Ein experimentell-archäologisches Projekt zur Ausrüstung und Mobilität des exercitus Romanus im 3. Jh. n.chr.

October 3, 2016 | Author: Stephan Rosenberg | Category: N/A
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1 Ein experimentell-archäologisches Projekt zur Ausrüstung und Mobilität des exercitus Romanus im 3. Jh. ...

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Ein experimentell-archäologisches Projekt zur Ausrüstung und Mobilität des exercitus Romanus im 3. Jh. n.Chr. 1. Projektbeschreibung Kern dieses Projekts bildet ein Marsch von Carnuntum (dem heutigen Petronell nahe der österreichisch-slowakischen Grenze) nach Castra Regina (Regensburg), für den die Projektteilnehmer zu Testzwecken verschiedene Formen römischer Militärausrüstung tragen werden, wie sie im späten 2.Jh. n.Chr. und bis weit in die Mitte des 3.Jh. in Gebrauch waren. Untersucht werden soll also in erster Linie das Verhalten von Mensch und Material angesichts der mit diesem Projekt verbundenen physischen und psychischen Belastungen. Was die Streckenführung betrifft, so wird sich diese so weit als möglich an den antiken Verkehrswegen orientieren. Infolge allmählicher Veränderungen am Straßenverlauf seit römischer Zeit sind jedoch immer wieder auch Kompromisse einzugehen. Die Marschroute wird weitgehend am oder in der Nähe des Donauufers verlaufen, doch kürzte die antike Limesstraße im Bereich weit ausgedehnter Flussschleifen oft ab. Insgesamt ist nach vorläufigen Hochrechnungen mit einer Marschdistanz von mindestens 500 km zu rechnen, zu der allerdings – nach Erfahrungen mit einem ähnlichen Langstreckenmarsch im Jahr 2004 – noch ein großzügiger Spielraum addiert werden muss. Auf das eigentliche Marschprojekt, das nach etwa vier bis fünf Wochen abgeschlossen sein dürfte, wird eine etwa einjährige Auswertungsphase folgen, an deren Ende eine Publikation der Ergebnisse sowie des aktuellen historischen und archäologischen Forschungsstandes stehen soll (s. ausführlicher u. 3.6.).

Den historischen Hintergrund des Projekts bilden die äußerst chaotischen Umstände im oberen und mittleren Donauraum in der Zeit um 260 n.Chr.1 Nachdem ein Teil des römischen Truppenkontingents der Provinz Raetien bereits Mitte der 50er Jahre für die glücklosen Perserfeldzüge des Kaisers Valerian abgezogen worden war, machten Ereignisse am mittleren Donaulimes im Sommer des Jahres 259 neue Truppenverlegungen erforderlich. Unter dem Druck des Reitervolks der Sarmaten hatten die römischen Streitkräfte an der mittleren Donau ihren Befehlshaber Ingenuus zum Kaiser erhoben, woraufhin Gallienus, der Sohn und Mitregent Valerians, hastig ihm loyal gebliebene Truppen zur Zerschlagung des Aufstands in Marsch setzte. Die dadurch entstehende Entblößung der Grenzen an Rhein und Donau wurde 1

Als Einführung in die – mutmaßliche – Chronologie der Ereignisse sei auf den Aufsatz von Martin Jehne (1996) verwiesen.

im Sommer und Herbst 259 n.Chr. von den germanischen Stämmen der Franken, Alamannen und Iuthungen ausgenutzt, indem diese die geschwächte Grenzverteidigung durchbrachen und tief in das römische Reich vorstießen (Franken bis zu den Pyrenäen, Alemannen durch die Westschweiz nach Oberitalien, Iuthungen durch die Alpen ebenfalls nach Italien). Nachdem Gallienus den Usurpator Ingenuus bei Mursa (Osijek in Kroatien) in Unterpannonien besiegt hatte, musste er gegen eine weitere Usurpation vorgehen, die ein gewisser Regalianus in Oberpannonien (in Carnuntum?) vom Zaun gebrochen hatte. An die Niederwerfung auch dieses Truppenaufstands schlossen sich Kämpfe gegen die germanischen Markomannen und Quaden an, währenddessen Niederpannonien von dem iranischen Reitervolk der Sarmaten überrannt und ausgeplündert wurde. Das Chaos schwächte sich erst im Jahr 260 n.Chr. ab, als die mit enormer Beute und Tausenden von Gefangenen aus Italien zurückkehrenden Iuthungen irgendwo in der Umgebung Augsburgs von römischen Truppen abgefangen und in einer zweitägigen Schlacht am 24./25. April 260 vernichtend geschlagen wurden. Im Sommer desselben Jahres (?) gelang es Gallienus, die Alamannen bei Mailand zu besiegen. Die Situation des Kaisers verschlechterte sich allerdings wieder rapide, als sich der Statthalter von Niedergermanien – ein gewisser Postumus – nach Erfolgen der Rheintruppen gegen die Franken zum Kaiser ausriefen ließ. Zumindest die westliche Hälfte der Provinz Raetien schloss sich daraufhin dem sogenannten ‚Gallischen Sonderreich‟ des Postumus an.

Das Marschprojekt basiert auf folgendem Szenario: eine Abteilung der LEG III ITAL wird 259 n.Chr. für den Feldzug des Kaisers Gallienus gegen den Usurpator Ingenuus in Pannonien abkommandiert, nimmt anschließend an den Feldzügen gegen den Usurpator Regalianus und die germanischen Stämme der Markomannen und Quaden teil, wird daraufhin mit anderen Einheiten zur Abwehr der sarmatischen Reiterkrieger in Unterpannonien eingesetzt – und schließlich hastig zurück nach Raetien geschickt, um dort wenigstens die östliche Hälfte der Provinz mit Regensburg am Seitenwechsel zum ‚Gallischen Sonderreich‟ des Postumus zu hindern. Trotz enormer Marschleistungen und verzweifelter militärischer Anstrengungen hat sich die politische und strategische Gesamtsituation also noch weiter verschlechtert. Aus Zeitgründen wird das Marschprojekt nur den letzten Teil dieser Kampagne wiederspiegeln, nämlich den Marsch von Carnuntum zurück nach Regensburg.

(zum archäologischen Forschungsstand und seinen Implikationen für das Projekt s.u. Kap. 3)

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2. Erfahrungswerte und Vorarbeiten Der Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Regensburg hat den Vorteil, als einziges althistorisches Seminar im deutsprachigen Raum über profunde Erfahrungswerte auf dem Feld der experimentellen Archäologie zu verfügen. Dem Lehrstuhl gelang in diesem neuartigen Sektor der Altertumswissenschaften, der geisteswissenschaftliche Forschung mit naturwissenschaftlichen Arbeitsweisen verknüpft, binnen kurzer Zeit der erfolgreiche Abschluss zweier Projekte. Dank einer Forschungskooperative mit dem Mainzer Schiffsarchäologen Dr. Olaf Höckmann konnte in Regensburg binnen einen Jahres der Nachbau eines spätantiken Flusskriegsschiffes durchgeführt werden. Bei diesem Fahrzeug vom Typ Mainz A, dessen bei der Aushebung der Fundamente des Mainzer Hilton-Hotels gefundene Überreste von Dr. Höckmann ausführlich untersucht wurden, handelt es sich um ein über 20 m langes Eichenschiff, das zum Schutz der „nassen“ Grenzen des imperium Romanum auf Donau und Rhein zum Einsatz kam.

Abb. o.: Die navis lusoria ‚Regina‟ trotzt bei einer Testfahrt auf dem Nebenfluss Naab der starken Strömung. (Foto A. Böschl)

Unter Anleitung eines Schiffsbaumeisters stellten Studenten des Lehrstuhls für Alte Geschichte in den Jahren 2003/4 in einer stillgelegten Werftanlage einen funktionsfähigen Nachbau dieses Schiffstyps her. Seit der Schiffstaufe am 1. August 2004 verfügt die Universität Regensburg mit dieser als Forschungsschiff fungierenden navis lusoria namens ‚Regina‟ über das weltweit größte schwimmfähige Flusskriegsschiff aus römischer Zeit (s.o.). Die ‚Regina‟ ermöglicht neue Wege zur Untersuchung der antiken Nautik, da sich die Höchstgeschwindigkeit und Manövrierfähigkeit derartiger Wasserfahrzeuge fast nur durch die praktische Erprobung untersuchen lassen. 3

Die bisher wichtigste Erprobungsfahrt fand im Sommer 2006 statt, als im Rahmen einer mehrwöchigen Expedition von Regensburg nach Budapest die Fahrtauglichkeit und die Belastbarkeit der ‚Regina‟ unter realistischen Bedingungen auf die Probe gestellt wurden. Dabei stellte die Flussgaleere nicht nur eine überraschend stabile Konstruktion unter Beweis, sondern auch außergewöhnliche fahrdynamische Eigenschaften. Die remiges (Ruderer) – fast ausschließlich Geschichtsstudenten – waren in der Lage, bei günstigen Strom- und Wetterverhältnissen, und unter gelegentlicher Unterstützung des Segelapparats, Tagesetappen von bis zu 100 km zurückzulegen. Bei den auf dieser Forschungsfahrt gesammelten Daten handelt sich demnach um wertvolles Vergleichsmaterial zu den Aussagen antiker Quellen über die Leistungsfähigkeit ähnlicher Flussfahrzeuge, die bislang in der modernen Forschung (offenbar voreilig) als Übertreibungen abgetan wurden. Darüber hinaus bilden die bei der Vorbereitung und Umsetzung dieser Unternehmung gesammelten Eindrücke eine solide Basis für die Realisierung ähnlicher Projekte, da typenspezifische Problemfelder bereits im Voraus abgeklärt werden können. Nicht vergessen werden darf auch der didaktische Aspekt. Die ‚Regina‟ ist im Zeitraum zwischen April und Oktober fast täglich auf der Naab im Einsatz, um auch Schulklassen einen praktischen Einblick in die spätrömische Geschichte des Donauraumes zu vermitteln.

Das wichtigste Fundament für eine erfolgreiche Durchführung des Marschprojekts im Sommer 2008 stellt aber zweifelsohne der Erfahrungsschatz aus einem weiteren erfolgreich abgeschlossenen Vorhaben aus dem Feld der experimentellen Archäologie dar: Nach drei Jahren der Vorbereitung brach am 15. August 2004 eine Forschungsgruppe von Studierenden der Alten Geschichte zu einem Langstreckenmarsch auf. In der Ausrüstung hochkaiserzeitlicher Legionäre marschierte die Gruppe von Regensburg aus entlang des antiken Straßenverlaufs über die Alpen nach Trient, das sie am 11.September nach einer Marschleistung von über 500 km erreichten. Dieses von Florian Himmler (M.A.) und Josef Löffl (M.A.), die als Mitarbeiter am Lehrstuhl für Alte Geschichte auch leitend am Bau der Flussgaleere mitgewirkt hatten, initiierte und geleitete Projekt Trans Alpes basierte auf dem Marsch der Donau-Legionen unter dem Befehl des L. Septimius Severus nach Rom, wo dieser im Jahre 193 n.Chr. seinen Rivalen Didius Julianus stürzen konnte. Dank der Unterstützung des britischen Archäologen Dr. Michael C. Bishop, der britisch-holländischen Altertumswissenschaftlerin Dr. Carol van Driel-Murray, der Archäologin Marquita Volken (M.A.) aus der Schweiz, und weiteren Experten auf dem Gebiet der provinzialrömischen Archäologie, gelang die Reproduktion der 4

für dieses Projekt erforderlichen Ausrüstung, die während dieses vierwöchigen Experiments auf ihre Alltagstauglichkeit hin überprüft wurde. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der Untersuchung des verwendeten Schuhwerks in Form von geschlossenen Stiefeln (calcei) des 3.Jh. n.Chr. Die Rekonstruktionen dieser, nach einem Fund in der Nähe von Vindolanda (GB) benannten ‚Ramshaw-Boots‟, waren von der Schweizer Lederarchäologin Marquita Volken nachgebaut worden. Die Ergebnisse des Langstreckentests wurden auf der 15. Tagung der Roman Military Equipment Conference (= ROMEC XV)2 im September 2005 im ungarischen Nationalmuseum in Budapest präsentiert. Abb. links: Die Forschungsgruppe nach ihrer Ankunft in Trient am 11. September 2004

Beide Projekte, sowohl die Rekonstruktion und Erprobung eines Flusskriegsschiffs, als auch der Langstreckenmarsch von 2004, haben gezeigt, dass die althistorische Forschung unter Zuhilfenahme des Experiments zu völlig neuen und ertragreichen Ansätzen gelangen kann.

3. Zielsetzungen des Marschprojekts im Sommer 2008 Die Projektziele lassen sich grob in folgende Punkte gliedern: 3.1. Autopsie der entscheidenden historiographischen, archäologischen und ikonographischen Quellen

hinsichtlich

ihrer

Aussagen

zu

Ausrüstungsgegenständen,

Topographie,

Marschdistanzen und Logistik. 3.2. Nachbau römischer Kampf- und Feldausrüstung des späten 2. und 3. nachchristlichen Jahrhunderts an Hand dieser Quellen sowie anschließende Untersuchung dieser Repliken durch realitätsnahe Experimente, in erster Linie durch den Langstreckenmarsch. 3.3. Untersuchung der Ernährung römischer Soldaten unter Marschbelastung im medizinischen Experiment. 3.4. Detaillierte Dokumentation des Experiments. 3.5. Publikation zur römischen Armee in der Zeit der Soldatenkaiser in Kooperation mit internationalen Fachkräften. 2

Nähere Details finden sich unter http://www.hnm.hu/romec/.

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3.1. Autopsie der Quellen Da

eine

ausführliche

Wiedergabe

der

historiographischen,

archäologischen

und

ikonographischen Quellen den Rahmen dieser Projektskizze bei weitem sprengen würde, soll im Folgenden eine kurze Zusammenfassung präsentiert werden. Im Bereich der Ausrüstung stellt sich die Fundsituation aufgrund zahlreicher Zerstörungshorizonte infolge der außen- und innenpolitischen Dauerkrisen des 3.Jh. n.Chr. für die Zeit der Severerkaiser (193-235) und der ‚Reichskrise‟ (ca. 235-285) deutlich besser dar, als beispielsweise für das 2.Jh. Einige der wichtigsten Fundkomplexe liegen gerade in Raetien, z.B. die Metallhortfunde aus Straubing (v.a. Kavallerieausstattung) und Künzing (v.a. Werkzeuge und Seitenwaffen). Die römische Schwertbewaffnung dieser Zeit präsentiert sich in Form von Mooropferfunden aus Schleswig-Holstein und Südskandinavien, während zur Untersuchung der römischen Schilde im 3.Jh. die Ausgrabungen in der syrischen Grenzstadt Dura-Europos einen unschätzbaren Beitrag geleistet haben. Die relevanten Textquellen zu Ausrüstung, Einsatzweise, Mobilität und Logistik bieten v.a. antike Historiker (z.B. Cassius Dio, Ammianus Marcellinus u.a.), doch können auch Gesetzestexte einige Informationen bieten. Zu erwähnen ist auch der selbsternannte Militärsachverständige Vegetius (um 400 n.Chr.?), dessen Ausführungen zur Ausstattung der legio antiqua wahrscheinlich die hochkaiserzeitliche Situation reflektiert.3 Unter den ikonographischen Quellen spielen vor allem zahlreiche Grabstelen eine führende Rolle. Im Gegensatz zur frühen Kaiserzeit zeigen diese den Verstorbenen zwar meist im ‚Dienstanzug‟, doch existieren eine Reihe von aufschlussreichen Abbildungen von Stangenwaffen, Schilden und gelegentlich auch von Helmen u. Panzerung. Über die durchschnittlichen Marschgeschwindigkeiten und -Distanzen informieren einerseits Textquellen (Vegetius), doch bietet auch die archäologische Fundsituation wichtige Anhaltspunkte. Funde von Marschlagern aus den Feldzügen des Agricola (spätes 1.Jh. n.Chr.) und des Septimius Severus (frühes 3.Jh.) im antiken Caledonien (Schottland) legen für Feldzüge in feindlichem Territorium Tagesetappen von knapp 25 km nahe. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass auf römisch kontrolliertem Gebiet in der Regel weniger aufwendige Schanzarbeiten durchgeführt wurden, was sich wiederum in höheren Tagesdistanzen niedergeschlagen haben dürfte.4

3

Für eine Übersetzung siehe: Publius Flavius Vegetius Renatus, Abriß des Militärwesens, lateinisch und deutsch mit Einleitung, Erläuterungen und Indices von Friedhelm L. Müller, Stuttgart 1997. 4 Infolge der äußerst angespannten strategischen und politischen Situation Mitte des 3.Jh. sollte für die Simulation jedoch lieber mit kürzeren Etappen zugunsten ausführlicherer Schanzarbeiten kalkuliert werden. Zum Aufbaue hochkaiserzeitlicher Marschlager vgl. das de munitionibus castrorum sowie Gilliver, 1993, passim.

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3.2. Rekonstruktion und Erprobung von Ausrüstungsgegenständen 3.2.1.: Trageweise von Defensivbewaffnung a) Trageweise von Schilden (scuta) Während im 1. und 2.Jh. n.Chr. Legionsinfanteristen und Freiwilligenkohorten römischer Bürgersoldaten in der Regel (aber nicht ausschließlich) mit gebogenen Rechteckschilden ausgestattet waren, trugen Auxiliartruppen wohl standardmäßig (wenn auch ebenfalls mit Ausnahmen) Ovalschilde. Dieser Unterschied in der Defensivbewaffnung scheint aber bereits im Lauf des 2.Jh. zunehmend verwischt worden zu sein, und im 3.Jh. n.Chr. bildete der gewölbte Ovalschild nach Ausweis zahlreicher Grabstelen den Standardschildtyp sowohl der Auxiliar- als auch der Legionsinfanterie. Abb. links: Grabstelen der Legionäre (legio II Parthica) Aurelius Diza und Flavius Trypho – beide mit Ovalschild! Tryphos Schild zeigt das Symbol der legio II Parthica (aus Apamaea, frühes 3.Jh. – Fotos H.J. Ubl).

Trotz der zunehmenden Verdrängung des gebogenen Rechteckschilds durch den gewölbten Ovalschild verschwand ersterer Schildtyp jedoch nicht völlig. Ikonographische und archäologische Belege sprechen stattdessen für eine parallele Weiterexistenz von gebogenen Rechteckschilden bis weit in das 3.Jh.,5 möglicherweise weil sich Rechteckschilde für bestimmte Einsatzweisen und Gefechtsformationen besser eigneten als Ovalschilde.6 Für den geplanten Erprobungsmarsch ist besonders die Frage nach der Trageweise römischer Schilde von Interesse. Bei der Alpenüberquerung von Dr. Marcus Junkelmann im Jahr 1985 trugen die Probanden noch große Langovalschilde wie sie für die Republik und die frühe

5

Der einzige aus dem 3.Jh. bekannte ikonographische Beleg für eine Weiterexistenz von Rechteckschilden ist eine fragmentierte Statue eines Legionärs (?) aus Alba Iulia (Rumänien) mit Plattenpanzerung, Armpanzerung und einer linksseitig getragenen spatha. Aufschlussreicher ist die Fundsituation in der syrisch-römischen Grenzfestung von Dura-Europos. Bei den Ausgrabungen konnten mindestens 13 Ovalschilde in größeren oder kleineren Fragmenten nachgewiesen werden, und fast alle der gefundenen Schildbuckel stammten ebenfalls von Ovalschilden. Dennoch fand man auch die Trümmer eines fast kompletten Rechteckschilds (Fund Nr. 629), sowie Fragmente zweier weiterer Rechteckschilde, vgl. James, 2004, 159-187. 6 Auf der Marcussäule (spätes 2.Jh. n.Chr.) tragen zwar fast alle römischen Soldaten Ovalschilde, doch werden für die ‚Schildkröten-Formation‟ (testudo) ausschließlich Rechteckschilde verwendet, vermutlich weil sich mit diesen ein lückenloseres Schutzdach gegen Wurfgeschosse bilden ließ.

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Kaiserzeit typisch waren. Aufgrund ihrer enormen Gesamthöhe von etwa 1,28 m konnten diese auf Dauer nur auf dem Rücken getragen werden. Das von Junkelmann improvisierte Tragesystem stellte sich zwar als einigermaßen effektiv heraus, doch führte dieses Experiment leider in Teilen der Forschung zum Dogma einer Rückentrageweise aller römischer Schilde. Dagegen sprechen jedoch eine Reihe von ikonographischen Indizien wie ein Relief aus der principia des Mainzer Legionslagers, die Trajanssäule sowie das Tropaeum Traiani von Adamklissi in Rumänien, auf denen gebogene Rechteckschilde links getragen werden. Abb. ganz links: Relief auf einer Säulenbasis (?) aus der principia des Legionslagers von Moguntiacum/ Mainz – marschierender Legionär mit Feldzeichenträger (1.Jh. n.Chr.)(© M.C. Bishop). Abb. links: Metope vom Tropaeum Traiani bei Adamklissi (frühes 2.Jh. n.Chr.) – marschierende Legionäre (© M.C. Bishop).

Bei dem Langstreckenmarsch der Forschungsgruppe Legio III Italica aus Regensburg im Jahr 2004 wurden demzufolge die nach den Abmessungen eines der Funde aus Dura-Europos rekonstruierten Rechteckschilde ebenfalls links befestigt. Das damals verwendete Tragesystem mit einem Gurt über der linken Schulter führte allerdings auf Dauer zu Strukturschäden an den internen Lederstreifen der Plattenpanzer. Das Tragesystem wurde nach diesen Erfahrungen deutlich verbessert (verbreiteter Tragegurt auf rechter Schulter), doch steht eine Langzeiterprobung noch aus. Auch die Trageweise der Ovalschilde ist nach wie vor strittig. Für das Marschprojekt von 2004 wurde eine Versuchsanordnung erstellt, der zufolge

ein

(allerdings

flacher)

Ovalschild

vermittels zweier am Schildgriff montierter Riemen auf dem Rücken getragen wurde. Die Ergebnisse waren nicht befriedigend, da der Schild sich zwar an sich relativ gut tragen ließ, aber aufgrund der konzentrischen Befestigung der Tragegurte

immer

wieder

Drehbewegungen

vollführte. Eine Lösung dieses Problems ergibt sich möglicherweise aus einer für das Projekt von 8

2004 noch nicht verfügbaren Publikation, laut der bei zweien der Ovalschilde aus DuraEuropos (Nr. 616 u. 617) auf der Innenseite ein langovaler Bronzering entdeckt wurde (s. Abb. vorherige Seite – Pfeil), der auf etwa 1/2 des Abstands zwischen Zentrum und Rand in etwa 315° zum Zentrum mit einer Eisenkrampe fixiert worden war. Bei einem weiteren Schild (Nr. 619) hat sich zumindest die Befestigungsöffnung eines derartigen Rings im Schildkorpus erhalten.7 Die Funktion dieser Ringe ist bislang nicht eindeutig geklärt. Vermutlich dienten sie als Ansatzpunkt eines einfachen aber effektiven Tragegurts, der anschließend über die rechte Schulter geführt und am Schildgriff befestigt wurde.8 Der für den Sommer 2008 geplante Langstreckenmarsch bietet eine hervorragende Gelegenheit, eine derartige Anordnung zu erstellen und sowohl über die Rücken- als auch die Seitenmethode zu erproben. Angesichts der Überlegenheit einer seitlichen Trageweise bei den gebogenen Rechteckschilden, könnte für gewölbte Ovalschilde ähnliches gelten, zumal sich die Wölbung des Schildkorpus bei einer Trageweise auf dem Rücken als zu sperrig erweisen könnte. Endgültige Erkenntnisse lässt aber nur der Feldversuch selbst zu, und es dürfte außerdem aufschlussreich sein, bei den unterschiedlichen Trageweisen auch weitere Faktoren wie die Körpergröße der Träger oder spezifische Rüstungsarten (flexible Kettenhemden vs. sperrigere und ausladendere Plattenpanzer) mit einzubeziehen.

b) Trageweise von Helmen Für das späte 2. und 3.Jh. n.Chr. lassen sich vor allem zwei unterschiedliche Helmgattungen festmachen. Auf der einen Seite steht eine Reihe später Vertreter der Weisenau-Helmfamilie, die nach einem Fund aus dem Rheingebiet als Niedermörmter-Helme bezeichnet werden. Von dieser

Helmgattung,

die

im

2.Jh.

eingeführt

und

möglicherweise noch bis ins frühe 3.Jh. verwendet wurde, kamen bislang nur zwei (unterschiedliche) Exemplare und einige Fragmente ähnlicher Helme zu Tage. Niedermörmter Helme zeigen eine nur schwach ausgeprägte Kreuzbügelverstärkung auf der Kalotte, verfügen aber über weit ausladende Stirnbleche und enorm große Nackenschilde (s. Abb. links), die zwar guten Schutz bieten, aber gleichzeitig zu einer großen Sperrigkeit des Helms führen. In Analogie zu Abbildungen auf der Trajanssäule wurden 2004 Versuche unternommen, Niedermörmter-Helme an der rechten Schulterklappe der Plattenrüstung zu befestigen. Das Ergebnis befriedigte nicht, da der Nackenschild den 7

Vgl. James, 2004, 176-179, m. Abb. 99.

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Aktionsradius des rechten Arms einschränkte. Als ergiebiger stellte sich bei Nachfolgetests eine Befestigung an den Bauchblechen heraus, doch fehlt für diese Methode bislang eine längerfristige Erprobung. Unklar ist außerdem, welche Tragemethode sich am Besten mit Kettenhemden o. Schuppenpanzern kombinieren lässt. Eine Trageweise um den Hals bietet sich nur zusammen mit guter Wattierung durch das Halstuch an. Eventuell ließe sich der Helm auch an einem schräg um die Schulter geschlungenen Tragebändsel festbinden und mit einem weiteren Lederbändsel fixieren. Hier sind bereits im Vorfeld des eigentlichen Marschexperiments Erprobungstests notwendig. Bei der zweiten in Frage kommenden Helmgattung handelt es sich um die in zahlreichen Subtypen auftretende Familie der sogenannten Niederbieber-Helme. Diese Helmgattung, die vermutlich Ende des 2.Jh. auftauchte und sich nach Ausweis von Funden bis über die Mitte des 3.Jh. hinaus halten konnte, zeichnet sich durch eine massive Kreuzbügelverstärkung, Stirnbleche und den größten Teil des Gesichts (inklusive der Ohren) abdeckende Wangenklappen aus (s. Abb. links). Aufgrund der hoch aufstrebenden Helmkalotte eignen sich die Vertreter dieser Gattung erst recht nicht für eine Befestigung an den Schulterblechen einer Plattenrüstung. Ob sie sich vielleicht über längere Zeit vermittels eines schräg über die linke Schulter geführten Tragebändsels unter dem rechten Arm transportieren lassen, wird ebenfalls Gegenstand des Projekts sein. Eventuell könnten bei dem Marschprojekt auch Trageversuche mit Rekonstruktionen von Spangenhelmen nach einem Exemplar aus Der-el-Medineh in Ägypten durchgeführt werden, das vermutlich aus dem fortgeschrittenen 3.Jh. n.Chr. stammte (s. Abb. links) und den radikalen Bruch mit der römischen Helmtradition im späteren 3.Jh. symbolisiert. Auf diese Weise ließe sich im Bereich der Helme ein ausrüstungstechnischer Bogen vom 2.Jh. bis ins späte 3.Jh. schlagen.

8

Vgl. James, a.a.O, bes. 178. James vermutet zusätzlich eine Funktion zur Aufhängung an Pferdesätteln.

10

c) Trageweise verschiedener Typen von Panzerung (lorica) und von ‚Panzerunterkleidern’ (subarmales [?] bzw. peristaethidia)9 Wie bei dem Marschprojekt von 2004 werden auch im Sommer 2008 in erster Linie Kettenhemden (lorica hamata) und Plattenrüstungen (lorica segmentata) getragen werden. Um aber die Bandbreite der verwendeten Panzerungsgattungen auf die zeitgenössische Trias zu erweitern, soll daneben noch mindestens einer der Probanden einen Schuppenpanzer (lorica squamata) tragen. Da im Rahmen des Projekts jedoch nicht untersucht werden soll, welche Widerstandsfähigkeit diese Rüstungstypen gegenüber kontemporären Waffen hatten, werden sich die Beobachtungen in erster Linie auf den Bereich des Tragekomforts konzentrieren, besonders in Wechselwirkung mit der übrigen Ausrüstung. Während z.B. die Flexibilität von Kettenhemden über Schuppenpanzer zu Plattenrüstungen abnimmt, wird umgekehrt wieder das Gewicht weiterer Ausrüstungsgegenstände durch Panzerbleche besser verteilt als durch Kettengeflecht. Zu berücksichtigen ist auch, dass auf der Schulter getragene Ausrüstungsgegenstände von Kettenhemden und Schuppenpanzern leichter abrutschen können als von Plattenpanzern mit Schulterblechen. Hier besteht trotz Versuchen der letzten Jahrzehnte noch die Möglichkeit zur Entwicklung praktikablerer Tragemethoden.

Noch weitgehend unerschlossenes Neuland bietet eine Untersuchung der zwischen Panzerung und Tunika getragenen Polsterkleidung. Über die Existenz einer solchen erfährt man einerseits von dem anonymen Autor des De rebus bellicis (4.Jh. n.Chr.) sowie andererseits von dem ebenfalls anonymen Verfasser eines militärischen Fachbuchs (peri strategias) aus dem 6.Jh. Während der anonymus de rebus bellicis in seinen teilweise sehr abenteuerlichen Ausführungen nur kurz auf ein aus Filz (ex coactile) gefertigtes ‚Panzerunterkleid‟ namens thoracomachus eingeht,10 schreibt der in militärischen Fragen deutlich kompetentere Anonymus peri strategias etwas ausführlicher über die Aufgaben eines als peristaethidion (‚Brustumgeber‟) bezeichneten Schutzkleids (himation), das einerseits den Körper vor dem Gewicht der Panzerung und andererseits vor dem immer noch erheblichen Verletzungsrisiko durch die Wucht von Treffern (stumpfe Traumata wie Quetschungen, Blutergüsse oder sogar Brüche) schützen soll.11 Ikonographische Belege derartiger ‚Panzerunterkleider‟ sind leider

9

Vgl. zum Begriff ‚Panzerunterkleid‟ wie zu diesem Thema allgemein die ausgezeichnete Arbeit von Ubl, 2006. Vgl. De reb. Bell. 15. 11 Vgl. Anon. peri strat. 16, 20-27: Die Panzerung „soll nicht direkt auf normaler Kleidung getragen werden (eigentlich „auf der Untertunika“), wie es manche machen, um das Gewicht des Panzers zu senken, sondern auf einem Gewand, das eine Dicke von nicht weniger als einem Finger hat...“ (ca. 1,95 cm) „.., .damit die Härte (der Panzerung) nicht drückt wo sie den Körper berührt, sondern passend und bequem auf dem Körper liegt, außerdem, damit das Geschoss des Feindes weniger leicht das Fleisch berührt, sondern daran gehindert wird, 10

11

selten und außerdem schwer zu interpretieren. In der Regel werden für Rekonstruktionsversuche wattierte Rumpfbekleidungen aus Filz und Leinen, teilweise auch Leder, hergestellt, allerdings ohne auf Bodenfunde als Vorbilder zurückgreifen zu können. Eine mögliche Teillösung des Problems bietet jedoch die Neuinterpretation mehrerer in Längs- und Querlinien perforierter Lederfragmente (aus Schaf- o. Ziegenleder) aus dem Schutthügel des Legionslagers von Vindonissa (s. Bsp. in der Abb. links oben, aus Gansser-Burckhardt, 1942, 111), bei denen es sich entgegen der bislang gängigen Forschungsmeinung wohl nicht um Teile von Satteldecken handelte, sondern um Bestandteile wattierter Schulterauflagen.12 Für eine Versuchsrekonstruktion wurde ein Schicht besonders flexiblen Ziegenleders auf eine aus Filz und Leinen hergestellte Polsterweste aufgenäht, mit Wollfilz ausgestopft und anschließend mit Sattlerzwirn abgesteppt. Die Konstruktion hat sich bisher als überraschend wiederstandsfähig und doch flexibel herausgestellt. Dennoch lassen sich verlässliche Aussagen zum Tragekomfort und der Schutzfähigkeit derartiger Schulterpolster gegenüber dem Gewichtsdruck der Ausrüstung nur nach einem mehrwöchigen Probemarsch treffen.

3.2.2.: Schwerter (spathae), Dolche (pugiones) und dolchartige Kurzschwerter (?) Ab dem späten 2.Jh. wird das Schwert (spatha) von der römischen Infanterie nicht mehr an der rechten Hüfte getragen, sondern an der linken. Diese Positionierung brachte bei bisherigen Versuchen bislang keine nennenswerten Probleme mit sich, abgesehen davon, dass das Schwert, außer bei einer sehr sorgfältigen Befestigung, beim Marschieren häufig mit dem metallenen Scheidenabschluss (= Ortband) gegen die Schildinnenseite ‚pocht‟, was auf die Dauer das Material belasten dürfte. Ursache könnte allerdings die relativ geringe Klingenlänge der bisher verwendeten Rekonstruktionen sein (63 cm). Für das Marschprojekt sollen nun Versuche mit der Rekonstruktion einer Schwertklinge aus dem Hortfund von

einerseits auch durch das Eisen und durch die Form und durch die Glätte (der Panzerung), andererseits aber auch weil das Eisen vom Körper Abstand hält (d.h. nicht eng anliegt).“ (Übers. F.W. Himmler) 12 Wir danken Marquita Volken (M.A.) vom Institut für Lederarchäologie in Lausanne (Schweiz) für den freundlichen Hinweis.

12

Neupotz (ca. 277 n.Chr.?) mit einer Klingenlänge von knapp 70 cm durchgeführt werden. 13 In diesem Fall ist für den Scheidenabschluss eine Lage knapp unterhalb der Schildunterkante zu erwarten. Eine derartige Anordnung lässt sich auch an einer hochkaiserzeitlichen Statue aus Alba Julia (Rumänien) erkennen (vgl. Stephenson, 2001, 43, Abb. 14). Das um die Schildunterkante gezogene Material der Schildabdeckung dürfte gleichzeitig als Polster zwischen Schwertscheide und Schild dienen. Ebenfalls in der Praxis erprobt werden soll eine neue Theorie zur Befestigung der Schwertscheide an dem über die rechte Schulter laufenden Tragegurt (balteus). Dieser setzt sich aus einem breiten Lederriemen mit einer auf der Vorderseite positionierten Zierscheibe zusammen, von dessen hinterem Ende ein schmaler Riemen ausging, der nach bisherigen Rekonstruktionen durch den Schwertriemenhalter auf der Schwertscheide gezogen, um die Scheide geschlungen, und dann auf der Rückseite des breiten Gurts festgeknotet wurde. Als Halterung für das Ende des schmalen Riemens dient eine rückwärtige Öse der Zierscheibe (s. Abb. links oben, aus Miks, 2007, 285). Inzwischen postuliert ein Teil der Forschung jedoch eine Aufhängungsmethode, nach der der schmale Riemen nur einmal durch den Schwertriemenhalter und dann durch die rückwärtige Befestigungsöse der Zierscheibe gezogen, und anschließend vermittels zweier Pilzkopfnieten mit sich selbst verbunden wird, um auf diese Weise eine ‚lederne Tragezwinge‟ (Miks) zu bilden. Alternativ könnte diese Tragezwinge auch mit Hilfe eines kurzen Lederstreifens gebildet werden, der mit den beiden Pilzkopfnieten an dem schmalen Riemen befestigt wird (s. Abb. links, aus Miks, 2007, 287). Variante B. ist wohl vorzuziehen, da eine Neuadjustierung des balteus nach dieser Methode nur eine einzige Neuknüpfung verlangt, und die Schwertscheide gleichzeitig während der Neuadjustierung nicht

so

einfach

verrutschen

kann.

Ein

klarer

Beleg für

die

13

Für diese Klinge ist zwar nach neueren Erkenntnissen eine Notreparatur (‚sekundäre Kürzung‟) der Spitze in Folge eines Bruchs (?) zu erwarten, d.h. die Gesamtlänge scheint ursprünglich etwas über 70 cm gelegen zu haben, vgl. Miks, 2007b, Kat. 520,1 u. Taf. 102, doch passen die Abmessungen der Restklinge immer noch gut zu den Durchschnittslängen der auf das 3.Jh. datierbaren Schwertklingen in Höhe von 601-700 mm (knapp 60 Fundstücke) und 701-800 mm (68 Fundstücke), vgl. ders., 2007a, 21, Abb. 2.

13

Befestigungsweise mit zwei Pilzkopfnieten steht für eindeutig als römisch zu identifizierende Funde zwar noch aus,14 doch könnte ein Langzeitversuch wie das für 2008 geplante Marschprojekt interessante Aufschlüsse über die Praktikabilität dieser Methode liefern.

Dolch (pugio) Die im 2. und 3.Jh. verwendeten römischen Dolche weisen relativ gedrungene und breite Klingen mit meist deutlich konvexen Schneiden und einer Durchschnittslänge von grob 40 cm auf. Ein besonders umfangreicher Fund derartiger Dolche stammt aus den großen Eisenhortfunden im raetischen Kastell Quintana (Künzing), die aufgrund des historischen Hintergrunds vermutlich in den Jahren 259/60 n.Chr. verborgen wurden – also relativ genau in dem Zeitraum, der auch die historische Basis des Marschprojekts bildet. Insgesamt kamen in Künzing 51 pugiones und 29 dazugehörige Scheiden (vaginae) zu Tage. Im Gegensatz zu den Schwertscheiden zeigen die Dolchscheiden aus

dem

2.

u.

3.Jh.

noch

ein

älteres

Aufhängesystem mit vier Ringen. Da die spatha links getragen wurde, hing der pugio wohl rechts. Die Handhabung des Aufhängesystems in der Praxis ist jedoch nicht ganz klar. Das Fragment eines Grabsteins (?) aus Regensburg (s. Abb. links) deutet auf eine Befestigung am Gürtel (cingulum) hin, doch könnte der Dolch zusätzlich durch einen schmalen über die linke Schulter laufenden Lederriemen stabilisiert worden sein (vgl. Stephenson, 2001, Taf. 13 – die Rekonstruktionszeichnung weist allerdings deutliche Mängel auf!). Letztere Methode ist bislang nicht belegt, verhindert aber ein durch das nicht unerhebliche Gewicht des Dolchs bedingtes Abrutschen des Gürtels.15 Ein Teil der Forschung geht allerdings von einem Verschwinden des pugio aus dem Katalog der Standardausrüstung bereits im frühen 3.Jh. aus.16 Bei den Funden aus Künzing (u.a. Standorten) müsste es sich dem gemäß um eingelagerte Depotausrüstung handeln. Da die bei 14

Die archäologische Basis dieser Rekonstruktion bilden Funde von Schwertriemenhaltern und paarweise auftretenden Pilzkopfnieten aus dem Moor von Illerup Ådal. Allerdings ließ sich bislang ein eindeutiger Zusammenhang mit zwei dort ebenfalls gefundenen Zierscheiben nicht nachweisen, so dass nach wie vor weitere Interpretationsmöglichkeiten bestehen, vgl. Miks, 2007a, 287f. 15 Zwei offenbar improvisiert in die Rüstungsbauchbleche von Stillfried (Ö) eingearbeitete kleine Seitehaken könnten zur besseren Befestigung des Militärgürtels über der Rüstung gedient haben (suspendarii), freundlicher Hinweis M. Bishop. 16 Vgl. Ubl, 1994, und Reuter, 1999.

14

dem geplanten Experimentalmarsch zu tragende Ausrüstung jedoch einen zeitlichen Bogen vom späten 2. zur zweiten Hälfte des 3.Jh. n.Chr. schlagen soll, sind wenigstens einige pugiones mit in die Versuchsanordnung zu integrieren.

Dolchartige Kurzschwerter (?) Nach wie vor umstritten ist die Funktion und Einsatzweise einer Reihe von Kurzschwertern aus dem Fundensemble des Eisenhorts von Künzing, zu denen auch noch einige parallele Einzelfunde existieren. Bis auf ein ungewöhnliches Exemplar mit triangulärer Klingenform lässt sich bei allen diesen Kurzschwertern eine sekundäre Verkürzung nachweisen oder wenigstens vermuten. Es handelte sich bei diesen Waffen also ursprünglich um ‚normale‟ Schwerter, die nach einem Klingenbruch neu ausgeschmiedet wurden. Welche Funktion diesen überarbeiteten ‚Bruchschwertern‟ zukam, ist nicht bekannt.17 Die Fundumstände legen nahe, dass es sich um eingelagerte Altbestände handelte, die nicht zur üblichen Standardausrüstung der hohen Kaiserzeit gehörten. Dennoch lässt sich eine gelegentliche Verwendung dieser improvisierten Kurzschwerter als Reserve- oder Seitenwaffe nicht ganz ausschließen. Falls letztere Annahme zutrifft, so

kommt

als

Trageposition

aufgrund

der

Positionierung der eigentlichen spatha an der linken Hüfte für das dolchartige Kurzschwert – wie für den Dolch (s.o.) – nur eine Positionierung an der rechten Hüfte in Frage. Die mutmaßliche Befestigungsmethode ist aufgrund des Fehlens ikonographischer Quellen unbekannt, doch geht I.P. Stephenson von der Verwendung eines über die linke Schulter laufenden schmalen Trageriemens aus. Bisherige Versuche mit dieser Tragemethode erwiesen sich als unproblematisch. Trotzdem könnte ein Langstreckentest, möglicherweise gekoppelt mit der weiter oben erwähnten Befestigungsmethode mit den zwei Pilzkopfnieten, weitere Erkenntnisse mit sich bringen.

17

Vgl. zu diesen ungewöhnlichen Waffen v.a. die kürzlich erschienene Arbeit von Christian Miks, 2007, bes. 2007a, 21 u. 2007b (Katalog), A 398-400. In der Forschung wurden die Künzinger Kurzschwerter und einige ähnliche Funde gelegentlich mit den von Vegetius 2, 15, 4 u. 16, 1 erwähnten semispathae gleichgesetzt, vgl. Bishop & Coulston, 2006, 157, doch geht Miks, a.a.O., 20, inzwischen eher davon aus, dieser Begriff hätte eine Gattung mittellanger Schwerter bezeichnet, und nicht Kurzschwerter.

15

3.2.3. Fußbekleidung Mit dem Schuhwerk der römischen Armee werden gewöhnlich genagelte Marschsandalen (caligae) assoziiert, doch verschwanden diese bereits um 100 n.Chr. wieder aus dem archäologischen Spektrum und wurden durch geschlossene Stiefeltypen ersetzt. Vom frühen 3.Jh. bis ins 4.Jh. n.Chr. trugen römische Soldaten eine spitz oder rund zulaufende Gattung Schnürstiefel mit integrierten Ösen und Senkeln, die – wie alle Arten römischen Schuhwerks für starke Belastungen – mit einer genagelten Sohle ausgestattet waren (s.u. links).

Zu diesem Forschungsfeld kann glücklicherweise bereits auf Ergebnisse der Alpenüberquerung von 2004 zurückgegriffen werden (s.o. Kap. 2.). Bei diesem Projekt wurden fünf Stiefelpaare regelmäßig auf Materialverschleiß untersucht und die Beobachtungen dokumentiert. Innerhalb von weniger als drei Wochen verzeichneten diese 5 Paare zusammen einen Gesamtverlust von fast 80 Schuhnägeln (abgebrochen, ausgefallen, oder bei starkem Abrieb absichtlich extrahiert und ersetzt)(s.o. rechts). Pro Paar gingen also durchschnittlich ca. 15 clavi verloren, auch wenn die spezifischen Werte drastisch voneinander abweichen konnten. Eine Hochrechnung führt zu einem hypothetischen monatlichen Verlust von etwa 15 000 Schuhnägeln für eine vexillatio von etwa 1000 Mann bzw. von bis zu 100 000 Nägeln (etwa 100-150 kg) für eine komplette Legion!18 Das für den Sommer 2008 geplante Marschprojekt soll diese im Jahr 2004 gewonnenen Erkenntnisse weiter vertiefen, und zwar einerseits durch eine längere ‚Laufzeit‟, und andererseits durch die Verwendung eines neuen Schuhnageltyps, dessen Entwurf sich noch näher an römischen Originalfunden orientiert. Parallel dazu soll untersucht werden, wie gut sich Wollsocken aus einem schweren, in Nadelbindung hergestellten Gewebe zum Schutz der Fußsohlen vor Blasenbildung eignet.

18

Vgl. zu den Zahlenwerten und der dazugehörigen Statistik Himmler, 2008 [im Druck].

16

3.2.4. Trageversuche mit Kleidung Eine der am heißest diskutiertesten Fragen zur römischen Militärausrüstung ist die der Tunikenfarbe. Während zwei spätrömische Katakombenfresken (und einige weitere Funde) Soldaten in roten Tuniken zeigen, belegen Mumienportraits (aus Ägypten) und Wandfresken (aus Dura-Europos in Syrien u.a.a.O.) für das späte 2. und das 3.Jh. weiße Tuniken mit purpurfarbenen Streifen (clavi) an Ärmeln, Schultern (hier meist pfeilförmig) und am unteren Saum (s. Abb. u.). Umstritten ist jedoch, ob diese ‚Dienstbekleidung‟ nur für spezielle Anlässe getragen wurde, oder auch bei ‚schmutzigen Arbeiten‟, auf Märschen oder gar im Gefecht. Als Hauptargument gegen eine Ausstattung der Truppe allein mit weißen Tuniken wird die rasche Verschmutzung derartiger Textilien herangezogen. Dass römische Soldaten bei längeren Einsätzen kaum oder gar keine Gelegenheit zum Wäschewechsel hatten, belegt Cassius Dio (78, 13, 1), laut dem Kaiser Caracalla seine Popularität bei den Soldaten u.a. der Tatsache verdankte, dass er während Feldzügen auf das Wechseln der Kleidung (und das Bad) verzichtete, um den Statusunterschied zwischen princeps und einfachen milites zumindest äußerlich zu nivellieren. Um das (angebliche?) Verschmutzungsproblem besser einschätzen zu können, soll auf dem für Sommer 2008 geplanten Marschprojekt mindestens eine weiße Tunika durchgehend (d.h. über 4-5 Wochen) getragen und ihr Erscheinungsbild in regelmäßigen Abständen fotographisch dokumentiert werden. 3.2.5. Marschgepäck19 Laut dem jüdisch-hellenistischen Offizier und Historiker Flavius Iosephus (um 70 n.Chr.) trugen römische Legionäre zusätzlich zur eigentlichen Kampfausrüstung ein enorm umfangreiches Marschgepäck, zu dem neben Verpflegung für drei Tage folgende Gegenstände gehörten: eine Säge, ein Schanzkorb, ein Spaten und ein Beil, sowie Lederriemen, eine Sichel und eine Kette.20 Diese Auflistung ist jedoch wohl nicht nur 19

Zu diesem Thema ist gleich von vornherein auf eine große Bandbreite von z.T. widersprüchlichen Quellenangaben und Quelleninterpretationen hinzuweisen, die im Folgenden nur kursorisch gestreift werden können. Als Einführung zu diesem Kapitel empfiehlt sich die inzwischen teilweise überholte aber immer noch lesenswerte Arbeit von Fuentes, N., 1991, The mule of a soldier, in: JRMES 2, 65-99. 20 Iosephus Bell. Iud. 3, 5.

17

verfälscht,21 sonder wohl auch als Übertreibung zu werten, mit der Flavius Iosephus seinen Landsleuten die physische und logistische Überlegenheit der römischen Heere vor Augen halten wollte. Stattdessen erscheint denkbar, dass pro contubernium (der 8 Mann starken Zeltgemeinschaft als Basiseinheit) von den aufgelisteten Werkzeugen zwar mehrere Exemplare

mitgeführt

wurden,

Werkzeugensemble beladen war.

aber

nicht

jeder

Soldat

mit

dem

kompletten

22

Die von Josephus erstellte Werkzeugliste kontrastiert zudem stark mit einer weiteren Quelle zum römischen Marschgepäck – der Trajanssäule. Orientiert man sich an der Eröffnungsszene des Spiralreliefs (s.u.), so gehörten zur Ausrüstung der Stoßspitze einer römischen Armee folgende Gepäckstücke: eine Tragestange mit gebogener Querstange, eine ‚Trinkpfanne' (patera), ein kleiner Kochtopf (situla), eine Art Netzbeutel (für Lebensmittel oder einen Lederschlauch?), eine rechteckige Tasche (für Lebensmittel und persönliche Gegenstände?) und ein Lederbeutel (für den Umhang / weitere Lebensmittel?).

Abb. o.: Detail der großen „Eröffnungsszene‟ im Spiralrelief der Trajanssäule: die schwer beladenen Legionäre der Armeespitze überqueren auf einer Schiffsbrücke die Donau (aus Coarelli, 2000).

Da sich archäologisch bislang nur die paterae und situlae nachweisen ließen, gestaltet sich die Interpretation des dargestellten Gepäckbündels als ausgesprochen schwierig. Moderne Rekonstruktionen weichen daher z.T. drastisch voneinander ab.23 21

Bei ‚Spaten und Beil‟ könnte es sich um einen Versuch handeln, eine römische Pionieraxt (dolabra) zu beschreiben. Es handelt sich daher vielleicht um einen Gegenstand, nicht um zwei. Bei der ‚Kette‟ könnte es sich außerdem um eine Verschreibung handeln. Vielleicht ist eine pala (Spaten) gemeint, vgl. Fuentes, 1991, 74. 22 Eine Säge, einen Spaten, ein Beil und einen Schanzkorb gleichzeitig einzusetzen, dürfte selbst für einen vielseitig verwendbaren römischen Legionär etwas schwierig gewesen sein. In der byzantinischen Armee war jede der 16-Mann starken Basiseinheiten mit einem Transportkarren ausgerüstet, auf dem folgende Ausrüstungsgegenstände transportiert wurden: eine Handmühle, eine Schaufel, eine Säge, zwei Spaten, ein Holzhammer, ein großer Schanzkorb, eine Sichel und zwei Pionieräxte, vgl. Leo Tact. IV; Fuentes, 1991, 69. Analog dazu dürften auch die Soldaten eines kaiserzeitlichen contubernium jeweils höchstens eines dieser Werkzeuge getragen haben, sofern nicht – wie bei Eilmärschen offenbar üblich – das Werkzeug auf das Maultier oder einen Karren gepackt wurde. 23 Bereits die Querstange wird entgegen des Befunds der Trajanssäule in der Regel Kreuz- oder T-förmig rekonstruiert. Tatsächlich zeigt die Trajanssäule aber eine Bogenförmige Querstange am oberen Ende. Unklar

18

Eine auf Funden von Fragmenten römischer Wasserschläuche aus Ägypten (Mons Claudianus) basierende Neuinterpretation geht inzwischen davon aus, es habe sich bei der ‚Tasche‟ und dem ‚Tragebeutel‟ um Flüssigkeitsbehälter aus Leder oder eher Rohhaut gehandelt.24 Sollte diese Annahme zutreffen, so müsste man die bisherigen Gewichtskalkulationen noch einmal nach oben erweitern.25 Vorzugsweise sollten jedoch Versuche mit unterschiedlichen Gepäckvarianten durchgeführt werden (ausführlicher s.u.). Wie auch immer die Zusammensetzung des auf der Trajanssäule dargestellten Gepäckbündels zu verstehen ist, so wird auf jeden Fall deutlich, dass es nicht mit dem von Iosephus beschriebenen Gepäckensemble identisch ist. Umgekehrt erwähnt Iosephus weder Töpfe und Pfannen noch Lederbeutel oder –Schläuche. Versuche, die Angaben von Iosephus um jeden Preis mit den Abbildungen auf der Trajanssäule geradezu

zu

absurd

kombinieren, übertriebene

haben

bisweilen

und

eindeutig

irrealistische Darstellungen zur Folge (s. Abb. links). Insgesamt sollten daher dogmatische Ansichten zum römischen Marschgepäck vermieden werden. Zudem wurde bei Bedarf besonders rascher Verlegungen das Gepäck (und vielleicht sogar die Kampfausrüstung) bisweilen drastisch reduziert. Septimius Severus befahl beispielsweise seinen Soldaten vor seinem Gewaltmarsch von Carnuntum nach Rom im Jahr 193 n.Chr., sich nur mit dem allernötigsten auszurüsten (Herodian 2, 11, 1). Darstellungen von mit Schilden beladenen Wägen auf der Marcussäule deuten außerdem darauf hin, dass ein Teil der Kampfausrüstung bei Eilmärschen in weniger gefährdetem Terrain vom Tross

bleibt allerdings ob die Querstange starr war, oder aus einem flexiblen Material bestand, das durch das Gewicht der Gepäckstücke nach unten gebogen wurde. Erste Rekonstruktionsversuche laufen. 24 Vgl. Volken, in: Journal of Roman Archaeology 21 (2008) [im Druck]. 25 Selbst wenn es sich bei dem ‚Beutel‟ (?) nur um einen Schlauch aus der Haut eines Zickleins handelte, und nicht um einen kompletten Ziegenschlauch, so dürfte alleine das Gewicht der Flüssigrationen in den beiden Behältern (?) einige kg ausgemacht haben. Zu beachten ist allerdings auch, dass die Beladung der Legionäre in der Eröffnungsszene der Trajanssäule u.U. eine exzeptionelle Situation darstellt, bei der eine Elitetruppe mit spezifischer Ausrüstung – darunter eine ungewöhnlich hohe Flüssigkeitsmenge – möglichst schnell und tief auf dakisches Territorium vorstoßen sollte, ohne unterwegs Zeit mit ‚Nachtanken‟ zu verlieren oder durch das Gewicht von Schanzwerkzeug abgebremst zu werden, vgl. Volken, ibid. Sollte diese Hypothese zutreffen, so gehörte das auf der Trajanssäule abgebildete Gepäckbündel nicht zur Standardausstattung. Wie die Versuchsanordnung für eine Erprobung der ‚Behältertheorie‟ in der Praxis aussehen könnte, ist noch zu klären. Die Konstruktion entsprechender Leder- oder gar Rohhautbehälter wäre nicht nur technisch anspruchsvoll sondern auch zeitaufwändig. Notfalls müssten die ‚Schläuche‟ (?) durch darin untergebrachte Behälter aus modernem Material simuliert werden, was an der gewichtigsten Größe – dem Gewicht – aber kaum Änderungen verursachen würde. Da sich die Verwendung authentischer Ziegenschläuche (mit dem Fell auf der Innenseite!) für moderne Menschen ohne vorherige Eingewöhnung als schwierig und potentiell gesundheitsschädlich gestalten dürfte, wäre eine derartige Notlösung unter Umständen verzeihlich.

19

transportiert wurde. Für wenigstens einen Teil des übrigen Gepäcks war dies wahrscheinlich ebenfalls der Fall.26 Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eindeutige Aussagen zum Tragegepäck römischer Soldaten nicht möglich sind. Dem gemäß sollten bei dem Marschprojekt im Sommer 2008 nacheinander verschiedene Versuchsanordnungen mit unterschiedlich schwerer Beladung erprobt werden. Kompromisse sind zu diesem Punkt ohnehin unvermeidbar, da moderne Menschen die Belastungsfähigkeit römischer Soldaten nur durch sehr gründliche körperliche Vorbereitungen (täglicher Waffendrill, anstrengende körperliche Arbeiten, regelmäßige Übungsmärsche) erreichen können, was sich mit den sozialen und beruflichen Anforderungen des Alltags jedoch so gut wie nie vereinbaren lässt. Demzufolge sollen im ersten Abschnitt des Projekts Marschbedingungen mit ‚leichter‟ Zuladung simuliert werden (‚nur‟ Kampfausrüstung und Wasserration). Erst nach einer Eingewöhnungsphase kann die Zuladung dann allmählich gesteigert werden. Im letzten Abschnitt des Projekts könnte zeitweilig auch untersucht werden, welche Durchschnittsgeschwindigkeiten von (zumindest ansatzweise) trainierten milites ohne Gepäckzuladung erreicht werden können.

3.3. Untersuchungen zu den physischen (und psychischen?) Auswirkungen des Experiments unter Berücksichtigung der Ernährung Wie bereits angesprochen, sollen nicht nur die Auswirkungen des Marschprojekts auf das mitgeführte Material untersucht und dokumentiert werden, sondern auch die Veränderungen der physischen und mentalen Konstitution der Probanden durch die alltägliche Belastung. Auch zu diesem Punkt kann das Projekt an die Erfahrungen aus den Projekten von 2004 und 2006 anknüpfen. Insbesondere bei dem Langstreckenmarsch von 2004 ließ sich beobachten, dass zwar rasch auftretende körperliche Probleme wie Fußblasen oder Entzündungen der Achillessehne nach einer Weile abklangen, dafür aber mit der Zeit chronische Schwierigkeiten wie z.B. Verspannungen bestimmter Muskelregionen auftraten, zu denen aufgrund des häufigen Schlafmangels und eines sich allmählich akkumulierenden ‚Erschöpfungsbergs‟ ein merkliches Nachlassen von Willensstärke und Entscheidungs26

Man beachte auch die Darstellung marschierender Legionäre vom Tropaeum Traiani in Adamklissi – s.o. u. ‚Schilde‟ – auf der, abgesehen von den Umhängen, überhaupt kein weiteres Tragegepäck zu sehen ist. Wie bei dem Marschprojekt im Sommer 2008 die rechteckigen Umhänge in Abwesenheit einer Tragestange transportiert werden sollen, ist bislang noch unklar. Ausgebreitet über der Panzerung würden die Umhänge zwar die Rüstungen von einem Teil der Sonneneinstrahlung abschirmen, doch wäre trotzdem ein potentiell gefährlicher Hitzestau zu erwarten. Sinnvoller erscheint eine Trageweise, für die der Umhang zusammengerollt, über die Schulter gelegt und mit einem Bändsel zusammengebunden wird. Auf diese Weise ließe sich vielleicht auch die Schulter besser gegen das Gewicht des Schildtrageriemens abpolstern. Gleichzeitig besteht jedoch auch die Gefahr eines allmählichen Zerscheuerns des Textilgewebes an der Panzerung.

20

freudigkeit zu beobachten war. Da das diesjährige Projekt wahrscheinlich noch etwas höhere körperliche Anforderungen mit sich bringen wird, bietet es sich an, die physischen und psychischen Auswirkungen genau zu dokumentieren, und zwar unter anderem durch eine Erfassung in Form knapper Fragebögen, in die von den Probanden (in knapper Form!) Angaben zu körperlichen Problemen bzw. der seelischen Verfassung eingetragen werden. Zur Dokumentation wird außerdem eine regelmäßige Gewichtskontrolle der Probanden gehören. Ob im Rahmen des Projekts auch regelmäßige Stoffwechseluntersuchungen durchgeführt werden sollen oder können, ist noch nicht geklärt. Veränderungen des Blutzuckerspiegels, der Sauerstoffaufnahmefähigkeit (Anstieg der Erythrozytenanzahl?) und einiger weiterer Faktoren wären sicherlich von Interesse, doch setzen derartige Analysen in der Regel das Vorhandensein eines mobilen Labors oder zumindest einer dementsprechenden Kühlbox voraus, deren Inhalt baldmöglichst in einem festen Labor untersucht werden sollte. Die Logistik würde sich dadurch allerdings noch einmal deutlich verkomplizieren. Einfacher und auch vor Ort durchführbar wären ‚unblutige‟ Untersuchungen wie Körperfettmessungen, oder regelmäßige Pulskontrollen, wobei insbesondere ein Vergleich zwischen dem Ruhepuls vor und nach dem Marschprojekt von Interesse wäre. Dazu sollte auch untersucht werden, innerhalb welcher Zeit der ‚Marschpuls‟ bei Pausen auf den Ruhepulswert absinkt, wobei auch hier langfristige Veränderungen zu erwarten sind. Über Untersuchungen des respiratorischen Koeffizienten ließe sich außerdem ermitteln, ab wann der Körper von der Kohlehydratverbrennung auf Fettverbrennung umstellt. Allerdings ist die dazugehörige Messungsmethode technisch sehr aufwändig.27 Eng mit der Frage nach den körperlichen und mentalen Auswirkungen des Projekts verbunden ist die Frage der Marschverpflegung. Einer ganzen Reihe von Quellen zufolge setzte sich die Feldverpflegung der römischen Armee in erster Linie aus haltbaren oder haltbar gemachten Lebensmitteln zusammen, d.h. v.a. aus Getreide, Trockennahrung und geräucherten Lebensmittel.28 Für die Getreideversorgung errechnet Roth aus Angaben bei Polybios (6, 39,

27

Ein vielversprechender Ansatz wäre, eine prinzipiell ähnliche Versuchsreihe zu ermitteln und die Analysemethoden mit entsprechenden Modifikationen zu übernehmen. 28 Vgl. zu diesem Thema in erster Linie Junkelmann, 1997, passim; sowie das betreffende Kapitel in der populärwissenschaftlichen aber aufgrund von Selbsterfahrungsangaben sehr lesenswerten Arbeit von Paul Elliott, 2007, 115-117. Zu den für die Ernährung wichtigsten Quellen gehört ein Gesetz im Codex Theodisianus 7, 4, 11 (Truppen sollen für Märsche abwechselnd Zwieback (bucellatum), Brot, Wein (uinum), sauren Wein (acetum) sowie gesalzenes Schweine- und Hammelfleisch erhalten) sowie eine Angabe bei Vegetius 3, 3 (die Truppe soll nie Mangel an Getreide, Essig oder Wein und Salz leiden). Laut der allerdings stark fiktionalen Historia Augusta lebte Kaiser Hadrian (10, 2) zeitweilig wie ein einfacher Soldat und ernährte sich von Schweinespeck (larido), Käse (caseo) und Essigwein (posca), während Avidius Cassius (5,3) seinen Soldaten vor einem Feldzug befahl, nichts einzupacken außer laridum ac bucellatum atque acetum (= Schweinespeck, Zwieback und Sauerwein/Essig).

21

13) eine Tagesration von etwa 850g Getreide pro Kopf,29 was einem ungefähren Brennwert von – je nach Getreideart – bis zu 3000 Kcal entspricht. Sollte die Angabe bei Flavius Iosephus zutreffen, das Tragegepäck römischer Truppen hätte auch drei Tagesrationen beinhaltet, so käme alleine die Getreidemenge auf ein Gewicht von über 2 kg. Und zusammen mit Speck, Hartkäse und evtl. Wein u./o. Essig läge der Gesamtbrennwert einer Tagesration bei deutlich über 3000 Kcal! Der Kalorienverbrauch wäre demnach trotz hoher körperlicher Anstrengungen mehr als gedeckt, doch hätte eine alleine auf den Verzehr haltbarer Lebensmittel (Pökelfleisch, Dörrgemüse/-obst, Zwieback, Käse) ausgerichteter Langezeittest mit größter Wahrscheinlichkeit Mangelerscheinungen und vielleicht sogar langfristige gesundheitliche Schäden zur Folge. Die Ernährung der Probanden soll daher dem Konzept der ‚aufgeklärten Authentizität‟ folgen, was in diesem Fall zwar immer noch eine Ernährung hauptsächlich mit haltbaren Lebensmitteln bedeutet, diese jedoch möglichst oft durch frische Lebensmittel ergänzt werden sollen, vorausgesetzt, diese bildeten bereits einen Teil des antiken Speiseplans.30

3.4. Vertiefung topographischer Erfahrungen Zusätzlich zu den ausrüstungstechnischen und medizinischen Zielen soll das Projekt über eine ausführliche Begehung der Donaulimesstrasse, bzw. in Einzelfällen verkehrstechnisch günstigerer Routen, zu einer Vertiefung der Kenntnisse der topographischen Gegebenheiten führen. Dazu gehört auch die Anfertigung einer umfangreichen Fotomaterialsammlung.

3.5. Detaillierte Dokumentation des Experiments Um im Anschluss an das Projekt eine wissenschaftliche Auswertung der unterschiedlichen Erprobungsfelder zu ermöglichen, ist es unerlässlich, wie bei den Unternehmungen von 2004 und 2006 bereits während des laufenden Projekts in regelmäßigen Abständen Notizen und Fotomaterial anzufertigen, um dadurch beobachtbare Veränderungen dokumentieren zu können, auch von Verschleißerscheinungen u. gegebenenfalls Reparaturmaßnahmen. Bei den bereits abgeschlossenen Projekten hat sich immer wieder herausgestellt, dass auch auf den ersten Blick scheinbar nebensächliche Informationen für Fachleute wichtige Erkenntnisse enthalten können. Dieses Ziel einer akribischen Dokumentation erfordert allerdings auf jeden

29

Vgl. Roth, 2000, 709f. Inzwischen längst in den modernen Speisezettel integrierte Lebensmittel wie Tomaten, Mais, Kartoffeln, Putenfleisch oder Zucker fallen daher für das geplante Marschprojekt aus. Gleiches gilt für Genussmittel wie hochprozentige Alkoholika, Tabak, Kaffee, Kakao oder Schokolade. 30

22

Fall ein arbeitsteiliges Konzept, bei dem verschiedene Projektteilnehmer die Beobachtung bestimmter Fachbereiche übernehmen.

3.6. Publikation zur römischen Armee in der Zeit der Soldatenkaiser Nach Abschluss der aktiven Projektphase wird eine gründliche Auswertung der gesammelten Daten vor dem Hintergrund der historiographischen, ikonographischen und archäologischen Funde und u.U. den Ergebnissen verwandter Projekte folgen. Diese Auswertungsphase soll in Kooperation mit internationalen Fachkräften zur Publikation eines eigenen Sammelbands zur römischen Armee der hohen Kaiserzeit mit einer breiten Fächerung von Beiträgen führen. 31 Für die Auswertung und akademische Umsetzung der Projektergebnisse wird ein Zeitraum von etwa einem Jahr angesetzt, so dass mit einer Veröffentlichung in der zweiten Jahreshälfte 2009 gerechnet werden könnte.

4. Langfristig fachdidaktische Vermittlung Alter Geschichte für die Öffentlichkeit Ausrüstung und (bestimmte Aspekte der) Einsatzweise der hochkaiserzeitlichen Armee sollen natürlich bereits während des Marschprojekt selbst der Öffentlichkeit präsentiert werden. Langfristig ist jedoch ebenfalls an eine fundierte Öffentlichkeitsarbeit gedacht, z.B. in Form von fachdidaktischen Veranstaltungen, also in Form von Schulbesuchen mit Vorträgen, Lehrfilmen für den Geschichts-, Latein- und Griechischunterricht, oder auch im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte.

31

Beiträge zu dem Sammelband sind zu erwarten von Prof. Peter Herz, Prof. Oliver Stoll, Prof. Werner Jobst, Prof. Patrick Sänger, Prof. Bernhard Palme, Dr. Marjeta Sasel Kos, Dr. Ross Cowan, Dr. Simon James, Prof. Jürgen Oldenstein, Prof. Hanns-Jörg Ubl und Dr. Markus Janka.

23

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