10 Jahre Bio Fernwärme Sieggraben reg.gen.m.b.h

June 16, 2017 | Author: Victoria Lorentz | Category: N/A
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10 Jahre Bio Fernwärme Sieggraben reg.Gen.m.b.H.

1998 - 2008

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10 Jahre Bio Fern 1998 - Beginn der Erfolgsstory 1. Ausbaustufe:

Fernwärme aus Biomasse - ein Projekt mit Zukunft! Mein klares Ziel ist die Versorgung Burgenlands zu 100 % aus erneuerbarer Energie – bei Wärme, Strom und Treibstoffen. Wir sehen heute weltweit die Folgen des Klimawandels, die Preise für fossile Energieträger explodieren. Die Nutzung heimischer erneuerbarer Energieträger ist die zentrale Antwort auf diese Probleme. Wir müssen daher konsequent und Schritt für Schritt am Ausbau der Bioenergie arbeiten. Natürlich hat die Ernährung der Bevölkerung weiter Priorität. Das bedeutet, hinkünftig die Energieeinsparung und Energieeffizienz noch weiter voranzutreiben, um den Flächenbedarf für die Energieproduktion möglichst gering zu halten. Auch der Ausbau der Sonnenenergie wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Flächen für die Energieproduktion einzusparen. Im Bereich der Fernwärme aus Biomasse konnte im Burgenland vieles bewegt werden. Insgesamt wurden 51 BiomasseFernwärmeanlagen mit einer Gesamtleistung von 73 MW errichtet. Von den Betreibern der Fernwärmeanlagen wurden bisher € 85 Mio. investiert, die dafür bereit gestellte Fördersumme beträgt € 39,7 Mio. und wurde aus Mitteln von Land, Bund und EU aufgebracht. Bereits rund 5.100 Haushalte und Betriebe werden mit umweltfreundlicher, komfortabler und kostengünstiger Energie versorgt. Von Seiten des Landes werden auch in Zukunft alle Anstrengungen unternommen werden, die Entwicklung bei der Biomassenutzung dynamisch voranzutreiben. Den Betreibern der Fernwärme Sieggraben darf ich für die in den ersten zehn Jahren geleistete Pionierarbeit herzlich danken. Gleichzeitig wünsche ich viel Kraft und Energie bei der Verwirklichung weiterer Vorhaben – und vor allem eines: auch in Zukunft möglichst viele zufriedene Wärmeabnehmer.

Gründung der Genossenschaft. Bau des Heizhauses. Leitung über Brentweg, Angergasse zur Hauptstraße bis zur Volksschule und Riegel.

2. Ausbaustufe: Erweiterung des Rohrnetzes in Richtung Süden, Untere Hauptstraße, Mühlweg, Wolfgrabenweg, Buchriegelweg und Schwarzenbachstraße. Erweiterung im Rahmen der 2. Ausbaustufe in Einschicht und Schwarzriegel. Im Heizhaus wurde ein zweiter Heizkessel aufgestellt.

3. Ausbaustufe Erweiterung des Leitungsnetzes Fernblick, Einschicht, Schwarzenbachstraße und Obere Hauptstraße.

4. Ausbaustufe Erweiterung des Leitungsnetzes Wolfgrabenweg, Brentweg, Lussweg. Aufstellung eines 60.000 Liter Pufferspeichers.

Die Kosten Anschlusskosten 2008: Grundpreis Steigerungsbetrag für 150 m2 (à 7,3 €) Geschäftsanteil

EUR 6.450,-EUR 1.080,-EUR 363,--

Gesamt

EUR 7.893,--

Heizkosten 2008: Bis 20.000 kw/h pro Jahr Darüber hinaus Jährliche Zählergebühr

EUR 0,565 für 10 kW/h EUR 0,485 für 10 kW/h EUR 195,-alle Preise inkl. Ust.

In den Anschlusskosten sind die Zuleitungen ohne Grabungsund Wiederherstellungsarbeiten und die Übergabestation dabei. Die Station wird Fernwärmeseitig angeschlossen. Die Abrechnung erfolgt über einen eingebauten, geeichten Wärmezähler. Zur ordnungsgemäßen Regelung der Anlage wird ein Raum- und ein Außenfühler beigestellt. Elektrische Installationen und die sekundärseitigen Installationen werden nicht durchgeführt. Die Geräte bleiben im Eigentum der Fernwärme und werden von dieser gewartet.

Landesrat DI Niki Berlakovich

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wärme Sieggraben Die technischen Daten 2 Heizkessel mit je 1000 KW Nennleistung 1 Pufferspeicher mit 60 000 Liter Ca 9.900 M Leitungsnetz inkl. Hauszuleitungen 178 Anschlüsse mit Übergabestationen 22 Kleinanschlüsse (Lediglich Rohrleitungen im Haus) Gesamtanschlusswert 3050 KW Gesamtinvestitionssumme: 4,011.540 Euro (55,200.000 Schilling) Hievon Förderungen EU, Bund, Land: 1,656.940 Euro ( 22,800.000 Schilling) 1998 lieferte die Fernwärme an 39 Haushalte 0,871 Mega-WattStunden Wärme 1999 an 70 Haushalte 1,525 MWh. 2000 an 93 Anlagen 1,727 MWh. 2001 an 109 Anlagen 2,273 MWh. 2002 an 123 Anlagen 3,099 MWh. 2003 an 125 Anlagen 3,084 MWh. 2004 an 138 Anlagen 3,080 MWh. 2005 an 161 Anlagen 3,41 MWh. 2006 an 171 Anlagen 3,424 MWh. 2007 an 176 Anlagen 3,465 MWh. Um 3,465 MWh Wärme mit Erdöl zu erzeugen würde man ca. 350.000 Liter Heizöl benötigen und das würde einen CO2 Ausstoß von 1.015 Tonnen bedeuten. Bewertet man die Umweltbelastungen von 1 kg Kohlendioxid mit 0,36 Euro so heißt das, dass allein die Fernwärme Sieggraben jährlich Kosten im Ausmaß von 378.000 Euro einsparen hilft. Beim derzeitigen Ölpreis von 1,08 Euro würde das auch bedeuten, dass jährlich 378 000 Euro die Ölscheichs und Großkonzerne verdienen würden. Um diese Wärmemenge erzeugen zu können werden jährlich ca. 1.500 Tonnen Holz, das sind ca. 6.000 SRM (Schüttraummeter) oder ca. 2.400 FM (Festmeter) benötigt.

10 gute Jahre für Sieggraben Mit dem Bau der Bio Fernwärme Sieggraben hat unser Ort nicht nur für günstigere Energiepreise für rund 180 Abnehmer gesorgt, sondern auch einen großen Umweltbeitrag geleistet. Wir alle wissen, wie wichtig eine bessere - sprich CO2-arme Luft für uns alle und darüber hinaus für die Region ist. Ich darf allen Funktionären und Mitarbeitern der Bio Fernwärme Sieggraben für ihr Engagement, ihre Begeisterung und Freude an der Arbeit für diese umweltfreundliche Bio Heizung danken. Ohne großen und meist entgeltlosen Einsatz kann ein solches Werk nicht aufgebaut und erfolgreich geführt werden. Durch effizienten Schutz unserer Umwelt und öffentliche Abnehmer, wie Gemeindeamt, Schule, Kindergarten, Feuerwehrgebäude, Polizei, Sportund Kulturhalle, Kirche und Pfarrheim, profitiert die gesamte Bevölkerung unseres Ortes davon. Diesen bis heute gelebten Pioniergeist und Innovationssinn wünsche ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bio Fernwärme Sieggraben für viele weitere Jahre. Vinzenz Jobst Bürgermeister

Was immer Sie unternehmen Wichtig ist die richtige Bank Raiffeisenbezirksbank Mattersburg Bankstelle Sieggraben -3-

Dörfliche Lebensqualität Obmann Anton Taschner

Die Bio Fernwärme feiert ihren 10. Geburtstag. Seit 10 Jahren versorgt die Bio Fernwärme Sieggraben reg.Gen.m.b.H. ihre Abnehmer mit Wärme. In dem Jahrzehnt ihres Bestandes hat sie nicht nur eine bedeutende wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung mitgemacht, sondern hat auch für die positive Entwicklung der dörflichen Lebensqualität einen wesentlichen Beitrag geleistet. Ohne Energie ist Lebensqualität nicht möglich. Das Biomassekraftwerk ist ein großer Schritt zur nachhaltigen Sicherung von Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit in Sieggraben. Vor zehn Jahren wurde, ein für diese Zeit modernes, ja für nachfolgende Heizwerke, richtungweisendes Heizhaus, gebaut. Dies sicherte eine schlagkräftige, nachhaltige Wärmeversorgung. Viele haben sich bei der Errichtung uneigennützig zur Verfügung gestellt, ohne nach Lohn und Anerkennung zu fragen. Das vollbrachte Werk wird auch künftig ihr Zeuge sein. Die Entwicklung der letzten zehn Jahre war so rasant, dass sie nur aus einem Hollywood Drehbuch stammen könnte. Was aus einer kleinen Idee entstanden ist, kann sich sehen lassen. Es gab kein einziges

Jahr des Stillstands. Ständig wurde weiter ausgebaut, vergrößert, neue Anschlüsse durchgeführt, für die zukünftige Brennstoffversorgung vorgebaut und der Wärmeverkauf gesteigert. Rückblickend kann gesagt werden, dass man zwar die eine oder andere Kleinigkeit hätte anders machen können, aber im Gesamten ist das Werk gelungen. Es wurde eine unvorstellbare Investitionssumme von über 4 Millionen Euro, oder 55 Millionen Schilling, eingesetzt. Viel wurde in den letzten zehn Jahren erreicht. Nur eines konnte nicht realisiert werden. Die Stromerzeugung. Das Projekt: Stromerzeugung aus Holz konnte nicht realisiert werden, da die Technik noch nicht so weit ist. Stromerzeugung aus Fotovoltaik konnte nicht umgesetzt werden, da die Förderung keinen wirtschaftlichen Betrieb ermöglicht. Ziel ist die Stromerzeugung aber immer noch und wird hoffentlich in den nächsten Jahren umgesetzt werden können. Wärmeleitungen werden wahrscheinlich nicht mehr weiter ausgebaut. Es werden in Zukunft nur mehr Anschlüsse entlang der bestehenden Hauptleitungen durchgeführt werden. Ich möchte mich noch bei allen Mitgliedern für ihr Vertrauen, bei allen Mitarbeitern und Helfern für die Unterstützung bedanken.

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Der Vorstand

Obmann Anton Taschner

Obman-Stv. Anton Dorr

Anton Marass

Ratsvikar Johann Plank

Anton Werfring

Bgm. Vinzenz Jobst

Werner Reisner

Geschäftsführer Dir. Johann Novak

GV Dominikus Werfring

Ing. Hermann Fischer

GR Gerhard Taschner

Maria Dorr Administratives

Der Aufsichtsrat

Vorsitzender Univ.Prof. DI Dr Manfred Schrödl

Vorsitzender-Stv. DI Werner Giefing

Eva Holzinger

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GR Josef Buchta

Umfrage: Warum haben Sie sich für die Fernwärmeheizung entschieden?

Maria Taschner

Nicole Karner

Corina Wallner

Drei Schülerinnen der HAK Mattersburg Maria Taschner, Nicole Karner und Corina Wallner, sowie eine Schülerin der HLA Wr. Neustadt Sabine Schöll, führten für die Biofernwärme Sieggraben eine Umfrage durch. Sie kontaktierten telefonisch 100-Fernwärmenützer und befragten sie zu verschiedenen Punkten. Unter anderem, ob sie zufrieden mit der Fernwärmeheizung seien, worauf 100 % mit „Ja“ antworteten. Außerdem fanden die Schülerinnen heraus, dass der Großteil der Nutzer auch andere

Sabine Schöll

Heizformen wie z.B. Kachelöfen verwendet. Zu dem ging aus der Umfrage hervor, dass sich die Meisten aufgrund der Arbeitsersparnis, der Luftverbesserung sowie der Kostenersparnis für diese Heizform entschieden haben. Viele der Fernwärmebenützer heizten vor dem Anschluss an die Fernwärme mit Holz bzw. Öl. Bei der Mehrheit sind die Kosten seit dem Umstieg auf die Heizung mit Hackschnitzel gesunken. Zur Freude der Vorstände sowie des Obmannes Anton Taschner würden 99 % einen Anschluss weiterempfehlen.

Sonstiges Keine Heizung zuvor

Warum haben Sie sich für die Fernwärmeheizung entschieden? o Verbesserung der Luft (52) o Arbeitsersparnis (62) o Weil alte Heizung sanierungsbedürftig war (21) o Kostenersparnis (34) o Förderungen (7) o keine Heizung zuvor (4) o Sonstiges (6)

Förderungen Kostenersparnis Alte Heizung sanierungsbedürftig Arbeitsersparnis Verbesserung der Luft

PETRA WUKOVITS GMBH 7223 Sieggraben, Untere Hauptstraße 8, Tel. 02621/2218 -6-

10 Jahre Fernwärme Sieggraben Aus der Sicht des Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Schrödl Energie ist in aller Munde. Unsere Wirtschaft ist weitgehend auf fossile Energieträger aufgebaut. Heuer hat der Ölpreis die magische Marke von 100 EUR nach oben durchbrochen. Energie wird zunehmend knapper, und dies aus zwei Gründen: Erstens werden die Schwellenländer wie Indien oder China einen ungeahnten Energiehunger in den nächsten Jahren entwickeln, und zweitens scheint die maximale Fördermenge an Rohöl überschritten, das heißt, es wird in Zukunft immer mehr verbraucht und weniger gefördert, und dies zu immer schwierigeren Bedingungen. Da muss man kein Wirtschaftsexperte sein, um abzuschätzen, dass der Ölpreis die nächste magische Marke von 200 EUR überspringen wird, und zwar schneller, als wir dies derzeit wahrhaben wollen. Vor 10 Jahren haben Anton Taschner und sein Team die Ärmel aufgekrempelt, um eine Vision umzusetzen: Sieggraben soll eine langfristige kostengünstige Wärmeversorgung aus lokaler CO2-neutraler Energie bekommen. Denn Sieggraben ist gesegnet mit einer herrlichen, waldreichen Landschaft. So lange die Sonne scheint, werden hier genug Bäume wachsen, um den Energiebedarf des Ortes decken zu können. Skepsis machte sich in der Anfangszeit breit. Ich kann mich noch genau erinnern, als ich im Herbst vor 10 Jahren, als das Projekt gerade umgesetzt wurde, morgens an der Bushaltestelle nach Wien stand und Gespräche aufschnappte, die der Idee der Fernwärme nichts abgewinnen konnten: „Die Leute, die da mitmachen, werden noch schauen, wenn sie im Winter in der Kälte sitzen…“ – so und ähnlich war die Meinung von manchen, die keinen Glauben an die positive Energie

Univ.Prof. DI Dr Manfred Schrödl einer Vision und eines gemeinsam definierten Zieles hatten. Heute, nach zehn Jahren Betrieb der Fernwärme, kann ich mit Respekt vor allen operativ Tätigen feststellen, dass Zufriedenheit unter den Genossenschaftsmitgliedern über die Zuverlässigkeit und die Kostensituation der Wärmeversorgung herrscht. Zahlreiche Anfragen über weitere Anschlusswünsche bestätigen, dass das Projekt „Fernwärme Sieggraben“ inzwischen auf breite Akzeptanz stößt. Mein Beitrag als Aufsichtsratsvorsitzender bestand und besteht darin, auf Transparenz in den operativen Abläufen, der Finanzgebarung, der Logistik zu sorgen und auf eine möglichst effiziente Abwicklung des Geschäfts bei Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben und Sicherheitsbestimmungen zu sorgen. Ich werde dies, solange ich dieses Amt, das ich sehr gerne im Dienste der Genossenschaft und ihrer Mitglieder ausführe, auch stets einfordern und überprüfen. Projekte wie die Fernwärme Sieggraben sind die Kristallisationspunkte einer neuen, ökologisch aufgebauten nachhaltigen Energiewirtschaft, seien es Treibstoffe, Wärme-, Kälte- oder elektrische Energie. Solche Leitprojekte zeigen, dass es möglich ist, mit lokalen Ressourcen, guten Ideen, neuester Technologie und einer gehörigen Portion Optimismus auch die großen Umwelt- und Energieprobleme der Zukunft zu lösen. Ich wünsche der Fernwärme Sieggraben auch weiterhin einen erfolgreichen Betrieb im Dienste der Bevölkerung Sieggrabens.

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Die Geschichte der Bio Umweltschonung und billiges Heizen – die Fernwärme Sieggraben ist dafür der Beweis Sieggraben hat wettermäßig betrachtet eine günstige Lage. Trotzdem gab es Wintertage, an denen die Abgase der vielen Rauchfänge sichtbar wurden – die so genannte Inverswetterlage. Windstille Tage, an denen die höheren, stabilen Luftschichten ein Aufsteigen des Rauches verhinderten und sich diese grauen Abgase wie ein Schirm entlang der Luftschichtgrenzen ausbreiteten. Das ist Vergangenheit – der Rauchfang des Fernheizwerkes hat vor allem im Winter eine große Rauchfahne. Diese ist aber weiß, ein Zeichen, dass jedes Holz beim Verbrennen Wasserdampf abgibt, weil es kein absolut trockenes

Holz gibt. Auch wenn ein Teil der Fernwärmekunden vorher schon mit Holz geheizt hat, ist die Umweltschonung besser. Die Öfen der Fernwärme Sieggraben werden von Lamdasonden geregelt und durch eine aufwändige elektronische Regelung im Verbrauch optimiert. Damit liegt auf der Hand, dass Sieggraben umweltschonender heizt als vor der Gründung der Fernwärmegenossenschaft. Dass diese für die Mitglieder auch noch die billigste Form der Heizung ist und die Heizpreise zehn Jahre lang gleich blieben, spricht für die Richtigkeit der Idee.

Die Verantwortlichen der ersten Stunde

Dir. Johann Novak Geschäftsführer, Verfasser der Chronologie über die letzten 10 Jahre der Bio Fernwärme Sieggraben

OAR Martha Reisner Geschäftsführerin bis März 2008

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Fernwärme Sieggraben Die Gründung Beinahe wäre in den Achtzigerjahren in Sieggraben eine der ältesten Fernwärmegenossenschaften des Burgenlandes entstanden – allein die Zeit war noch nicht reif dafür. 1998 wurde die Idee wieder aufgegriffen und dieses Mal erfolgreich umgesetzt. Ideen brauchen Geburtshelfer zur Realisierung, genannt Proponenten (Gründer). Die erfolgreichen Proponenten waren – alphabetisch gereiht – Anton Dorr, Untere Hauptstraße 5, Ing. Hermann Fischer, Einschicht 7,

Bürgermeister Vinzenz Jobst, Brentweg 30, Anton Marass, Riegel 15, Erich Schöll, Riegel 7, Anton Taschner, Wolfgrabenweg 8, und Dominikus Werf-ring, Riegel 9. In der Informationstour informieren sich die Proponenten über Wärmeerzeugung aus Hackschnitzel, Technik, Holzaufbringung, Funktion und geeignete Rechtsformen für das Unternehmen. Die Proponenten entschieden sich für die Rechtsform der Genossen-

schaft. Dies ist eine selbstständige juristische Person, die im Eigentum aller Mitglieder steht, die vom Vorstand, der von den Mitgliedern in der Vollversammlung gewählt wird, verwaltet und ebenfalls zu wählenden Aufsichtsrat kontrolliert wird. Die Genossenschaft muss einem Revisionsverband beitreten, von dem mindestens alle zwei Jahre eine Prüfung der gesamten Geschäftsgebarung durch einen unabhängigen Revisor veranlasst wird.

Am 9. Mai 1998 kam es zur Gründungsversammlung. Die Proponenten bestimmten Bürgermeister Vinzenz Jobst zum Vorsitzenden der Versammlung, der den Zweck der zu gründenden Genossenschaft erläuterte. In den Vorstand, der für die Planung, die Errichtung, die Geschäftsgebarung und Verwaltung der Genossenschaft zuständig und verantwortlich sein sollte, wurden einstimmig folgende Herren gewählt: Obmann Obmannstellvertreter Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

Anton Taschner Anton Dorr Erich Schöll Vinzenz Jobst Anton Marass Werner Reisner Dominikus Werfring Anton Werfring Josef Rohl Ing. Hermann Fischer Johann Plank Gerhard Taschner Julius Wagner

Wolfgrabenweg 8 Untere Hauptstraße 5 Riegel 7 Brentweg 30 Riegel 15 Untere Hauptstraße 14 Riegel 9 Brentweg 11 Untere Hauptstraße 13 Einschicht 7 Obere Hauptstraße 4 Angergasse 31 (seit 13.11.1999) Buchriegelweg 6 (seit 13.11.1999)

Ein Aufsichtsrat wurde bestellt, der für die Kontrolle der Genossenschaft und der Arbeit des Vorstandes zuständig sein sollte. Gewählt wurden: Vorsitzender Vorsitzender-Stv. Aufsichtsratmitglied Aufsichtsratmitglied Die Gründungsversammlung beschloss weiters, der Raiffeisenlandesbank Burgenland Waren- und Revisionsverband zwecks Durchführung der gesetzlichen Revision beizutreten. Die Genossenschaft wurde danach als selbstständige juristische Person, die alle zum Betrieb erforderlichen Rechte und Pflichten im eigenen Namen durchführen durfte, in das Firmenbuch beim Landes- und Handels-

Adalbert Bertalan Univ.Prof. DI Dr. Manfred Schrödl Dr. Dominikus Giefing DI Werner Giefing gericht Eisenstadt eingetragen. Der Durchführung der Investitionen und der Aufnahme des Geschäftsbetriebes stand damit nichts mehr im Wege. Zur Erledigung des Zahlungsverkehrs, der Büro- und Verwaltungsagenden bestellte der Vorstand Martha Reisner, Untere Hauptstraße 14, und Johann Novak, Untere Hauptstraße 81, zu Geschäftsführern. Beide übten ihre Tätigkeit so wie die Vorstands-9-

Schwarzenbachstraße 7 Untere Hauptstraße 9 Obere Hauptstraße 15 Untere Hauptstraße 1 und Aufsichtsratsmitglieder ehrenamtlich aus. Unmittelbar nach der Gründung schied der Vorsitzende des Aufsichtsrates Adalbert Bertalan auf eigenen Wunsch aus der Genossenschaft aus, den Vorsitz übernahm Univ. Prof. DI Dr. Manfred Schrödl, Untere Hauptstraße 9, und Rudolf Kurz, Untere Hauptstraße 70, wurde in den Aufsichtsrat gewählt.

Die Geschichte der Bio Planung und Realisierung des Projektes Der Vorstand beauftragte den gewählten Obmann Anton Taschner in Zusammenarbeit mit dem Technischen Büro Ing. Koch aus Güssing – Planer Johann Karausz, ein erfahrener Bautechniker und Planer von Fern-wärmegenossenschaften – mit der Ausschreibung und Durchführung aller Investitionen. Wie sich zeigen sollte, war dieses Team die richtige Entscheidung, weil sie nicht für die 50 Interessenten, die ihre Wärme für Warmwasserbereitung und Heizung konkret beziehen wollten, sondern vorausschauend einen leistungsfähigen Ofen mit einer Leistung von einem Megawatt Wärme und einen zweiten Standplatz für einen gleichgroßen Ofen vorsahen. Dafür gebührt den Planern Lob und Anerkennung, da sie damit den Mitgliedern wesentliche Kosten bei einem weiteren Ausbau ersparten.

stellung eines Wärmetauschers und Wärmeabnahme ab Installation des Wärmetauschers) erfolgen können, sondern auch „Teilanschlüsse“ (das sind Hauseinleitung ohne Aufstellung eines Wärmetauschers). Dies sollte den Mitgliedern, die erst kürzlich ihre Heizung erneuert oder repariert hatten, einen Anschluss ohne die voll finanzielle Belastung für einen Vollanschluss ermöglichen.

Die Planung sah von Anfang an vor, dass nicht nur „Vollanschlüsse“ (das sind Anschlüsse mit sofortiger Auf-

Die Proponenten mussten Überzeugungsarbeit leisten, dass die Haftung der Mitglieder beschränkt ist und die

Die Hausbesuche für die Werbung von Fernwärmeanschlüssen waren überschattet von der Konsumpleite und den kursierenden Gerüchten über Schwierigkeiten bei anderen Fernwär-megenossenschaften und der Skepsis, ob eine derartige Anlage unter den topographischen Gegebenheiten von Sieggraben (Berg- und Talführung der Fernwärmeleitungen) voll funktionieren würde.

Proponenten, die sich sachkundig gemacht hatten, Gewähr für ein erfolgreiches Gelingen bieten. Den Gemeindevertretern, allen voran Bürgermeister Vinzenz Jobst, ist in dreifacher Hinsicht ein aufrichtiges Danke zu sagen. Die Gründung der Genossenschaft war wesentlich begünstigt durch die intensive Werbeund Überzeugungsarbeit der meisten Gemeindefunktionäre. Der Anschluss aller Gemeindebauten an die Fernwärmeversorgung ist für die Gemeinde ein lukratives Geschäft, weil sie eine wesentliche Einsparung bei den Heizkosten erzielt, bietet aber auch große Vorteile für die Genossenschaft durch den hohen Fernwärmebedarf der Gemeindeobjekte und die Vorbildwirkung der Gemeindeanschlüsse für andere Anschlusswerber. Letztlich ist auch dafür zu danken, dass durch einen Gemeindezuschuss der Förderungsausfall bei den Anschlüssen der Gemeindegebäude ausgeglichen wurde. Es ist zwar unverständlich, dass die Gemeindeanschlüsse aus der Bemessungsgrundlage für die Förderung ausgeschlossen werden, aber so ist eben die Ge-setzeslage. Das Gebäude in seiner ursprünglichen Planung wies ostseitig eine unvorteilhafte Fassade aus. Der Musikverein suchte zu der Zeit ein Heim, in dem er ungestört üben und spielen konnte. Eine Realteilung des Grundstückes für die Zwecke des Musikvereines war juristisch nicht möglich, sodass eine sehr langfristige Vereinbarung getroffen werden musste und der Musikverein baute seine Räume mit der Genossenschaft.

Der Musikverein Waldheimat Sieggraben hat im Heizhaus eine Heimstätte gefunden - 10 -

Im Hinblick auf den geförderten Bau der Genossenschaft wurde penibel auf eine Kostentrennung zwischen Musikheim und Heizhaus geachtet.

Fernwärme Sieggraben Die Finanzierung Von Anfang an war klar, dass die Mitglieder die Investitionskosten nicht in voller Höhe durch Geschäftsanteile und Anschlussgebühren aufbringen konnten. Der Zeitpunkt für die Errichtung eines Heizwerkes war günstig gewählt, weil das Burgenland Ziel-1 Gebiet in der EU geworden war und damit Zuschüsse aus EU-Mitteln, Bundesund Landesmitteln von 55 Prozent der Investitionssumme beantragt werden konnten. Landesrat ÖkRat Paul Rittsteuer unterstützte voll den Ausbau der Alternativ- und Bio-Energiemaßnahmen im Burgenland, sodass er bereits am 21. Juli 1998 den Beschluss der Landesregierung von 14.7.1998 über die Förderung unseres Projektes mitteilen konnte. Die Rechtsform brachte mit sich, dass die Genossenschaft steuerlich als Unternehmer gilt. Dies bedeutet für Investitionen und den Betrieb die volle Rückerstattung aller in Rechnung gestellter Umsatzsteuern (=Vorsteuer). Dies ist allerdings kein Geschenk des Finanzamtes, weil andererseits für alle Einnahmen die Umsatzsteuer zu bezahlen ist, sodass langfristig die Zweite Ausbaustufe: Im Rahmen der zweiten Ausbaustufe wurde ein zweiter Kessel angeschafft und das Netz im großen Umfang erweitert. Die Finanzierung erfolgte nach der gleichen Art wie die erste Ausbaustufe, der Kreditbedarf für diese Ausbaustufe betrug nur 2,5 Mio ATS. Die Gesamtleistung der Kessel beträgt 2 Megawatt Nennleistung und 2,3 Megawatt Spitzenleistung. Damit war Vorsorge für einen weiteren Ausbau getroffen. Die positiven Erfahrungen der Wärmebezieher und die Preisentwicklung auf dem Energiesektor führten zu einem raschen weiteren Ausbau. Es folgten die Ausbaustufen 3 und 4. Damit war aber die Wärmekapazität der Öfen für einen weiteren Ausbau erschöpft, sodass nur mehr

bezahlte Umsatzsteuer die erhaltene Vorsteuer übersteigt. Mittelfristig ergibt sich jedoch ein Finanzierungsvorteil, weil die Vorsteuererstattung eine höhere Kreditfinanzierung erspart. Nennenswerte Eigenleistungen der Mitglieder in Form von Mitarbeit beim Bau, die die Herstellungsfirmen bei ihrer Rechnungslegung zu berücksichtigen hatten, waren eine zusätzliche Eigenfinanzierung. Die Eigenleistungen wurden nicht sofort bezahlt, sondern in späteren Jahren mit den Heizkosten verrechnet. Darüber hinaus wurde die bei anderen Fernwärmegenossenschaften übliche Finanzierungsart gewählt, nämlich zusätzlich zu dem von den

Mitgliedern aufgebrachten Eigenkapital eine Kreditfinanzierung in Anspruch zu nehmen. Die Kredite sind aus den nach Betriebsaufnahme fließenden Einnahmen zu bedienen. Der Ausbau der Wärmeversorgung sollte in Teiletappen erfolgen. Nach der ersten Ausbaustufe (Errichtung Heizwerk, Trasse Eisengraben, Angergasse, Teil der Hauptstraße) sollten weitere folgen, durch die topographisch mögliche Anschlusswerber an die Fernwärmeversorgung angeschlossen werden sollten. Für die erste Ausbaustufe sind interessehalber auch einige Zahlen angebracht, um die obigen Ausführungen zu veranschaulichen:

Beträge in Tausend Schilling Anzahl der zugesagten Anschlüsse 51 Investitionen – Bruttobeträge inklusive Vorsteuer ATS 25.200 Hievon Vorsteuererstattung ATS - 4.200 Zu finanzierende Herstellungskosten ATS 21.000 Finanziert mit: Geschäftsanteile der Mitglieder 300 Anschlussgebühren ATS 4.500 Eigenleistungen beim Bau ATS 1.100 Förderung EU, Bund, Land und Gemeinde ATS 11.600 Bankkredit Laufzeit 15 Jahre ATS 3.500

Anschlüsse entlang der bestehenden Trassen erfolgen können. Die letzten beiden Ausbaustufen konnten – obwohl die Förderungen in weiterer Folge auf 50 Prozent und dann auf 40 Prozent reduziert wurden – mit Anschlussgebühren und aus dem

Cash-flow des Betriebes finanziert werden. Die Gesamtinvestitionen sind in der nachstehenden Tabelle angeführt, wobei die Schillingdarstellung gewählt wurde, da diese noch immer trotz Euro-Erfahrung eine bessere Übersicht gestattet:

Beträge in Tausend Schilling Anzahl der Anschlüsse 172 Investitionen mit Bruttobeträgen inkl. Umsatzsteuer ATS 55.200 Hievon Vorsteuererstattung ATS - 7.600 Herstellungskosten ATS 47.600 Hiefür erhaltene Förderungen ATS - 22.800 Von der Genossenschaft zu amortisieren ATS 24.800 Restbuchwert von 30. Juni 2007 ATS 14.730 Die Mitglieder haben für die Investitionen die Geschäftsanteile mit 20.000 ATS und die Anschlussgebühren mit 14.312 ATS aufgebracht. - 11 -

Die Geschichte der Bio Der Keulenschlag der Finanzbehörde Die Finanzbehörde hatte die Anschlussgebühren als umsatzsteuerfreie Mitgliedsgebühren in Analogie zu Gesellschaftereinlagen anerkannt, kam aber dann zu der Auffassung, dass es sich um umsatzsteuerpflichtige Leistungen handelt, wobei die Umsatzsteuer sofort mit der Bezahlung der Anschlussgebühren von der Genossenschaft zu entrichten sei. Die betroffenen Genossenschaften, darunter auch die Fernwärme Sieggraben, sahen darin – abgesehen von den rechtlichen Gründen – einen Verstoß gegen Treue und Glauben, einem anerkannten Grundsatz im Steuerrecht. Sie gingen gemeinsam in die Berufung bis zur obersten Instanz. Letztlich teilte der Verwaltungsgerichtshof die

Meinung der Finanzbehörde. Die Fernwärme Sieggraben musste nach dieser Entscheidung die Umsatzsteuer für alle Anschlussgebühren nachzahlen. Der Vorstand vertrat die einstimmige Auffassung, dass diese Nachzahlung nicht auf die Mitglieder,

die die Anschlussgebühren bezahlt hatten, überwälzt werden durfte. Soweit diese Umsatzsteuer nicht aus dem laufenden Betrieb bezahlt werden konnte, wurde ein Kredit aufgenommen, der zum 30. Juni 2007 noch mit 41.100 Euro zu Buche stand.

Kredite sind nötig Zum Zeitpunkt der Gründung unserer Genossenschaft bestanden im Burgenland bereits 25 Fernwärmegenossenschaften. Trotz einer positiven Vorschaurechnung lehnte eine burgenländische Bank die Finanzierung aus Bonitätsgründen ab, sodass eine Wiener Bank

Technikhalle (o)

Holzlagerund Hackgutlagerplatz (r)

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die Finanzierung übernahm. Als Form der Kredite wurden Annuitätskredite gewählt, das heißt dass die Kredite samt Zinsen in gleich bleibenden Raten abgestattet wurden. Diese Form ermöglicht dem Vorstand und dem Aufsichtsrat eine leichte Kontrolle der Finanzgebarung ohne komplizierte Bilanzanalysen etc. Unsere Genossenschaft hat in den zehn Jahren ihres Bestandes alle Kreditverpflichtungen genauest eingehalten, es waren keinerlei Ratenstundungen erforderlich. Das zeigt, dass die seinerzeitigen Vorschaurechnungen realitätsbezogen waren. Die Genossenschaft steht auf finanziell zufrieden stellenden Beinen. In Gesprächen bot eine große österreichische Bank einen besonders günstigen Zinssatz für eine Umschuldung an, wenn im Falle einer Umschuldung eine Gemeindehaftung beigebracht wird. Diese Haftung sollte nicht die Bonität der Genossenschaft verbessern – die Bilanzanalyse der Bank erbrachte auch ohne Gemeindehaftung eine ausreichende Bonität. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen muss eine Bank Kredite mit Haftungen von Bund, Land oder Gemeinden mit einer geringeren Eigen-kapitalquote hinterlegen. Da für die Gemeinde die Haftung kein Risiko bedeutet und das Amt der Burgen-ländischen Landesregierung der Haftung zustimmte, konnte die Umschuldung durchgeführt werden.

Fernwärme Sieggraben Holzaufbringung Zusammen mit der vierten Ausbaustufe wurde ein Pufferspeicher zur Abdeckung von Spitzenlasten und als zusätzliche kurze Überbrückung bei Ofenausfällen angeschafft. Damit ist der Vollausbau der Wärmeversorgung erreicht. Sieggraben hat einen

waldreichen Hotter mit Eigen- und Urbarial-waldungen sowie einen Großwald der Esterhazy-Domäne. Bei der Gründung konnte man davon ausgehen, dass eine Versorgung des Heizwerkes aus dem Ort oder der Region möglich ist. Obwohl die Ge-

nossenschaft burgen-ländische Spitzenpreise für die Holzlieferungen der Mitglieder bezahlt – dies bestätigt der Bericht des unabhängigen Revisors – mussten von Anfang an Hackschnitzel zugekauft werden. Der Grund dafür ist nicht die geringe Holzschlägerung.

Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung

Der Ausfall eines Großlieferanten für Hackschnitzel, der nunmehr ein Großheizwerk beliefert, und die gestiegenen Preise haben den Obmann unserer Genossenschaft veranlasst, die benötigten Holzmengen auf Eigen-aufbringung umzustellen. Es gibt genügend überalterte Waldbestände, die kostenlos geschlägert werden können. Das Problem dabei ist, dass dies einen Maschinen- und Gerätepark von großer Leistungskapazität erfordert, den die Genossenschaft angeschafft hat. Nur über Großmengen kann eine rentable Aufbringung aus größerer Entfernung bewerkstelligt werden. Weiters wird eine große Menge von Abfallholz von der Ortsbevölkerung angedient. Die Verarbeitung dieser Biomasse ist aber teuer und daher nicht rentabel, es sei denn, dass diese - 13 -

mit einem Kleingerät (Holzbrecher) erfolgt. Auch ein derartiges Gerät wurde angeschafft. Damit ist eine Beimischung von Altholz zu den Hackschnitzeln ohne Gefährdung der Öfen möglich. Zusätzlich erforderte diese Umstellung die Schaffung einer Einstellhalle mit rund 300 Quadratmeter Nutzfläche für die Maschinen und Geräte. Damit erfolgt die Holzaufbringung aus dieser Eigenaufbringung, der Mitgliederanlieferung und von kleineren Zukäufen von Stammholz. Die vierte Ausbaustufe konnte mit Eigenkapital und den Förderungen finanziert werden, für den nicht durch die Förderung gedeckten Teil der Anschaffungskosten des Pufferspeichers, für die Einstellhalle und die genannten Maschinen und Geräte wurde ein Kredit aufgenommen, der zum 30. Juni 2007 mit 108.500 Euro aushaftete.

Die Geschichte der Bio Wunsch nach energie-autarker Versorgung des Ortes Die Visionen des Obmannes und der Genossenschaftsgründer gingen über die Fernwärmeversorgung für Heizung und Warmwasserbereitung – ein Energiebedarf, der bei weitem unterschätzt wird und der einen Ganzjahresbetrieb des Heizwerkes erfordert – hinaus. Die Genossenschaft verfügt über eine südwärts gerichtete Dachfläche von rund 600 Quadratmeter. Es war daher nahe liegend, die durch Ein-

oder Aufbau von Sonnenkollektoren zur Erwärmung von Wasser zu benutzen. Zum Zeitpunkt der Gründung lagen bereits genügend Erfahrungswerte über die Wärmegewinnung aus großen Sonnenkollektorenflächen vor. Danach war diese Energiegewinnung nicht rentabel, die diesbezügliche Planung wurde ohne Realisierung abgeschlossen. Die Erzeugung von Strom aus Biomasse unter Ausnutzung der vorhandenen Abnahme von Abfall-

wärme durch Kleinanlagen, die für die Genossenschaft leistbar sind, musste nach erfolgter Planung ebenfalls ohne Investition abgeschlossen werden, weil die tatsächlichen Leistungsdaten der angebotenen Anlagen nicht die versprochene Rentabilität erbracht hätten. Ebenso wie die Stromgewinnung mittels Sterlingsystem, Thermo-Öl oder Peltierelelementen hat die Industrie noch keine Angebote an ausgereiften und rentablen Systemen.

Danke - mehr als eine Pflichtübung Wer schon, wenn nicht die Geschäftsführung kann die erbrachten Leistungen für Planung, Realisierung und Betrieb des Projektes voll abschätzen. Es ist daher der Geschäftsführung ein Herzensanliegen, allen, die an der Realisierung des Projektes mitgearbeitet haben, in der Eigenschaft als Geschäftsführung, aber auch als Mitglieder, die über zehn Jahre eine wesentliche Ersparnis durch die günstigen Wärmepreise hatten, ein herzliches Dankeschön zu sagen. Dies gilt für den Vorstand, allen voran dem Obmann Anton Taschner, für die erfolgreiche Umsetzung des Projektes und die hohen Eigenleistungen bei der Herstellung des Heizhauses, des Leitungsnetzes und der Aufstellung der Wärmetauscher. Dies gilt für den Aufsichtsrat für die strenge, aber verständnisvolle Kontrolltätigkeit. Der Dank wäre unvollständig, wenn nicht die besonderen Leistungen des Obmannes ausdrücklich hervorgehoben werden würde. Seine unbezahlten Arbeitsstunden sind Legion. Er ist ein Mensch, der nicht damit zufrieden ist, etwas nach Anleitung aufzubauen, er muss immer wissen, wie die Dinge funktionieren und verbessert werden können. Man kann viele Beispiele dafür anführen, am deutlichsten wird dies durch die Tatsache, dass für den Betrieb nach Abschluss von Investitionen und Auslaufen der damit verbun-

denen kostenlosen Serviceleistungen kein Techniker der Lieferfirmen den Betrieb betreten hat. Es ist Jahre her, dass die Wärmelieferung für längere Zeit unterbrochen war, weil jedes Gebrechen innerhalb kürzester Zeit von ihm oder seinen fachkundigen Vorstandskollegen behoben wurde. Ein Dankeschön gilt aber auch dem „Hausmeister“ Gerhard Taschner, der für die Pflege des Rasens sorgt und der aus dem Sammelbecken für das Dachabwasser einen schönen Fischteich gezaubert hat. Ein Dankeschön gilt dem Planer und Freund der Genossenschaft Hans Karausz, der über seinen Beruf hinaus der Genossenschaft stets zur Seite stand.

Der Gemeinde ist zu danken, dass sie ihre Gebäude in der ersten Stunde der Gründung an die Fernwärme angeschlossen hat, insbesondere aber ein Dankeschön an Bürgermeister Vinzenz Jobst für seine unermüdliche Werbearbeit für die Genossenschaft. Es kann mit Fug und Recht gesagt werden, dass ohne sein Engagement die Genossenschaft wahrscheinlich nicht zustande gekommen wäre. Ebenfalls ein Dankeschön gilt Herrn Alt-Landesrat Paul Rittsteuer und Landesrat DI Nikolaus Berlakovich, deren Mitarbeiter, mit denen bei der perfekten Förderungsabwicklung ein persönlicher Kontakt entstand, OAR Ing. Gerhard Heiß und Petra Steinberger.

Obmann Taschner, LR Rittsteuer, Lindgrabens Obmann Gradwohl, LAbg. Gradwohl, Ing. Karausz ziehen an einem Strang - 14 -

Fernwärme Sieggraben Genossenschaft - ideale Organisationsform für die Zukunft Eine Fernwärmegenossenschaft mit 170 Abnehmern ist kein Kleinbetrieb, der auf Dauer vom Obmann allein verwaltet und auf Schuss gehalten werden kann. Es wurde daher eine Arbeitsteilung eingeführt, die den Obmann entlasten soll. Holzlagerung und Holzeinkauf, Technik sowie die Finanzverwaltung wurden Ausschüssen aus dem Vorstand zugewiesen. Die Agenden werden von diesen auch wahrgenommen. Die Geschäftsführung, die sich nach Einrichtung der Arbeitsausschüsse auf die Abwicklung von Aufträgen des Obmannes und der Ausschüsse und auf Büroarbeiten beschränkt, wurde aus Altersgründen und Arbeitsüberlastung in jüngere Hände gelegt.

LHStv. Mag. Franz Steindl zeigt sich an der Bio Fernwärme Sieggraben sehr interessiert

Auf dem Weg zum Erfolg

Nationalratspräsident Dr. Andreas Khol besichtigt 2006 die umweltfreundliche Heizung

Natürlich gilt ein besonderer Dank den Mitgliedern und Kunden für ihr Vertrauen in die den meisten Mitgliedern unbekannte neue Form der Wärmeversorgung und die Fähigkeiten der von ihnen gewählten Führung. Ihr Vertrauen wurde nicht enttäuscht und sie haben die zehn Jahre des Bestandes der Genossenschaft die Vorteile der billigsten Wärmeversorgung nützen können. Die gewählte Führung der Genossenschaft ist die Garantie dafür, dass dies auch weiterhin so bleibt. Der umsichtige Aufsichtsrat wird auch das seine dazu beitragen.

Bundespräsident Dr. Thomas Klestil eröffnet vor knapp tausend Besuchern die Bio Fernwärme - 15 -

Mitgliederstand 2008 Rosemarie Bauer, Angergasse 1 Dominikus Senft, Angergasse 5 Friedrich Fraunschiel, Angergasse 7 Annemarie Grohr, Angergasse 9 Franz Reisner, Angergasse 11 Anna Maria Triebl, Angergasse 12 Notburga Schmidl, Angergasse 18 Erika Csida, Angergasse 19 DI Werner Giefing, Angergasse 19a Albert Holzer, Angergasse 20 Otto Kern, Angergasse 24 Maurice Bours, Angergasse 27 Johann Bauer, Angergasse 28 Irene Compton, Angergasse 29 Gerhard Taschner, Angergasse 31 Herbert Forster, Angergasse 32 Sandra Langenreiter, Angergasse 44 Johann Mörz, Brentweg 1a Franz Fraunschiel, Brentweg 4 Werner Senft, Brentweg 7 Claudia Senft, Brentweg 9 Anton Werfring, Brentweg 11 Anna Schuh, Brentweg 12 Manfred Zimmel, Brentweg 14 Gertrude Görcz, Brentweg 17 Werner Bauer, Brentweg 21 Maria Lazelberger, Brentweg 26 Leopold Gruber, Brentweg 28 Bgm. Vinzenz Jobst, Brentweg 30 Renate Jobst, Brentweg 32 Franz Friedl, Gartenweg 2 Monika Hirsch, Buchriegelweg 2 Herbert Goriupp, Buchriegelweg 4 Josef Weidinger, Buchriegelweg 5 Julius Wagner, Buchriegelweg 6 Rupert Decker, Buchriegelweg 22 Josef Kern, Buchriegelweg 24 Herbert Hellmann, Buchriegelw. 28 Johann Grössing, Einschicht 5 Anna Schuh, Einschicht 7 Brigitte Polansky, Einschicht 20 Rudolf Schöll, Einschicht 20a Erika Kaplan, Einschicht 27 Stefan Kovacs, Einschicht 35 Rosalia Bauer, Einschicht 39 Walter Friedl, Einschicht 41 Albert Werfring, Einschicht 43 Ferdinand Rohl, Einschicht 45 Emilie Senft, Eisengraben 1 Christine Kolocsai, Eisengraben 8 Josef Bauer, Fernblick 2 Manfred Hatz, Fernblick 8 Helene Taschner, Lussweg 1 Anton Reisner, Lussweg 8 Harald Senft, Lussweg 12 Liane Senft, Lussweg 25 Margarete Bernhardt, Mühlweg 2 Christine Rohl, Mühlweg 13

Peter Burger, Mühlweg 15 Herbert Riegler, Neugasse 8 Johann Plank, O. Hauptstraße 4 Bank AG, O. Hauptstraße 6 Gemeinde, O. Hauptstraße 8 Thomas Friedl, O. Hauptstraße 10 Nicolae Balea, O. Hauptstraße 11 Röm.kath. Pfarrkirche, O. Hauptstr 12 Röm.kath. Pfarrhof, O. Hauptstr. 12 Franz Klauninger, O. Hauptstraße 13 Pfarrheim, O. Hauptstraße 14 Arztpraxis Dr. Dominikus Giefing, O. Hauptstraße 15 Wohnhaus Dr. Giefing Dominikus, O. Hauptstraße 15 Josef Buchta, O. Hauptstraße 18 Tiewald GmbH, O. Hauptstraße 20 Karoline Klaus, O. Hauptstraße 31 Franziska Klaus, O. Hauptstraße 33 Reinhard Pokorny, O. Hauptstr. 33 Josef Reisner, O. Hauptstraße 35 Judith Giefing, O. Hauptstraße 47 Markus Giefing, O. Hauptstraße 49 Christian Bauer, O. Hauptstraße 51 Leopold Fichtinger, O. Hauptstr. 53 Gordana Van der Neut, O. Hauptstr. 55 Johann Vogl, O. Hauptstraße 65 Josef Oberger, Riegel 1 Maria Bertalan, Riegel 3 Otto Sommer, Riegel 4 Maria Schuh, Riegel 5 Dominikus Werfring, Riegel 9 Herta Kreutmayer, Riegel 10 Anton Marass, Riegel 15 Christoph Reisner, Riegel 20 Franz Werfring, Riegel 24 Dr. Yvonne Millard, Riegel 28 Josef Senft, Riegel 29 Theresia Kern, Riegel 35 Johann Wilfinger, Riegel 47 Karl Schieszl, Riegel 52 Rudolf Raith, Riegel 57 Thomas Senft, Riegel 68 Johann Geißler, Riegel 76 Erich Grabenhofer, Schwarzenbachstr. 21 Franz Werfring, Schwarzriegel 1 Johann Kurt Müllner, Schwarzriegel 4 Fritz Paller, Schwarzriegel 6 Eduard Frantsits, Schwarzriegel 8 Albert Werfring,Schwarzriegel 10 Johann Friedl, Semmelweisg. 1 Emmerich Müllner, Semmelweisg. 2/1 Ursula Schmidl, Semmelweisg. 2/2 Beate Geißler, Semmelweisg. 2/3 Ingeburg Grath, Semmelweisg. 2/4 Waltraud Somogyi, Semmelweisgasse 2/5

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Christian Griecher, Semmelweisg. 2/6 Simone Gradwohl, Semmelweisg. 8 Werner Giefing, U. Hauptstraße 1 Kindergarten, U. Hauptstraße 2 Anton Taschner, U. Hauptstraße 3 Daniela Senft , U. Hauptstraße 4 Anton Dorr, U. Hauptstraße 5 Konditorei Taschner, U. Hauptstr. 6 Gilbert Holzbauer, U. Hauptstraße 7 Petra Wukovits, U. Hauptstraße 8 Univ.Prof.Dr. Manfred Schrödl, U. Hauptstraße 9 Anton Werfring, U. Hauptstraße 10 Albert Taschner, U. Hauptstraße 11 Josef Rohl, U. Hauptstraße 13 Werner Reisner, U. Hauptstraße 14 Bücherei, U. Hauptstr. 15 Feuerwehr, U. Hauptstr. 15 Polizei, U. Hauptstraße 15 Trafik Fürsatz, U. Hauptstr. 15 Raiffeisenbezirksbank Mattersburg, U. Hauptstraße 16 Volksschule, U. Hauptstraße 17 Josef Knoblechner, U. Hauptstr. 19 Johann Beisteiner, U. Hauptstr. 29 Willibald Maras, U. Hauptstraße 37 Josef Giefing, U. Hauptstraße 40 Anton Weinlich, U. Hauptstr. 44 Friedrich Fraunschiel, U. Hauptstr. 47 Edith Pohl, U. Hauptstraße 55 Christine Schmidl, U. Hauptstraße 57 Johann Schieszl, U. Hauptstraße 59 Franz Maras, U. Hauptstraße 67 Anton Maras, U. Hauptstraße 68 Walter Gradwohl, U. Hauptstraße 69 Rudolf Kurz, U. Hauptstraße 70 Erich Kurz, U. Hauptstraße 71 Johann Novak, U. Hauptstraße 81 Gerald Novak, U. Hauptstraße 83 Jusein Juseinovski, Wolfgrabenw. 2 Jochen Berghöfer, Wolfgrabenweg 3 Anton Taschner, Wolfgrabenweg 8 Ing. Hannes Wager, Wolfgrabenweg 11 Dagmar Wager, Wolfgrabenweg 13 Sigrid Novak, Semmelweisgasse 4/1 Nicole Bernhardt, Semmelweisg. 4/2 Maria Senft, Semmelweisgasse 4/3 Andreas Gradwohl, Semmelweisgasse 4/4 Silke Fichtinger, Semmelweisg. 4/5 Marco Werfring, Semmelweisg. 4/6 Marianne Unterstetter, Semmelweisgasse 4/7 Andreas Werfring, Semmelweisgasse 4/8 Johann Grössing, Semmelweisg. 4/9

Nemetz Entsorgung und Transport AG A-2333 Leopoldsdorf, Hennersdorfer Straße 36 Phone: +43 (0)2235 433-0 Fax: + 43 (0)2235 433 30-40 - 17 -

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Heizpreise für die Bio Fernwärme Sieggraben - Stand April 2008 Grundkosten pro beheizbarer Nutzfläche und Jahr (Grundkosten für Warmwasserbereitung und Raumheizung umfassen Gerätemiete, Netznutzung und Anteil sowie Zählermiete) Beheizbare Fläche bis zu 200 m2 bis zu 300 m2 bis zu 400 m2 bis zu 500 m2 bis zu 800 m2 und darüber

EUR inkl. Umsatzsteuer 195,-245,-315,-395,-475,--

Verbrauchskosten: Bis 20.000 kWh pro Jahr 5,65 Cent pro kWh und für den übersteigenden Verbrauch 4,85 Cent pro kWh (alle Preise inkl. Umsatzsteuer). Sprechstunden im Heizwerk: Jeden 1. Freitag an geraden Monaten von 17.00 - 19.00 Uhr.

IMPRESSUM: Bio Fernwärme Sieggraben, 7223 Sieggraben. August 2008. Layout, Satz: Ingrid Neudinger, Forchtenstein. Druck: Wograndl. - 20 -

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