Indizes. Geld & Brief. Gerüchte an Finanzmärkten: Fluch oder Segen? Die Anzeiger. C 54318

February 26, 2017 | Author: Friederike Beyer | Category: N/A
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Geld & Brief w w w. b o e rs e n a g . d e

C 54318

Das Magazin der Börsen Hamburg und Hannover

Ausgabe 1 I 2006

Indizes

„Die Anzeiger“

Gerüchte an Finanzmärkten: Fluch oder Segen?

FOTO: JEFF ZARUBA/CORBIS

TITELBILD: A. LÜHR

I N H A LT

Gerüchte an Finanzmärkten: Fluch oder Segen, Seite 1 1

FOTO: K.PETERSEN/FTF

Indizes – „Die Anzeiger“, Seite 21

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Editorial

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Märkte Konjunkturelles Umfeld beflügelt Europas Aktienmärkte

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Panorama

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Die beliebtesten Fonds an der Fondsbörse Deutschland

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Dach-Hedgefonds – Sinnvoller Baustein zur Portfoliodiversifikation

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Kursfeuerwerk sorgt für Drei-Jahres-Hoch

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Gerüchte an Finanzmärkten: Fluch oder Segen?

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Aktie im Fokus Norddeutsche Aktienwerte stellen sich vor Deutsche EuroShop – Im Einkauf liegt der Gewinn

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Indizes Regionalwerte auch 2005 ganz vorn dabei

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Interview Fondsbörse Deutschland: Rückblick 2005

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Hintergrund Indizes – „Die Anzeiger“

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Rund um die Börse Börse Hamburg – Aufbruch zu neuen Ufern

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Leserbriefe

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Termine

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Literaturempfehlungen Neue Wirtschaftsbücher

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Börsenlexikon Was sind Teilausführungen?

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Zitat

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Impressum und Kontakt

Börse Hamburg – Aufbruch zu neuen Ufern, Seite 25 Richtigstellung Die in der Rubrik Märkte (Geld&Brief 5-2005) abgedruckte Prognose der Hannoverschen Volksbank lautet korrekt: (...) Bis Ende 2006 ist damit ein deutlicher Zinsanstieg nicht zu erwarten.(...) Wir entschuldigen uns für diesen Fehler!

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Geld&Brief 1-2006

EDITORIAL Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser,

Dr. Thomas Ledermann (links) und Prof. Dr. Hans Heinrich Peters, Vorstand der Börsen AG

2005 war für die Börsen AG wieder ein gutes Jahr. Die Börsen Hamburg und Hannover konnten sich erneut auf dem dritten Platz unter den Präsenzbörsen in Deutschland behaupten. Die Umsätze der beiden Börsen im Aktien-, Renten- und Fondshandel lagen bei rund 22 Milliarden Euro. Besonders erfreulich: An der Börse Hannover überschritten die Handelsumsätze die 10-Milliarden-Grenze. Positiv entwickelt hat sich mit einem Umsatzrekord von 1,5 Milliarden Euro die Fondsbörse Deutschland. Die Entwicklung der Fondshandelsplattform an der Börse Hamburg im vergangenen Jahr ist Thema des Interviews ab Seite 18. In diesem Jahr wird die Börsen AG in Hamburg in neue Räumlichkeiten direkt am Rathausmarkt ziehen. Dort werden dann nicht nur die Börsenmakler ihren Sitz haben, sondern auch die Börsengeschäftsführung. Eine Veränderung, auf die wir uns freuen. 2006 werden wir unser hohes Serviceniveau weiter ausbauen. Bereits heute bieten wir allen Marktteilnehmern eine schnelle, effiziente und kostengünstige Orderausführung. Ab Seite 25 stellt sich die Hamburger Maklergesellschaft FAIRTRADE FINANCE AG vor und ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen. Sehr beliebt waren 2005 auch unsere Seminare für Anleger. Selbstverständlich bieten wir auch dieses Jahr wieder informative Vorträge zu Aktienanalyse, Vermögensverwaltung oder Zertifikaten an. Termine und weitere Themen der Seminare für das erste und zweite Quartal 2006 finden Sie auf Seite 31. Wichtige Impulse für die Börse werden in diesem Jahr vom Geschehen auf den internationalen Rohstoffmärkten und natürlich von der deutschen Konjunkturentwicklung ausgehen. Eine aktuelle Einschätzung der Marktaussichten finden Sie ab Seite 4. Doch nicht nur Zahlen und Fakten entscheiden an den Finanzmärkten, oft spielen auch Gerüchte eine Rolle. Über die Bedeutung von Gerüchten an Finanzmärkten lesen sie ab Seite 11 eine aktuelle Studie. Sie sehen, auch in dieser Ausgabe ist wieder für jeden etwas Interessantes dabei. Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre. Mit freundlichen Grüßen Ihre

Dr. Thomas Ledermann

Prof. Dr. Hans Heinrich Peters

Vorstand der Börsen AG

Geld&Brief

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MÄRKTE

Konjunkturelles Umfeld beflügelt Europas Aktienmärkte Carsten Klude, M.M.Warburg & CO

Die konjunkturellen Rahmenbedingungen dürften den Aktienmärkten in diesem Jahr weiteren Aufwind verleihen. Zudem spricht vieles dafür, dass die Konjunkturzyklen weltweit recht synchron verlaufen werden, sodass es sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern zu einer Fortsetzung des wirtschaftlichen Aufschwungs kommen wird. In den vergangenen Monaten haben sich die wichtigsten konjunkturellen Frühindikatoren verbessern können, weshalb wir davon ausgehen, dass die Weltwirtschaft auch im Jahr 2006 robust wachsen wird. Da die Erholung bei den Frühindikatoren noch sechs bis neun Monate anhalten dürfte, sehen wir derzeit eher das Potenzial für positive Überraschungen von konjunktureller Seite. In einem solchen Umfeld dürften die Unternehmensgewinne weiter zulegen. Der Konsens der Analysten erwartet, dass die DAX-Unternehmen ihre Gewinne im Jahr 2006 nochmals um gut elf Prozent steigern können, nachdem bereits im Jahr 2005 ein Gewinnplus von 30 Pro-

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Geld&Brief 1-2006

zent erzielt wurde. Auf den ersten Blick und angesichts eines von uns erwarteten Wirtschaftswachstums in Deutschland von 2,0 Prozent erscheint ein solcher Zuwachs wenig realistisch zu sein. Allerdings ist für deutsche Unternehmen weniger die heimische Wirtschaftslage als vielmehr das internationale Konjunkturumfeld entscheidend für die Gewinnentwicklung. Und dies spricht unseres Erachtens dafür, dass die Firmengewinne durchaus entsprechend den Erwartungen zulegen können, zumal auch die Währung und weitere Restrukturierungsprogramme die Wettbewerbsfähigkeit und damit die Gewinnaussichten der Unternehmen verbessern. Im Vergleich zum DAX werden für die Unternehmen im STOXX 50 beziehungsweise EUROSTOXX 50 deutlich niedrigere Gewinnzuwächse von knapp sieben Prozent für das Jahr 2006 erwartet. Ähnlich wie bereits im vergangenen Jahr könnte sich dies angesichts der positiven Rahmenbedingungen als zu konservativ entpuppen. Vor 12 Monaten wurden für den STOXX 50 beziehungsweise EUROSTOXX Gewinnsteigerungsraten von etwa acht Prozent prognostiziert. Seitdem wurden die Gewinne aber für fast alle 18 Sektoren stetig nach oben revidiert. Mittlerweile beträgt der erwartete Gewinnanstieg fast 24 Prozent für den STOXX 50 und gut

Europas Aktienmärkte sind immer noch günstig bewertet Kurs-Gewinn-Verhältnis europäischer Aktienmärkte Stand: 15.01.2006

30 DAX EUROSTOXX 50 STOXX 50

25 20 15

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Jan 99

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Jan 89

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Quelle: M.M.Warburg & CO

OECD-Frühindikator und Performance Aktien vs. Renten

60

%

%

MSCI Welt vs. JP Morgan Global Bond Index Trenddynamik des OECD-Frühindikators

40

12 9 6

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3

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Stand: 15.01.2006

Frühindikatoren signalisieren weitere Kursgewinne an den Aktienmärkten

-3 -20

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-6 -9

Quelle: M.M.Warburg & CO

21 Prozent für den EUROSTOXX 50. Auch wenn nicht davon auszugehen ist, dass die Firmengewinne in diesem Jahr noch einmal so kräftig wie 2005 wachsen werden, dürfte ein etwas stärkerer Zuwachs als die bislang prognostizierten sieben Prozent durchaus erreichbar sein. Trotz der guten Wertentwicklung der vergangenen Monate sind die

europäischen Aktienmärkte immer noch günstig bewertet. So beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis des DAX bezogen auf die erwarteten Unternehmensgewinne in den kommenden zwölf Monaten derzeit 12,9; STOXX 50 und EUROSTOXX 50 sind mit KGVs von 12,3 beziehungsweise 12,4 sogar noch günstiger bewertet. Im Vergleich zur langjährigen Durchschnittsbewer-

tung oder im Vergleich zum Rentenmarkt sind europäische Aktien somit immer noch unterbewertet. Insofern rechnen wir damit, dass der DAX bis Ende des Jahres auf 5.850 Punkte und der STOXX 50/EUROSTOXX 50 auf 3.750 beziehungsweise 3.900 Punkte steigen werden. Die enge Korrelation zwischen der Entwicklung der Frühindikatoren und der relativen Performance des Aktienmarkts im Vergleich zum Rentenmarkt lässt uns davon ausgehen, dass die ersten sechs bis neun Monate des Jahres 2006 eine stärkere Aufwärtstendenz an den Aktienmärkten erwarten lassen, als es wohl in dem dann verbleibenden Zeitraum der Fall sein wird. Deshalb empfehlen wir derzeit, Aktien zu Lasten von Renten überzugewichten. Es würde uns auch nicht überraschen, wenn die Aktienmärkte im Verlaufe des zweiten oder dritten Quartals höhere Indexstände erreichen, als es unsere Jahresendziele bislang vorsehen; so sind 6.000 Punkte im DAX durchaus vorstellbar und auch fundamental begründbar. Aufgrund unseres Konjunkturszenarios für 2007, das von einer sich abschwächenden Konjunktur in den USA, Europa und für die gesamte Weltwirtschaft ausgeht, halten wir es aber für wahrscheinlich, dass man in der zweiten Jahreshälfte die Asset Allocation verändern und bei Aktien wieder vorsichtiger werden muss. Bezogen auf das Gesamtjahr sollte sich auch 2006 die Aussage „Aktien schlagen Renten“ als richtig erweisen. Im Unterschied zum Jahr 2005 dürfte dies insbesondere für das erste Halbjahr zutreffen, während wir für die zweite Jahreshälfte den Rentenmärkten wieder ein besseres Performancepotenzial einräumen.

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Die beliebtesten Fonds an der Fondsbörse Deutschland Geld&Brief stellt in seiner Serie „Die beliebtesten Fonds an der Fondsbörse Deutschland“ diesmal den HSBC GIF Indian Equity vor. Glaubt man dem Chefvolkswirt der Investmentbank Goldman Sachs Jim O’Neill, dann dauert es gerade noch 20 Jahre, bis Indien auf Platz 5 der größten Volkswirtschaften der Welt vorgerückt sein wird. Viel spricht dafür, dass O’Neill Recht behält. Mit Wachstumsraten zwischen knapp sieben und gut acht Prozent in den vergangenen drei Jahren gehört der Subkontinent zu den Lokomotiven des Asien-Booms. Für den Aufschwung sorgt vor allem die enorme Binnennachfrage des Milliarden-Volks. Doch auch international hält Indien in immer mehr Bereichen mit: Vor allem in den Branchen Pharma, Software und IT-Dienstleistungen zählen indische Unternehmen bereits heute zu den Weltmarktführern. Für Sanjiv Duggal ist das eine komfortable Situation. Der Manager des mit einem Volumen von mehr als 4,2 Milliarden US-Dollar weltweit größten Indien-Fonds kann sich dank der guten Wirtschaftsentwicklung über eine haussierende Börse in Mumbai, dem

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ehemaligen Bombay, freuen: Im vergangenen Jahr gewann der indische Leitindex SENSEX 42 Prozent, das bedeutet Platz 3 unter den Aktienmärkten in Asien. Über die vergangenen drei Jahre hat sich das Börsenbarometer knapp verdreifacht; damit liegt es unter den asiatischen Indizes auf Platz 2, geschlagen nur vom pakistanischen Karachi Stock Exchange 100. Duggal erwirtschaftete mit seinem Indien-Fonds sogar noch mehr: 55 Prozent waren es 2005, 232 Prozent über die vergangenen drei Jahre. Nur Duggals Kollege Bhaskar Laxminarayan von der Fondsgesellschaft ACM war mit seinem „India Liberalisation Fund“ über drei Jahre noch geringfügig erfolgreicher. Über alle längeren Zeiträume kommt kein in Deutschland zum Vertrieb zugelassener Indien-Fonds an den im Frühjahr 1996 aufgelegten HSBC GIF Indian Equity heran. Hauptgrund für den Erfolg Duggals, der den Fonds seit Auflegung managt, ist die aktive Auswahl attraktiver Branchen. Zwar orientiert sich der gebürtige Inder bei der Zusammensetzung seines Fonds-Portfolios am S&P IFC Investable India-Index, bis zu 15 Prozent des Fondsvolumens investiert er jedoch unabhängig von seiner Benchmark. Sein Investmentansatz basiert zunächst auf den Konjunkturanalysen des globalen Research-Teams von HSBC. Das Indien-Team der Fondsgesellschaft passt das globale Szenario an die

FOTO: HSBC

Christopher Nachtweh, DER FONDS

Fondsmanager Sanjiv Duggal investiert in sein Heimatland.

lokalen Umstände an und entwickelt eine Meinung darüber, welche Branchen besonders von der aktuellen Konjunkturlage in Indien profitieren. „Wir schauen uns erst die Branche an, und dann suchen wir die Aktien aus, die wir für gut halten“, erklärt Duggal. Aktuell heißt das: Vor allem Industriewerte und die Aktien zyklischer Konsumgüter gewichtet der Fondsmanager im Vergleich zur Benchmark hoch. „Zyklische Konsumwerte, insbesondere Zement, Autos, Medien und langlebige Verbrauchsgüter, sollten sich überdurch-

So kaufen Sie den HSBC GIF Indian Equity an der Fondsbörse Deutschland Anleger, die die günstigen Konditionen der Fondsbörse Deutschland nutzen wollen, sollten nur eines tun: als Handelsplatz Börse Hamburg eingeben. Aber der Reihe nach. Zuerst sollten die Preise verglichen werden. Die entscheidende Vergleichszahl ist der Ausgabeaufschlag. Als Anleger schauen Sie bei Ihrer Direktbank nach, wie hoch der Ausgabeaufschlag ist. Dieser ist üblicherweise im Kaufpreis enthalten. Als Beratungskunde einer Bank oder Sparkasse fragen Sie Ihren Berater nach dem aktuellen Kaufpreis. Dann vergleichen Sie den Preis mit den Preisen des Fonds Ihrer Wahl an der Fondsbörse Deutschland unter www.fondsboerse-deutschland.de. Dort zahlen Sie nur den Spread, also die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs. Für die beliebtesten Fonds zahlen Anleger meist weniger als 0,5 Prozent Spread an der Fondsbörse Deutschland. Wenn Sie sich für die Börse entschieden haben, brauchen Sie als DirektbankKunde nur noch Börse Hamburg als Handelsplatz einzugeben. Als Beratungskunde einer Bank oder Sparkasse sagen Sie Ihrem Berater, dass Sie Ihre Fonds an der Börse Hamburg kaufen möchten.

1200 —

%

HSBC GIF Indian Equity

1000 —

MSCI India

Stand: 06.01.2006

HSBC GIF Indian Equity seit Auflegung gegen den MSCI India

800 —

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400 —

28.02.2005 –

28.02.2004 –

28.02.2003 –

28.02.2002 –

28.02.2001 –

29.02.2000 –

28.02.1999 –

28.02.1998 –

29.02.1996

0—

28.06.1997 –

200 —

Quelle: Standard & Poor‘s

Die Top-Ten-Positionen des Fonds* 1. Reliance Industries

*Stand: 30.12.2005

schnittlich entwickeln“, sagt Duggal. Denn Indiens Bruttoinlandsprodukt pro Kopf werde schon bald die Marke von 1.000 US-Dollar erreichen. „Dieser Wert ist deswegen bedeutsam, da er in den vergangenen Jahren den Beginn einer starken Zunahme beim Kauf von Konsumgütern auf Märkten wie Japan, Hongkong, Korea und China markierte“, erklärt der Fondsmanager. Darüber hinaus setzt er auf Industriewerte, mit 38 Prozent das klare Schwergewicht im Portfolio. An attraktiven Aktien dieser Branchen gibt es dem Fondsmanager zufolge trotz des mittlerweile riesigen Volumens seines Fonds keinen Mangel: „Der indische Markt umfasst mehr als 80 Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über 1 Milliarde US-Dollar. Und mit einer Marktgröße von 485 Milliarden USDollar und einem großen Anlageuniversum gehört er zu den Top-TenMärkten der Welt“. Insgesamt kann Duggal aus über 5.000 notierten Unternehmen wählen, rund 180 hält er derzeit im Portfolio. Wichtigste Kriterien für die Auswahl der Einzeltitel sind technische Kennzahlen wie Cashflow und das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Zudem analysiert er die Strategien der Unternehmen und die Qualität des Managements. Jedes Jahr führt er dafür bis zu 300 Einzelgespräche mit den Managern der Unternehmen. So erfolgreich der Manager in den vergangenen Jahren mit dieser Titelauswahl auch war, ganz unabhängig von der Entwicklung des breiten Markts ist Duggal nicht. Wichtig ist ihm daher: „Eines sollten Anleger bei ihren Engagements in Indien im Blick behalten: Kurzfristige Kursausschläge werden Investoren immer wieder erschrecken.“

5,0%

2. Oil & Natural Gas Corp.

4,7%

3. Mahindra & Mahindra

3,5%

4. Tata Iron & Steel Co

3,5%

5. Hutchison Telecom.

3,3%

6. HCL Technologies

3,3%

7. TATA Eng & Loco

3,1%

8. Maruti Udyog

2,7%

9. Bharti Tele-Ventures

2,3%

10. ICICI Bank

2,3%

Stammdaten des HSBC GIF Indian Equity ISIN: WKN: Fondswährung: Fondsart:

LU 006 690 289 0 974 873 US-Dollar Ausschüttend

Angaben: HSBC

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Dach-Hedgefonds – Sinnvoller Baustein zur Portfoliodiversifikation Matthias Weinbeck, Sauren Fonds-Research AG

Mit Inkrafttreten des Investmentgesetzes wurde die Möglichkeit der Auflegung von DachHedgefonds geschaffen, und damit wurden die Anlagemöglichkeiten für deutsche Investoren erweitert. Durch die Integration von Hedgefonds als Portfoliobestandteil eröffnet sich Investoren eine sinnvolle Möglichkeit, das Wertpapierportfolio breiter zu diversifizieren. Was sind Hedgefonds? Ein Hedgefonds ist ein Fonds, bei dem der Fondsmanager durch den flexiblen Einsatz unterschiedlicher Anlageformen und Strategien versucht, möglichst unabhängig von der Marktentwicklung einen positiven Ertrag zu erzielen. Zur Erwirtschaftung eines attraktiven positiven Ertrags (zumeist bei gleichzeitig angestrebten geringen Schwankungen) greifen die meisten Hedgefonds-Manager auf die Möglichkeit des Leerverkaufs zurück. Bei den bislang in Deutschland bekannten Investmentfonds besitzt der jeweilige Fondsmanager lediglich

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die Möglichkeit, ihm unterbewertet erscheinende Wertpapiere für das Fondsvermögen zu kaufen. Diese Kategorie von Investmentfonds wird als „Long-only“-Fonds bezeichnet. Der Fondsmanager eines Hedgefonds besitzt darüber hinaus die Möglichkeit, Leerverkäufe von ihm überbewertet erscheinenden Wertpapieren vorzunehmen. In der Praxis funktioniert der Leerverkauf eines Wertpapiers so, dass der Hedgefonds-Manager sich das Wertpapier von dritter Stelle ausleiht und sofort an der Börse verkauft. Zu einem späteren Zeitpunkt kann er

gewissen Anteil in ein aus Aktien und Anleihen bestehendes Portfolio führte in der Vergangenheit dazu, dass der Ertrag des Portfolios stieg und gleichzeitig das Risiko des Portfolios sank. Für einen Investor mit ausgewogener Anlagementalität kann die Beimischung von Hedgefonds in Höhe von rund 20 Prozent in ein Aktien- und Anleihen-Portfolio als Richtgröße dienen.

werden. Trotz dieser Entwicklung in der Vergangenheit sollten Hedgefonds in einem unter Ertrags- und Risiko-Gesichtspunkten solide strukturierten Portfolio, wie andere Anlageklassen auch, nur ein Bestandteil sein. Die in der unteren Grafik dargestellte Effizienzkurve zeigt die Auswirkungen einer Portfolio-Beimischung von Hedgefonds auf das Ertrags- und Risiko-Verhältnis. Die Integration von Hedgefonds bis zu einem

das Wertpapier wieder an der Börse zurückkaufen und an den Verleiher zurückgeben. Der Profit des Hedgefonds-Managers liegt in der Differenz von Verkaufskurs zu Rückkaufskurs abzüglich einer Leihgebühr. Ein Hedgefonds-Manager kann auf diese Weise sowohl an steigenden als auch an fallenden Märkten partizipieren. Eine weitere dem Hedgefonds-Manager offen stehende Möglichkeit ist die Aufnahme von Fremdkapital (Leverage). Sofern der Ertrag aus der verfolgten Anlagestrategie 350— über dem Fremdkapitalzinssatz liegt, ergibt sich hieraus 300— eine Steigerung des für die Investoren erzielten Ertrags 250— (Leverage-Effekt). 200— Liegt der erwirtschaftete Ertrag der Anlagestrategie un150— ter dem Fremdkapitalzinssatz, so kehrt sich der Leverage100— Effekt ins Gegenteil um.

Performancevergleich (12/1993 - 07/2005)

CSFB/Tremont Hedgefonds Index MSCI World (US-Dollar) Lehman Global Aggregate (US-Dollar)

50—

Portfoliooptimierung durch Hedgefonds

0 12/94

12/93

12/95

12/96

12/97

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12/99

12/00

12/01

12/02

12/03

12/04

Quelle: Sauren Fonds-Research AG

Hedgefonds sind außerhalb Deutschlands seit vielen Jahren ein etablierter Baustein zur Portfoliostrukturierung. Die obere nebenstehende Grafik zeigt die Entwicklung von Aktien, von Anleihen sowie von Hedgefonds auf US-Dollar-Basis in der Zeit zwischen Dezember 1993 und Juli 2005. Mittels einer Investition in den Hedgefonds-Index konnte in dem dargestellten Zeitraum ein Aktien- und Rentenmärkte übertreffender Ertrag bei im Vergleich zum Aktienmarkt niedrigerer Volatilität erzielt

Long-only: 70% Renten (Lehman Global Aggregate (US-Dollar)), 30% Aktien (MSCI World (US-Dollar)), Hedgefonds: CSFB Tremont Hedge Fund Index Rendite 11,0— 10,5—

%

100% Hedgefonds

10,0—

80% Hedgefonds 9,5—

60% Hedgefonds

9,0 — 8,5 — 8,0 —

30% Hedgefonds

7,5 —

5,0

%

100% Long-only

7,0 — 5,5

6,0

6,5

7,0

7,5

8,0

8,5

Volatilität Quelle: Sauren Fonds-Research AG

Allgemeine Informationen: www.sauren.de

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Kursfeuerwerk sorgt für Drei-Jahres-Hoch Florian Weber, DKM Wertpapierhandelsbank AG lung dennoch überraschend. Zu belastend schienen die politischen Unsicherheiten der deutschen Innenpolitik, zu groß die Sorgen vor nachhaltig steigenden Zinsen in Europa. Der zum Erhalt internationaler Wettbewerbsfähigkeit benötigte Reformwillen drohte mit dem Wahlergebnis und der Großen Koalition zunächst auszubleiben. Doch reagierte die Börse auch hier anders als von der Mehrzahl der Handelsteilnehmer erwartet: Alle negativen Einflussfaktoren wurden ignoriert, die deutschen Aktienkurse konnten ohne große Unterbrechungen klettern und erreichten in den letzten Tagen des Jahres ein Drei-Jahres-Hoch nach dem nächsten. Zwar hat die Europäische Zentralbank ihre Zinsen für den Euroraum angehoben, doch wurde gleichzeitig signalisiert, dass nicht mit einem langanhaltenden Zinserhöhungszyklus gerechnet werden müsse. Zwar seien Inflationstendenzen erkennbar, diese kämen aber weniger durch ungezügeltes Wirtschaftswachstum als durch externe Einflüsse, die sich durch eine Zinsanhebung ohnehin nicht bremsen ließen. Hier wurde vor allem der weiter hohe Energiepreis angesprochen, der für einen wesentlichen Teil der Geldentwertung gesorgt hat. Neben den weltweiten Ölpreisanstiegen warteten die Rohstoffmärkte mit weiteren Kursavancen auf – so konnte auch der lange Jahre vernachlässigte Goldpreis kräftig anziehen und erreichte sogar ein 25-Jahres-Hoch. Die Welt kann scheinbar doch mit hohen Ölpreisen leben – ein Gewöhnungseffekt ist hier schon eingetreten. Die Politik hat in den ersten Wochen bewiesen, dass sie doch in der Lage ist, Meinungsdifferenzen konstruktiv zu lösen und Reformvorschläge zu unterbreiten. Da zudem die Liquiditätslage gut ist, das heißt die Anleger noch Gelder investieren können und Anlagealternativen bei weiterhin vergleichsweise niedrigen Zinsen nicht in Sicht sind, sollten Aktien auch im Jahr 2006 erste Wahl bei Investments sein. Allerdings sollte sich das Aufwärtstempo etwas verlangsamen, damit die tatsächlichen Wirtschaftsdaten beweisen können, dass die Kursanstiege der letzten Zeit fundamental auch gerechtfertigt waren.

Trotz negativer Einflussfaktoren kletterten die deutschen Aktienkurse im vierten Quartal 2005 weiter, und der DAX beendete das Jahr quasi auf Jahreshöchstniveau.

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FOTO: SHELL AG

Vom Mauerblümchen zum Musterknaben – so lässt sich die Entwicklung des deutschen Aktienmarkts bezeichnen. Hat doch der DAX im Vergleich zu vielen internationalen Indizes im gesamten vergangenen Jahr eine sehr gute Performance geboten: Mehr als ein Viertel konnte der wichtigste Referenzindex für deutsche Aktien zulegen. Allein im letzten Quartal 2005 stieg das deutsche Börsenbarometer um 7,21 Prozent. Zwar weist das Winterquartal seit jeher eine gute Börsenkonjunktur auf, für viele Marktteilnehmer kam die tatsächliche Entwick-

Gerüchte an Finanzmärkten: Fluch oder Segen?

FOTO: JEFF ZARUBA/CORBIS

Prof. Dr. Friedrich Thießen, Lehrstuhl Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre, TU Chemnitz

Oft sind es nicht nur harte Zahlen und Fakten, die Kursverläufe an Aktienmärkten beeinflussen, sondern auch Vermutungen, Emotionen und Gerüchte. Dass diese Gerüchte auch bewusst erzeugt und gesteuert werden, zeigt eine neue Studie der TU Chemnitz. Gerüchte gelten als das Salz der Finanzmärkte, und jeder meint zu wissen, was ein Gerücht ist. Aber eine einheitliche Verwendung des Begriffs gibt es nicht. Dem Sprachgebrauch nach können Gerüchte sein: • besonders vage und unsichere Nachrichten,

• Nachrichten mit unbekannter oder geheimnisvoller Quelle, • vollkommen frei erfundene, unwahre Nachrichten. Gerüchte faszinieren auch deshalb, weil die Kernnachricht oft in eine Geschichte eingebettet ist, welche die Adressaten emotional berührt.

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Menschen besitzen ein emotionales Informationsbedürfnis im Gegensatz zu dem rationalen oder nur sachlichen, das die reine Lehre unterstellt. Geschickt formulierte Gerüchte befriedigen diesen Wunsch und werden deshalb begierig aufgenommen. Dabei kennen die Gerüchteentwickler

teidige oder erreichen wolle. Um die Sache spannend zu machen, wird hinzugefügt, wo diese Adresse ihren Sitz hat: Bis zur Wende lag er oft in Russland, nach Ölpreisbewegungen in Arabien, neuerdings in China. Dies zeigt, nebenbei bemerkt, mehr als alles andere, wie die Menschen

umformuliert und zugespitzt, um sie spektakulärer wirken zu lassen als sie sind. Dies kann gelegentlich bis zur völligen Sinnentstellung führen. Gerüchte aus dem Privatanlegerkreis haben durch das Internet und dessen Chatforen an Bedeutung gewonnen. In den Foren kursieren Nachrichten,

keine Skrupel. In der Nachfolge des tragischen Unglücks von Tschernobyl wurde ein makabres Gerücht über ein nukleares Unglück in Russland verbreitet, das suggerierte, ganz Westeuropa sei atomar verstrahlt. Der US-Dollar zog daraufhin an. Nach den Attentaten am 11. September 2001 häuften sich Gerüchte zu terroristischen Attacken. Auch der Golfkrieg war immer wieder Anlass für Gerüchte. Beliebt sind auch Herzattacken amerikanischer Präsidenten. Selbst das Standardgerücht der Finanzmärkte, das beinahe täglich an allen Marktsegmenten auftaucht, arbeitet mit einer emotionalen Komponente. Es besagt, dass gerade eine „große Adresse“ irgendein Kursniveau ver-

den Aufstieg Chinas emotional bewerten. Gliedert man Gerüchte nach den Emittenten, dann kann man drei Gruppen unterscheiden:

die nur mehr oder weniger wahr sind. Haben die Diskussionen ein gewisses Momentum erreicht, dann beginnen Chatforums-Teilnehmer auf die Nachrichten zu handeln. Dies führt, insbesondere bei illiquiden Titeln, unter Umständen zu merklichen Kursbewegungen. Bei größeren Bewegungen werden dann die zugrunde liegenden Gerüchte auch in die professionellen Nachrichtenmedien zur Erklärung der Kursbewegungen übernommen. Bei den Gerüchten, die im Kreis der professionellen Marktteilnehmer kursieren, steht das Motiv der Profilierung und Umsatzerzielung an vorderer Stelle. Durch schnelle Information über Gerüchte, die im Umlauf sind, kann ein Händler seinen Kun-

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• Gerüchte, die im Kreis der Privatanleger entstehen, • Gerüchte, die im Kreis der professionellen Marktteilnehmer entstehen und • Gerüchte, die bei den Nachrichtenmedien entstehen. Gerüchte aus dem Kreis der Nachrichtenmedien entstehen durch Fehler bei der Nachrichtenweitergabe. Nachrichten wandern zunehmend durch verschiedene Informationsmedien. Dabei werden sie nicht selten

• Wohin geht der Kurs, und welcher Kurs geht wohin? • Der wievielte bin ich?

FOTO: JEFF ZARUBA/CORBIS

den zeigen, dass er „tief“ im Markt steckt und überdurchschnittlich gute Kontakte hat. Die Angesprochenen stehen dabei unter einem enormen Entscheidungsdruck. Denn selbst wenn sie den Charakter einer Nachricht als allzu vage oder sogar als falsch erkennen, so dürfen sie doch

nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, denn wenn das Gerücht eine Preiswirkung entfaltet, hätten sie eine leicht erreichbare Gewinnchance verpasst. Viele Profis sehen es als ihre Pflicht an, aus jeder sich bietenden Chance etwas zu machen. Der Angesprochene muss deshalb eine Strategie entwickeln, wie er unter Zeitdruck auf ein Gerücht, das an ihn herangetragen wird, reagiert. Es hat sich eine Art Vier-Fragen-Probe herauskristallisiert, mit der man schnell abschätzen kann, ob sich Handeln lohnt. • Glaube ich an das Gerücht? • Glauben die anderen Marktteilnehmer an das Gerücht?

Sinnvoll ist es, wenn der Angesprochene vom Gerüchteüberbringer eine Einschätzung des Gerüchtes erbittet. Der Gerüchteüberbringer muss dann angeben, was er selbst von dem Gerücht hält und welche Marktreaktionen er prognostiziert. Auf diese Weise versuchen sich die Marktteilnehmer davor zu schützen, zum Abladeplatz selbst erfundener Gerüchte zu werden, die irgendwer gerne im Markt verbreitet hätte. Viele Händler sichern sich auch dadurch ab, dass sie die Kursbewegungen verfolgen. Ist man nicht der erste in der Kette der Gerüchteempfänger und erweist sich ein Kurs trotzdem als „bretthart“, dann wird das Gerücht als belanglose Ente interpretiert und es wird nicht darauf reagiert. Wenn es das Ziel von Gerüchteemittenten sein sollte, Bewegung in den Markt zu bringen, um mehr Umsatz zu erzielen, dann gelingt ihnen dies tatsächlich gut. Eine Auswertung unserer Universität von bedeutenderen Gerüchten, über die große Nachrichtenmedien berichteten, erbrachte, dass ein Zusammenhang zwischen Umsätzen und Gerüchten deutlich erkennbar ist. Im Mittel sind – bei Aktien – die Umsätze an Tagen mit Gerüchten 67 Prozent höher als in den 30 Handelstagen davor. Die Verteilung der Volumensteigerungen ist rechtsschief. Das heißt: kleinere Volumenerhöhungen sind häufiger als bei einer Normalverteilung. Dafür gibt es enorme Ausreißer bis zum Neunfachen des üblichen Handels-

volumens. Bei MDAX-Aktien ist die relative Volumensteigerung doppelt so hoch wie bei DAX-Aktien. Dafür sind MDAX-Unternehmen weit seltener Objekt von Gerüchten als DAXUnternehmen, obwohl bei diesen Unternehmen sicherlich nicht seltener berichtenswerte Dinge vorkommen. Ungleichgewichte finden sich auch bei den betroffenen Branchen: Aktien der Branchen Nahrungsmittel, Maschinenbau, Transport und Versorger sind selten Objekt von Gerüchten. Im Finanzbereich dagegen, repräsentiert durch Banken, Versicherungen und sonstige Finanzdienstleister, kommt es zu einer Häufung. Die Ursachen dafür sind unklar. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass Gerüchte im Finanzsektor ihren Ursprung haben und dieser Sektor naturgemäß auf Nachrichten der eigenen Branche besonders heftig reagiert, während Gerüchte zu anderen Branchen schlecht interpretiert werden können und schnell versanden. Die Unternehmensleitungen reagieren auf Gerüchte, die im Umlauf sind, meist nicht. Bei besonders dreisten Gerüchten erfolgt aber gelegentlich ein schnelles und heftiges Dementi. In den von uns untersuchten Fällen zeigten diese Dementis große Wirkung: die Kursreaktionen konnten gestoppt und in einigen Fällen sogar in eine gegenteilige Kursbewegung verkehrt werden. Dies zeigt, wie aufnahme- und reaktionsbereit der Markt an Tagen ist, an denen interessante Gerüchte das alltägliche Einerlei durchbrechen.

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AKTIE IM FOKUS

Deutsche EuroShop – Im Einkauf liegt der Gewinn Mit der Serie Aktienporträts aus Norddeutschland möchte die Börsen AG Anlegern börsennotierte Unternehmen aus Norddeutschland vorstellen. Dies soll lediglich eine Orientierungshilfe, keine Empfehlung sein. Um ein ausgewogenes Bild zu ermöglichen, wurden die Porträts von den Unternehmen nach einem konkreten Fragebogen erstellt.

FOTO: DEUTSCHE EUROSHOP AG

Charakterisierung

Forum Wetzlar

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Die Deutsche EuroShop ist Deutschlands einzige Aktiengesellschaft, die ausschließlich in ertragsstarke Shoppingcenter an erstklassigen Standorten investiert. Sie ist zurzeit an 16 Einkaufscentern in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Polen und Ungarn beteiligt, wovon sich zwei im Bau beziehungsweise in der Planung befinden. Zum Portfolio gehört zum Beispiel das Phoenix-Center in Hamburg. Das anteilige Investitions-

volumen der Deutsche EuroShop beträgt derzeit 1,4 Milliarden Euro, die Center verfügen über eine Mietfläche von knapp 600.000 Quadratmetern und einen Vermietungsstand von über 99 Prozent. Der Börsengang erfolgte im Jahr 2001, seit 2004 ist die Aktie im MDAX notiert.

Branche Der Markt der Shoppingcenter unterteilt sich in Deutschland in innerstädtische Center mit einem höherwertigen Angebot, in Stadtteilzentren für die Nahversorgung sowie in SB-Warenhaus-dominierte Center mit preisgünstigerem Angebot auf der grünen Wiese. Die Deutsche EuroShop fokussiert sich ganz klar auf hochwertige Center in Innenstadtlage. Der Marktanteil von Shoppingcentern im Einzelhandel liegt in Deutschland derzeit bei zirka zehn Prozent, wobei von Branchenexperten ein deutliches Wachstumspotenzial gesehen wird. Das Stichwort REITs (steuertransparente Immobilienaktiengesell-

FOTOS: DEUTSCHE EUROSHOP AG

schaften) hat in den letzten Monaten das Interesse an Immobilienaktien deutlich erhöht. Durch eine mögliche Einführung in Deutschland würde sich dieser Effekt nochmals verstärken. Immobilienaktien scheinen endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht zu sein, was durch die Entwicklung der Aktienkurse deutscher Immobiliengesellschaften in den letzten Monaten belegt wird.

Positionierung innerhalb der Branche Während andere Immobiliengesellschaften entweder gemischte Portfolios aus privat oder gewerblich genutzten Immobilen besitzen, konzentriert sich die Deutsche EuroShop ausschließlich auf Shoppingcenter an erstklassigen Standorten. Deutschlandweit musste der Einzelhandel in den letzten Jahren teilweise leichte Umsatzeinbußen hinnehmen, dagegen steigt der Umsatz in den Centern der Gesellschaft stetig. Das Management der einzelnen Objekte wird über OutsourcingVerträge an Spezialisten weitergereicht. So werden beispielsweise alle elf Objekte in Deutschland von der ECE Projektmanagement betreut, dem europäischen Marktführer für das Management von innerstädtischen Einkaufszentren. Dies erklärt auch die schlanke Struktur der Gesellschaft: Durch die Konzentration

auf die Auswahl und Vorbereitung von Investments sowie das Marketing für die Aktie sind im gesamten Konzern nur fünf Mitarbeiter und zwei Vorstände beschäftigt. Die Aktien der Deutsche EuroShop werden an allen deutschen Wertpapierbörsen gehandelt, der durchschnittliche Tagesumsatz lag 2005 bei über 40.000 Stück, was bei dem aktuellen Kurs knapp zwei Millionen Euro entspricht. 36 Prozent der Aktien befinden sich derzeit im Besitz von Privatinvestoren, 45 Prozent liegen bei institutionellen Anlegern und 19 Prozent gehören der Familie Otto.

Strategie Ziel der Deutsche EuroShop ist eine dauerhaft stabile Wertentwicklung des Portfolios sowie die Optimierung des ausschüttungsfähigen Free Cash Flows, der in Form von Dividenden an die Aktionäre abgeführt wird. Besonders hervorzuheben ist hierbei, dass die Dividende (aktuelle Rendite 4,1 Prozent) steuerfrei ist, da die Ausschüttung steuerlich als Eigenkapitalrückzahlung gewertet wird. Diese Steuerfreiheit wird nach Planung der Gesellschaft noch einige Jahre anhalten. Der hohe Liquiditätsüberschuss ist das Ergebnis aus an den Lebenshaltungskostenindex und den Umsatz gebundenen Mietverträgen, die in der Regel eine Laufzeit von zehn Jahren haben. Das Wachstumspoten-

zial liegt vor allem im Kauf von neuen Einkaufszentren, mit denen langfristige Werte generiert werden können. So wurden im Jahr 2005 insgesamt 200 Millionen Euro in den Erwerb des Rathaus-Centers in Dessau sowie der Stadt-Galerie in Hameln, wo im Frühjahr 2006 der erste Spatenstich erfolgen wird, investiert. Im Jahr 2006 sowie in den folgenden Jahren plant die Deutsche EuroShop, ihr Portfolio jährlich um 10 Prozent auszubauen. Dabei soll die Eigenkapitalquote dauerhaft bei konservativen 50 Prozent gehalten werden. Die Gesellschaft schaut optimistisch auf das Jahr 2006: Die neuen Center in Dessau und Klagenfurt (Eröffnung im März) werden sich positiv auf den Umsatz und das Ergebnis auswirken, und auch bei den Bestandsobjekten werden steigende Erträge erwartet. Mehr Informationen im Internet unter: www.deutsche-euroshop.de

Aktuelle Kennzahlen (2005*) Umsatz: 71 – 72 Millionen Euro EBIT: 56 – 58 Millionen Euro Free Cashflow: 32,9 Millionen Euro Dividende pro Aktie: 2,00 Euro *erwartet Legende: EBIT: Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Earnings before interest and taxes)

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INDIZES

Regionalwerte auch 2005 ganz vorn dabei HASPAX und NISAX, die beiden norddeutschen Indizes, blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2005 zurück. Hier finden Sie den Chartvergleich und die Entwicklung der Einzelwerte in den nebenstehenden Tabellen. 150 —

140 —

% H A S PA X N I SA X 2 0

130 —

DA X 3 0

120 —

110 —

100 —

90 —

2005

80 04.01.2005

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30.12.2005

Die Kursentwicklung vom I. bis zum IV. Quartal 2005 Die 20 Aktien des NISAX WKN

Unternehmen

Kurs am 04.01.

508590 AWD Holding AG 520163 Berentzen-Gruppe AG 522390 BHW Holding AG 540390 CeWe Color Holding AG 543900 Continental AG 804200 Deutsche Hypothekenbank Actienges. 77570 0 H&R WASAG AG 840221 Hannover Rückversicherung AG 601100 Höft & Wessel AG 7 0 74 0 0 KWS SAAT AG 525650 LINOS AG 645000 LPKF Laser & Electronics AG 604400 Maternus-Kliniken AG 502130 Neschen AG A 0 J B P G ** Plambeck Neue Energien AG 6 2 0 2 0 0 Salzgitter AG 7 1 6 5 6 3 Sartorius AG T U A G 0 0*** TUI AG 5 0 0 1 0 0 VARTA AG 7 6 6 4 0 0 Volkswagen AG

Kurs am 30.12. Veränderung in %

29,80 3,85 10,40 21,51 48,10 336,00 12,10 29,10 3,25 613,00 11,35 2,95 2,05 * 2,95 0,88 14,90 14,80 18,12 8,80 34,80

23,02 5,30 15,25 41,31 74,50 298,00 15,11 30,00 6,71 693,00 9,85 6,20 2,10 1,86 1,05 45,70 20,45 17,23 9,36 44,61

-22,75 37,66 46,63 92,05 54,89 -11,31 24,88 3,09 106,46 13,05 -13,22 110,17 2,44 -36,95 19,31 206,71 38,18 -4,91 6,36 28,19

*Notierung erstmals am 01.12.2005 **bis 20.11.2005 WKN 691032 ***bis 03.07.2005 WKN 695200

Die 25 Aktien des HASPAX WKN

Unternehmen

Kurs am 04.01.

656940 550135 510200 520000 522950 542800 604002 533680 74 8 0 2 0 555063 564950 570653 566480 577220 579200 6 0 4270 620590 621993 7 78 3 0 0 5 1 8 76 0 6 76 6 5 0 617703 902757 830350 76 2 9 0 0

5,75 Albis Leasing AG 89,50 Axel Springer AG 14,75 Basler AG 87,20 Beiersdorf AG Aktuelle Kennzahlen 103,30 Bijou Brigitte mod. Access. AG 7,30 comdirect bank AG 71,00 * conergy AG 3,64 D + S europe AG 38,40 Deutsche EuroShop AG 44,90 Drägerwerk AG 2,01 edel music AG 8,95 EUROKAI KGaA 2,84 Evotec AG 51,80 Fielmann AG 18,97 freenet.de AG 26,55 HAWESKO Holding AG 8,80 INFO Ges. f. Informationssyst. AG 14,08 Jungheinrich AG 9,40 Marseille-Kliniken AG 55,12 MPC Münchmeyer Peters. Cap. AG 14,80 Norddeutsche Affinerie AG 13,80 REpower Systems AG 30,14 Rofin Sinar Technologies Inc. 7,30 TAG Tegernsee Immo.- u. Bet.-AG 78,00 VK Mühlen AG

Kurs am 30.12. Veränderung in % 5,20 106,00 11,41 103,80 230,60 7,92 80,12 5,89 47,71 44,15 4,15 18,30 2,51 57,10 20,99 33,50 8,25 19,60 12,30 65,80 21,57 31,34 37,04 8,00 80,50

-9,57 18,44 -22,64 19,04 123,23 8,49 12,85 61,81 24,24 -1,67 106,47 104,47 -11,62 10,23 10,65 26,18 -6,25 39,20 30,85 19,38 45,74 127,10 22,89 9,59 3,21

*Notierung erstmals am 17.03.2005

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INTERVIEW

Fondsbörse Deutschland: Rückblick 2005 Geld&Brief: 2002 war die Börse Hamburg die erste Börse in Deutschland, die den Handel mit offenen Fonds anbot. Ist die Idee bei den Anlegern angekommen? Kay Homann: Die Idee des Börsenhandels von aktiv gemanagten Fonds hat sich im Markt durchgesetzt. Vor wenigen Jahren hat man noch kaum etwas über Alternativen zu den klassischen Vertriebswegen lesen können. Heute hat sich dies geändert, und den Anlegern ist inzwischen bekannt, dass sie auch über die Börse Fonds kaufen und verkaufen können. Sven Marxsen

Kay Homann

Ende 2004 bündelte die BÖAG Börsen AG den Handel mit geschlossenen und offenen Fonds unter der gemeinsamen Marke Fondsbörse Deutschland. Geld&Brief wirft mit zwei Mitarbeitern der Börsen AG einen Blick auf die Entwicklung der Fondshandelsplattform im Jahr 2005 und gibt einen Ausblick auf 2006.

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Geld&Brief: Handeln Anleger Fonds verstärkt über die Börse? Homann: Ja, der Fondshandel über die Börse wird bei Anlegern immer beliebter. In 2005 lagen unsere Umsätze bei über 1,5 Milliarden Euro; eine Steigerung um mehr als 230 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Anzahl der Handelsabschlüsse auf rund 149.000 – eine Verdreifachung – bestätigt die Zunahme des Anlegerinteresses.

Geld&Brief: 2004 wurde an der Fondsbörse Deutschland das Premium-Segment im Handel mit geschlossenen Fonds eröffnet und das existierende Zweitmarkt-Konzept erweitert. Mit Blick auf 2005: Hat sich das neue Modell bewährt? Sven Marxsen: Wir haben festgestellt, dass die Akzeptanz bei Anlegern und im Markt gestiegen ist. Das Handelsvolumen steigt, und die Zunahme der gelisteten Fonds und beteiligten Emissionshäuser beweist, dass sich die Fondsbörse Deutschland als neutraler und unabhängiger Zweitmarkt etabliert hat. 2005 wurden nominal rund 42,4 Millionen Euro umgesetzt, davon mehr als 20 Prozent im Premium-Segment, in dem Beteiligungen ausgewählter Initiatoren mit Ausführungsgarantie gehandelt werden. 2004 waren es noch insgesamt 23,9 Millionen Euro Nominalumsatz.

Geld&Brief: Also ist es eine reine Kostenfrage, ob Anleger Fonds über die Börse handeln? Homann: Sicher nicht nur. Anleger sind kostenkritischer als noch vor ein paar Jahren, und deshalb überzeugen wir mit unserem Angebot. Doch sind neben den Kosten auch weitere Vorteile zu nennen: Fonds können

erweitern wir unser Angebot kontinuierlich. Geld&Brief: Welches sind die Gründe für den Aufschwung im Zweitmarkt? Marxsen: Die Fondsbörse Deutschland ist die einzige Handelsplattform im Beteiligungsmarkt, die neutral und kontrolliert und allen Marktteilneh-

Geld&Brief: Anleger handeln also sowohl offene als auch geschlossene Fonds verstärkt über die Fondsbörse Deutschland. Warum? Homann: Da es sich um sehr unterschiedliche Anlageklassen handelt, sind die Gründe sicher verschieden. Im Bereich des Investmentfondshandels sind die niedrigen Kosten das entscheidende Argument. So fällt kein Ausgabeaufschlag an der Börse an. Der börsenübliche Spread – die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs – ist um so geringer, je liquider ein Fonds ist. Oft liegt er unter 0,5 Prozent!

während der Börsenzeit von 9:00 Uhr bis 20:00 Uhr fortlaufend gehandelt werden. Es gibt zudem im Handel über die Börse Hamburg keine Mindestanlagesumme; Investmentfondsanteile können bereits ab einem Stück geordert werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Orders zu limitieren und Stop-Orders aufzugeben. Auch dies wird von Anlegern geschätzt. Mit Offerten wie dem „Fonds des Monats“ und dem wechselnden „Aktionsfonds“

mern frei zugänglich ist. Gehandelt wird eine Vielzahl von Produkten verschiedener Anbieter, insgesamt rund 2.000 geschlossene Fonds. Immerhin haben rund 230 verschiedene geschlossene Fonds von 35 Emissionshäusern 2005 auf unserer Plattform den Besitzer gewechselt. Käufer und Verkäufer profitieren zudem von der transparenten Preisfindung über Angebot und Nachfrage.

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INTERVIEW

Geld&Brief: Hat sich das PremiumSegment in seinem ersten Jahr auch jenseits von reinen Umsatzzahlen erfolgreich entwickelt?

FOTO: KÖNIG & CIE

FOTO: H.F.S.

Marxsen: Ja, denn im vergangenen Jahr konnte die erfolgreiche Kooperation mit den beteiligten Emissionshäusern intensiviert und die Zahl der Premium-Partner auf neun ausgebaut werden. Zu Hansa Treuhand, HCI und König & Cie. aus dem Schiffsbereich kamen im November 2005 aus dem Immobiliensektor noch DCM Deutsche Capital Management AG, HGA Capital Grundbesitz- und Anlage GmbH und Sachsen Fonds GmbH als Premium-Partner hinzu. Im Laufe des Jahres hatten sich schon die Immobilienfonds-Initiatoren Real I.S. AG, H.F.S. Hypo-Fondsbeteiligungen für Sachwerte GmbH und IVG ImmobilienFonds GmbH für die Zusammenarbeit mit der Fondsbörse Deutschland entschieden. Geld&Brief: Worin begründet sich das steigende Interesse der Initiatoren? Marxsen: Teilnehmenden Emissionshäusern bietet sich hier ein funktionierender Markt für ihre Fonds und damit ein wichtiges Argument im Erstmarkt. Aufgrund der Entwicklung vom Steuersparmodell zur renditeorientierten Anlageklasse hat die Veräußerungsmöglichkeit vor Laufzeitende erheblich an Bedeutung gewonnen. Geld&Brief: Wie wird sich die Fondsbörse Deutschland 2006 entwickeln? Marxsen: Ich bin da optimistisch. Wir planen für 2006 die Gewinnung weiterer Emissionshäuser als Premi-

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um-Partner und gehen von weiteren Umsatzsteigerungen aus. Wir freuen uns zwar über die bisherige positive Marktresonanz, möchten aber noch weitergehen auf dem Weg zu einem zentralen Marktplatz für geschlossene Fonds mit gebündelter Liquidität. Homann: Das gilt auch für die offenen Fonds: 2006 werden wir die begonnenen Entwicklungen fortführen. Derzeit haben wir rund 2.500 Fonds im Handel: 2006 werden wir unter anderem das Angebot an notierten Fonds weiter ausbauen. Geld&Brief: Vielen Dank für das Gespräch.

HINTERGRUND

Indizes – „Die Anzeiger“ Malte C. Dreher, DER FONDS

Ein Index, lateinisch für Anzeiger, gibt die relative Veränderung von verschiedenen Werten gegenüber einem festgelegten Zeitpunkt an. Im Börsenumfeld ist ein Index meist die Kurzbezeichnung für Aktienindex: Aktienindizes sind Kennziffern für eine Auswahl von Aktien. Die in Deutschland bekanntesten Aktienindizes sind der DAX und der amerikanische DowJones-Index mit jeweils 30 Aktienwerten.

35.000 Aktienindizes gibt es weltweit. Dow, DAX & Co sind Orientierungshilfen, Messlatten und Konjunktur-Barometer. Wie alles begann: Im November 1882 gründeten Charles Henry Dow, Edward D. Jones und Charles M. Bergstresser die Firma Dow Jones & Company. Ein Jahr später erstellten die drei gelernten Journalisten erstmals den „Customer’s Afternoon Letter“. Dieser wahrscheinlich erste Newsletter der jüngeren Finanzgeschichte wurde handschriftlich erstellt und von Kurieren im New Yorker Finanzviertel verteilt. Neben Unternehmensinformationen veröffentlichte Charles Henry Dow 1884 den weltweit ersten Aktienkursindex. Eine sehr große Bedeutung hatte damals der Bau von Eisenbahnstrecken, sodass sich der so genannte „Railroad-Average“ aus neun Eisenbahngesellschaften und zwei Transportunternehmen zusammen-

setzte. Täglich veröffentlichte Kurse spiegelten schon damals, wie auch heute, die wirtschaftliche Lage der Unternehmen wider. Die Erschließung neuer Eisenbahnstrecken war sehr kostenintensiv, und falsche Kalkulationen oder schwierige Verhandlungen mit Großgrundbesitzern, aber auch Indianern drückten Aktienkurse und Index gleichermaßen. Eine neu erschlossene Verbindung indes ließ den Aktienindex steigen. Im Mai 1896, sechs Jahre vor dem Tod Charles Henry Dows, legte Dow Jones & Co den bis heute prominentesten Index auf, den „Dow Jones Industrial Average“. Er bündelte die damals börsennotierten Unternehmen der Schwerindustrie. Anfänglich startete der Index mit zwölf Werten bei 40,9 Zählern. 1916 wurde die Anzahl der Werte auf 20 erhöht, 1928 nochmals auf insgesamt 30 Unternehmen. Bei dieser Anzahl ist es bis heute geblieben. 1970 erfolgte die bisher letzte Änderung des ersten Index der Dow-Jones-Familie: Da Eisenbahngesellschaften ihre starke wirtschaftliche Bedeutung eingebüßt hatten, wurde der „Railroad-Average“ in den „Dow Jones Transportation Average“ umbenannt.

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HINTERGRUND

DAX VS. DOW VOM 30.12.1987 BIS 700

%

600

Die Entstehung des DAX Der erste Aktienindex in Deutschland war die so genannte „Börsenkennziffer“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Sie ergab sich erstmals am 1. September 1919 durch das Summieren von 25 Aktien- und 10 Anleihekursen. Anfänglich nur monatlich berechnet, wurde sie ab August 1920 wöchentlich veröffentlicht. Der erste amtliche Aktienindex Deutschlands wurde 1923 im „Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich“ veröffentlicht. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Berechnung beider Indizes jedoch eingestellt. Nach dem Krieg versuchte die FAZ die Berechnung eines Index auf der Basis der Kurse von 1948, was jedoch wegen der vielen Veränderungen am Aktienmarkt zu dieser Zeit scheiterte. Der älteste deutsche Aktienindex, der noch heute berechnet wird, ist der Commerzbank-Index von 1953. Der Deutsche Aktienindex (DAX) wird in seiner heutigen Form erst seit dem 1. Juli 1988 berechnet. Als direkter Vorgänger gilt der Börsen-ZeitungsIndex von 1959, sodass man die Entwicklung des deutschen Aktienmarktes seit dem gut nachvollziehen kann. Der DAX wurde von der Frankfurter Wertpapierbörse, der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen und der Börsenzeitung erstellt. Die Berechnung und die Festlegung wurden der Deutschen Börse AG übertragen. Der Schlusskurs des

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0 30.12.1987

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DAX Dow Jones Industrial Average

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Börsen-Zeitungs-Index von 1987 und gleichermaßen der Startkurs des DAX wurde als 1.000-Zähler definiert. Er zeichnet seitdem ein umfassendes und aktuelles Bild des deutschen Aktienmarktes und bildet die Branchenstruktur der deutschen Volkswirtschaft weitestgehend nach. Bis in die Neunzigerjahre wurde der DAX jedoch auch gerne spöttisch ABC-Index genannt. Der Grund: Automobilunternehmen, Banken und Chemiekonzerne machten den Großteil des 30 Werte zählenden Index aus. Das hat sich jedoch im Laufe der vergangenen Jahre geändert: Mit der Deutschen Telekom, der Walldorfer Software-Schmiede SAP, dem Chiphersteller Infineon und der Sportmarke Adidas spiegelt die Zusammensetzung des DAX größtenteils die unternehmerische Landschaft Deutschlands wider. Seit 1999 wird der DAX ausschließlich elektronisch berechnet (Xetra-DAX), der ursprüngliche Parkett-Handel an der Frankfurter Börse wurde Makulatur. Damit reagierte die Deutsche Börse AG auf die schnell steigende Zahl an Aktionären, was durch die „Volksaktien“ Deutsche Telekom und Deutsche Post ausgelöst worden war. Der Stand des DAX wird an Werktagen zwischen 9:00 und 17:00 Uhr alle 15 Sekunden aktualisiert. Seit Januar dieses Jahres sogar sekundengenau. Im europäischen Vergleich ist der DAX aufgrund seiner Zusammenstel-

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30.12

S 24.01.2006 IN PROZENT (EURO)

lung trotzdem eine sehr konjunkturabhängige Börsennotierung. Wenn große Insolvenzen angekündigt oder schlechte Bilanzzahlen veröffentlicht werden, dann wirkt sich das sofort auf den DAX aus, weil vor allem so genannte zyklische Sektoren wie die Automobil-, Chemie- und Industriebranche den Stand immer noch zu einem großen Teil mitbestimmen. Seinen bisher höchsten Stand erreichte der DAX im März 2000 mit 8.136 Punkten.

Index ist nicht gleich Index Als der Dow Jones das erste Mal berechnet wurde, gab es noch keine technischen Hilfsmittel zur Bewertung der einzelnen Aktien. Damals wie heute setzt sich der Index nach einer veralteten und recht wahllosen Methode zusammen. So erfolgt die Auswahl der im Dow Jones gelisteten Unternehmen nach einer subjektiven Auswahl durch Redakteure des Wall Street Journals. Bei der Gewichtung der einzelnen Unternehmen spielt der aktuelle Aktienkurs eine wichtige Rolle; der eigentliche Wert des Unternehmens indes nicht. So ist es durchaus üblich, dass die Aktienkurse eines kleinen Unternehmens, die lediglich optisch einen höheren Wert haben als andere Aktien vielfach größerer Unternehmen, einen größeren Einfluss auf die Entwicklung des Index haben.

.1996

Ein vereinfachtes Beispiel: Ein Unternehmen, das 100 Aktien zu je 100 Dollar an der Börse notiert hat, beeinflusst die Kursentwicklung des Index stärker als ein Unternehmen mit 200 Aktien zu je 90 Dollar. Experten sprechen aufgrund dieser Gewichtung von so genannten untergewichteten Indizes und bevorzugen daher den von der Rating-Agentur Standard & Poor‘s (S&P) betreuten Index S&P-500, weil dieser mit 500 geführten Unternehmen einen breiteren Teil des US-Marktes abdeckt und zudem nach wissenschaftlicheren Auswahlkriterien zusammengesetzt wird. Nur noch der japanische Index Nikkei-225 wird heute nach demselben veralteten Muster wie der Dow Jones berechnet. Der DAX indes ist ein gewichteter Index und stellt die wirkliche Marktsituation daher wesentlich besser und genauer dar. Aufnahmekriterien für Deutschlands führendes Börsensegment sind die Marktkapitalisierung und die Anzahl der handelbaren Aktien (Free Float). Die Marktkapitalisierung einer Aktiengesellschaft ist das Produkt aus Kurswert und Anzahl der Aktien. Von Börsenlaien wird diese Kennziffer oft übersehen, denn nicht der Kurswert einer einzelnen Aktie, sondern der Marktwert der gesamten Aktiengesellschaft, die Summe aller Aktien, ist für den Wert eines Unternehmens entscheidend. Die Marktkapitalisierung hat eine regulierende Wirkung, da beim

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30.12.2005 Quelle: EuroFonds Datenbanken

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HINTERGRUND

DAX beispielsweise der Anstieg der Allianz-Aktien um ein Prozent einen größeren Teil zur Performance des Gesamtindex liefert, als wenn eine kleinere Gesellschaft wie etwa Adidas um den gleichen Prozentsatz zulegt. Ein Nachteil von gewichteten Indizes ist, dass einzelne Werte einen sehr hohen Einfluss auf den Index haben können. Das wohl extremste Beispiel hierfür ist der finnische HEX. Obwohl dieser sich aus 124 Unternehmen zusammensetzt, betrug der Anteil der Aktien des Mobilfunk-Riesen Nokia zeitweise bis zu 75 Prozent. Als Konsequenz haben einige Index-Betreiber deshalb Obergrenzen für die Gewichtung einzelner Aktiengesellschaften eingeführt. Die wahre Marktsituation wird dadurch jedoch verzerrt.

Passiv punktet Schätzungsweise 35.000 Aktienindizes gibt es weltweit. Daher gibt es kaum ein Land, eine Branche oder auch nur einen kleinen Sektor, die nicht von den Indizes erfasst werden. Die Auswahl der Börsenbarometer reicht vom umfassenden Weltindex MSCI World bis hin zu eher speziellen Börsenbarometern, wie etwa dem „Dow Jones Islamic Market Index“. Dieser Index setzt sich aus Unternehmen zusammen, die Scharia-konform nur in Unternehmen investieren, die sich mit dem muslimischen Glauben vereinbaren lassen. Unternehmen, die ihr Geschäft mit Waffen, Alkohol, oder Glücksspiel verdienen, kommen für diesen Islam-Index nicht infrage. „Für Anleger haben Indizes einen

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klaren Vorteil: Sie sind transparent, und die Performance ist leicht nachzuvollziehen“, so ein Sprecher der Deutschen Bank. Kein Wunder daher, dass besonders das Geschäft mit dem Index brummt. Emittenten von Zertifikaten nutzen Indizes als sogenannte Underlyings, und Indexzertifikate bilden demnach die Entwicklung des zu Grunde liegenden Index eins zu eins ab. „Anleger vermeiden mit reinen Index-Investments auch das Klumpenrisiko“, so der Deutsche-BankSprecher. Das bedeutet: Ein Zertifikat auf beispielsweise den EUROSTOXX 50, kann Vorteile gegenüber einem Europa-Fonds haben. Da Fondsmanager meistens sehr subjektiv und aktiv an die Titelauswahl herangehen, kann es sein, dass der Fondsmanager einzelne Branchen übergewichtet. „Dieses aktive Management muss nicht immer ein Vorteil sein, da vereinzelte Wetten nicht aufgehen müssen“, so ein Sprecher der Deutschen Bank. Wie vorteilhaft ein Investment in einen so genannten passiven Index im Vergleich zu einem aktiv gemanagten Fonds ist, belegt eine Untersuchung der Rating-Agentur S&P. Im vergangenen Jahr schlug der Index S&P-400 Mid Cap, der auf börsennotierte US-Nebenwerte setzt, 67,0 Prozent aller aktiv gemanagten Fonds, die diesen Index als Vergleichsindex haben. Ein gleiches Bild zeigt sich bei dem auf Kleinstwerte ausgerichteten S&P-600 Small Cap. Er schlug 60,5 Prozent der aktiv gemanagten Fonds. Nur unter den großen Standardwerten schnitten Fonds größtenteils besser ab als der Index. Der S&P-500 wurde von 55,5 Prozent der Fonds

geschlagen. „Aktienfonds haben in diesem Bereich sehr stark von einer Übergewichtung der Energie-Unternehmen und Versorger profitiert“, sagt S&P-Analystin Roseanne Pane. Im historischen Vergleich lagen in den vergangenen fünf Jahren jedoch immer die Indizes vorne (zwischen 65,4 und 81,3 Prozent). Eine Absage an ein aktives Fondsmanagement ist diese Statistik trotzdem nicht, sie belegt jedoch, dass Fondsmanager, die einen erfolgreichen aktiven Ansatz verfolgen, in der Minderheit sind. Für Anleger heißt dies daher: Ein so genannter CoreAnsatz, wonach breite Märkte mittels Indexprodukten abgebildet werden, hat durchaus eine Berechtigung. Zumal der Satelliten-Ansatz, spezielle Branchen mittels aktivem Fondsmanagement abzubilden, eine sehr sinnvolle Ergänzung sein kann.

FOTO: K.PETERSEN/FTF

RUND UM DIE BÖRSE

Rathausmarkthof, Kleine Johannisstraße in Hamburg

Börse Hamburg – Aufbruch zu neuen Ufern Christian Kalischer, FAIRTRADE FINANCE AG

Die Börse Hamburg zieht um. Im Rathausmarkthof werden dann Börsenmakler und Börsengeschäftsführung unter einem Dach sitzen.

Am letzten Wochenende vor den Weihnachtsfeiertagen des vergangenen Jahres verabschiedete sich das Hamburger Parkett nach über 150 Jahren aus dem traditionsreichen Börsengebäude am Adolphsplatz. Schon am folgenden Montag wurde der Börsenhandel reibungslos im „Neuen Börsengebäude“ im Rathausmarkthof, Kleine Johannisstraße 2-4, aufgenommen. Die gesamte Technik des Börsenplatzes zog über das

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RUND UM DIE BÖRSE Wochenende um: eine planerische und logistische Meisterleistung aller beteiligten Mitarbeiter und Gewerke. Parkettbörse heute bedeutet: Elf Stunden computerunterstützter Maklerhandel. Am Beispiel der FAIRTRADE FINANCE AG, dem Skontroführer für sämtliche Aktien- und Rentenwerte an der Börse Hamburg sowie rund der Hälfte der in Hamburg notierten offenen Investmentfonds, soll die Entwicklung von einer Kursmaklergesellschaft zu einem hochtechnisierten Wertpapierhandelshaus aufgezeigt werden. Der Auszug aus dem wunderschönen Hamburger Börsensaal in die Räume im Rathausmarkthof bringt für Kunden und Makler nur Vorteile. Der Umzug wurde genutzt, um die Technik der Makler und der Börse auf den neuesten Stand zu bringen. Immer größere technische Unterstützung der Makler, die bei einer möglichst optimalen Kursfeststellung und Orderausführung für die Kunden des Hamburger Platzes helfen soll, benötigt immer mehr Rechnerleistung. Immer größere Datenvielfalt verlangt immer größere und schnellere Leitungen. Handelbare Geld- und Briefkurse sowie deren Bezahlt-Kurse mit Umsätzen für viele Tausend Wertpapiere verlassen die Börse, immer mehr Kursinformationen anderer Börsen sowie Nachrichten und Analysen zu gelisteten Unternehmen sollen auf die Bildschirme der Makler gelangen. Für all dieses ist nun im neuen „Börsengebäude“ gesorgt, und gleichzeitig wurde für die immer größere Anzahl an Mitarbeitern der FAIRTRADE ein Arbeitsumfeld geschaffen, welches einem so langen und anstrengenden Arbeitstag Rechnung trägt. Als Mitte der Neunzigerjahre die ehemaligen Kursmakler Lübbe, Warnholtz und Kalischer die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen nutzten

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und die erste deutsche Kursmaklergesellschaft in Form einer GmbH gründeten, war all dieses noch nicht abzusehen. Anfänglich ausschließlich für die Kursfeststellung amtlicher Aktienwerte zuständig, wurde schon im zweiten Geschäftsjahr die Freimaklertätigkeit aufgenommen. Papier und Bleistift, das Hauptarbeitswerkzeug der Makler, gehörten der Vergangenheit an, die Automatisierung wie auch die Ausweitung des Dienstleistungsangebotes von Börse und Maklern schritt voran. Die junge Firma wuchs und nahm in den Folgejahren weitere Kursmakler auf oder übernahm deren Märkte. 1998 folgte dann der Einstieg in den Bereich der festverzinslichen Werte durch die Aufnahme weiterer Kursmakler und die Umfirmierung in HKM Hamburger Kurs- und Freimaklergesellschaft mbH. Trotz dieser Konzentration der Dienstleistung war die Gesellschaft im Bundesvergleich noch ein kleiner Player, und es wurde nach Alternativen gesucht, die Wettbewerbsfähigkeit noch weiter zu steigern. Es musste das Ziel sein, aus der Regionalität zu entkommen. In den ersten Jah-

ren war die Gesellschaft klar darauf fokussiert, der Region ein zuverlässiger und wettbewerbsfähiger Partner zu sein. Doch die Konzentration der meisten Marktteilnehmer der Hamburger Börse auf Frankfurt, hierbei seien die Fusionen im Versicherungsbereich und der Hypotheken- und Geschäftsbanken genannt, zwang zur Öffnung und zur Neuausrichtung. Neben dem regionalen Aspekt, der immer noch einen hohen Stellenwert für die Gesellschaft hat, mussten neue Kundenschichten im In- und Ausland für den Hamburger Platz akquiriert werden. Ständig steigende technische Anforderungen zwangen zum Umdenken und legten den Schulterschluss mit einem starken Partner nahe. Die Hamburger Börse selbst wurde 2001 Partner der HKM. Die gemeinsamen Aktivitäten firmierten fortan unter FAIRTRADE FINANCE AG. Über ihre Tochtergesellschaft BÖAG Finanzdienst AG beteiligte sich die Börse mit knapp über 50 Prozent an der neuen Gesellschaft. Der weitere Ausbau der Gesellschaft wurde mit der kompletten Übernahme

„Gruezi trifft Moin, Moin“ – Die Bank Julius Bär kommt nach Hamburg Kay Homann, Börsen AG Hamburg ist einer der ältesten und größten Finanzplätze in Deutschland. Im Jahre 1558 wurde in Hamburg die erste Börse Deutschlands errichtet und bereits 1590 die älteste deutsche Privatbank gegründet. Heute reicht das Bankenangebot von großen Universalbanken über Privat- und Investmentbanken bis hin zu diversen Spezialbanken. Hinzu kommen Leasinggesellschaften, Bürgschaftsbanken, Fondsgesellschaften und Finanzberater. Gemessen an der Zahl der ansässigen Banken belegt Hamburg, direkt hinter Frankfurt, den zweiten Platz – noch vor München und Berlin. Rund 50 Banken und über 25 ausländische Vertretungen haben in Hamburg eine Zweigstelle oder Repräsentanz. So wird auch die Bank Julius Bär, größter reiner Vermögensverwalter der Schweiz, im Jahr 2006 eine Niederlassung in der Hansestadt eröffnen. Ab 1. März wird die Immobilie am Neuen Wall in Hamburg bezogen. Der Generalbevollmächtigte Cord Sürie betreut von dort aus den gesamten norddeutschen Raum. „Wir werden unsere Kundenberatung forcieren und mit dem Segment „Private Banking“ die bestehenden institutionellen Aktivitäten ergänzen“, erklärt Sürie. Neben der Deutschland-Zentrale in Frankfurt am Main und Niederlassungen in Stuttgart und Düsseldorf ist Hamburg der vierte Standort der Schweizer Bank in Deutschland. Mehr über die Bank Julius Bär erfahren Sie unter www.juliusbaer.de.

des Freiverkehrs in Hamburg und Hannover weiter vorangetrieben. Börsenzulassungen in Frankfurt und Berlin erweiterten das Dienstleistungsspektrum zusätzlich. In den extrem schwierigen Börsenjahren 2002 und 2003 mit einem blauen Auge davongekommen, wurde die Expansion im März 2003 mit der Einstellung eines Teams für den Bereich Sales und Salestrading von festverzinslichen Wertpapieren für institutionelle Kundschaft wieder aufgenommen. Im Oktober 2004 begann der Aufbau eines vergleichbaren Teams auf der Aktienseite. Bis zum Jahre 2003 galt die Hamburger Börse als ein Universalanbieter, der von Aktien über Options- und Genussscheine bis hin zu festverzinslichen Wertpapieren alles anbot, ohne bestimmte Alleinstellungsmerkmale gegenüber anderen Börsenplätzen zu haben. Das sollte sich im Herbst 2003 ändern. An der Hamburger Börse wurden exklusiv erstmals offene Investmentfonds wie Aktien gehandelt. Diese Idee, Fonds

den ganzen Tag ohne Ausgabeaufschlag zu handeln, erfreute sich in der Kundschaft in den folgenden Jahren zunehmender Beliebtheit und verschaffte dem Börsenplatz Hamburg erstmals ein eigenständiges Profil. Im vergangenen Jahr beteiligte sich die Börsen AG zusätzlich noch an einem Makler für geschlossene Fonds. Beide Segmente wurden unter der Marke „Fondsbörse Deutschland“ zusammengefasst. Die Börse Hamburg ist in beiden Segmenten eindeutiger Marktführer in Deutschland. Die FAIRTRADE FINANCE AG deckt 2006 als Wertpapierhandelshaus folgende Bereiche ab: Skontroführung Aktien, Fonds und Renten sowie Betreuung institutioneller Kunden im Aktien- und Rentengeschäft. Für den Börsenkunden hat die Gesellschaft in den vergangenen Jahren das Angebot an Sonderleistungen kontinuierlich vergrößert. Offene Investmentfonds werden ohne Ausgabeaufschlag fortlaufend mit einem Spread zwischen 0,0 und 1,5 Prozent notiert. Für den

Handel mit Aktien gilt eine Kursfeststellungsgarantie besser oder mindestens so gut wie an den wichtigen Referenz-Handelsplätzen, eine maximale Courtage (Cap) von acht Euro, in Dax- und M-Dax-Titeln, Vermeidung von Teilausführungen und Kursfeststellung innerhalb weniger Sekunden. Für den Handel mit festverzinslichen Werten garantiert die Börse Hamburg die Ausführung von öffentlichen Papieren zum Frankfurter Fixing und die fortlaufende Notierung nahezu aller Werte in Anlehnung an die Entwicklung der Futures bis 17:30 Uhr.

HABEN SIE NOCH FRAGEN? Gern stehen wir Ihnen börsentäglich von 8:30 Uhr bis 20:00 Uhr unter der Telefonnummer 0800 - 3846 000 zur Verfügung oder per E-Mail unter [email protected]finance.com. Allgemeine Informationen: www.fondsboerse-deutschland.de

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BRIEFE LESERBRIEFE

IHRE MEINUNG IST UNS WICHTIG! Geld&Brief lebt auch vom Dialog. Ihre Meinung ist uns wichtig. Schreiben Sie uns, wenn Sie Anregungen zu Geld&Brief oder Fragen zum Börsengeschehen und zu den Finanzmärkten haben.

Geldanlage-Tipps Seit einiger Zeit mache ich mir mehr Gedanken über Geld- und Finanzthemen. In Ihrem Magazin vermisse ich allerdings konkrete Tipps zu Geldanlagen. Ist das gewollt? Ingeborg Meier, Hannover

Redaktion: Ja, denn die Börsen Hamburg und Hannover verstehen sich als neutrale Handelsplätze und als unabhängige Informationsvermittler für alle Marktteilnehmer. Deshalb gehört es auch zum Konzept unseres Magazins, keinerlei Empfehlungen oder AnlageTipps für spezielle Produkte, Anbieter oder Branchen zu geben. Dennoch möchten wir Ihnen gern durch unsere Beiträge die nötigen Informationen zur Verfügung stellen, die es Ihnen ermöglichen, Geldanlagen einzuschätzen, oder Ihnen konkrete Ansprechpartner vorstellen.

Gewinnspiel 2005 Zu den Börsentagen 2005 veranstaltete die Börsen AG ein Gewinnspiel. Die Verlosung fand bereits statt. Die folgenden Gewinner konnten sich über Fondsanteile, ein NISAX-Zertifikat, Fußball-VIP-Karten oder viele andere Sachpreise freuen: M. Biester, Hannover K. Henningsen, Hamburg U. Hünerjäger, Wedemark W. Köhler, Frankfurt S. Küster-Goydke, Seelze R. Landsberg, Uetze-Hänigsen H.-J. Lentz, Hannover C. Mau, Hannover G. Oesterlen, Celle J. Schwalm, Hamburg R. Simmig, Hamburg G. Sorst, Wedemark G. von Saldern, Hannover M. Weiser, Hannover

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe gekürzt oder in Auszügen abzudrucken.

Wir gratulieren den Gewinnern!

WIR FREUEN UNS AUF IHRE MEINUNG! BÖAG Börsen AG I Frau Sandra Lüth I Rathenaustraße 2 I 30159 Hannover TEL 0511 - 32 76 61 I FAX 0511 - 32 49 15 I Mail: [email protected]

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Geld&Brief 1-2006

Die Börsen in Hamburg und Hannover bieten mehr als nur gute Kurse! Die Börsen Hamburg und Hannover arbeiten Hand in Hand. Sie sind durch die übergeordnete Trägergesellschaft, die Börsen AG, eng miteinander verbunden. Und das bietet die Börsen AG: Und das bietet die Börsen AG: Ausführungsgarantie — die Preise an den Börsen Hamburg und Hannover Ausführungsgarantie — die Preise an den Börsen Hamburg und Hannover

Der Preis für alle Orders ist unter Einrechnung der Makler-Courtage stets so gut wie Der für alle ist unter Einrechnung der Makler-Courtage stets soAber gut wie besoderPreis besser alsOrders an anderen wichtigen Referenz-Handelsplätzen. dieoder Börsen ser als an anderen wichtigen Referenz-Handelsplätzen. Aber die Börsen AG ist nicht nur AG ist nicht nur günstig, sie ist auch schnell: Orders werden in der Handelszeit von günstig, sie ist auch schnell: Orders werden in der Handelszeit von 9:00 bis 20:00 Uhr 9:00 bis 20:00 Uhr innerhalb von 60 Sekunden ausgeführt. Dabei werden Teilausinnerhalb wenigen Sekunden ausgeführt. Dabei werden Teilausführungen vermieführungen von vermieden. den.

Innovation — Fondsbörse Deutschland: Innovation — Fondsbörse Deutschland

Auf der Fondshandelsplattform der Börse Hamburg können Anleger ohne Ausgabeaufschlag Auf der Fondshandelsplattform Hamburg Anleger ohne Ausgabeaufschlag Investmentfonds börsentäglich der vonBörse 9:00 bis 20:00 können Uhr handeln. Dabei gilt: Die am häufigsInvestmentfonds börsentäglich von 9:00 bis 20:00 Uhr handeln. Dabei gilt: Die am häufi gten gehandelten Fonds sind besonders günstig. Geschlossene Fonds aus zweiter Hand sind sten gehandelten Fonds sind besonders günstig. Geschlossene Fonds aus zweiter Hand sind auch an der Fondsbörse Deutschland handelbar: Zu fairen Marktpreisen und nach börsliauch an der Fondsbörse Deutschland handelbar: Zu fairen Marktpreisen und nach börslichen Regeln. chen Regeln.

Neutralität und faire Preise — Makler der Börsen AG: Neutralität und faire Preise — Makler der Börsen AG

Bei Aktien, Renten, Investmentfonds führen Börsenmakler die Orders unter Aufsicht der Bei Aktien, Renten, Investmentfonds führen Börsenmakler Orders Handelsüberwachung für die Anleger aus. Neutralität und fairedie Preise sindunter somit Aufsicht gewährder Handelsüberwachung für die Anleger aus. Neutralität und faire Preise sind somit leistet. gewährleistet.

Gute Preise — Seminare der Börsen AG: Gute Preise — Seminare der Börsen AG

Regelmäßig hält die Börsen AG in Hamburg und Hannover Seminare zu allen relevanRegelmäßig hält dieab.Börsen in Hamburg und 34,80 Hannover zu allen relevanten Börsenthemen Diese AG kosten in der Regel EuroSeminare inkl. Mehrwertsteuer und ten Börsenthemen ab. Diese kosten in der Regel 34,80 Euro inkl. Mehrwertsteuer und Seminarunterlagen. Die Börsen AG bietet Anlegern mehr Wissen zu guten Preisen. Seminarunterlagen. Die Börsen AG bietet Anlegern mehr Wissen zu guten Preisen.

Treffpunkt Börse — Börsentage in Hamburg und Hannover: Treffpunkt Börse — Börsentage in Hamburg und Hannover

Auch im Herbst 2006 veranstaltet die Börsen AG ihre Börsentage in Hamburg und in Auch im Herbst veranstaltet die Börsen wieder Börsenthemen ihre Börsentagehören in Hamburg undbei in Hannover. Dort 2006 können Anleger Vorträge zu AG aktuellen und sich Hannover. Dort können Anleger Vorträge zu aktuellen Börsenthemen hören und sich bei den Ausstellern über Produkte, Märkte und Perspektiven informieren. den Ausstellern über Produkte, Märkte und Perspektiven informieren.

Darüber hinaus hat die Börsen AG noch viele interessante Leistungen anzubieten. Fragen Sie uns. Rufen Sie an unter Telefon 040-36 13 02-0 oder Telefon 0511-32 76 61. Und besuchen Sie uns im Internet unter www.boersenag.de oder unter www.fondsboerse-deutschland.de. Unsere Makler erreichen Sie in Hamburg unter der Hotline 0800-38 46 000 und in Hannover unter 0511-36 34 37.

Börsen AG — da ist Fantasie drin! www.boersenag.de Geld&Brief

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TERMINE Wichtige Finanztermine (14.02.06 – 17.05.06) 1 4 . 02. 06 23. 02. 06 23. 02. 06 28. 02. 06

Veröffentlichung der ZEW-Konjunkturerwartung, 11:00 Uhr Continental AG Ifo-Geschäftsklima-Index, 10:00 Uhr MPC Capital AG

06 06 06 06 06 06 06 06 06 06 06 06 06 06 06 06

Beiersdorf AG Volkswagen AG VK Mühlen AG Veröffentlichung der ZEW-Konjunkturerwartung, 11:00 Uhr Sartorius AG Rofin Sinar Technologies AG TUI AG Hannover Rückversicherung AG Ifo-Geschäftsklima-Index, 10:00 Uhr AWD Holding AG BHW Holding AG Beate Uhse AG Norddeutsche Affinerie AG Salzgitter AG Conergy AG Höft&Wessel AG

BPK BPK HV

1 1 . 04. 06 1 1 . 04. 06 1 1 . 04. 06 20. 04. 06 25. 04. 06 25. 04. 06 26. 04. 06 2 7. 04. 06 2 7. 04. 06 2 7. 04. 06

Cewe Color Holding AG Jungheinrich AG Veröffentlichung der ZEW-Konjunkturerwartung, 11:00 Uhr Deutsche Euroshop AG Drägerwerk AG Ifo-Geschäftsklima-Index, 10:00 Uhr Sartorius AG Axel Springer AG Bijou Brigitte modische Accessoires AG Fielmann AG

BPK BPK

0 3 . 05. 06 0 4. 05. 06 0 4. 05. 06 0 5 . 05. 06 0 5 . 05. 06 1 0 . 05. 06 1 2 . 05. 06 1 5 . 05. 06 1 6 . 05. 06 1 7 . 05. 06

Volkswagen AG Hawesko AG MPC Capital AG comdirect bank AG Continental AG TUI AG Hannover Rückversicherung AG Conergy AG Veröffentlichung der ZEW-Konjunkturerwartung, 11:00 Uhr Beiersdorf AG

HV BPK HV HV HV HV HV HV

Februar 02. 03. 07. 03. 08. 03. 1 4 . 03. 1 5 . 03. 1 6 . 03. 22. 03. 23. 03. 28. 03. 29. 03. 29. 03. 30. 03. 30. 03. 30. 03. 3 1 . 03. 3 1 . 03.

März

April Mai 30

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HV

Seminare der Börsen Hamburg und Hannover Seminare in Hamburg Ve ra n sta l tu n g so r t: Handelskammer Hamburg I Adolphsplatz 1 I 20457 Hamburg 1 3 . 03. 06 1 5 . 03. 06 1 6 . 03. 06 20. 03. 06 22. 03. 06 04. 04. 06 1 6 . 05. 06 30. 05. 06 06. 06. 06

Die Sprache der Analysten und der Börse – kennen und verstehen Aktienanalyse – Werthaltige Aktien erkennen Einführung in das Wertpapiergeschäft Real Estate Investment Trust (REITs) – Anlagen in REITs mit Reiz Portfoliostrategie Behavioral Finance – Neuste Entwicklungen der Börsenpsychologie und ihre praktische Anwendung Vermögensverwaltung Technische Analyse – Grundlagenseminar Technische Analyse – Aufbauseminar

1 7: 0 0 – 20:00 1 7: 3 0 – 20:30 1 7: 3 0 – 20:30 1 7: 0 0 – 20:00 1 7: 3 0 – 20:30 18:00 – 21:00 18:00 – 21:00 18: 30 – 21:30 18: 30 – 21:30

Seminare in Hannover Ve ra n sta l tu n g so r t: Börse Hannover I Rathenaustraße 2 I 30159 Hannover 0 1 . 03. 06 09. 03. 06 2 7. 03. 06 20. 04. 06 2 7. 04. 06 04. 05. 06 09. 05. 06

Steuertipps 2006 – Informationen für den privaten Investmentanleger Zertifikate in der Anlagepraxis Inflationsschützende Wertpapiere – damit Ihr Geld später nicht im Regen steht Technische Analyse – Grundlagenseminar Technische Analyse – Aufbauseminar Real Estate Investment Trust (REITs) – Anlagen in REITs mit Reiz Risiken an den Rentenmärken – erkennen und vermeiden

18:00 – 21:00 18:00 – 21:00 1 7: 0 0 – 20:00 18:00 – 21:00 18:00 – 21:00 1 7: 0 0 – 20:00 18:00 – 21:00

Um eine optimale Vorbereitung und Durchführung zu gewährleisten, sind die Seminare anmeldepflichtig. Sie können sich auf unserer Website www.boersenag.de registrieren lassen. Im Internet finden Sie auch Details zur Bezahlung der Teilnahmegebühr – in der Regel 34,80 Euro je Seminar – und nähere Angaben zu Referenten und Themen. Selbstverständlich erreichen Sie uns auch per Telefon unter 040 – 36 13 02 0 beziehungsweise unter 0511 - 32 76 61.

Legende Finanztermine: BPK HV Ifo ZEW

Bilanzpressekonferenz Hauptversammlung Institute for Economic Research (Institut für Wirtschaftsforschung e.V.) Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH

Geld&Brief

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L I T E R AT U R E M P F E H L U N G E N

Neue Wirtschaftsbücher

Lindmayer, Karl H. Geldanlage und Steuer 2006 (mit CD-ROM) ISBN 3-409-14860-4 526 Seiten 69,90 Euro

Stäglich, Jörg / Teller, Sven Mittelstandsfinanzierung ISBN 3-409-15015-3 262 Seiten 59,90 Euro

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Für den Berater

Für den Einsteiger

Ein Ziel mittelständischer Unternehmen ist es, die langfristige Finanzierung zu sichern. Die Autoren des Buchs zeigen detailliert und systematisch, wie das Finanzierungsverhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital eines Unternehmens optimiert werden kann. Dabei werden Analysen und Prozessunterstützungen, die von Seiten der Bank geliefert werden und Aktivitäten des Mittelständlers selbst, beleuchtet. Das Resultat des Optimierungsverfahrens ist dann nicht nur für Kreditverhandlungen entscheidend, sondern auch für die Vorbereitung auf einen möglichen Börsengang, bei dem potenzielle Investoren die Finanzsituation hinterfragen. Das Buch richtet sich aufgrund des hohen Fachniveaus in erster Linie an Leser wie Firmenkundenbetreuer und Mittelständler.

„Anlagemöglichkeiten von A bis Z“ – So könnte der Untertitel des Buches, das jährlich in aktualisierter Auflage erscheint, lauten. In aller Ausführlichkeit beschreibt der Autor die Vielfalt der Bank-, Versicherungs- und Börsenprodukte und geht dabei den für Anleger typischen Fragen nach, wie „Welche Vor- und Nachteile gibt es? Welche Faktoren nehmen Einfluss?“. Neben Beispielrechnungen, Hinweisen auf aktuelle Urteile und Verweisen auf weiterführende Internetquellen werden auch steuerliche Aspekte für Anleger dargestellt. Das Buch dient als ideales Nachschlagewerk zum Thema Geldanlage, muss aber nicht zwingend – auch aufgrund des Preises – jährlich im Bücherregal ausgetauscht werden.

Geld&Brief 1-2006

SERVICE Geld&Brief Das Magazin der Börsen Hamburg und Hannover

Deml, Max / May, Hanne Grünes Geld ISBN 3-936682-90-9 294 Seiten 19,90 Euro

Für den Fortgeschrittenen Nachhaltigkeit ist ein aktuelles Thema, das sich nicht nur in der Presse wiederfindet, sondern auch von Seiten der Anleger angestoßen wird. Geld soll „bewusst“ investiert werden oder nicht in bestimmte Industrien fließen. Die Schwierigkeit für Interessenten ergibt sich häufig aus fehlenden kompetenten Informationsquellen. Im Buch werden Finanzdienstleister, Anbieter „grüner Investments“ und Organisationen zusammengetragen, ihr Tätigkeitsfeld und ihre nachhaltige Strategie beschrieben. Die Leser bekommen so einen ersten Überblick, welche Aktiven sich bereits im Markt für grünes Geld bewegen, und können durch die jeweils angegeben Kontaktdaten weitere Informationen erhalten.

Unabhängige Informationen rund um die Themen Geldanlage, Börse und Finanzmärkte. Wissenswertes und Hintergründe zum Börsenhandel an den Börsen Hamburg und Hannover finden Sie neben aktuellen Expertenkommentaren zu Märkten und Produkten. Die wichtigsten Finanztermine und Veranstaltungshinweise runden unser Angebot ab.

ABONNENTEN – SERVICE Sie können Geld&Brief, das Magazin der Börsen Hamburg und Hannover, kostenfrei im Abonnement beziehen. Pro Jahr erscheinen vier Ausgaben, die wir Ihnen zuschicken. Selbstverständlich können Sie das Abonnement jederzeit wieder kündigen.

HABEN SIE INTERESSE AN EINEM ABONNEMENT? SIE ERREICHEN UNS: BÖAG Börsen AG Frau Sandra Lüth Rathenaustraße 2 I 30159 Hannover TEL 0511 - 32 76 61 I FAX 0511 - 32 49 15 Mail: [email protected]

WIR FREUEN UNS AUF IHRE FRAGEN UND ANREGUNGEN

B Ö R S E N L E X I KO N

Was sind Teilausführungen? Ulf Timke, Börsen AG

Manch einem ist es schon passiert: Nach einem Aktienkauf oder -verkauf flattern mehrere Einzelabrechungen ins Haus. Der Grund: Die Order wurde nicht vollumfänglich im Rahmen nur einer Preisfeststellung, sondern in mehreren Schritten mit mehreren Preisfeststellungen ausgeführt. Das Problem: Es können durch solche Teilausführungen nicht unerhebliche zusätzliche Kosten entstehen. Zu Teilausführungen kommt es vornehmlich in elektronischen Handelssystemen (zum Beispiel Xetra). Hier werden Orders vollautomatisch ausgeführt. Kauf- und Verkaufsaufträge werden grundsätzlich in einzelne Transaktionen aufgeteilt, wenn für das eingestellte Volumen der Order zum Zeitpunkt der Ordereinstellung kein entsprechend gleich großes, sondern nur ein geringeres Volumen auf der Gegenseite existiert. Beispiel: Eine Kauforder über 1.000 Stück trifft zunächst auf eine Verkaufsorder mit demselben Preislimit über lediglich 400 Stück. Es werden 400 Stück gekauft, übrig bleibt eine Orderstückzahl von 600. Diese verbleibt während der Ordergültigkeit solange im Orderbuch, bis eine passende Verkaufsorder auftaucht. Gibt es dann eine Verkaufsorder über 500 Stück, wird auch diese ausgeführt und die restlichen 100 Stück verbleiben im Orderbuch – und so weiter. Im

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Extremfall kann es zur Ausführung eines Kaufs oder Verkaufs von nur einer Aktie kommen. Teilausführungen treten nicht nur bei Werten auf, deren Handelsumsatz gering ist. Auch bei Blue Chips, also großen, liquiden Standardwerten, kann dies vorkommen. Gerade wenn im elektronischen Handel täglich viele Orders unterschiedlichster Größenordnung im Sekundentakt auflaufen, steigt die Gefahr von Teilausführungen beziehungsweise nimmt die Wahrscheinlichkeit ab, dass die genau entsprechende Gegenorder zum jeweiligen Zeitpunkt vorliegt. Die Teilausführungen können zudem zu unterschiedlichen Preisen erfolgen. Dies kann sowohl zum Vor- als auch zum Nachteil des Anlegers ausfallen. Abgesehen von möglichen Preisnachteilen sind Teilausführungen vor allem dann ärgerlich, wenn die Bank oder der Broker den Kunden zu-

sätzliche Kosten berechnen. Manche Banken fordern pro Teilausführung die Mindestprovision sowie Fremdspesen, was besonders bei kleineren Orders unerfreulich ist. Auftraggeber sollten daher prüfen, ob ihre Bank oder ihr Direkt-Broker in diesem Falle zusätzliche Gebühren erhebt. „Schutz“ gegen Teilausführungen bieten die Garantien von Börsenmaklern, die als Skontroführer in das Geschäft bei Bedarf selbst eintreten und die Differenz zwischen Angebot und Nachfrage voll ausgleichen. An den Börsen Hamburg und Hannover beispielsweise werden Vollausführungen von Orders bei DAX-Werten bis zu 30.000 Euro, bei MDAX-Werten bis zu 20.000 Euro, bei SDAX-, TECDAX-, EUROSTOXX- und Dow Jones-Werten bis zu 10.000 Euro garantiert. Durch Vorgabe des Handelsplatzes Hamburg oder Hannover bei Ordererteilung können also oft teure und unerwünschte Teilausführungen vermieden werden.

„Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch noch Aktien, Gold und Grundstücke dazu.“

FOTO: REINHARD-ARCHIV/ULLSTEIN

Z I TAT

Danny Kaye (1913-87), amerikanischer Schauspieler und Komiker

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Herausgeber: BÖAG Börsen AG Zippelhaus 5 20457 Hamburg

Rathenaustr. 2 30159 Hannover

Telefon: 040 - 36 13 02 - 0

Telefon: 0511 - 32 76 61

E-Mail: [email protected]

E-Mail: [email protected]

Maklerhotline: 0800 - 38 46 000

Maklerhotline: 0511 - 36 34 37

Viele Kursinformationen und unser Serviceangebot finden Sie unter www.boersenag.de. Besuchen Sie auch die InternetSeiten unserer Handelsplattform für offene und geschlossene Fonds unter www.fondsboerse-deutschland.de. Die Fondsbörse Deutschland bietet Anlegern umfangreiche Informationen und aktuelle Kurse auch auf den Videotextseiten 550–558 des NDR Fernsehens. Druckauflage: 11.000 Exemplare Konzeption: Sandra Lüth, BÖAG Börsen AG Gestaltung: public imaging GmbH Börsen AG Mit insgesamt mehr als 6.600 gelisteten Wertpapieren und Fonds sowie nach den Umsätzen in Hamburg und Hannover ist die Börsen AG die drittgrößte Börse Deutschlands. Heute zählen beide Börsen zusammen über 170 Kreditinstitute und Wertpapiermakler zu ihren Handelsteilnehmern, darunter auch ausländische Institute. Durch ihre geschäftspolitische Ausrichtung ist die Börsen AG in der Lage, kostenoptimale und innovative Angebote insbesondere für private Anleger zu machen. Die Börsen AG wurde 1999 von den beiden früheren Trägervereinen der Börsen Hamburg und Hannover gegründet. Die klassischen Börsensegmente Amtlicher Markt, Geregelter Markt und Freiverkehr werden ergänzt durch den Start Up Market und den börslichen Handel mit Fondsanteilen. Damit bieten die Börsen Hamburg und Hannover ein breites Spektrum für institutionelle und private Anleger sowie für Börsengänge von Unternehmen.

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