Laudatio auf Dr. Bruno Bandulet anlässlich der Verleihung der Roland Baader Auszeichnung 2014 Peter Boehringer, 9. Mai 2014

September 23, 2017 | Author: Sofie Haupt | Category: N/A
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Laudatio auf Dr. Bruno Bandulet anlässlich der Verleihung der Roland Baader – Auszeichnung 2014 Peter Boehringer, 9. Mai 2014 I. Einführung in RB-Auszeichnung generell und BB 2014 In der Pressemitteilung zur Bekanntgabe des Baader-Preisträgers 2014 hatten wir geschrieben: „Dr Bruno Bandulet erhält die Auszeichnung für sein bisheriges aufklärerisches Lebenswerk, welches thematisch, stilistisch und sowohl in der inhaltlichen Tiefe als auch in der Breitenwirkung viele Parallelen zum Wirken Roland Baaders aufweist.“ Natürlich sprechen wir bei RB und BB trotz vieler Parallelen, von zwei durchaus verschiedenen Lebenswerken: BB war schon seit den 1970er Jahren einen eigenen Weg als Publizist gegangen, der seit etwa 1990 bedeutende Aspekte des Baader´schen Wirkens über lange Jahre ergänzte. Nicht alle Aspekte allerdings: der heutige, dritte Empfänger der Roland Baader Auszeichnung steht ein Stück weit komplementär zu denen der beiden Vorjahre: •

2012 wurde zunächst das eine Ende des Wirkungsspektrums von Roland Baaders Arbeit gewürdigt: Die Baader-Auszeichnung 2012 ging damals an die libertären Blogger von freitum.de, misesinfo.org, mises-media.de und studentsforliberty.org, die weitgehend im Internet wirkten und den „späten“, gegen Ende seines Lebens stark staatskritischen Baader repräsentierten.



2013 folgte dann mit meiner Person ein Preisträger, der seit 2003 zeitlich und inhaltlich noch eine Periode lang parallel zu Baader gewirkt hat und dabei eher minimalstaatlich orientiert ist.



Und heute 2014 erreichen wir nun mit Bruno Bandulet das andere Ende des Baader´schen WirkungsSpektrums: Einen wirklich langjährigen und intellektuell unbeugsamen Kämpfer um freiheitliche und auch um konservative Werte, der sogar schon vor seiner Begegnung mit Roland Baader ein bekannter Multiplikator über Printmedien war – anfangs sicher noch prominenter als Baader selbst. Er wird vermutlich dauerhaft der einzige Baader-Preisträger bleiben, der dies von sich behaupten kann.

II. Vita BB Ihnen allen dürften zumindest einige Arbeiten von BB ein Begriff sein. Die „Schweizerzeit“ etwa bezeichnete ihn einmal als „Einen der profiliertesten Kommentatoren der Währungspolitik“ (und damit zusammenhängend auch der Geldgeschichte, der Wirtschaftsgeschichte, der Macht- und Geopolitik und leider auch der Kriegsgeschichte). Und doch enthält die Vita von Bruno Bandulet auch eine ganze Reihe interessanter, älterer und noch nicht so bekannter Aspekte, die wir uns einmal anschauen wollen: • • • • • • • •



Geb 1942 in Unterfranken - in Bad Kissingen Eltern aus dem unternehmerischen Mittelstand, dabei durchaus staatskritisch Studium der Politologie und Geschichte und VWL in WÜ > Politische Arbeit für Alfred Dregger und FJS, der sogar ein Vorwort zu seiner Promotion geschrieben hat („Adenauer zwischen West und Ost: Alternativen dt. Außenpolitik“) In den 1970ern und 80ern weit gereist für Die Welt und Quick (Stationen England, Rhodesien, Mozambique, Russland, Schweiz, Südafrika) – dort wichtige Zugänge u. Kontakte zum Goldmarkt. 1978 das erste Buch „Schnee für Afrika“ – kritisch ggü. bürokratischer und nicht zur Selbsthilfe bzw. zur Marktwirtschaft anregender deutscher Entwicklungshilfe in Afrika. Im Prinzip war BB schon damals Österreicher, noch ohne vertieften Zugang zur Theorie der ÖS – die kam dann über die Beschäftigung mit Gold als Geld (wie bei so vielen Österreichern), u.a. dann auch im Austausch mit Roland Baader 1979 Buch „Gold - Strategie für die Krise“, damals herausgegeben bei 385 $/Gold-oz und damit noch vor dem ersten großen Goldboom. 1979 auch erste Ausgabe „Gold & Money Intelligence“ - der dann fast 35 Jahre fortgeführt wurde! BB machte viel Primärresearch im damals fast noch intransparenteren Goldmarkt als heute: über Kontakte in London, Zürich, Moskau, Johannesb sowie bei der damals noch Gold-affinen Frankf. BuBa.

BB war schon seit dieser Zeit einer der wenigen „alternativen“ und doch viel gelesenen Multiplikatoren im gedruckten Mainstream •

BB war lange kein Internet-Aktivist (logo – das Internet war bis etwa zur Jahrtausendwende noch kein Medium der Massenaufklärung) • Heute zwar schon – aber mit Papier / Print / Büchern erreichte man in den 1970ern und zT noch bis heute mehr und auch etwas andere Lesergruppen als nur im Internet. • BB schrieb oft gegen den damaligen Zeitgeist an: in Hans-Magnus Enzensbergers „Transatlantik“ ebenso wie in der „Zeitbühne“, dem dezidiert anti-kommunistischen Blatt von William Schlamm (ein Konvertit, der zuerst Kommunist, dann vehementer Anti-Kommunist war). Und natürlich schrieb er auch im wohl wichtigsten „alternativen Medium“ der damaligen Zeit, in Casp. v. Schrenck-Notzings „Criticón“. Auch RB schrieb übrigens Artikel im sehr konservativen „Criticón“ Magazin. Er hat mir einmal dazu erklärt: „Mir wurde damals vorgeworfen: ‚Wie können Sie als Liberaler nur in diesen stockkonservativen Blättern schreiben? Aber damals in den 1980ern / 90ern gab es kein WWW und keine massenverbreitungsfähige alternative Nachrichten-Szene – schon gar nicht für klassische Liberale. Und so haben wir eben jede Möglichkeit ergriffen, freiheitlich-radikale Gedanken unzensiert zu veröffentlichen!“ Der Unternehmer, Verleger, Netzwerker BB: BB stellte als erster prominenter Medienschaffender in D immer wieder Bücher des anfangs noch relativ unbekannten RB vor. Beginnend mit „Kreide für den Wolf“ – vorgestellt gleich im Erscheinungsjahr 1991 in BB´s G&M. Später lief das aber auch oft umgekehrt – RB schrieb 1992 einen Gastkommentar in G&M zum Maastricht-Vertrag und zitierte in seinen Büchern BB. • • • • •



Hat eigenen Verlag, war Referent, Finanzberater und Finanzseminar-Veranstalter (seit 1980) BB schrieb jahrelang seinen politisch immer inkorrekten und damit realistischen „Deutschlanddienst“ (der 1995 explizit entstand aus Opposition gegen Maastricht und das EUR-Projekt) Seit 2009 erscheint dieser nicht zufällig und übrigens auch durch RBs Zutun im ef Magazin. BB steuerte auch im inzwischen schon klassischen Sonderheft „Gutes Geld“ des SI Magazins von 2011 einen Aufsatz bei> Und natürlich war und ist BB erfolgreicher Buchautor im wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Bereich (12 bzw. 13 Titel – je nach Zählung). Eben erst ist sein neuestes, gut recherchiertes Werk zur Vorgeschichte des 1. WKs erschienen – wiederum anekdotisch u. politisch inkorrekt =wahr erklärte Geopolitik und Geschichte. BB ist quasi Privatgelehrter. Hayek wies übrigens oft auf die Bedeutung von Privatgelehrten als „unabhängige Köpfe gegen den Zeitgeist“ hin (und natürlich ist BB auch Mitglied der HayekGesellschaft.). Meine Sätze von 2013 über RB treffen 1:1 auch auf BB zu: „Roland Baader schrieb interdisziplinär und erklärte Zusammenhänge in einfachen aber eindringlichen Worten und oft gegen den Zeitgeist: Themen waren Finanzkrisen, Währungskrisen, Moralkrisen, Zensur, Unfreiheit, gesellschaftliche Fehlentwicklungen. Und vor allem die große Ursachenklammer dieser Krisen: das ungedeckte Falschgeldsystem - im permanenten Unterdrückungskampf gegen Gold als natürlichem Geld.“

III. Fünf wichtige Themen in BB´s Œuvre beleuchten wir etwas näher: 1. Thema: Kampf gegen den EUR seit den allerersten Maastricht-Planungen Auch hier war Bruno Bandulets Wirken in vielerlei Hinsicht eng mit dem Roland Baaders verknüpft. Seit etwa 1990 wirkten sie parallel, beim Thema Maastricht sogar fast gleichzeitig. RB und BB lernten sich übrigens persönlich dann erst im Januar 1994 kennen – und nicht zufällig just bei der Gründungsveranstaltung der den Euro ablehnenden Partei von Manfred Brunner „Bund Freier Bürger – Offensive für Deutschland“. Bruno Bandulet war Gründungsmitglied – Baader unterstützend tätig und damals in Wiesbaden anwesend. Die erste Begegnung war Baader eine ausführliche Notiz in seinem akribisch geführten privaten Notizbuch wert.

Beide schätzten sich sehr; übrigens nicht nur fachlich, sondern auch menschlich: Baader erwähnt in einem privaten Brief von 2002 anlässlich BBs Geburtstagsfeier die (Zitat) „sokratische Bescheidenheit“ Bandulets und dessen Gattin Rosmarie. Bruno Bandulet wurde u.a. im Austausch mit RB ein Liberaler noch jenseits seiner natürlich ohnehin vorhandenen marktwirtschaftlichen Überzeugungen. (besonders durch Baaders Buch „Kreide für den Wolf“ und „Fauler Zauber / Misere des Sozialstaats“). Umgekehrt beeinflusste BB RB schon früh in Sachen Gold und EUR-Kritik. Ganz eindrücklich beschreibt Bruno Bandulet etwa die historische Fehlentwicklung der Euro-Entstehung. Investigativ und faktisch-anekdotisch beschreibt er das „politische Komplott“, das per Maastricht-Falle zum EUR geführt hat („Das Maastricht-Dossier“ 1993, „Vom Goldstandard zum Euro“ 2012). Kohl, Mitterrand, Delors, Genscher: Ein Komplott schon seit 1988 – also schon VOR der Wiedervereinigung: die EUR-Einführung war nicht der Preis für diese, wie noch heute manchmal behauptet wird. Mythen müssen entlarvt werden. Bis heute ist es auch ein ganz großer Mythos, dass der EUR den Deutschen unter dem Strich Vorteile gebracht hätte. Oder gar, dass er demokratisch eingeführt worden wäre. BB zitiert zurecht etwa BuBa-Chef Pöhl, der schon 1989 -aber leider nicht-öffentlichgewarnt hatte: „Wenn der Plan einer Währungsunion bekannt wird und die deutsche Bevölkerung begreift, was es damit auf sich hat, dass es um ihr Geld geht, dann wird sich erheblicher Widerstand regen.“ Leider gab es damals nicht genügend Bandulets (und eben auch noch kein www und nicht genügend alternative Print-Medien), um die Deutschen rechtzeitig und öffentlich über das Komplott aufzuklären. Der Widerstand kam nicht ausreichend auf die Straße. Das unvermeidliche Desaster baden wir nun seit der permanenten EUR-Rettung seit Mai 2010 aus – und erst recht spürbar dann in der Zukunft, wenn die heute ausgesprochenen billionenschweren „Garantien“ dann zahlungswirksam werdenK

Bruno Bandulet wirkte zeitlebens im freiheitlichen Sinne. Er war bei vielen Themen wie Baader früher Trendaufspürer, Vorreiter und Freiheitskämpfer. Beim Kampf gegen den Maastricht-Vertrag übrigens fast zeitgleich (1993 BB´s „Maastricht Dossier“ und RBs „Euro-Katastrophe“). BB prognostizierte bereits damals 1993 die EUR-„Währungsreform“ [der Untertitel des Buches „Das Maastricht-Dossier“ lautet „D auf dem Weg in die 3. WR“]. 17 Jahre später und kurz nach Beginn der absurden und seit Mai 2010 nun „permanenten Rettung“ des Euros schrieb Roland Baader privat und rückblickend an Bruno Bandulet: „Unsere frühen Warnungen und Prognosen zum Euro waren keine Hellseherei, sondern schlichte Logik. Dasselbe gilt natürlich auch für das fiat money generell. Auch diesbezüglich werden wir –leider und mit bitteren Folgen– recht behalten.“ Geradezu zwingend war denn 2012 auch BBs Beteiligung an Verfassungsklagen gegen den permanent per ESM zu rettenden EUR – zusammen mit Schachtschneider, Starbatty, Hankel, Nölling. Getreu seinem eigenen Motto (zit. aus „Vom Goldstandard zum Euro“): „Wir müssen den Mund aufmachen und Konsequenzen von (währungspolitischen) Fehlentscheidungen offen aussprechen!“ Die ESM-Klage wurde übrigens nun vor wenigen Wochen mit mE rechtsbeugenden Begründungen vom BVerfG abgewiesen. Der Teil zu den sogar noch klarer verfassungswidrigen OMT-Anleihekäufen der EZB wird noch weiterverhandelt: beim EuGH, dann wieder in KA – Urteil nach meinen Informationen nicht vor 2018!

2. Thema: Die Bedeutung von Gold nicht nur als gutes Geld sondern für die Gesundheit einer ganzen Gesellschaft: BB schreibt in seinem geldgeschichtlichen Buch „Vom Goldstandard zum Euro“ einen sehr wichtigen Satz: „Geldwettbewerb ist in einem ungedeckten Geldsystem notwendiger als unter dem Regime eines Goldstandards: Wenn Banknoten ohnehin gedeckt und jederzeit gegen Gold einlösbar sind, macht es keinen Unterschied, ob sie von einer staatlichen Bank oder von einer privaten stammen.“



So ist es. Das ist auch der Grund, warum bis 1913 und eigentlich bis zum Ende der indirekten Goldbindung aller Währungen 1971 außerhalb Österreichischer Schriften kaum jemand explizit „Geldwettbewerb“ forderte oder fordern musste! Gold als natürliches Geld war bis dahin der Anker für zwar staatliches Monopolgeld – aber den Geldwettbewerb vermisste man damals kaum – denn das „Monopolgeld“ Gold/Silber war stabil, weil über Jahrtausende als Sieger in einem natürlichen Wettbewerb hervorgegangen! Erst seit 1971 wird die Forderung nach Geldwettbewerb immer aktueller! BBs Zitat umschreibt exakt dieses.

RB und BB erkannten beide die besondere Rolle des Goldes nicht nur als optimales und moralisch hochstehendes, da freiwillig gewähltes Geld im Österreichischen Sinne; nicht nur als Freiheitsgarant für Individuen – sondern auch als Politikum und international bedeutenden Machtfaktor. BB beschreibt gar den Goldmarkt -mE zurecht- als „hohe Schule des realistischen Denkens und als Gegengift gegen die Versuchungen der Ideologie und der Illusion“! Der Kampf gegen Gold ist letztlich ein Kampf gegen die Realität – wie es BB selbst in vielen Anekdoten aufzeigt: etwa aus der langen Kampfzeit gegen Gold im Rahmen des Londoner Goldpools der 1960er Jahre, als die westlichen ZBs gegen eine sehr heterogene Allianz antraten: „Franzosen unter de Gaulle, kühle Strategen des Moskauer Politbüros, Buren Südafrikas, distinguierte Herren der Schweizer Großbanken, deutsche Bankiers“ [Zitat BB aus „Das geheime Wissen der Goldanleger“] Ohne den Kampf gegen das Gold hätte die amerikanische Finanzhegemonie schon in den 1960er Jahren geendet. 1968 und 1971 verlor der Dollar dann zwei Schlachten – aber letztlich bis heute nicht den Krieg - auch wenn es 1980 und seit 2008 in Permanenz immer wieder eng war. Und doch gilt in diesem Kampf um gutes Geld, Marktgeld und Freiheit, was BB einmal schrieb – natürlich auch hier in voller Übereinstimmung mit RB: „Da die Regierenden den Wert des Goldes nie dekretiert haben, können sie ihn auch nicht per Dekret aufheben. Eben dies macht Gold zu einem favorisierten Investment jener Bürger, die die Freiheit über alles schätzen, die sich vom Staat nicht mehr viel erhoffen und die der politischen Klasse grundsätzlich misstrauen.“ 3. Thema: Das Gold der Deutschen Bundesbank BB erzählt unzählige Fakten und Anekdoten zum sehr realen und uralten Kampf gegen Gold, die in Summe ähnlich überzeugend sind wie Dimitri Specks Statistiken zu den Goldpreis-Manipulationen seit 1993 oder wie die Belege der GATA seit 1998 oder die umfassenden Internet-Dokumentationen der Goldblogger zu den finanziell-manipulativen und propagandistischen Eingriffen gegen Gold. Speziell das bei den Zentralbanken verwahrte Staatsgold ist ein intransparentes u. potenziell preismanipulativ einsetzbares Instrument. Bruno Bandulet hatte deswegen –sowie auch aus Gründen der nationalen Souveränität durch Goldbesitz– schon 2003 in einer G&M-Ausgabe auf die Problematik des Bundesbank-Goldes im Ausland aufmerksam gemacht – dabei u.a. Bezug nehmend auf ein heute kaum noch bekanntes Buch von David Marsh 1992. Zitat Bandulet: „Weder die USA noch F noch England kämen auf die Idee, ihr Gold in D zu bunkern. Schon die Idee ist widersinnig, denn der einzigartige Vorzug des Goldes besteht ja darin, dass es keine Forderungen an Dritte darstellt. Diesen Vorteil kann es aber nur voll ausspielen, wenn man es zuhause hat.“ => Gleich zu Beginn unserer Bürgerinitiative „Holt unser Gold heim“ konnte ich ihn dann als prominenten Erstzeichner gewinnen, der nicht nur einer der ersten Multiplikatoren, sondern zugleich ein wichtiger für den weiteren auch internationalen Erfolg der Kampagne war. Und 2007 schreib BB in „Das geheime Wissen der Goldanleger“: „Ein früheres Mitglied des Zentralbankrats meinte ggü. G&M, die BuBa könne ihr Gold allenfalls unter einem Vorwand und nur in kleinen Mengen aus NY abziehen – alles andere werde als Misstrauensbekundung aufgefasst.“ Heute, da ja nun 2013 gerade einmal 5 von 1500t bei der Fed von der BuBa heimgeholt wurden – und tatsächlich unter einem Vorwand eines neuen „Lagerkonzepts“ – scheint dies heute erstaunlich wahr geworden zu sein!

4. Thema: Machtphilosophie / Geldgeschichte BB ist ein zutiefst interdisziplinärer Denker mit einem klaren Gespür für die entscheidenden Entwicklungen und für die in der Statik des Gesamtsystems neuralgischen Punkte. Unser Juror Thorsten Polleit fasst es so zusammen: „BB hat tiefgehendes Detailwissen und ein hochsensibles Verständnis für das Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik, Geschichte, des Geldwesens, auch international, auch geopolitisch und militärisch.“ Wie RB selbst greift der promovierte Politologe und Historiker BB immer wieder auf seinen Wissensschatz in all diesen Bereichen zurück, um wirtschafts- und geldhistorische Entwicklungen auch über Anekdoten und unter Berücksichtigung von Machtkategorien zu erklären. 1990 schrieb er in „Die Rückseite des Wunders“: „Ziel der Politik ist nicht Gestaltung der Zukunft, sondern Machterhalt“. Bandulet stellt die Geld- und Weltgeschichte also nicht wie manche andere Systemkritiker als „systemisch-zwingend“ dar. Das wäre zwar nicht generell falsch, denn aus einem unmoralischen Staatswesen auf Basis von unfair verteiltem Erstzugang zu aus dem Nichts geschöpftem Falschgeld kann letztlich nur ein plutokratischer Maximalstaat entstehen. Doch letztlich treiben immer einzelne Machtmenschen die Wirtschaftsgeschichte. Weswegen wir nicht nur das Falschgeldsystem selbst analysieren und kritisieren müssen, sondern auch die Handlungen seiner ausführenden Büttel. Das kann übrigens auch anlagetechnisch durchaus hilfreich und lukrativ sein: BB in „DgWdG“: „Die Fähigkeit, den beruhigenden Worten der Offiziellen zu misstrauen und die Zeichen der Zeit früher als andere zu lesen, ist eine vorzügliche Voraussetzung für gewinnbringende Dispositionen.“ •



Wohl wahr – allerdings ist das kurzfristig richtige Timing speziell von Goldanlagen leider sehr schwierig – da man zur Prognose des Zeitpunkts eines Währungscrashs letztlich Einblick in politische Planungen der Mächtigen bräuchte: BB weiß dies auch, denn nur zwei Seiten weiter zitiert er dann dieses bekannte Zitat zur Wirtschaftslage: „Wir sind in der Lage eines Mannes, der vom 5. Stock herunterfällt. Solange er fällt, ist alles gut, aber er kann sich darauf verlassen, und zwar absolut, dass er unten aufschlagen wird.“ Sie kennen das Zitat. Aber weiß jemand, von wem und wann es ursprünglich stammt? Von einem Urgestein der EU, Jacques Rueff. 1965! Bis heute fällt der Mann noch immer – unser ungedecktes Falschgeldsystem ist inzwischen ziemlich genau so alt wie dieses Zitat. Lügen und Manipulationen halten es noch immer aufrecht. Der letztendliche Fall und der Aufschlag sind trotzdem sicher. Aber keiner weiß, an welcher Etage wir eben vorbeifliegen. Denn immer wieder haben wir alle die Manipulationen, Eingriffe, Regelbrüche und inzwischen sogar die kriminelle Energie unterschätzt, mit der sich das Falschgeldsystem an der Macht hält. RB und BB haben diesen Prozess beide sehr frühzeitig dokumentiert, die spezielle Rolle von Gold herausgestellt und gewarnt vor dem unvermeidlichen Aufprall.

5. Thema: Liberal oder konservativ: ein Widerspruch? Im Laufe ihres 20-jährigen persönlichen Austauschs diskutierten Bandulet und Baader einmal über die auch heute wieder intensiv gestellte Frage, ob sich Liberalismus und Konservativismus ausschließen. Das Ergebnis war „Nein“. Bandulet sah dabei Roland Baader in einer „Brückenfunktion zwischen konservativen und liberalen Positionen“ (Quelle: Email von 2009). Sich selbst wohl ähnlich, denn auch Bandulet schreibt als tendenziell Konservativer ja seit 2009 wie einst Baader in der liberalen Bibel Deutschlands, im ef-Magazin. „Liberal sind nur die Regeln“ – hat dazu André Lichtschlag einmal kürzestmöglich formuliert. Davon ausgehend kann und muss man als Liberaler auch inhaltlich für etwas stehen. Bruno Bandulet stand zeitlebens für konservativ-nationale, rechtsstaatliche und für freiheitlich-liberale Werte! Gerade heute in Zeiten der unseligen vollpolitisierten Ökonomie und Gesellschaft, wo doch der Liberalismus im Sinne von Wahlfreiheit und individueller Selbstbestimmung geradezu am Aussterben ist, ist derjenige, der ihn vertritt und die Reste dieser Freiheiten retten bzw. bewahren will („conservare“), ja fast automatisch „conservativ“! Auch Baader war konservativ UND liberal. Liberal und konservativ schließen sich also keineswegs aus – obwohl dieser vermeintliche Widerspruch von einer ggü. beiden Haltungen feindlich gesonnenen Medienwelt heute oftmals zum künstlichen Popanz aufgebaut wird!

Im Vorwort zu Baaders „Freiheitsfunken II“ schrieb ich einmal „Baaders Wirken war auf Wirkung aus. Der ungeliebten Staatsgewalt wird in seinem Werk die Sprachgewalt entgegengesetzt.“ Dieser Satz trifft in gleicher Weise auch auf BB zu. Abstrakte Ziele wie die Freiheit und der Markt haben außer dem gesunden Menschenverstand keine naturgegebene Lobby. Und leider zeigt die Geschichte, dass die natürliche Ratio des Einzelnen immer gut formulierende Personen braucht, die den menschlichen Freiheitsdrang weithin hörbar, emotional erfahrbar und damit streitbar und wehrfähig machen. Alle Bücher Bruno Bandulets sind ebenso wie die Roland Baaders solche Megaphone der Freiheit. Oder wie es Roland Baaders Sohn Daniel einmal formulierte: „Es genügt alleine nicht, einfach nur im Besitz der vernünftigen ‚besseren Ideen‘ zu sein und deren überlegenen Wert zu kennen. Man muss Wege finden, den besseren Ideen zum Sieg zu verhelfen. Es gilt, das Interpretationsmonopol der Systemprofiteure, die mediale Deutungshoheit der Machteliten zu durchbrechen. > Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit gegen die Lüge und stetige öffentliche Artikulation der Wahrheit.“ Mit diesem Aufruf sind wir dann beim unvermeidlichen Goethe angelangt, der dies schon vor fast 200 Jahren wusste und in seinem berühmten Satz ggü. Eckermann auch aussprach: „Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns herum immer wieder gepredigt wird.“ Bruno Bandulet stellte genau wie Baader immer wieder die Wahrheit der exzessiven KreditgeldSchöpfung als Ursache auch der gesellschaftlicher Verwerfungen und Machtauswüchse heraus. Ungedecktes monopolisiertes Zwangs- und Kreditgeld ermöglicht es dem Staat, überall als eine Art „Problemlöser letzter Instanz“ aufzutreten, auch wenn er die dazu nötige Unterstützung in der Bevölkerung eigentlich gar nicht hat, wie es Guido Hülsmann einmal formulierte. Daraus erwächst nach und nach eine Politik der maximalstaatlichen, menschenfernen Verantwortungslosigkeit und letztlich der Tyrranis. Wir brauchen darum Freiheitskämpfer wie Bruno Bandulet. Der Preis des heutigen Schweigens wird sonst gemäß einem anderen bekannten Zitat zu zahlen sein: „Der Baum der Freiheit muss von Zeit zu Zeit mit dem Blut der Patrioten und der Tyrannen begossen werden. Dies ist der Freiheit natürlicher Dünger.“ Das ist von Jefferson – also noch etwas älter als Goethes Zitat. Und leider hatte auch Jefferson seitdem immer wieder recht. Noch können wir zwar mit Worten kämpfen. Ein Kampf aber ist es: Dazu nochmals Daniel Baader – dabei Roland Baaders Worte von 1991 zitierend: „Der Kampf um die Sache der Freiheit wäre von Anfang an verloren, gäbe es nicht die feinfühligen Warner, die ‚mitten im ausgelassenen Sommertags-Fest beginnen zu frösteln‘, die wachsamen Wenigen, die bereit sind, den Preis zu bezahlen – zum Nutzen der schlafwandlerischen Vielen. In diesem Sinne sei die ROLAND BAADER-Auszeichnung allen Freiheitsstreitern für ihr Engagement und ihren Mut gewidmet. ‚Nehmen wir den Streit auf. Noch ist es Tag!‘ “ Man kann nur dazu aufrufen, diese Botschaft in die Welt zu tragen - und sich damit Kristof Berking anschließen, der in einer Bandulet-Rezension einmal schrieb: „Wäre es nicht eine gute Idee, endlich einmal auf diese Leute zu HÖREN?“ Darum überreichen wir nun an Dr. Bruno Bandulet die wohl verdiente Roland Baader Auszeichnung 2014. Und danach HÖREN wir auf ihn! Herzlichen Glückwunsch!

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