60 Jahre Bundesverband der Freien Berufe

February 8, 2016 | Author: Gerhardt Raske | Category: N/A
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JUBILÄUM

60 Jahre Bundesverband der Freien Berufe „Avantgardisten des Gemeinwohls“ nannte kein Geringerer als der erste Bundespräsident, Prof. Dr. Theodor Heuss, die Freien Berufe auf ihrem Ersten Bundeskongress am 4. November 1951. Bundeskanzler Konrad Adenauer ermutigte den BFB auf seinem Zweiten Bundeskongress zur Stärkung seiner Organisation und rief dazu auf: „Halten Sie hoch das Panier der freien geistigen Arbeit“.

Erster Vorsitzender des BFB wurde 1949 der Düsseldorfer Rechtsanwalt Dr. Max Horn, erster Hauptgeschäftsführer Dr. Ernst Brandi, ebenfalls Rechtsanwalt in Düsseldorf. Sechs Präsidenten und drei Hauptgeschäftsführer sind diesen beiden Pionieren inzwischen an die Spitze des Verbandes gefolgt. Dr. med. Ulrich Oesingmann steht in dritter Amtsperiode dem BFB als Präsident vor – Rechtsanwalt Arno Metzler nimmt seit 17 Jahren die Aufgaben der Hauptgeschäftsführung wahr.

Wie hoch die Freien Berufe „Wahlspruch und Fahne“ gehalten haben, zeigen 60 Jahre Verbandsgeschichte des Bundesverbandes der Freien Berufe – kurz BFB.

Gründung Am 26. März 1949 gründeten die vier Landesverbände der Freien Berufe aus der Hansestadt Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein in Hamburg den Bundesverband der Freien Berufe. Zunächst firmierte der neue Dachverband noch unter dem Namen „Zentralverband der freien Berufe“. Initiator dieses Zusammenschlusses war Rechtsanwalt Dr. Emil von Sauer, Vorsitzender des Hamburger Anwaltvereins und des Landesverbandes der Freien Berufe. Im Sommer 1949 folgten Gespräche des „Zentralverbandes“ mit den inzwischen neu gegründeten Spitzenorganisationen der Freien Berufe, so dass erst der 24. September 1949 als offizielles Gründungsdatum des „Bundesverbandes der Freien Berufe“ bezeichnet werden kann. 13 Spitzenorganisationen aus den heilkundlichen, rechts-, steuer- und wirtschaftsberatenden, technischen sowie künstlerischen und publizierenden Freien Berufen sowie zwei weitere Landesorganisationen zählten zu den Gründungsmitgliedern. 30 Jahre später waren es bereits 49 Organisationen sowie acht Landesverbände. Inzwischen ist der BFB auf 67 Mitgliedsorganisationen und 16 Landesverbände angewachsen!

Horn Dr. Max

Dr. Rolf Schlögell

Dr. Karl Winter

Präsidenten 1949 bis 1962

Dr. Max Horn

1962 bis 1976

Dr. Karl Winter

1976

Dr. Friedrich Voges

1976 bis 1984

Dr. Rolf Schlögell

1984 bis 1994

Prof. J.F. Volrad Deneke

1994

Dr. Horst Kohne

1995 bis heute

Dr. Ulrich Oesingmann

oges drich V Dr. Frie

Prof. J. F. V olra Dr. Horst K d Deneke und ohne (rechts) .

Hauptgeschäftsführer 1949 bis 1971

Dr. Ernst Brandi

1972 bis 1977

Herbert Wolfering

1977 bis 1992

Dietrich Rollmann

1992 bis heute

Arno Metzler

Dr. jur. Ernst Brandi

mann h Oesing Dr. Ulric

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La „Troisième Force“ Bereits 1949 gehörten zu den vornehmlichen Zielen des neu gegründeten Verbandes • „die Zusammenfassung der freien geistigen Berufe und die Sicherung ihrer Grundlagen; • die Steigerung und Vertiefung des Einflusses auf das öffentliche Leben und • die Pflege der Beziehungen der freien Berufe untereinander“. Von Anfang an machen die Vertreter der Freien Berufe deutlich, dass Freiberufler sich als wesentlichen Pfeiler eines demokratischen Rechtsstaates ansehen. Sie wollen – in einer Volkswirtschaft, die vorwiegend von den Interessenkämpfen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer als den sogenannten Sozialpartnern geprägt ist – als „dritte Kraft“ bzw. „dritter Sozialpartner“ anerkannt werden. Diese besondere Funktionalität zeichnet die Arbeit des BFB bis heute aus: Bereits in den ersten Jahren seines Bestehens wurde der BFB Mitglied in bedeutenden politischen und gesellschaftlichen Gremien. Heute sitzen Vertreter des BFB unter anderem in der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund, in der Verwaltungsberufsgenossenschaft, im Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit, im Beirat des Statistischen Bundesamtes, im Beirat des Bundesverbandes der Bürgschaftsbanken sowie in den Beiräten der verschiedenen Landeshauptverwaltungen der Deutschen Bundesbank. 1977 wurden auf Betreiben des BFB erstmals drei Repräsentanten der Freien Berufe in den Mittelstandsbeirat im Bundeswirtschaftsministerium berufen. Im selben Jahr beschloss der Bundestag erstmals, einen „Bericht über die Lage der Freien Berufe in der Bundesrepublik Deutschland“ zu erstellen. Gemäß Beschluss vom 9. Juni 1980 forderte das Parlament die Bundesregierung zudem auf, diesen Bericht in „zeitlich angemessener Weise fortzuschreiben“. In der Folge entstanden – auch mit Unterstützung des BFB – drei Berichte zur Lage der Freien Berufe: 1979, 1991 und 2002.

Treffen des BFB-Präsidiums mit der Bundeskanzlerin am 12. Februar 2008.

BMWi und Außenwirtschaftsförderung 1978 wurde im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) erstmalig ein eigenständiges Referat „Freie Berufe“ gebildet. Inzwischen koordiniert dieses Referat unter anderem zusammen mit der German-Trade-and-Invest-GmbH, der Nachfolgeorganisation der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai), regelmäßig das seit zwölf Jahren bestehende Außenwirtschaftsförderprojekt „Professionals in Dialogue“. Das Projekt fördert die jährliche Durchführung von zwei bis drei Kooperationsbörsen im Ausland und berücksichtigt dabei regelmäßig die zuvor beim BFB und seinen Mitgliedern abgefragten Zielregionen. Die Bemühungen unterschiedlichster Institutionen werden so gebündelt, um eine größtmögliche Koordination und Effizienz dieses Förderinstruments für die Freien Berufe zu erreichen.

Wir gratulieren dem Bundesverband der Freien Berufe zum 60. Geburtstag und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!

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1989: Alles auf Anfang Nach dem Fall der Mauer unterstützte der BFB aufgrund der Bedeutung der Freien Berufe für Rechtsstaatlichkeit und Bürgerfreiheit den Wiederaufbau freiberuflicher Strukturen in den Neuen Bundesländern nachhaltig: Er wirkte zusammen mit seinen Mitgliedsorganisationen auf die Schaffung der gesetzlichen Rahmenbedingungen ein, um die rasche Entfaltung freiberuflicher Tätigkeiten in der ehemaligen DDR zu unterstützen. Zudem wurden Gesprächskreise mit Freiberuflern in den einzelnen Bundesländern organisiert, Berichte über Ausgangslage und notwendige Arbeiten in den einzelnen Berufsbildern erstellt, Informationen zu Investitionshilfen und Existenzgründungen wurden aufbereitet – und nicht zuletzt wurde eine Wanderausstellung zur Unterstützung junger Künstler aus der DDR organisiert.

Verbandsthemen: Mehr als nur Gewerbesteuer Die bestimmenden Themen in der Anfangszeit des BFB waren Fragen der Altersvorsorge für und in den Freien Berufen sowie die Steuergesetzgebung – namentlich die Abgrenzung zum Gewerbe – sowie die Problematik des Wettbewerbs durch die öffentliche Hand und durch die Nebentätigkeit von Beamten. Letztere Problematik hat bis in die jüngste Zeit zur Aufstellung eines Vorschlagskatalogs für die öffentliche Hand geführt, der berufsspezifisch sozialverträgliche Möglichkeiten der Übertragung öffentlicher Aufgaben auf die Freien Berufe auflistet. Ein weiteres zentrales Anliegen des BFB ist eine detailliertere statistische Aufbereitung der Zahlen in den Freien Berufen – zu diesem Zweck erfolgte unter anderem 1969 auch die Mitbegründung des Instituts für Freie Berufe in Nürnberg.

Inzwischen gibt es im BFB neun Arbeitskreise, die dem BFB-Präsidium beratend zur Seite stehen (Steuern, Berufsrechte, Berufsbildung und Jugendpolitik, Soziale Sicherung, Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik, Europa, Nichtverkammerte Freie Berufe, Internationales, Deregulierung, Chancengleichheit). Zu aktuellen Themen werden kurzfristig auch projektbezogene Arbeitsgruppen eingesetzt: so beispielweise zur Reform der Verdingungsordnung für freiberufliche Leistung (VOF) und zur besseren Einbindung von KMU in nationale, europäische und internationale Normungsprozesse. Auf seiner Homepage stellt der BFB zu all seinen Arbeitsbereichen kompakte Informationen zur Verfügung. Dazu gehören insbesondere auch allgemeine Existenzgründungsinformationen für Freiberufler.

· · 19 56 · 19 55 · 19 54 · · 1965 · 19 53 · 1964 · 19 52 63 51 · 19 · 19 74 · · 1962 · 19 50 73 · 19 · 1961 19 49 72 · 19 · 1960 19 · 59 · · 19 · 1971 · 1983 · 1958 · 1970 1957 · 1982 · 1969 · 1981 · 1968 92 · · 1980 · 1967 91 · 19 · 1979 1966 90 · 19 · 1978 · 89 · 19 · 1977 19 01 · 76 · 20 · 19 · 1988 1975 · 2000 · 1987 · 1999 · · 1986 · 1998 · 20 09 · 1985 · 1997 1984 · 20 08 · 1996 07 95 20 · 19 06 · · 1994 05 · 20 1993 04 · 20 20 · · 20 03 20 02

60

1949 · 1950 · 1951 · 1952 · 1953 · 1954 · 1955 · 1956 ·

60

1957 · 1958 · 1959 · 1960 · 1961 · 1962 · 1963 · 1964 · 1965 ·

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1966 · 1967 · 1968 · 1969 · 1970 · 1971 · 1972 · 1973 · 1974 · 1975 · 1976 · 1977 · 1978 · 1979 · 1980 · 1981 · 1982 · 1983 · 1984 · 1985 · 1986 · 1987 · 1988 · 1989 · 1990 · 1991 · 1992 · 1993 · 1994 · 1995 · 1996 · 1997 · 1998 · 1999 · 2000 · 2001 · 2002 · 2003 · 2004 · 2005 · 2006 · 2007 · 2008 · 2009 ·

Geschichte | Mitglieder | Leistungen

en Beruf * Freien 50-2008 in e 9 ig 1 tständ Selbs

2006

Steuern Vorsitz: Dipl. Ök. Dr. Hartmut Schwab, Augsburg Berufsrechte Vorsitz: RA Dr. Fritz-Eckehard Kempter, München Berufsbildung und Jugendpolitik Dr. Bernhard Reilmann, Lippstadt-Benningh. Soziale Sicherung Vorsitz: RA Dr. Ulrich Kirchhoff, Köln Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik Vorsitz: Wolf Kempert, Berlin Europa Vorsitz: Dr. Otmar Kloiber, Berlin Nichtverkammerte Freie Berufe Vorsitz: Eckhardt Böhle, Köln Internationales Vorsitz: RAin Dr. Sabine Stricker-Kellerer, LL.M., München Deregulierung Vorsitz: Dr.-Ing. Joachim Knüpfer, Harburg Chancengleichheit Vorsitz: Dr. Cornelia Goesmann, Hannover

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ganz 2004 jedoch “, die 2002 Tätige gestellt. ruflich dar „freibe 1989 nicht 2008 r 16.000 © IFB etwa das Jah 1989 fik für 1996 tember dieser Gra e Sep es End rden sie in 1994 gab R we er n DD 1992 malige t waren. Dah der ehe enz 1989** tzt ** In ers abgegr geschä and 1978 n, z.T. ebunge Jahres Erh des 1950 1.1. eigene iken, eils zum ., jew e Statist * in Tsd amtlich n und satione organi Berufs Quelle:

1998

Folgende Arbeitskreise sind im BFB organisiert:

Bundesverband der Freien Berufe

2000

Highlights der Verbandsarbeit • Gewerbesteuer Ein alle Freien Berufe bewegendes Thema ist natürlich bis in die jüngste Zeit das Thema „Gewerbesteuer“ geblieben: Die 2003 geplante Einbeziehung der Freien Berufe in die Gewerbesteuer konnte durch das geeinte Vorgehen des BFB und seiner Mitglieder abgewendet werden. 2008 bestätigte schließlich das Bundesverfassungsgericht die Verfassungsmäßigkeit der Gewerbesteuerfreiheit der Freien Berufe – auch hier hat der BFB mitgewirkt. • Partnerschaftsgesellschaftsgesetz Anfang der 90er Jahre engagierten sich der BFB und seine Mitglieder entscheidend für die Neuschaffung einer auf die besonderen Bedürfnisse der Freien Berufe zugeschnittenen Gesellschaftsform: der Partnerschaftsgesellschaft. Gegenüber Bundesjustizministerium und den Bundesländern wrde nachhaltig auf die besonderen Implikationen für die Berufsordnungen der Freien Berufe hingewiesen und so mit dafür gesorgt, dass im dritten Anlauf – nach zwei gescheiterten Gesetzesinitiativen in den 70er Jahren – das neue Partnerschaftsgesellschaftsgesetz ins Leben gerufen werden konnte. Dadurch ist für die Freien Berufe eine eigenständige gesell-

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schaftliche Rechtsform geschaffen worden, die inzwischen auch Möglichkeiten der Haftungsbegrenzung für die Partner vorsieht. Auch sind größere, überregionale und interprofessionelle Zusammenschlüsse erleichtert worden. Zum 1. Juli 1995 trat das neue Partnerschaftsgesellschaftsgesetz (PartGG) in Kraft: Ein typisches Beispiel für die allen freiberuflichen Berufsständen gleichermaßen zugute kommenden Aktivitäten des BFB. • Definition und Leitbild Bereits auf der ersten deutsch-französischen Tagung der Freien Berufe vom 31. Januar bis 1. Februar 1959 in Straßburg wurden sehr frühzeitig die Weichen für eine Begriffsbildung auf europäischer Ebene gestellt. So heißt es in dem Schlusskommuniqué: „Derjenige übt einen freien Beruf aus, der, ohne ein Gewerbe zu betreiben, in völliger Unabhängigkeit, ohne jede Unterordnung, sein Wissen und seine schöpferischen Gaben um der Leistung selbst willen mit einer Tätigkeit einsetzt, die vorwiegend geistiger Art ist“. Gerade in der internationalen Arbeit zeigt sich auch heute noch, wie wichtig eine zentrale Begrifflichkeit, wie wichtig eine „corporate identity“ für die Verständigung über Qualitätsstandards und Berufsethik sind. Die langjährigen Bemühungen des BFB um eine einheitliche Begrifflichkeit des „Freien Berufs“ sind schließlich sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene von Erfolg gekrönt: Auf nationaler Ebene erfolgte 1998 eine Legaldefinition des „Freien Berufs“ im Partnerschaftsgesellschaftsgesetz

(PartGG), die im Wesentlichen auf der Definitionsresolution der BFB-Mitgliederversammlung von 1995 beruht. Die Formulierung in der Resolution war über zwei Jahre lang im Arbeitskreis „Berufsrechte“ unter Leitung von Rechtsanwalt Prof. Dr. Michael Quaas (Stuttgart) mit den BFB-Mitgliedern erarbeitet worden. Mit maßgeblicher Unterstützung des damaligen Justiziars der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Rechtsanwalt Joachim Gres (Frankfurt/Main), konnte die Legaldefinition mit Bundesjustizminister a.D. Prof. Dr. Edzard Schmidt-Jortzig (FDP) in einer der letzten Gesetzesinitiativen der „Ära Kohl“ lanciert werden. 

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Auf europäischer Ebene greift die europarechtliche Legaldefinition in der „Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen“ ebenfalls auf die wesentlichen Komponenten der BFB-Definition von 1995 zurück. Dass dieser gemeinsame Wertekanon auch in einer modernen Gesellschaft als Leitbild verankert werden kann und muss, zeigt das zum Jubiläumsjahr mit wissenschaftlicher Begleitung erarbeitete „Leitbild der Freien Berufe“: Die Formulierung ethischer Grundsätze zur guten freiberuflichen Berufsausübung ist die wohl beste vertrauensbildende Maßnahme in einer Zeit, in der Vertrauen langsam aufgebaut, aber schnell verspielt wird. Das Leitbild integriert nicht nur bereits bestehende Leitbilder einzelner Berufsgruppen, sondern kann auch als Grundlage für berufsspezifische Leitbilder in den Freien Berufe dienen. • Berufsbildung und Ausbildungsengagement Im Bereich Berufsbildungspolitik vertritt der BFB die übergeordneten Interessen aller Freiberufler in folgenden Gremien: Im Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB), als Träger der Stiftung Begabtenförderung Berufliche Bildung (SBB) gemeinsam mit den Spitzenverbänden der gewerblichen Wirtschaft und im Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung (KWB). Im KWB kann beispielsweise darauf hingewirkt werden, dass (auch neue) Ausbildungsberufe auf die Bedürfnisse von Freiberuflern ausgerichtet werden und nicht in die freiberuflichen Vorbehaltsbereiche (bspw. durch IHK- und Handwerksberufe) eingegriffen wird. Zudem ist der BFB seit März 2007 offizieller Partner des Nationalen Ausbildungspaktes. Ziel des Paktes ist es, die Ausbildungssituation der jungen Menschen nachhaltig zu verbessern und die Freiberuflerbüros auf den drohenden Fachkräftemangel infolge des demographischen Wandels vorzubereiten und zum Gegensteuern zu bewegen. Hierzu fanden mit Unterstützung des BFB zahlreiche Regionalkonferenzen im Bundesgebiet

statt. Bereits im selben Jahr konnte der Negativtrend beim Neuabschluss von Ausbildungsverträgen in erfreulicher Weise gestoppt werden: Erstmals seit 2002 wurde wieder ein Anstieg der Vertragszahlen registriert. • Europa Bereits in den 50er Jahren schauten die Freien Berufe auch über ihre Staatsgrenzen hinweg und erörtern Gemeinsamkeiten und Probleme: So blieb beispielsweise die Diskussion zur grenzüberschreitenden Anerkennung von Diplomen bis in das Jahr 2007 aktuell: Im Oktober 2007 ist die Richtlinie (2005/36/EG) zur Reform der Anerkennung beruflicher Befähigungsnachweise in Kraft getreten – nicht ohne Berücksichtigung der Eingaben des BFB und seiner Mitglieder zum Erhalt der hohen Qualität in der Ausbildung bei den verschiedenen Freien Berufen.

5. März 2007: BFB ist Partner des Ausbildungspakts – v.l.n.r.: Bundesminister a.D. Franz Müntefering, Dr. Dieter Hundt (BDA), Bundesminister a.D. Michael Glos, Ludwig Georg Braun (DIHK), Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan, Dr. Ulrich Oesingmann, Hanns-Eberhard Schleyer (ZDH), Raimund Becker (BA) Foto: Liesa Johannssen/phototek.net

Welch weitreichende Bedeutung die Entwicklungen auf europäischer Ebene auf die Freien Berufe hat, zeigen zahlreiche jüngste Initiativen der Europäischen Kommission: Die 2006 in Kraft getretene Europäische Dienstleistungsrichtlinie (RL 2006/123/EG), die bis Ende diesen Jahres in deutsches Recht umzusetzen

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Parlament (EP) erhalten. Die Entschließung des EP vom 16. Dezember 2003 zu den Marktregelungen und Wettbewerbsregeln für die Freien Berufe wurde mit überwältigender Mehrheit angenommen. Das EP hatte zuvor bereits in seiner Resolution vom 5. April 2001 mehrheitlich die besondere Stellung der Freien Berufe in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft hervorgehoben. Seit 1981 nimmt der BFB zudem auch die Vertretung im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) wahr und bringt Expertise und Interessen der deutschen Freien Berufe in dieses, die europäischen Organe in Rechtssetzungsverfahren beratende, Gremium ein. Die vorgenannten Entwicklungen haben den BFB schließlich dazu bewogen, auf europäischer Ebene noch eine ganz andere Präsenz zu zeigen: Am 17. April 2007 veranstaltete der BFB in Brüssel seinen ersten europäischen „Tag der Freien Berufe“, der das Thema „Freie Berufe und Lissabon-Strategie – der Markt braucht Regeln“ kritisch durchleuchtete und knapp 150 Vertreter aus den europäischen Freien Berufen und ihren Institutionen zusammenbrachte. Allgemeines Fazit der Konferenz: Unter Hervorhebung der besonderen Bedeutung freiberuflicher Dienstleistungen für Allgemeinheit und Verbraucher sei ein regulatorischer Rahmen weiterhin geboten. Man dürfe nicht vergessen, dass Europa eine Chance sei, „wenn wir uns auf gemeinsame Grundwerte besinnen“ – so BFB-Präsident Dr. Ulrich Oesingmann.

Zur Stärkung des gesamteuropäischen Auftretens hat der BFB zudem mit den Dachorganisationen der Freien Berufe in Frankreich (1989), Österreich (1996) und der Schweiz (1998) Freundschaftsabkommen abgeschlossen. So können die fachübergreifenden Belange der Freien Berufe auch auf internationaler Ebene gemeinsam verfolgt werden.

ist: Hier hatte der BFB großen Anteil an der Koordinierung des sogenannten Einheitlichen Ansprechpartners (Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Dienstleister). Die Richtlinie über die Ausübung der Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung KOM(2008) 414 ruft ebenso nach dem Engagement der Freien Berufe wie das Grünbuch über Gesundheitsberufe in Europa und nicht zuletzt die zahlreichen Berichte zum „Wettbewerb in den Freien Berufen“. Zudem stellte der ehemalige Wettbewerbskommissar Mario Monti die Freien Berufe 2001 gar unter Kartellverdacht, was in der Folge zwei Berichte über den „Wettbewerb bei freiberuflichen Dienstleistungen“ der Europäischen Kommission (Generaldirektion Wettbewerb) nach sich zog (2004 und 2005). Diesem Vorwurf sind der BFB und seine Mitglieder nachhaltig entgegen getreten und haben dafür nicht zuletzt Rückendeckung vom Europäischen

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Europäischer Tag der Freien Berufe 2007: Dr. Ulrich Oesingmann, Alexander Graf Lambsdorff (MdEP), Evelyne Gebhardt (MdEP), RA Klaus-Heiner Lehne (MdEP), RA Arno Metzler

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der BFB und seine Landesorganisationen. Nachdem das APE-Programm zum 31. Dezember 2006 endgültig auslief, wurde mit dem JobStarter-Programm ein neues BMBF-Förderprogramm aufgelegt, in das auch das ehemalige APE-Programm als einer von 14 Programmbausteinen integriert wurde. 2. Comecom

Tag der Freien Berufe, 24. April 2002: Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder • Förderengagement Nicht unerwähnt bleiben soll auch das Förderengagement des BFB für die Freien Berufe: 1. Ausbildungsplatzentwickler Im bereits kurz nach der Wende gestarteten öffentlichen „Ausbildungsplatzentwicklerprogramm – APE “ engagierten sich lange Jahre

Zum anderen wurde 2001 bis 2005 mit öffentlichen Fördermitteln das „KompetenzZentrum E-Commerce“ (Comecom) geschaffen. Sein Ziel war es, Freiberufler „ans Netz“ zu bringen. In Erstberatungen und Schulungen informierte Comecom über die Besonderheiten des elektronischen Datenverkehrs und des Internets. Dadurch konnten viele Freiberufler den Umgang mit den neuen Medien, insbesondere in Fragen zur Homepage-Gestaltung, zur IT-Sicherheit erlernen bzw. ihre Kenntnisse weiter ausbauen. Insbesondere für kleine Freiberuflerbüros konnte so eine wesentliche Professionalisierung im Umgang mit den neuen Medien erreicht werden.

Standorte des BFB Erste Heimat des BFB war aufgrund des Sitzes der ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter in der Verbandsgeschäftsstelle zunächst Düsseldorf. Die Arbeitsorganisation des BFB war von Anbeginn durch eine kleine Geschäftsstelle und einen dem von Jahr zu Jahr wachsenden Aufgabenbereich nicht entsprechenden finanziellen Etat gekennzeichBFB net. Anfang der 70er Jahre wurde J u b i l ä u m sa n g e b o t M a l l o rc a daher allgemein die Notwendigkeit gesehen, die finanzielle Basis des BFB zu stärken und die VerbandsLeistungen: • Begrüßungscocktail geschäftsführung in „hauptamt• Übernachtung mit Frühstück liche Hände“ – namentlich Herrn • Kostenfreier Eintritt in unseren Spa Rechtsanwalt Herbert Wolfering – • 15 % Ermäßigung auf alle Beautyzu legen. In entsprechender Konund Wellnessanwendungen sequenz wurde daher auch die 69 € pro Person Geschäftsstelle näher an die politiim Comfort- Doppelzimmer schen Instanzen herangerückt: Am (Einzelzimmerzuschlag: 37,50 € pro Person) 1. August 1977 zog die Hauptgeschäftsstelle des BFB von DüsselBuchbar vom 1. April bis 30. September 2009 auf Anfrage und dorf nach Bonn. Zum 1. April 1999 nach Verfügbarkeit für mind. 2 Nächte erfolgte aus dem gleichen Grund unter dem Stichwort „BFB-Jubiläumsangebot“ und nur für Mitglieder die Sitzverlegung in die „neue“ des „BFB“. Hauptstadt Berlin in das „Haus der Freien Berufe“. Im Frühjahr 2000 eröffnete der BFB seine Brüsseler Dependance, um auch die zunehmend an Bedeutung für die Freien Berufe gewinnenden Prozesse auf europäischer Ebene intensiver begleiten zu können. 왘

Information und Buchung: Telefon +34 971 687-768 Fax +34 971 689-603 [email protected]

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Bilanz und Ausblick Die „Tour d’Horizon“ durch 60 Jahre Verbandsgeschichte ist bunt und vielfältig wie die Freien Berufe selbst. Von Anfang an zeigte sich in der BFB-Verbandsarbeit daher, dass immer wieder große Anstrengungen nötig sind, um die Mitgliedsorganisationen von der Notwendigkeit eines geeinten und zukunftsgerichteten Auftretens aller Freien Berufe zu überzeugen. Der erste Hauptgeschäftsführer des BFB, Dr. Ernst Brandi, fasste dies im Jahrbuch zum 50-jährigen Bestehen des BFB wie folgt zusammen: „Es gehört zur Geschichte des BFB, dass seine Gründer Aufgaben übernahmen, die weit über dem Rahmen der Vorstellungen einiger großer Mitgliedsorganisationen hinausgingen, die den Bundesverband lange Zeit als eine Fahne ansahen, die man nach Bedarf aushängen sollte“. Der BFB wird sich daher auch zukünftig der Herausforderung zu stellen haben, getreu seiner Satzung „die berufsübergreifende Interessenvertretung der Freien Berufe“ wahrzunehmen und gemeinsam mit seinen Mitgliedskammern und Mitgliedsverbänden mit Leben zu füllen.

Das Team des Bundesverbandes der Freien Berufe Berlin · Reinhardtstraße 34 · 10117 Berlin RA Arno Metzler, Hauptgeschäftsführer RAin Claudia Dittberner, Geschäftsführerin Dipl.-Volksw. Marcus Kuhlmann, Geschäftsführer Dr. Ellen Madeker, Referentin Ass. jur. Corinna Hartrampf, Referentin Dipl. Kffr. Petra Schlubach, Referat Steuerpolitik Petra Kleining, Pressesprecherin Dipl.-Bw. Annette Lindner, Finanzen Daniela Fritze, Redaktion „der freie beruf“ Petra König, Sekretariat

Homepage/Informationen Näheres zum BFB und den Freien Berufen kann im Internet abgerufen werden unter:

www.freie-berufe.de.

Sabine Ulke, Sekretariat Helga Krause, Buchhaltung Brüssel · 23, Rue Montoyer · B-1000 Brüssel RA Florian Lemor, Geschäftsführer Patricia Beheyt, Assistentin

RAin Claudia Dittberner, Geschäftsführerin im BFB

Institut für Freie Berufe – IFB e.V. – Nürnberg Am 15. Mai 1964 wurde das Institut für Freie Berufe an der FriedrichAlexander-Universität Erlangen/Nürnberg in der Form eines rechtsfähigen Vereins gegründet. Initiatoren waren neben einer Arbeitsgemeinschaft Freier Berufe in Nürnberg der Vorsitzende des bayerischen Landesverbandes Rechtsanwalt Karl-Heinz Wirschinger. Der BFB war Gründungsmitglied – sein jeweiliger Präsident ist Vorstandsmitglied.

Folgezeit eine große Zahl wissenschaftlicher Arbeiten, gleichermaßen von erheblicher Bedeutung für die Freien Berufe selbst wie für Regierungen und Parlamente in Bund und Ländern. Die Stiftung war ferner Mitbegründerin des Trägervereins des Instituts für Freie Berufe an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und fördert diese Einrichtung durch Jahreszuwendungen und Projektunterstützung im Einzelnen.

Ein Hauptziel der Institutsarbeit wurde es, Lücken bei der Erforschung der Freien Berufe nach und nach durch umfassende theoretische und empirische Untersuchungen über die Gesamtheit der Freien Berufe zu schließen. Neben der regelmäßigen statistischen Aufbereitung der Zahlen aus den Freien Berufen zeugt das 1993 publizierte Kompendium zur Struktur und Lage der Freien Berufen in Europa von der Qualität der Institutsarbeit.

Mit dem Bundesverband für Freie Berufe verbindet die Stiftung eine ständige Zusammenarbeit bei der Prüfung gemeinsam zu verwirklichender Forschungsprojekte.

Zudem engagiert sich das Institut in der Gründungsberatung für die Freien Berufe und stellt entsprechendes Broschürenmaterial zur Verfügung.

Das Forschungsinstitut Freie Berufe (FFB) wurde im November 1989 als Institut des Fachbereichs Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Lüneburg gegründet. Es widmet sich ebenfalls der Forschung der Freien Berufe.

Homepage des Instituts: http://www.ifb.uni-erlangen.de/.

Ludwig Sievers Stiftung Aus Anlass seines 70. Geburtstags ist hat Dr. Ludwig Sievers am 27. März 1959 eine „Stiftung zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und Bedeutung der Freien Berufe“ ins Leben gerufen. Die Stiftung begann alsbald mit der Herausgabe einer Schriftenreihe und finanzierte in der

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Die Homepage der Stiftung: http://www.sievers-stiftung.de/.

Forschungsinstitut Freie Berufe – FFB – Lüneburg

Im Vordergrund steht die interdisziplinäre Forschung der Freien Berufe mit theoretisch und empirisch fundierten Beiträgen aus den Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften. 1989 ist ein umfassendes Werk zur Lage der Freien Berufe in Deutschland und Europa erschienen. Homepage des Instituts: http://ffb.uni-lueneburg.de.

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