Ankommen und Weiterkommen: Bildungswege nach der Flucht

March 27, 2017 | Author: Lucas Fuchs | Category: N/A
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Ankommen und Weiterkommen: Bildungswege nach der Flucht Iman Ziaudin, Isa Lange Universität Hildesheim 22. Oktober 2015, Aachen Kommunalkongress 2015 der Konrad-Adenauer-Stiftung

»Geld und Dinge kann dir jeder nehmen. Einen Bleistift – deine Kenntnisse – kann dir niemand nehmen.« Iman Ziaudin

»Hundert mal Nein. Ein Ja kann dein Leben verändern.« Iman Ziaudin

Bildungswege nach der Flucht Inhalt des Vortrags: 1. Wissenschaft kennt keine Grenzen 2. Bildungswege in Hildesheim: Das Schnupperstudium. Einblicke in die aktuelle Lage und Ausblick 3. Barrieren und wie man sie überwinden kann: 5 Thesen – Beispiele aus dem Alltag

Bildungswege nach der Flucht Wissenschaft kennt keine Grenzen

• »Ausländische Studierende und Wissenschaftler, Flüchtlinge und Asylsuchende sind in Hildesheim gleichermaßen willkommen. Für alle gilt die Wertordnung des Grundgesetzes.« (Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich)

• Gestaltungsspielraum der Stiftungsuniversität (seit 2003): neue Professuren und Studieninhalte (u.a. Deutsch als Zweitsprache, Diversity Education, Migrationspolitik, Sport-Bewegung-Gesundheit, Interkulturelle Kommunikation)

Bildungswege nach der Flucht Studium nach der Flucht:

• Welche Barrieren gibt es? Was können Universitäten tun? – Schnupperstudium – Gasthörerstudium – reguläres Studium

Bildungswege nach der Flucht Was ist das Schnupperstudium?

• »Beim Schnupperstudium müssen keinerlei Bedingungen erfüllt werden. Das Studium soll dabei helfen, die Studienstrukturen und andere Studierende kennen zu lernen, interessante Vorlesungen und Seminare zu besuchen und dabei die deutsche Sprache und Wissenschaftssprache zu lernen.« (Prof. Dr. Hannes Schammann, Junior-Prof. für Migrationspolitik)

• Wer nimmt teil?

Bildungswege nach der Flucht Wie funktioniert das Schnupperstudium?

• Studierende (»Anker-Peers«) begleiten die Studierenden mit Fluchterfahrung • Vermittlung von Tandem-Partnern • Organisationsstrukturen in der Universität • Zusammenarbeit mit Partnern in der Stadt wichtig (z.B. Asyl e.V., Volkshochschule, Ehrenamtliche)

Bildungswege nach der Flucht Barrieren und wie man sie überwinden kann Der Weg ins Studium: • Welche Barrieren gibt es? • Wie viel Energie wendet man auf, um sie zu überwinden? • Wie kann man Barrieren abbauen und Bildungschancen ermöglichen? 5 Thesen – Beispiele aus dem Alltag in Hildesheim

Bildungswege nach der Flucht

Barriere 1:

Der Ort

Bildungswege nach der Flucht Barriere 1: Der Ort  Man geht nicht einfach in die Uni.  »Im Flüchtlingsheim sind 100 Frauen, die denken, sie können die Uni nicht erreichen. Das ist nicht so, versucht es weiter, lernt.« (Iman)

 kann man überwinden  einladen, abholen, begleiten  gute Zusammenarbeit und Abstimmung mit Partnern in der Stadt (Asyl e.V., Ehrenamtliche, Stadtverkehr)

Bildungswege nach der Flucht

Barriere 2:

Die Sprache

Bildungswege nach der Flucht

 kann man überwinden

Sprachtandem

Bildungswege nach der Flucht Barriere 2: Die Sprache  Reguläres Studium: Nachweis Deutscher Sprachkenntnisse (C1-Niveau)  »Ich gehe jede Woche in die Uni, obwohl ich die Sprache noch nicht perfekt spreche. Ich verstehe zwar nicht alles, aber ich bin trotzdem da.« (Moussa)

 kann man überwinden  Sprachlernen und Inhalte kombinieren: während der Sprachkurse parallel die Uni-Vorlesung besuchen  Sprachtandem

Bildungswege nach der Flucht

Barriere 3:

Die Menschen

Bildungswege nach der Flucht

 kann man überwinden

gemeinsames Grillfest

Bildungswege nach der Flucht

 kann man überwinden

Sport und Musik

Bildungswege nach der Flucht

Barriere 4:

Das Geld

Bildungswege nach der Flucht Barriere 4: Das Geld  Ein reguläres Studium kostet Geld  BAföG

 kann man überwinden, man braucht aber Unterstützer  Stipendien  Schnupper- und Gasthörerstudium sind kostenfrei  für Mobilität sorgen (Stadtverkehr unterstützt Uni)

Bildungswege nach der Flucht

Barriere 5:

Die Zeit

»Warten, warten, warten. Wenn ich nicht in der Uni bin, dann bin ich zu Hause. Das ist sehr, sehr langweilig. Ich möchte gerne jeden Tag beschäftigt sein. Ich möchte lernen. Ich liebe die Umwelt und Natur.« Moussa Ibrahim, 33, lebt seit fast 2 Jahren in Norddeutschland, geht seit April 2015 zur Universität Hildesheim. In der Vorlesung »Umwelttechnik« lernt er ab Oktober z.B., wie Deutschland die Energiewende umsetzt.

Bildungswege nach der Flucht Barriere 5: Die Zeit  Leben in Ungewissheit, Isolation  »Ich möchte nicht sitzen und zu Hause warten und schlafen – das ist für alle Flüchtlinge ein Problem. In meinem Dorf gibt es einen Treff, aber es kommen kaum deutsche Leute. Es ist zu spät, wenn ich mit 33 noch Jahre warten muss. Ich möchte jetzt lernen.« (Moussa)  kann man überwinden  gemeinsame Aktivitäten: lernen, musizieren, Fahrrad fahren, Fußball spielen, Theater spielen, kochen

Bildungswege nach der Flucht

Ausblick

Die Zukunft

Bildungswege nach der Flucht

»Let‘s help refugees thrive, not just survive« Melissa Fleming, Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR

Bildungswege nach der Flucht Sie haben Fragen? Ideen? Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen. Kontakt Iman Ziaudin: E-Mail: [email protected] Kontakt Isa Lange: E-Mail: [email protected] Twitter: @stadtmaulwurf | #UninachFlucht www.uni-hildesheim.de alle Fotos in diesem Vortrag: Isa Lange/Uni Hildesheim, 2015

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