63. Kongress der DGMKG Mai 2013 in Essen

September 19, 2016 | Author: Emil Bruhn | Category: N/A
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63. Kongress der DGMKG 22. – 25. Mai 2013 in Essen Was bringen virtuelle Planungen für die Umsetzung komplexer kraniomaxillofazialer Korrekturen – ein Erfahrungsbericht Dr. Dr. Nicolai Adolphs, PD Dr. Hannes Haberl, Weichen Liu, Prof. Dr. Erwin Keeve, Dr. Dr. Horst Menneking, Prof. Dr. Dr. Bodo Hoffmeister Charité Universitätsmedizin Berlin, Deutschland

Einleitung: Die Planung komplexer kraniofazialer Korrekturen erfordert häufig die Herstellung individueller 3DModelle, was sowohl mit apparativem als auch mit finanziellem Aufwand einhergeht. Moderne Softwareapplikationen erlauben zunehmend realistische OP-Simulationen, wodurch die Modellherstellung möglicherweise reduziert werden könnte. Inwiefern dies eine plausible Option darstellt, sollte anhand verschiedener kraniomaxillofazialer Anwendungen überprüft werden. Material & Methode: Seit 2006 erfolgten bei ausgewählten Kasuistiken zusätzlich zur herkömmlichen Modellherstellung auf der Basis von Dicom Datensätzen virtuelle Simulationen kraniomaxillofazialer Verlagerungen durch kommerzielle Software (Fa. Materialise). Anhand einiger typischer Fallbeispiele (Sekundärkorrektur bei posttraumatischem Dish-Face, frontofaziales Advancement durch interne Distraktoren bei ApertSyndrom, Hypertelorismuskorrektur bei frontonasaler Dysplasie) werden „workflow“ von Planung und operativer Umsetzung demonstriert. Ergebnisse: In allen Fällen ergänzten sich die Informationen aus Modell und Simulation sinnvoll. Die Simulationen stimmten gut mit den entsprechenden operativen Resultaten überein. Wesentlicher Vorteil der virtuellen Methode ist die Möglichkeit, relativ einfach unterschiedliche Varianten durchzuspielen, um abschätzen zu können, wieviel knöcherne Strecke verlagert werden muß, um einen sichtbaren Effekt zu erzielen. Für den Transfer der Planung bieten sich durch Softwarehersteller gefertigte chirurgische Schablonen („Cutting Guides“) an. Echte Modelle bieten aufgrund ihrer Anschaulichkeit und ihrer einfachen Handhabung jedoch einen Vorteil. Zusammenfassung: Die Kombination aus 3D-Modell und virtueller Simulation wirkt bei komplexen kraniomaxillofazialen Korrekturen synergistisch. Der damit verbundene Mehraufwand läßt sich durch verbesserte Planungs, Aufklärungs- und Dokumentationsoptionen rechtfertigen.

Hinweis: Die Daten, insbesondere die Autorennennung, Institute und Orte, wurden so übernommen, wie bei der Einreichung der Abstracts von den Autoren angegeben.

63. Kongress der DGMKG 22. – 25. Mai 2013 in Essen Stellenwert der Distraktionsosteogenese zur Rekonstruktion von skelettalen Defiziten des Schädels – eine klinische Einschätzung nach 10-jährigem Einsatz der Technik Dr. Dr. Nicolai Adolphs, Nicole Ernst, Dr. Dr. Horst Menneking, Prof. Dr. Dr. Bodo Hoffmeister Charité Universitätsmedizin Berlin, Deutschland

Einleitung: Primär zur Extremitätenverlängerung entwickelt, wird die Distraktionsosteogenese (DO) im Bereich des kraniomaxillofazialen Skelettsystems vor allem bei extremen Varianten des Schädelaufbaus eingesetzt, um kongenitale oder erworbene Defizite auszugleichen. Entscheidender Effekt der Methode ist die ortsständige, schrittweise Generation von Knochen sowie die Expansion der umgebenden Weichgewebe ohne zusätzliche Entnahmemorbidität. Nach initialer Euphorie über die Möglichkeiten der Technik ist der Indikationsbereich aus MKG-chirurgischer Sicht zwischenzeitlich enger geworden. Material und Methoden: Es erfolgte eine retrospektive Analyse aller seit 2003 mittels DO therapierter Patienten, um eine Einschätzung der Technik hinsichtlich ihres Stellenwertes im eigenen Patientengut vornehmen zu können. Anhand klinischer Erfahrungen wird ein Überblick über den Einsatz der Technik im Bereich des Schädels unter Berücksichtigung aktueller Planungsverfahren gegeben. Ergebnisse: 64 Patienten mit sehr heterogener Charakteristik wurden in dem 10-jährigen Beobachtungszeitraum mittels DO therapiert, was einem Anteil von 0,05) zwischen HÄS- und non-HÄS-Gruppe in Altersund Geschlechtsverteilung (medianes Alter HÄS-Gruppe: 57,0 Jahre, non-HÄS-Gruppe: 58,0 Jahre; HÄS: m=67,3%/w=32,8%, non-HÄS: m=64,2%/w=35,8%), Entnahmeort (Scapula 42,3 zu 33,9%, Radialis 44,3 zu 54,1%, Oberarm 3,5 zu 1,8%, Latissimus 5,3 zu 3,7%, Fibula 4,5 zu 5,5%, andere 0,3 zu 0,9%) und Grunderkrankung (Tumoren 82,5 zu 89,0%, Zysten 0,5 zu 0,9%, Knochennekrosen 5,0 zu 4,6%, Fehlbildungen 2,0 zu 0,9%, Traumata 1,0 zu 0,0%, sonstige 9,0 zu 4,6%). In beiden Gruppe zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der Komplikations- (13,8 zu 14,7% kleinere Komplikationen, 9,3 zu 10,1% Revisions-OPs) und Lappenverlustrate (4,5 zu 4,6%). Zusammenfassung: Durch den perioperativen Verzicht auf die Hämodilution mittels 500 ml 10%igem HÄS zeigt sich weder in der Komplikations- noch in der Lappenverlustrate ein signifikanter Unterschied. Den potentiellen unerwünschten Wirkungen des HÄS steht somit kein Vorteil in der Einheilung gegenüber.

Hinweis: Die Daten, insbesondere die Autorennennung, Institute und Orte, wurden so übernommen, wie bei der Einreichung der Abstracts von den Autoren angegeben.

63. Kongress der DGMKG 22. – 25. Mai 2013 in Essen Mikrochirurgische Rekonstruktion der Mandibula beim Oculo-Aurikulo-Vertebralen Syndrom (Goldenhar Syndrom) Dr. Rolf-Dieter Bader, Dr. Dr. Gregor Franziskus Raschke, Christina Dietze, Prof. Dr. Dr. Stefan Schultze-Mosgau Universitätsklinikum Jena, Deutschland

Einleitung und Fragestellung: Das Goldenhar-Syndrom wird trotz einer Inzidenz von 1:5600 aufgrund hoher Symptomausprägungsvarianz häufig nicht erkannt. Die Pathogenese ist weitgehend ungeklärt. Die Auswirkungen können Auge, Ohr, Unterkiefer, muskuloskeletales System und innere Organe betreffen. Durch das seltene Auftreten starker Ausprägungen finden sich in der Literatur zumeist Einzelfallbeschreibungen. Wir berichten über 4 Patienten im Alter von 2 bis 27 Jahren, bei denen der Unterkiefer mittels mikrochirurgischem Knochentransfer primär bzw. sekundär rekonstruiert wurde. Material und Methode: Zwei 5-jährige Patientinen wurden mit Mikrognathie und resultierender Einengung des airwayspaces sowie permanenter Tracheotomie vorstellig. Eine 2-jährige Patientin wurde mit Mikrognathie, resultierender Einengung des airwayspaces ohne Tracheotomie vorstellig. Eine 27-jährige Patientin wurde mit Mikrognathie im Zustand nach alloplastischer Hartgewebsaugmentation mittels Bioverit mit Komplikationen und Weichgewebdefizit der Wange vorstellig. Bei allen Patientinnen wurde eine Rekonstruktion mittels mikrochirurgischem Knochentransfer (2 Fibulae, 2 Scapulae) durchgeführt. Die Durchgängigkeit der Anastomosen wurde dopplersonographisch untersucht. Die resultierenden Knochenveränderungen wurden radiologisch kontrolliert. Das ästhetische Ergebnis wurde anhand der prä- und postoperativ Fotodokumentation beurteilt. Ergebnisse: In allen Fällen war eine Rekonstruktion des Unterkiefers möglich. Die Durchgängigkeit der Anastomosen wurde dopplersonographisch gesichert. Kaufunktion und Atmung konnten weitestgehend normalisiert werden. Eine Harmonisierung der Weichteile wurde in allen Fällen erreicht. Schlussfolgerung: Das geschilderte chirurgische Konzept ermöglicht eine volumenstabile Rekonstruktion des Unterkiefers sowie der Weichteile mit körpereigenem Gewebe und stellt somit eine Möglichkeit zur plastischen Rekonstruktion der Mandibula mit vaskularisiertem Gewebe dar.

Hinweis: Die Daten, insbesondere die Autorennennung, Institute und Orte, wurden so übernommen, wie bei der Einreichung der Abstracts von den Autoren angegeben.

63. Kongress der DGMKG 22. – 25. Mai 2013 in Essen Lehre in der MKG – ein lästiges Übel oder eine Investition in die Zukunft? Vorstellung eines neuen Lehrkonzeptes Dr. Dr. Florian Bauer, Simon Burg, Dr. Kilian Kreutzer, Dr. Jochen Weitz, PD Dr. Dr. Marco Kesting Klinikum rechts der Isar, Deutschland

Einleitung Der Nachwuchsmangel in der Medizin betrifft vor allem viele chirurgische Fachdisziplinen. Dabei ist die MKG-Chirurgie wegen der Doppelapprobation besonders unattraktiv. Theorielastigkeit und das Fehlen von didaktisch cohärenten Ausbildungsinhalten im medizinischen Curriculum werden beklagt. Um schon Studenten früh für die MKG-Chirurgie zu begeistern, wurde ein innovatives praxisorientiertes Lehrkonzept entwickelt. Methode 40 Medizinstudenten wurden in 8 Modulen in den Themen Neck Dissection, Spalthaut- und Radialistransplantat, Lokale Lappenplastiken sowie Mikrochirurgie geschult. Die Themen wurden theoretisch vorgestellt, in Gruppenarbeit von den Studierenden selbst erarbeitet, sowie durch Arbeiten am Schweinekopf und durch aktive Assistenz im OP umgesetzt. Dabei kam erstmals ein neuentwickeltes Unterarmmodell zur Hebung des Radialistransplantates zum Einsatz, das auch zur Ausbildung von Assistenzärzten verwendet wird. Zu Beginn und am Ende des Kurses wurden jeweils ein theoretisches Testat sowie eine praktische Prüfung durchgeführt. Zusätzlich bewerteten die Studenten am Ende des einzelnen Kurstages die Dozenten sowie praktische Übungen und bewerteten den subjektiv empfundenen Nutzen. Ergebnisse Die theoretischen Prüfungsleistung stiegen im Durchschnitt von 12,55 Punkte (52%) auf 19,25 Punkte (80%). Im OSCE verbesserten sich die Studenten von 6,45-8 Punkte (43-53%) auf 14,15-14,55 Punkte (94-97%). Die Evaluation zeigte ein durchweg positives Feedback für das Lehrkonzept. Insbesondere wurde der Praxisbezug und der Einsatz des Unterarmmodells als positiv bewertet. Schlussfolgerung Die Studenten zeigten eine deutliche Leistungssteigerung in den schriftlichen und praktischen Prüfungen. Besonders hat der Einsatz des Unterarmmodells komplexe Eingriffe wie die Entnahme eines Radialistransplantates verständlich begreifbar gemacht. Das Kurskonzept „Chirurgie begreifen“ konnte bei den Studenten die Begeisterung für das Fach MKG wecken.

Hinweis: Die Daten, insbesondere die Autorennennung, Institute und Orte, wurden so übernommen, wie bei der Einreichung der Abstracts von den Autoren angegeben.

63. Kongress der DGMKG 22. – 25. Mai 2013 in Essen Autologe Dermis - Fett Transplantate zur Rekonstruktion bei Weichgewebedefekten nach Parotidektomie Dr. Dr. Sven Holger Baum, Dr. Roman Pförtner, Claus Schmeling, Prof. Dr. Dr. Christopher Mohr Universitätsklinik Essen, Kliniken Essen-Mitte, Deutschland

Hintergrund: Weichgewebedefekte im Bereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie können viele verschiedene Ursachen haben und resultieren aus postchirurgischen, traumatischen, angeborenen oder degenerativen Erkrankungen. Neben diversen alloplastischen Materialien werden häufig autogene Transplantate zur Rekonstruktion bei diesen Gewebedefekten eingesetzt. Defekte nach Parotidektomien gehen zudem mit einem erhöhten Risiko des gustatorischen Schwitzens einher, sodass wir die Rolle von Dermis - Fett Transplantaten zur Wiederherstellung von Gesichtskonturen und Verhinderung des Frey - Syndroms untersucht haben. Methodik: 14 Patienten wurden in einer prospektiven Pilotstudie mit einem Dermis – Fett Transplantat nach Parotidektomie versorgt. Alle Patienten wurden auf postoperative Komplikationen (Serom, Hämatom, Infektion, Speichelfisteln, Transplantatresorption, Zystenbildung), das Auftreten eines Frey - Syndroms und Ihre ästhetische Zufriedenheit hin untersucht. Neben der Darstellung dieser Faktoren werden die Vor- und Nachteile von Dermis – Fett Transplantaten gegenübergestellt und eine mögliche Operationstechnik beschrieben. Ergebnisse: Alle Transplantate heilten vollständig ein mit einer Volumenreduktion von ca. 20% innerhalb von drei Monaten. Das endgültige OP – Ergebnis konnte hinsichtlich der Geweberesilienz erst nach vier Monaten erzielt werden. Ein Frey – Syndrom ließ sich klinisch bei allen Patienten verhindern. Schlussfolgerung: Autologe Dermis - Fett Transplantate stellen eine überzeugende und komplikationsarme Methode zur Restitution von Weichgewebedefekten nach Parotidektomien dar und führten zu einer Überführung in die klinische Routine.

Hinweis: Die Daten, insbesondere die Autorennennung, Institute und Orte, wurden so übernommen, wie bei der Einreichung der Abstracts von den Autoren angegeben.

63. Kongress der DGMKG 22. – 25. Mai 2013 in Essen Verletzungen im MKG Bereich bei Kindern: Akzidentelles Trauma oder Folge einer Misshandlung? 1

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Dr. Sebastian Baumann , PD Dr. Elisabeth Mützel , Dr. Markus Lehner , Prof. Dr. Dr. Michael 1 1 Ehrenfeld , Prof. Dr. Dr. Carl-Peter Cornelius 1

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Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, LMU München; Institut für 3 Rechtsmedizin, LMU München; Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, LMU München

Einleitung und Hintergrund: Gewalt gegen Kinder ist seit vielen Jahren ein wichtiges gesellschaftspolitisches Thema. Bei physischer Kindesmisshandlung werden oft Verletzungen in der orofazialen Region gefunden. Somit können misshandelte Kinder als Notfälle im mund-, kiefer- und gesichtschirurgischen Notdienst vorstellig werden und der behandelnde Arzt möglicherweise der einzige sein, der eine Misshandlungsfolge frühzeitig erkennt und das Kind durch eine entsprechende Meldung schützt. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass sich auch der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg mit diesem Themengebiet auseinandersetzen muss. Methoden: Anhand einer selektiven Literaturrecherche erfolgt die Identifikation von typischen Verletzungsmustern bei Kindesmisshandlung im Kopf-Hals-Bereich. Zusätzlich wird ein Handlungsleitfaden für die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei einem Verdacht auf Kindesmisshandlung vorgestellt und die arztrechtlichen Voraussetzungen dargestellt. Ergebnisse und Schlussfolgerung: Typische Verletzungsmuster bei Kindesmisshandlung sind (peri)orale Hart- und Weichgewebsverletzungen, Bissverletzungen, faziale Hämatome an schlagtypischen Lokalisationen und thermische Verletzungen. Eine qualifizierte Ausbildung aller möglicher involvierten Institutionen und ein koordiniertes interdiszipliniertes Vorgehen können zu einer Verbesserung der Identifikation und Aufklärung von Gewalt gegen Kinder beitragen.

Hinweis: Die Daten, insbesondere die Autorennennung, Institute und Orte, wurden so übernommen, wie bei der Einreichung der Abstracts von den Autoren angegeben.

63. Kongress der DGMKG 22. – 25. Mai 2013 in Essen Wirbelstrominduktion: ein non-invasives Verfahren zum Monitoring des bone tissue engineerings in vivo 1

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Dr. Dr. Benedicta Beck-Broichsitter , Dr. Frank Daschner , David Christofzik , Prof. Dr. Dr. Jörg 1 1 Wiltfang , PD Dr. Dr. Stephan Becker 1

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Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Deutschland; Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Technische Fakultät

Einleitung: Trotz vieler Jahre intensiver Forschung sind die metabolischen Vorgänge während der Knochenheilung oder der Knocheninduktion in Modellen zum bone tissue engineering zu großen Teilen unbekannt. Das Ziel dieser Studie war die Etablierung einer non-invasiven Technik zum Monitoring der Stoffwechselvorgänge während der heterotopen Osteoinduktion in vivo. Material und Methoden: Sechs Ratten wurden computerdesignte Hydroxylapatitblöcke auf den Musculus latissimus dorsi implantiert. Eine und zwei Wochen nach Implantation wurde jeder Ratte je 100µg rhBMP-2 (InductOS, Wyeth Pharma) mit einer Kanüle zentral in das Scaffold injiziert. Über 8 Wochen erfolgte eine Wirbelstrominduktionsmessung mit einer individuell konzipierten Spule. Als Referenz dienten computertomographische Messungen sowie wöchentliche Messungen des Sauerstoff- und des pHWertes innerhalb des Scaffolds. Ergebnisse: Sowohl die Messungen der Wirbelstrominduktion (Resonanzfrequenz) als auch die pH-Werte sanken in den ersten zwei Wochen signifikant ab. Es folgte ein stetiger Anstieg mit einer Stabilisierung der Werte auf einem konstanten Niveau zum Ende des Versuchs. Die Verläufe der Kurven und die statistischen Auswertungen zeigten deutliche Korrelationen der Resonanzfrequenz bezüglich des pHWertes. Geringere Übereinstimmungen der Messungen zeigten sich für den Verlauf der Knochendichte sowie der Sauerstoffsättigung. Schlussfolgerungen: Wirbelstrommessungen stellen möglicherweise ein innovatives nicht-invasives Messverfahren zur indirekten Bestimmung des Sauerstoffgehaltes auch in verknöcherten Scaffolds dar. Durch Weiterentwicklungen der Messsonde sollen in Zukunft der humane Einsatz z.B. zur non-invasiven Transplantatkontrolle sowie Zusammenhänge auch zur Knochendichte hergestellt werden.

Hinweis: Die Daten, insbesondere die Autorennennung, Institute und Orte, wurden so übernommen, wie bei der Einreichung der Abstracts von den Autoren angegeben.

63. Kongress der DGMKG 22. – 25. Mai 2013 in Essen Die navigationsgestützte Reduktionsplastik des vergrößerten Styloidfortsatzes bei EagleSyndrom Dennis Becker, Dr. Jan Daamen, Dr. Dr. Alexander Metz, Dr. Jasmin Schnorrenberg, Dr. Roman Pförtner, Prof. Dr. Dr. Christopher Mohr Kliniken Essen Mitte, Deutschland

Das Eagle-Syndrom wird beschrieben als kraniofaziales Schmerzsyndrom, ausgehend von einem hypertrophen Proc. Styloideus (P.S.) oder einem ossifizierten Lig. stylohyoideum. Die häufigsten Symptome sind Halsschmerzen, Globusgefühl, Dysphagie u. atypischer Gesichtsschmerz. Die Ätiologie des Eagle-Syndroms ist bisher unklar. Dargestellt wird der Fall einer 40jährigen Patientin mit einem seit 6 Jahren bekannten, bilateralen Megastyloid. Nach einer Tonsillektomie war es zu einer temporären linksseitigen Facialisparese gekommen. Bei der anschließend a.l. durchgeführten CT wurde eine basisnahe Fraktur des linken P.S. diagnostiziert. Nach temporärer vollständiger Rehabilitation kam es zu dysphagischen Beschwerden, Hypästhesie im Bereich des N. mandibularis u. schließlich erneut zu einer zeitweisen Facialisparese. Es wurde daraufhin eine navigationsgesteuerte Resektion des P.S. der linken Seite in der hiesigen Klinik für MKG-Chirurgie vorgenommen. Navigationsgestützt gelang es, minimalinvasiv den P.S. auf der linken Seite von intra- u. extraoral zu zwei Dritteln abzutragen. Bereits unmittelbar nach der OP äußerte die Patientin eine deutliche Besserung der Beschwerden bei Normfunktion aller Nerven. Bis dato ist die Patientin rezidiv- u. beschwerdefrei. In der Literatur werden konservative Maßnahmen wie Kortikoidinjektionen, NSAR u. Antikonvulsiva beschrieben. Bei therapierefraktären Verläufen ist unter strenger Abwägung der Risiken, eine Reduktionsplastik des P. S. indiziert.Das in diesem Fall zugrunde liegende, ausgeprägte Beschwerdebild ließ auf eine besonders enge Lagebeziehung zum N. facialis schließen. Durch das navigationsgestützte Vorgehen ließ sich das Risiko der Schädigung von Nachbarstrukturen, insbesondere des N. facialis, erfolgreich minimieren.Bei Patienten mit schwerwiegenden, therapierefraktären Verläufen des Eagle-Syndroms stellt die navigationsgestützte, minimalinvasive Reduktionsplastik des P. S. eine elegante u. im Risiko reduzierte OP-Alternative dar.

Hinweis: Die Daten, insbesondere die Autorennennung, Institute und Orte, wurden so übernommen, wie bei der Einreichung der Abstracts von den Autoren angegeben.

63. Kongress der DGMKG 22. – 25. Mai 2013 in Essen Muir – Torre – Syndrom in Variation eines adenoidzystischen Karzinoms des Mundbodens – ein Fallbericht Dr. Moritz Berger, Dr. Dr. Evelyn Gander, Dr. Dr. Robin Seeberger, Prof. Dr. Dr. Kolja Freier, Prof. Dr. Dr. Jürgen Hoffmann, Dr. Dr. Oliver Thiele Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Heidelberg, Deutschland

Hintergrund: Das Muir-Torre-Syndrom (MTS) gehört zu den autosomal-dominanten vererbten Genodermatosen das durch das synchrone oder metachrone Auftreten von Talgdrüsentumoren und gastrointestinalen oder anderen viszeralen Neoplasien definiert wird. Weitere Fälle werden in Verbindung mit Mamma-Karzinomen, Lymphomen, Leukämien, Bronchialkarzinomen oder Chondrosarkomen beschrieben. Der vorliegende Fall einer Patientin mit MTS zeigt eine weitere Variation mit Auftreten eines adenozytischen Karzinom (ACC) im Bereich des Mundbodens. Fallbericht: Eine 68 jährige Patientin wurde uns 2010 mit Verdacht auf ein Rezidiv eines ACC, welches 5 Monate zuvor alio loco im Bereich der Glandula sublingualis links entfernt wurde, zur weiteren Behandlung überwiesen. Die Patientin wurde bis dato wegen einem Uterus- und Kolonkarzinom behandelt. Im Jahr 2007 trat ein Talgdrüsenkarzinom der linken Wange sowie 2 Talgdrüsenadenome im Bereich des Nasenrückens und des Kinns auf. Durch das synchrone Auftreten multipler Talgdrüsenneoplasien wurde die Diagnose eines MTS gestellt und molekulargenetisch gesichert. 2009 traten in unterschiedlichen Gesichtspartien drei Plattenepithelkarzinome auf welche entfernt wurden. 2010 wurde die Patientin in unserer Klinik durch eine UK-Kontinuitätsresektion bei ausgeprägtem Tumorrezidiv des anterioren Mundbodens und der Kinnpartie therapiert. Die Primärrekonstruktion erfolgte mit einem Vastus lateralis-Transplantat. Anschließend erhielt die Patientin eine kombinierte Strahlentherapie sowie eine Sekundärrekonstruktion mittels mikrovaskulärem Beckenkammtransplantat. Bei der letzten Verlaufskontrolle 09/2012 gab es keinen Anhalt für ein lokoregionäres Rezidiv oder suspekte Lymphknoten. Schlussfolgerung: Das MTS ist ein komplex onkologisches Krankheitsbild mit Talgdrüsenneoplasien sowie syn- oder metachronem Auftreten verschiedenster Tumorarten und -lokalisationen. Der hier beschriebene Fall beschreibt die Manifestation eines ACC im Bereich des Mundbodens in Verbindung mit multiplen Talgdrüsenkarzinomen. Allgemien ist auch eine Primärmanifestation des Syndroms durch einen oralen Tumor mit klinisch sekundär auftretenden dermalen Malignomen denkbar. Somit ist die genaue klinische Untersuchung und (Familien-) Anamneseerhebung, gerade zum Ausschluss komplexer onkologischer Krankheitsbilder unerlässlich. Ferner sollte beim Auftreten multipler Tumore an eine syndromale Genese gedacht werden und eine molekulargenetische Abklärung erfolgen.

Hinweis: Die Daten, insbesondere die Autorennennung, Institute und Orte, wurden so übernommen, wie bei der Einreichung der Abstracts von den Autoren angegeben.

63. Kongress der DGMKG 22. – 25. Mai 2013 in Essen Idiopathische Panfazialosteonekrose – Präsentation eines unüblichen Patientenfalls Dr. Uta Bierther, Dr. Falco Wilbrand, Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Howaldt UKGM Giessen, Deutschland

Hintergrund: Orofaziale Osteonekrosen werden in erster Linie als Bestrahlungsfolge oder durch medikamenteninduzierte Nebenwirkungen beobachtet. Wir präsentieren einen Fall einer subtotalen Panfazialosteonekrose, welche bislang auch mit den Mitteln intensiver interdisziplinärer Zusammenarbeit nicht diagnostisch abgeklärt werden konnte. Fallpräsentation Ein bulgarischer junger und sonst gesunder Patient (*1984) stellte sich erstmals im Mai 2007 in unserer ambulanten Sprechstunde vor. Er hatte sich 2001 einer Zahn-Operation in Bulgarien unterzogen. Seit diesem Eingriff kam es zu rezidivierenden Entzündungen im linken Oberkiefer mit Fistelbildungen nach extraoral im Bereich des linken Jochbogens. Im Verlauf ergab sich eine zunehmende osteomyelitisch – osteonekrotisch imponierende Infiltration zunächst des linken Oberkiefers, teilweise bis auf die Gegenseite reichend. Im Verlauf der Jahre nahmen die osteonekrotischen Destruktionen zusehends zu und infiltrierten nach einem Verlauf von 5 Jahren zunächst den linken, dann jedoch auch den rechten Unterkiefer. Radikale Sanierungen im Sinne zunächst einer Oberkieferteilresektion links und nachfolgend einer Unterkieferteilresektion links konnten im Verlauf auch unter langfristiger hochdosierter Antibiose und lokalen antiinflammatorischen Maßnahmen das Voranschreiten der Erkrankung nicht verhindern. Es erfolgten interdisziplinäre Mitbeurteilungen durch die Abteilungen für Innere Medizin / Infektiologie, Mikrobiologie / Virologie, Immunologie, Rheumatologie und eingehende diagnostische Maßnahmen, welche jedoch bislang ebenfalls den Fokus und den Pathomechanismus nicht klären konnten. Die letztmalige Vorstellung des Patienten erfolgte unter laufender gezielter antibiotischer Abdeckung im Oktober 2012 mit einer erneut aufgetretenen Abszedierung submandibulär links / submental. Diskussion Trotz interdisziplinärer Zusammenarbeit und eingehender laborchemischer, radiologischer und pathohistologischer Fokussuche, konnte bei dem sonst gesunden Patienten bislang kein zugrundeliegendes Krankheitsbild gefunden werden. Bislang erfolgt antibiotische Dauertherapie und Schmerzmedikation, welches jedoch ebenfalls lediglich eine symptomatische Lösung ist und offenkundig die Krankheitsursache nicht zu eliminieren in der Lage ist.

Hinweis: Die Daten, insbesondere die Autorennennung, Institute und Orte, wurden so übernommen, wie bei der Einreichung der Abstracts von den Autoren angegeben.

63. Kongress der DGMKG 22. – 25. Mai 2013 in Essen Virtuelle Rekonstruktion der Resektionsgrenzen bei operativen Tumorentfernungen im MundKiefer und Gesichtsbereich. Dr. Dr. Gido Bittermann, Dr. Pit Voss, Dr. Vesna Prokic, Prof. Dr. Dr. Rainer Schmelzeisen, PD Dr. Dr. Marc Metzger Uniklinik Freiburg, Deutschland

Bei ausgedehnten Tumorerkrankungen ist die operative Entfernung des Tumorgewebes von herausragender Bedeutung. Im Falle einer inkompletten oder „Close-Margin“- Tumorresektion ist häufig eine adjuvante Strahlentherapie notwendig. Bis heute steht der Strahlentherapeut vor der Herausforderung diese Grenzfläche aufgrund der Betrachtung von prä- und postoperativen CTBildern, Operationsprotokollen und pathologischen Befundberichten selbständig zu eruieren. Eine exakte Lokalisation dieser strahlentherapeutisch besonders interessanten Grenzschicht war bisher nicht möglich. Besonders vor dem Hintergrund verwendeter lokaler Gewebeersatzplastiken ist dies von großer Bedeutung. Entscheidend ist die gezielte Bestrahlung der Resektionsgrenze unter besonderer Schonung der Gewebeersatzplastik. In der vorliegenden Pilotstudie wurden bei 5 Patienten, nach Tumorentfernung die Resektionsränder sowohl mit computerassistierten Navigationsverfahren, als auch konventionell mit Titanclips markiert. Nach Durchführung einer erneuten postoperativen dreidimensionalen Bildgebung erlaubte dies die exakte virtuelle Darstellung der Tumorresektionsgrenze, mit deren Hilfe es möglich wurde, eine gezielte Planung einer adjuvanten Radiatio durchzuführen. Unter Einbeziehung der dreidimensional markierten Schnellschnittlokalisationen lies sich eine qualitativ optimierte virtuelle Rekonstruktion der Resektionsgrenze generieren. Dies ermöglichte die Planung der adjuvanten Strahlentherapie unter Berücksichtigung der anatomischen Resektionsgrenze.

Hinweis: Die Daten, insbesondere die Autorennennung, Institute und Orte, wurden so übernommen, wie bei der Einreichung der Abstracts von den Autoren angegeben.

63. Kongress der DGMKG 22. – 25. Mai 2013 in Essen Retrospektive Analyse der Therapieergebnisse eines neoadjuvant behandelten Patientenkollektivs unter Berücksichtigung radiologischer und histologischer Parameter Dr. Dr. Thomas Bittner, Sarah Sophia Bittner, PD Dr. Dr. Tobias Reuther, Dr. Christian Linz, Roman Brands, Dr. Stefan Hartmann, Prof. Dr. Dr. Alexander Kübler, PD Dr. Dr. Urs MüllerRichter Klinik für MKG-Chirurgie Würzburg, Deutschland

Hintergrund Es erfolgte eine retrospektive Datenaufnahme von 141 Patienten, die im Zeitraum von 1993 bis 2008 nach neo-adjuvantem Behandlungskonzept in zwei Zentren behandelt wurden. Im Anschluss an die präoperative Radiotherapie mit 40 Gy Gesamtdosis und simultaner Chemotherapie mit 60 mg Carboplatin pro qm Körperoberflächen an den ersten fünf Bestrahlungstagen erfolgte die kurativ intendierte radikale Tumorresektion. Material und Methoden Zur Untersuchung der Überlebensraten wurde die Produkt-Limit-Methode nach Kaplan-Meier verwendet. Zunächst wurden die klinischen Stagingergebnisse verglichen. Danach wurde untersucht ob folgende radiologische und histologische Parameter einen statistisch signifikanten Einfluss auf das Überleben haben: Downstaging des Primärtumors, Downstaging von Lymphknotenmetastasen, prätherapeutisches Tumorvolumen, Grading, Tumorlokalisation, Resektionsstatus . Ergebnisse Das prätherapeutisches Staging ist fehleranfällig (cT, cN, Tumorvolumen) und ohne prognostische eindeutige Aussagekraft. Das Downstaging vom Primärtumor scheint entscheidender für die Prognose als Dezimierung der Lymphknotenmetastasen zu sein. Der Gesamtvergleich zeigt einen statistisch signifikanten Unterschied der Überlebensraten und der lokoregionären Kontrolle in Abhängigkeit vom Resektionsstatus. Im Paarvergleich zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen R knapp und R0/R1 in den Überlebensraten. Die Tumorlokalisation hat im untersuchten Kollektiv weder einen statistisch signifikanten Einfluss auf die Überlebensraten noch auf die lokoregionäre Kontrolle. Es bestanden signifikante Unterschiede der Überlebenswahrscheinlichkeiten nach Grading. Zusammenfassung Prognostisch relevante Parameter der Untersuchung waren das Downstaging des Primärtumors, der Resektionsstatus und das Grading.

Hinweis: Die Daten, insbesondere die Autorennennung, Institute und Orte, wurden so übernommen, wie bei der Einreichung der Abstracts von den Autoren angegeben.

63. Kongress der DGMKG 22. – 25. Mai 2013 in Essen Implantation eines Neurostimulators am Ganglion sphenopalatinum in der Fossa pterygopalatina über einen trans-oralen Zugang zur Therapie des chronischen Cluster Kopfschmerzes (Pathway CH-1 Study – Hamburg) 1

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PD Dr. Dr. Marco Blessmann , Dr. Dr. Alexandre Thomas Assaf , Dr. Dr. Jan Klatt , PD Dr. Dr. 1 2 1 2 Philipp Pohlenz , Dr. Tim Jürgens , Prof. Dr. Dr. Max Heiland , Prof. Dr. Arne May 1

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MKG-Chirurgie, Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Deutschland; Institut für Systemische Neurowissenschaften, UKE Hamburg

Ziel: Ein neuer transoraler chirurgischer Zugang zum SPG gewinnt zunehmend Bedeutung für eine neue Form der Neurostimulatortherapie des chronischen Kluster- Kopfschmerzes (CCH), welcher zurzeit klinisch evaluiert wird. Wir untersuchten die Morbidität dieses Zuganges bei der Behandlung CCH-Patienten. Material und Methoden: 8 Patienten, (7 w/1m), mit einem Durchschnittsalter von 43 Jahren (22-53y) mit CCH bekamen über einen minimalinvasiven, transoralen Zugang einen Neurostimulator in die Fossa pterygopalatina implantiert. Alle Implantationen erfolgten in Vollnarkose unter Anwendung eines intraoperativen 3D C-Bogens. Die postoperativen Kontrollen erfolgten um unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit der chirurgischen Technik im Rahmen der Neurostimulator-Implantation zu beurteilen. Ergebnisse: Kein Patient zeigte eine postoperative Infektion. Eine signifikante Anzahl der Patienten (7/8) zeigte eine postoperative Taubheit und Schwellung, welche sich durchschnittlich nach 74d (37198 Tage) bzw. nach 53d (3-220d) auflösten. In 2 Fällen musste der Stimulator ausgetauscht werden, 1x aufgrund einer Fehlplatzierung und 1x bei Fehlfunktion des Stimulators. Sensorische Dysfunktionen beschränkten sich lediglich auf Teilgebiete des 2.Astes des N.trig. und sind leicht bis mittelgradig. Darüber hinaus haben 5 Patienten welche sich in der Open-Label-Periode der Studie befinden, alle positiv auf die SPG-Stimulation reagiert. Vier zeigen eine Schmerzreduktion des Cluster-Kopfschmerz von >50% und drei eine über 50%ige Verringerung der Häufigkeit der Kopfschmerzen durch die SPGStimulation. Conclusion: Der transorale Zugang für die Implantation eines Neurostimulators zur Behandlung von CCH hat eine ähnlich hohe Morbidität vergleichbar mit anderen transoralen Operationsverfahren. Für die Zukunft bietet diese Operations-Technik der Implantation eines SPG-Stimulators in Vollnarkose eine vielversprechende Möglichkeit, Patienten mit CCH zu helfen und bietet zudem eine hohe langfristige Akzeptanz.

Hinweis: Die Daten, insbesondere die Autorennennung, Institute und Orte, wurden so übernommen, wie bei der Einreichung der Abstracts von den Autoren angegeben.

63. Kongress der DGMKG 22. – 25. Mai 2013 in Essen Mittelgesichtshypoplasie im Rahmen syndromaler Kraniosynostosen. Welche Therapie ist sinnvoll? 1

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Dr. Dr. Hartmut Böhm , PD Dr. Philipp Meyer-Marcotty , Dr. Dr. Christian Linz , Prof. Dr. 2 1 1 Angelika Stellzig-Eisenhauer , Prof. Dr. Dr. Alexander Kübler , PD Dr. Dr. Uwe Klammert , Dr. 3 1 Tilmann Schweitzer , PD Dr. Dr. Urs Müller-Richter 1

Klinik und Poliklink für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum 2 3 Würzburg, Deutschland; Poliklinik für Kieferorthopädie, Universitätsklinikum Würzburg; Klinik und Polikllinik für Neurochirurgie, Sektion Pädiatrische Neurochirurge, Universitätsklinikum Würzburg

Syndromale Kraniosynostosen, wie z.B. Apert-Syndrom, M. Crouzon, Muenke-Syndrom oder Morbus Pfeiffer gehen meist mit unterschiedlicher Ausprägung einer Mittelgesichtshypoplasie einher. Folgen dieser Mittelgesichtsfehlbildung können unter anderem obstruktive Atemstörungen, Okklusionsstörungen, Probleme bei der Nahrungsaufnahme, Sprachstörungen sowie deutliche ästhetische Beeinträchtigungen mit erheblichen psychosozialen Konsequenzen sein. Kritierien für die Indikationsstellung der möglichen therapeutischen Maßnahmen sind u.a. das Ausmaß der Funktionsbeeinträchtigungen, die Belastbarkeit des Patienten und dessen persönliche Vorstellungen vom Ziel der Therapie. Von entscheidender Bedeutung im Hinblick auf eine erfolgreiche Therapie ist die enge Kooperation der beteiligten Fachdisziplinen und eine profunde Kenntnis der der Fehlbindung zugrunde liegenden Pathologie. Bereits im frühen Kindesalter kann durch kieferorthopädische Maßnahmen versucht werden, die Fehlbildung teilweise zu kompensieren. In extrem ausgeprägten Fällen sind auch im Kindesalter operative Korrekturen erforderlich. Diese können jedoch die zugrundeliegende Wachstumsstörung nicht beheben. Erst nach Abschluss des Wachstums des Gesichtsschädels ist eine endgültige Korrektur der Wachstumsstörung zu erreichen. In Abhängigkeit vom Ausprägungsgrad und vom Patientenwunsch kann eine Oberkieferosteotomie in der Le-Fort-Ebene, eine Mittelgesichtsdistraktion in der Le-Fort-II oder Le-Fort-III-Ebene bzw. eine Kombination dieser Verfahren eine Funktions- und Ästhetikverbesserung erzielen. Der hier vorgestellte Entscheidungsalgorithmus erlaubt eine patientenzentrierte Therapieindikation und ein weitgehend vorhersehbares Therapieergebnis.

Hinweis: Die Daten, insbesondere die Autorennennung, Institute und Orte, wurden so übernommen, wie bei der Einreichung der Abstracts von den Autoren angegeben.

63. Kongress der DGMKG 22. – 25. Mai 2013 in Essen Die Chiari Malformation in isolierten nicht syndromalen Kraniosynostosen - Viel Lärm um Nichts? Dr. Jens Bodem, Gregor Castrillón-Oberndorfer, Prof. Dr. Dr. Jürgen Hoffmann, Dr. Dr. Robin Seeberger, Dr. Dr. Christian Freudlsperger, Dr. Dr. Michael Engel Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Heidelberg, Deutschland

Die Inzidenz einer Chiari Malformation in Assoziation mit isolierten nicht-syndromalen Kraniosynostosen ist nicht ausreichend untersucht. Das Ziel unserer Studie ist die Untersuchung der Häufigkeit einer Chiari Malformation, die als Kleinhirntonsillentiefstand grösser 5 mm unter das Foramen magnum definiert ist, in einer Serie isolierter nicht-syndromaler Kraniosynostosen über einen Zeitraum von 9 Jahren. Von insgesamt 215 Kindern mit nicht-syndromalen, isolierten Kraniosynostosen hatten 89 (41,4%) eine präoperative MRT Diagnostik. Alle MRTs wurden auf eine Chiari Malformation untersucht. Nur ein Patient (1,1%) mit isolierter Synostose der Lambdanaht zeigte präoperativ eine Chiari Malformation. Jedoch zeigte dieser Patient keinerlei behandlungsnotwendige klinische Symptomatik. Im Gegensatz zu syndromalen Kraniosynostosen, nichtsyndromalen bikoronaren Synostosen oder Synostosen der Lambdanaht, scheint die Chiari Malformation in nicht-syndromalen, isolierten Kraniosynostosen eine eher untergeordnete Rolle zu spielen, so dass eine generelle Empfehlung für eine MRT-Diagnostik als Screening Untersuchung auf Chiari Malformation beim klinisch unauffälligem Patienten nicht gegeben werden kann.

Hinweis: Die Daten, insbesondere die Autorennennung, Institute und Orte, wurden so übernommen, wie bei der Einreichung der Abstracts von den Autoren angegeben.

63. Kongress der DGMKG 22. – 25. Mai 2013 in Essen Talgdrüsenkarzinom des Oberlids Dr. Irina Bolm, Dr. Dr. Keyvan Sagheb, Dr. Dr. Wilfried Kleis, Dr. Dr. Maximilian Moergel Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie Universitätsmedizin Mainz, Deutschland

Einführung: Das Talgdrüsenkarzinom ist ein seltener Tumor, der in 75% der Fälle die Kopf-HalsRegion betrifft. Am häufigsten sind Augenlider betroffen, wo er meist von den Meibom´schen oder den Zeiss´schen Drüsen ausgeht. Das Chalazion als naheliegende Differentialdiagnose, wird klinisch und histologisch oft favorisiert, was die definitive Diagnose und somit die notwendige Therapie herauszögert. Die Mortalität schwankt in der Literatur zwischen 9 und 40%. Die kumulative 5 –JahresÜberlebensrate liegt bei 78,9%, wobei diese bei einem T4-Befund auf 42,9% fällt. Fallbericht: Eine 92-jährige Patientin wurde mit einem ca. 5 x 5 cm großen histologisch gesicherten Talgdrüsenkarzinom des Oberlids überwiesen. Die Patientin lehnte zu Beginn der Erkrankung aufgrund ihres Alters die Therapie ab. Mit zunehmendem Leidensdruck entschied sie sich jedoch für die operative Therapie, wobei das Oberlid bereits massiv infiltriert war und die Wimpern zum großen Teil fehlten (Madarosis). Die Staging-Untersuchungen erbrachten den Nachweis einer Bulbusinfiltration, sowie eine Invasion des Tumors in das Orbitadach. Klinisch fand sich hingegen kein Anhalt für eine zervikale Lymphknotenmetastasierung. Während der Exenteratio erschwerte die Adhärenz des Tumors mit dem Orbitadach die Entfernung des Bulbusinhaltes und nach vollständiger Resektion zeigte sich ein 3mm großes Duraleck. Die Einlage eines caudal gestielten Temporalislappens, erzielte in Kombination mit Kollagen eine suffiziente Deckung. Zeitgleich erfolgte die Insertion von 3 Astra-Implantaten zur späteren epithetischen Rehabilitation der Patientin. Aktuell ist die Patientin seit 1 Jahr rezidiv- und metastasenfrei und ist durch eine magnetgetragene Epithese bei guter Lebensqualität versorgt. Schlussfolgerung: Die onkologische Orbitachirurgie erfordert meist eine komplexe kombinierte knöcherne und weichgewebige Rekonstruktion. Bei ausgedehnten Defekten nach einer Exenteratio orbitae stellt die implantatgestützte Epithetik zur Rehabilitation von Patienten mit eingeschränktem Allgemeinzustand in Kombination mit lokaler plastischer Rekonstruktion ein suffizientes Verfahren dar.

Hinweis: Die Daten, insbesondere die Autorennennung, Institute und Orte, wurden so übernommen, wie bei der Einreichung der Abstracts von den Autoren angegeben.

63. Kongress der DGMKG 22. – 25. Mai 2013 in Essen Vergleich der Primärstabilität zwischen selbstbohrenden und selbstschneidenden Osteosynthese-Mikroschrauben Dr. Irina Bolm, Elisabeth Goetze, Dr. Dr. Peer Kämmerer, Dr. Dr. Bilal Al-Nawas Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie Universitätsmedizin Mainz, Deutschland

Einleitung Bei der kraniofazialen Osteosynthese sind selbstschneidende und selbstbohrende Mikroschrauben etabliert. Das Ziel dieser ex-vivo Studie war der Vergleich der Primärstabilität einer neuen selbstbohrenden Osteosynthese-Schraube mit selbstschneidend-vorzubohrenden Schrauben in verschiedenen Knochenqualitäten. Methoden Selbstbohrende und selbstschneidende Osteosyntheseschrauben (Medartis®, Schweiz; 1,5 x 5 mm) wurden in drei, durch Ultraschall-Frequenzanalyse quantifizierten porcinen Knochenqualitäten verwendet (Mandibula = very dense (VD), Becken = middle dense (MD), Scapula = low dense (LD)). Die Schrauben wurden in die jeweiligen Knochen inseriert und das Drehmoment mittels eines handbetriebenen Drehmoment-Schraubenziehers (Mecmesin®, Deutschland) sowohl für den Eindreh(n=20) als auch für den Ausdrehprozess (n= 16) aufgezeichnet. 4 Schrauben wurden zur histologischen Aufbereitung zur Analyse des Knochenkontakts zum Schraubengewinde belassen. Ergebnisse: Das Drehmoment bei den selbstbohrenden Schrauben war sowohl für Eindreh- als auch Ausdrehprozess höher. Durchschnittliches Drehmoment für selbstbohrende Schrauben: Insertion - VD : 22,3 (±5,8) Ncm , MD: 15,5 (±5,6) Ncm, LD: 16,5 (±3,5) Ncm; Ausdrehen - VD: 25,5 (±5,9) Ncm, MD: 16,1 (±7,8) Ncm, LD:16,7 (±6,4) Ncm Durchschnittliches Drehmoment bei selbstschneidende Schrauben: Insertion - VD: 15 (±4,3) Ncm, MD: 15.5 (±6.6) Ncm, LD: 16,34 (±8,1) Ncm; Ausdrehen - VD: 14,9 (±5,7) Ncm, MD: 10,8 (±8,6) Ncm, LD: 11,7 (±6) Ncm. Signifikanzen ergaben sich bei VD (p
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