Abschlussarbeit zum Thema Flucht und Asyl

February 19, 2017 | Author: Kristina Schuler | Category: N/A
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Abschlussarbeit zum Thema „Flucht und Asyl“

PS Globales Lernen im Geographie- und Wirtschaftskundeunterricht SS 2o11 Mag. Dr. Ingrid Schwarz

Katja Bintinger 0304569 A 190 344 456

PS Globales Lernen im Geographie- und Wirtschaftskundeunterricht Mag. Dr. Ingrid Schwarz SS 2011

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Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung……………………………………………….3 2. Globales Lernen als offenes Konzept…………………..3 3. Verankerung des Themas im Lehrplan…………………5 4. Unterrichtsplanung zum Thema………………………...6 5. Didaktische Überlegungen…………………………….14 6. Literaturverzeichnis…………………………………....17 7. Anhang: Verwendete Unterrichtsmaterialien………….19

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1. Einleitung Diese Arbeit wurde im Rahmen des PS Globales Lernen im Geographie- und Wirtschaftskundeunterricht im Sommersemester 2011 am Institut für Geographie der Universität Wien verfasst. Die Aufgabenstellung lautet eine Unterrichtsplanung zum Bereich des Globalen Lernens zu erstellen und die Themenauswahl blieb offen, das heißt, dass man sich selbst für einen Themenbereich, der zu Globalen Lernen passt, entscheiden konnte. Die Auswahl fiel mir dabei nicht leicht, da ich während des Proseminars erfahren durfte, dass der Bereich des Globalen Lernens eine große Bandbreite an unterschiedlichen Themengebieten umfasst und ich vieles davon sehr interessant finde. Dennoch musste ich eine Entscheidung treffen, bevor ich mit der Planung der Unterrichtseinheiten beginnen konnte und daher versuchte ich ein Thema zu wählen, das ich in meiner bisherigen Universitäts-Laufbahn noch nicht bearbeitet habe, und deshalb eine neue Herausforderung für mich darstellte. Daher fiel meine Entscheidung auf den Themenblock „Migration“, der aber sehr umfassend ist. Daher möchte ich mich im Detail mit dem Thema der Flucht und dem Asyl beschäftigen, da dieses Thema allgegenwärtig ist. Wir werden nicht nur in den Medien damit tagtäglich konfrontiert, sondern auch im unmittelbaren sozialen Umfeld wie die eigene Familie, in der Schule oder auch in der „peer-group“. Am Beginn der Arbeit steht eine kurze thematische Einleitung, die versucht den Begriff des Globalen Lernens zu klären, da dieser die Grundlage für sowohl das Proseminar als auch die Proseminararbeit darstellt. Danach folgt eine Verankerung des Themas im Lehrplan des Faches

Geographie-

und

Wirtschaftskunde.

Anschließend

befindet

sich

die

Unterrichtsplanung, die der Hauptteil der Arbeit ist. Hier wird auf Lernziele eingegangen und die Unterrichtsplanung wird mittels kurzen darstellenden Texten genauer erläutert. Nach der Unterrichtsplanung befindet sich ein Kapitel zu didaktischen Überlegungen und nach einer Liste der für die Erstellung des Unterrichtskonzepts verwendeten Literatur, befindet sich im Anhang das verwendete Unterrichtsmaterial.

2. Globales Lernen als offenes Konzept Bevor ich mich nun meiner Unterrichtsplanung zum Thema „Flucht und Asyl“ widme, möchte ich näher auf den Begriff des Globalen Lernens eingehen, da dieser sowohl im Proseminar als auch in dieser Arbeit im Zentrum steht. Der Beitrag von Neda Forghani-Arani mit dem Titel „Globales Lernen. Was? Warum? Wozu? Wie?“ in einer Ausgabe der 3

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Zeitschriftenreihe „Informationen zur politischen Bildung“ mit dem Titel „Globales Lernen – Politische Bildung“ ist meiner Meinung nach für die Begriffsklärung geeignet und wird daher von mir als Basis herangezogen. Laut Forghani-Arani (2005, S.5) kann Globales Lernen als „ein Sammelbegriff für alle pädagogischen Ansätze, die sich auf den Prozess der Globalisierung beziehen“ angesehen werden. Schon wie der Titel dieses Kapitel verrät ist Globales Lernen kein einheitlich definierter und festumrissener pädagogischer Begriff, „sondern vielmehr ein offenes, vorläufiges, facettenreiches Konzept zeitgemäßer und zukunftsorientierter Allgemeinbildung“ (5). Das bedeutet, dass der Begriff des Globalen Lernens vielseitig und nicht eindeutig ist und es keine Definition gibt, die allgemein akzeptiert ist. Dennoch gibt es bestimmte Merkmale, die die Ansätze des Globalen Lernens gemein haben, die hier auch genannt werden sollten. Globales Lernen soll dazu dienen, dass eine „Entwicklung im menschlichen Bewusstsein hinsichtlich

global

verträglicher

und

global

verantwortlicher

Denkstrukturen,

Wertvorstellungen und Lernformen“ (6) stattfindet. Globales Lernen soll also dazu führen, dass Kinder und Jugendliche mit Fähigkeiten und Kenntnissen ausgestattet werden, „die sie zur Bewältigung ihrer Aufgaben

in

einer

globalisierten,

vernetzten,

komplexen,

unüberschaubaren Weltgesellschaft“ (6) benötigen. Es soll eine Vermittlung von sogenannten Schlüsselqualifikationen stattfinden, die die jungen Menschen von heute dazu befähigt mit den Bedingungen des aktuellen globalen Zeitalters umzugehen und verschiedenste Herausforderungen, die an sie gestellt werden, zu bewältigen. In der heutigen Zeit einer globalisierten Welt ist es so, dass neue Ansprüche an die Erziehung gestellt werden. Globalisierung führt zu einem Verschwimmen der Grenzen und das Globale ist dadurch geprägt, dass eine zunehmende Komplexität der Realität vorhanden ist. Globales Lernen will nun von den Problemen der heutigen Gesellschaft Lernaufgaben ableiten, dennoch sollte von einer sogenannten Katastrophenpädagogik abgesehen werden, denn diese ist kontraproduktiv. Globales Lernen sollte „darauf ausgerichtet sein, eine Pädagogik von ‚Empowerment’ und Befähigung zu sein“ (7). Der Mensch und seine Umwelt sollten daher im Mittelpunkt stehen. Globales Lernen dient also dazu, dass eine „Förderung mündiger, verantwortungsbewusster und mitgestaltungsfähiger WeltbürgerInnen“ (8) stattfindet. Wie schon vorher erwähnt, steht der Erwerb von sogenannten Schlüsselqualifikationen im Vordergrund. Es sollen „elementare Fähigkeiten, die den Lernenden ermöglichen, sich zusätzliche Kenntnisse und Qualifikationen 4

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selbstständig und situationsgerecht anzueignen“ (8) erworben werden und nicht auf schnell vergängliches

und

veralterndes

Schlüsselqualifikationen

lassen

Wissen sich

gesetzt

werden.

Konfliktfähigkeit,

Als

Globale

Beispiele

solcher

Sichtweisen

und

Solidaritätsfähigkeit nennen. In Hinblick darauf, wie die Inhalte des Globalen Lernens vermittelt werden sollten, also den Methoden des Globalen Lernens, ist hervorzuheben, dass der Begriff „global“ doppeldeutig zu sehen ist, denn er „bezieht sich sowohl auf die Bildungsperspektive als auch auf die Methoden des Lehrens und Lernens: ‚global’ bedeutet zugleich ‚weltweit’ und ‚ganzheitlich’“ (9). Die Methoden, die zur Vermittlung der Inhalte verwendet werden, sollten „ganzheitliche, interdisziplinäre, partizipatorische und handlungsorientierte Lernmethoden“ (9) sein. (vgl. Forghani-Arani, 2005, S. 5-10)

3. Verankerung des Themas im Lehrplan Das Thema „Migration“ bzw. „Flucht und Asyl“ das den Inhalt des hier vorgestellten Unterrichtskonzepts bestimmt, ist im vor allem im Lehrplan der AHS-Oberstufe, also der Sekundarstufe II, verankert. Nun folgt ein Auszug des Lehrplans, um die Verankerung des Themas im Lehrplan zu verdeutlichen: 5. und 6. Klasse: Die soziale, ökonomisch und ökologisch begrenzte Welt Bevölkerung und Gesellschaft -

Ursachen und Auswirkungen der räumliche und sozialen Mobilität in verschiedenen Gesellschaften erkennen

Vielfalt und Einheit – Das neue Europa Konvergenzen und Divergenzen europäischer Gesellschaften -

Erkennen, dass sich Europa zum Einwanderungskontinent entwickelt hat

7. Klasse: Österreich – Raum – Gesellschaft – Wirtschaft Demographische Entwicklung und gesellschaftspolitische Implikationen -

Die Lebenssituation ausgewählter Bevölkerungsgruppen vor dem Hintergrund des Phänomens „Fremdsein“ analysieren und bewerten können

(vgl. http://www.bmukk.gv.at/medienpool/11858/lp_neu_ahs_06.pdf)

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Nicht nur im GWK-Lehrplan der AHS Oberstufe ist das Thema vertreten, sondern auch in den allgemeinen Bildungszielen der AHS-Oberstufe, die als Anhang zum Fachlehrplan erhältlich sind. Hier wird vor allem hervorgehoben, dass „Akzeptanz, Respekt und gegenseitige Achtung […] wichtige Erziehungsziele“ sind, „insbesondere im Rahmen des interkulturellen Lernens“ (Allgemeine Bildungsziele der AHS-Oberstufe, S. 1-2) (vgl. http://www.bmukk.gv.at/medienpool/11668/11668.pdf)

Außerdem findet man das Thema auch in anderen Lehrplänen der Sekundarstufe II wieder, wie zum Beispiel im Geographie bzw. Wirtschaftsgeographie Lehrplan der HAK, wo es Teil der Bevölkerungsgeographie ist. Im HTL Lehrplan ist das Thema der Migration bzw. Flucht und Asyl im 1. Lernjahr verankert. (vgl. http://www.demokratiezentrum.org/fileadmin/media/pdf/MOT_Ecker_Lehrplananbindung.pdf)

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass auch Spuren des Themas der Migration bzw. der Flucht und des Asyls in der AHS-Unterstufe, also der Sekundarstufe II, sichtbar sind. Hier ist dies vor allem in der 4.Klasse der Fall, wo es im Lehrplan explizit das Thema „Leben in einer vielfältigen Welt“ gibt, wo als Lernziel folgendes definiert ist: „Bereitschaft anbahnen, sich mit ‚dem Anderen’ vorurteilsfrei auseinander zu setzen“ (Lehrplan der AHS-Unterstufe für Geographie und Wirtschaftskunde, S.5). (vgl. http://www.bmukk.gv.at/medienpool/784/ahs9.pdf)

Aufgrund meiner Recherchen der Verankerung im GWK-Lehrplan habe ich mich dazu entschieden ein Unterrichtskonzept für die Oberstufe der AHS, also der Sekundarstufe II zu erstellen, genauer für die 6. Klasse AHS. Bestimmt ist dieses Unterrichtskonzept auch in anderen Formen der Sekundarstufe II anwendbar (HAK und HTL), wenn vielleicht auch in abgeänderter Form.

4. Unterrichtsplanung zum Thema Dieses Kapitel stellt den Hauptteil dieser Proseminararbeit dar, da es das Unterrichtskonzept vorstellt. Zuerst werden die Lernziele meiner Unterrichtsplanung geklärt und danach wird das von mir gestaltete Unterrichtskonzept mittels kurzen erklärenden Texten dargestellt. Bevor ich nun genauer auf mein Unterrichtskonzept eingehe, möchte ich hervorheben, dass dieses Unterrichtskonzept als Teil des Themengebiets „Migration“ angesehen werden kann

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und ich daher voraussetze, dass das Thema der Migration im Unterricht schon behandelt wurde bzw. noch behandelt wird. Wie ich schon in der Einleitung zu dieser Arbeit erwähnt habe, habe ich mich für das Thema „Flucht und Asyl“ aus zwei Gründen entschieden. Der erste, und wichtigere Grund, ist, dass es ein sehr aktuelles Thema ist und es ein gesellschaftliches Problem ist, das sich im Zuge des Globalisierungsprozesses ergibt. Die SchülerInnen sind tagtäglich mit dem Thema der Flucht und des Asyls und den damit im Zusammenhang stehenden Widersprüchlichkeiten und Wertsetzungen konfrontiert. Wichtig ist, dass die SchülerInnen einen eigenen Standpunkt zu diesem Thema entwickeln und sich dessen bewusst sind, dass sie auch Verantwortung für diesen Standpunkt übernehmen müssen. Der zweite Grund ist jener, dass ich mich im Laufe meines Studiums noch nicht näher mit dem Thema auseinandergesetzt habe und ich es daher spannend finde, etwas für mich ganz Neues für den Unterricht aufzubereiten. Im Folgenden werde ich auf die Lernziele des Unterrichtskonzepts genauer eingehen. Die Lernziele kann man in drei unterschiedliche Gruppen unterteilen, nämlich jene Lernziele, die sich auf das Fachliche beziehen. Zweitens die Lernziele, die sich auf die Methodenkompetenz beziehen. Und drittens, Lernziele, die die soziale Kompetenz schulen. Im Folgenden werde ich auf alle Lernziele eingehen, aber sie nicht explizit in die Gruppen unterteilen. Die Lernziele für die Unterrichtseinheit lauten wie folgt: 

Wissen, wer ein Flüchtling ist und wer Recht auf Asyl hat



Fluchtgründe nennen können



Hilfsorganisationen zum Thema Flucht und Asyl und deren Hauptaufgabengebiete kennen



Flüchtlingsströme kennen (Hauptherkunfts- und Zielländer)



Einsicht, dass viele Flüchtlinge in Entwicklungsländern bleiben (Flucht in Nachbarländer)



Ausdrücken von Meinungen und Untermauern mit begründeten Argumenten üben



Sachliche Informationen lesen und verstehen können



Intention von Autoren bzw. Zielrichtungen von Statistiken erkennen können



Lesen von Statistiken/Grafiken üben



Umgang mit dem Internet schulen (besonders das Durchführen einer Rechercheaufgabe)



Erkennen von wichtigen Informationen in Texten und Abwägen gegenüber unwichtigen Informationen üben



Arbeit mit Karikaturen schulen



Stärken der sozialen Kompetenz mittels Gruppenarbeiten

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Solidaritätsgefühl für Flüchtlinge wecken



Sich in die Lage von Flüchtlingen versetzen können



Eigene Vorstellungen zum Themenbereich kritisch hinterfragen

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Nun folgt der Aufbau meines Unterrichtskonzepts. Vorweg muss gesagt werden, dass es sich um einen Stationenbetrieb handelt, da es die Eigenheit des Globalen Lernens mehr oder weniger vorgibt, denn um die Zielsetzungen des Globalen Lernens zu realisieren, ist es notwendig eine methodische Vielfalt anzuwenden. Diese Vielfalt ist dadurch gekennzeichnet, dass kooperative Unterrichtsformen, selbstständiges Lernen und auch Selbsterfahrung im Vordergrund stehen. Dadurch gibt es mehrere Unterrichtsformen die für das Globale Lernen geeignet sind, wie unter anderem Arbeiten mit Kleingruppen, Planspiele, Lernzirkel oder auch Lernen an Stationen. Für letzteres habe ich mich entschieden, weil der Stationenbetrieb eine handlungsorientierte Form des Lernens ist. (vgl. Forghani-Arani, 2005, S. 5-10)

Als Unterrichtseinstieg zum Thema „Flucht und Asyl“ habe ich mich für eine Aktivität entschieden, die sich „Kartenabfrage“ nennt. Bei dieser Aktivität wird der folgende Halbsatz an die Tafel geschrieben: „Wenn ich an Flucht und Asyl denke, denke ich an …“. Die SchülerInnen werden dann in Kleingruppen eingeteilt und sollen ihre Gedanken auf kleine Kärtchen schreiben. Diese werden dann an der Tafel gesammelt und eventuell gruppiert (falls eine Gruppierung möglich ist). Dies dient nur als Einstieg in das Thema und es stellt eine Orientierung und Einstimmung der SchülerInnen auf das Thema dar. (vgl. Methodenpaket von Global Action Schools)

Bevor dann mit dem Stationenbetrieb begonnen wird, sollen die SchülerInnen noch ein Arbeitsblatt mit dem Titel „Wer ist Flüchtling?“ bearbeiten. Dies wird auch als Basis für den Stationenbetrieb verwendet, da es klärt, wer ein Flüchtling ist. Die Aufgabe der SchülerInnen besteht darin, dass sie zu dem Thema „Flüchtlinge“ auf der Homepage der UNHCR recherchieren und mit Hilfe der Website Fragen beantworten sollen. Dieses Arbeitsblatt kann auch als Vorentlastung gesehen werden. Danach folgt ein Stationenbetrieb mit folgenden Stationen (Stationen 1 bis 10 sind Pflichtstationen): 

Station 1: Lebensgrundlagen



Station 2: Fluchtgründe



Station 3: Sachinformationen 8

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Station 4: Das Recht auf Asyl (rechtliche Grundlagen)



Station 5: Internetrecherche



Station 6: Karikaturen



Station 7: Flüchtlingsströme



Station 8: Einzelschicksale



Station 9 als Wahlstation: Fotos



Station 10 als Wahlstation: Spiel – „Reise in die Sicherheit“

Ich möchte hervorheben, dass der Stationenbetrieb vor allem mit Hilfe der zwei Unterrichtsmaterialsammlungen „Unterrichtsmaterial zum Thema Flüchtlinge“ von der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie und der Materialsammlung mit dem Titel „Globales Lernen.

Flüchtlinge“

zusammengestellt

wurde.

Diese

zwei

Sammlungen

von

Unterrichtsmaterial sind sehr hilfreich und bieten noch viel mehr Material zu diesem Thema, das in diesem Unterrichtskonzept nicht verarbeitet wurde. Station 1: Lebensgrundlagen Diese Station dient dazu, um den SchülerInnen zu zeigen, dass Menschen, die aufgrund verschiedenster Ursachen aus ihrer Heimat fliehen müssen, oft nicht genügend Zeit haben, sich genau zu überlegen, was sie mitnehmen möchten. Großes Gepäck ist ohnehin nicht möglich und mittels dieser Station sollen sich die SchülerInnen mit Fragen wie „Was ist mir wirklich wichtig im Leben?“ und „Auf welche Dinge könnte ich leicht verzichten, was würde mir schwer fallen?“ auseinandersetzen. Dieser Fragebogen soll an der Station individuell ausgefüllt werden. Nachdem der Stationenbetrieb beendet ist, wird das Ergebnis der Klasse an einem Plakat gesammelt. Auch die Fragen, die sich am Ende des Fragebogens befinden sollen dann im Plenum diskutiert werden. Ziel ist es, dass sich SchülerInnen mit den oben genannten Fragen beschäftigen und ihre Meinung ausdrücken und auch mit begründeten Argumenten untermauern können. Station 2: Fluchtgründe Bei dieser Station sind zwei Aufgaben zu erledigen: die erste Aufgabe besteht darin, dass sich die SchülerInnen selbst fragen, was für sie persönlich ein Grund wäre, aus der Heimat zu fliehen. Die SchülerInnen sollen sich so mit der Frage auseinandersetzen, welchen Hintergrund Flüchtlinge haben und was sie dazu veranlassen könnte, die Heimat zu verlassen. Hier soll auch die persönliche Ebene angesprochen werden, da sich SchülerInnen in die Lage versetzen sollen, was für sie Fluchtgründe wären. Die Gründe sollen auf Kärtchen 9

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geschrieben werden (2 bis 3 Gründe) und diese dann an eine nicht einsehbare Pinnwand gepinnt werden. Der Grund dafür, dass die Pinnwand nicht einsehbar ist, ist, dass die SchülerInnen selbst Überlegungen anstellen und sich mit dem Thema beschäftigen und nicht Gründe von ihren Klassenkameraden übernehmen sollen. Die zweite Aufgabe ist ein Arbeitsblatt zum Thema „Gründe für eine Flucht“, das von den SchülerInnen bearbeitet wird. Station 3: Sachinformationen Es gibt eine Fülle von ganz unterschiedlichen Informationen zum Thema Flüchtlinge. In dieser Materialsammlung von Sachinformationen befinden sich ganz unterschiedliche Arten von Informationen: Statistiken/Grafiken, Zeitungsberichte und auch Veröffentlichungen von einigen Hilfsorganisationen. Die SchülerInnen sollen mittels dieser Materialsammlung einen Einblick über die Berichterstattung über dieses Thema erlangen, auch wenn die Sammlung natürlich nicht vollständig sein kann. Das Ziel ist es, dass die SchülerInnen sachliche Informationen lesen und verstehen können, auch unter Berücksichtigung der jeweiligen Quelle. Es sollte auch die Intention des Autors bzw. die Zielrichtung von Statistiken erkannt werden. Die Aufgabe der SchülerInnen besteht darin, sich einen Überblick über die unterschiedlichen Informationen zu schaffen und dann zwei Texte durchzulesen und anhand dieser das Arbeitsblatt auszufüllen. Station 4: Das Recht auf Asyl (rechtliche Grundlagen) Bei dieser Station soll die Frage geklärt werden, wer tatsächlich Recht auf Asyl hat. Die Gesetze sind zwar in jedem Land unterschiedlich, aber allen zugrunde liegt ein verbindliches Völkerrecht: Das Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge von 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) sowie Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Das Ziel bei dieser Station ist, dass sich die SchülerInnen mit der grundlegenden Frage auseinandersetzen,

wovon

es

abhängt,

ob

ein

Flüchtling

gemäß

der

Genfer

Flüchtlingskonvention und Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte Asyl bekommen sollte oder nicht. Aktuelle Gesetzgebungen werden bei dieser Station nicht berücksichtig, da dies zu komplex wäre. Bei dieser Station liegen mehrere Fälle von Menschen auf, die geflüchtet sind, und die SchülerInnen sollen als Mitarbeiter der UNHCR entscheiden, wer tatsächlich ein Flüchtling ist und daher Anrecht auf Asyl hat. Wenn die SchülerInnen alleine arbeiten, sollen sie drei Fälle bearbeiten. In Teams müssen alle fünf Fälle bearbeitet werden. Die Lösungen liegen an der Station auf.

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Station 5: Internetrecherche Im Zusammenhang mit dem Thema „Flucht und Asyl“ tauchen in den Medien immer wieder die verschiedensten Abkürzungen von Organisationen oder auch deren vollständiger Name auf. Den SchülerInnen ist oft nicht bewusst, was diese Organisationen wirklich machen. Bei dieser Station sollen 4er Gruppen gebildet werden (oder andere Gruppengrößen, abhängig von Klassengröße) und die SchülerInnen bearbeiten den Arbeitsauftrag in dieser Gruppe. Der Arbeitsauftrag besteht darin, dass die SchülerInnen sich mit Hilfsorganisationen näher beschäftigen, indem sie über eine am Arbeitsblatt genannte Hilfsorganisationen im Internet recherchieren. Anschließend werden die Informationen in der 4er Gruppe zusammengetragen. Weiters werden nach dem Stationenbetrieb auch im Klassenverband Informationen zu den Hilfsorganisationen zusammengetragen. Ziel dieser Station ist es, dass eine Aufarbeitung verschiedener Hilfsorganisationen stattfindet und SchülerInnen in Bezug auf dieses Thema nicht mehr unwissend sind, wenn sie in den Medien auf die Begriffe stoßen. Station 6: Karikaturen Karikaturen sind eine besondere Form der Illustration und sie können ein Kommentar oder Anstoß, aber auch eine Provokation sein. Karikaturen haben den Vorteil, dass sie einen direkten, nonverbalen Zugang bieten, dass komplexe Zusammenhänge in nur einem einzigen Bild umgesetzt werden und dass sie einen Impuls zum Nachdenken bieten. Das Ziel dieser Station ist, dass die SchülerInnen erkennen, dass Karikaturen subjektive Kommentare zu einem Thema/einem Zusammenhang sind. Weiters sollen sich die SchülerInnen auch mit anderen Standpunkten zu dem Thema auseinandersetzen, wenn die Karikatur etwas darstellt, wie sie es vielleicht nicht erwartet haben oder aus einem Blickwinkel, den sie nicht beachtet haben. Die SchülerInnen sollten auch dazu ermuntert werden, die eigenen Vorstellungen zum Themenbereich kritisch zu hinterfragen. Bei dieser Station befindet sich eine Karikatur, die mittels des SchülerInnen-Arbeitsblattes bearbeitet wird. (Wenn sich mehrere Karikaturen an der Station befinden, dann können sich die SchülerInnen eine aussuchen.) Station 7: Flüchtlingsströme Wenn man die Flüchtlingsströme weltweit betrachtet, fällt einem auf, dass die Menschen, die eine Grenze als Flüchtling überschreiten, in der Regel zunächst in ihre Nachbarländer ausweichen (vorausgesetzt die Bedingungen sind dort besser), um so bald wie möglich in ihre Heimat zurückkehren zu können. Das bedeutet, dass, im Verhältnis gesehen, die ärmeren Länder wesentlich mehr Flüchtlinge aufnehmen müssen als die reichen Industriestaaten. Dies bedeutet auch, dass die Flüchtlinge meist nicht von Anfang an das große Ziel „USA“ oder 11

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„Europa“ im Hinterkopf haben. Das Ziel bei dieser Station ist, dass die SchülerInnen eine bildnerische Auswertung einer Statistik durchführen können. Weiters sollen Sie erkennen, aus welchen Ländern Menschen fliehen und in welche Länder sie vorrangig wandern. Bei dieser Station sollen die SchülerInnen mithilfe des Materials, das sich an der Station befindet, das Arbeitsblatt ausfüllen. Station 8: Einzelschicksale Jeder Flüchtling hat eine Lebensgeschichte und hat sein eigenes Schicksal zu erzählen. Die Gefühle, die ein Flüchtling beim Verlassen seiner Heimat, seiner Familie und auch seiner Freunde empfindet, das kann man nur sehr schwer nachvollziehen. Bei dieser Station sollen SchülerInnen solch Schicksale von Flüchtlingen kennenlernen und erfahren, wie es Einzelnen auf der Flucht ergeht. Auch hier sollen SchülerInnen Gründe für die Flucht erfahren und es soll ein Solidaritätsgefühl geweckt werden. Aufgabe bei dieser Station ist sich das an der Station befindliche Material durchzulesen und dann mithilfe dessen das Arbeitsblatt zu bearbeiten. Diese Station kann auch im Team erledigt werden. Station 9 (Wahlstation): Fotos Bei dieser Station sind Fotos von Menschen in unterschiedlichen Krisen- und Lebenssituationen zu sehen: Menschen in Flüchtlingslagern, Einblicke in das Leben eines Asylanträgers oder Frauen und Kinder auf der Flucht. Die Aufgabe der SchülerInnen besteht darin, sich mit Hilfe der Bilder in eine andere Perspektive zu bewegen, das heißt, sich in die Situation der Menschen auf den Bildern zu versetzen. Die SchülerInnen sollten sich Fragen wie zum Beispiel „Was könnten sie gerade denken?“, „Wie sieht ihre Zukunft aus?“ oder „Wohin gehen sie?“ stellen und aus der Perspektive der Menschen am Foto einen Brief oder Tagebucheintrag, oder auch ein Gedicht, Rap etc. schreiben. Die Ergebnisse werden dann in einem Ordner, der sich an der Station befindet, gesammelt. Station 10 (Wahlstation): Spiel – „Reise in die Sicherheit“ Dieses Spiel zeichnet die Geschichte einer Flüchtlingsfamilie nach, die aus Somalia flüchtet. Mit diesem Spiel soll gezeigt werden, auf welche Schwierigkeiten die Flüchtlinge bei ihrer Reise in die Sicherheit stoßen können. Die SchülerInnen spielen das Spiel in 4er Gruppen und es dient als eine Art „Erholung“ zwischen den Stationen, hat aber auch einen Lerneffekt. Die hier dargestellte Unterrichtsplanung umfasst meiner Meinung nach rund 7 Unterrichtsstunden, abhängig von der Klasse (Leistungs- und Motivationsniveau, 12

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Klassengröße, Vorkenntnisse etc.) und auch davon, wie viel Zeit man in die Vorbereitung (Unterrichtseinstieg, Vorentlastung) und Nachbereitung bzw. Weiterführung des Themas investiert. In Hinblick auf die Nachbereitung/Weiterführung des Themas möchte ich folgende Möglichkeiten nennen: 

Weiterführung

mit

dem

Thema

„Asyl

in

Österreich“



Wie

leben

Flüchtlinge/AsylwerberInnen in Österreich? Wie ist das Asylverfahren in Österreich? 

Weiterführung mit dem Thema „Lösungen für das Flüchtlingsproblem?!“ – Gibt es Lösungen? Wenn ja, welche?



Abschluss des Themas mittels eines Films



Online-Spiel: „Last Exit Flucht“



„Insel des Friedens“



Erforderliche Nachbesprechung einiger Stationen (an Stationen ausdrücklich erwähnt)

Auf die einzelnen Punkte möchte ich nun noch kurz eingehen. In Hinblick auf „Asyl in Österreich“ könnte man einen Lehrausgang planen, wie zum Beispiel den Lehrausgang „Besuch in einem Flüchtlingshaus“, der vom Diakonie Patchwork Institut in Wien angeboten wird. Oder weiters gibt es auch einen Workshop von dem genannten Institut, der „Stationen einer Flucht“ heißt, der sich auch unter anderem mit dem österreichischen Asylverfahren und Aufnahmebedingungen in Österreich beschäftigt. Bezüglich des Themas „Lösungen für das Flüchtlingsproblem?!“ kann in der Klasse eine Diskussion zu diesem Thema geführt werden. Die SchülerInnen überlegen sich in Kleingruppen, was ihrer Meinung nach dazu beitragen könnte, dass Menschen nicht zur Flucht gezwungen werden. Dies wird dann im Plenum zusammengetragen und der Lehrer/die Lehrerin kann bei Problemen auch Denkanstöße mit in die Diskussion bringen. Dies könnte auch mittels eines Stimmungsbarometers durchgeführt werden, indem der Lehrer/die Lehrerin Diskussionspunkte äußert (Aussagen zum Thema) und die SchülerInnen sagen sollen, ob sie den Aussagen zustimmen, nur zum Teil zustimmen oder überhaupt nicht zustimmen. Außerdem könnte man das Thema damit abschließen, indem ein Film gezeigt und mittels Arbeitsmaterialien bearbeitet wird. Dieser Film könnte der Dokumentationsfilm „Little Alien“ sein, für den es viel begleitendes Unterrichtsmaterial gibt, oder auch ein Kurzfilm von der UNHCR, der sich auf der DVD „Flüchtlinge schützen. 2009/10“ befindet. 13

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Weiters gibt es auch das Online-Spiel „Last Exit Flucht“, bei dem die SchülerInnen den Weg eines jungen Menschen nachvollziehen, der vor Unterdrückung aus seinem Heimatland flieht und in einem anderen Land neu anfängt. Es gibt bei diesem Spiel auch eine Sammlung von Hintergrundtexten und kurzen Filmbeiträgen. Zu finden ist dieses Spiel auf der Website: www.lastexitflucht.org. (vgl. KONKRET, 04/2007: Flucht und Asyl)

Es gibt auch die Möglichkeit eine Aktivität durchzuführen, die sich „Insel des Friedens“ nennt. Hier werden Vierergruppen gebildet und jede Gruppe bekommt Utensilien zum Malen und einen Bogen Packpapier. Nachdem alles verteilt ist, bekommt jede Gruppe die erste Arbeitsanweisung: „Stellt euch vor, ihr musstet eure Heimat verlassen. Nun kommt ihr auf eine Insel. Man sagt, es sei die ‚Insel des Friedens’. Wie könnte eine solche Insel aussehen? Wie leben die Menschen dort zusammen? Malt nicht sofort gleichzeitig los, sondern verständigt euch zunächst darüber, was auf eurer Insel einen Platz bekommt und wie ihr dies darstellen wollt. Ihr habt 20 Minuten Zeit.“ Wenn alle ungefähr 10 Minuten am Malen sind, erhält jede Gruppe die zweite Arbeitsanweisung: „Nun seid ihr schon 10 Minuten am Malen…Diskutiert, ob ihr eine Verbindung zum ‚normalen’ Festland wollt? Haltet ihr es für nötig, eure Insel abzusichern?“. Als Abschluss dieser Aktivität werden die Bilder und Überlegungen dazu vorgestellt. Wichtig ist bei dieser Aktivität vor allem die Diskussionsphase, da die SchülerInnen erleben, wie schwierig es sein kann, sich zu einigen, Vorstellungen auszutauschen und Kompromisse zu finden. (vgl. Gerz, 2006, Insel des Friedens)

Abschließend muss auch eine Nachbesprechung der Stationen, wie zum Beispiel das Vergleichen von Ergebnissen, stattfinden, da dies fast genauso wichtig wie der Stationenbetrieb selbst ist. Unklarheiten müssen aus der Welt geschaffen werden und dies ist die Zeit, wo SchülerInnen Fragen zum Thema im Klassenplenum stellen können.

5. Didaktische Überlegungen In diesem letzten Kapitel befinden sich noch didaktische Überlegungen zu meinem Unterrichtskonzept. 

Arbeitsformen

Bei den Stationen ist nicht nur eine Art der Arbeitsform gefragt, sondern es gibt Stationen, wo SchülerInnen alleine arbeiten sollen, dann wieder Stationen, wo PartnerInnenarbeit gefragt 14

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ist und zuletzt auch Stationen, die Gruppenarbeiten vorsehen. Das Arbeiten in Gruppen oder mit einem Partner/einer Partnerin dienen dazu, dass die soziale Kompetenz gestärkt wird und auch andere Meinungen zu einem Thema kennengelernt werden. Dies kann eine Bereicherung für ein Arbeitsergebnis darstellen. Andererseits sollen SchülerInnen auch die Möglichkeit haben, Aufgaben alleine zu erledigen, um ihnen zu zeigen, dass sie auch alleine Aufgaben lösen können. Zu erwähnen ist auch, dass manche SchülerInnen die Arbeit alleine bevorzugen. Dennoch muss man sie langsam daran gewöhnen, dass auch ein Arbeiten in einem Team möglich sein muss, da dies auch eine Kompetenz ist, die in der Berufswelt gefragt ist. 

Bearbeiten von Texten

In diesem Unterrichtskonzept wird auch ein Bearbeiten von Texten erfordert. Die SchülerInnen sollen so trainiert werden, die wichtigsten Inhalte eines Textes herauszufiltern. Diese Fähigkeit ist meiner Meinung nach heutzutage sehr gefragt, da SchülerInnen mit einer großen Anzahl von Texten tagtäglich konfrontiert sind. Auch das Lesen von Karikaturen stellt eine wichtige Fähigkeit dar und dies wird auch in dieser Unterrichtsplanung geübt. 

Vielfältige Medien

Die Verwendung von verschiedensten Medien, wie zum Beispiel das Internet, Karten oder auch Statistiken/Grafiken, führt dazu, dass eine Abwechslung gegeben ist. Weiters haben die SchülerInnen auch die Möglichkeit die Fertigkeiten im Umgang mit den vielfältigen Medien zu trainieren. 

Spiel

Das Lernen anhand eines Spiels finde ich persönlich immer als Bereicherung für den Unterricht, da die SchülerInnen im Allgemeinen sehr gerne Spiele spielen, es nicht explizit als Lernen erleben und dennoch viel Inhalte bzw. Erlerntes aus einem Spiel mitnehmen können. Weiters können sie Erkenntnisse mit etwas selbst Erlebtem verknüpfen und daher verfestigt es sich, meiner Ansicht nach, besser im Gehirn. 

SchülerInnenorientierung

Die SchülerInnenorientierung bei diesem Unterrichtskonzept besteht darin, dass die SchülerInnen tagtäglich mit diesem Thema konfrontiert sind. Es wird in den Medien darüber berichtet und vielleicht sind SchülerInnen auch in ihrem Lebensumfeld davon betroffen. Missverständnisse oder auch Vorurteile, die durch vielleicht falsche oder einseitige

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Berichterstattungen entstehen, sollten mittels des Unterrichtskonzepts abgebaut bzw. relativiert werden. 

Handlungsorientierung

In Hinblick auf die Handlungsorientierung lässt sich sagen, dass ein Stationenbetrieb handlungsorientiert

ist,

da

er

auf

die

Selbstaktivität

der

SchülerInnen

abzielt.

Handlungsorientierung umfasst drei Arten des Lernens: inhaltlich-fachlich, methodischstrategisch und sozial-kommunikativ. Alle drei Arten werden, meiner Meinung nach, in meinem Unterrichtskonzept angesprochen. Es gibt Inhalte, aber auch Methoden werden trainiert, wie zum Beispiel das Interpretieren von Karikaturen. Weiters werden die sozialen Kompetenzen mittels Gruppenarbeiten gefördert. Auch mehrere Sinne sollten angesprochen werden. Vor allem bei der Nachbereitung gibt es die Möglichkeit auch den visuellen Sinn mittels eines Films anzusprechen. Zum Abschluss dieser Arbeit möchte ich noch darauf verweisen, dass der von mir bearbeitete Themenbereich „Flucht und Asyl“ bei den SchülerInnen starke Emotionen wecken kann, da sie davon direkt betroffen sind, entweder weil sie selbst einen Flüchtlingshintergrund haben oder Flüchtlinge kennen oder weil sie in den Medien damit konfrontiert sind. Das Thema ist häufig ein Auslöser von heftigen Diskussionen und birgt auch Ängste, Vorurteile, Missverständnisse. Dies wird häufig durch ein Unwissen, Darstellungen in den Medien, die oft einseitig sind oder auch geschürter Fremdenfeindlichkeit verursacht. Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema sollte beachtet werden, dass eine eindeutige Trennung zwischen Fakten und Mythen vollzogen wird. Ein gutes Basiswissen ist hier für die Bearbeitung des Themas ausschlaggebend. Weiters möchte ich hervorheben, dass es wichtig ist die SchülerInnen dazu anzuhalten, ihre Diskussionen auf einer sachlichen Ebene zu führen und das Recht des anderen auf eine eigene Meinung zu respektieren. Fremdenfeindliche Äußerungen sollten im Unterricht keinen Platz finden bzw. sachlich entkräftet, aber nicht abgewertet, verdrängt oder ignoriert werden. Das Ziel dieser Unterrichtsplanung sollte vor allem sein, dass Vorurteile, die zuvor in den Köpfen von manchen SchülerInnen vorhanden waren, und auch diskriminierende Haltungen abgebaut werden. Außerdem sollen die SchülerInnen Hintergründe und Zusammenhänge verstehen und es soll eine Empathie für das „Fremde“ und Interesse für eines der wichtigsten Themen der heutigen Zeit geweckt werden. (vgl. KONKRET, 04/2007: Flucht und Asyl)

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6. Literatur 

Forghani-Arani, Neda. 2005. „Globales Lernen. Was? Warum? Wozu? Wie?“. In Diendorfer, Gertraud; Forghani, Neda (Hrsg.). Globales Lernen – Politische Bildung. Beiträge zu einer nachhaltigen Entwicklung. Innsbruck: Studien-Verlag, 5-10.

 Gerz, Monika. 2006. Unterrichtsmaterial zum Thema Flüchtlinge. Bensheim: Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie.

 Gneisz, Martin. 2011. Globales Lernen. Flüchtlinge. Kempen: BVK Buch Verlag Kempen GmbH.

 Herrmann, Alexander. 2007. „Lage der Flüchtlinge und Vertriebenen“. In Bundeszentrale für

politische

Bildung

(Hrsg.)

Informationen

zur

politischen

Bildung

297:

Menschenrechte. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung. 

Hoffmann, Thomas; Korby, Wilfried. 2008. TERRA global. Flucht und Migration. SII Arbeitsmaterial. Stuttgart: Ernst Klett Verlag GmbH.



Nußbaumer, Michael; Hladschik, Patricia; Wagner, Christoph. 2006. Polis Aktuell 2006/8. Flucht und Migration. Wien: Zentrum polis – Politik Lernen in der Schule. Online verfügbar

unter:

http://www.politik-lernen.at/site/gratisshop/shop.item/105663.html,

abgefragt am 06.09.2011 

Steindl, Mari; Helm, Barbara; Steininger, Gertraud et al. 2008. Interkultureller Dialog. Interkulturelles Lernen. Wien: Zentrum polis – Politik Lernen in der Schule.



Südwind Niederösterreich Süd. Global Action Schools. Methodenpaket zum Globalen Lernen.



Tiefenbacher, Erika. 2005. „Globales Lernen als integratives Lernkonzept. Theoretische und praktische Ansätze für die Umsetzung eines ganzheitlichen Lernmodells am Beispiel Migration“. In Diendorfer, Gertraud; Forghani, Neda (Hrsg.). Globales Lernen – Politische Bildung. Beiträge zu einer nachhaltigen Entwicklung. Innsbruck: StudienVerlag, 55-62.



Unterberger,

Silvia;

Schelander-Glaser,

Ruth;

Götsch,

Barbara

et

al.

2007.

Flüchtlingsschutz in Österreich. Materialien für den Unterricht, die Jugendarbeit und die Erwachsenenbildung. Wien/Salzburg: Edition Tandem. Internet: 

Allgemeine Bildungsziele der AHS-Oberstufe. Verfügbar von http://www.bmukk.gv.at/medienpool/11668/11668.pdf, abgefragt am 30.08.2011

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Amnesty International Österreich. Verfügbar von http://www.amnesty.at/, abgefragt am 08.09.2011



Diendorfer, Gertraud; Ecker, Irene; Pichler, Herbert u.a. 2010. Migration on Tour. Migration – ein Thema im Unterricht. Verfügbar von http://www.demokratiezentrum.org/fileadmin/media/pdf/MOT_Ecker_Lehrplananbindung.pdf,

abgefragt am 01.09.2011 

KONKRET. Wissen – Impulse – Medien. Das Dossier des österreichischen Jugendrotkreuzes zu humanitären Themen

unserer Zeit für LehrerInnen und

JugendgruppenleiterInnen. Nr.04/2007. Flucht und Asyl. Verfügbar von http://www.jugendrotkreuz.at/fileadmin/kat/konkret4_fluchtasyl_kl.pdf,

abgefragt

am

07.09.2011 

Lehrplan der AHS-Unterstufe für Geographie und Wirtschaftskunde. Verfügbar von http://www.bmukk.gv.at/medienpool/784/ahs9.pdf, abgefragt am 30.08.2011



Lehrplan der AHS-Oberstufe für Geographie und Wirtschaftskunde. Verfügbar von http://www.bmukk.gv.at/medienpool/11858/lp_neu_ahs_06.pdf, abgefragt am 30.08.2011



Pro Asyl. Der Einzelfall zählt. Verfügbar von http://www.proasyl.de/, abgefragt am 08.09.2011



Stumme Weltkarte vom Verlag Ed. Hölzel. Verfügbar von http://www.hoelzel.at/cms1/567.html?&no_cache=1&tx_commerce_pi1%5BshowUid%5 D=98&tx_commerce_pi1%5BcatUid%5D=80&cHash=2b86d59f3368dbc1864b55687cc3 9825, abgefragt am 10.09.2011



UNHCR. The UN Refugee Agency. Verfügbar von http://www.unhcr.at/, abgefragt am 08.09.2011



UNHCR Statistical Yearbook 2009. Verfügbar von http://www.unhcr.at/service/zahlen-und-statistiken.html?L=0, abgefragt am 01.09.2011



UNHCR Unterrichtsmaterialien. Verfügbar von http://www.unhcr.at/service/unterrichtsmaterialien.html, abgefragt am 08.09.2011



UNICEF. Verfügbar von http://www.unicef.at/, abgefragt am 08.09.2011

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7. Anhang: Verwendete Unterrichtsmaterialien Wer ist ein Flüchtling? Wer wird als Flüchtling bezeichnet? Wann ist man ein Flüchtling? Die Organisation der UNHRC gibt Antworten auf diese Fragen. Dies ist eine Organisation der UNO, die sich um Flüchtlinge kümmert. AUFGABE: Recherchiere auf der Seite der UNHCR und beantworte mit Hilfe der Homepage (www.unhcr.at) folgende Fragen: 1) Wer ist ein Flüchtling und welcher Schutz kann ihm gewährt werden? ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ 2) Welche Rechte und Pflichten hat ein Flüchtling? ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ 3) Wer entscheidet über die Anerkennung als Flüchtling? ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ 4) Wann darf ein Flüchtling abgeschoben werden? ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________

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5) Worin unterscheiden sich Flüchtlinge von Migranten? ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________

Stationenpass: Flucht und Asyl Stationen Station 1:

Arbeitsform

Art der Kontrolle

Einzelarbeit

Im Plenum

Einzelarbeit,

Im Plenum

Erledigt

Lebensgrundlagen Station 2: Fluchtgründe

zweiter Teil: auch Team möglich Station 3:

Einzelarbeit

LehrerIn

Station 4: Das Recht auf

Einzelarbeit oder

An der Station

Asyl (rechtliche

im Team (2 oder 3)

Sachinformationen

Grundlagen) Station 5:

Gruppenarbeit /

Internetrecherche

4 SchülerInnen

Station 6: Karikaturen

Einzelarbeit

Im Plenum / LehrerIn

Station 7:

Einzelarbeit

PartnerInnenkontrolle/

Flüchtlingsströme Station 8: Einzelschicksale

Station 9 (WAHL): Fotos

Im Plenum

im Plenum Einzelarbeit oder

PartnerInnenkontrolle/

im Team (2 oder 3)

im Plenum

Einzelarbeit

Keine (Ordner an Station zur Ablage)

Station 10 (WAHL): Spiel

Gruppenarbeit /

– „Reise in die Sicherheit“

4 SchülerInnen

Selbstkontrolle

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Station 1 – Lebensgrundlagen AUFGABE: Fülle den Fragebogen alleine aus: Entscheide spontan! Trage dann deine Entscheidungen mit Strichen in die Tabelle auf der Rückseite der Tafel ein. Hebe deinen Fragebogen für die Diskussion im Unterricht auf. Flüchtlinge müssen oft ungeplant und überstürzt aus ihrer Heimat fliehen. Dabei lassen sie viel zurück… Worauf könntest du verzichten? Bitte ankreuzen

Ja, klar

Vielleicht

Auf keinen Fall

Fahrrad Eigenes Zimmer Handy Computer/Laptop Fernseher Modische Kleidung Ins Kino gehen MP3-Player In Urlaub fahren Fotoapparat Eigene Bücher Gute Nahrungsmittel Kühlschrank Bücherei Fließendes Wasser Öffentliche Telefonzelle Heizung Freunde Treffpunkt mit anderen Schwimmbad Sportmöglichkeiten Schulbildung Zeugnisse Bei Entscheidungen, die mich betreffen, mitreden können

Was würde ich mitnehmen, wenn ich fliehen müsste? (die allerwichtigsten Dinge!!) ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Was würde mir am meisten fehlen? ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________

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Persönliche und materielle Entwurzelung – was bedeutet das deiner Meinung nach? ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________

Station 2 – Fluchtgründe AUFGABE 1: Überlege: Was wäre für dich persönlich ein Grund, aus deiner Heimat zu fliehen? Schreibe drei Gründe auf! Nimm für jeden Fluchtgrund eine Extra-Karte. Hefte sie an die Rückseite der Pinnwand. AUFGABE 2: Bearbeite folgende Arbeitsaufgaben.

Weshalb fliehen Menschen? Es gibt viele Gründe, warum Menschen aus ihrer Heimat fliehen. Aufgabenstellung: 1. Lies die einzelnen Texte. 2. Fülle die Mind-Map, die an dieser Station aufliegt, aus. Formuliere zunächst die Fluchtgründe und trage dann in Stichworten die Beispiele von Flüchtlingsschicksalen, die du kennst oder die du an einer anderen Station kennengelernt hast, in den Kasten „Beispiele“ ein. (a) Kriege Viele Menschen flüchten vor Kriegs- und Bürgerkriegsfolgen. Immer mehr Menschen, die mit den Kriegsgründen gar nichts zu tun haben, sondern nur im Kriegsgebiet wohnen, fliehen, weil sie um ihr Leben fürchten. (b) Politische Verfolgung Menschen fliehen, weil ihnen grundlegende Menschenrechte verweigert werden: Recht auf Leben, Recht auf Gesundheit, Recht auf Religionsausübung, Recht auf Meinungsfreiheit etc. Menschenrechtsverletzungen, nicht nur in Diktaturen, zwingen zur Flucht. Opfer sind in vielen Fällen ethnische (= einem Volk, einer kulturell eigenständigen Gemeinschaft angehörend) und/oder religiöse Minderheiten und die politische Opposition (= politische Gegner einer Regierung). Auch in vielen – dem Namen nach – demokratischen Staaten wird gefoltert. Die Organisation „Amnesty International“ veröffentlicht viele Fälle. (c) Zerstörte Umwelt „Umweltflüchtlinge“ nennt man die Menschen, die ihre Heimat verlassen, weil die Umwelt und damit zumindest tendenziell ihre Lebensgrundlage zerstört ist. Nach Schätzungen der UNEP (Umweltorganisation der UN) sind allein in den Subtropen/ im Tropengürtel fast eine Milliarde Menschen vom Verlust ihrer Lebensgrundlagen bedroht. Naturkatastrophen – auch solche, für die Menschen verantwortlich sind – zwingen in vielen Teilen der Welt Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen. Hierzu gehört auch die immer

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rücksichtslosere Ausbeutung der natürlichen Lebensvoraussetzungen, z.B. die Abholzung der Regenwälder, der wahllose Fischfang und die Veränderung des Weltklimas. (d) Arbeitssuche, Armut, Arbeitsmigranten In vielen Teilen der Welt versuchen Menschen, für sich Konsequenzen aus ihrer Lebenslage zu ziehen. Das ist kein Wunder bei offener und versteckter Arbeitslosigkeit von über 40% in vielen Ländern des Südems und globalen und regionalen Entwicklungsgefällen, die die Einkommen immer weiter auseinandergehen lassen. So gibt es Hochrechnungen, die davon sprechen, dass in den nächsten 20 Jahren mehr als 700 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden müssten, um die Nachfrage nach Arbeitsplätzen zu erfüllen. Viele Menschen stehen bei der Suche nach einem Land, das ihnen Arbeit bieten kann, vor den Türen Europas und Nordamerikas.

(Quelle: Gneisz, 2011. Globales Lernen. Flüchtlinge)

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Station 3 – Sachinformationen AUFGBABE: Verschaffe dir zunächst einen Überblick: Welche Informationen gibt es? Lies dir nun zwei Texte aufmerksam durch.  Was findest du besonders wichtig?  Was ist dir neu? Schreibe insgesamt 5 Gesichtspunkte auf das Arbeitsblatt (mit Begründung, warum du diese Informationen für wichtig empfindest) und hebe es auf. Diese Informationen finde ich besonders wichtig (auch Begründung!): 1.

2.

3.

4.

5.

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Materialien, die an der Station aufliegen (Beispiele): ITALIEN

Mehr als 1.600 Flüchtlinge auf Lampedusa eingetroffen 14. August 2011

Flüchtlinge in Lampedusa im Mai

Rund 2.100 Migranten befinden sich zur Zeit im Auffanglager

Rom - Auf der süditalienischen Insel Lampedusa sind erneut zahlreiche Flüchtlinge angekommen. Über 1.600 Menschen haben in zwei Tagen die Insel erreicht, der Flüchtlingsstrom scheint kein Ende zu nehmen. Die Migranten, die mehrheitlich aus Libyen abgefahren waren, trafen an Bord von insgesamt zehn Booten auf Lampedusa ein. Die ruhige See begünstigte die Überfahrt. An Bord der Boote befanden sich auch 200 Tunesier. "Ruhige See ist wie Autobahn" Die italienische Küstenwache berichtete am Sonntag, dass zumindest zwei weitere Flüchtlingsboote mit Hunderten von Migranten aus Nordafrika an Bord südlich von Lampedusa gesichtet worden seien. "Die ruhige See ist zu einer Autobahn für Flüchtlinge aus Afrika geworden", meinten Teams der italienischen Küstenwache am Sonntag. 2.100 Menschen im Lager Rund 2.100 Migranten befinden sich im Auffanglager von Lampedusa. Sie sollen in den kommenden Tagen mit Schiffen der italienischen Marien aufs Festland gebracht werden. Die italienische Regierung rechnet mit weiteren Ankünften in den kommenden Tagen. Die Regierung von Silvio Berlusconi hat inzwischen die Liste der Länder ausgedehnt, deren Bürger Italien aus humanitären Gründen Hilfe gewährt. Mehrere afrikanische Länder wurden in die Liste aufgenommen. Der Chef des italienischen Zivilschutzes, Franco Gabrielli, warnte, dass über zwölf Millionen Menschen in Somalia, Kenia und Uganda von der Hungersnot betroffen seien. "Das ist die größte humanitäre Krise der letzten 60 Jahre", warnte Gabrielli. In dieser schwierigen Situation müsse sich Italien auf die Aufnahme weiterer Migranten vorbereiten. (APA)

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Athen baut Graben gegen Flüchtlinge 04. August 2011

Flüchtlinge in einem der Flüchtlingscamps nahe dem Fluss Evros, wo jetzt ein Graben errichtet werden soll

Rund 120 Kilometer langer Graben soll Einwanderung via Türkei stoppen

Athen - Griechenland will mit dem Bau eines rund 120 Kilometer langen Grabens die illegale Migration aus der Türkei über den Grenzfluss Evros (türkisch: Meriç) stoppen. Der Bau des 30 Meter breiten und sieben Meter tiefen Grabens hat nach Angaben der Online-Ausgabe der Athener Zeitung To Vima bereits begonnen. Die Internetseite veröffentlichte am Donnerstag eine Karte mit dem Verlauf des Grabens entlang des Flusses auf der griechischen Seite. Die ersten 14,5 Kilometer seien bei der Ortschaft Orestiada ausgehoben worden. Der Graben soll auch militärischen Abwehrzwecken dienen, hieß es. Griechenland und die Türkei streiten sich seit Jahrzehnten um Hoheitsrechte. Nach offiziellen griechischen Angaben wurden 2010 rund 128.000 illegale Einwanderer registriert, in den vergangenen Jahren seien es über eine halbe Million gewesen. Ein Großteil der Migranten stammt aus Afrika und Asien. Der Evros gilt als "Schwachstelle" an der griechischen Grenze, die zugleich EU-Außengrenze ist. Immer wieder kommen Menschen bei dem Versuch, den Fluss zu durchqueren, ums Leben. Mauer stieß auf Kritik Der jetzt geplante Graben ist nicht der erste Abgrenzungsversuch, der für Aufregung sorgt. Anfang des Jahres präsentierte die Athener Regierung Pläne für eine Mauer beziehungsweise einen kilometerlangen, mit Bewegungsmeldern und Wärmebildkameras ausgestatteten Zaun entlang dem Grenzfluss Evros nahe den Städten Orestiada in Griechenland und Edirne in der Türkei. Von Jänner bis November 2010 wurden dort nach Behördenangaben 32.500 Einwanderer ohne Papiere festgenommen. Im November wurden mehr als 200 Wächter der EUGrenzschutzagentur Frontex in dem Gebiet stationiert.

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Die Reaktionen fielen entsprechend heftig aus. Im Land hagelte es von linksliberaler Seite Kritik an der "Mauer der Schande". Auch bei der EU stieß die Idee für einen anfangs über 200 Kilometer langen Grenzzaun auf Vorbehalte. "Zäune können nur eine kurzfristige Lösung sein, sie lösen nicht das Problem", hieß es damals aus dem Büro von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström. (APA)

SCHENGEN

Die Grenzen nach Südosteuropa bleiben noch bis 2012 zu THOMAS MAYER, 09. Juni 2011

Freie Fahrt von und nach Rumänien und Bulgarien gibt es auf der Straße frühestens im Jahr 2012. Die Grenzkontrollen auf Flughäfen dürften als erstes fallen, vielleicht vor Jahreswechsel.

EU-Innenminister wollen Öffnung zu Rumänien und Bulgarien nur schrittweise zulassen

Luxemburg - Bitte warten, wir treffen uns im September wieder zur anstehenden Entscheidung, ob Bulgarien und Rumänien den Beitritt zum Schengen-Raum vollziehen und damit die Grenzkontrollen zu den Nachbarländern in der Union aufheben können. Das wurde den beiden jüngsten Mitgliedsländern (Beitritt 2007) am Donnerstag beim Treffen der EU-Innenminister in Luxemburg beschieden. Geplant war die Grenzöffnung nach Südosteuropa ursprünglich bereits für Frühjahr dieses Jahres. Nun gilt als sicher, dass Rumänien und Bulgarien de facto kaum vor 2012 die Grenzstationen ganz abschaffen werden können. Deutschland und Frankreich haben ihre bisherige Blockade zwar abgeschwächt, aber die niederländische Regierung hat stattdessen angekündigt, dass sie ihr OK nicht vor Jahreswechsel geben will. Bedenken bei Korruption und Rechtsstaatlichkeit Auf Basis eines Berichts der EU-Kommission haben die Innenminister Rumänien und Bulgarien zwar einhellig bestätigt, dass sie die technischen und administrativen Voraussetzungen zur vollständigen Grenzöffnung zwar geschaffen hätten. Aber es gibt, vom deutschen Innenminister Hans-Peter Friedrich und dessen französischem Kollegen Claude Guéant in den Vordergrund gestellt, weiter Bedenken in Bezug auf die effiziente Bekämpfung von Korruption und zur Durchsetzung der Rechtsstaatlichkeit in diesen

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Ländern. Dazu soll die Kommission nun bis September einen neuen Bericht vorlegen, und dann werde im Kreis der Innenminister eine Entscheidung fallen. Österreichs Vertreterin Johanna Mikl-Leitner sagte in Luxemburg, sie wage nicht zu prognostizieren, ob es ein Ja schon im September geben könnte. Eine Lösung könnte sein, dass man sich auf eine "schrittweise Aufhebung" der rumänischen und bulgarischen Grenzen einigt. Der ungarische Ratspräsident Sándor Pintér erklärte in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström, ein Vorschlag laufe darauf hinaus, "zunächst die Flughäfen und später die See- und Landgrenzen zu öffnen". Dazu wird es, wie schon in einzelnen Fällen in der Vergangenheit, vermutlich kommen. Blockade bei Asylrecht Derzeit hat der Schengen-Raum 25 Mitgliedsländer, 22 davon aus der EU. Im Herbst soll Liechtenstein als Mitglied Nummer 26 die Grenzbalken abbauen. Keinerlei greifbare Fortschritte gab es in Luxemburg bei den angestrebten Reformen im Asyl- und Migrationsbereich wie auch bei der "Stärkung des Schengen-Systems" durch eine Anpassung der Regeln. Die Vorschläge Malmströms auf Einführung einheitlicher Standards im Asylrecht, wie das Recht auf Arbeit nach sechs Monaten Aufenthalt, wurden von Frankreich, Großbritannien und Deutschland, aber auch von Österreich abgelehnt. Was die Änderung von Schengen betrifft, soll die EU-Kommission bis Herbst wieder neue Vorschläge machen. Mikl-Leitner sagte, es sei aber schon heute klar, dass jedes Land sein Recht beibehalten wolle, über "anlassbezogene Grenzkontrollen" weiterhin autonom zu entscheiden. (Thomas Mayer aus Luxemburg, DER STANDARD, Printausgabe, 10.6.2011)

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(Quelle: Unterberger, Silvia; Schelander-Glaser Ruth; Götsch, Barbara et.al. 2007. Flüchtlingsschutz in Österreich. Materialien für den Unterricht, die Jugendarbeit und die Erwachsenenbildung. Wien/Salzburg: Edition Tandem.)

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(Quelle: Gerz, Monika. 2006. Unterrichtsmaterial zum Thema Flüchtlinge. Bensheim: Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie.)

Station 4 – Das Recht auf Asyl (rechtliche Grundlagen) AUFGABE: Stell dir vor, du wärst Mitarbeiter von UNHCR. Die folgenden Personen kommen zu dir und bitten um Schutz. Drei der Fälle sollst du bearbeiten! (Wenn ihr zu zweit oder dritt arbeitet, dann sollten alle Fälle bearbeitet werden!) Du musst nun entscheiden, ob sie Flüchtlinge sind oder nicht. Von deiner Entscheidung wird abhängen, ob ihnen Asyl gewährt wird oder ob sie in ihr Herkunftsland zurückkehren müssen. Begründe deine Entscheidung mit Bezug auf die Genfer Flüchtlingskonvention. Berücksichtige auf Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Beides liegt an der Station auf. 1) Herr H. Herr H., ein Bauer ohne feste politische Überzeugungen, gehört zu einer ethnischen Minderheit in Magnolia. Viele Mitglieder dieser Volksgruppe wollen ihren eigenen unabhängigen Staat. Um dies zu erreichen, bekämpfen Angehörige der Minderheit die Regierung mit Waffengewalt. Herr H. wurde aufgrund seiner ethnischen Herkunft von einigen seiner Nachbarn, die zur Mehrheit gehören, bedroht. Die örtliche Polizei stellte sich blind. Darüber hinaus wurde Herr H. auch von extremistischen Mitgliedern seiner eigenen Volksgruppe bedroht, die ihm vorwarfen, ihr Anliegen nicht zu unterstützen. Schließlich erhielt Herr H. einen Reisepass und verließ sein Herkunftsland. Er hat jetzt in Ruritania Asyl beantragt.

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2) Frau Q. In den letzten Jahren herrschte in Zania ein Militärregime. Das Parlament des Landes wurde aufgelöst, und alle Gesetze werden auf dem Verordnungswege erlassen. Im Rahmen eines ehrgeizigen Plans, allen arbeitsfähigen Männern einen Arbeitsplatz zu geben, hat die Regierung angeordnet, dass Frauen nicht mehr arbeiten gehen dürfen und im Haus bleiben müssen. Frauen, die sich dieser Anordnung widersetzen, werden streng bestraft. Frau Q., Ärztin, musste ihren Beruf aufgeben. Mit Hilfe einer Missionarin erhielt sie einen falschen Reisepass und konnte aus dem Land fliehen. Sie hat jetzt in Ruritania Asyl beantragt. 3) Herr C. Herr C. hat als Soldat in Magnolia 20 Kriegsgefangene hingerichtet. Er gibt an, nur die Befehle seines vorgesetzten Offiziers befolgt zu haben. Er sagt, er hätte Angst gehabt, bestraft zu werden, wenn er die Befehle nicht befolgt hätte. Eine Befehlsverweigerung kann mit Degradierung und sogar Arrest bestraft werden. Jetzt ist er voller Reue. Er befürchtet, zu einer langen Haftstrafe verurteilt zu werden, wenn er nach Magnolia zurückkehrt. Er hat Magnolia unerlaubt verlassen und hat jetzt in Ruritania Asyl beantragt. 4) Herr R. Als Mitglied einer Oppositionsgruppe in seinem Herkunftsland hat Herr R. an seiner Arbeitsstätte heimlich Flugblätter verteilt. Darin wurde zu einem Volksaufstand gegen das Regime aufgerufen. Er wurde entdeckt, verhaftet und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Im Gefängnis wurde er wiederholt von Mitarbeitern der Regierung gefoltert. Nach zwei Jahren konnte er entkommen. Bei seinem Ausbruch verletzte er jedoch einen Gefängniswärter, der bei dem Vorfall eine bleibende Lähmung davontrug. Nach einer langen und komplizierten Flucht konnte Herr R. sein Herkunftsland verlassen und in Ruritania Asyl beantragen. 5) Frau F. Frau F. hat die Staatsangehörigkeit von Magnolia. Sie ist vor drei Monaten ernsthaft erkrankt. Ihr Arzt ist überzeugt, dass sie nur noch ein paar Monate zu leben hat. Ihre einzige Hoffnung ist ein neues, aber sehr teures Medikament. Frau F. ist arm. Zudem hat die Regierung von Magnolia die kostenlosen Leistungen im Gesundheitswesen gestrichen. Alle Bürger müssen jetzt die Kosten für ihre medizinische Versorgung vollständig selbst tragen. Frau F. wird sich die Behandlung, die sie zum Überleben benötigt, nie leisten können. Im benachbarten Ruritania wird das Gesundheitswesen jedoch nach wie vor von der Regierung subventioniert. Wenn Frau F. die Einreise nach Ruritania gestattet wird, braucht sie ihre Behandlung nicht zu bezahlen. Unterstützt von einer Freundin reist Frau F. an die Grenze von Ruritania und beantragt die Anerkennung als Flüchtling. Sie behauptet, dass sie nicht überleben wird, wenn sie in Magnolia bleibt.

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Material, das sich an der Station befindet:

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Auflösungen:

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Station 5 – Internetrecherche AUFGABE: Bildet Gruppen mit je 4 Leuten! Recherchiert im Internet die Bedeutung und Funktion folgender Institutionen: 1) Amnesty International 2) UNHCR 3) Pro Asyl 4) UNICEF Benennt stichwortartig die Hauptschwerpunkte ihrer Arbeit. Stellt den anderen Mitgliedern der Gruppe die von euch recherchierte Organisation kurz vor, damit diese ihr Arbeitsblatt ausfüllen können. Diskutiert dann, ob diese Institutionen notwendig sind und begründet eure Meinung anhand konkreter Beispiele.

Hilfsorganisationen zum Thema Flucht und Asyl Von mir recherchierte Organisation: Organisation: _______________________________________________________________ Internetadresse: ____________________________________________________________ Hauptschwerpunkte ihrer Arbeit: ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Welche Projekte gibt es? ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Seit wann gibt es die Organisation? ___________________________________________________________________________ 34

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Von meinen Gruppenmitgliedern recherchierte Organisationen: Organisation: _______________________________________________________________ Internetadresse: ____________________________________________________________ Hauptschwerpunkte ihrer Arbeit: ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Welche Projekte gibt es? ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________

Seit wann gibt es die Organisation? ___________________________________________________________________________

Organisation: _______________________________________________________________ Internetadresse: ____________________________________________________________ Hauptschwerpunkte ihrer Arbeit: ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________

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Welche Projekte gibt es? ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Seit wann gibt es die Organisation? ___________________________________________________________________________

Organisation: _______________________________________________________________ Internetadresse: ____________________________________________________________ Hauptschwerpunkte ihrer Arbeit: ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Welche Projekte gibt es? ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Seit wann gibt es die Organisation? ___________________________________________________________________________

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Station 6 – Karikaturen AUFGABE: Schau dir die Karikatur genau an. Nimm ein Arbeitsblatt und fülle es aus. Behalte dein Blatt für den Unterricht. 1. Was ist dein Eindruck? Gefällt dir das Bild?

2. Beschreibe kurz die Karikatur. Was kann man sehen?

3. Verstehst du etwas nicht? Wenn ja, was?

4. Was will uns der Zeichner deiner Meinung nach mitteilen?

5. Was denkst DU über das Thema? Schreibe deine Meinung!

6. Gib dem Bild einen Untertitel!

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Karikaturen, die bei dieser Station aufliegen (Beispiele):

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(alle Karikaturen stammen aus der Quelle: Gerz, Monika. 2006. Unterrichtsmaterial zum Thema Flüchtlinge. Bensheim: Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie.)

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Station 7 – Flüchtlingsströme AUFGABE: Aus welchen Ländern fliehen Menschen? Sie dir die Tabelle genau an und bearbeite das Arbeitsblatt mithilfe des Materials an dieser Station. 1) Suche die Herkunftsländer auf der Weltkarte und markiere sie mit einer Farbe. Trage auch den Namen des Landes in die Karte ein. 2) Trage mit Pfeilen auf deiner Karte die Flüchtlingsströme vom Herkunftsland zu den Haupt-Asylländern ein. Trage auch die Namen der Asylländer in die Karte ein. 3) Was fällt dir auf? Begründe schriftlich! ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________

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Material, das an der Station aufliegt: Haupt-Herkunftsländer von Flüchtlingen im Jahr 2010 Herkunftsland

Hauptasylländer

Anzahl der Flüchtlinge

Afghanistan

1.Pakistan/2.Iran/3.Deutschland

2.887.100

Irak

1.Syrien/2.Jordanien/3.Libanon

1.785.200

Somalia

1.Kenia/2.Jemen /3.Äthiopien

678.300

1. Kongo/2. Tanzania/3.Ruanda

455.900

Myanmar

1.Bangladesh/2.Thailand/3.Malaysien

406.700

Kolumbien

1.Venezuela/2.Ecuador/3.USA

389.800

1.Tschad/2.Äthiopien/3.Uganda

368.200

1.China/2.Deutschland/3.Frankreich

339.300

Eritrea

1.Sudan/2.Äthiopien/3.Israel

209.200

Serbien

1.Deutschland/2.Montenegro/3.Frankreich

195.600

Dem. Rep. Kongo

Sudan Vietnam

Quelle: UNHCR Statistik 2009

Stumme Weltkarte, wie zum Beispiel von der Website vom Verlag Ed.Hölzel: www.hoelzel.at (unter Kopiervorlagen, Geographie- und Wirtschaftskunde, Erde)

Station 8 – Einzelschicksale Jeder Flüchtling hat eine Lebensgeschichte, ein eigenes Schicksal zu erzählen. Die Trauer beim Verlassen der Heimat, der Freunde und der Familie ist schwer nachzuvollziehen. Wie ergeht es Einzelnen auf der Flucht? AUFGABE: Lies dir zwei der Lebensgeschichten der Flüchtlinge durch. Beantworte folgende Fragen: 1. Welche Informationen gibt es über die Heimat der Personen? ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________

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________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ 2. Weshalb mussten die Personen ihre Heimat verlassen? ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ 3. Wie ist die Flucht verlaufen? Gab es Schwierigkeiten? Wenn ja, welche? ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ 4. Wie waren die ersten Eindrücke vom neuen Land? ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ 5. Wurden die Flüchtlinge bei ihrer Ankunft unterstützt? Wenn ja, von wem? ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ 6. Was haben die Flüchtlinge seit ihrer Ankunft gemacht? ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________

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7. Welche Hoffnungen haben die Flüchtlinge für die Zukunft? Unterscheiden sich die Hoffnungen der beiden Flüchtlingsgeschichten oder sind sie sich ähnlich? Wenn sie sich unterscheiden, worin tun sie dies? ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ 8. Vergleiche die Lebensgeschichten der beiden Flüchtlinge: Gibt es Unterschiede oder Ähnlichkeiten? Welche? ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________

Material, das sich an der Station befindet: Abdirazak Abdi Abdirazak ist 29 Jahre alt. Er ist verheiratet und hat drei kleine Töchter. Er wurde in Hargeisa, Somalia, geboren und lebt nun in Großbritannien. In Somalia führte er ein normales Leben. Sein Vater war Staatsbeamter bei der Post- und Fernmeldeverwaltung. Er kommt aus keinem reichen Haus. Als der Krieg in seiner Heimatstadt ausbrach, ging er noch zur Schule und machte gerade seine Abschlussprüfungen. 1988 begannen in der Stadt Kämpfe zwischen aufständischen Truppen der Somalischen Nationalbewegung und Regierungssoldaten. Seine Familie entschied nicht zu bleiben und sie zogen weg aus dem Stadtzentrum. Jeden Tag kamen Nachrichten, dass Verwandte von der Regierung umgebracht wurden oder dass jemand gefoltert oder verhaftet wurde. Sie wussten also, was sie erwartete, wenn sie blieben. Deshalb beschlossen sie, aus der Stadt Hargeisa wegzugehen. Viel konnten sie nicht mitnehmen, hauptsächlich Lebensmittel und leichte Kleidung. Abdirazak und seine Familie marschierten zwei Tage lang bis ins Heimatdort seiner Eltern und von dort verließen sie das Land. Sie kamen in ein Flüchtlingslager in Äthiopien, wo raue Bedingungen herrschten. Es gingen Krankheiten um und viele Kinder starben. Abdirazak suchte bei UNHCR um einen Reiseausweis für Flüchtlinge an und ging damit zur deutschen Botschaft in Äthiopien, wo er ein Visum bekam. Er blieb dann drei Monate in Deutschland, wollte aber weiter nach England, wo schon Familie von ihm lebte. Zuerst kaufte er sich einen

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kenianischen Pass, aber er wusste, dass dies nicht funktionieren würde. Danach lieh er sich einen Reiseausweis von einem anderen Freund, mit dem er dann nach England kam. Die Ankunft war hart, alles ging mit großer Kälte vor sich. Nach seiner Ankunft nahm er Kontakt mit Landsleuten auf und begann freiwilligen Sozialdienst in der Gemeinde zu leisten. Er lernte besser Englisch und er bekam Arbeit als zweisprachiger Unterrichtsassistent. Heute arbeitet er in einer Hilfsorganisation als Teilzeitmitarbeiter. Er hat eine Familie gegründet und hat seit sechs Jahren eine provisorische Aufenthaltsgenehmigung. Er hofft bald eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen und dann könnte er um die britische Staatsangehörigkeit ansuchen. Für die Zukunft wünscht sich Abdirazak in beiden Ländern, Somalia und Großbritannien, zu leben und reisen zu können, wann er will. Er möchte die Möglichkeit haben, freiwillig nach Somalia zurückzukehren. Anna Moradian Anna und ihre Familie leben nun als Flüchtlinge in Griechenland. Sie sind armenische Christen aus Teheran. Die Familie Moradian verließ mit anderen armenischen Christen den Iran. Anna war noch klein, als sie weggingen. Wie viele junge Flüchtlinge erinnert sie sich kaum noch an ihre Heimat. Anna berichtet, dass der Iran eine Gesellschaft mit vielen Beschränkungen war. Die Mädchen müssen den Tschador (er verhüllt das Gesicht und das Haar einer Frau) und einen dunklen Mantel tragen. Anna weiß nicht mehr genau, wann beschlossen wurde, fortzugehen. Ihre Eltern und ihre drei Geschwister hatten es wirklich sehr schwer, als sie nach Griechenland kamen. Sie konnten die Sprache nicht, aber zum Glück wurden sie am Flughafen von Freunden abgeholt. Daher fühlten sie sich nicht ganz verloren. Anna begann in der Schule Griechisch zu lernen und schloss sich langsam auch anderen Kindern an. Am Anfang gab es viel Streit und sie wurde oft ausgelacht. Dennoch fand sie bald Freunde und heute mag sie Griechenland sehr. Für ihre Eltern ist es aber schwer, denn sie beherrschen die Sprache nur sehr wenig. Daher ist es fast unmöglich für sie Arbeit zu finden. Zurzeit macht Anna einen Computerkurs und sie nimmt Englischunterricht. Sie hofft auf eine bessere Zukunft. In der Zukunft möchte Anna einen Job als Friseurin haben. Sie hat Heimweh nach ihren Verwandten und sie würde gerne nach Hause fahren, um ihre Verwandten zu besuchen. Dennoch möchte sie nicht im Iran bleiben, da sie nun Freiheit gewohnt ist. Indira Dimac Indira Dimac ist ein bosnisch-muslimischer Flüchtling und lebt heute in Schweden. Sie ist mit einem katholischen Kroaten aus Bosnien verheiratet. Sie haben zwei Kinder. In Bosnien war sie Ökonomin, nun macht sie eine Ausbildung als Kinderbetreuerin. Sie kommt aus Prijedor und dort führte sie ein völlig normales Leben. Niemand fragte, welcher Abstammung man war und es gab keine Probleme. Sie führten ein angenehmes Leben und konnten studieren. Sie konnten auch arbeiten und waren nie auf die Fürsorge angewiesen. Dann verloren sie aber ihre Arbeitsplätze wegen ihrer Volksgruppenzugehörigkeit. Als der Krieg begann wurde alles immer viel schlimmer und die zuvor guten serbischen Freunde wollten dann nichts mehr von ihnen wissen. Ihr Onkel, der in Deutschland lebt, schickte Indira und ihrer Familie Geld, sodass sie mit ihrem Mann und ihrem kleinen Kind fliehen konnte. Als sie nach Kroatien kamen, hatten sie kein bestimmtes Ziel – sie wollten einfach nur weg. Sie wussten zwar nichts über Schweden, kamen aber in das Land mit vielen anderen Flüchtlingen, mit dem Bus und dem Fährschiff. Zuerst glaubte Indira, sie würden nur kurze Zeit in Schweden bleiben und bald 44

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wieder nach Hause zurückkehren. Aber sie war froh, dass ihr Kind noch so klein war, so konnte es den Hass, der in ihrem Heimatland herrschte, nicht spüren. Am Anfang war es in Schweden sehr schwer für sie, da sie sich sehr einsam fühlte. Sie lebt sich nun aber sehr langsam in Schweden ein und sie hat sich um eine Ausbildungsstelle als Kinderbetreuerin bemüht. Sie sieht in Bosnien keine Zukunft mehr für sich und ihre Familie, kann sich aber nicht an den Gedanken gewöhnen, für immer ein Flüchtling zu sein. Eines Tages möchte Indira in Schweden nach der Arbeit nach Hause kommen können und sich zu Hause fühlen. Sie hofft, das die Menschen einander eines Tages besser verstehen. Rajmonda Merovci Rajmonda ist ethnische Albanerin aus dem Kosovo, einer serbischen Provinz. Sie ist 20 Jahre alt. Ihr Vater ist Arzt, ihre Mutter Krankenschwester. Rajmonda hat zwei Schwestern und einen Bruder. Sie führte ein glückliches Leben und hatte alles. Sie lebte in Kosovo, dort sind 90 Prozent der Bewohner Albaner und zehn Prozent Serben – sie haben unterschiedliche nationale Bindungen. Die Albaner wollten die Unabhängigkeit für das Kosovo, doch es wurden immer Menschen umgebracht. Dann nahmen sie den Menschen die Arbeitsplätze weg und auch der Schulbesuch in albanischen Schulen wurde verboten. Daher gründeten sie geheime Schulen. Vor zwei Jahren verließ Rajmonda mit ihrer Familie das Land und sie gingen nach London. Ihr Bruder wurde am Weg zur Universität von der Polizei bedroht. Als sie nach London kamen, wurden sie von Behörden stundenlang befragt. Rajmonda und ihre Familie fühlten sich wie Verbrecher behandelt. Nach der Ankunft wurden sie und ihre Familie in einem Studentenheim in London untergebracht. Am Anfang war sie meistens alleine. Nun stellt sie aber fest, dass sie sich langsam einlebt. Sie versucht sich anzupassen, aber für ihre Eltern ist die Anpassung sehr schwer. Es ist schwer für sie Englisch zu lernen. Sie empfangen das albanische Fernsehen über Satellit und sie lesen täglich die albanische Zeitung. Für Rajmonda ist es schwer, ihren englischen Freunden zu vermitteln, wie es sich anfühlt, einen Krieg zu erleben. Sie hat ihre albanischen Freunde, die das Gleiche erlebt haben. Sie und ihre Familie versuchen nun, sich ein neues Leben in London aufzubauen. Rajmonda fühlt sich zu Hundert Prozent als Albanerin, obwohl sie gleichzeitig versucht sich einzuleben. Ihr Traum ist es einen Beruf zu haben und nach Hause zurückzukehren. Ilhan Karatepe Ilhan Karatepe war Journalist in der Türkei. Nun lebt er in London. Er wurde vor kurzem als Flüchtling anerkannt. 1978 wurde in der Türkei das Kriegsrecht ausgerufen und verschiedene politische Organisationen wurden vom Militär aufgelöst. Es war auch verboten, bestimmte Zeitungen zu lesen. Ilhan studierte zu dieser Zeit in Ankara und wurde nach einer Demonstration im Jahr 1979 erstmals festgenommen. Er wurde einen Monat lang in einem Militärgefängnis festgehalten. Kurz danach wurde er wegen Besitzes verbotener Schriften erneut festgenommen. Diesmal war er neun Monate in Haft. 1980 kam der Militärputsch in der Türkei und seine Zeitung wurde verboten. Damals wurde er zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. 1993 wurde Ilhan nochmals festgenommen und gefoltert. Er plante seine Flucht und es wurde ein 50 Meter langer Tunnel gegraben, das dauerte sechs Monate. Nach der Flucht versteckte er sich mit Hilfe seiner Freunde für längere Zeit in der Türkei. Aber irgendwann musste er weg und Schlepper schmuggelten ihn außer Landes. In einem Lastwagen versteckt wurde Ilhan quer durch Europa gebracht. Da er illegal nach London gekommen war, hatte er keinen Anspruch auf Sozialhilfe. Er musste sich von Freunden Geld leihen und hat heute viel Schulden, die er langsam zurückzahlt. Er wurde 45

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aber ziemlich schnell als Flüchtling anerkannt, da er von der Ärztestiftung für die Betreuung von Folteropfern unterstützt wird. Im Moment lernt er Englisch. Ilhan hätte die Türkei niemals verlassen, wenn ihn sein Gesundheitszustand nicht dazu gezwungen hätte. Sein Herz ist nach wie vor in der Türkei. Quang Bui Quang ist ein junger Mann aus Vietnam. Er kam 1990 mit seinen Eltern nach Schweden zu seinem älteren Bruder, der 1984 als Elfjähriger allein hierher gekommen war. Quang studiert Betriebsund Volkswirtschaft und lernt Schwedisch und Englisch. Er hat nur noch vage Erinnerung an den Krieg in Vietnam. Nachdem der südliche Teil Vietnams unter kommunistische Herrschaft geriet, versuchten viele, in kleinen Booten zu fliehen. Sein Bruder war einer von ihnen und er wurde von einem vorbeifahrenden schwedischen Schiff gerettet. Später wurde eine Vereinbarung zwischen der schwedischen und der vietnamesischen Regierung getroffen, sodass die Familien nachkommen konnten. Als Quang Schweden zum ersten Mal sag, war alles so fremd. Quang lebt heute sehr gerne in Schweden, aber am Anfang war er sehr schwierig für ihn, denn die anderen Kinder machten sich über ihn und seine vietnamesischen Freunde lustig. Heute fühlt er sich in seiner Schule wohl und ist mit allen befreundet. Dennoch besucht er häufig ein Lokal, wo man Karaoke auf Vietnamesisch singen und vietnamesisch essen kann. In Zukunft möchte Quang in Schweden leben und er hofft eine Arbeit in der Wirtschaft. Rizgar Mohammed Quadir Rizgar Mohammed Quadir ist ein irakischer Kurde, der heute in Griechenland lebt. Er ist verheiratet und hat ein Kind. Bevor er nach Griechenland kam arbeitete er für eine nichtstaatliche Organisation für Wiederaufbau, die zerstörte Dörfer in Kurdistan instand setzte. Sie hatten viel zu tun, da die irakische Armee über 4.500 kurdische Dörfer und mehr als 25 größere Städte zerstört hatte. Es musste viel aufgebaut werden, damit die Bauern in ihre Dörfer zurückkehren konnten. Seine Tätigkeit stand aber im Widerstand zur Politik der Regierung. Seine Arbeit war also gefährlich. Es gab Drohungen und viele versuchten, sie zu töten. Sie deponierten eine Bombe in ihrem Büro und schossen auf deren Autos. Schließlich musste Rizgar Mohammed Kurdistan verlassen. Er verließ Kurdistan illegal und es war sehr gefährlich. Er musste mehrere Grenzen illegal überschreiten. Er hatte einen falschen Pass und große Angst festgenommen zu werden, denn dann wäre alles aus gewesen. Er beschloss mit dem Schiff nach Griechenland zu gelangen. Sie waren zehn Leute und die Überfahrt mit dem kleinen Boot war sehr gefährlich. Als er das erste Mal die griechische Fahne sah, glaubte er, in Sicherheit zu sein. Doch das erste Mal wurde er abgeschoben. Er versuchte es nochmals und da hatte er Erfolg. Rizgar möchte, dass seine Familie nachkommt. Er möchte in Zukunft ein normales Mitglied dieser Gesellschaft sein, sich wie in seiner zweiten Heimat fühlen. Er will ein normaler Mensch sein, so wie jeder andere Flüchtling auch. (Quelle: UNHCR Unterrichtsmaterialien. Verfügbar von http://www.unhcr.at/service/unterrichtsmaterialien.html )

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Station 9 (Wahlstation) – Fotos AUFGABE: Schau dir alle Fotos an. Wähle ein Foto aus (lass es bitte an der Wand hängen). Versetze dich in eine Person auf dem Foto. Schreibe aus ihrer Perspektive einen Brief oder einen Tagebucheintrag, vielleicht auch ein Gedicht oder einen Rap. Lege dein Werk in den Ordner, der sich an der Station befindet.

Fotos, die sich an der Station befinden (Beispiele dafür): Mutter mit Kind im Kosovo (2000)

Bosnische Flüchtlinge in Serbien (1992)

Afghanische Mutter sucht ihren Sohn 47

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Vertriebene Kroaten bei der Rückkehr in ihre zerstörten Häuser (1992)

Bosnische Flüchtlinge in Kroatien Ruandische Flüchtlinge in Zaire

Familien-Schlafzimmer im Asylantenheim in Deutschland

Quelle der Fotos: Gerz, Monika. 2006. Unterrichtsmaterial zum Thema Flüchtlinge. Bensheim: Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie.

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Station 10 (Wahlstation) – Spiel: „Reise in die Sicherheit“ Dieses Spiel zeichnet die Geschichte einer Flüchtlingsfamilie nach, die aus Somalia flüchtet. AUFGABE: Bildet 4er Gruppen und jeder der Vier übernimmt eine der folgenden Rollen in der somalischen Familie:    

Omar Hassan Abdullah – ein 40-jähriger somalischer Vater Amina Hakim Jama – eine 38-jährige somalische Mutter Mohammed Omar Hassan – ein 17-jähriger somalischer Junge, deren Sohn Aysha Omar Hassan – ein 15-jähriges somalisches Mädchen, deren Tochter

Die Familie lebt in Mogadischu, Somalia, doch ihr Haus wurde bei den Kampfhandlungen beschädigt, deshalb wollen sie flüchten. Bevor Ihr mit dem eigentlichen Spiel beginnen könnt, müssen alle Familienmitglieder zehn Dinge aufschreiben, die sie mit auf die Reise nehmen wollen. Es soll sich dabei um Gegenstände handeln, die man leicht mitnehmen kann. Ihr müsst eine Sechs würfeln, um mit dem Spiel beginnen zu können. Nach dem Spiel macht euch Gedanken zu den folgenden Fragen und notiert euch Antworten in Stichworten:  Was war der gefährlichste Teil der Reise?  Was war der am wenigsten gefährliche Teil?  Was hast du bei dem Spiel über die Erfahrungen von Flüchtlingen gelernt?

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Material, das an der Station aufliegt: Chance-Karten für das Spiel

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Spielbrett (fürs Einscannen zweigeteilt):

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(Quelle: UNHCR Unterrichtsmaterialien. Verfügbar von http://www.unhcr.at/service/unterrichtsmaterialien.html)

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