Auswertung der Pflegenoten aus den Transparenzberichten des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen)

March 29, 2017 | Author: Katrin Kneller | Category: N/A
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1 Auswertung der Pflegenoten aus den Transparenzberichten des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) Angebots- und...

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Auswertung der Pflegenoten aus den Transparenzberichten des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen)

Angebots- und Bewohnerstruktur der ambulanten und stationären Altenpflegeeinrichtungen des Odenwaldkreises mit Stichtag zum 01.07.2011

Einleitung Seit dem 01. Dezember 2009 werden die Ergebnisse der Qualitätsprüfungen der ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen durch die Medizinischen Dienste der Kranken- und Pflegekassen veröffentlicht. Diese Transparenz ist, (gemäß § 115 des Sozialgesetzbuches XI (SGB XI) Ergebnisse von Qualitätsprüfungen) insbesondere durch das Internet, jedem Bürger frei zugänglich. Die vom MDK gewonnenen Daten und Informationen werden den Landesverbänden der Pflegekassen und den zuständigen Trägern der Sozialhilfe sowie den betroffenen Pflegeeinrichtungen mitgeteilt. Die Veröffentlichung der Ergebnisse aus den sogenannten Transparenzberichten soll aber auch an gut sichtbarer Stelle im Pflegeheim bzw. im ambulanten Pflegedienst einsehbar sein. Die Kriterien der Veröffentlichung wurden durch den Spitzenverband des Bundes der Pflegekassen, die Vereinigungen der Träger der Pflegeeinrichtungen auf Bundesebene, die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe und die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände und unter Beteiligung des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen vereinbart. Die Grundlage für die Benotung sind die Ergebnisse aus den Qualitätsprüfungen des MDK. Die mögliche Punktezahl von eins bis zehn beinhalten die Bewertung von 82 Einzelkriterien aus fünf Qualitätsbereichen bei stationären Pflegeeinrichtungen, bei den ambulanten Einrichtungen sind die 49 Kriterien aus vier Bereichen zusammengestellt. Das Kriterium der „Befragung der Kunden“ fließt bei allen Pflegeeinrichtungen nicht in das Gesamtergebnis mit ein, wird jedoch bei unserer Auswertung miterfasst. Z. B. bildet bei der stationären Pflege der Bereich "Pflege und medizinische Betreuung" aus 35 Qualitätskriterien ein besonderes Schwergewicht. Aber auch der „Umgang mit demenzkranken Bewohnern“ oder die „Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung“ oder das „Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene“ werden mit in die Gesamtbewertung einbezogen. Die einzelnen Bewertungskriterien mit den unterschiedlichen Qualitätsbereichen sind im Anhang abgebildet. Zur Veröffentlichung der Noten haben verschiedene Kranken- und Pflegekassen spezielle Internetseiten zur Recherche eingerichtet: www.aok-gesundheits-navi.de (AOK), www.bkk-pflegefinder.de (BKK), www.der-pflegekompass.de (Knappschaft, LSV, IKK), -2-

www.pflegelotse.de (vdek - Verband der Ersatzkassen) Die Darstellung bei den einzelnen Anbietern ist sehr unterschiedlich, sodass jeder Benutzer sich individuell informieren sollte. Bei allen Internetadressen sind die Leistungs- und Strukturdaten in den Transparenzberichten einzusehen. Dabei werden nicht nur die verschiedenen Pflegearten wie Kurzzeitpflege, Tages- oder Nachtpflege, sondern auch andere pflegerische Schwerpunkte ausgewertet und von den Fachleuten beurteilt. Die Leistungsangaben erstrecken sich von der Anzahl der Pflegeplätze und deren Spezialisierungen, bis hin zur Ausstattung der Zimmer, beispielsweise ob Tiere oder eigene Möbel mitgebracht werden können. Unter anderen sind pflegerischen Schwerpunkte, je nach Angaben der einzelnen Heimbetreiber, zum einen gut nachvollziehbar benannt oder werden zum anderen gar nicht erwähnt. Zu den Leistungsangaben werden bei den Internetseiten der Kranken- und Pflegekassen auch die durchschnittlichen monatlichen Gesamtpreise je Pflegestufe dargestellt. Die Preise für einen Pflegeplatz sind je nach Internetauftritt entweder auf den ersten Blick erkennbar oder sie sind erst im Prüfbericht detailliert beschrieben. Oftmals wird ausführlich auf den Anteil der Pflegekasse oder auf etwaige hinzuzurechnende Investitions- bzw. Ausbildungskosten hingewiesen. So können sich die Angehörigen oder andere Interessierte jeweils selbst ein Bild über mögliche Kosten einer Heimunterbringung machen und die Angebote der einzelnen Einrichtungen im Detail vergleichen. Die Transparenzberichte beinhalten auch eine Auflistung der eingesetzten Fachkräfte. Hierbei erhalten die Interessenten je nach Auswertung darüber Angaben, wie viele Vollzeiterwerbstätige in welchen Bereichen in der Einrichtung arbeiten, wie viele Leitungsfunktionen besetzt sind und wie viele Auszubildende das Heim / der Pflegedienst zu diesem Zeitpunkt beschäftigt. Bisher ist es möglich, durch bestimmte „weiche“ Faktoren wie z. B. die Gestaltung des Bewohnerzimmers, bei der Gesamtnote besser zu punkten. Dadurch ist aufgrund der Gesamtnote, eine Bewertung der Qualität der Pflege, für den Kunden nicht unverfälscht möglich. Nach Ankündigung der Bundesregierung soll allerdings eine Veränderung der Bewertungskriterien, voraussichtlich bis zum Herbst 2011, vorgenommen werden.

Wenn bei der Prüfung Qualitätsmängel festgestellt werden, entscheiden in der Regel die Landesverbände der Pflegekassen welche Maßnahmen zu treffen sind und erteilen dem Träger der Einrichtung hierüber einen Bescheid. Die Prüfberichte enthalten neben der Benotung auch Stärken und Schwächen der Pflegeeinrichtung und unterbreiten den Pflegediensten und Einrichtungen auch mögliche und notwendige Verbesserungsvorschläge. Die Bewerteten erhalten nach der Erstellung des Prüfberichtes natürlich auch die Möglichkeit zur Stellungnahme.

-3-

In der Regel hat jede Einrichtung, ob ambulant oder stationär, einen Versorgungsvertrag mit der für sie zuständigen Pflegekasse. Wenn die Pflegeeinrichtung ihren gesetzlichen oder vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt, kann die vereinbarte Pflegevergütung für die Dauer der Pflichtverletzung entsprechend gekürzt werden. Z. B. kann bei der Feststellung schwerwiegender und nicht kurzfristig behebbarer Mängel eine andere geeignete Pflegeeinrichtung von der Pflegekasse vermittelt werden. Bei schwerwiegenden Mängeln in der ambulanten Pflege kann die zuständige Pflegekasse die weitere Betreuung des Pflegebedürftigen vorläufig untersagen (§ 115 Abs. 5 SGB XI). Das Wahlrecht des Pflegebedürftigen ist dabei nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Eine weitere Möglichkeit der Sanktionierung bietet nicht nur die Kürzung der Vergütung, sondern auch verpflichtende Fortbildungsmaßnahmen, sowie bei schwerwiegenden Fällen die mögliche Schließung des Heimes / des Pflegedienstes unter Einbindung der jeweiligen Heimaufsicht.

Im Odenwaldkreis wurden von den 25 stationären Alten- und Pflegeheimen bisher 24 Einrichtungen ausgewertet. Bei den Stationären Einrichtungen werden 82 Einzelkriterien geprüft, bei ambulanten Pflegediensten sind es 49 Kriterien, die ausgewertet werden. Im Anhang sind die Bewertungskriterien im Einzelnen aufgelistet. Jedes Kriterium erhält eine Bewertung auf einer Skala von 0 bis 10 Punkten, wobei 0 die schlechteste und 10 die beste Wertung ist. In der nachfolgenden Tabelle ist erläutert, wie die Bewertungen mit einer Stelle nach dem Komma in Noten umgerechnet werden.

Bezeichnung der Note Sehr gut

(1,0 – 1,4)

Gut

(1,5 – 2,4)

Befriedigend

(2,5 – 3,4)

Ausreichend

(3,5 – 4,4)

Mangelhaft

(4,5 – 5,0)

Skalenwert 8,7 -

10

7,3 -

< 8,7

5,9 -

< 7,3

4,5 -

< 5,9

0

< 4,5

-

-4-

Bewertungskriterien der stationären Pflegeheime

Pflege und medizinische Versorgung

Umgang mit demenzkranken Bewohnern

Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung

Wohnen, Verpflegung Hauswirtschaft und Hygiene

Zusätzliche Anhaltspunkte zum Gesamtergebnis und rechnerisches Gesamtergebnis:

Befragung der Bewohner

Rechnerisches Gesamtergebnis

Noten der Stationären Pflegeheime im Odenwaldkreis

Tutela Seniorenwohn- und Pflegeheim Reichelsheim / Gumpen Seniorenheim Sonnenberg Reichelsheim Alten- und Pflegeheim „Marianne“ Reichelsheim / Ober-Ostern Seniorenpflegeheim Oberscholzenhof Brensbach Senioren- und Pflegeheim "Haus Waldfrieden" Fränkisch-Crumbach Alten- und Pflegeheim im Gesundheitszentrum Erbach "Haus Wildpark" Erbach Seniorenresidenz „Hubertus“ Erbach / Günterfürst Pflege- und Behindertenheim Haus Tannenberg GmbH Erbach / Günterfürst Senioren- u. Pflegeheim „Haus Waldblick“ Erbach / Günterfürst AWO, Wohn- u. Pflegeheim Michelstadt Altenpflegeheim Haus Bonum GmbH Michelstadt / Steinbach Seniorenhaus Bergpension Bad König

1,1

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

2,3

1,3

1,0

1,0

1,0

1,6

1,1

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

2,7

3,3

1,3

1,0

1,0

2,2

1,2

1,1

1,0

1,0

1,0

1,1

1,4

1,0

1,0

1,0

1,1

1,2

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

2,0

2,4

1,3

1,0

1,1

1,7

1,5

1,3

1,0

1,0

1,0

1,3

3,0

3,1

1,9

1,0

1,3

2,4

1,2

1,0

1,0

1,0

1,2

1,1

1,2

1,0

1,0

1,0

1,2

1,1

1,4

1,7

1,0

1,0

1,2

1,3

Pflegeeinrichtung "Haus Brunnengarten" Bad König Seniorenwohn- u. Pflegehaus (Blaues Haus) Bad König Alten- u. Pflegeheim „Rosenhöhe“ GmbH Bad König Pflegeheim Eva Raitz Höchst

1,0

1,3

1,0

1,0

1,0

1,1

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

Heim Bergfrieden Beerfelden / Etzean

1,4

1,3

1,9

1,0

1,0

1,4

1,7

2,3

1,0

1,0

1,0

1,5

2,1

1,1

1,0

1,0

1,0

1,4

2,0

1,6

1,0

1,0

1,0

1,5

1,8

1,2

1,3

1,0

1,0

1,4

1,4

1,2

1,3

1,0

1,0

1,3

Altenpflegeheim „Landhaus Am Weinberg“ Breuberg / Hainstadt Haus Geist Lützelbach Betriebs GmbH Lützelbach "Haus Belle Vue" Brombachtal / Kirchbrombach Seniorenhaus Odenwald GmbH Mossautal / Güttersbach Cordula e.V. Hirschhorner Str. Rothenberg / Kortelshütte Cordula e.V. Waldstraße Rothenberg / Kortelshütte

n. n.

Insgesamt wurden zum Stichtag 01.07.2011 nur bei zwei stationären Pflegeeinrichtungen des Odenwaldkreises Einzelbewertungen von über drei abgegeben. Eine Einrichtung wurde bisher nicht begutachtet. Dabei liegt die zu vergleichende Durchschnittsnote bei 1,5 in hessischen Pflegeeinrichtungen. Die Durchschnittsnote im Odenwaldkreis liegt bei den stationären Einrichtungen derzeit bei 1,3 also um 0,2 Punkte besser als im Hessendurchschnitt.

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Bewertungskriterien der ambulanten Pflegeeinrichtungen

Pflegerische Leistungen

Ärztlich verordnete pflegerische Leistungen

Dienstleistung und Organisation

Zusätzliche Anhaltspunkte zum Gesamtergebnis und rechnerisches Gesamtergebnis:

Befragung der Bewohner

Rechnerisches Gesamtergebnis

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Ambulante Pflegeeinrichtungen im Odenwaldkreis

Ambulanter Pflegedienst Trautmann; Reichelsheim

2,5

1,0

1,3

1,0

1,6

Ambulanter Pflegedienst Höfler; Reichelsheim

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

Mobile Pflege Sonnenberg; Reichelsheim

1,7

1,0

1,9

1,0

1,6

1,0

1,0

2,1

1,0

1,4

1,3

1,0

1,4

1,0

1,3

2,3

1,0

1,0

1,0

1,1

Pflegeteam Gersprenztal; Reichelsheim Pflege- und Betreuungsdienst Wenzel; Erbach Pflegezentrum Waldblick, Ambulanter Dienst; Erbach Freie Gesundheitshilfe Haus Wildpark; Erbach Pflegezentrum Odenwald GmbH; Erbach

2,0

1,0

1,0

1,0

1,3

Pflegeteam Wolf; Michelstadt

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

Bad Königer Pflegedienst; Bad König

1,5

1,0

1,3

1,0

1,2

Sozialstation Höchst; Höchst

1,8

1,0

1,0

1,0

1,2

2,0

1,9

1,4

1,0

1,8

2,5

1,0

1,6

1,0

2,0

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

3,9

1,3

1,5

1,0

2,4

Ambulanter Dienst- Zu Hause - Lauff; Breuberg-Neustadt Krankenpflegestation der evang. Kirchengemeinde; Breuberg-Neustadt Sozialstation Lützelbach; Lützelbach Gugau + Ebert GbR; Rothenberg

n. n.

Insgesamt wurden zum Stichtag 01.07.2011 nur wenige ambulante Pflegedienste schlechter als ihre Gesamtergebnisse von 1,4 bewertet. Jedoch liegt beim Schwerpunkt der pflegerischen Leistungen die Durchschnittsnote bei 1,8 und damit 0,4 Punkten über dem Wert des Gesamtergebnisses.

Alle Pflegedienste wurden jedoch im Gesamtergebnis, ebenso wie die stationären Einrichtungen, zum jetzigen Zeitpunkt mit gut bzw. sehr gut bewertet.

Im Auftrag Anette Bergholz Sozial- und Altenhilfeplanung / 06062 70-1577 E- Mail: [email protected] Internet: www.senioren.odenwaldkreis.de -4-

Kriterien der Punktevergabe für die Einschätzung der stationären Pflegeeinrichtungen

1. Pflege und medizinische Versorgung (35 Kriterien) 1 - Ist bei Bedarf eine aktive Kommunikation mit dem Arzt nachvollziehbar? 2 - Entspricht die Durchführung der behandlungspflegerischen Maßnahmen den ärztlichen Anordnungen? 3 - Entspricht die Medikamentenversorgung den ärztlichen Anordnungen? 4 - Ist der Umgang mit Medikamenten sachgerecht? 5 - Sind Kompressionsstrümpfe/-verbände sachgerecht angelegt? 6 - Wird das individuelle Dekubitusrisiko erfasst? 7 - Werden erforderliche Dekubitusprophylaxen durchgeführt? 8 - Sind Ort und Zeitpunkt der Entstehung der chronischen Wunde/des Dekubitus nachvollziehbar? 9 - Erfolgt eine differenzierte Dokumentation bei chronischen Wunden oder Dekubitus (aktuell, Verlauf nachvollziehbar, Größe, Lage, Tiefe)? 10 - Basieren die Maßnahmen zur Behandlung der chronischen Wunden oder des Dekubitus auf dem aktuellen Stand des Wissens? 11 - Werden die Nachweise zur Behandlung chronischer Wunden oder des Dekubitus (z. B. Wunddokumentation) ausgewertet und die Maßnahmen ggf. angepasst? 12 - Erhalten Bewohner mit chronischen Schmerzen die verordneten Medikamente? 13 - Werden individuelle Ernährungsressourcen und Risiken erfasst? 14 - Werden erforderliche Maßnahmen bei Einschränkungen der selbständigen Nahrungsversorgung durchgeführt? 15 - Ist der Ernährungszustand angemessen im Rahmen der Einwirkungsmöglichkeiten der Einrichtung? 16 - Werden individuelle Ressourcen und Risiken bei der Flüssigkeitsversorgung erfasst? 17 - Werden erforderliche Maßnahmen bei Einschränkungen der selbständigen Flüssigkeitsversorgung durchgeführt? 18 - Ist die Flüssigkeitsversorgung angemessen im Rahmen der Einwirkungsmöglichkeiten der Einrichtung? 19 - Wird bei Bewohnern mit Ernährungssonden der Geschmackssinn angeregt? 20 - Erfolgt eine systematische Schmerzeinschätzung? 21 - Kooperiert das Pflegeheim bei Schmerzpatienten eng mit dem behandelnden Arzt? 22 - Werden bei Bewohnern mit Inkontinenz bzw. mit Blasenkatheter die individuellen Ressourcen und Risiken erfasst? 23 - Werden bei Bewohnern mit Inkontinenz bzw. mit Blasenkatheter die erforderlichen Maßnahmen durchgeführt? 24 - Wird das individuelle Sturzrisiko erfasst? 25 - Werden Sturzereignisse dokumentiert? 26 - Werden erforderliche Prophylaxen gegen Stürze durchgeführt? 27 - Wird das individuelle Kontrakturrisiko erfasst? 28 - Werden die erforderlichen Kontrakturprophylaxen durchgeführt? 29 - Liegen bei freiheitseinschränkenden Maßnahmen Einwilligungen oder Genehmigungen vor? 30 - Wird die Notwendigkeit der freiheitseinschränkenden Maßnahmen regelmäßig überprüft? 31 - Wird die erforderliche Körperpflege den Bedürfnissen und Gewohnheiten des Bewohners entsprechend durchgeführt?

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32 - Wird die erforderliche Mund- und Zahnpflege den Bedürfnissen und Gewohnheiten des Bewohners entsprechend durchgeführt? 33 - Wird die Pflege im Regelfall von denselben Pflegekräften durchgeführt? 34 - Werden die Mitarbeiter/innen regelmäßig in Erster Hilfe und Notfallmaßnahmen geschult? 35 - Existieren schriftliche Verfahrensanweisungen zu Erster Hilfe und Verhalten in Notfällen?

2. Umgang mit demenzkranken Bewohnern (10 Kriterien)

36 - Wird bei Bewohnern mit Demenz die Biographie des Heimbewohners beachtet und bei der Tagesgestaltung berücksichtigt? 37 - Werden bei Bewohnern mit Demenz Angehörige und Bezugspersonen in die Planung der Pflege einbezogen? 38 - Wird bei Bewohnern mit Demenz die Selbstbestimmung in der Pflegeplanung berücksichtigt? 39 - Wird das Wohlbefinden von Bewohnern mit Demenz im Pflegealltag ermittelt und dokumentiert und werden daraus Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet? 40 - Sind zielgruppengerechte Bewegungs- und Aufenthaltsflächen vorhanden (auch nachts)? 41 - Sind gesicherte Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien vorhanden? 42 - Gibt es identifikationserleichternde Milieugestaltung in Zimmern und Aufenthaltsräumen? 43 - Wird mit individuellen Orientierungshilfen, z.B. Fotos, gearbeitet? 44 - Werden dem Bewohner geeignete Angebote gemacht, z. B. zur Bewegung, Kommunikation oder zur Wahrnehmung? 45 - Gibt es ein bedarfsgerechtes Speisenangebot für Bewohner mit Demenz?

3. Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung (10 Kriterien)

46 - Werden im Rahmen der sozialen Betreuung Gruppenangebote gemacht? 47 - Werden im Rahmen der sozialen Betreuung Einzelangebote gemacht? 48 - Veranstaltet das Pflegeheim jahreszeitliche Feste? 49 - Gibt es Aktivitäten zur Kontaktaufnahme/Kontaktpflege mit dem örtlichen Gemeinwesen? 50 - Gibt es Maßnahmen zur Kontaktpflege zu den Angehörigen? 51 - Sind die Angebote der sozialen Betreuung auf die Struktur und Bedürfnisse der Bewohner ausgerichtet? 52 - Gibt es Hilfestellungen zur Eingewöhnung in die Pflegeeinrichtung (z. B. Bezugspersonen, Unterstützung bei der Orientierung, Integrationsgespräch nach 6 Wochen)? 53 - Wird die Eingewöhnungsphase systematisch ausgewertet? 54 - Gibt es ein Angebot zur Sterbebegleitung auf der Basis eines Konzeptes? 55 - Verfügt die Pflegeeinrichtung über ein Beschwerdemanagement?

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4. Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene (9 Kriterien)

56 - Ist die Gestaltung der Bewohnerzimmer z. B. mit eigenen Möbeln, persönlichen Gegenständen und Erinnerungsstücken sowie die Entscheidung über ihre Platzierung möglich? 57 - Wirken die Bewohner an der Gestaltung der Gemeinschaftsräume mit? 58 - Ist der Gesamteindruck der Einrichtung im Hinblick auf Sauberkeit und Hygiene gut? (z. B. Optische Sauberkeit, Ordnung, Geruch) 59 - Kann der Zeitpunkt des Essens im Rahmen bestimmter Zeitkorridore frei gewählt werden? 60 - Wird Diätkost, z. B. für Menschen mit Diabetes, angeboten? 61 - Ist die Darbietung von Speisen und Getränken an den individuellen Fähigkeiten der Bewohner orientiert (z. B. wird die Nahrung nur bei tatsächlicher Notwendigkeit klein geschnitten oder als passierte Kost serviert)? 62 - Wird der Speiseplan in gut lesbarer Form bekannt gegeben? 63 - Orientieren die Portionsgrößen sich an den individuellen Wünschen der Bewohner? 64 - Werden Speisen und Getränke in für die Bewohner angenehmen Räumlichkeiten und entspannter Atmosphäre angeboten?

5. Befragung der Bewohner (18 Kriterien)

65 - Wird mit Ihnen der Zeitpunkt von Pflege- und Betreuungsmaßnahmen abgestimmt? 66 - Entscheiden Sie, ob Ihre Zimmertür offen oder geschlossen gehalten wird? 67 - Werden Sie von den Mitarbeitern motiviert, sich teilweise oder ganz selber zu waschen? 68 - Sorgen die Mitarbeiter dafür, dass Ihnen z. B. beim Waschen außer der Pflegekraft niemand zusehen kann? 69 - Hat sich für Sie etwas zum Positiven geändert, wenn Sie sich beschwert haben? 70 - Entspricht die Hausreinigung Ihren Erwartungen? 71 - Können Sie beim Mittagessen zwischen verschiedenen Gerichten auswählen? 72 - Sind die Mitarbeiter höflich und freundlich? 73 - Nehmen sich die Pflegenden ausreichend Zeit für Sie? 74 - Fragen die Mitarbeiter der Pflegeeinrichtung Sie, welche Kleidung Sie anziehen möchten? 75 - Schmeckt Ihnen das Essen i. d. R.? 76 - Sind Sie mit den Essenszeiten zufrieden? 77 - Bekommen Sie Ihrer Meinung nach jederzeit ausreichend zuzahlungsfrei zu trinken angeboten? 78 - Entsprechen die sozialen und kulturellen Angebote Ihren Interessen? 79 - Wird Ihnen die Teilnahme an Beschäftigungsangeboten ermöglicht? 80 - Werden Ihnen Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien angeboten? 81 - Können Sie jederzeit Besuch empfangen? 82 - Erhalten Sie die zum Waschen abgegebene Wäsche zeitnah, vollständig und in einwandfreiem Zustand aus der Wäscherei zurück?

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Kriterien der Punktevergabe bei ambulanten Pflegediensten 1. Pflegerische Leistungen (17 Kriterien) 1 - Werden die individuellen Wünsche zur Körperpflege im Rahmen der vereinbarten Leistungserbringung berücksichtigt? 2 - Werden die individuellen Wünsche zum Essen und Trinken im Rahmen der vereinbarten Leistungserbringung berücksichtigt? 3 - Wurde die vereinbarte Leistung zur Flüssigkeitsversorgung nachvollziehbar durchgeführt? 4 - Werden die individuellen Ressourcen und Risiken bei der Flüssigkeitsversorgung erfasst, wenn hierzu Leistungen vereinbart sind? 5 - Wird der pflegebedürftige Mensch bzw. sein Angehöriger informiert bei erkennbaren Flüssigkeitsdefiziten? 6 - Wurde die vereinbarte Leistung zur Nahrungsaufnahme nachvollziehbar durchgeführt? 7 - Werden die individuellen Ressourcen und Risiken bei der Ernährung erfasst, wenn hierzu Leistungen vereinbart sind? 8 - Wird der pflegebedürftige Mensch bzw. sein Angehöriger informiert bei erkennbaren Ernährungsdefiziten? 9 - Werden individuelle Ressourcen und Risiken im Zusammenhang mit Ausscheidungen erfasst, wenn hierzu Leistungen vereinbart sind? 10 - Wurde die vereinbarte Leistung zur Unterstützung bei Ausscheidungen/Inkontinenzversorgung nachvollziehbar durchgeführt? 11 - Wenn bei der Erbringung von vereinbarten Leistungen beim pflegebedürftigen Menschen für den Pflegedienst ein individuelles Dekubitusrisiko erkennbar ist, wird dieses dann erfasst? 12 - Wird im Rahmen der vereinbarten Leistung Lagern eine gewebeschonende Lagerung zur Vermeidung von Druckgeschwüren vorgenommen? 13 - Werden die individuellen Risiken hinsichtlich der Kontrakturen bei der Erbringung der vereinbarten Leistungen berücksichtigt? 14 - Werden die vereinbarten Leistungen zur Mobilität und deren Entwicklung nachvollziehbar durchgeführt? 15 - Werden bei Menschen mit Demenz die biografischen und anderen Besonderheiten bei der Leistungserbringung beachtet? 16 - Werden die Angehörigen über den Umgang mit demenzkranken Pflegebedürftigen im Rahmen der Leistungserbringung informiert? 17 - Liegen bei freiheitseinschränkenden Maßnahmen die notwendigen Einwilligungen oder Genehmigungen vor?

2. Ärztlich verordnete pflegerische Leistungen (10 Kriterien) 18 - Basieren die pflegerischen Maßnahmen zur Behandlung der chronischen Wunden oder des Dekubitus auf dem aktuellen Stand des Wissens? 19 - Entspricht die Medikamentengabe der ärztlichen Verordnung? 20 - Wird die Blutdruckmessung entsprechend der ärztlichen Verordnung durchgeführt, ausgewertet und werden hieraus die erforderlichen Konsequenzen gezogen? 21 - Werden bei beatmungspflichtigen Menschen Vorbeugemaßnahmen gegen Pilzinfektionen in der Mundschleimhaut, Entzündungen der Ohrspeicheldrüse und Lungenentzündung sachgerecht durchgeführt? 22 - Wird die Blutzuckermessung entsprechend der ärztlichen Verordnung durchgeführt, ausgewertet und werden hieraus die erforderlichen Konsequenzen gezogen? 23 - Wird die Injektion entsprechend der ärztlichen Verordnung nachvollziehbar durchgeführt, dokumentiert und bei Komplikationen der Arzt informiert? 24 - Wird mit Kompressionsstrümpfen/-verbänden sachgerecht umgegangen? 25 - Wird die Katheterisierung der Harnblase entsprechend der ärztlichen Verordnung nachvollziehbar durchgeführt, dokumentiert und bei Komplikationen der Arzt informiert?

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26 - Wird die Stomabehandlung* entsprechend der ärztlichen Verordnung nachvollziehbar durchgeführt, dokumentiert und bei Komplikationen der Arzt informiert? *Stomaträger sind Menschen mit künstlichem Darmausgang oder künstlicher Harnableitung. 27 - Ist bei behandlungspflegerischem Bedarf eine aktive Kommunikation mit dem Arzt nachvollziehbar?

3. Dienstleistung und Organisation (10 Kriterien) 28 - Ist aus der Pflegedokumentation ersichtlich, dass ein Erstgespräch geführt wurde? 29 - Wird durch den Pflegedienst vor Vertragsbeginn ein Kostenvoranschlag über die entstehenden Kosten erstellt? 30 - Gibt es wirksame Regelungen innerhalb des Pflegedienstes, die die Einhaltung des Datenschutzessicherstellen? 31 - Gibt es schriftliche Verfahrensanweisungen zum Verhalten der Pflegekräfte in Notfällen bei pflegebedürftigen Menschen? 32 - Werden die Mitarbeiter regelmäßig in Erster Hilfe und Notfallmaßnahmen geschult? 33 - Gibt es eine schriftliche Regelung zum Umgang mit Beschwerden? 34 - Gibt es einen Fortbildungsplan, der sicherstellt, dass alle in der Pflege tätigen Mitarbeiter in die Fortbildungen einbezogen werden? 35 - Ist der Verantwortungsbereich/sind die Aufgaben für die leitende Pflegefachkraft geregelt? 36 - Ist der Verantwortungsbereich/sind die Aufgaben für die Mitarbeiter in der Hauswirtschaft geregelt? 37 - Wird die ständige Erreichbarkeit und Einsatzbereitschaft des Pflegedienstes im Hinblick auf die vereinbartenLeistungen sichergestellt?

4. Befragung der Kunden (12 Kriterien) 38 - Wurde mit Ihnen ein schriftlicher Pflegevertrag abgeschlossen? 39 - Wurden Sie durch den Pflegedienst vor Leistungsbeginn darüber informiert, welche Kosten Sie voraussichtlich selbst übernehmen müssen? 40 - Werden mit Ihnen die Zeiten der Pflegeeinsätze abgestimmt? 41 - Fragen die Mitarbeiter des Pflegedienstes Sie, welche Kleidung Sie anziehen möchten? 42 - Kommt ein überschaubarer Kreis von Mitarbeitern des Pflegedienstes zu Ihnen? 43 - War der Pflegedienst bei Bedarf für Sie erreichbar und einsatzbereit? 44 - Werden Sie von den Mitarbeitern des Pflegedienstes unterstützt/motiviert, sich teilweise oder ganz selber zu waschen? 45 - Geben die Mitarbeiter Ihnen Tipps und Hinweise (Informationen) zur Pflege? 46 - Hat sich nach einer Beschwerde etwas zum Positiven geändert? 47 - Respektieren die Mitarbeiter des Pflegedienstes ihre Privatsphäre? 48 - Sind die Mitarbeiter höflich und freundlich? 49 - Sind Sie mit den hauswirtschaftlichen Leistungen des Pflegedienstes zufrieden?

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