’s bei uns!

On-Demand und HD Doch nicht nur auf selbstbestimmtes Fernsehen legen die Kunden wert – sondern auch auf Bildqualität. Bei UPC bietet man bereits zehn Sender in HD-Qualität an. 80.000 UPC-Kunden können bereits Fernsehen in HD empfangen –

Gerald Schwanzer, CMO der UPC: „Wir erweitern unser Videoon-Demand- und HD-Angebot.“  © UPC

und es sollen schnell mehr werden: Seit Mitte September bekommen Neukunden, die ein FIT-Paket inklusive DigitalTV ordern, gratis eine HD-fähige Media­ Box dazu. Schwanzer: „Damit wollen wir den HD-Markt weiter stimulieren.“ In der digitalen Videothek von UPC stehen 400 Filmtitel zur Verfügung. „Im Monat werden rund 40.000 Filme bzw. Konzerte von den Digital-TV-Nutzern konsumiert“, verrät der UPC-CMO. Die Videothek von aonTV umfasst derzeit etwa 1.000 Titel – Blockbuster, Filmklassiker und Serien. Zahlreiche Filme würden auch schon zeitgleich zum DVD-Start zum Abruf bereitstehen, betont man von Seiten des Unternehmens. In diesem Bewegtbild-Fundus sind auch

Märkte & Medien TV Markt Ressortleitung: Herwig Stindl (hs), Redaktion: Clemens Coudenhove (cc), Mag. Sarah Obernosterer (so), Dipl. BW Doris Raßhofer (dodo), Mag. Birgit Schaller (bis), Rainer Seebacher (rs) Mag. Gudrun Wolfschluckner (gud), Anzeigen­leitung: Martina Hofmann Anzeigen: Martin Kaindel, Sabine Vogt-Kraußler Anzeigen-Sekretariat: Carolin Daiker, Ariane Bauer Lektorat: Andreas Hierzenberger, Lisa Mang, Rocco Prumer Layout: Cemal Soyel

Entscheidend ist, wo Sie werben. www.ip-oesterreich.at

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Märkte & Medien

TV-Markt

HORIZONT No 38

Ein veritables TV-Magazin, vier Tageszeitungs-Supplements und die tägliche TV-Programmseite in Österreichs nationalen und regionalen Tageszeitungen (die auch drei bis vier Seiten inklusive Programm haben kann) – Print tut was für den ‚Erzfeind TV‘

Der größte TV-Promoter ist ... Print! Tipp-Reflex einrastet, nur weil der ‚Musikantenstadl‘ auf dem Programm steht“, so Pribil. Ab und zu muss der Stadl eben ohne tv.woche-Tipp auskommen.

last, but not least, der Österreich-Bezug genannt“, erklärt Hauptmann, der Hintergrundberichter­ stattung und medienpolitische Themen lieber den tele-Trägermedien überlässt.

Senderfülle in TV-Media Doris Maier, die beim TV-Magazin der Verlagsgruppe News für das TV-Programm zuständig ist, hat alle Hände voll zu tun, werden in TV-Media doch 85 Sender dargestellt. „Pro Tag gibt es acht Seiten Listing, eine Seite mit den Besten des Tages, drei bis sechs Seiten mit Filmtipps und eine halbe Seite Serienguide“, erklärt sie. Ausgewählt werde nach Relevanz und Reichweite der Sender. Bei den Tipps kann Maier auf das Know-how einer eigenen

Österreich: TV Austria und die Tageszeitung Österreich bietet in der Tageszeitung die Programmschienen der wichtigsten österreichischen und deutschsprachigen Sender, nicht dabei: ServusTV. In der Regel gibt es vier TV-Seiten mit drei Tipps, wobei für die Redakteure Astrid Hofer und Albert Sachs Aktualität, zu erwartende Reichweite, Attraktivität für den Zuschauer und Sendezeit als Kriterien herangezogen werden. Die Programmkritik ­gestaltet zu einem Großteil Karl Löbl. In TV Austria,

© privat

Printmedien täglicher Provenienz haben, je nach Zuschnitt, eine Reihe von Unterscheidungsmerkmalen – und Gemeinsamkeiten. So ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass Horoskope eher im ­Boulevard beziehungsweise den auf Masse ausgerichteten Blätter stattfinden, während Börsekurse und Finanzmarktnachrichten sich eher in den als „Qualitätsmedien“ positionierten Gazetten finden. Und Ausnahmen. Gemeinsam ist fast allen Tageszeitungen das Wetter. Und natürlich zweimal ­wöchentlich die Lotto-Zahlen. Und das TV-­ Programm. Man könnte durchaus den Gedanken spinnen: „Gibt es eine Tageszeitung ohne TV-Programm oder zumindest Hinweise?“ Ja, natürlich, FTD und Handelsblatt in Deutschland und das

tv-media Das einzige Kauf-TV-Magazin aus Österreich für ­Österreich: Zwölf Seiten mit 85 Sendern täglich. 1,008.000 Leser*.

WirtschaftsBlatt in Österreich – und die nehmen für sich in Anspruch, die jeweils meistgelesene Zweitzeitung zu sein. Also, eine kleine Tour, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Auch wenn hinter den Kulissen und am Werbemarkt Print gerne ­gegen bewegte Bilder stichelt – der größte ­Promoter des Fernsehens ist Print. Einblicke in ein symbiotisches Verhältnis. tv.woche zieht optische Grenzen Dietmar Pribil, für die Kurier-Beilage tv.woche verantwortlich, reiht die TV-Sender im Heft nach mehreren Kriterien: „Die von den einzelnen ­Sendern erreichten Jahres-Marktanteile spielen ­sowohl bei der Reihung als auch bei der Spaltengröße die gewichtigste Rolle.“ Die Sender werden strukturell gereiht, etwa mit Blöcken zu österreich­ischen Sendern sowie zu Sport- und Kindersendern. „Weiters spielt bei der Wahl der von uns abgedruckten Sender – in Übereinstimmung mit den Leser-Interessen – auch die Qualität des angebotenen Programms eine Rolle“, erklärt Pribil. Bei der Optik gehe das TV-Magazin bewusst andere Wege als der Mitbewerb. Keine „schrille Bildsprache mit halbnackten It-Girls“, sondern eine „unaufgeregte, gediegene Optik“ zeichnen das Heft aus. Inhaltlich versuche man, in der redaktionellen Arbeit aus der Fülle an Sendungen das Wesentliche herauszufiltern und die relevanten Programmangebote ­„seriös, fundiert, aber auch unterhaltsam“ aufzubereiten. Die TV-Tipps werden bei der tv.woche nach den Kriterien „Service“, beispielsweise mit Kurzzusammenfassungen, und „Qualität“ ausgesucht. „Qualitätsanspruch heißt, dass bei uns kein

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Doppelseite „Die TV-Woche“ mit dem besten ­Tagesangebot wird von der Redaktion bestimmt. „Unsere Fernseh-Spezialisten Albert Sachs und ­Astrid Hofer liefern in einer Kolumne ihre ‚10 Tipps für Ihre TV Woche‘“, informiert Daniela Bardel, ­Leiterin People. Kurier achtet auf den Mix Laut Kurier-Chefredakteur Helmut Brandstätter geht es beim TV-Programm in der Tageszeitung in erster Linie um die Relevanz der Sender für die ­Seher und erst in zweiter Linie um die gebotenen­ Sendungen. „Wir verfolgen dazu die Entwicklung der Sender-Marktanteile sehr genau, aber auch jene der Leserreaktionen“, erklärt er. Gerade jetzt

tele Das TV-Supplement der Bundesländer-Tageszeitungen liegt 16 Titeln bei. Vier Seiten Programm plus Tipps für jeden Tag. 1,938.000 Leser*.

Live!: Gestartet bei Heute, seit März 2009 Supplement der Freitag-Krone – „Das Star-Magazin der Krone“. Fünf Seiten Programm und Tipps täglich. Druckauflage: 1,017 Mio.

tv.woche: Seit März das ­eigenständige Supplement des Kurier (liegt Wiener Zeitung, KTZ und Osttiroler Bote bei) mit einem sehr eigenständigen Layout. Druckauflage: 285.000.

Filmredaktion zurückgreifen – laut Redakteurin einmalig in Österreichs TV-Magazin-Landschaft. Auf den „Besten-Seiten“ werden verschiedene ­Formate vorgestellt, hier wird ebenfalls genau ­abgewogen. Die Auswahl erfolge hier nach Neuigkeitswert und Österreichbezug. Das gilt auch für den Mantelteil, der den Programmteil im Heft ­umgibt. „Dieser Teil beschäftigt sich neben aktuellen­News zum TV-Programm mit Kino, Technik, dem Neuesten aus Hollywood sowie natürlich auch mit medienpolitischen Themen, die Österreich betreffen“, erklärt Maier abschließend.

das jeden Freitag der Tageszeitung beigelegt wird und das rund 60 Seiten hat, finden sich zusätzlich Sender aus dem Sky-Angebot. „Rund 300.000 ­Österreicher haben ein Sky-Abo, das entspricht

sei der Kurier in einer solchen Analysephase, ­weswegen die TV-Programmseite demnächst überarbeitet werde. Bei den Programm- und Filmtipps achtet die Kurier-Redaktion auf eine „gute

tele trifft Auswahl mit Köpfchen In der TV-Zeitschrift tele werden die vorgestellten Sender nach erzielten Reichweiten und ÖsterreichBezug ausgewählt. „So konnten Sie in der tele-Auswahl etwa Puls 4 schon zu einer Zeit unter den Top Ten finden, als es quotenmäßig beispielsweise noch hinter RTL II zurücklag“, erklärt Chefredakteur Dieter Hauptmann. Des Weiteren wird auf die Ausgewogenheit der Programminhalte geachtet: Damit Kultursender neben Film, Serie, Show und Sport nicht untergehen, finden diese extra Beachtung. „Arte wird zum Beispiel größer dargestellt, als es seine Reichweite nahelegen würde“, so Hauptmann. Bei den Programmtipps haben Erstausstrahlungen und Free-TV-Premieren den Vorrang, bei älteren Filmen ist die Qualität oder ein spezieller Anlass für die Ausstrahlung – wie Jubiläen – ausschlaggebend. Bei Serien oder Doku-Soaps entscheidet der Staffelstart. Ebenfalls wichtig sind Themenabende, -tage und -wochen. „Und auch bei der Tippauswahl sei als zusätzliches Kriterium,

TV Austria, das supplement von Österreich (nur der Verkaufsauflage – 161.000 lt. ÖAK – beiliegend). Sechs Seiten Programm täglich, Sender nach Katgorien gereiht.

Top-Reichweiten bei ATV und Puls 4“, erklärt ­Medien-Redakteur Albert Sachs. ServusTV fehlt auch hier – „Noch“, betont Sachs. Alle Daten werden von Presse-Programm-Service, einem der größten Metadaten-Lieferanten Europas, bezogen. Die Auswahl der Programm-Tipps auf der neuen

Der Nach-Nachfahre der unverwüstlichen Hörzu aus dem Axel-SpringerVerlag mit eigener Österreich-Mutation (für SkyAbonnenten vergünstigt im Abo angeboten).

Mischung zwischen Qualität und Massentauglichkeit“. Bei den TV-Tipps richte man das Augenmerk auf anspruchsvolle Sendungen wie Diskussionen und Dokumentationen, aber auch Neustarts finden dort Platz. „Das alles ist immer mit der ­Medienseite im Inneren des Blattes sowie mit der

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Märkte & Medien

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24. September 2010

TV-Markt

Kronen Zeitung: „Fünf Seiten täglich für ein besseres Fernsehen“, steht im Seitenkopf zur Redaktion (mit telemax). 2,853.000 Leser*.

Heute: Mo-Fr Doppelsite mit gotv, MTV, 3sat und Arte – im Seitenkopf acht Rubriken mit Genre-Tipps. 816.000 Leser (RegioPrint/MA 10).

Österreich: Im Mittelaufschlag eine Seite ORF plus Ankündigung, Doppelseite Programme (mit Cinema Sky, MTV, VIVA). 671.000 Leser*.

Kleine Zeitung: Drei Seiten „TV & Medien“, Doppelseite mit TW1/Sport+ und Antenne-Radios, Ö1, ORF regional, FM4. 592.000 Leser*.

neuen tv.woche abgestimmt“, so Brandstätter. Me­ dienpolitische Berichterstattung sei eine klare Stärke der Zeitung: „Ich meine, es gibt keine andere große österreichische Tageszeitung, die sich so ­intensiv mit medienpolitischen und medien­ wirtschaftlichen Aspekten auseinandersetzt.“

Kleine Zeitung: ‚Ziemliches Gerangel’ In der Kleinen Zeitung sind die Ressorts „Kultur“ und „Medien“ zusammengefasst. Schwerpunkt­ mäßig für den Medienbereich zuständig sind ­sieben Redakteure, verteilt auf Wien, Graz und ­Klagenfurt. „Wir richten uns im Wesentlichen nach den Marktanteilen der Sender“, gibt Ute Baumhackl Auskunft, stellvertretende Ressortleiterin Kultur/ TV & Medien bei der Kleinen Zeitung in Graz. „Des­ wegen drucken wir das ORF-Programm auf einer eigenen Seite – noch“, schmunzelt sie. 26 Radio-, Kabel- und Satellitensender sind auf einer Doppel­ seite untergebracht. Einmal pro Quartal wird eine kurze Evaluierung bezüglich der Gewichtung, ­etwaiger neuer Sender und möglicher Verschie­ bungen im Ressort vorgenommen. Denn: „Es ist natürlich ein ziemliches Gerangel, weil sich eine Doppelseite leider nicht dehnen lässt – und eine Spalte gehört dabei auch noch den Antenne-Ra­ dios, Ö1, Ö2 Steiermark und Kärnten sowie FM4 –

TV-Kolumne. Außerdem berichtet die Kleine regel­ mäßig über nationale und internationale (me­ dien-)politische Entwicklungen, so Baumhackl.

Heute setzt auf die Jugend Heute bietet eine Doppelseite mit jeweils 16 Sen­ dern. Unter diesen die wichtigsten österreichi­ schen Sender, ATV und Puls 4 stehen nach ORF, ServusTV ist ebenso dabei wie 3Sat und Arte. ­Jeweils täglich acht Kurz-Tipps. Diese über alle Genres von Spielfim über Society bis zu Kabarett, Reportage und Kinder, meist österreichische ­Sender oder Sendungen mit Österreich-Bezug. „Fixpunkt ist – auch wegen unserer zahlreichen jungen Leser – ein Kinder- oder Jugendtipp“, erklärt Peter Lattinger, stellvertretender Chefredakteur Heute. Bei den zehn Hauptsendern werden Bilder

klärt Doris Priesching, Hauptverantwortliche für die TV-Seite. „Wir achten besonders darauf, dass wir aktueller sind als die TV-Wochentitel und kon­ krete Themen der Magazine oder Gäste bei TalkSendungen berücksichtigen.“ In punkto Qualität kommen denn auch die Spielfilme ins Spiel: „Wir achten besonders darauf, dass wir eine anspruchs­ volle Auswahl an Filmen treffen, von denen wir ­annehmen können, dass die Standard-Leser ­davon profitieren.“ Die Switchlist sei bereits zu ­einer Art „Trademark“ des lachsrosa Blattes ­geworden, freut sich die Medienredakteurin. Deshalb wurde im Laufe der Zeit auch das Programmlisting etwas ge­ strafft und auf die österreichischen Sender, den ORF und die Privaten einschließlich Newcomer ServusTV „und natürlich arte, 3sat, ARD und ZDF“ reduziert, welche die Leserschaft am ehesten trä­ fen. Bemerkenswert: Der Standard führt auch den freien Kanal Okto im Programm. Und wiewohl der Platz enden wollend sei, versuche man, auch den

VN: ServusTV, Schweiz-TV, Antenne-Radio „Unsere TV-Seite ist in das Trend-Buch der Zei­ tung eingebettet“, erläutert Christian Ortner, Chef­ redakteur der Vorarlberger Nachrichten, und in­ formiert: „Hier kann von Informationen zum Österreichbild aus dem Landesstudio Vorarlberg bis zum Interview mit Elmar Oberhauser alles ste­ hen – Aktualität ist aber ein Muss.“ Die Programm­ informationen werden von einer deutschen Firma zugekauft – 22 TV-Sender und vier Radiosender. „Für uns gilt: ‚Österreich first‘. ServusTV und ATV stehen bei uns gleich nach dem ORF. Neben ZDF und ARD, die hier historisch immer schon empfan­ gen werden konnten, dürfen in Vorarlberg die Schweizer nicht fehlen – mit SF1 und SF2 sind wir aufgewachsen. Wir brauchen keine Untertitel, um

Der Standard Auf knapp über eine Seite komprimiertes Programmangebot mit Okto, Ö1 und FM4. Großzügig die „Switchlist“ mit TVTipps, Radio-Tipps und Factbox „Die meisten Seher“. Anregend: Das „TV-­ Tagebuch“. 394.000 Leser*.

Die Presse Großzügig mit komprimierter Sender­ anzahl, dafür RadioTipps (Ö1, Radio Stephansdom) und FM4-Programmauszug. Und: Kultur­ kalender. 262.000 Leser*.

Kurier Mit sky.cinema und Verweis auf das Freitag-Supplement tv.woche, Filmtipps zum Tage am Seitenkopf. 618.000 Leser,

Salzburger Nachrichten (SN) Mit Programmkritik, TW1/sportplus und sport1 – und mit Radio Ö1 sowie Radio Salzburg. 262.000 Leser*.

übrigens ein Service, der konkret auf Lesernach­ fragen zurückgeht“, so Baumhackl. Apropos: Die Leserschaft der Kleinen sei breit gestreut, entspre­ chend abwechslungsreich versuche man, die TVInteressierten zu begleiten – insofern sei das Ergeb­ nis manchmal ein Spagat, „etwa wenn der Musikantenstadl neben der Cherubini-Oper steht“. Der KZ sei es aber jedenfalls ein Anliegen, „nicht nur das Populäre zu betippen, sondern auch auf

Schwitzerdütsch zu verstehen“, lacht Ortner. ­Ansonsten wird nach Reichweite gereiht, wichtig sei auch, dass Arte und 3Sat vorkommen, das werde von den Lesern verlangt, so Ortner. Basis­ abdeckung nennt Ortner die TV-Infos der VN. Täglich gibt es einen Programmtipp, manchmal verschwindet der Tipp zugunsten einer Anzeige. Unter den Radiosendern finden sich Ö3, Ö1, ­Radio Vorarlberg und natürlich der Sender aus dem

der Haupt- beziehungsweise Spätabendsendung gezeigt. „TV-Kritik bringen wir nur im Bedarfsfall, etwa bei neuen Sendungen wie bei Dominic Heinzls ‚Chili‘-Start im ORF“, informiert Lattinger. DerStandard: Switchlist als Trademark Die Medienberichterstattung in der StandardPrintausgabe erstreckt sich über das Kommunika­ tions-Ressort mit medien- und medienpolitischen Themen sowie die eigene Fernseh-Seite, die sich ­jeweils knapp zur Hälfte aus Switchlist, also den täglichen TV- und zusätzlichen Radio-Tipps, sowie

deutschen Markt im Überblick abzubilden. Apro­ pos: Wenn für besondere Ereignisse kein Platz auf der TV-Seite bleibt, weicht man eben auf „die Kom­ munikation“ aus. Generell handle es sich dabei um eine „nicht zu unterschätzende Fitzelarbeit, sich hier die Perlen rauszupicken“, weiß Priesching, auch einen kurzen und knappen TV-Tipp zu verfas­ sen, der über die bloße Inhaltsangabe hinausgehe und eine „Ein-Satz-Kritik“ plus alle relevanten Cre­ dits enthalte. Und dann gibt es da noch das TV-Ta­ gebuch als Nachkritik auf derstandard.at – laut Priesching regelmäßig unter den Beiträgen mit den

Vorarlberger Nachrichten (VN) Eine Programmseite, natürlich mit Schweizer Sendern und drei Radioprogrammen sowie der Antenne Vorarlberg. 200.000 Leser*.

Kärntner Tageszeitung (KTZ) Drei Seiten tägliches TVProgramm – nebestehend im KTZ-Design, eine weitere Doppelseite erinnert noch an die Mediaprint/ Krone-Partnerschaft. 64.000 Leser*.

den Programmlisten speist. Das Rohmaterial dafür wird aus Deutschland zugekauft, die Seite letztlich aber nach den eigenen Kriterien aufbereitet. Die da wären? In jedem Fall „Aktualität und Qualität“, er­

höchsten Zugriffszahlen. „Der Standard ist prak­ tisch die einzige Tageszeitung, die noch eine TVund Medienberichterstattung in dieser Regelmä­ ßigkeit hat“, sagt sie nicht ohne Stolz.

Wiener Zeitung Sehr großzügig mit Angeboten wie MGM, 13th Street oder ScFi aus dem Pay-Segment (sky. at). (Di-Fr 57.000 Leser/ Eigenangabe) – donnerstags liegt die tv.woche (Kurier) bei.

i­ nteressante Sendungen auf weniger beachteten Sendern hinzuweisen“. Gerade im Filmbereich werde natürlich auch begleitend kommentiert, Rückschauen findet man teilweise in der täglichen

Tiroler Tageszeitung Tägliche TV-Seite mit „TV-Kritik“. 331.000 Leser* (* Leserzahlen mit * vermerkt beziehen sich auf die MediaAnalyse 2009).

Hause Russ, die Antenne Vorarlberg, die in der Zielgruppe 14 bis 49 einen Marktanteil von 40 Pro­ zent oder 52.000 Hörer im Radiotest 1. Halbjahr 2010 ausgewiesen bekam.  so/bis/hs/gud

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TV-Markt

HORIZONT No 38

Österreichische TV-Programmanbieter off air im Netz: Was bieten ORF, ATV, PULS 4, Pro7, RTL, TW1, ServusTV, Austria 9, Sky, Laola1, wienlive, W24 oder okto online?

Die Sender im Netz: eine ‚Tour de Surf‘ geladenen Videos zu pflegen. Ein übersichtliches TV-Programm sowie Social-Media-Funktionen wie Chat, Facebook- und Twitter-Verlinkung run­ den das ­Angebot der bunten Seite ab.

interaktive Elemente im Umfeld des Videoplayers platziert werden. Laut ÖWA (August 2010) er­ reicht ATV.at 131.961 Unique Clients.

ORF TVthek: 200.000 tägliche Zugriffe Seit Montag, dem 12. November 2009, ist die ­Video-Plattform „ORF TVthek“ freigeschaltet. ­Bereits zum Start wurde von Online-Direktor ­Thomas Prantner und Projektleiter Hubert Nowak die schrittweise Erweiterung angekündigt. Die ORF TVthek, ein Projekt der Direktion für Online und neue Medien, soll als Weiterentwicklung des ­bisherigen Streamingangebots alle On-DemandVideos und Live-Streams des ORF auf tvthek.orf. at zentral zusammenführen und kostenlos zur Verfügung stellen. Das Angebot soll in der Folge

und on demand – abgerufen. Damit wurde in der Startphase täglich durchschnittlich 200.000-mal auf ORF-TVthek-Angebote zugegriffen, während in den Monaten vor dem Start der neuen VideoPlattform täglich durchschnittlich knapp 80.000 Videos (live und on demand) im ORF.at-Netz­ werk abgerufen wurden. Seit der Startphase haben sich die Zugriffe auf einem beachtlichen Niveau eingependelt: Auf der Video-Plattform ORF TVthek werden im Schnitt 4,8 Millionen Video-Files pro Monat abgerufen, der Top-Monat war der Mai 2010 mit 5,3 Millionen Abrufen. Im Schnitt gibt es seit dem Start pro Tag 169.000 Videoabrufe auf der ORF TVthek. Diese Zahlen, meint Online Direktor Thomas Prantner, „beweisen eindeutig, wie positiv das Publikum das breitgefächerte Video-on-Demand mit mehr

Dach für die SevenOne-Familie SevenOne Interactive fasst das gesamte OnlineAngebot der Senderfamilie (prosieben.at, sat1.at, kabeleins.at, cafepuls.at, puls4.com, myvideo.at, wetter.com und icq) übersichtlich und schlicht auf einem Portal zusammen. Zusätzlich werden Informationen über sämtliche Werbeangebote, Preise und Zahlen zu den Reichweiten der Sender, Zielgruppen-Cluster, Video-Ads, Sonderwerbe­ formen sowie Targeting geboten. Und zwar je­ weils mit Fallbeispielen erfolgreicher Kampag­ nen. 1,889.248 Unique Clients wird sevenoneinteractive.at laut ÖWA vom August die­

ProSieben.at: Verlängerte „Erlebniswelt“ Ähnlich bewegt und übersichtlich kommt auch das Portal ProSieben.at daher, das laut ÖWA ­(August 2010) 236.071 Unique Clients hat und sich eher auf die Inhalte des ProSieben-Fernsehpro­ gramm konzentriert. Im Fünf-Sekunden-­Intervall werden die TV-Höhepunkte des Senders angetea­ sert – Blockbuster wie „Resident Evil“ ebenso wie „Schlag den Raab“ oder Serien wie „Two and a half men“. Natürlich können auch ganze Folgen in ei­ ner eigenen Subsite nach­ge­sehen werden. Den ­großen eigenproduzierten Shows wie „Popstars“

Programmbegleitung auf ORF.at, für ORF 1: gemäß der Senderkennung in Grün gehalten, zu Programmen Inhalte, Bilder, Links.

Programmbegleitung für ORF 2 auf ORF.at: gemäß der Senderkennung in Rot gehalten. ­Ergänzung zu ORF 1 und 2: programm.orf.at .

tvthek.orf.at: Seit November 2009 stehen alle On-Demand-Videos und Live-Streams des ORF gratis zum Download bereit.

TW1, die noch große Unbekannte: Denn beim Zwittersender wird gemäß neuem ORF-Gesetz bald alles anders – Kultur!

über 70 regelmäßige on demand angebotene ORFTV-Sendungen sowie rund 20 regelmäßige LiveStreams umfassen. Der Fokus liegt auf öffentlichrechtlichen Kernangeboten – also Eigen- und Koproduktionen – sowie Informations-, Maga­ zin-, Regional-, Kultur-, Sport-, Service-, Religi­ ons-­, Dokumentations- und Unterhaltungs­ sendungen. Nicht angeboten werden Kauffilme und -serien. Die meisten Sendungen sind dem internatio­ nalen Standard gemäß sieben Tage online abruf­

als 70 Sendungen und das Live-Angebot der ORF TVthek annimmt.“

ses Jahres beischeinigt. Die Zahl der Visits liegt bei 6,098.046, die Page-Impressions kommen auf 39,290.939.

ATV bietet Abwechslung im Netz Die Webpräsenz des Privatsenders ATV wird von Bewegtbildangeboten dominiert, was auf der Startseite offensichtlich wird. Die Highlights des TV-Programms werden gleich abgebildet, mit Kurztexten versehen, zusätzlich eingeteilt in „Neue Videos“, „besonders beliebt“ und „meist kommentiert“. Ein weiterer Balken ermöglicht das

Puls4.com: Community & Events Puls4.com ist als Service-Plattform für die Com­ munity des jungen Privat-TV-Senders konzipiert, ­wobei Events eine wichtige Rolle spielen, was der Subtitel „Deine Event Community“ schnell klar­ macht. 348.431 Unique Clients werden Puls4.com bescheinigt. Die einzelnen Sendungen werden in

werden eigene Blöcke ­gewidmet. Und ein eigener Community-Bereich mit Facebook-Links zu den wichtigen Sendungen und Events darf auch nicht fehlen. Als ­„Erlebniswelt“ versteht sich ProSieben. at, als Verlängerung der TV-Formate aller Genres. ­Darüber hinaus bietet man News und Stories zu Stars, Filmen und Kino-Machern, Lifestyle und Musik. Einbindung von österreichischem ­Content ist möglich, allerdings weniger ersichtlich als bei Puls4.com. Promotions, ­Gewinnspiele und Aktio­ nen sind ebenfalls Pflicht.

Puls4.com: Konzipiert für die junge Zielgruppe, ist die Plattform in Pink gehalten. Die Headline „Deine Event Community“ ist ernstzunehmen.

ProSieben.at: Fokus der „Erlebniswelt“ liegt auf Eigenproduktionen, ebenso Thema sind TV-Highlights, Stars, Kino und die Community.

rtl.at: Das Portal unterscheidet sich kaum vom deutschen. Rot gekennzeichnete Meldungen verlinken auf Österreich-Sites.

gotv.at: Vom aktuellen Videoclip auf gotv über Events bis zu Charts – gotv verlängert seine ­Inhalte ins Web, allerdings ohne Bewegtbild.

bar („7-Days-Catch-Up“). Die einzige Ausnahme sind Video-on-Demand-Angebote von Premi­ umsportarten wie Fußball, Formel 1, oder Ski­ fahren, die der ORF, sofern Onlinerechte vorhan­ den sind, nur 24 Stunden nach der TV-Übertragung online anbieten darf. Bereits wenige Wochen nach dem Start wurde die neue Video-Plattform ORF TVthek vom Publikum äu­ ßerst positiv aufgenommen: Im ersten Monat vom Start am 16. November bis zum 16. Dezem­ ber 2009 wurden 6,2 Millionen Video­files – live

Ansehen ganzer Folgen wie „ATV Live“ „Bauer sucht Frau“ oder „Die Lugners“ ebenso wie des nach Datum komplett gelisteten TV-Programms. Stichwort „Social Media“: Mittels Gratis-Registrie­ rung können User auch eigene Videos hochladen, sie dann auf einer Österreich-Karte platzieren und sich mit anderen Usern austauschen. Neben einer Übersicht über aktuelle Twitter-Einträge bietet ATV.at auch zahlreiche Gewinnspiele sowie einen Bereich „Fun & more“ mit Games aller Art. Neben Banner können Video-Ads gebucht oder

einer bildstarken Kolumne rechts beworben Jede selbstproduzierte Sendung („Stadtreporter“, „Café Puls“, „Talk of Town“ oder „Pink“) präsentiert in ­einer eigenen Sub-Site alle behandelten Themen samt Videos, Texten und Posting-Möglichkeiten. Auch ganze Sendungen kann sich der User hier nachträglich ansehen. Neben Partyfotos („die besten Partypics“) findet der User zahlreiche Vi­ deos rund um Events aller Art, konzipiert für eine junge Zielgruppe. Die wird natürlich auch ermu­ tigt, den Communitygedanken mit eigenen hoch­

RTL.at: leicht angepasst Der Webauftritt von RTL Österreich verzeichnet laut ÖWA (August 2010) 279.368 Unique Clients und unterscheidet sich vom deutschen Portal ei­ gentlich nur minimal. Rot gekennzeichnete News-Meldungen, im Gegensatz zu den übrigen blauen, verlinken auf eine Österreich-Seite, die aktuelle Informationen rund um Politik, ­Verkehr, Kriminalität und Medien beinhaltet. Sonst ­bietet die Website neben News, Unterhaltung, Rat­ geber- und Spielerubriken darüber hinaus

Was bieten die Sender mit österreichischen ­Programmformaten im Netz? Eine kleine Surferei von HORIZONT durch die Sites der Sender­ marken und einige Spezialangebote.

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Märkte & Medien

24. September 2010

TV-Markt

­ usatzinformationen zu den RTL-Sendungen Z von A bis Z mitsamt Videos zu Hintergründen und „Making-of“ der einzelnen Sendungen

sind bis dato kein Thema: Austria 9 TV sendet ­einen hohen Anteil an Fremdprogrammen, die aber aus rechtlichen Gründen der nationalen Nicht-Abgrenzbarkeit nicht online gestellt ­werden dürfen. Für die Akquisition von Film­ material hingegen wird die Plattform durchaus eingesetzt: „Dafür haben wir die Austria-9-TVJungfilmnacht ins Leben gerufen“, so Heberling, „dort können junge Talente mittels Kontaktformular ihre jungen Werke anbieten“

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Sky: Der Konvergenz auf der Spur Auch wenn das Fernsehgerät für den Pay-TVSender Sky nach wie vor „das Hauptabspielgerät für den eigenen Content bleibt“, wie es Geschäftsführer Kai Mitterlechner ausdrückt, so wird dennoch versucht, sich auf die Bedürfnisse mobiler ­Menschen einzustellen und das eigene Angebot dahingehend ständig zu erweitern. „Für den ­Anfang stellen wir bereits unser gesamtes Sport­ angebot online, vor allem die Liveübertragungen. Das ist der logische erste Schritt, da für mobile Nutzer hier der Leidensdruck am größten ist“, so der Österreich-Chef. Ende Oktober wird hierzulande zudem eine iPad-App – inHD –

selbst für Kommentare, Analysen und Hintergrundberichte über die hauseigene Redaktion, so Widhalm. Schließlich brauche jedes ­Medium auch seinen eigenen redaktionellen Stil. Der soll bei Laola1.tv vor allem die Kernzielgruppe „jung, männlich, zwischen 14 und 45“ ­ansprechen. Das gilt auch für den Mix an Sport­arten, von der Österreichischen Bundesliga (Erste und Zweite Liga) über die spanische Primera ­División, die Erste Bank Eishockey Liga und die VolleyballChampions­league bis hin zu Tisch­tennis oder Field-­Hockey im Zuge europäischer Kooperationen. Als Erlösquellen stehen dem Sparten­kanal klassische ­Online-Werbung (ein wesentlicher Teil entfällt auf Video-Ads, siehe dazu die aktuelle BESTSELLER-Ausgabe 9/10), Dienstleistungen an Dritte – unter anderen für Verbände und Vereine, aber auch für Medien und Wettanbieter – sowie die Refinanzierung über Content-Syndication – etwa für Teletext-Services oder Mobilfunker – zur Verfügung. Laola1, jeweils zur Hälfte im Eigentum von Karl Wiesen­eder und ­Thomas Krohne – wurde 2001 als Tochter von Sport1.de gegründet; 2006 kam es zum ­Management-Buy-Out und zur Gründung der ­Holding The Sportsman Media Group.

Wien Live TV in einer montäglichen Sondersendung um 20 Uhr auf Sportarten abseits von Fußball und Skifahren. „W24 ist einer der Kanäle im Wiener Kabelnetz, bei UPC Telekabel, und wird in Wien und Umgebung von 430.000 Haushalten und in Zukunft hoffentlich auch auf aon.tv empfangen“, erklärt ­Knöppel. Die Beiträge können darüber hinaus auf der Website www.wienlive.tv auch im Nachhinein angesehen werden. W24 – Inhaber ist Kabel TV Wien – indessen sendet von 22.00 bis 06.00 Uhr die bekannte Nachtsschiene: Wien aus der Sicht eines Verkehrsmittelteilnutzers – unterwegs in ­Fiaker, Straßenbahn und Schnellbahn. „Von 06.00 bis 22.00 Uhr bringen wir Nachrichten im Viertelstundentakt für jeweils drei Minuten und zwölfminütige Reportagen. W24 ist schräg, liebevoll und kritisch“, definiert Gerhard Koller, Geschäftsführer Webworks, den Sender, für den er Content liefert und der sämtliche ­Inhalte auch im Web zur Verfügung stellt. 35 Mitarbeiter arbeiten inhaltlich, redaktionell und technisch für W24, der seit 2005 on air ist.

ORF/sportplus: Der sportliche Kanal von ORF bringt vom Frank-Stronach-Derby bis zum Dolomitenmann eine lange Reihe an Sporthighlights.

ATV.at: Dabeisein und chatten, Videos hochladen und Sendungen ansehen – all das bietet das interaktive Bewegbild-Portal von ATV.

Austria 9: Der Online-Shop auf Austria9.tv mit gebrandeten Produkten stellt eine wertvolle Zusatzeinnahmequelle für den Sender dar.

servustv.at: Programmübersicht, Mediathek zum Nachschauen, und, einzigartig: Landkarte mit geografisch verdatenen Sendungsinhalten.

dem in der Rubrik „Schauplätze“: eine ­interaktive Landkarte mit Programminformationen, die per Mausklick an unterschiedlichen Orten abrufbar ist. Programmbegleitung für Austria 9 TV Für den österreichischen Privatsender Austria 9 TV stellt die gleichnamige Online-Seite in erster Linie eine programmbegleitende Plattform dar, die die Möglichkeit der vertiefenden Programmübersicht und Programminhalte liefern soll.

g­ elauncht, „als Ergänzung für den sich wandelnden Medienkonsum“. Bezahlt muss natürlich auf allen Plattformen und Devices werden, und zwar im „Pay-Per-View“-Modus. Einzig für TV-Abonnenten ist der Großteil der digitalen Angebote in ihren ­Packages enthalten – bis auf ausgewählte Einzel­events. Für Mitterlechner stellen die Online-Aktivitäten eine „innovative Ergänzung zum bestehenden Geschäftsmodell dar“, wenngleich er keine Zahlen bezüglich Zugriffen, Online-Umsätzen oder Neukundenakquisition verrät.

W24 und Wien Live TV: zwei für Wien Seit 1. Februar ist das Stadtmagazin Wien Live TV von echo TV, einer Tochter des Echo Medienhauses, on air. Das TV-Magazin dauert eine Viertelstunde und präsentiert all jene gesellschaftlichen und kulturelle Ereignisse und sportlichen Events im Großraum Wien, die große Sender nicht ab­ decken können oder wollen. „Ich will Fernsehen machen mit Inhalten für alle. Ich liebe diese Stadt und zeige, was in Wien los ist“, informiert Michael Knöppel, der auch als Moderator und Produzent

Internet mit einer Besonderheit für österreichische Verhältnisse aufwarten: Okto ist nämlich seit 2005 mit einem Simulcast-Live-Stream auf der gleichnamigen Online-Plattform vertreten, das gesamte Programm ist rund um die Uhr zeitgleich im Web zu sehen – und damit weltweit. „Das ist gerade für Auslands-Österreicher ein sehr nettes Feature“, ­findet Geschäftsführer Christian Jungwirth. Möglich ist das durch die Rechte, die allesamt bei Okto liegen, weil das Programm zu 100 Prozent von der Community eigenproduziert wird. „Da wir ein

wien.at/tv, W24: W24 ist Träger für W24-Produktionen von Webworks und seit Anfang Februar für eine Stunde Wien Live TV.

okto.at: Ein Live-Stream und eine Mediathek ab November sind die Special-Web-Features von Okto.tv – und „Democracy Now“

laola1.at: Jung und männlich ist der sportliche Web-TV-Sender. Der Inhalt kommt von Broadcastern oder eigenen Kamerateams.

sky.at: Sky bietet seine Sportangebote sowohl live als auch on demand auf sky.at an – und bald auch als iPad-App in HD.

­ arüber hinaus dient sie auch der KundenbinD dung: Es wird beispielsweise die Austria-9-TVMastercard angeboten, die Vergünstigungen für die Zuschauer beinhaltet, im Online-Shop gibt es Austria-9-TV-gebrandete Produkte, zahlreiche Online-Spiele des Gaming-Experten Bigpoint ­sollen dem Zuschauer Entertainment bieten. ­„Unsere Online-Aktivitäten sind derzeit noch im Aufbau“, so Geschäftsführer Conrad Heberling. „Insbesondere eine Community benötigt viel ­Aufmerksamkeit.“ Eine Mediathek sowie Streams

Laola1: jung, männlich, sportlich Wie kommt ein „Web-TV“-Anbieter wie Laola1.tv zu seinen Bildern? „Einerseits bekommen wir ­fertig produzierte Signale von den Broadcastern, die wir mit unseren technischen Möglichkeiten für das Web optimieren, um sie in unsere Player zu transferieren“, schildert Kommunikationsleiter Thomas Widhalm. Andererseits setzt der Internet-Sportchannel bei ausgewählten Disziplinen sogar ­eigene Kamerateams vor Ort ein – so etwa bei Beach-Volleyball-Turnieren. In jedem Fall sorgt Laola1 aber

für Wien Live TV tätig ist. Der ehemalige ORF-Sportreporter, Sendechef von „Sport am Sonntag“ und Geschäftsführer der Produktionsfirma echo TV zeichnet für die Sendung verantwortlich. ­Neben Knöppel präsentiert Andrea Buday in ­„Andreas Welt“ zweimal pro Woche Wiener ­Societythemen. Kurator Jürgen Weishäupl ist auf einer roten Vespa als „Kulturflitzer“ in Wien ­unterwegs. Helmut Schneider, Herausgeber des Printmagazins Wien Live, bietet Lesetipps. Auch Dieter Chmelar und Ossi Schellmann gehören zum Team. Im Sport setzt

nicht-kommerzieller TV-Sender sind und deshalb nur über einen sehr überschaubaren Budgetrahmen verfügen, nämlich knapp 1,2 Millionen Euro Pro Jahr, wohlgemerkt für den gesamten Sender, konzentrieren wir uns im Web auf das Wesentlichste“, so Jungwirth. Dazu zählt unter anderem die Kommunikation des TV-Programms, die Unternehmenskommunikation und ein kleiner Downloadbereich für Klingelton, Logos und Banner. Eine Mediathek ist in Arbeit und wird mit November der Öffentlichkeit vorgestellt.  cc/dodo/bis/hs/gud

ServusTV per Mouse-Klick Am 1. Oktober 2009 begrüßte ServusTV, das Spartenprogramm im Eigentum des Red-BullKonzerns, sein Publikum in der D-A-CH-Region (ein umfassendes Porträt über das Fernseh­ projekt des Getränkeriesen lesen Sie im aktuellen „Medien Spezial“-Heft 2010, das von der BESTSELLER-Redaktion gemeinsam mit dem Magazin trend herausgegeben wird). Dosen-Milliardär Dietrich Mateschitz hat den maroden Lokal-Sender Salzburg TV aufgekauft und in ein privat finanziertes 24-Stunden-Vollprogramm mit öffentlich-rechtlichem Anspruch umgewandelt. Letzterer findet sich auch auf servustv.com wieder. Auf der Website des heimischen TV-Newcomers zeigen sich, nebst einer umfassenden Mediathek als Herzstück des Online-Auftritts, Informationen über Empfangsmöglichkeiten und Sendungsinhalte bis hin zu in 3D produzierten Formaten sowie Video-Blogs und ein SeherForum. Ein originelles Element findet sich zu-

okto.at: weltweit im Web zu sehen Obwohl ein Nischensender in der heimischen TVLandschaft, kann der Community-Sender Okto im

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HORIZONT No 38

Mit 1. Oktober gibt der Gesetzgeber dem ORF ein neues Korsett – das betrifft nicht nur den Werbemarkt, sondern insbesondere die (Gebühren-)Finanzierung und deren Verwendung – Stichwort TW 1

ORF-Gesetz – Die neuen Regelungen Der 17. Juni 2010, ein Donnerstag, ist ein Tag, der wahrhaftig das Zeug zur Geschichtsträchtigkeit hat, wurden doch für die überschaubare österreichische Medienlandschaft „klassischer“ Herkunft Weichen gestellt: Just während der Generalversammlung des Verlegerverbandes VÖZ erreichte am Mittag die Nachricht vom Ableben des legendären Hans Dichand die versammelten Printmanager – es gab kein Printmedium, keine Nachrichtensendung in Radio oder Fernsehen, keinen Online-Dienst, der den Todesfall nicht als Spitzenmeldung hatte. Wir erinnern uns an die Spekulationen, die kurz danach einsetzten um das „Quo vadis, Krone?“ – nun, der neue Herausgeber Christoph Dichand hält die Zeitung auf Kurs. Was bis zum Todesfall im Mittelpunkt des medienpolitischen Ringens und Lobbyierens stand und ebenfalls am 17. Juni beschlossen wurde, verblasste da kurz – und wird mit Gesetzwerdung am 1. Oktober zu einer neuen Justierung der TV-Landschaft in Österreich und des ORF im Besonderen führen (mit noch ungeahnten Folgen – eine davon, siehe Seite 1, „Agenturprovision“ – wird bereits sichtbar. Die Mediendiensterichtlinie ist ein komplexes Werk, das die bisherige KommAustria, unter dem Dach des Bundeskanzleramts angesiedelt, zur unabhängigen Behörde macht. Deren neue Befugnisse – vor allem hinsichtlich der Kontrolle des öffentlich-rechtlichen ORF, aber auch der Privaten im

dualen Rundfunksystem – wird sich erst entfalten. Durch eine Reihe von Gesetzesänderungen wurde die Position des ORF im dualen Markt – absolut nicht zur Freude des VÖP (Verband der Privatsender) – in ein neues Korsett gebracht. Mit Vor- und Nachteilen. Im Folgenden ein Auszug jener Bestimmungen, die ab 1. Oktober die Verhältnisse im dualen System teilweise neu bestimmen (zitiert laut einer Zusammenstellung der APA): • Gebührenrefundierung: 160 Millionen, verteilt auf vier Jahre, bekommt der ORF an zusätzlichen Gebührengeldern zugesprochen. 2010 und 2011 fließen jeweils 50 Millionen Euro aus dem Titel der Gebührenrefundierung an den Sender, 2012 und 2013 sind es jeweils 30 Millionen Euro. Voraussetzung soll allerdings sein, dass die Strukturund Sparmaßnahmen in den Augen der neuen Medienbehörde ausreichend erfüllt werden. • Medienbehörde: Die Medienbehörde bestimmt unter anderem darüber, ob der ORF die zusätzlichen Gebührengelder jeweils ausbezahlt bekommt. Dazu legt der Generaldirektor vorab ein Strukturkonzept mit einer Rahmenplanung der Einnahmen und Ausgaben vor. Binnen sechs Wochen gibt die Medienbehörde eine Stellungnahme ab, die der Generaldirektor gemeinsam mit dem Strukturkonzept dem Stiftungsrat vorlegt. Eine nachträgliche Prüfung der ORF-Zahlen erfolgt unabhängig von der Vorab-Stellungnahme der Prüfungs-

kommission. Die Mitglieder werden von der Bundesregierung vorgeschlagen. Beschlossen wird die Besetzung allerdings vom Hauptausschuss des Parlamentes. Die Behördenmitglieder – fünf an der Zahl, mit mindestens fünf Jahren juristischer Erfahrung – dürfen nicht in einem Medienunternehmen beschäftigt sein. Der ORF-Stiftungsrat kann die Prüfungskommission der Medienbehörde mit Prüfungen beauftragen. • Product Placement: Im ORF grundsätzlich verboten. Ausgenommen sind

Neuer Leiter der „Medienbe­ hörde“, bereits erfahren als Lei­ ter der Komm­ Austria: Michael Ogris.  © KommAustria

unter bestimmten Auflagen – Tabak und Alkohol dürfen etwa nicht beworben werden – Kinofilme, Fernsehfilme und -serien sowie Sportsendungen und Sendungen der leichten Unterhaltung. Die Ausnahme gilt nicht für Kindersendungen. • „Regionalwerbung“: Täglich dürfen pro Bundesland höchstens 150 Sekunden bezahlte Kooperationen rund um „Bundesland heute“ geschaltet werden. Daran sind zusätzliche Auflagen geknüpft: Die Schaltungen müssen beispielsweise auch in anderen Mediengattungen erfolgen, was wiederum andere

Regionalmedien profitieren ließe. Außerdem wurde ein Katalog formuliert, in dem aufgezählt wird, welche Institutionen solche bezahlten Kooperationen machen dürfen – etwa Bundesländer, Gemeinden oder gemeinnützige Rechtsträger. Thematisch erlaubt sind Schaltungen zu Sport, Kunst und Kultur, sofern über die Veranstaltungen nicht ohnehin breit berichtet wird, sowie zu Volkskultur und Brauchtum. Weiters im Katalog sind bezahlte Kooperationen zu gemeinwirtschaftlichen Gesundheitsleistungen, Verkehrssicherheit und Konsumentenschutz. • Kultur- und Informationsspartenkanal: TW 1 wird umgebaut und ein Spartenkanal mit Schwerpunkt Information und Kultur. Auch diese Auflage ist an die Gebührenrefundierung geknüpft. ORFGeneraldirektor Alexander Wrabetz will den Sender ab 2011 im regelmäßigen Sendebetrieb on air haben. Abgesichert wird auch ORF Sport plus. • Kinofilme: Teil des Auftrages, der mit der Gebührenrefundierung verknüpft ist, ist die Aufrechterhaltung der Filmförderung. 5,9 Millionen Euro jährlich muss der ORF zur Mitfinanzierung von Kinofilmen bereitstellen. • Filme und Serien: Der ORF muss den Anteil der österreichischen Produktionen im Gegenzug für die Gebührenrefundierung kontinuierlich erhöhen. • Online-Werbung: Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass die Online-WerbeEinnahmen ab Inkrafttreten des Gesetzes zunächst auf drei Prozent beschränkt werden. Ab 2013 sollen es vier Prozent

. k c u r d f p o n K f u a Hollywood

werden und ab 2016 fünf Prozent. Im Gegenzug müssen „nicht sendungsbegleitende“ Angebote wie das IT-Portal „Futurezone“ (mittlerweile an Telekurier verkauft) oder Spiele wie die „SkiChallenge“ aufgegeben werden. Auf den Bundesländerseiten dürfen pro Woche nicht mehr als 80 Meldungen geschaltet werden. • Online-Foren: Foren dürfen nur mehr sendungsbegleitend geöffnet werden. Für sie ist eine namentliche Registrierung samt Nennung der Wohnadresse notwendig. • Gebühren: Werden künftig alle fünf Jahre neu festgesetzt. Über die rechtmäßige Verwendung der Gelder wacht die neue Medienbehörde. • Gremien: Trotz Forderungen des Rechnungshofes gab es keinerlei Änderung bei Publikums- und Stiftungsrat. Auch die teure Faxwahl für sechs Vertreter der Hörer- und Sehervertretung wurde nicht abgeschafft. • Direktorium: Während Publikumsund Stiftungsrat gleichbleiben, wird das ORF-Direktorium in der nächsten Funktionsperiode von sechs auf vier Köpfe verkleinert. • Frauenquote: 45 Prozent weibliche Kandidatinnen in neu besetzte Jobs. Von der Frauenquote ausgenommen sind allerdings die ORF-Gremien und die ORF-Geschäftsführung. • Radio-Symphonieorchester: Das ORFeigene Musikorchester (RSO) wird weiter erhalten. Auch hierfür sind Gelder aus der Gebührenrefundierung zweckgebunden. hs

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20.09.10 11:20

Adebar-Höhenflüge Die LandeswerbepreisTräger 2010 in Wort und Bild. Seite 66

HORIZONT

Pannonische Wellen HORIZONT hat bei den burgenländischen Rundfunkern hineingehört. Seite 67

Print gewinnt im Osten Pannonische ReichweitenKaiser matchen sich am kleinen Zeitungsmarkt. Seite 68

LÄNDER-REPORT Die Kommunikationslandschaft im Burgenland

Adebar muss Federn lassen: Trotz hoher Qualität der Arbeiten weniger rege Beteiligung beim Landespreis als in den Vorjahren – acht burgenländische Agenturen glänzen mit Gold

Seier fliegt beim Adebar voraus

Die Adebar-Trophäe wurde von Holzbildhauer Daniel Bucur gestaltet. Die Auszeichnung ging heuer an acht Kommunikationsbetriebe. © Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Burgenland

„Die Liga der außergewöhnlichen WerbeheldInnen“ – so das Motto beim Adebar 2010 – fand sich am 23. September im burgenländischen Pamhagen ein, um ihre besten Vertreter vor den Vorhang zu bitten und mit dem Landeswerbepreis zu ehren. Die burgenländische Kreativauszeichnung, benannt nach dem „fabelhaften“ Storch, wird im ZweiJahres-Rhythmus von der Wirtschaftskammer-Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation an Mitgliedsbetriebe vergeben: diesmal in zwölf Kategorien, einschließlich der Sonderklasse „Goldene Schublade“ für herausragende, aber unveröffentlichte Arbeiten. Acht Agenturen, und mit ihnen ihre Kunden, durften sich heuer über einen ersten Platz beim Adebar freuen – einige gleich mehrfach. Als Abräumer des Abends erwiesen sich einmal mehr die Großpetersdorfer Werber aus dem Hause seier.com – HORIZONT-Leser wissen: Bei der letzten Adebar-Ausgabe im Jahr 2008 konnten Seiers ihren persönlichen Landespreis-Rekord mit sieben Trophäen toppen. Diesmal sind es immerhin vier an der Zahl, die sie aus stolzen zwölf Nominierungen verwandeln konnten. Jeweils einen Adebar in Gold staubten Robert und Irene Seier in den Kategorien Plakate, Etiketten-/Packungsdesign, Logos sowie Corporate Design ab – in den beiden letztgenannten für ihren Kunden „Livios Café. Bar. Gartencenter“ in Hainburg. In die Riege der Mehrfach-Sieger reihten sich auch das atelier4 von Felix Pichlmayer und der Werbeverbund Paprika rund um Fach-

gruppenobmann Luis Siegl und Corino Fabiani. atelier4 konnte dabei auch gleich die Königsdisziplin „Werbekampagne“ im Auftrag des Kunden Sonnberghof für sich entscheiden und einen weiteren Adebar-Erfolg in der Sonderkategorie „Goldene Schublade“ (Kampagne Die Grünen Burgenland) verbuchen. Den zweiten Adebar-Doppler landeten die Werber von Paprika in den Kategorien Direct Mailings sowie Anzeigen. Blei-

Fachgruppenobmann Luis Siegl: „Immer mit goldenen Löffeln zu essen, verdirbt den Geschmack.“ © Michaela Grabner

ben, last but not least, die Adebar-Gewinner 2010 mit je einmal Gold in alphabethischer Reihen folge zu nennen, nämlich: Allograph Günter Praschberger, Gitgo GmbH, Jeitler & Partner Werbeagenten, Rabold und Co. sowie RauchPower. Adebar in der Mauser Die Zahl der heurigen Einreichungen (Arbeiten, die zwischen August 2008 und Juli 2010 erstmals eingesetzt beziehungsweise veröffentlicht wurden) war laut Initiatoren in fast allen Kategorien rückläufig; ebenfalls reduziert hat sich die Beteiligung der Werbeunternehmen im Vergleich zum Adebar 2008 – auch so manch „üblicher verdächtiger“ Preisträger aus den Vorjahren glänzte diesmal mit Abwesenheit. Fachgruppenobmann

Luis Siegl will den Ursachen hierfür gründlich nachgehen, wie er sagt. Wiewohl die Jury die Qualität der eingereichten Arbeiten für „ausgezeichnet“ befunden habe. „Welchen Stellenwert der Adebar hat, kann nur individuell beantwortet werden. Das gute Image des Werbepreises wird uns aber immer wieder von Seiten der Kunden bestätigt“, legt Siegl nach. Aufgabe der Auszeichnung sei es, die regionale Werbewirtschaft zu stärken und ihren Kunden „das gute Gefühl zu geben, sich in der Auswahl ihrer Agentur richtig entschieden zu haben“. Es ist anzunehmen, dass auch die schwächelnde Konjunktur das Ihre dazu beigetragen hat, dass der Adebar heuer Federn lassen musste, was die weniger rege Teilnahme angeht. Wenn die Werbewirtschaft als Speerspitze der Konjunktur gesehen wird, dann war diese laut Siegl im Vorjahr „unvermeidlich stumpf“. Wobei sich das Burgenland aufgrund nachvollziehbarer Kriterien krisensicherer dargestellt habe. Dazu zählen laut Siegl die hohe Flexibilität der schlank strukturierten Unternehmen – „oft eine Tugend in der Krise“ – , und die „überschaubare Größe“ des Bundeslandes selbst, wodurch sich die Auswirkungen im „hellroten Bereich“ bewegen würden. „Wir selbst haben in vielen Bereichen auf Sparflamme gekocht – aber immer nur mit goldenen Löffeln zu essen, verdirbt ohnehin den Geschmack“, formuliert es der Fachgruppenobmann. Wie Agenturvertreter im Burgenland die Lage sehen, hat HORIZONT auf Seite 68 festgehalten. Alle Adebar-Preisträger in Wort und Bild finden Sie auf der nächsten Seite und auf www.horizont.at. gud

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14.04.2010 12:10:53 Uhr

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Länder-Report

Adebar-Preisträger 2010

Werbekampagne GOLD Arbeit: Broschüren, Folder, Inserat... Agentur: atelier4 Felix Pichlmayer Auftraggeber: Der Sonnberghof

2. Platz 3. Platz

Agentur Jeitler & Partner seier.com

Auftraggeber Bundeskammer der Zivilingenieure Südburgenland – Ein Stück vom Paradies

Logos

28 Agenturen haben eingereicht – acht wurden als Adebar-Sieger auserwählt

Die Adebar-Jury 2010

Kreative Nester Mit 151 Arbeiten von 28 Kommunikationsbetrieben konnte die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation im Burgenland heuer deutlich weniger Einreichungen und Teilnehmer verzeichnen als bei der letzten Adebar-Ausgabe im Jahr 2008 (231 Arbeiten, 36 Agenturen). Die Qualität der Projekte dagegen sei nicht gesunken, befand die Fachjury (siehe Kasten rechts). Auch der OverallGewinner – gemessen an Kategoriesie-

GOLD Arbeit: „Livios“ Agentur: seier.com Aufraggeber: Livios Café. Bar. Gartencenter by Huber

gen – ist derselbe wie vor zwei Jahren: Die Kreativschmiede seier.com in Großpetersdorf kann heuer vier von insgesamt zwölf Nominierungen in „Adebare“ verwandeln. Dahinter folgen das atelier4 von Felix Pichlmayer – ebenfalls gelernter Landespreis-Abräumer – mit zwei Trophäen aus vier Nominierungen ex aequo mit dem Werbeverbund Pa­ prika, der beide Shortlist-Platzierungen vergolden konnte. gud

2. Platz 3. Platz

HORIZONT No 38

Agentur seier.com Blickfang

Angelika Sery-Froschauer, WK Österreich Heimo  Lercher, WK Steiermark Konrad Maric, Maric & Rinaldin Klára Szigeti, Art Médium Manfred Enzlmüller, WK Niederösterreich Peter Drössler, WK Wien Bernd Maier, WK Steiermark Jürgen Eixelsberger, Design- und Werbeagentur designation Stefanie Kukacka, HiT FM Privatradio Anton  Fric, EVN AG

Auftraggeber Eisenberg DAC Wirtschaftskammer Burgenland

Anzeigen 2. Platz 3. Platz

Agentur seier.com seier.com

Auftraggeber The Burnouts Regionalmanagement Burgenland

Corporate Design GOLD Arbeit: „Livios“ Agentur: seier.com Aufraggeber: Livios Café. Bar. Garten­center by Huber

GOLD Arbeit: „Stardreck – die Dreckskerle“ Agentur: Werbeagentur Paprika Fabiani, Siegl Auftraggeber: Hackl Container

Plakate ab A2 GOLD Arbeit: Plakat „Kinder Musikschule“ Agentur: seier.com Auftraggeber: Musikschule Groß­petersdorf

Etiketten, Packungsdesign

2. Platz 3. Platz

3. Platz

Agentur Auftraggeber Eitzenberger/The Brand Office Biosphärenpark Wienerwald Eitzenberger/The Brand Office Biosphärenpark Wienerwald

Agentur seier.com

Auftraggeber Mole West

GOLD Arbeit: „Old Raven“ Agentur: seier.com Auftraggeber: Rabenbräu 2. Platz 3. Platz

Agentur seier.com seier.com

Auftraggeber Eisenberg DAC Novum Verlag

Direct Mailings GOLD Arbeit: Empfehlungsmarketing/ Box „Zeitensprung“ Agentur: Werbeagentur Paprika Fabiani, Siegl Auftraggeber: Tourismusverband Region Jennersdorf

Folder, Flyer GOLD Arbeit: Flyer, DVD, Image Agentur: RauchPower Auftraggeber: Weingut Moser

2. Platz 3. Platz

Agentur atelier4 Felix Pichlmayer ideas4you

Auftraggeber Eigenwerbung Fassaden René Schuch

GOLD Arbeit: Etikette „Allacher“ Agentur: Allograph Günter Praschberger Auftraggeber: Weingut Allacher

Agentur Auftraggeber Schokobanane – Kühteubl & Schreiter OG Eigenwerbung Rabold und Co. Druckerei Europrint

Broschüren, Bücher

Messestände, Werbearchitektur

GOLD Arbeit: „Adam“ Imagefolder Agentur: Jeitler & Partner Werbeagenten Auftraggeber: Adam Fertighaus

GOLD Arbeit: Erlebnisweg „Lebenswart“ Agentur: Rabold und Co. Auftraggeber: Verein Eurowart 2. Platz 3. Platz

2. Platz 3. Platz

2. Platz 3. Platz

Agentur atelier4 Felix Pichlmayer RauchPower

Agentur Eitzenberger/The Brand Office atelier4 Felix Pichlmayer

Auftraggeber Austria Card Salvator Apotheke

Auftraggeber mcotec Baufirma Waha

Länder-Report Die Kommunikationslandschaft im Burgenland Ressortleitung: Gudrun Wolfschluckner, Bakk. (gud) Redaktion: Mag. Sarah Obernosterer (so), Mag. Birgit Schaller (bis), Mag. Harald Wolkerstorfer (wh) Anzeigen­ leitung: Martina Hofmann Anzeigen: Martin Kaindel, Sabine Vogt-Kraußler Anzeigen-Sekretariat: Carolin Daiker, Ariane Schlosser Lektorat: Andreas Hierzenberger, Lisa Mang Layout: Cemal Soyel

Web-Design GOLD

Arbeit: www.gutoggau.at Agentur: gitgo GmbH Auftraggeber: Eduard Tscheppe

2. Platz 3. Platz

Agentur seier.com gitgo GmbH

Auftraggeber Mole West Land Burgenland

Goldene Schublade GOLD Arbeit: Werbekampagne – Die Grünen Agentur: atelier4 Felix Pichlmayer

Länder-Report

Elektronische Medien im Burgenland

24. September 2010

67

Der ORF steht im Zeichen von Liszt und 90 Jahren Burgenland – BKF plant Ausbau der technischen Reichweite – Kronehit ist stärkster Privatradiosender – HiT FM gibt sich offensiv

Große Pläne für Radio und TV „Im Jahr 2011 gibt es bei uns zwei große Schwerpunkte: den 200. Geburtstag von Franz Liszt und 90 Jahre Burgenland“, verrät Karlheinz Papst, Landes­direktor des ORF Burgenland. Der Komponist und Lebemann Franz Liszt wurde 1811 im damals ungarischen ­Ferenc, dem heutigen Raiding, geboren. Im Radio plant der ORF eine Anek­doten-Serie und ab Jänner vier Konzertblöcke, im TV werden die Brüder Kutrowatz Ohrwürmer spielen, die dem Publikum den

setz haben sich ORF und Verlegerverband abgetauscht. Doch wir haben auch mit dem Landesstudio ein gutes Miteinander. Und für uns gilt: Wir konzentrieren uns auf unsere Stärken“, kommentiert BKF-Geschäftsführer Nikolaus Donner die Lex ORF. Wie auch im Vorjahr verzeichnet der Sender der Burgenländischen Elektrizitätswerke (Bewag) nach eigenen Angaben ein Wachstum. Ein großes Thema werde 2011 der Ausbau der technischen Reichweite sein. Das BKF, seit 16 Jahren am Markt, ist über Kabel vor allem im

Nordburgenland empfangbar. Der Sender bringt ein einstündiges Programm, das 24 Stunden läuft. „Wir besitzen – im Gegensatz zu den Kollegen vom Privatradio – leider keine nationale Vermarktungsmöglichkeit“, bedauert Donner. Dies bedeute einen hohen Vertriebsaufwand. „Doch die letzte Marktstudie, die im Rahmen der RTR-Förderung im Juni stattfand, bescheinigte uns, dass ein Drittel der burgenländischen Haushalte (technische Reichweite, rund 37.000 Haushalte, Anm.) zu 95 Prozent mehrmals wöchentlich unseren Sen-

der sehen. Wir erreichen auch die Jüngeren“, freut sich der BKF-Chef. Zum Radio: Hier ist der stärkste Privatsender Kronehit mit 17 Prozent Reichweite in der Zielgruppe 14 bis 49 und zehn Prozent Marktanteil. Neben den ORF-Sendern ist HiT FM mit einem „Erwachsenenformat, das jung klingt“, wie es Christoph Lenzbauer, Geschäftsführer HiT FM ausdrückt, on air. Lenzbauer ist seit Herbst 2009 bei HiT FM, das zur deutschen Moira-Gruppe gehört. Lenzbauer baut auf ein Partnerkonzept mit einzelnen Gemeinden. Ein

aktuelles Highlight wird die bereits mehrmals durchgeführte „Future Dance Attac 5“ in Mattersburg im Oktober sein. Neu ist, dass HiT FM das Jugendportal „nightlife“ in Wien, NÖ und dem Burgenland crossmedial mitvermarkten wird. Die HiT-FM-Zielgruppe ist „jünger als Ö3“ und liegt zwischen 20 und 49 Jahren, die Reichweiten im Burgenland liegen laut Radiotest bei vier Prozent für das erste Halbjahr 2010 nach 5,6 Prozent im Vergleichszeitraum – das Burgenland sei also noch „Entwicklungsland“, meint Lenzbauer. bis

GABLER JURASCH

ORF-Landesdirektor Karlheinz Papst: „Planen für kommendes Jahr vorsichtig im Hinblick auf Gesetzesänderungen.“ © ORF

„ersten Popstar der Geschichte“ näherbringen sollen. Auch auf Verkaufsseite ist der Landesdirektor durchaus zufrieden: „Die Sonderwerbeformen liegen über Plan, die klassische Werbung blieb ein bisschen unter den Erwartungen“, informiert Papst und ergänzt: „Die burgenländische Wirtschaft ist klein strukturiert, konjunkturelle Schwächen zeigen sich später und weniger deutlich.“ Im Hinblick auf die neuen Werberichtlinien wird vorsichtiger geplant: „Wir haben noch kein Gefühl für konkrete ­Ergebnisse, sind aber mit unseren Kunden und Partnern im Gespräch.“ Man wisse nicht, wie Kunden damit umgehen werden, dass sie, wenn sie im ORF werben, auch zur Werbung in einem weiteren Medium verpflichtet sind. Durch das Werbeverbot für Online werden außerdem bis zu zehn Prozent Umsatz wegfallen, glaubt Papst. Gutes Miteinander „Es ist eine Marktverzerrung, wenn ein Sender, der Rundfunkgebühren kassiert, wie ein Privater am Markt agieren darf. Das hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Mit dem neuen Ge-

HiT-FM-Geschäftsführer Christoph Lenzbauer: „HiT FM ist ein Erwachsenen-Format, das jung klingt.“  © HiT FM

TV und Radios im Burgenland Medium: ORF Burgenland Format: tägliches Programmfenster, zirka 30 Minuten Web: http://burgenland.orf.at Medium: BKF – Das Burgenland ­Fernsehen Format: Eine Programmstunde pro Woche, ganztägig wiederholt Web: www.bkf.at Regionalradio im Burgenland Medium: HiT FM Burgenland Format: Euro AC Web: www.hitfm.at

Fast 2,9 Mio. LeserInnen machen uns zur Nr.1 in Österreich. Gut fürs Geschäft. Quelle: MA 2009, Printmedien, Schwankungsbreite ± 0,8%

Medium: Kronehit Format: Hot AC

Web: www.kronehit.at

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Länder-Report

Agenturen und Printmedien im Burgenland

HORIZONT No 38

Burgenländische Kommunikatoren über die Krise, den Standort, Schulterschlüsse und den Werbepreis Adebar

Zuversicht im Werbe-Pannonien

Das Lokal Mole West Gastro am Neusiedlersee greift auf das Know-how der burgenländischen Agentur seier.com zurück.

Für Fachgruppenobmann Luis Siegl, im Brotberuf Inhaber der Werbeagentur güteSiegl, stellte sich das wirtschaftliche Stimmungsbarometer 2010 im Vergleich zum Vorjahr von Beginn an merklich positiver dar. Auch aus Sicht seiner Agentur, die ferner im burgenländischen Agenturverbund Paprika in Erscheinung tritt (nebst Allograph Mediendesign, ­kranichgrafik, Towanda und Master Design), sei die Auftragslage heuer „um einiges besser“. Mit einer Prognose für das kommende Jahr hält sich der ­Vollblut-Werber aber zurück: „Als ­Unternehmer einen Ausblick auf 2011 zu wagen, ist wie träumen – und wer ­erträumt sich nicht gerne eine schöne Zukunft? In Wahrheit sind wir abhängig von Faktoren, die wir selbst nicht mit­gestalten können. Aber realistisch ist ­irgendetwas zwischen Gier und

Panik, um im Börsenjargon zu sprechen“, sagt Siegl. Mit Gewissheit dagegen stellt er fest, dass „das Vertrauen in die Qualität der burgenländischen Werbewirtschaft zum Großteil vorhanden“ sei. Daneben werde sich die gesamte Branche aber an „staubtrockene Fördertöpfe“ für Kommunikationsaufgaben gewöhnen müssen. Leichte Aufbruchstimmung Wie schlagen sich die burgenländischen Agenturen in der Wirtschaftskrise? „Für viele Unternehmen ist Werbung in der Wirtschaftskrise ein rotes Tuch“, konstatiert Ronald Fenk, Geschäftsführer von HiCo New Media Services. „Unsere ­Kunden, vornehmlich EPUs und KMUs, haben die Krise meiner Meinung nach nicht so wahrgenommen wie die ‚BigPlayer‘ am österreichischen und inter-

nationalen Markt.“ Trotzdem hat sich HiCo breiter aufgestellt und entschieden, neben der Gestaltung und Umsetzung von gedruckten und digitalen ­Medien zusätzlich im Eventgeschäft Fuß zu fassen. Der Zuschlag für die Aus­ richtung der Landeswerbepreis-Gala 2010 sei ein wichtiger Baustein beim Aufbau dieses Unternehmensbereiches gewesen und außerdem eine namhafte Referenz. Mit Herbst erwartet die HiCoFamilie Zuwachs in Person eines Lehrlings. „Wir bilden seit 2006 Lehrlinge in Mediendesign aus und bieten ­damit Jugendlichen die Chance, einen der schönsten Berufe der Welt praxisnah zu erlernen“, so Fenk. „Da im Burgenland auch Trends ­später ankommen, hat sich meinem ­Gefühl nach auch die Krise erst später eingenistet“, gibt Susanne Shouman

Peter Kranich, Geschäftsführer kranichgrafik: „Mehr Projekte und mehr Umsatz als 2009.“ © Kranichgrafik

Auskunft, die mit ihrer Kommunikations­ agentur Shoumans unter anderen das Privatradio HitFM oder MC-Components Ewald Mogg betreut. „Die Aufträge kommen zwar vorsichtiger als vor zirka eineinhalb Jahren, aber die Unternehmen trauen sich wieder, einen Profi um Rat zu fragen, und die Stimmung ­beginnt, wieder kreativ zu werden. Ich merke: Es geht spürbar nach oben.“ ­Wesentliche Aufgabe der betreuenden

Einer für alle, alle für einen „Unsere Auftragsbücher sind bis Jahresende voll“, freut sich Robert Seier, ­Geschäftsführer von seier.com. So wie die Werbebranche als erste unter der Krise litt, so spüre sie nun auch unmittelbar, dass es wieder aufwärts gehe. „Wir dürfen uns sogar über Neukunden freuen und sind auch auf der Suche nach neuen Mitarbeitern“, verkündet Seier, der das Burgenland als Kreativstandort in digitalen Zeiten pragmatisch beurteilt. Was zähle, sei gute Arbeit für gutes Geld, der geografische Standort sei da nebensächlich. „Hauptsache, die

seit heuer werden unter dem Namen „seier.power“ gemeinsam Projekte in Angriff genommen. Auch der Rauch­ Power-Chef misst dem Werbepreis ­Adebar eine besonders hohe Bedeutung zu: „Die Leistungen werden aufgezeigt, die Qualität wird gesteigert, und die Kommunikation am Event selbst ist ebenfalls wichtig“, betont Bernhard Rauchbauer, dessen größter Kunde die Gold- und Silberscheideanstalt Ögussa aus Wien ist. Der Standort Burgenland sei durch die Nähe zu Wien optimal, die meisten Kunden kämen aber aus dem regionalen Umfeld. „Prestige-Betriebe, und dadurch auch größere Jobs, gehen leider oft aus dem Land – das ist schade und sollte sich ändern!“, bedauert er. Im Gegensatz zu Rauchbauer und Seier hat der Landeswerbepreis für ­Peter Kranich, Chef von kranichgrafik,

HiCo-Chef ­Ronald Fenk: „Der Adebar ist mittlerweile eine Marke, und man wird gerne damit in Verbindung gebracht.“ © HiCo

Robert Seier, seier.com: „Hauptsache, die Chemie mit dem Kunden stimmt.“  © Seier

­ hemie mit dem Kunden stimmt.“ Der C routinierte Landespreis-Abräumer sieht den Adebar naturgemäß ­positiv: „Für burgenländische Werber­ist er ein Parameter, wie es um die kleine, aber feine burgenländische Werbewirtschaft ­bestellt ist.“ Die Kunden wieder­um ­würden in ihrer Agenturwahl bestärkt. Besondere Beziehungen pflegt Seier zu den auf Grafik und Web-Design spezialisierten Kollegen von RauchPower –

eine geringe Bedeutung: „Ich habe seit drei Jahren nichts mehr eingereicht.“ Worauf Kranich nach eigenen Angaben lieber setzt, sind seine Kunden innerhalb und außerhalb des Bundeslandes, das als Kreativ­standort nur einen Nachteil habe: die mangelnde Präsenz in Wien. „Hat man als Burgenländer einmal einen ­Kunden aus Wien, gibt es keine Nachteile mehr“, so Kranich.  gud/so

Agenturen sei es, bei den Unternehmen Aufklärungsarbeit für die Bedeutung professioneller Kommunikation zu ­leisten – vor allem in schwierigen ­Zeiten, findet Shouman.

Die Tageszeitungsbranche im östlichsten Bundesland Österreichs wird weiter stark von der Kronen Zeitung geprägt – die Verleger zeigen sich insgesamt optimistisch

Print gewinnt im Burgenland

Die Pannonische Rundschau will schon bald mit einem neuen Konzept durchstarten.

Die Kronen Zeitung bleibt auch am ­burgenländischen Zeitungsmarkt das Maß aller Print-Dinge. Österreichs ­voluminösestes Blatt erreicht rund um den Neusiedlersee laut Media-Analyse (MA) für das Gesamtjahr 2009 eine Reichweite von 58,5 Prozent. In keinem anderen Bundesland erreicht die Krone einen dermaßen großen Wirkungs­ bereich. Der Österreichschnitt für das Kleinformat liegt bei 40,4 Prozent

Reichweite. Dementsprechend zufrieden zeigt sich auch Dagmar Bachrich, Anzeigenleitung Kronen Zeitung Ost: „Die Entwicklung im Burgenland zeigt, wie sehr Leser- und Kundenbindung bei der Kronen Zeitung funktionieren.“ Das würden sowohl die „stabilen und enorm starken“ MA-Daten als auch „unsere erfreulichen Anzeigen­ umsätze“ bestätigen. Die Markt-Assets der Krone laut Bachrich­: „Mit der täglichen Burgenland-Krone, den mittwochs und freitags erscheinenden Mutationsausgaben für das Nord- und Südburgenland und den breit gefächerten Themen- und Kunden­ journalen bieten wir unseren Lesern ­aktuellste Berichterstattung aus ihrer Region und unseren Werbekunden die optimale Printwerbeplattform.“ Harald Ahorner, Verkaufsleiter Kronen Zeitung Niederösterreich und Burgenland, ­erklärt das Phänomen Krone im österreichischen Teil Pannoniens so: „Das hängt zum einen mit der Wettbewerbssituation am burgenländischen Printmedienmarkt, zum anderen aber auch mit der ganz besonderen Wertschätzung der Leser und Geschäftspartner gegenüber ‚ihrer Krone‘ zusammen.“ Wie sieht die Reichweite von Mediaprint-Schwester Kurier im Burgenland aus? 19,2 Prozent laut MA 2009 stehen hier zu Buche. 8,7 Prozent sind es im

­ sterreichschnitt. Es ist also auch beim Ö Kurier die Performance in diesem ­Bundesland stark überdurchschnittlich. Gegenüber der MA 2008 gelang dem ­Kurier im Burgenland gar eine Steigerung von 1,6 Prozentpunkten ­innerhalb eines Jahres (das sind 4.000 Leserinnen und Leser). Erzkonkurrent Österreich tut sich im Burgenland etwas schwerer: 8,6 Prozent Reichweite ­stehen laut MA 2009 zu Buche, 9,5 Prozent sind es im gesamten Bundesgebiet. Für die Gratistageszeitung Heute – startete 2009 im Burgenland – liegen noch keine MA-Werte vor. Die Burgenländische Volkszeitung (BVZ), Kauf­ wochenzeitung aus dem Niederösterreichischen Presse­haus, verzeichnet im Burgenland laut MA 2009 eine Reichweite von 47,4 Prozent. Die ­Regioprint 2010 des Verbandes der ­Regionalmedien spricht gar von 49 ­Prozent Reichweite (oder 121.000 ­L esern). Ein weiterer Reichweitenjumbo im Burgenland sind die Bezirksblätter mit einer Durchdringung laut Regioprint 2010 von sagenhaften 74 Prozent (183.00 Leser). Auch die monatliche Pannonische Rundschau ist mit 122.000 Stück ­Auflage (Eigenangabe) ein großer Brummer im Burgenland. Laut Josef Gruber, Chef der Gratiswochenzeitung „Tips“ aus dem oberösterreichischen

Printmedien im Burgenland Medium: Kronen Zeitung Reichweite im Burgenland: 58,5 ­Prozent (MA 2009) Web: www.krone.at Medium: BVZ Standort: Eisenstadt Reichweite im Burgenland: 49 ­Prozent (Regioprint 2010) Web: www.bvz.at Medium: Burgenland Kurier Standort: Eisenstadt Reichweite im Burgenland: 19,2 ­Prozent (MA 2009) Web: www.kurier.at

Dagmar Bachrich, Anzeigenleitung Kronen Zeitung Ost: „Bieten Lesern aktuellste Berichterstattung aus ihrer Region.“ © Krone

­ edienhaus Wimmer, zu dem die M ­Pannonische Rundschau gehört, laufen die Geschäfte im Burgenland zufrieden­ stellend. So sei bis dato gegenüber dem Vorjahr eine Umsatzsteigerung von 25 Prozent erwirtschaftet worden. Gruber jedoch will mit seiner ­Pannonischen Rundschau „hinkünftig ein neues und vor allem moderneres Konzept anbieten­“. Da man dies­b ezüglich ­mitten in der heißen Phase sei, will Gruber (noch) nicht näher auf dieses Konzept eingehen. wh

Medium: Österreich Reichweite im Burgenland: 8,6 ­Prozent (MA 2009) Web: www.oe24.at Medium: Bezirksblätter Burgenland Standort: Eisenstadt Reichweite im Burgenland: 74 ­Prozent (Regioprint 2010) Web: www.bezirksblaetter.com Medium: Pannonische Rundschau Standort: Eisenstadt Auflage : 122.358 ­(Eigenangabe) Web: www.pannonische-rundschau.at Medium: Pannorama Standort: Eisenstadt Auflage: vier Mal pro Jahr gratis, 65.000 Stück (Eigenangabe) Web: www.pannorama.eu

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