Die große Flucht. BusinessPeople Anlage & Vorsorge

June 27, 2017 | Author: Edmund Berger | Category: N/A
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Die große Flucht Von Entspannung keine Spur: Auch 2013 bleibt angesichts niedrigster Zinsen das Thema Geldanlegen mit Rendite ein schwieriges Unterfangen. Österreichs Privatbanker erläutern, wohin ihre Klientel jetzt den Blick wenden sollte und warum die Flucht ins Sparbuch ein Irrweg ist.

1. Jänner 2013: Die Fiskalklippe ist umschifft. Buchstäblich in letzter Minute, eigentlich schon fünf nach zwölf, einigten sich die US-Großparteien, Demokraten und Republikaner, auf einen Kompromiss, der den amerikanischen Bürgern ein milliardenschweres Sparpaket erspart. Wären die Verhandlungen, die wochenlang auch an den Börsen für gespannte Nervosität sorgten, gescheitert, so wäre in den USA automatisch die größte Steuererhöhung nach dem Zweiten Weltkrieg in Kraft getreten. Gemeinsam mit ebenfalls vorgesehenen massiven Ausgabenkürzungen hätte das für die gerade erste genesende USWirtschaft einen schweren Rückschlag bedeutet, warnten Experten im Vorfeld. 2. Jänner 2013: Die Einigung im USBudgetstreit lässt die Anleger durchatmen. An den europäischen Börsen wird am ersten Handelstag des neuen Jahres ein Kursfeuerwerk entbrannt. Der EuroStoxx 50 beschließt den Tag mit einem satten Kurszuwachs von 2,86 Prozent, im krisengeplagten Madrid legt der IBEX-35, der Leitindex der spanischen Börse, 3,43 Prozent zu und in Mailand macht der italienische Leitindex gar einen Freudensprung von 3,81 Prozent. Auch in Wien herrscht Sonnenschein, der ATX gewinnt 3,12 Prozent hinzu.

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Den Vogel schießt aber der Frankfurter DAX ab: Mit einem Plus von 2,19 Prozent schließt der Leitindex der deutschen Börse am ersten Handelstag des neuen Jahres auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren. Fast scheint es, als wollten die deutschen Börsianer heuer unbedingt das bisherige Alllzeithoch aus dem Jahr 2007 knacken. Exakt am 13. Juli dieses Jahres schoss der DAX im Handelsverlauf auf 8.151,57 Punkte. Eine Marke, die er seither nicht mehr erreicht hat. Anmerkung für alle Abergläubischen: Der 13. Juli 2007 war – richtig – ein Freitag. Folgt 2013 eine weitere „Krisenrally“, wie manche Experten die starke Performance an den Börsen angesichts des labilen wirtschaftlichen Umfeldes bezeichnen? 2012 war jedenfalls ein gutes Aktienjahr. Der deutsche Aktienindex erzielte im abgelaufenen Jahr ein stolzes

Historisch tiefe Zinsniveaus zwingen die Anleger dazu, nach Alternativen zum Sparbuch zu suchen.

Plus von 29 Prozent. Auch andere Leitindizes wie der amerikanische S&P 500 und der Wiener ATX konnten deutlich zulegen. Der Rat mancher Experten, wie etwa jener von Robert Zadrazil, BankAustria-Vorstand Private Banking, hat sich also durchaus bezahlt gemacht. Mitte 2012 sprach er sich gegenüber BusinessPeople für eine Übergewichtung von Aktien aus. Doch wie sieht er die Chancen im neuen Jahr? Können die Aktienmärkte nach der Rally 2012 auch heuer noch einmal Gas geben? Robert Zadrazil: „2012 war generell ein gutes Jahr für eine Reihe von Anlageformen. Auch Renten, insbesondere Unternehmensanleihen, weisen eine sehr positive Performance auf. Wir sehen auch im neuen Jahr eine Fortsetzung des positiven Trends, wenngleich man nach derart starken Anstiegen eine gewisse Konsolidierung nie ganz ausschließen kann. Wir haben Aktien derzeit weiter auf Übergewichten. Unsere bevorzugten Regionen innerhalb der Aktien-Allocation sind die USA und die Emerging Markets. Hier sehen wir weiterhin die besten Wachstums- und Performancechancen. Japan und Europa sind untergewichtet.“ Auch Monika Jung, Vorstand bei der Valartis Bank Austria, glaubt, dass das Thema Aktien bei der Veranlagung

FOTO: GETTY IMAGES

von Harald Fercher

Wer aufs Sparschwein setzt, versenkt sein Geld. Grund dafür sind niedrige Zinsen, Inflation und Steuern.

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Der positive Trend wird sich auch heuer fortsetzen. Wir haben Aktien derzeit weiter auf Übergewichten. ROBERT ZADRAZIL Bank Austria Private Banking

weiterhin ein große Rolle spielen wird. Dafür sprechen die Bewertungsniveaus, die nach wie vor attraktiv sind, meint sie. Anders als die Experten der Bank Austria setzt Monika Jung aber eher auf Titel vom alten Kontinent: „Wir bevorzugen vor allem Titel mit einer nachhaltigen Dividendenpolitik und favorisieren europäische Aktien aufgrund der relativ zu den USA besseren Bewertung. Aufholpotenzial sehen wir in erster Linie bei Finanz-, Industrieund Konsumgütertiteln. Außerdem halten wir eine Beimischung von globalen Emerging-Market-Aktien auch im Jahr 2013 für interessant.“ Dass Aktien heuer ein gutes Jahr bevorstehen könnte, liegt eigentlich auf der Hand. Angesichts des historisch tiefen Zinsniveaus bleibt Anlegern, die auch nur eine kleine Rendite erzielen wollen, gar nichts anderes übrig, als sich nach Alternativen umzusehen. Wer aufs Sparbuch setzt, verliert derzeit auf alle Fälle. Dafür sorgen Inflation und in Österreich Vater Staat, der vom ohnehin mageren Zinsertrag noch einen erklecklichen Teil einstreift. Zwar wird die Inflation im Jahresverlauf 2013 auf

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unter zwei Prozent fallen, wie die OeNB schätzt, doch das macht das Sparbuch für Anleger auch nicht attraktiver. Selbst wer sein Geld auf sechs Jahre bindet, bekommt beim derzeit besten in Österreich verfügbaren Angebot aktuell lediglich einen Zinssatz von 2,625 Prozent (Quelle: Bankenrechner.at). Nach Abzug der KESt bleibt die Realverzinsung auch bei einer Inflationsrate von zwei Prozent im negativen Bereich. Auf gut Deutsch: Geld auf dem Sparbuch verliert an Wert. Und das wird wohl noch ein ganze Zeit lang so bleiben, meinen die von BusinessPeople befragten Experten der Privatbanken. Valartis-Bank-Vorstand Monika Jung rechnet jedenfalls nicht mit einer Zinswende: „Kurzfristig sind steigende Zinsen kaum absehbar, da die wirtschaftliche Dynamik nach wie vor sehr schwach ist. Außerdem haben sich die USA festgelegt, das Zinsniveau

Kurzfristig sind steigende Zinsen kaum absehbar, da die wirtschaftliche Dynamik sehr schwach ist. MONIKA JUNG Valartis Bank

bis 2015 auf dem historisch niedrigen Niveau belassen zu wollen. Auch im Euroraum erwarten wir erst mit Eintreten einer spürbaren konjunkturellen Erholung einen Anstieg der Renditen.“ Ähnlich auch die Einschätzung von Christian Nemeth, Chief Investment Officer und Leiter Asset Management bei der Zürcher Kantonalbank Österreich. Er rechnet damit, dass die Phase der niedrigen Zinsen noch eine längere Zeit andauern wird. Der Grund: „Derzeit steckt die Eurozone in einer Rezession. Wir gehen davon aus, dass in der zweiten Jahreshälfte eine schwache konjunkturelle Erholung einsetzen wird. Insgesamt sind die wirtschaftlichen Aussichten jedoch weit entfernt von einer Hochkonjunktur. In diesem Umfeld werden niedrige Zinsen ein Faktum bleiben.“ Helmut Praniess, CEO der Privat Bank AG, sieht in naher Zukunft ebenfalls kein Licht am „Zinshorizont“: „Vor dem Hintergrund der hohen Staatsverschuldung in den Industrieländern sowie anhaltender konjunktureller Schwächen in Europa werden die EZB und auch die amerikanische Notenbank Fed die Wirtschaft mit anhaltend niedrigen Zinsen und einer lockeren Geldpolitik unterstützen. Das allgemeine Zinsniveau wird voraussichtlich auch im Jahr 2013 ungewöhnlich niedrig bleiben. Darüber hinaus veranlasst das nicht vorhandene Inflationsrisiko die Notenbanken nicht zum Handeln.“

FOTO: MARKUS WACHE, BEIGESTELLT , BRYAN REINHART

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Zinsen im Tief. Für Johannes Hefel, Vorstandsmitglied der Hypo Landesbank Vorarlberg, ist das niedrige Zinsniveau geradezu ein Ärgernis: „Die Zinsen sind viel zu tief, dafür sorgen in erster Linie die Notenbanken bzw. die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Banken, Versicherungen und andere, die durch die Politik geschaffen werden“, empört sich Hefel. „Dieser Zustand der ‚finanziellen Repression‘ – d. h. negative Realzinsen – wird aus unserer Sicht noch einige Zeit anhalten. Insgesamt wird sich das Zinsniveau innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre nur leicht nach oben bewegen.“ Tatsächlich ist Geld derzeit so billig wie nie zuvor – zumindest in der Eurozone. Seit Juli 2012 steht der von der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgegebene Leitzinssatz bei 0,75 Prozent. Mit billigem Geld versuchen die Notenbanken rund um den Globus, der Realwirtschaft unter die Arme zu greifen und sie aus der Rezession zu ziehen. Die USA versuchen gar mit einer Null-

zinspolitik (seit 2008), ihrer Wirtschaft wieder auf die Füße zu helfen. Ähnliches tut auch die Schweiz. Die SNB kämpft mit ihrer Zinspolitik und ihren Interventionen am Geldmarkt auch gegen das Problem des harten Franken. Sie versucht, den Frankenkurs mit Zukäufen von Fremdwährungen wie etwa dem Euro zumindest stabil zu halten. Die Fremdwährungsreserven der Schweizer Nationalbank SNB haben sich seit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers (September 2008), die von vielen als „offizieller Startschuss“ der Finanzkrise angesehen wird, nahezu verneunfacht. Im Oktober des Vorjahres hatte die SNB Fremdwährungen im Gegenwert von 426,77 Milliarden Franken in ihren Büchern stehen. Trotzdem ist es der SNB bisher nicht gelungen, den Kurs der Schweizer Währung nach unten zu drücken, um so die Exportwirtschaft des Landes zu entlasten. Wie denn auch: Der Schweizer Franken gilt in Krisenzeiten weltweit als „sicherer Hafen“, in den man sich flüchten kann.

WAS MACHT DIE DEUTSCHE BANK MIT EINER MILLION?

Die aktuelle Zusammenstellung eines Musterportfolios Die Asset Allocation im Musterportfolio des Global Investment Committee im Bereich Private Wealth Management der Deutschen Bank sieht derzeit so aus: t"LUJFO*OEVTUSJFMÊOEFS  t6OUFSOFINFOTBOMFJIFO*OEVTUSJFMÊOEFS  t"LUJFO&NFSHJOH.BSLFUT  t4UBBUTBOMFJIFO*OEVTUSJFMÊOEFS  t"OMFJIFO&NFSHJOH.BSLFUT  t"CTPMVUF3FUVSO  t3PITUPGGF  t-JRVJEJUÊU  Dieses Depot ist nur eine Momentaufnahme, die Buy-and-Hold4USBUFHJFEFSWFSHBOHFOFO+BISFCSJOHUJNHFHFOXÊSUJHFO.BSLUVNGFMELFJOFCFGSJFEJHFOEFO&SHFCOJTTF%BT"OMBHF[JFMJTUBVGHSVOE EFTWPMBUJMFO6NGFMETOVSNJUFJOFSBLUJWFO"TTFU"MMPDBUJPOVOEWPS BMMFNTUSJOHFOUFS3JTJLPLPOUSPMMF[VFSSFJDIFO IFJ•UFTWPOEFS#BOL

Wir rechnen damit, dass in der zweiten Jahreshälfte eine schwache konjunkturelle Erholung einsetzen wird. CHRISTIAN NEMETH Zürcher Kantonalbank

Die Situation grenzt mittlerweile bereits an Absurdität. Laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg haben kürzlich zwei Schweizer Großbanken bekannt gegeben, dass sie künftig Gebühren für Franken-Einlagen einheben wollen. Vorerst nur von institutionellen Kunden, doch eine ähnlicher Schritt auch für Privatkunden sei bei anderen Banken bereits in Diskussion, heißt es. Auf gut Deutsch: Wer seine Franken zu einer dieser Banken trägt, muss dafür zahlen, dass sie auf das Geld „aufpassen“. Doch zurück nach Europa, genauer gesagt in den Euroraum. Auch die EZB flutet die Märkte mit Geld, um die Krise zu bekämpfen und die Situation zu stabilisieren. Unter normalen Umständen würde eine solche Politik der lockeren (Geld-)Hand zu einer höheren Inflation führen. Trotzdem gehen viele Experten derzeit – zumindest auf kurze Sicht – nicht von einer solchen Gefahr aus. Monika Jung von der Valartis Bank begründet das so: „Bisher bleibt die Liquidität im Finanzsektor und kommt nicht in der Wirtschaft an. Um den Konsum anzukurbeln,

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Mit billigem Geld versuchen die Notenbanken rund um den Globus, der Realwirtschaft unter die Arme zu greifen und sie aus der Rezession zu ziehen.

Das allgemeine Zinsniveau wird voraussichtlich auch im Jahr 2013 ungewöhnlich niedrig bleiben. HELMUT PRANIESS Privat Bank AG

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Sinnfrage: „Es ist zwar richtig, dass die Notenbanken die Märkte mit Geld fluten, es ist aber zu bezweifeln, dass mit dieser Maßnahme die Krise tatsächlich bekämpft wird. Man muss hinterfragen, wie sinnvoll es ist, neue Schulden zu machen, um damit ausschließlich alte Schulden zu tilgen.“ Aus seiner Sicht wird die Geldflut nicht dazu verwendet, um Wachstum zu generieren, sondern lediglich um Altlasten abzudecken. Deshalb resultiert aus dieser Politik auch keine erhöhte Inflationsgefahr. Große Diskrepanz. Peter Weinzierl, Vorstand der Meinl Bank, weist noch auf ein anderes Problem hin. Er meint, dass zwischen der gefühlten und der gemessenen Inflation vielfach eine große Diskrepanz besteht: „Der für die Berechnung der Inflation herangezogene Warenkorb ist nicht für jeden gleichermaßen ausschlaggebend. Zu beachten sind zusätzlich viele Kostentreiber, die bis vor einigen Jahren sehr günstig waren und nun empfindlich im Preis angezogen haben, jedoch nicht in die Berechnung der Inflation einfließen.“ Weinzierl erkennt aber auch noch ein anderes Thema, das in der öffentlichen Diskussion zunehmend für Verunsicherung sorgt: „Inflation als Komponente der Entschuldung der Staaten wird tatsächlich ein starkes Thema bleiben – eine negative Realverzinsung bei erstklassigen Staatsanleihen somit eine herausfordernde Aufgabenstellung.“ Die Staaten bzw. ihre Regierungen nehmen ein höhere Inflation durchaus in Kauf, um sich quasi durch die Hintertür von ihrer überbordenden Schuldenlast zu verabschieden? Ein nicht gerade beruhigendes Szenario für all jene, deren Ver-

Dieser Zustand der „finanziellen Repression“ – und somit negative Realzinsen – wird einige Zeit anhalten. JOHANNES HEFEL Hypo Landesbank Vorarlberg

mögen oder Erspartes irgendwo geparkt werden muss und dort zumindest den Wert erhalten sollte. Welche Gegenmaßnahmen sind aus Sicht der Experten also sinnvoll? Dazu Weinzierl: „In diesem turbulenten Marktumfeld sind die Portfolios jedoch trotzdem vordergründig dahingehend auszurichten, dass eine breite Diversifikation in Sachanlagen zum Zweck der Absicherung erzielt wird. Beim Aktienexposure sind Unternehmen zu bevorzugen, die nachhaltige Kriterien erfüllen.“ Und nicht zuletzt: „Eine wichtige Rolle in der Vermögensfrage spielen fast immer Immobilien, die in den letzten Jahren jedoch einen deutlichen Preisanstieg verzeichneten. Nachdem die Wohnraumbeschaffung grundsätzlich eine wesentliche Ausgabenkomponente

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bieten viele Unternehmen ihren Kunden kräftige Rabatte.“ Solange dieser Trend anhält, ist eine stärkere Inflation derzeit nicht absehbar, meint sie. Auch die Experten rund um Christian Ohswald, Leiter des Private Banking der RLB NÖWien, halten die Gefahr eines Anziehens der Inflation zumindest kurzfristig nicht für allzu hoch: „Grundsätzlich halten wir an unserer Einschätzung fest, dass es 2013 keine erhöhte Inflation geben wird. Wir erwarten rund zwei Prozent im laufenden Jahr.“ Nachsatz: „Danach können wir uns im Zuge einer Konjunkturerholung durchaus höhere Inflationsraten vorstellen.“ Manfred Huber, Vorstand der Euram Bank, stellt im Zusammenhang mit der lockeren Hand der EZB gar die

Die EZB flutet die Märkte mit Geld, um die Krise zu bekämpfen und die Situation zu stabilisieren. Doch die Liquidität bleibt bisher im Finanzsektor hängen und kommt nicht in der Wirtschaft an.

darstellt, muss dieser Punkt besonders beleuchtet werden, um diese sehr langfristig auf solide Beine zu stellen.“ Christian Ohswald, der sich mittelfristig ja ebenfalls eine höhere Inflationsrate vorstellen kann, rät in diesem Umfeld zu inflationsgeschützten Anleihen, variabel verzinsten Anleihen, Rohstoffen und Immobilien. „Konkret ist  es notwendig, konsequent zu diversifizieren, um einen guten Schutz für das individuelle Vermögen zu erreichen. Dabei ist nicht nur eine Diversifikation nach AssetKlassen, sondern auch nach Strategien, Managern und Währungen entscheidend. So setzen wir beispielsweise taktisch gesteuerte Aktienfonds ein, die eine Aktienquote zwischen null und 100 Prozent fahren. Darüber hinaus kommen

bei uns CTAs/Trendfolger, die long und short in Aktien, Zinsen, Währungen und Commodities gehen und damit auch in Krisenzeiten eine gute Performance erzielen können, zum Einsatz.“ Auch Rentenmanager, die aktiv das Zinsrisiko steuern, indem sie zwischenzeitlich auch eine Duration von null fahren, werden eingesetzt, erläutert Ohswald. Wie Peter Weinzierl meint auch Wolfgang Eisl, Leiter der UBS-Niederlassung in Österreich, dass das Thema Inflation vor allem eine nicht zu unterschätzende politische Komponente hat: „Letztlich werden politische Überlegungen die künftige Inflationssteuerung bestimmen. Die Antwort auf diese politische Frage wird entweder lauten, dass wir künftig niedrigere, aber stabilere Durch-

Für das laufende Jahr rechnen wir nicht mit einer erhöhten Inflation – wir erwarten rund zwei Prozent.

Es ist zu bezweifeln, dass mit dieser Maßnahme die Krise tatsächlich bekämpft wird.

CHRISTIAN OHSWALD Private Banking RLB NÖ-Wien

MANFRED HUBER Euram Bank

schnittsrenditen erwarten müssen, da die Zentralbanken versuchen werden, Marktexzesse auszubremsen, oder dass wir mit einer höheren langfristigen Inflation zu rechnen haben. Eine solche Entwicklung könnte die Kaufkraft eines Sparbuchguthabens innerhalb von nur zehn Jahren etwa halbieren!“ Entsprechend auch sein Rat an seine Klientel: „Ein ‚Sparbuch‘ als Lösung, wie es vielen Privatanlegern reflexartig nach Kurseinbrüchen wie zuletzt 2008 in den Sinn käme, ist keine gute Empfehlung. In früheren Perioden hoher Inflation hat sich gezeigt, dass die realen PortfolioRenditen negativ wurden. Anleger können sich jedoch nach unserer Meinung vor zunehmenden Inflationstendenzen schützen.“ Zur Absicherung gegenüber einer höheren Inflation durch Aktien rät Eisl zu folgender Strategie: 1. Beteiligung an Inflationstreibern (z. B. Unternehmen, die von steigendenden Rohstoffpreisen profitieren). 2. Erwerb von Aktien preisregulierter Unternehmen. 3. Engagement in Unternehmen, die von einer starren Nachfrage profitieren. 4. Aufbau von Positionen in Unternehmen mit starker Preismacht. 5. Erwerb von Aktien mit hoher Dividendenrendite und sicheren Dividendenzahlungen. Zusätzlich sollte man Aktien von Unternehmen, die aufgrund steigender

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Eine höhere langfristige Inflation könnte dazu führen, dass sich die Kaufkraft eines Sparbuchguthabens innerhalb von gerade mal zehn Jahren etwa halbiert.

Auch das Thema Gold als Inflationsschutz ist nicht vom Tisch, meint etwa Johannes Hefel von der Hypo Vorarlberg. Er rät zur Abfederung eines eventuell steigenden Inflationsrisikos zur Investition in Sachwerte – beispielsweise über die Aufstockung der Aktienquote bzw. durch Investitionen in Immobilien und Gold: „Gold sollte generell mit zehn Prozent des liquiden Vermögens gewichtet sein.“ Gold ist aus Sicht vieler verunsicherter Investoren noch immer ein beliebter Fluchthafen und ein probates Mittel, um sich abzusichern. Nur so lässt sich der Höhenflug des Goldpreises in den vergangenen fünf Jahren erklären. Von einer Marke unterhalb der tausend Dollar stieg der Preis bis an die 1.900 Dollar je Unze im Jahr 2011. Zuletzt hielt der Preis heuer Mitte Jänner bei rund 1.660 Dollar. Goethes Zitat aus dem Faust I – „Nach Golde drängt, am Golde hängt

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doch alles. Ach wir Armen!“ – hat anscheinend nach wie vor Gültigkeit. Ob Gold auch weiterhin ein Anlagethema bleibt, beantwortet Henrik Herr, Leiter Private Banking der Credit Suisse in Österreich, mit einem eindeutigen Ja: „Was einzelne Märkte betrifft, verfügt Gold unseres Erachtens angesichts der anhaltend schlechten Realzinsgegebenheiten über ein moderates Aufwärtspotenzial und ist weiterhin Teil der Portfolios.“ Ähnlich auch die Antwort von Meinhard Platzer, Vorstandsvorsitzender der LGT Bank Austria: „Gold bleibt bei uns weiterhin ein wichtiges Thema und darf unserer Ansicht nach in keinem Depot fehlen.“ Auch für Platzer ist Gold in erster Linie als Inflationsschutz und im Rahmen einer sicheren HafenStrategie ein Dreh- und Angelpunkt für Anleger. Bei der Schoellerbank sieht man das Thema Gold – vor allem in seiner physischen Form – etwas differenzierter. Franz Witt-Dörring, Vorstandsvorsitzender der Schoellerbank: „Zum Thema Gold ist zu sagen, dass es von vielen als ultimativer Sicherheitspolster im Falle einer Krise gesehen wird. Demzufolge muss man das Gold in physischer Form halten, was entsprechende Kosten mit sich bringt und dieses Investment aus einem RisikoErtrags-Kalkül fraglich macht. Manch einer schläft allerdings besser mit ein wenig Gold unter dem Kopfkissen und wir möchten niemanden um seinen guten Schlaf bringen.“ Die Schoellerbank setzt in der Vermögensverwaltung auf Gold- und Rohstoffaktien mittels des Schoellerbank-Global-ResourcesDachfonds. Direkte Investments in Rohstoffe (Futures, ETCs) macht die

Die Inflation als Komponente der Entschuldung der Staaten wird tatsächlich ein starkes Thema bleiben. PETER WEINZIERL Meinl Bank

Vielen Privatanlegern kommt ein „Sparbuch“ reflexartig als Lösung in den Sinn, das ist keine gute Empfehlung. WOLFGANG EISL UBS

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Kosten unter Margendruck stehen, meiden, meint Eisl. Hauptsächlich sind dies Unternehmen der zyklischen Sektoren Konsum (z. B. Einzelhandel), Automobilbau und Telekom-Services, erklärt der Experte. Inflationsgebundene Anleihen (ILBs) sind aus Sicht der UBS derzeit teuer. Die Realzinsen sind noch immer niedrig. Die UBS empfiehlt deshalb, inflationsgebundene Anleihen mit Laufzeiten von mehr als vier oder fünf Jahren in US-Dollar, GBP und Euro zu meiden. Stattdessen sollte man den Schwerpunkt auf Nominalanleihen mit kurzen Laufzeiten oder Unternehmensanleihen legen beziehungsweise ein breit diversifiziertes Anlageportfolio mit möglichst wenig korrelierenden Anlageklassen besitzen.

Gold ist aus der Sicht vieler verunsicherter Investoren noch immer ein beliebter Fluchthafen und ein probates Mittel, um sich abzusichern.

Bank nur in Ausnahmefällen. Der Rohstoff-Zyklus ist aus ihrer Sicht nicht prognostizierbar. Deshalb wird dieses Thema sehr langfristig gesehen. Megatrend Rohstoffe? Womit wir auch schon beim nächsten Thema wären, das von einigen Experten in den letzten Jahren immer wieder als der künftige Megatrend in der Veranlagung beschrieben wurde: Rohstoffe. Prinzipiell ist das Thema in der Veranlagung ja auch tatsächlich nicht von der Hand zu weisen. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und der wirtschaftlichen Aufholjagd in den Emerging Markets wird es unweigerlich zu einer Verknappung und damit wohl auch zu einer Verteuerung von Rohstoffen kommen. Davon kann man mit einer gewieften Anlagestrategie durchaus profitieren. Solange die Konjunktur boomt. Tut sie das nicht, wie eben im Jahr 2012, so ist Zurückhaltung nicht unbedingt die schlechteste Strategie. Bernhard Ramsauer, Leiter des Private-WealthManagements der Deutschen Bank in Österreich, zum Thema Rohstoffe und Gold in der Veranlagung: „Unsere Entscheidung zu Jahresbeginn, Rohstoffe wegen des flachen Konjunkturverlaufes zu meiden, hat sich als richtig erwiesen. Nunmehr sehen wir auf niedrigerem Niveau wieder interessante Kaufgelegenheiten. Zudem sprechen Sachwertaspekte und zunehmende Knappheit für die Beimischung von Rohstoffen. Niedrige bzw. negative Realzinsen wirken vor allem bei Edelmetallen als ausgeprägte Kurstreiber.“ Abwarten und Tee trinken, bis es mit der Wirtschaft wieder aufwärts geht? Meinhard Platzer zum Thema: „Roh-

stoffe sehen wir in der nahen Zukunft eher in einer Seitwärtsrange gefangen.“ Der konjunkturelle Befund der Weltwirtschaft spräche zwar für, die angespannte Lage im Nahen Osten aber noch stärker gegen eine Entspannung bei den Energie- und Rohstoffpreisen. Und auch Henrik Herr bleibt vorläufig zurückhaltend: „Für Rohstoffe ist das Jahr 2012 gemischt ausgefallen, wobei die meisten Benchmark-Indizes gegenüber dem Anfang des Jahres 2012 nur leicht im Plus liegen. Über den taktischen Anlagehorizont hinaus ist der Ausblick neutral. Das Wachstum zieht zwar an, aber nicht stark genug, um bei Rohstoffen eine nachhaltige Rally auszulösen.“

In einzelnen Märkten verfügt Gold über ein moderates Aufwärtspotenzial und ist Teil der Portfolios. HENRIK HERR Credit Suisse Österreich

Gold wird oft als Sicherheitspolster gesehen, bringt in physischer Form gehalten aber Kosten mit sich. FRANZ WITT-DÖRRING Schoellerbank

Schuldenkrise, Inflationsgefahr und Niedrigstzinsniveau. Als ob dem noch nicht genug wäre, müssen sich Österreichs Vermögende 2013 auch noch mit zwei anderen Themen auseinandersetzen, die ihnen Vater Staat in seinem Versuch, den Staatshaushalt mittels zusätzlicher Einnahmen auf Vordermann zu bringen, aufdrängt. Vor allem für jene, die bei ihrer Flucht aus dem schlecht verzinsten Sparbuch zuletzt auf Aktien, Anleihen oder andere Wertpapiere setzten oder in Zukunft setzen wollen, ist die Zeit des unbesteuerten Einstreifens von Kursgewinnen nach Ende der Spekulationsfrist vorüber. Dafür sorgt die Kursgewinnsteuer, die auf sogenanntes Neuvermögen (bei Aktien etc. sind dies solche, die ab dem 1.1.2011 angeschafft wurden, bei Anleihen solche ab 1.10.2011 bzw. 1.4.2012) eingehoben wird. Die 25-prozentige Steuer mindert nicht nur den Ertrag, sondern ist auch mit einer Menge bürokratischem Aufwand verbunden. Bernhard Ramsauer: „Die Kursgewinnsteuer stellt eine große Herausforderung für Bank und Anleger dar. Wir werden ein maßgeschneidertes Reporting anbieten, das unseren Kun-

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Zu Schuldenkrise, Inflationsgefahr und Niedrigstzinsniveau gesellt sich Vater Staat mit seinem Versuch, über neue Steuern den Staatshaushalt auf Vordermann zu bringen.

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lung der Verlustverrechnung. In der ganzheitlichen Beratung wird dies beachtet, aus unserer Erfahrung heraus gilt jedoch der Grundsatz: Investitionsentscheidungen vor Steuerentscheidungen.“ Steuerreporting. Bei der Bank Gutmann bietet man im Zusammenhang mit dem Thema Steueroptimierung den Kunden einen besonderen Service an. Matthias Albert, Partner und Mitglied des Vorstands der Bank Gutmann: „Um unseren Kunden eine optimale Entscheidungsgrundlage für allfällige Transaktionen aus steuerlichen Überlegungen zur Verfügung stellen zu können, haben wir neben unseren bereits langjährig bestehenden Ertrags- und Vermögens-

reportings zusätzlich ein sogenanntes ‚Steuerreporting‘ entwickelt. Diese Auswertung zeigt neben Wertpapierbeständen, Performanceentwicklung pro Position, Fälligkeit etc. sowohl die bereits im laufenden Jahr realisierten Gewinne und Verluste bzw. die daraus resultierende Steuerbelastung als auch allfällige Potenziale pro Wertpapierposition aufgrund der aktuellen Depotentwicklung, die gegebenenfalls zur Steueroptimierung genutzt werden könnte. Das Steuerreporting soll unseren Kunden und ihren Steuerberatern als Grundlage zur Entscheidungsfindung dienen, ersetzt jedoch keinesfalls die individuelle persönliche Beratung.“ Thema Nummer eins, das in den ver-

Die Entscheidung, Rohstoffe wegen flachen Konjunkturverlaufs zu meiden, hat sich als richtig erwiesen.

Die angespannte Lage im Nahen Osten spricht gegen eine Entspannung bei den Energieund Rohstoffpreisen.

BERNHARD RAMSAUER Deutsche Bank

MEINHARD PLATZER LGT Bank Austria

FOTOS: WWW.MEDIENDIENST.COM, BEIGESTELLT

den die steuerliche Veranlagung so einfach wie möglich macht.“ Der Verlustausgleich, also die Gegenrechnung zwischen erzielten Kursgewinnen und Kursverlusten binnen eines Jahres, der die Steuerlast minimiert, soll ab 2013 zwar automatisiert erfolgen, allerdings nur, wenn das Depot oder die Depots bei einer Bank liegen und nicht über mehrere Institute verstreut sind. Wolfgang Traindl, Leiter des Private Banking bei der Erste Bank, meint deshalb: „Es ist, um den Wertausgleich automatisch zu haben, natürlich vernünftiger, die Papiere bei einer Bank zu konzentrieren, auch bei Gemeinschaftsdepots ist die automatische Gegenrechnung nicht möglich. In diesen Fällen ist eine Beratung mit der Erörterung aller Optionen bei uns Grundvoraussetzung, dass der Kunde die für ihn optimale Lösung wählen kann.“ In dieselbe Kerbe schlägt auch Henrik Herr von der Credit Suisse: „Werden Depots bei mehreren Banken geführt, so ist eine Gegenrechnung von Gewinnen und Verlusten ausschließlich im Rahmen der Steuererklärung möglich.“ Das birgt natürlich jede Menge Arbeit und verursacht unter Umständen zusätzliche Kosten, deshalb rät er: „Die Zusammenlegung der Depots bietet hier einen gewissen Vorteil in der Abwick-

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Viele Gelder, die Österreicher in der Schweiz halten, stammen oft noch aus der Nachkriegszeit.

MATTHIAS ALBERT Bank Gutmann

WOLFGANG TRAINDL Private Banking Erste Bank

gangenen Monaten zu zahlreichen Anfragen von verunsicherten Anlegern bei Österreichs Steuerberatern geführt hat, ist aber das Steuerabkommen mit der Schweiz. Grund: Die neuen Regeln betreffen nicht nur jene, die nicht versteuertes Geld (also Schwarzgeld) auf einem Schweizer Konto geparkt haben, sondern alle in Österreich ansässigen Personen, die ein Konto oder ein Depot in der Schweiz haben. Selbst wenn auf dem Schweizer Konto legal versteuertes Geld liegt, kann es unter Umständen dazu kommen, dass die sogenannte Abgeltungssteuer eingehoben wird. Wenn also ein Österreicher, beispielsweise einen Zweitwohnsitz in der Schweiz unterhält und dort ein Konto eingerichtet hat, um anfallende Kosten abzudecken, so bleibt ihm nichts anderes übrig, als bis zum Stichtag (31.5.) bei seiner Schweizer Bank eine sogenannte freiwillige Meldung abzugeben. Dabei ist es vollkommen unerheblich, ob auf dem Schweizer Konto bereits versteuertes Geld liegt oder nicht. Wird die freiwillige Meldung nicht abgegeben, so wird die Abgeltungssteuer schlagend, und die liegt je nach Höhe des Vermögens zwischen 15 und 38 Pro-

zent. Erfolgt eine freiwillige Meldung, so müssen lediglich eventuell nicht versteuerte Zinseinkünfte in Österreich nachversteuert werden.

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Setzt jetzt die große Flucht aus der Schweiz ein und wie reagieren Österreichs Privatbankiers? Die Antworten fallen durchaus unterschiedlich aus. So erklärt etwa Manfred Huber von der Euram Bank: „Bis dato hatten wir keine einzige Anfrage von Privatkunden und sehen keine Veranlassung, in diesem Segment tätig zu werden.“ Bei Meinhard Platzer von der LGT Österreich haben sich hingegen die Anfragen im zweiten Halbjahr 2012 gehäuft, wie er sagt: „LGT Österreich akzeptiert Gelder aus der Schweiz nur, wenn diese nachweislich versteuert sind oder wenn der Kunde Selbstanzeige macht.“ Auch Johannes Hefel in Vorarlberg verzeichnete vermehrt Anfragen von Kunden. Christian Ohswald vom Private Banking der RLB NÖ-Wien wiederum sieht in der Rückkehr aus der Schweiz einen längerfristigen Trend: „Der Transfer von Geldern, die auf Schweizer Konten liegen, in Richtung Österreich hat in den letzten beiden Jahren deutlich

zugenommen. Das ist allerdings kein signifikant ansteigender Prozess im Hinblick auf das Steuerabkommen, sondern ein stetiger auf hohem Niveau. Mit ausgesuchten Steuerberatern haben wir Kooperationen, die wir bei Bedarf gerne anbieten.“ Wolfgang Traindl, Leiter des Private Bankings der Erste Bank, wiederum erklärt: „Viele Gelder, die Österreicher in der Schweiz halten, sind seit Jahrzehnten dort und stammen oft aus der Nachkriegszeit, als die Zukunft Österreichs ungewiss war. Viele dieser Kunden bzw. ihre Nachkommen denken nun an eine Repatriierung nach Österreich. Das ist auch sinnvoll, ist man in Österreich doch mit 25 Prozent endbesteuert. Die automatische Gegenrechnung von Kursgewinnen und Kursverlusten wird von Banken angeboten. Wir bieten Kunden, die diesbezüglich Fragen haben, und es sind in den letzten Monaten vermehrt diese Fragen aufgetaucht, an, ihnen Steuerberater zu nennen, die sie unterstützen. Wir organisieren dann mit der Schweizer Bank den Übertrag nach Österreich, wobei wir die Kunden beraten, welche Papiere sie übertragen sollen und welche sie besser verkaufen und das Geld transferieren. Wir achten auch darauf, dass die Einstandsdaten der Wertpapiere mitgeliefert werden, um bei Altbeständen die Steuerfreiheit der Kursgewinne zu wahren.“ ■ FOTOS: CYHLAR, BEIGESTELLT

Unser „Steuerreporting“ soll Kunden und ihren Steuerberatern als Grundlage zur Entscheidungsfindung dienen.

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